Innovative Therapien

 

Öffentliche Bekanntmachung: 2004 (1. und 2. Runde), 2006 (3. Runde), 2008 (4. Runde), 2010 (5. Runde)
Förderzeitraum: 2005 - 2017
Gesamtvolumen: 60,6 Mio. EUR
Vorhabenzahl: 47

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Viele Erkrankungen sind trotz des erheblichen medizinischen Fortschritts nach wie vor nicht oder nur unzureichend behandelbar. Zudem sind zahlreiche Therapieoptionen mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden, die zu einer nachhaltigen Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen und zu erheblichen Kosten führen.
Demgegenüber eröffnen die wissenschaftlichen Erkenntnisse der vergangenen Jahre in den molekularen Lebenswissenschaften hochinnovative Therapieansätze, die ein großes Potenzial für eine wirksamere Behandlung auf der Basis der zugrunde liegenden biologischen Mechanismen besitzen. Durch ihre spezifische Wirkungsweise unterstützen solche Therapieansätze zudem die Bestrebungen, nebenwirkungsärmere Behandlungsmethoden zu entwickeln. Die Herausforderung besteht darin, die Ergebnisse aus der zell- und molekularbiologischen Grundlagenforschung für innovative therapeutische Verfahren und Produkte in der medizinischen Anwendung nutzbar zu machen.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert im Rahmen des Programms der Bundesregierung "Gesundheitsforschung: Forschung für den Menschen" daher die Weiterentwicklung besonders innovativer Forschungs- und Entwicklungsansätze zu neuen Therapien. Hiermit sollen Verfahren und Produkte, die auf Grund ihres Innovationsgrades mit einem hohen Entwicklungsrisiko einhergehen, vermehrt in die Anwendung gebracht werden. Dazu ist eine enge Kooperation zwischen akademischen, industriellen und klinischen Partnern notwendig.

2. Stand der Fördermaßnahme

Im Rahmen der öffentlichen Bekanntmachung der Förderrichtlinien vom 15.10.2004 wurden in der ersten Runde 48 Anträge, in der zweiten Runde 52 Anträge und in der dritten Runde 43 Anträge beim Projektträger Gesundheitsforschung eingereicht. Unter Einbeziehung eines international besetzten Gutachtergremiums wurden in der ersten Runde 9 Forschungsverbünde mit 41 Teilprojekten, in der zweiten Runde 11 Forschungsverbünde mit 28 Teilprojekten und in der dritten Runde 10 Forschungsverbünde mit 33 Teilprojekten ausgewählt. Die Vorhaben werden insgesamt mit ca. 12 Mio. EUR in einem Zeitraum von drei Jahren gefördert.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

(Sortierung innerhalb der Verbünde nach Förderkennzeichen)

Verbundprojekt: Ein neues Surfactant Protein B-Urokinase Konjugat zur Behandlung akut inflammatorischer Lungenerkrankungen und der Idiopathischen Pulmonalen Fibrose (IPF) - SPUC

Im Rahmen des Vorhabens wird die Charakterisierung eines rekombinant hergestellten Surfactant Protein B-Urokinase Konjugates (SPUC) durchgeführt.

Teilprojekt 1

Justus-Liebig-Universität Gießen
Universities of Giessen and Marburg
Lung Center (UGMLC)

Klinikstr. 36
35392 Gießen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Andreas Günther
0641 99-42502
01GU1101A
479.760 EUR
01.02.2012 - 30.06.2017

In vitro sollen biochemische, enzymatische und biophysikalische wie auch anti-apoptotische (Apoptose: programmierter Zelltod) und zellprotektive Eigenschaften erfasst werden. Nach Ermittlung der Pharmakokinetik von inhalativ verabreichtem SPUC-Protein sollen die therapeutischen Effekte in tierexperimentellen Modellen der akuten Lungenschädigung und der Lungenfibrose überprüft werden. Die fibrinolytischen Eigenschaften des SPUC-Proteins werden mittels chromogenem Substrat-Assay, Fibrinplattenassay, D-Dimer ELISA und Casein-Enzymographie charakterisiert. Die zellprotektiven Eigenschaften sollen an MLE-12 Zellen nach Apoptoseinduktion mittels PCR, Western Blot und Immunfluoreszenz untersucht werden. Zur in vivo-Charakterisierung soll SPUC in zwei Tiermodellen der akuten Lungenschädigung (Ratte) und zwei Modellen der Lungenfibrose (Maus) inhalativ verabreicht werden. Dabei werden Gasaustausch-, Entzündungsparameter und Ödembildung (ALI/ARDS-Modelle) bzw. das Ausmaß der Lungenfibrose anhand lungenfunktioneller biochemischer und histologischer Parameter untersucht werden.

 

Teilprojekt (TP 2)

greenovation Biotech GmbH
Niederlassung Freiburg

Boetzinger Str. 29 b
79111 Freiburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Andreas Schaaf
0761 47099-141
01GU1101B
352.695 EUR
01.02.2012 - 30.06.2017

Das Fusionsprotein soll im Rahmen von präklinischen Studien auf seine therapeutische Wirksamkeit bei häufig auftretenden akut entzündlichen (wie ALI und ARDS) sowie chronischen Lungenerkrankungen (etwa IPF) getestet werden. Im Rahmen des Vorhabens wird die rekombinante Produktion eines Surfactant B-Urokinase Konjugates (SPUC) im Moos Physcomitrella patens mittels BryoTechnologie™ durchgeführt. Das produzierte und aufgereinigte SPUC wird dem Projektpartner Universität Gießen zur in vitro und in vivo-Testung zur Verfügung gestellt werden. Neben einer Reihe von in-Prozess-Kontrollen, die die Stabilität und Reproduzierbarkeit der SPUC-Herstellung gewährleisten, wird das gereinigte Produkt bei greenovation einer basalen Identitäts- und Integritätskontrolle unterzogen.

 

Einzelprojekte: 

Zielgerichtete adjuvante Immuntherapie mit Natürlichen Killer (NK) Zellen zur Behandlung von Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom nach Radiochemotherapie

Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie

Ismaninger Str. 22
81675 München

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Gabriele Multhoff
089 4140-4514
01GU0823
1.551.152 EUR
01.11.2009 - 28.02.2017

In einer umfassenden klinischen Studie (Phase II) wird die Wirksamkeit einer Immuntherapie mit körpereigenen Immunzellen zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenen, nicht-kleinzelligen Lungentumoren nach einer Radiochemotherapie untersucht. Voraussetzung für die Behandlung ist die Produktion eines spezifischen Zielproteins (Hsp70) auf der Zelloberfläche der Lungentumore und mindestens eine stabile Erkrankung der Patienten nach kombinierter Radiochemotherapie. Geeignete Patienten werden mit entsprechenden Immunzellen über Infusionen behandelt. Parallel zur klinischen Behandlung werden in einem biologischen Begleitprogramm immunologische Parameter an Immun- und Tumorzellen untersucht. Ziel des Vorhabens ist es, eine innovative, spezifische und effiziente Immuntherapie für Lungentumore zu etablieren.

 

b) Liste der abgeschlossenen Vorhaben

 

 

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