Interdisziplinäre Zentren für Klinische Forschung (IZKF)

Daten und Fakten
In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland auf einzelnen Gebieten der klinischen Forschung wissenschaftlich herausragende Ergebnisse erzielt. Es bestehen aber einige grundsätzliche Defizite im Bereich der klinischen Forschung. Angesichts der aufwendigen und komplexen Forschung in der modernen Biomedizin kann eine medizinische Fakultät heute nicht mehr die ganze Breite der medizinischen Forschung auf hohem Niveau gewährleisten. Die Fakultäten müssen Schwerpunkte in der Forschung setzen und den Einsatz der finanziellen Mittel entsprechend der Schwerpunkte und nach Leistungskriterien steuern.


Was tut das BMBF?
Das BMBF fördert den Aufbau von Modellzentren für Interdisziplinäre Klinische Forschung (IZKF) in Deutschland. Seit 1996 werden insgesamt acht IZKF an den Hochschulen in Aachen, Erlangen, Köln, Leipzig, Münster, Tübingen, Ulm und Würzburg mit ca. 82 Millionen EURO unterstützt. Das Engagement des BMBF schafft mit diesen Zentren strukturelle Voraussetzungen für eine nachhaltige Stärkung und Verbesserung der klinischen Forschung in Deutschland. Durch die Zusammenführung von Forschern unterschiedlicher Disziplinen werden Zentren mit überregionaler Ausstrahlung geschaffen. Ziel der IZKF ist es, das interne Forschungsmanagement zu optimieren, die fachübergreifende klinische Forschung zu intensivieren, die Qualität zu verbessern und den Nachwuchs gezielt zu unterstützen.

Selbst verantwortete Forschungsprojekte mit eigenem Personal und eigenen Sachmitteln werden aktiv im Rahmen der IZKF unterstützt. Die strikt leistungsbezogene Vergabe von Fördermitteln für einzelne Projekte innerhalb der IZKF trägt entscheidend zur Qualitätssicherung bei. Durch eine transparente Finanzierung werden Kosten und Nutzen der klinischen Forschung nachvollziehbar gemacht.

Auch die Nachwuchsförderung nimmt eine herausragende Position innerhalb der IZKF ein. Junge Wissenschaftler werden bei inhaltlich anspruchsvollen Projekten integriert und frühzeitig in die Eigenverantwortlichkeit geführt. Um einen raschen Patientennutzen zu erreichen, kommt der Zusammenarbeit von Klinikern und Forschern mit der Industrie und dem Gesundheitswesen eine wachsende Bedeutung zu.

Die IZKF werden dazu beitragen, über neue Organisations- und Managementformen für die klinische Forschung die vorhandenen Forschungsschwerpunkte auszubauen und so das jeweilige Profil der Fakultät zu konturieren.

Zur Wahrnehmung gemeinsamer Interessen haben sich die IZKF zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen. In diesem Arbeitskreis entstehen u. a. Ideen und Konzepte für internationale und nationale Kooperationen; aus gemeinsamen Symposien resultieren auch Projekte mit der Industrie. Die IZKF schaffen damit nicht zuletzt eine Grundlage für einen weiteren wichtigen Schritt: Die Innovationen aus der klinischen Forschung durch eine industrielle Anbindung in marktfähige und für den einzelnen Patienten sinnvolle Produkte umzusetzen.