Epidemiologie

Daten und Fakten
Der Epidemiologie kommt in der modernen Gesundheitsforschung eine immer größere Rolle zu, da für eine effiziente Forschung gesicherte Daten über die Häufigkeit und Verbreitung von Krankheiten unerlässlich sind. Ihrem Selbstverständnis gemäß fragt die Epidemiologie vor allem nach der Häufigkeitsverteilung von Krankheiten (deskriptive Epidemiologie), ihren Entstehungsursachen (analytische Epidemiologie) und nach wissenschaftlich begründeten Handlungsmöglichkeiten (interventive Epidemiologie), um Krankheiten erfolgreich zu bekämpfen und zu überwinden.

Als wissenschaftliche Disziplin ist die Epidemiologie ein relativ junges Fach an den deutschen Hochschulen. Obwohl bereits im 19. Jahrhundert in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den damaligen Infektionsepidemien in Deutschland mitbegründet, musste die Epidemiologie nach dem Krieg ganz neu aufgebaut werden.

Was tut das BMBF?
Um die personellen Ressourcen in der Epidemiologie in Deutschland zu stärken, haben zahlreiche deutsche Nachwuchswissenschaftler seit Mitte der 80er Jahre die formelle Ausbildung zum forschungskompetenten Epidemiologen mit organisatorischer Unterstützung des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD) und finanzieller Förderung durch Bundesmittel vorrangig im angelsächsischen Ausland absolviert. Seit Beginn des Jahres 2001 fördert das BMBF mit etwa 1,3 Millionen EURO die Einrichtung von epidemiologischen Ausbildungsstudiengängen an der Technischen Universität Berlin, der Universität Bielefeld und der Ludwig-Maximilian-Universität München. Auf diese Weise sollen die notwendigen personellen Ressourcen in den inner- und außeruniversitären Forschungsbereichen langfristig etabliert werden.

Epidemiologische Studien sind heute Bestandteil fast aller Fördermaßnahmen des BMBF in der Gesundheitsforschung. So werden in den im Sommer 2001 neu gestarteten Forschungsverbünden zum Kopfschmerz, Rückenschmerz und neuropathischen Schmerz auch epidemiologische Studien durchgeführt. Beispielsweise geht es auch im Verbund zum Kopfschmerz um die Häufigkeit und Verbreitung von Kopfschmerz in Deutschland insgesamt und zur Häufigkeit von Kopfschmerz bei Kindern.

Zusätzlich werden epidemiologische Studien in eigenen Schwerpunkten unterstützt. Beispielsweise fördert das BMBF infektionsepidemiologische Netzwerke mit einer Gesamtsumme von knapp über 5,6 Millionen EURO, um u. a. durch strukturelle Maßnahmen die Infektionsepidemiologie als Forschungszweig in Deutschland weiter zu stärken. Darüber hinaus geht es in diesen Forschungsnetzwerken um lebensmittelbedingte Infektionen, Atemwegsinfektionen bei Kindern und nosokomiale Infektionen (Infektionen in Krankenhäusern).

Ohne diese gewissermaßen traditionell ausgerichteten Förderinitiativen hintan stellen zu wollen, werden sich die künftigen Förderaktivitäten zunehmend der genetischen Epidemiologie, einer innovativen Ausrichtung, zuwenden. Die Erforschung genetisch bedingter Krankheiten ist ein bedeutendes und gleichzeitig komplexes Aufgabenfeld. Einerseits werden die Erkrankungen meistens nicht nur von einem, sondern von mehreren Genen bestimmt und andererseits fast immer auch noch zusätzlich von Faktoren wie Umwelt und Lebensweise beeinflusst. Hier können nur Erfolge erzielt werden, wenn Epidemiologen, Genetiker und Kliniker, möglichst im internationalen Verbund, zusammenarbeiten. So wird die Grundlage geschaffen, dass in Zukunft immer mehr individuelle Veranlagungen für genetisch determinierte Erkrankungen diagnostiziert werden können.

Eine hohe Bedeutung hat die genetische Epidemiologie bereits für die krankheitsorientierten Genomnetze des Nationalen Genomforschungsnetzes. Bereits in der ersten Förderphase des NGFN (2001-2004) wurden sechs genetisch-epidemiologische Methodenzentren (GEMs) durch das BMBF gefördert, die Methodenentwicklung und Qualitätssicherung betrieben und für klinische Arbeitsgruppen der Genomnetze genetisch epidemiologische Expertise und Unterstützung bereitstellten. In der zweiten Förderphase des NGFN (2004-2007) wird die Förderung der GEMs fortgesetzt. Es existieren nun acht GEMs, die mit einer Förderung von insgesamt ca. vier Millionen EURO in den genannten Bereichen im NGFN agieren.

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Ein Berufsfeld mit Zukunft: Epidemiologie