Anwendungsorientierte Brustkrebsforschung

Öffentliche Bekanntmachung:

2002

Förderzeitraum:

2003-2014

Gesamtvolumen:

6,4 Mio. EUR

Vorhabenzahl:

10

Verbundprojekt: Heidelberg

Verbundprojekt: BRENDA

1. Ziel des Förderschwerpunktes

Brustkrebs ist mit einem Anteil von etwa 20% an der Krebssterblichkeit die häufigste Krebstodesursache bei Frauen. Etwa jede zwölfte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an diesem Tumor. Für die Betroffenen ist mit der Erkrankung ein großer Leidensdruck, aber auch eine erhebliche Verunsicherung verbunden weil sie sich mit widersprüchlichen Empfehlungen zu Früherkennung, Diagnose und Therapie konfrontiert sehen.

Im Bereich der klinischen, patientenorientierten Forschung existieren in Deutschland deutliche Defizite. Daher fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Regierungsprogramms "Gesundheitsforschung: Forschung für den Menschen" die Weiterentwicklung der patientenorientierten, klinischen und versorgungsrelevanten Brustkrebsforschung. Durch eine enge Vernetzung der zu be­teiligenden Disziplinen und die Verzahnung von For­schung und Versorgung wird die zwingend notwendige In­ter­dis­zi­pli­narität in der Brustkrebsforschung gestärkt und der Wissens- und Ergebnistransfer zwi­schen den ver­schiedenen Forschungsbereichen einerseits und der Versorgung andererseits ver­bessert und be­schleunigt.

Durch die Anknüpfung von Forschungsvorhaben an Strukturen, in denen die Brustkrebsversorgung in ihrem Gesamtablauf auf hohem Niveau qualitätsgesichert durchgeführt wird, soll zudem der Stellenwert von Qualitätssicherungsmaßnahmen erhöht und somit, unabhängig von der mittelfristigen Umsetzung der Forschungsergebnisse, ein Beitrag zur Verbesserung der Patientenversorgung geleistet werden.

2. Stand der Fördermaßnahme

Im Rahmen der öffentlichen Bekanntmachung der Förderrichtlinien vom 10.06.2002 gingen 39 Anträge beim Projektträger Gesundheitsforschung ein. Die Prüfung der Anträge erfolgte unter Einbeziehung externer, internationaler Fachgutachter der verschiedenen relevanten Disziplinen am 20./21.02.2003. Acht Verbundvorhaben erhielten für die Ausarbeitung von ausführlichen Studienprotokollen eine Unterstützung. Diese Studienprotokolle wurden unter Einbeziehung des gleichen Gutachterkreises in zwei Begutachtungsrunden am 20./21.11.2004 und am 26.04.2005 erneut bewertet. Vier Verbundvorhaben und ein Einzelvorhaben wurden zur endgültigen Förderung empfohlen. Seit Juli 2005 werden die u. g. Vorhaben gefördert. Am 04.03.2008 wurde der Fortschritt der Vorhaben in einer Zwischenbegutachtung bewertet. Alle Vorhaben wurden positiv bewertet.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

Verbundprojekt: Heidelberg

Auswirkungen von Screening und neuer radiologischer Behandlungen auf die Ergebnisse der Versorgung von Brustkrebspatienten

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Frauenklinik

Voßstr. 9
69115 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Jürgen Debus
06221 56-8201
01ZP0504
872.919 EUR
01.06.2005 - 31.01.2014

Ziel des Verbundvorhabens ist u.a. die Optimierung der Radiotherapie nach brusterhaltender Operation bei risikoadaptiertem Vorgehen. Dieser Verbundteil besteht aus zwei Modulen. Modul I befasst sich mit der intraoperativen Radiotherapie (IORT) und Modul II mit der intensitätsmodulierten Bestrahlung (IMRT) mit integriertem Boost. In dem hier durchgeführten Modul II werden 429 Patientinnen mit hohem Lokalrezidivrisiko randomisiert und entweder mit  IMRT mit integriertem Boost oder aber konventionell (perkutan + folgendem Tumorbettboost) behandelt. Ziel dieses Vorhabens ist die Ablösung der Standardtherapie durch einmalige intraoperative Radiatio bei Niedrigrisikopatientinnen bzw. eine Dosiseskalation ohne Verlängerung der Serie bei Hochrisikopatienten, wenn die Behandlungen mit der Standardtherapie äquivalent sind. Des Weiteren ist in diesem Vorhaben das Projektmanagement angesiedelt. Es unterstützt die drei Studienzentren und ist für die Supervision der Vorhaben zuständig, wie etwa die Einhaltung der Zeitpläne, Koordination, Arbeitsplankorrekturen und regelmäßige Arbeitstreffen. Ziel des Projektmanagements ist die Etablierung von permanenten regionalen Strukturen zu Versorgungsforschung und -kontrolle bzw. die Verbesserung der Versorgung von Brustkrebspatientinnen in der Region.

Verbundprojekt: BRENDA

Die Qualität der Brustkrebsversorgung unter evidence-basierten Leitlinien

Universität Ulm
Frauenklinik

Prittwitzstr. 43
89075 Ulm

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Rolf Kreienberg
0731 502-7600
01ZP0505
2.614.100 EUR
01.08.2005 - 31.01.2012

Ziel des Verbundprojekts: An klar definierten Kollektiven des Ulmer Brustzentrums und eines regionalen Netzwerkes soll die optimale Therapie für Patientinnen mit Mammakarzinom definiert werden. Fehl-, Unter- und Überversorgung sind für den Einzelfall zu evaluieren und Vorschläge für ein strukturiertes Behandlungsprogramm zu erarbeiten. Das Gesamtvorhaben gliedert sich in 4 miteinander eng verzahnte Teilvorhaben. Projekt F1: Studienprotokoll zur Evaluierung der Bedeutung der leitlinienkonformen Therapie in der adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms. Projekt F2: Führt eine Therapieoptimierung im Rahmen klinischer Studien zu gleichen Ergebnissen wie eine leitlinienkonforme Therapie? Projekt F4: Studienprotokoll zur Evaluierung eines funktionellen Tests als Methode zur Brustkrebserkennung. Die Ergebnisse der Teilprojekte 1-4 sollen hochkarätig international publiziert werden. Vergleichbare Untersuchungen liegen bisher noch nicht vor.


b) abgeschlossene Vorhaben

 

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