Krebserkrankungen

Daten und Fakten
In der Todesursachen-Statistik stehen Krebserkrankungen bisher nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen an zweiter Stelle. Jeder vierte Todesfall in Deutschland wird durch Krebs verursacht. Zurzeit gibt es etwa vier bis fünf Millionen Krebskranke, jährlich erkranken zwischen 330.000 und 380.000 Menschen neu. Bei Frauen steht der Brust(drüsen)krebs an erster Stelle, jede zehnte Frau erkrankt daran. In der Todesfall-Statistik belegt der Brustkrebs ebenfalls den ersten Platz, gefolgt von Dickdarm- und Mastdarmkrebs, die zusammen über ein Drittel der krebsbedingten Todesfälle bei Frauen ausmachen. Bei Männern hingegen liegen die Neuerkrankungsraten für Lungenkrebs, Prostatakrebs sowie Dickdarm- und Mastdarmkrebs am höchsten. In der Sterbefall-Statistik steht die Zahl der Lungenkrebstoten mit 26,4 Prozent an erster Stelle. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 67,2 (Frauen) bzw. 65,6 Jahren (Männer). Bei Kindern ist Krebs die zweithäufigste Todesursache: In Deutschland erkranken jährlich rund 1.750 Kinder unter 15 Jahren. Die häufigsten Krebsarten sind Leukämie, ZNS-Tumore und Lymphome. Die frühzeitige Erkennung von Krebs spielt eine entscheidende Rolle für die Heilungschancen.


Was tut das BMBF?
Trotz neuer Erkenntnisse, neuer Medikamente und der Einführung von Früherkennungsprogrammen stellen die Krebserkrankungen nach wie vor eine große Herausforderung für die Forschung dar. Neben der Weiterentwicklung der bisher angewandten Diagnose- und Therapieverfahren (beispielsweise Strahlen- und Chemotherapie) liegt der Schwerpunkt der BMBF-Förderung in der Erschließung grundlegend neuer Heilungsmethoden. Ansätze sind z. B. die Stimulation der körpereigenen Immunabwehr gegenüber bösartig veränderten Zellen. Vor allem die Anstrengungen auf den Gebieten der somatischen Gentherapie werden mit Hilfe des Gesundheitsforschungsprogramms konsequent fortgesetzt.

Eine wesentliche Säule der Krebsforschung in Deutschland ist das vom BMBF institutionell geförderte Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Auch in weiteren institutionell geförderten Einrichtungen werden wesentliche Beiträge zur Aufklärung der Ursachen und zur Entwicklung neuer Therapien geleistet.


Konkrete Beispiele
Das BMBF unterstützt die Krebsforschung in unterschiedlichen Bereichen. Drei der 17 Kompetenznetze in der Medizin, die seit 1999 vom BMBF gefördert werden, befassen sich mit Krebserkrankungen:

Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (Koordinationszentrale Berlin)
Maligne Lymphome (Koordinationszentrale Köln)
Akute und Chronische Leukämien (Koordinationszentrale Mannheim)

Diese Netze wurden in den ersten fünf Jahren mit je 2,5 Millionen EURO jährlich gefördert und erhalten nunmehr für weitere drei Jahre jeweils insgesamt 1,5 Millionen EURO. Die auf den jeweiligen Krankheitsgebieten führenden Forschungs- und Versorgungseinrichtungen in Deutschland haben sich zusammengeschlossen, um durch ein koordiniertes und kooperatives Forschungsprogramm neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln und um eine schnelle Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Versorgung zu realisieren.

Bereits seit 1995 unterstützt das BMBF Forschungsprojekte zur Gentherapie am Menschen. Insgesamt werden etwa 46 Millionen EURO für die Entwicklung und Verbesserung molekularbiologischer und spezifischer anderer methodisch-technischer Ansätze investiert. Maßgeblich ist bei den geförderten Vorhaben die spätere klinische Anwendbarkeit der Methoden. Etwa die Hälfte der wissenschaftlichen Projekte befasst sich mit Krebserkrankungen, in einigen dieser Vorhaben werden bereits klinische Studien durchgeführt.

Innerhalb des Förderschwerpunktes "Integrierte Verbünde der Medizinischen Genomforschung - NGFN-Plus" werden neun Forschungsnetzwerke gefördert, die sich schwerpunktmäßig mit Krebserkrankungen befassen. In diesen interdisziplinären Verbünden kooperieren grundlagenorientierte molekularbiologische Forschungsgruppen eng mit klinisch ausgerichteten Forschungsgruppen, um neue wissenschaftliche  Grundlagen für innovative Verfahren und Produkte in Diagnose und Therapie volkswirtschaftlich bedeutender Krebserkrankungen zu legen. Die Arbeiten in den Verbünden fokussieren entweder konkret auf verschiedene Krebsformen (Akute Leukämien, Neuroblastome, Pankreaskrebs, Darmkrebs, Gehirntumore, Prostatakrebs) oder erstrecken sich über mehr als eine Krebsform und befassen sich dabei mit den Effekten von genetischen Mutationen auf die Entstehung und das Wachstum von Tumoren. Die Arbeiten der involvierten Gruppen bauen mehrheitlich in der derzeitigen dritten Förderphase auf einschlägigen Vorarbeiten früherer Jahre auf. Sie analysieren dazu mit modernsten Hoch-Durchsatz-Technologien die Struktur der menschlichen Erbinformation (u. a. Sequenzierung), suchen nach krankheitsassoziierten Genvarianten (z. B. durch Verfahren der Genotypisierung) und analysieren in vielfältigen experimentellen Ansätzen die Funktion der identifizierten Gene und ihrer Genprodukte in Bezug auf die klinische Situation. Für die Analysen werden zunächst werden ca. 45,5 Millionen EURO für die Jahre 2008 - 2011 zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitig wird im Förderschwerpunkt „Innovationsallianzen der Medizinischen Genomforschung – NGFN-Transfer“, mit dem der effiziente Transfer von Erkenntnissen aus der medizinischen Genomforschung in Richtung auf die Anwendung in Medizin und Industrie gefördert wird, die Entwicklung neuer Diagnostika im Bereich Brustkrebs mit knapp 1,2 Millionen EURO unterstützt.

Beiträge aus der Forschung:
Geheilt, aber noch nicht gesund - Spätfolgen bei krebskranken Kindern reduzieren  
In tödlicher Mission: Programmierter Zelltod als Waffe gegen Krebs
Erschöpfungssyndrom bei Krebskranken

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