Internationale Zusammenarbeit

Erfolgreiche Forschung ist heute allein im nationalen Rahmen nicht mehr denkbar. Nur durch die Bündelung der Kräfte im internationalen Austausch können Innovationen erzielt werden. Die internationale Zusammenarbeit ist daher ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitsforschungsprogramms zur Ergänzung der nationalen Fördermaßnahmen.


Was tut das BMBF?

Europäische Union
Die Forschungspolitik der Europäischen Union zielt mittelfristig darauf, einen gemeinsamen europäischen Forschungsraum zu schaffen. Dazu sollen die europäischen und nationalen Programme enger miteinander verknüpft werden. Im Rahmen des Gesundheitsforschungsprogramms sind die laufenden und geplanten Förderschwerpunkte mit den relevanten Aktionslinien des 6. sowie des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union abgestimmt und vernetzt. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere das EU-Programm, in dem die Aktivitäten zur Gesundheitsforschung zusammengefasst sind.

Außerdem boten bzw. bieten das 6. bzw. das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU die Möglichkeit, thematisch fokussierte Netzwerke mit Vertretern aus der Forschungsförderung und -programmgestaltung (European Research Area Networks, ERA-NET) zu schaffen. Ziel dieser Netzwerke ist ein effizienter Abgleich der jeweiligen nationalen Programme und die Durchführung gemeinsam getragener europäischer Fördermaßnahmen, initiiert durch die nationalen Förderorganisationen. Im Bereich Gesundheitsforschung ist das BMBF an mehreren ERA-NET beteiligt, welche sich u. a. mit der Altersforschung (ERA-AGE), mit der Forschung zu Seltenen Krankheiten (E-RARE) und Erkrankungen des Nervensystems (NEURON) beschäftigen.

Bilaterale Zusammenarbeit in der Gesundheitsforschung
Innerhalb der einzelnen Schwerpunkte bietet das Gesundheitsforschungsprogramm eine Reihe von Förderinstrumenten, um auch internationale Forschungskooperationen durchzuführen. Zum Teil werden eigene Projektmittel bereit gestellt, um solche Gemeinschaftsvorhaben durchzuführen. Der Austausch von jungen Wissenschaftlern ist dabei von besonderem Interesse. Außerdem werden Stipendien finanziert und Reisemittel zur Verfügung gestellt und schließlich wird die Durchführung von internationalen Workshops gefördert. Langjährige Kooperationen bestehen vor allem mit den Vereinigten Staaten von Amerika und mit Israel. In den letzten Jahren wurde die Zusammenarbeit mit den mittel- und osteuropäischen Ländern verstärkt; dazu zählt eine bilaterale Projektfördermaßnahme mit Polen seit 2002. Frankreich und Deutschland haben 2006 ein Förderprogramm zur Krebsforschung gestartet.


Israel
Im Jahr 1981 wurde die bereits seit 1973 bestehende Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technik auch auf die Gesundheitsforschung ausgedehnt. Koordiniert wird diese Zusammenarbeit auf deutscher Seite vom BMBF und auf israelischer Seite vom Ministry of Science, Culture and Sport (MOST).
Über 30 Kooperationsprojekte wurden in der Herz-Kreislauf-Forschung bis 1998 mit rund sieben Millionen Euro gefördert. Seit 1998 verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Neurowissenschaften: seit dem wurden Vorhaben mit insgesamt 8,2 Millionen Euro gefördert. Derzeit werden neun bilaterale Vorhaben unterstützt. Gefördert werden auch Reisestipendien für deutsche und israelische Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern.


Polen
Auch mit dem Nachbarland Polen begann im Jahr 2002 eine Zusammenarbeit in der Gesundheitsforschung. Das BMBF und das Ministerium für Wissenschaft und Höhere Bildung (MNiSzW) hatten erstmals im Sommer 2002 ein Programm zur Förderung von Kooperationen in den Neurowissenschaften ausgeschrieben. Mit einer zweiten Bekanntmachung vom Juni 2006 wurde eine zweite Förderphase gestartet. Mit diesem Programm werden Projekte gefördert, die die Entwicklung, Degeneration, Regeneration, die Regulierung und den Schutz des Gehirns und Nervensystems erforschen. Ziel ist es, durch die Untersuchungen zum besseren Verständnis der Mechanismen neurologischer und neuropsychiatrischer Erkrankungen (zum Beispiel: Demenzen, Parkinson, Alzheimer, Epilepsie, neuroimmunologische Erkrankungen, Schlaganfall, Schizophrenie, Erkrankungen des sensorischen Nervensystems) sowie zur Entwicklung therapeutischer Strategien und Rehabilitationsmaßnahmen für diese Erkrankungen beizutragen.


Frankreich
Deutschland und Frankreich haben im Juni 2006 ein Förderprogramm zur Krebsforschung gestartet. Wissenschaftler beider Länder und insbesondere der Nachwuchs  werden bei der Zusammenarbeit auf diesem Gebiet unterstützt. Arbeitsgruppen, die sich in ihren Kompetenzen ergänzen, sollen kooperieren, so dass Forschungsziele schneller und effizienter erreicht werden können. Mit der binationalen Forschungsausrichtung lernen junge Wissenschaftler, in beiden Systemen erfolgreich zu arbeiten; die Kooperation beider Länder kann somit nachhaltig verankert werden. Die deutsch-französische Initiative in der Krebsforschung stellt damit einen wichtigen Impuls für den Europäischen Forschungsraum dar.
In Deutschland wird die Kooperation vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), in Frankreich von Institut National du Cancer (INCa) betreut. Das Programm, das die gesamte thematische Breite der Krebsforschung adressiert, finanziert diejenigen Kosten, die durch den Wissenschaftleraustausch entstehen. Dies schließt Laborbesuche, Gastaufenthalte, Konferenzreisen, Stipendien für Doktoranden und Postdoktoranden und Sachbeihilfen für Arbeiten im Gastlabor ein. Die Projekte laufen über maximal zwei Jahre und können eine Förderung von bis zu 50.000 Euro erhalten. 2007 erfolgte die zweite Bekanntmachung , 2008 ist eine weitere Bekanntmachung vorgesehen.


USA
Mit den USA besteht die Zusammenarbeit zur Gesundheitsforschung seit über 20 Jahren zwischen dem BMBF und dem Department of Health and Human Services (DHHS) sowie dem ihm angeschlossenen weltweit größten Forschungsinstitut in der Gesundheitsforschung, den National Institutes of Health (NIH).
Besonders intensiv und erfolgreich waren in der Vergangenheit Kooperationen im Bereich der Herz-Kreislauf-Forschung, der Krebsforschung sowie der Lungenforschung. Derzeit besteht ein Austausch in den Bereichen Suchtforschung, klinische Forschung und molekulare Medizin.



Weitere Informationen
http://www.internationale-kooperation.de/
Diese Internetseite ist ein Wegweiser für internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung und eine Kommunikationsplattform für Informations- und Kooperationssuchende aus dem In- und Ausland.

Das Internationale Büro (IB) unterstützt das BMBF bei der internationalen Zusammenarbeit. Hier sind Informationen über bilaterale und multilaterale Abkommen zwischen Deutschland und anderen Ländern zu finden sowie über die laufenden Forschungsschwerpunkte und einzelne Forschungsvorhaben.

Das IB beim Projektträger im DLR betreut die Zusammenarbeit mit Asien, Australien und Neuseeland, Nord- und Südamerika sowie mit Europa und den Ländern der GUS.

Die Zusammenarbeit mit Afrika und Nahost wird vom IB beim Forschungszentrum Jülich betreut.
 
 
 

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