Innovative Therapien
Daten und Fakten
Obwohl das Spektrum der etablierten medizinischen Verfahren sehr groß ist, sind viele Erkrankungen nach wie vor nicht oder nur unzureichend behandelbar. Zudem sind die etablierten Therapien häufig mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden, die zu einer nachhaltigen Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen und zu erheblichen Kosten führen können.
Demgegenüber eröffnen die wissenschaftlichen Erkenntnisse der vergangenen Jahre in den molekularen Lebenswissenschaften neue, hochinnovative Therapieansätze, die ein großes Potenzial für eine rationale Behandlung auf der Basis der zugrunde liegenden biologischen Mechanismen eröffnen. Als innovativ sind solche Therapieverfahren anzusehen, die sich grundsätzlich von etablierten Verfahren abgrenzen, bei denen etwa pharmakologische, strahlentherapeutische oder chirurgische Methoden angewendet werden. Durch ihre spezifischere Wirkungsweise unterstützen solche Therapieansätze die Bestrebungen, nebenwirkungsärmere Behandlungsmethoden zu entwickeln. Bisher unerschlossene Krankheitsprozesse können auf zellulärer und molekularer Basis entschlüsselt werden. Über die Aufklärung der Krankheitsprozesse hinaus werden grundsätzlich neuartige Therapieverfahren möglich, die beispielsweise auf biotechnologisch gewonnenen Proteinen oder Nukleinsäuren aufbauen.
Die zukünftige Herausforderung wird darin bestehen, die grundlegenden Forschungsergebnisse in neue therapeutische Verfahren und Produkte umzusetzen und damit für die medizinische Anwendung nutzbar zu machen.
Was tut das BMBF?
Für die Weiterentwicklung innovativer Forschungsergebnisse in medizinische Produkte oder Verfahren eröffnet das BMBF die Möglichkeit, jährlich Forschungsanträge zu diesem Thema einzureichen. Dafür stellt das BMBF jährlich vier Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung soll dazu beitragen, den Weg von der molekularbiologischen Grundlagenforschung in die medizinische Behandlung zu beschleunigen.
Ziel der zu fördernden Vorhaben ist es, die aus der zell- und molekularbiologischen Grundlagenforschung erwachsenen innovativen Therapieansätze für eine Erfolg versprechende klinische Anwendung zu erschließen. Dazu sollen sich klinische und theoretische Arbeitsgruppen aus universitären, außeruniversitären und industriellen Forschungseinrichtungen zusammenschließen und die notwendige Expertise und verfügbaren Ressourcen bündeln. Zur Gewährleistung eines effizienten Transfers der präklinischen Ergebnisse in die Anwendung ist die aktive Beteiligung der Industrie ausdrücklich erwünscht.