Vertreter des Gesundheitsforschungsrates haben den Roadmap-Bericht am 26. September 2007 an das BMBF übergeben. Der Expertenbericht behandelt die Zukunft der Gesundheitsforschung in Deutschland. Seine Empfehlungen sollen das Forschungsministerium bei der Ausgestaltung des künftigen Gesundheitsforschungsprogramms der Bundesregierung unterstützen. Mit dem Roadmap-Bericht verfüge das BMBF über einen wichtigen Wegweiser für die künftige Ausrichtung der medizinischen Forschung, betonte Bundesforschungsministerin Schavan.
Schavan lobte die Arbeit der Experten, weil darin sowohl die absehbaren Herausforderungen als auch die Chancen der Gesundheitsforschung dargestellt werden. Als zwei große Herausforderungen nannte sie die stetig steigende Lebenserwartung der Menschen und den in Deutschland häufig zu langsamen Transfer von Forschungsergebnissen in die alltägliche medizinische Versorgung.
Die Ministerin gab bekannt, dass als konkrete Schritte zwei neue Kompetenznetze zur Erforschung der „Multiplen Sklerose“ sowie von „Asthma“ ausgeschrieben werden. Damit werde insbesondere chronisch erkrankten Menschen geholfen. Die Forschungsförderung in Kompetenznetzen habe sich bewährt, wenn zu einem Krankheitsbild das Spektrum von exzellenter Grundlagenforschung bis zur täglichen Behandlung von Patienten abgedeckt werden soll.
Schavan setzt darauf, dass der Roadmap-Bericht auch von anderen Akteuren beachtet und diskutiert wird. Sie lud die Länder, die für die Universitätskliniken zuständig sind, ausdrücklich zur Mitwirkung ein. Das BMBF setze darauf, dass der Roadmap-Bericht für alle Forschungsförderer in Deutschland nützlich sei.
Der Roadmap-Bericht ist aus einem breit angelegten Beratungsprozess hervorgegangen. In eine online-Befragung waren rund 900 ausgewiesene Wissenschaftlern in Deutschland einbezogen. Anschließend erörterten sechs interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeitsgruppen diese Krankheitsbereiche
Der Gesundheitsforschungsrat, ein Beratungsgremium des Bundesforschungsministeriums, hatte dem BMBF Ende 2004 diesen Planungsprozess empfohlen. Damit sollten die für die nächsten Jahre aussichtsreichsten Forschungsthemen in der Gesundheitsforschung benannt werden. Der Bericht enthält 74 Themenvorschläge aus den sechs großen Krankheitsbereichen. Auf diesen Gebieten werden wesentliche Erkenntnisfortschritte erwartet, die zu Verbesserungen in der Diagnostik, Therapie oder Prävention wichtiger Krankheitsbereiche führen. Zudem werden von ihnen Impulse für die Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen erwartet.
Der Kerngruppe zur Roadmap gehörten an: Prof. Dr. Guido Adler (Universität Ulm), Prof. Dr. Rudi Balling (Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig), Prof. Dr. Karl Einhäupl (Charité - Universitätsmedizin Berlin) und Prof. Dr. Werner Seeger (Universität Gießen
Den kompletten Roadmap-Bericht finden Sie hier.
Die deutsche Zusammenfassung finden Sie hier.
Die englische Zusammenfassung finden Sie hier.