Psychotherapie

 

Öffentliche Bekanntmachung: 2004
Förderzeitraum: 2006 - 2013
Gesamtvolumen: bis zu 30 Mio. Euro
Vorhabenzahl: 5 Verbünde mit insgesamt 24 Zuwendungsemfängern

 

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Psychische Erkrankungen sind mit einer Lebenszeitprävalenz von rund 30% eine der gesundheitspolitisch bedeutendsten Krankheitsgruppen. Sie stellen schon heute eine der Hauptursachen für frühzeitige Berentungen und Krankschreibungen dar. Die demographische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland lässt erwarten, dass sich die Häufigkeit derartiger Krankheiten weiter erhöhen wird. Zu ihrer Behandlung werden neben verschiedenen anderen Methoden vielfach auch psychotherapeutische Verfahren eingesetzt. Die psychotherapeutische Versorgung hat sich in Deutschland inzwischen zu einem zentralen Bereich der Krankenversorgung entwickelt.

Mit der beabsichtigten Förderung soll neben der inhaltlichen Weiterentwicklung der Psychotherapieforschung auch ein Beitrag zur Verbesserung der interdisziplinären Kooperation und zur Verbesserung der Forschungsstrukturen geleistet werden. Ferner soll der Transfer aktueller Forschungsergebnisse in die Praxis unterstützt werden.

Gefördert werden überregional angelegte Forschungsverbünde zu spezifischen Störungsbildern mit einer zentralen Organisations- und Koordinationsstruktur und themenbezogenen Forschungsprojekten. In jedem Verbund soll das einschlägige Potenzial an Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen und Institutionen für das jeweilige Störungsbild zusammengeführt werden.

Die Forschungsverbünde sollen im Hinblick auf Qualität, Ergebnisorientierung und Interdisziplinarität der Forschung sowie der Etablierung von Kooperationen zwischen Forschung und Versorgung, Aus- und Weiterbildung und Gesundheitsversorgung einen deutlichen Mehrwert erbringen.

2. Stand der Fördermaßnahme

Mit der Fördermaßnahme "Förderung von Forschungsverbünden zur Psychotherapie" unterstützt das BMBF die Psychotherapieforschung in Deutschland und fördert seit 2006 bisher fünf Forschungsverbünde, die in einem zweistufigen Antragsverfahren aus ursprünglich 31 vorgelegten Antragsskizzen ausgewählt wurden. Es ist eine insgesamt 6-jährige Förderung vorgesehen. Derzeit befinden sich alle fünf Verbünde in der zweiten und damit letzten Förderphase. Das BMBF beabsichtigt, in den Jahren 2006 bis 2012 bis zu 30 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

(Sortierung innerhalb eines Verbundes nach Förderkennzeichen)

Verbund: POSITIVE-NET

Der Forschungsverbund zielt auf die Entwicklung, Durchführung und umfassende Evaluation von störungs- und symptomspezifischen Interventionen zur Behandlung von psychotischen Störungen. Hauptaugenmerk liegt hier vor allem auf der Therapie von Positivsymptomatiken, also Symptomen die im Zuge einer Psychose im Vergleich zu nicht Erkrankten „zusätzlich“ auftreten, also etwa Wahnvorstellungen, Halluzinationen, u. ä.. Negativsymptomatiken, also im Vergleich zu Nichterkrankten weniger ausgeprägte Verhaltensweisen, etwa Antriebslosigkeit, sind nicht Gegenstand dieses Forschungsverbundes.

Teilprojekt der Universität Duisburg Essen

Universität Duisburg-Essen
Universitätsklinikum Essen
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Virchowstr. 174
45147 Essen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Bernhard Müller
0201 9597-016
01GV0909
211.551 EUR
01.11.2010 - 30.06.2016

Das Vorhaben beinhaltete eine Interventionspilotstudie zur Anwendung einer altersgerecht modifizierten kognitiven Verhaltenstherapie bei 21 älteren (>/= 55 J) Patienten mit Schizophrenie im Vergleich zu einer Standardbehandlung (N=21). Die Intervention kombiniert drei Module: Aktivierung und kognitive Anregung, Training sozialer Fertigkeiten und Kommunikation und Problemlösetraining sind die Bestandteile der mCBT-Intervention. Zusätzlich werden Bezugspersonen in die Behandlung der Patienten einbezogen, um die Motivation zu fördern und die Generalisierung der Behandlungseffekte in den Alltag zu unterstützen. Die Nachhaltigkeit der mCBT-Intervention wird über sechs Monate geprüft. Die primären Zielgrößen der Studie sind Symptomatik der Schizophrenie, Depressivität und Alltagsfertigkeiten. Sekundäre Zielgrößen sind Lebensqualität, Angst und Kognition. Zusätzlich werden Blut-basierte Biomarker neurodegenerativer Erkrankungen erhoben, um zu Prüfen, ob diese einen Einfluss auf die Wirksamkeit der Behandlung haben. Die Meilensteine der Studie sind: 1) Studieninitiierung; 2) Beginn der Behandlung des ersten Patienten; 3) Beginn der Behandlung des letzten Patienten; 4) Beginn Follow-Up des letzten Patienten; 5) Beginn der Finalisierung der Datenbank und der statistischen Auswertung.                

 

b) abgeschlossene Vorhaben

 

 

 

© BMBF 2016 - Alle Rechte vorbehalten.