Die Lebensqualität der Schmerzpatienten ist erheblich beeinträchtigt. Als besonders gravierend gelten die psychosozialen Folgen (Vereinsamung, Depression), von denen diese Menschen und ihre Angehörigen oft zusätzlich betroffen sind. Auch die volkswirtschaftlichen Belastungen sind erheblich: So werden bei Rückenschmerzen die Kosten für Behandlung, Rehabilitation, Arbeitsausfälle und frühzeitige Verrentung auf über 15,3 Milliarden EURO pro Jahr geschätzt, bei Kopfschmerzen belaufen sie sich auf etwa 2,5 Milliarden EURO jährlich.
Was tut das BMBF?
Der Verbesserung der schmerztherapeutischen Versorgung in Deutschland kommt daher im Sinne der Betroffenen und aus gesundheitsökonomischer Sicht eine große Bedeutung zu. Es besteht noch immer erheblicher Forschungsbedarf. Daher fördert das BMBF seit März 2002 drei überregional und interdisziplinär angelegte Forschungsverbünde, die sich jeweils auf definierte Schmerzsyndrome konzentrieren:
Kopfschmerzen/Migräne
Rückenschmerzen
Neuropathischer Schmerz (Nervenschmerzen)
In den Verbünden arbeiten Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen (u.a. Neurobiologie, Neurologie, Psychologie, Pharmakologie, Anästhesiologie, Sozialmedizin, Biometrie) überregional in oder mit Kliniken und Schmerzambulanzen zusammen. Da die meisten Schmerzpatienten nicht in Universitätskliniken, sondern bei ihrem Hausarzt Hilfe suchen, sind auch niedergelassene Ärzte in die Verbünde einbezogen. Auf diese Weise wird der optimale Transfer von Forschungsergebnissen in die Versorgung gewährleistet
Beispiele aus den breitgefächerten Forschungsthemen sind:
Forschungsverbund Rückenschmerz:
Welche Prozesse spielen sich bei der Chronifizierung von Rückenschmerz ab?
Lässt sich die Chronifizierung von Rückenschmerz verhindern?
Wann hilft die Physiotherapie bei chronischem Rückenschmerz?
Soll bei Bandscheibenvorfall operiert werden oder nicht?
Forschungsverbund Kopfschmerz:
Gibt es genetische Grundlagen für Migräne-Anfälligkeit?
Lässt sich die Chronifizierung von Kopfschmerzen durch psychologische Ansätze verhindern?
Wie verbreitet sind chronische Kopfschmerzen bei Kindern und Erwachsenen in Deutschland?
Wie lassen sich Veränderungen im Gehirn bei Migräne und Spannungskopfschmerz durch funktionelle Bildgebungsverfahren (fMRT) darstellen?
Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz:
Welches sind die grundlegenden molekularen und zellulären Mechanismen bei der Entstehung von chronischen Schmerzen?
Wie und wo werden Schmerzen im Gehirn verarbeitet?
Lässt sich die Entstehung von neuropathischen Schmerzen, z.B. Phantomschmerzen nach Amputation von Gliedmaßen, durch gezielte Medikamentengabe verhindern?
Wie kann man bereits aufgetretene neuropathische Schmerzen besser medikamentös behandeln?
Beiträge aus der Forschung:
Einzigartiges Diagnoseverfahren für Nervenschmerzen
[PDF]
(URL: http://www.bmbf.de/_media/10_NL_Schmerzforschung.pdf)
[PDF]
(URL: http://www.bmbf.de/_media/chronischer_schmerz.pdf)
(URL: http://www.bmbf.de/de/398.php)