Anwendungsorientierte Brustkrebsforschung
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Öffentliche Bekanntmachung: |
2002 |
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Förderzeitraum: |
2003-2012 |
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Gesamtvolumen: |
6,4 Mio. EUR |
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Vorhabenzahl: |
9 |
1. Ziel des Förderschwerpunktes
Brustkrebs ist mit einem Anteil von etwa 20% an der Krebssterblichkeit die häufigste Krebstodesursache bei Frauen. Etwa jede zwölfte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an diesem Tumor. Für die Betroffenen ist mit der Erkrankung ein großer Leidensdruck, aber auch eine erhebliche Verunsicherung verbunden weil sie sich mit widersprüchlichen Empfehlungen zu Früherkennung, Diagnose und Therapie konfrontiert sehen.
Im Bereich der klinischen, patientenorientierten Forschung existieren in Deutschland deutliche Defizite. Daher fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Regierungsprogramms "Gesundheitsforschung: Forschung für den Menschen" die Weiterentwicklung der patientenorientierten, klinischen und versorgungsrelevanten Brustkrebsforschung. Durch eine enge Vernetzung der zu beteiligenden Disziplinen und die Verzahnung von Forschung und Versorgung wird die zwingend notwendige Interdisziplinarität in der Brustkrebsforschung gestärkt und der Wissens- und Ergebnistransfer zwischen den verschiedenen Forschungsbereichen einerseits und der Versorgung andererseits verbessert und beschleunigt.
Durch die Anknüpfung von Forschungsvorhaben an Strukturen, in denen die Brustkrebsversorgung in ihrem Gesamtablauf auf hohem Niveau qualitätsgesichert durchgeführt wird, soll zudem der Stellenwert von Qualitätssicherungsmaßnahmen erhöht und somit, unabhängig von der mittelfristigen Umsetzung der Forschungsergebnisse, ein Beitrag zur Verbesserung der Patientenversorgung geleistet werden.
2. Stand der Fördermaßnahme
Im Rahmen der öffentlichen Bekanntmachung der Förderrichtlinien vom 10.06.2002 gingen 39 Anträge beim Projektträger Gesundheitsforschung ein. Die Prüfung der Anträge erfolgte unter Einbeziehung externer, internationaler Fachgutachter der verschiedenen relevanten Disziplinen am 20./21.02.2003. Acht Verbundvorhaben erhielten für die Ausarbeitung von ausführlichen Studienprotokollen eine Unterstützung. Diese Studienprotokolle wurden unter Einbeziehung des gleichen Gutachterkreises in zwei Begutachtungsrunden am 20./21.11.2004 und am 26.04.2005 erneut bewertet. Vier Verbundvorhaben und ein Einzelvorhaben wurden zur endgültigen Förderung empfohlen. Seit Juli 2005 werden die u. g. Vorhaben gefördert. Am 04.03.2008 wurde der Fortschritt der Vorhaben in einer Zwischenbegutachtung bewertet. Alle Vorhaben wurden positiv bewertet.
3. Geförderte Vorhaben
a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben
Verbundprojekt: Verbesserung der Brustdiagnose und der Behandlung in der Region Tübingen-Stuttgart
Teilprojekt: Prospektive Beobachtungsstudie beim adjuvanten, postmenopausalen, Hormon-Rezeptor-positiven Mammakarzinom zur Feststellung des prädiktiven Wertes der verschiedenen Faktoren für die Tamoxifenbehandlung
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Robert Bosch Gesellschaft für medizinische Forschung mbH Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie Auerbachstr. 112 70376 Stuttgart |
Leiterin: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Dr. Hiltrud Brauch 0711 8101-3705 01ZP0502 800.873 EUR 01.07.2005 - 31.12.2010 |
1. Vorhabenziel des Verbundprojekts: Optimierung der Entscheidungskriterien für eine bestimmte antiöstrogene Behandlung bei Brustkrebspatientinnen basierend auf individuellen biologischen Prädiktoren für das Ansprechen von Tamoxifen. 2. Arbeitsplanung: Die Prädiktoren EBS/mEH, aktiveTamoxifenmetabolite und TGFß sollen im Tumorgewebe bzw. Plasma prospektiv bestimmt und mit dem klinischen Endpunkt 'krankheitsfreies Überleben' im Beobachtungszeitraum von 5 Jahren korreliert werden. 3. Ergebnisverwertung: Das Vorhaben dient dazu, biologische Faktoren zu identifizieren, die a priori vorhersagen können, ob eine bestimmte Hormontherapie (Tamoxifen/Aromataseinhibitor) bei einer Brustkrebspatientin erfolgreich sein wird. Insgesamt wird eine optimale individualisierte Therapie in der Behandlung des hormonempfindlichen Mammakarzinoms angestrebt.
Verbundprojekt Heidelberg
Auswirkungen von Screening und neuer radiologischer Behandlungen auf die Ergebnisse der Versorgung von Brustkrebspatienten
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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Frauenklinik Voßstr. 9 69115 Heidelberg |
Leiter: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Prof. Dr. Jürgen Debus 06221 56-8201 01ZP0504 872.919 EUR 01.06.2005 - 31.05.2011 |
Ziel des Verbundvorhabens ist u.a. die Optimierung der Radiotherapie nach brusterhaltender Operation bei risikoadaptiertem Vorgehen. Dieser Verbundteil besteht aus zwei Modulen. Modul I befasst sich mit der intraoperativen Radiotherapie (IORT) und Modul II mit der intensitätsmodulierten Bestrahlung (IMRT) mit integriertem Boost. In dem hier durchgeführten Modul II werden 429 Patientinnen mit hohem Lokalrezidivrisiko randomisiert und entweder mit IMRT mit integriertem Boost oder aber konventionell (perkutan + folgendem Tumorbettboost) behandelt. Ziel dieses Vorhabens ist die Ablösung der Standardtherapie durch einmalige intraoperative Radiatio bei Niedrigrisikopatientinnen bzw. eine Dosiseskalation ohne Verlängerung der Serie bei Hochrisikopatienten, wenn die Behandlungen mit der Standardtherapie äquivalent sind. Des Weiteren ist in diesem Vorhaben das Projektmanagement angesiedelt. Es unterstützt die drei Studienzentren und ist für die Supervision der Vorhaben zuständig, wie etwa die Einhaltung der Zeitpläne, Koordination, Arbeitsplankorrekturen und regelmäßige Arbeitstreffen. Ziel des Projektmanagements ist die Etablierung von permanenten regionalen Strukturen zu Versorgungsforschung und -kontrolle bzw. die Verbesserung der Versorgung von Brustkrebspatientinnen in der Region.
Risikoadaptierte Radiotherapie bei brusterhaltender Therapie - intraoperative und intensitätsmodulierte Radiotherapie
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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Fakultät für Klinische Medizin Mannheim Institut für Klinische Radiologie Theodor-Kutzer-Ufer 1 - 3 68167 Mannheim |
Leiter: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Prof. Dr. Frederik Wenz 0621 383-4960 01ZP0508 404.721 EUR 01.06.2005 - 31.08.2011 |
Ziel des Vorhabens ist die Optimierung der Radiotherapie nach brusterhaltender Operation mit einem risikoadaptierten Vorgehen. Im Modul I wird eine intraoperative Teilbrustbestrahlung (IORTI) durchgeführt. Im Modul II des Vorhabens wird die intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) mit integriertem Boost untersucht. In dem hier durchgeführten Modul I werden Patientinnen (n = 2 x 200) mit niedrigem Risiko im Rahmen der prospektiv-randomisierten internationalen Multicenter-Studie TARGIT entweder konventionell bestrahlt oder mit einer alleinigen IORT behandelt. Bei Risikofaktoren folgt der IORT eine perkutane Mammahomogenbestrahlung. Die Ergebnisse beider Module des Vorhabens können - Äquivalenz zur Standardtherapie vorausgesetzt - die bisherige Standardtherapie, d.h. Mammahomogenbestrahlung für alle Patientinnen nach brusterhaltender Operation, verbessern, indem risikoadaptiert bei Patientinnen mit niedrigem Risiko nur noch eine einmalige, intraoperative Bestrahlung erfolgt, wohingegen bei Patientinnen mit hohem Risiko die Dosiseskalation ohne Verlängerung der Behandlungsserie erreicht werden kann.
Einzelvorhaben Halle
Qualität der onkologischen Behandlung - Innovative Konzepte für die Diagnose und die Therapie von Brustkrebs
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Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Medizinische Fakultät Institut für Med. Epidemiologie, Biometrie und Informatik Universitätsplatz 10 06108 Halle (Saale) |
Leiter: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Prof. Dr. Andreas Stang 0345 557-3596 01ZP0507 957.866 EUR 01.08. - 31.12.2010 |
Im Rahmen des Vorhabens werden zwei Teilprojekte durchgeführt: Ziel des Teilprojekts 1 ist die Bestimmung der Durchführbarkeit sowie eine vorläufige Ermittlung der Wirksamkeit der kombinierten a) endokrinen Therapie und b) Chemotherapie mit simultaner lokaler 3D-konformaler Bestrahlung der metastatischen Läsionen bei Patientinnen mit oligometastatischem Mammakarzinom. Dazu sind zwei separate randomisiserte Phase II-Studien vorgesehen, in die jeweils 80 Patientinnen eingeschlossen werden sollen. Die Ergebnisse dieser Studien sollen als Basis für nachfolgende internationale Phase III-Studien dienen. Ziel des Teilprojekts 2 ist es, dezidierte Aussagen zur Sensitivität, Spezifität, Prädiktivität sowie zur Reliabilität der histopathologischen Befundung gemäß der B-Kategorisierung der European Guidelines von stanzbioptisch gewonnenem Brustgewebe zu erhalten. Hierbei ist es von besonderem Interesse, Determinanten fehlender Übereinstimmung zwischen Pathologen bzw. Determinanten einer eingeschränkten Validität der histopathologischen Befundung gemäß der B-Kategorisierung zu ermitteln. Insgesamt sollen 800 Frauen in die Studie eingeschlossen werden. Für beide Teilprojekte sind Publikationen im Rahmen nationaler und internationaler gynäkologischer, onkologischer, pathologischer und strahlentherapeutischer Konferenzen und Zeitschriften geplant.
Verbundprojekt BRENDA
Die Qualität der Brustkrebsversorgung unter evidence-basierten Leitlinien
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Universität Ulm Frauenklinik Prittwitzstr. 43 89075 Ulm |
Leiter: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Prof. Dr. Rolf Kreienberg 0731 502-7600 01ZP0505 2.614.100 EUR 01.08.2005 - 31.01.2012 |
Ziel des Verbundprojekts: An klar definierten Kollektiven des Ulmer Brustzentrums und eines regionalen Netzwerkes soll die optimale Therapie für Patientinnen mit Mammakarzinom definiert werden. Fehl-, Unter- und Überversorgung sind für den Einzelfall zu evaluieren und Vorschläge für ein strukturiertes Behandlungsprogramm zu erarbeiten. Das Gesamtvorhaben gliedert sich in 4 miteinander eng verzahnte Teilvorhaben. Projekt F1: Studienprotokoll zur Evaluierung der Bedeutung der leitlinienkonformen Therapie in der adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms. Projekt F2: Führt eine Therapieoptimierung im Rahmen klinischer Studien zu gleichen Ergebnissen wie eine leitlinienkonforme Therapie? Projekt F4: Studienprotokoll zur Evaluierung eines funktionellen Tests als Methode zur Brustkrebserkennung. Die Ergebnisse der Teilprojekte 1-4 sollen hochkarätig international publiziert werden. Vergleichbare Untersuchungen liegen bisher noch nicht vor.
Die Qualität der Brustkrebsversorgung unter evidence-basierten Leitlinien - Teilprojekt F3: Entwicklung und prospektive Evaluation von Modellen unter Einsatz maschineller Lernverfahren
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Universität Bremen Zentrum für angewandte Informationstechnologien Bibliothekstr. MZH 28259 Bremen |
Leiter: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Prof. Dr. Manfred B. Wischnewsky 0421 218-2428 01ZP0506 577.397 EUR 01.08.2005 - 31.07.2011 |
Das Teilprojekt F3 des Verbundprojektes BRENDA beschäftigt sich mit der Entwicklung und prospektiven Evaluation von Modellen unter Einsatz maschineller Lernverfahren zur Bestimmung des Risikos eines Rezidivs, von prädiktiven Faktoren für das Ansprechen von Therapien bei nodal-positiven Patienten sowie die Entwicklung von minimalen Datenmodellen mit maximaler Vorhersagegenauigkeit. Die Parameter der Modelle müssen statistisch signifikant, unabhängig und klinisch relevant sein. Der Einfluss prognostischer Faktoren auf eine leitlinienkonforme Behandlung wird geprüft und analysiert. Das Arbeitskonzept sieht drei Phasen vor. Phase I: Modellbildung - Explorative Untersuchung (Hypothesengenerierung) zur Definition des Zusammenhangs (Modellbildung) zwischen verschiedenen prognostischen Markern und einem Rezidiv. Phase II: Explorative Studie - Modellüberprüfung. Phase III: Prospektive Studie der aufgestellten Hypothesen zur Überprüfung der Anwendbarkeit des Modells der Phase II. Das Modell dient der Weiterentwicklung der S3-Richtlinie.
Verbundprojekt: Case Management in der sektorenübergreifenden Versorgung von Frauen mit Brustkrebs
Effektivität und Effizienz eines optimierten Patientenpfades in der Modellregion für angewandtes Gesundheitsmanagement - Projektteil Augsburg
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beta Institut für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung gGmbH Kobelweg 95 86156 Augsburg |
Leiterin: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Andrea Thorenz 0821 45054-162 01ZP0601 432.106 EUR 01.09.2006 - 31.08.2010 |
Effektivität und Effizienz eines optimierten Patientenpfades in einer Modellregion für angewandtes Gesundheitsmanagement
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Universität Hamburg Universitätsklinikum Eppendorf Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie Martinistr. 52 20251 Hamburg |
Leiterin: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Dr. Birgit Watzke 040 42803-4883 01ZP0602 252.564 EUR 01.08.2006 - 31.07.2010 |
Angestrebt wird die Evaluation eines im deutschen Gesundheitssystem implementierten Case-Management(CM)-Konzepts für Patientinnen mit Brustkrebs. Konkret sollen Effektivität und Effizienz des Augsburger CM-Modells, die Begleitstelle mammaNetz, evaluiert werden, die eine transsektorale Koordination des Behandlungsprozesses dieser Patientinnen übernimmt. Die externe Evaluation wird im Vorhabenteil Hamburg durchgeführt. Es wird eine prospektive Mehrzeitpunkt-Befragung im Rahmen eines quasi-experimentellen Designs durchgeführt. Dabei werden der Behandlungsverlauf von Interventionsgruppe (mammaNetz-Patientinnen) und Kontrollgruppe (Patientinnen aus Göppingen, Regelversorgung) zu Baseline (N= 700), nach sechs sowie nach zwölf Monaten verglichen. Neben Patientinnen- werden auch erkrankungs- und kostenrelevante Aktendaten erhoben. Querschnittsbefragungen der CM-Mitarbeiter und Netzwerkpartner ergänzen das Design. Die Studie dient einer effektivitäts- und effizienzsteigernden Weiterentwicklung des Versorgungsspektrums von Frauen mit Brustkrebs unter besonderer Berücksichtigung einer integrierten Versorgung. Neben der Möglichkeit einer regionalen Ausweitung kann mit der Studie auch eine empirische Basis für potenzielle Übertragungen auf andere Indikationsbereiche gelegt werden.
b) abgeschlossene Vorhaben