Zoonotische Infektionskrankheiten (Zoonosen)

Hierzu gehören die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen und die Forschungsverbünde zu zoonotischen Infektionskrankheiten.


Nationale Forschungsplattform für Zoonosen

 

 

 

Bekanntmachung:

2008

 

 

Förderzeitraum:

2009 - 2012

 

 

Gesamtvolumen:

2,5 Mio. EUR

 

 

Vorhaben:

5

 

 

Verbund: Nationale Forschungsplattform für Zoonosen

Ein funktioneller Array zur Detektion von Botulinum Toxinen (BoNT): Multiplex-Endopeptidaseassay auf Basis der Luminex-Technologie

PBA-Zoo: Phylogenie, Bioinformatik und Amplikon-Analyse von Zoonose-Erregern

Entwicklung der Grundlagen für eine funktionelle Epidemiologie von Giardia duodenalis Infektionen 

Netzwerk "Nagetier-übertragene Pathogene"

1. Ziele des Fördeschwerpunktes

Im Rahmen der Forschungsvereinbarung zu von Tieren auf Menschen übertragbaren Krankheiten (Zoonosen) zwischen dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vom 22.03.2006 wurden zusätzliche Fördermittel in Höhe von 60 Mio. € zur Verfügung gestellt, um das Themenfeld der zoonotischen Infektionskrankheiten erfolgreich bearbeiten zu können und die Prävention, Diagnose und Therapien von zoonotischen Infektionskrankheiten langfristig zu verbessern. In einem ersten Schritt wurde im März 2006 das Forschungs-Sofortprogramm Influenza des Bundes (FSI) mit Forschungsprojekten am Robert-Koch-Institut, Friedrich-Loeffler-Institut und Paul-Ehrlich-Institut initiiert. Im zweiten Schritt werden vom BMBF Forschungsverbünde zu zoonotischen Infektionskrankheiten gefördert (s. unten).

Zur Koordination und Vernetzung der Zusammenarbeit der FSI-Projekte im Rahmen des Sofortprogramms und der interdisziplinären BMBF-Forschungsverbünde zu zoonotischen Infektionskrankheiten in Deutschland sowie zur Förderung der breiten horizontalen Vernetzung der Human- und Veterinärmedizin soll nun in einem dritten Schritt eine nationale Forschungsplattform für Zoonosen etabliert werden. Die Forschungsplattform setzt sich zusammen aus den Forschern der unterschiedlichen Forschungsverbünde, die in Deutschland tätig sind (Plenum), einem Beirat, dessen Zusammensetzung durch Satzung geregelt wird und einer Geschäftsstelle.

Die nationale Forschungsplattform für Zoonosen wird inhaltlich ressortübergreifend von den drei o. g. Ministerien getragen und durch die Ressortforschungseinrichtungen des BMG und des BMELV unterstützt. Eine befristete Anschubfinanzierung wird durch das BMBF gewährleistet.

Durch die Etablierung der nationalen Forschungsplattform für Zoonosen soll ein Netzwerk geschaffen werden, das schnell funktionsfähige, flexible und nachhaltige Lösungen für die Erforschung, Prävention und Bekämpfung von zoonotischen Infektionskrankheiten entwickelt und gemeinsam mit den entsprechenden Institutionen umzusetzen vermag.

Die Koordination verbundübergreifender Querschnittsprojekte und zukünftiger Forschungsaktivitäten soll durch die Geschäftsstelle der nationalen Forschungsplattform für Zoonosen erfolgen. Um die kooperative Forschung auf dem Gebiet der Zoonosen weiter zu verstärken und auf ggf. neue auftretende Herausforderungen rasch reagieren zu können, werden über die Geschäftsstelle Querschnitts- und Pilotprojekte betreut, deren Bewilligung über BMBF/PT erfolgt.

2. Stand der Fördermaßnahme

Die Geschäftsstelle der nationalen Forschungsplattform wird seit dem 1.1.2009 für zunächst drei Jahre gefördert (siehe www.zoonosen.net). In Abhängigkeit vom Ergebnis der geplanten Zwischenbegutachtung im Oktober 2011 ist eine 2. Förderphase von nochmals drei Jahren vorgesehen.

Anträge zu Pilot.- und Querschnittsprojekten werden über die Gremien der Nationalen Forschungsplattform laufend bewertet (siehe www.zoonosen.net).

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

(Sortierung innerhalb der Verbünde nach Förderkennzeichen)

Verbund: Nationale Forschungsplattform für Zoonosen

Standort Berlin

Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze e.V.
Neustädtische Kirchstr. 6
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Sebastian Claudius Semler
030 310119-50
01KI0805
656.984 EUR
01.01.2009 - 31.12.2011

Standort Greifswald

Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für Neue und Neuartige Tierseuchenerreger (INNT)

Südufer 10
17493 Greifswald

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Martin Groschup
038351-7-163
01KI0804
524.117 EUR
01.01.2009 - 31.12.2011

Standort Münster

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE)
Institut für Molekulare Virologie

Von-Esmarch-Str. 56
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stephan Ludwig
0251 8357791
01KI0803
325.357 EUR
01.01.2009 - 31.12.2011

Ziel der Einrichtung einer nationalen Forschungsplattform für Zoonosen ist die Förderung der Vernetzung und der breiten Zusammenarbeit von biomedizinscher Forschung sowie Human- und Veterinärmedizin. Insbesondere soll die Vernetzung der sich bereits in der Förderung befindlichen BMBF-Forschungsverbünde zu zoonotischen Infektionskrankheiten sowie der Projekte im Rahmen des Forschungs-Sofortprogramms Influenza (FSI) gewährleistet werden. Ein weiteres Ziel ist die Stärkung der Kooperation zwischen der Ressortforschung im Bereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sowie der Universitäten bzw. institutionellen Forschungseinrichtungen im Bereich der Zoonosenforschung. Zur Erreichung dieser Ziele wird eine Geschäftsstelle aufgebaut, welche komplementäre Expertisen in den Bereichen Humanmedizin, Veterinärmedizin sowie der Organisation von Communityarbeit medizinischer Forschungsverbünde, Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement vereint. Das Konzept einer wissenschaftsgetriebenen Plattform wird durch den Aufbau eines internen und externen Beirats sowie der regelmäßigen Zusammenkunft des Plenums gewährleistet. Die Geschäftsstelle hat drei Standorte, Berlin, Münster und Greifswald.

Rolle zirkulierender endothelialer Progenitorzellen bei zoonotischen hämorrhagischen Fiebererkrankungen am Beispiel der Hantavirusinfektion

Nierenzentrum Heidelberg e. V.
Im Neuenheimer Feld 162
69120 Heidelberg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Ellen Krautkrämer
06221 9112-222
01KI1022
89.292 EUR
01.05.2011 - 30.04.2012

Bei diesem Vorhaben handelt es sich um ein Pilotprojekt zur Rolle bestimmter Zellen bei viralen Infektionen, die die innere Zellschicht der Blutgefäße (Endothels) schädigen, am Beispiel der Hantavirusinfektion. Als Folge der Schädigung des Endothels kommt es zum Organversagen. Hantaviren werden von Nagetieren auf den Menschen übertragen. Bei hantavirusinfizierten Patienten mit akutem Nierenversagen wird die entsprechende Zellzahl im Blut mittels Durchflusszytometrie und der für deren Mobilisierung wichtigen Cytokine mittels ELISA bestimmt. Diese Daten werden mit Laborparametern und klinischem Verlauf korreliert. Parallel werden die Zellen aus Patienten isoliert und in vitro ihre Funktionalität untersucht. Die Methode steht allen Forschern der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen zur Verfügung.

Ein funktioneller Array zur Detektion von Botulinum Toxinen (BoNT): Multiplex-Endopeptidaseassay auf Basis der Luminex-Technologie

Robert Koch-Institut (RKI)
Zentrum für biologische Sicherheit

Nordufer 20
13353 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Brigitte Dorner
01888 754-2500
01KI1021
113.760 EUR
01.01.2011 - 30.06.2012

Ziel des Vorhabens ist die Etablierung eines innovativen Verfahrens zum funktionellen und immunologischen Nachweis der Botulinum Neurotoxine, die lebensbedrohliche Lebensmittelvergiftungen verursachen können, aus humanen oder veterinärmedizinischem Probenmaterial. Die Luminex-Technologie soll allen Mitgliedern der Zoonosenplattform  zur Verfügung gestellt werden.

PBA-Zoo: Phylogenie, Bioinformatik und Amplikon-Analyse von Zoonose-Erregern

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universitätsklinikum
Institut für Hygiene

Robert-Koch-Str. 41
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Helge Karch
0251 83-55361
01KI1020
182.841 EUR
01.01.2011 - 31.12.2012

Bei diesem Vorhaben handelt es sich um ein Querschnittsprojekt im Rahmen der Forschungsplattform für Zoonosen zum Ausbau der interdisziplinären Bioinformatikplattform zur sequenzbasierten Typisierung und phylogenetischen Analyse von Zoonose-Erregern zum Nutzen aller Netzwerkpartner. Die Typisierung von Zoonose-Erregern ist neben der Erfassung epidemiologischer Daten essentiell, um sowohl zeitlich und räumlich begrenzte Infektionsgeschehen (z. B. Ausbrüche) als auch längerfristige Entwicklungstrends von Infektionserregern (z. B. Pathoadaptation von Erregern) genauer zu charakterisieren und spezifischer vorherzusagen. In diesem Vorhaben werden weiterhin sequenzbasierte Typisierungsaktivitäten von Zoonoseerregern gebündelt.

Entwicklung der Grundlagen für eine funktionelle Epidemiologie von Giardia duodenalis Infektionen

Robert Koch-Institut (RKI)
Abt. für Infektionskrankheiten

Nordufer 20
13353 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Anton Aebischer
030 18754-2771
01KI1019
70.872 EUR
01.10.2010 - 30.09.2011

Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen Infektionen mit dem Parasiten Giardia duodenalis, die zu akuten und chronischen Durchfallerkrankungen führen. Das Vorhabenziel ist der Aufbau einer Giardia duodenalis Daten- und Biobank mit Umwelt- und klinischen Isolaten. Dazu sollen epidemiologische Daten und bei klinischen Infektionen entsprechend relevante Fallinformationen gesammelt und die entsprechenden Parasiten isoliert, kultiviert und zentral asserviert werden. Die Biobank wird einen wertvollen Beitrag zur Infrastruktur der Zoonoseforschung in Deutschland leisten. Außerdem soll ein molekularer Marker für die Pathogenität der Giardien charakterisiert werden.

Netzwerk "Nagetier-übertragene Pathogene"

Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für Neue und Neuartige Tierseuchenerreger (INNT)

Südufer 10
17493 Greifswald

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Rainer Ulrich
038351 7-159
01KI1018
101.807 EUR
01.10.2010 - 30.09.2012

Ziel des Vorhabens ist der Aufbau einer Probenbank für Proben von Nagetieren (z. B. Gewebeproben, Kotproben). Diese Probenbank wird allen Zoonoseforschern zur Verfügung stehen die Krankheiten erforschen, welche von Nagern auf den Menschen übertragen werden, wie z. B. dem in Ausbreitung begriffenen Hantavirus. Für einen Massendurchsatz von Nagetiergewebeproben und die simultane Untersuchung der Proben auf verschiedene Erreger soll eine automatisierte RNA/DNA-Isolationsmethode etabliert werden. Von allen Nagetieren sollen aus Leber-, Nieren-, Milz- und Ohrmuschelhaut-Gewebeproben RNA/DNA-Präparationen gewonnen und für die Untersuchungen auf die verschiedenen Zoonoseerreger an die Kooperationspartner verschickt werden. Die Erfassung aller Ergebnisse der Zoonoseerreger-Untersuchungen erfolgt mittels einer Datenbank, die gegenwärtig im Rahmen des vom RKI geförderten Projektes etabliert wird. Zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit des Netzwerkes soll unter dem Dach der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen eine eigene Homepage erstellt werden.

Forschungsverbünde zu zoonotischen Infektionskrankheiten

 

 

 

Bekanntmachung:

20062009

Förderzeitraum:

2007 - 2013

Gesamtvolumen:

ca. 23 Mio. EUR für die 1. Runde,
ca. 25 Mio. EUR für die 2. Runde

Vorhaben:

1. Runde 9 Verbünde;
2. Runde 7 "alte" Verbünde und vier "neue" Verbünde

 

Verbund: Lyssaviren

Verbund: VibrioNet

Verbund: MedVet-Staph

Verbund: RESET

Verbund: Lebensmittelbedingte zoonotische Infektionen

Verbund: Influenza - Fluresearchnet

Verbund: Ökologie und Pathogenese von SARS

Verbund: ZooMap - Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis - von der Johne’schen Krankheit zum Morbus Crohn

Verbund: ToxoNet02 - Netzwerk zur Toxoplasmose bei Mensch und Tier in Deutschland: Pathogenese, Risikofaktoren und Kontrolle    

Verbund: Q-Fieber

Verbund: Zoonotische Chlamydien

Verbund: Arbovirusinfektionen in Deutschland


1. Ziele des Fördeschwerpunktes

Da es sich bei praktisch allen neuen Erregern der letzten Jahre, z. B. SARS, um Zoonosen handelt und Rekombinationen oft im Tier stattfinden, ist ein besseres Verständnis des Übergangs eines Erregers auf einen neuen Wirt und der für sein Überleben notwendigen Anpassungsvorgänge von zentraler Bedeutung für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten.
Um das Themenfeld der zoonotischen Infektionserkrankungen erfolgreich bearbeiten zu können, ist die Zusammenarbeit von Human- und Veterinärmedizin eine grundlegende Voraussetzung. Bislang verläuft die veterinär- und humanmedizinische Forschung zu diesem Thema in Deutschland, wie auch international, jedoch meist unabhängig voneinander, die notwendigen Schnittstellen sind nur unbefriedigend entwickelt. Der Aufbau geeigneter Kooperationsstrukturen könnte erhebliche Synergien mobilisieren.
Daher sollen die in Deutschland vorhandenen Kompetenzen aus Human- und Veterinärmedizin zu zoonotischen Infektionskrankheiten in interdisziplinären Forschungsverbünden zu gesundheitspolitisch relevanten Erregern/Erreger-Gruppen gebündelt und zusammengeführt werden. Die inhaltliche Ausrichtung der Verbünde soll sich schwerpunktmäßig darauf konzentrieren, die Transmission relevanter zoonotischer Erreger vom Tier auf den Menschen zu erforschen. Dabei sollen in den Verbünden Projekte von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Forschung bearbeitet werden.

Im Rahmen der Bekanntmachung vom 26.3.2009 für die 2. Runde ist vorgesehen, neben den bereits bestehenden und im Rahmen des Verfahrens positiv evaluierten „alten“ Verbünden, eine begrenzte Zahl neuer interdisziplinärer Forschungsverbünde zu ausgewählten zoonotischen Infektionskrankheiten in nachfolgenden Themenfeldern zu fördern.
a) Vor dem Hintergrund der steigenden Antibiotika-Resistenz von Bakterien können Verbundanträge zu Bakterien mit Antibiotika-Resistenzen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, eingereicht werden. Damit wird ein Beitrag zur Umsetzung der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) der Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), für Gesundheit (BMG) und für Ernährung, Verbraucherschutz und Landwirtschaft (BMELV) geleistet.
b) Aufgrund der Bedeutung der vernachlässigten zoonotischer Infektionskrankheiten (NZDs) in ärmeren Ländern können Verbundanträge zu diesem Themenfeld eingereicht werden. Die Forschungsverbünde sollten im Bereich der Erkrankungen angesiedelt sein, die nicht bereits in anderen Fördermaßnahmen adressiert werden. Es muss deutlich werden, dass die zoonotische Erkrankung, die bearbeitet werden soll, vernachlässigt ist und besonders in ärmeren Ländern vorkommt

2. Stand der Fördermaßnahme

Im Rahmen der ersten Förderphase wurden neun Verbünde gefördert. Als Ergebnis der Zwischenbegutachtung Ende 2009 werden sieben der neun Verbünde im Rahmen einer zweiten Förderphase für weitere drei Jahre gefördert.
Seit dem 1.11.2010 werden vier neue Verbünde gefördert, davon zwei zu Antibiotika-Resistenzen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, und zwei zu vernachlässigten zoonotischen Infektionskrankheiten.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

(Sortierung innerhalb der Verbünde nach Förderkennzeichen)

Verbund: Lyssaviren

Im Verbund "Lyssaviren", der sich mit den bisher in der Forschung vernachlässigten Tollwut-Erregern beschäftigt, werden die gesundheitlichen Gefahren durch Tollwuterreger untersucht. Die Ergebnisse aus diesem Projekt sollen die Übertragung der Lyssaviren vom Tier auf den Menschen enträtseln.

Teilprojekte 1, 4, 5, 7, 9 und Koordination

Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für Epidemiologie

Seestr. 55
16868 Wusterhausen/Dosse

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Thomas Müller
033979 80186
01KI1016A
1.514.535 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Die Ziele dieses Vorhabens sind a) Identifizierung und Charakterisierung von lyssaviralen Hüllproteinen und deren Bedeutung für Wirtsspektrum und Pathogenität; b) Komplettgenomsequenzierung, Virus-Wirt-Anpassung und molekular-epidemiologische Untersuchungen an Lyssaviren; c) Untersuchung der humoralen und zellulären adaptiven Immunreaktion europäischer Fledermäuse gegen "neuartige Viren" - molekulare und funktionelle Charakterisierung von Immunglobulinen, zelluläre Rezeptoren und immunregulatorischen Faktoren; d) Etablierung von passiver und aktiver Surveillance zur Fledermaustollwut in europäischen Fledermäusen und e) Entwicklung von molekularen Nachweis- und Charakterisierungsmethoden für Lyssaviren. Die Untersuchungen der oben genannten Projekte sind miteinander vernetzt. So wird die Sequenzanalyse die Grundlage für die molekulare Diagnostik bilden und helfen, genetisch modifizierte Viren zu entwickeln. Solche Viren könnten später zur Validierung serologischer Assays dienen. Außerdem werden im natürlichen Reservoir Proben für diagnostische Tests gewonnen, als auch Serum für die Entwicklung von neuen serologischen Assays. Die Wechselwirkung zwischen dem Immunsystem und Lyssavirusinfektion wird im Tiermodell untersucht. Die Untersuchungsergebnisse sollen Grundlage für eine Risikobewertung sein und gleichzeitig Serum für die Entwicklung von neuen diagnostischen Tests liefern. Die Untersuchung des Immunsystems bei Fledermäusen ist eine wichtige Grundlagenforschung für die Infektionswissenschaften.

Das Phosphoprotein von Tollwut-ähnlichen Viren - ein Schlüsselfaktor der Virulenz und des Wirtsbereichs (TP 2)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Genzentrum - Laboratorium für Molekulare Biologie
Bereich Biochemie

Feodor-Lynen-Str. 25
81377 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Karl-Klaus Conzelmann
089 2180-76851
01KI1016B
295.865 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

In diesem Vorhaben geht es um die Eigenschaften der Viren und der infizierten Zellen auf molekularer Ebene. Das Phosphoprotein (P) von Lyssaviren ist ein multifunktionelles Protein, das die angeborene Immunantwort des natürlichen Wirtes effizient unterdrückt. Im Vorhaben werden die P-Proteine von Fledermaus-Lyssaviren (EBLV) und des klassischen Tollwutvirus (Rabies Virus) in Hinsicht auf ihre Kapazität zur Blockierung des Interferonsystems homologer und heterologer Wirte untersucht. Durch Sequenzvergleich und in vitro-Mutagenese-Experimente soll geklärt werden, welche Veränderungen im EBLV P-Gen notwendig sind, um das Immunsystem von Maus und Mensch blockieren zu können, und um die Speziesbarriere zu überschreiten.

Fledermaus-Lyssaviren als vernachlässigte Ursachen viraler Enzephalitis in Afrika und Brasilien (TP 6)

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Bonn
Institut für Virologie

Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Christian Drosten
0228 287-11055
01KI1016D
279.855 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

In diesem Vorhaben werden das Vorkommen von Lyssa- und Henipaviren in Nutztieren und Patienten in Ghana und Brasilien bestimmt und Fledermauszelllinien zur Untersuchung der Interferonantwort des Wirts angelegt. Es sollen ökologische und virologische Determinanten der Speziesbarriere gegen Fledermaus-Lyssaviren in Richtung Nutztiere und Menschen untersucht werden. Hierzu soll die Prävalenz von Lyssaviren in fruchtfressenden Fledermäusen (Eidolon helvom) in Ghana bestimmt werden. Die Viruslast in den einzelnen Organen und Virusexkretion von Lyssa- und Henipaviren werden miteinander verglichen. Durch serologische Untersuchungen soll die Antikörperprävalenz von Lyssaviren und Henipaviren in Eidolon helvom, Nutztieren und von Patienten des Komfo Anokye Krankenhauses in Ghana bestimmt werden. Außerdem sollen Fledermaus-Zelllinien zur Isolation von Lyssa- und Henipaviren generiert und genutzt werden. Hierdurch sind experimentelle Übertragbarkeitsstudien insbesondere hinsichtlich Nutztieren möglich. Mit etablierten Systemen soll zudem die differentielle Interferoninduktion von Lyssa- und Henipaviren in Human- und Fledermauszellen studiert werden.

Die Bedeutung der Zoonose Rabies für die Humanmedizin in Deutschland - Häufigkeit von Expositionen und Einschätzung des damit verbundenen Risikos durch die Allgemeinbevölkerung wie die medizinische Fachwelt (TP 8)

Universität Duisburg-Essen
Universitätsklinikum Essen
Institut für Virologie

Virchowstr. 179
45147 Essen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. R. Stefan Roß
0201 723-3561
01KI1016F
233.524 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Um weitgehend fehlende Daten zur gegenwärtigen humanmedizinischen Bedeutung der Zoonose Tollwut in der Bundesrepublik zu erheben, verfolgt dieses Projekt mehrere Ziele: a) Die Ermittlung von Zahl und Art menschlicher Tollwutexpositionen sowie eventuell durchgeführter postexpositioneller "Wutschutzbehandlungen" durch Etablierung eines landesweiten Berichtssystems; b) die Durchführung eines "Telefon-Surveys", der auf repräsentativer Basis 2.000 erwachsene Bundesbürger einbeziehen und deren Wahrnehmung eventueller Tollwutexpositionen sowie ihren Kenntnisstand zu adäquaten präventiven Maßnahmen evaluieren wird; c) die Überprüfung des fachspezifischen Wissens der deutschen Ärzteschaft über das konkrete Vorgehen bei der Tollwut-Prä- und -Post-Expositionsprophylaxe und - basierend auf den erhaltenen Gesamtergebnissen - d) die Entwicklung stärker praxis- und fallbezogener Empfehlungen zur spezifischen "Wutschutzprophylaxe" sowie von "Informations-Kampagnen", die geeignet sind, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung gegenüber Tollwutexpositions-Risiken sowohl im gewohnten Lebensumfeld als insbesondere auch auf Reisen in Endemiegebiete zu schärfen. Dabei sollen über die genannten Instrumentarien hinaus auch schon bestehende Datenquellen zur Tollwutepidemiologie ausgeschöpft und "Expertendiskussionen" geführt werden.

Verbund: VibrioNet

Vibrionen sind Bakterien, die im Süß- und Meerwasser vorkommen und Krankheiten in Mensch und Tier auslösen können. Hierzu zählen u.a. die Erreger der Cholera. VibrioNet ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund, in dem Experten aus Meeresökologie, Veterinär- und Humanmedizin, Epidemiologie und Molekularbiologie Vorkommen und Bedeutung von Vibrionen in Deutschland untersuchen und dabei von Wissenschaftlern aus asiatischen und südamerikanischen Ländern mit hoher Inzidenz von Vibrio-Infektionen unterstützt werden. Ziel ist die systematische Analyse (molekulare Charakterisierung, Untersuchung der Toxinbildung sowie der Wirtsadaption) pathogener Vibrionen in der Umwelt, in Fischprodukten und Meeresfrüchten und die Entwicklung schneller und robuster Nachweismethoden.

Teilprojekt C-1 (Globale Aspekte von Vibrio spp. als neu aufkommender Zoonoseerreger: ein internationaler Ansatz) und C-5 (Toxigenes Potenzial von Vibrio spp.)

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Abt. Biologische Sicherheit

Diedersdorfer Weg 1
12277 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Eckhard Strauch
030 18412-2016
01KI1015A
556.544 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Als Koordinator ist das BfR verantwortlich für die internationale Zusammenarbeit im TP C-1 und übernimmt im TP C-5 den Aufbau einer zentralen Stammsammlung, die Entwicklung von MALDI-TOF-basierten Nachweisverfahren und die Untersuchung der Toxinbildung. Im TP C-1 wird durch gemeinsame Trainingskurse, Treffen und Kurzzeit-Besuche in Forschungslaboratorien der assoziierten internationalen Partner ein Wissenstransfer ermöglicht. Gleichzeitig werden neue klinische Vibrio-Isolate aus diesen Ländern für die weitergehende Charakterisierung im Verbund zur Verfügung gestellt. Ziel ist die Etablierung eines dauerhaften Expertennetzwerkes zu Fragen der Epidemiologie, der Populationsdynamik und der Pathogenese von Vibrio spp. Im TP C-5 werden PCR- und MALDI-TOF-basierte Verfahren entwickelt für die Typisierung pathogener Vibrionen. Die Toxinproduktion wird unter verschiedenen Kulturbedingungen systematisch analysiert. Darüberhinaus werden immunologische Methoden zur Quantifizierung der Toxine entwickelt. Ziel ist die Entwicklung und Validierung schneller und robuster molekularbiologischer bzw. immunologischer Nachweismethoden. Gleichzeitig wird aus den verschiedenen Vibrio-Isolaten eine Stammsammlung aufgebaut.

Nachweis von Vibrio spp. in zweischaligen Weichtieren aus Erzeugungsgebieten im niedersächsischen Wattenmeer (TP C-3)

Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Institut für Fische und Firschereierzeugnisse

Schleusenstr. 1
27472 Cuxhaven

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Edda Bartelt
04721 6989-13
01KI1015C
140.850 EUR
01.07.2011 - 31.12.2013

Das Teilprojekt C-3 befasst sich mit dem qualitativen und quantitativen Nachweis von Vibrio spp. in zweischaligen Weichtieren. Untersucht werden Miesmuscheln (Mytilus edulis), die aus den Miesmuschelkulturflächen niedersächsischer Erzeugungsgebiete in der Nordsee stammen (Primärproduktion). Des weiteren werden als Beifang oder von Austernfeldern im Wattenmeer gewonnene Pazifische Austern (Crassostrea gigas) untersucht. Die aus der Primärproduktion isolierten Vibrio spp. Stämme dienen im Forschungsverbund der weiteren systematischen Analyse (molekulare Charakterisierung, Untersuchung der Toxinbildung sowie der Wirtsadaption) pathogener Vibrionen in Fischereierzeugnissen und der Entwicklung schneller und robuster Nachweismethoden. Ergebnisse der konventionellen quantitativen Untersuchung, insbesondere potenziell pathogener Vibrio spp. dienen zudem für Vergleichszwecke mit molekularen Verfahren. Es werden Miesmuscheln vor, während und nach der Muschelerntesaison aus lebensmittelrechtlich überwachten niedersächsischen Erzeugungsgebieten parallel zur amtlichen Untersuchung für Untersuchungen auf pathogene Vibrio spp. herangezogen. Das Probenmaterial Pazifischer Austern entstammt zum einen dem Beifang der Miesmuschelernte und zum anderen der Beprobung im Rahmen der gemeinsamen Studie des IFF Cuxhaven mit dem Senckenberg-Institut Wilhelmshaven. Die Isolate potenziell pathogener Vibrio spp. werden für Virulenzuntersuchungen im Verbundprojekt zur Verfügung gestellt.

Charakterisierung der Vibrio spp. Population in Lebensmitteln (C-4) und Globale Aspekte von Vibrio spp. als "emerging zoonotic agents" - ein internationaler Ansatz (C-1)

Freie Universität Berlin
Fachbereich Veterinärmedizin

Oertzenweg 19b
14163 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Thomas Alter
030 838-62560
01KI1015D
324.442 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Das Ziel des Teilprojektes C-4 ist die Charakterisierung der Vibrio spp.-Population in Fischen und Meeresfrüchten auf Einzelhandelsebene. Der Schwerpunkt liegt auf der Quantifizierung der Vibrio-Belastung und der Untersuchung des Einflusses der Lagertemperatur und Lagerdauer auf die quantitative Vibrio-Belastung. Das Ziel der internationalen Kooperation (Teilprojekt C-1) ist die dauerhafte Etablierung eines wissenschaftlichen Austausches zu Fragen der Epidemiologie, der Populationsdynamik und der Pathogenese von Vibrio spp. zwischen den nationalen und internationalen Partnern des Netzwerkes. Zu diesem Zweck werden gemeinsame Workshops durchgeführt, Laborkurse angeboten und Ringversuche durchgeführt.

Teilprojekt C-7: Pilotstudien zur menschlichen Erkrankungslast von wund- und gastroenteritischen Infektionen durch Nicht-Cholera-Vibrionen in Deutschland

Robert Koch-Institut (RKI)
Abt. für Infektionsepidemiologie

Seestr. 10
13353 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Christina Frank
030 18754-3737
01KI1015F
143.873 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Die Pilotstudie zu Wundinfektionen durch Nicht-Cholera-Vibrionen (NCV) am RKI zielt darauf ab, die Krankheitslast entlang der deutschen Küsten zu erforschen sowie Zusammenhänge zwischen Inzidenz und Sommertemperaturen. Hierzu sollen retrospektiv und prospektiv diagnostische Daten aus Krankenhäusern entlang der Küsten analysiert werden. Auf einer derartigen Datenbasis können für die Zukunft Präventionsempfehlungen ausgesprochen werden, bzw. geeignete Methoden zur dauerhaften Surveillance entwickelt werden. Im Rahmen von TP C-8 sollen Durchfall-Patienten auf eine mögliche ursächliche Infektion mit NCV untersucht werden. Das Ziel von TP C-7 in diesem Zusammenhang ist es, in einer Fall-Kontroll-Studie mit diesen Fällen und Krankenhaus-Kontrollen die Hypothese zu prüfen, ob der Verzehr von Meeresfrüchten mit dieser Infektion assoziiert ist.

Teilprojekt C-8: Inzidenz von Vibrio spp. in humanen Stuhlproben und Bewertung ihres Virulenzpotenzials in in vivo-Modellsystemen

Technische Universität Dresden
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene

Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Florian Gunzer
0351 458-6560
01KI1015G
223.809 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

In diesem Teilprojekt wird das Ziel verfolgt, zunächst die Inzidenz von Non-Cholera Vibrionen in humanen Stuhlproben zu bestimmen. Danach soll ein DNA-Mikroarray entwickelt werden, mit dessen Hilfe ein genetischer Fingerabdruck von humanen, Lebensmittel- und Umweltisolaten von Vibrio parahaemolyticus erstellt werden kann. Diese Vibrionen-Spezies ist in der Vergangenheit besonders häufig als humanpathogener Non-Cholera-Stamm in Erscheinung getreten. Zuletzt ist geplant, ein in vivo-Maus-Enteritismodell zu entwickeln, um die Mechanismen zu untersuchen, mittels derer die durch V. parahaemolyticus verursachten Durchfallerkankungen ausgelöst werden.

Teilprojekt C-9: Entwicklung von schnellen, genauen und kostengünstigen PCR-basierten Nachweissystemen für pathogene Vibrio-Spezies

Q-Bioanalytic GmbH
Fischkai 1
27572 Bremerhaven

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Boris Oberheitmann
0471 4832-442
01KI1015H
263.962 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Innerhalb dieses Teilprojekts werden Real-Time PCR und NALFIA-Systeme als robuste Nachweismethoden für Stämme der Gattung Vibrio entwickelt und validiert, letzteres als kostengünstige Alternative für den Einsatz in Entwicklungsländern und in kostensensitiven Anwendungsbereichen. In Zusammenarbeit mit den anderen Projektpartnern werden Stämme isoliert und Real-Time PCR basierte Nachweise entwickelt und validiert. Die Validierung geschieht in Anlehnung an den ISO 16140 Standard, zur Validierung von alternativen mikrobiologischer Methoden. In einem zweiten Schritt sollen die Primersysteme auch für die NALFIA Technologie verwendet werden. Diese bietet den Vorteil einer sehr kostengünstigen Analyse, die PCR und lateral flow Tests verbinden und so mit minimalem Laboraufwand und -ausstattung den Einsatz auch in Entwicklungsländern ermöglicht.

Verbund: MedVet-Staph

Ziel des Verbundes ist es, das Auftreten und die Verbreitung von Staphylococcus aureus Bakterien, insbesondere Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA) als Zoonose-Erreger, aufzuklären. Die Ergebnisse sollen für die Entwicklung rationaler, evidenzbasierter Empfehlungen für die Prävention und Kontrolle von zoonotischen S.aureus/MRSA genutzt werden.

Epidemiologische Studien und Analysen zur Pathogenität, Virulenz, Evolution und mikrobiellen Kompetitivflora von S. aureus/MRSA (TP 1, 4; CSA 1, 2)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universitätsklinikum - Institut für Hygiene

Robert-Koch-Str. 41
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Alexander Friedrich
0251 83-55363
01KI1014A
822.874 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

In diesem Vorhaben soll die zoonotische Bedeutung von Staphylococcus aureus aus Tierreservoiren und ihr Eindringen in Einrichtungen des Gesundheitswesens untersucht werden. Dabei werden unter besonderer Berücksichtigung von Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA) phylogenetische Eigenschaften, Merkmale der biologischen Fitness, Virulenzfaktoren sowie Faktoren, die eine Überwindung der Speziesbarriere zwischen Tier und Mensch begünstigen, charakterisiert. Unter Einschluss von Studien zur konkurrierenden Begleitflora erfolgen epidemiologische Untersuchungen zur Verbreitung von MRSA aus Tierreservoiren in Einrichtungen des Gesundheitswesens und zu deren Bedeutung als Erreger nosokomialer Infektionen. Durch die Etablierung einer gemeinsamen Datenbank können alle Daten des Verbundes zusammengeführt werden.

Zoonotische und nicht-zoonotische MRSA: Untersuchungen zum Adhäsions- und Phagozytoseverhalten in Mensch und Tier (TP 2)

Universität des Saarlandes
Fakultät 2 Medizin Bereich Klinische Medizin
Fachrichtung 2.24 Medizinische Mikrobiologie und Hygiene

Haus 43
66424 Homburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Mathias Herrmann
06841 162 3900
01KI1014B
249.264 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel des Vorhabens ist  die Identifikation und Analyse bakterieller Mechanismen, die für die Übertragung von S. aureus-Isolaten auf den Menschen von Bedeutung sind. Der Schwerpunkt liegt in der Charakterisierung der Adhäsion und der Phagozytose.

MRSA in der Lebensmittelkette (TP 3)

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Abt. Biologische Sicherheit

Diedersdorfer Weg 1
12277 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Alexandra Fetsch
030 18412-2174
01KI1014C
256.525 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel des Vorhabens ist die Untersuchung von MRSA in der Lebensmittelkette und die Entwicklung eines Modells für die Übertragung der Erreger vom Lebensmittel auf den Menschen.

Übertragbare antimikrobielle Resistenzen bei MRSA und MSSA-Isolaten von Menschen und Tieren (TP 6) und Modellierung der raumzeitlichen Ausbreitung von MRSA (TP 5)

Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für Nutztiergenetik

Höltystr. 10
31535 Neustadt am Rübenberge

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stefan Schwarz
05034 871 241
01KI1014D
454.941 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel des TP 5 ist die Modellierung der raumzeitlichen Ausbreitung von MRSA zwischen und innerhalb landwirtschaftlicher Betriebe sowie die Identifikation von Risikofaktoren für humane MRSA Infektionen und die Entwicklung effizienter Kontrollstrategien. Ziel des TP 6 ist die Analyse übertragbarer antimikrobieller Resistenzen bei S. aureus-Isolaten von Menschen und Tieren.

Staphylococcus aureus-induzierter Zelltod und Invasivität bei humanen und tierischen Wirtszellen als Virulenz-Mechanismen zoonotischer Isolate (TP 7)

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Medizinische Fakultät
Institut für Hygiene und Mikrobiologie
Josef-Schneider-Str. 2, Gebäude E1
97080 Würzburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Bhanu Sinha
0931 201-46949
01KI1014E
225.903 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel des Vorhabens (TP 7) ist  es, die Unterschiede zwischen S. aureus-Stämmen menschlichen und tierischen Ursprungs in der Entstehung und Entwicklung der Infektionskrankheit herauszuarbeiten. Dabei konzentrieren sich die Arbeiten zum einen auf die Charakterisierung der Invasivität der Stämme und zum anderen auf die Charakterisierung der Zytotoxizität der Stämme im Hinblick auf die Wirtszell-Spezifität.

MRSA-Epidemiologie bei Haustieren (TP 8)

Freie Universität Berlin
Fachbereich Veterinärmedizin
Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen
Philippstr. 13
10115 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Birgit Walther
030 2093-6023
01KI1014F
222.586 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel des Vorhabens ist es, Fragen hinsichtlich des Vorkommes, der Verbreitung sowie der genetischen Komposition von potenziell zoonotischen S. aureus, insbesondere von infizierten Hunden, Katzen und Pferden, zu untersuchen. Die Isolate vom Tier sollen mit denen vom Menschen verglichen werden.

Auf der Populationsanalyse relevanter klonaler Linien beruhende prospektive Studien zur Übertragung von MRSA von Tieren auf den Menschen (TP 9)

Robert Koch-Institut (RKI)
Bereich Wernigerode - Fachgebiet 13

Burgstr. 37
38855 Wernigerode

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Wolfgang Witte
03943 679-292
01KI1014G
304.316 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel des Vorhabens ist die Untersuchung der Transmission von MRSA von Tieren (z.B. Masttiere) auf den Menschen (Landwirte, Tierärzte). Dazu sollen prospektive Studien und Populationsanalysen der relevanten Erreger durchgeführt werden. Neben der Erfassung epidemiologischer Hintergrunddaten ist die molekulare Typisierung / Charakterisierung von MRSA-Isolaten von Tieren und von Menschen eine wesentliche Grundlage der Studie.

Verbund: RESET

Ziel des Verbundes RESET ist die Bewertung des Einflusses der Herkunft, der Übertragungswege und des Pathogens auf das Risiko des Menschen, gegen zwei Antibiotika-Gruppen (ESBL und FluoroChinolon) resistenten Enterobacteriaceae ausgesetzt zu sein. Es soll die Bedeutung der verschiedenen Infektionsquellen für die Übertragung der Resistenzen auf den Menschen ermittelt werden. Die mögliche Übertragung auf den Menschen führt zu Einschränkungen der therapeutischen Möglichkeiten in der Humanmedizin. Es werden Studien zu Faktoren, die mit der Verbreitung neu auftretender Resistenzeigenschaften in Enterobacteriacae zu Tier, Mensch und Umwelt verbunden sind, durchgeführt.

Resistente Enterobacteriaceae und Antibiotikaverbrauch in landwirtschaftlichen Betrieben (TP 6) und Bedeutung von Dosierung und Behandlungsdauer für Entwicklung von Antibiotikaresistenzen bei Nutztieren (TP 7)

Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung

Bünteweg 2
30559 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Lothar Kreienbrock
0511 953-7970
01KI1013A
872.178 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel des TP6 ist es, das Vorkommen von resistenten Enterobacteriaceaen und den Antibiotika-Verbrauch in landwirtschaftlichen Nutztieren zu untersuchen. Dazu soll eine Querschnittstudie in Schweinen, Rindern und Geflügel in vier Landkreisen Deutschlands durchgeführt werden. Neben der Erfassung des Antibiotikaverbrauchs werden auch Kot- und Umgebungsproben von teilnehmenden landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt. Ziel des TP 7 ist die Untersuchung der Bedeutung von Dosierung und Behandlungsdauer für die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen bei Nutztieren. Dazu soll eine Studie zur Gabe von zwei Antibiotika mit Schweinen und Broilern durchgeführt werden.

Charakterisierung neuer Resistenzmechanismen (TP 1) und Risikobewertung der Resistenzen (TP 2) gegen ß-Laktam-Antibiotika mit erweitertem Wirkungsspektrum (ESBLs) und (Fluoro)quinolone

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
4 Z - Zentrum für Infektiologie und Erregercharakterisierung

Diedersdorfer Weg 1
12277 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Bernd Appel
030 8412-2151
01KI1013B
587.023 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel des TP 1 ist es, die ESBL-produzierenden  Salmonella enterica und Escherichia coli-Isolate, die von gesunden Tieren (Geflügel und Schweine) und daraus gewonnenen Lebensmittel sowie aus der Umwelt aus ganz Deutschland stammen, zu identifizieren und charakterisieren. Ziel des TP 2 ist es, den Einfluss des Einsatzes verschiedener Antibiotika (Cephalosporinen der 3. und 4. Generation und Fluoro-Chinolonen) in der Tierproduktion abzuschätzen. Daher soll ein Risikobewertungskonzept für Deutschland erstellt werden.

Langzeit-Monitoring von ESBL-bildenden und (Fluoro)quinolon-resistenten Enterobacteriaceen in Nutztierhaltungen und deren Umgebung (TP 3)

Freie Universität Berlin
Fachbereich Veterinärmedizin
Institut für Tier- und Umwelthygiene

Philippstr. 13
10115 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Uwe Rösler
030 20936080
01KI1013C
313.758 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel dieses Vorhabens ist die Untersuchung der Prävalenz von ESBL und Fluro-Chinolon resistenten Enterobacteriaceae in verschiedenen Nutztierhaltungen (Schwein und Geflügel). Es soll untersucht werden, inwieweit die unterschiedlichen Desinfektionsmaßnahmen, Antibiotika-Regimes und Haltungsformen während der Mastperiode dieser Tierarten die Prävalenz der Resistenzen am Ende der Mastperiode beeinflussen.

Charakterisierung von neuen Resistenzmechanismen gegenüber -Laktamen mit erweitertem Wirkungsspektrum und (Fluor)Chinolonen bei Salmonella enterica-Isolaten von Rindern und Escherichia coli-Isolaten von erkrankten Tieren aus Deutschland (TP 4)

Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für Nutztiergenetik

Höltystr. 10
31535 Neustadt am Rübenberge

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stefan Schwarz
05034 871 241
01KI1013D
238.832 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel dieses Vorhabens ist die Charakterisierung von Mechanismen, die Resistenz gegenüber ESBL und Fluro-Chinolonen bei Salmonella enterica und Escherichia coli-Isolaten von Rindern und erkrankten Tieren aus Deutschland vermitteln.

Molekulare Epidemiologie von Extended-Spectrum ß-Lactamasen (ESBL) und (Fluoro)Chinolonresistenz-Determinanten in Escherichia coli aus dem klinischen und ambulanten Versorgungsbereich sowie aus der Normalbevölkerung (TP 5)

Robert Koch-Institut (RKI)
Bereich Wernigerode - Fachgebiet 13

Burgstr. 37
38855 Wernigerode

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Guido Werner
030 18754-210
01KI1013E
268.357 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Im Rahmen des Vorhabens (TP 5) soll die Resistenz von E. coli Bakterien, die von Patienten gesammelt worden sind, gegenüber Antibiotika untersucht werden. Es soll die molekulare Epidemiologie von ESBL und Fluoro-Chinolonresistenz-Determinanten in E. coli aus dem klinischen und ambulanten Versorgungsbereich sowie aus der Normalbevölkerung untersucht werden. In Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt in Erlangen soll die Prävalenz von ESBL in E.coli bei 5000 Personen der Normalbevölkerung durch Screening humaner Stuhlproben bestimmt werden.

Aufnahme antimikrobiell wirkender Stoffe in Gemüse aus Gülle-gedüngtem Boden und mikrobiologische Effekte (TP 8)

Universität Paderborn
Fakultät für Naturwissenschaften

Warburger Str. 100
33098 Paderborn

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Manfred Grote
05251 60-2191
01KI1013F
264.075 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel dieses Vorhabens ist die Untersuchung des Aufnahmevermögens verzehrstarker Gemüse auf Antibiotila-Rückstände aus Gülle-beaufschlagtem Boden in Verbindung mit möglichen Effekten Antibiotika-belasteter pflanzlicher Lebensmittel auf die Resistenzentstehung und Verbreitung. Zur Überprüfung der Aufnahmekapazität von Weißkohl und Porree für antibiotische Rückstände wird das Gemüse nach konventionellen landwirtschaftlichen Anbaumethoden auf Versuchsflächen angepflanzt und mit Antibiotika-belasteten tierischen Exkrementen aus der Schweine- und Geflügelhaltung gedüngt. Der Anbau der Gemüsesorten über zwei Vegetationsperioden erfolgt durch die FH Soest im Auftrag. Anschließend werden die Antibiotikarückstände in Gülle, Boden und Gemüsepflanzen analysiert.

Molekulare Epidemiologie multiresistenter ESBL-produzierender Gram-negativer Enterobacteriaceae: Pangenomik und Evaluation des zoonotischen Potenzials von Plasmiden aus humanen, tierischen und Umweltproben (TP 9)

Justus-Liebig-Universität Gießen - FB 11
Medizin und Universitätsklinikum
Medizinische Mikrobiologie und Virologie
Institut für Medizinische Mikrobiologie

Frankfurter Str. 107
35392 Gießen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Trinad Chakraborty
0641 99-41250
01KI1013G
354.248 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel dieses Vorhabens ist die molekulare Charakterisierung von multiresistenten, ESBL-produzierenden Stämmen aus menschlichen und tierischen Isolaten sowie die Charakterisierung der ESBL-tragenden Plasmide.

Resistente Enterobacteriaceae und Antibiotikaverbrauch im Krankenhaus (TP 10)

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Benjamin Franklin
Institut für Hygiene und Umweltmedizin

Hindenburgdamm 27
12203 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Petra Gastmeier
030 8445 3680
01KI1013H
191.847 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel dieses Vorhabens ist zum einen die Identifikation von Risikofaktoren für die Infektion mit  ESBL-produzierenden Enterobacteriaceae. Dazu soll in der Charite eine Fall-Kontroll-Studie durchgeführt werden. Zum anderen sollen der Antibiotika-Verbrauch auf 50 Intensivstationen in Deutschland und die Resistenzsituation der isolierten Erreger analysiert werden.

Verbund: Lebensmittelbedingte zoonotische Infektionen

Die für Europa humanmedizinisch bedeutsamen bakteriellen Zoonoseerreger, Escherichia coli, Salmonella enterica, Yersinia enterocolitica und Y. pseudotuberculosis sowie Campylobacter-Spezies werden auf ihre ökologischen, epidemiologischen und infektiologischen Leistungen und Eigenschaften untersucht. Diese Erreger können entweder auf direktem Weg vom Tier auf den Menschen bzw. von Mensch zu Mensch übertragen werden oder indirekt über Tierprodukte (vor allem Lebensmittel) oder kontaminierte Pflanzen. Diese Erreger gehören besonders in ihrer lebensmittelbedingten epidemischen Verbreitung zu den häufigsten bakteriellen Ursachen von Infektionskrankheiten weltweit, auch in Deutschland. Nicht nur die ökonomischen Verluste durch Sperrung von Lebensmittelchargen sondern auch die Krankheitskosten sind unvertretbar hoch.

Entwicklung einer SNP-basierten Typisierung für darmpathogene Escherichia coli (TP 1) und Wirts-abhängige Faktoren im Hinblick auf Pathogenese und Persistenz von Salmonella-Serovaren in Tier und Mensch (TP 14)

Freie Universität Berlin
Fachbereich Veterinärmedizin
Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen

Philippstr. 13
10115 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Lothar Wieler
030 2093-6300 6028
01KI1012A
684.806 EUR
01.05.2011 - 30.04.2014

Im Rahmen dieses Vorhabens sollen schwerpunktmäßig populationsbezogene Analysen von darmpathogenen Escherichia coli von Wildnagern, Rindern und Menschen sowie molekulargenetische Analysen von Salmonella-Stämmen aus Schweinen, Hühnern und vom Menschen durchgeführt werden.

Typisierung von Shiga Toxin-produzierenden Escherichia coli und Campylobacter jejuni & FBI-Data-Warehouse (TP 2, 5, 17)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universitätsklinikum
Institut für Hygiene

Robert-Koch-Str. 41
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Helge Karch
0251 83-55361
01KI1012B
948.131 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

In diesem Vorhaben sollen humanmedizinisch bedeutsame bakterielle Zoonoseerreger weiter hinsichtlich ihrer ökologischen, epidemiologischen und pathogenetischen Eigenschaften untersucht werden sowie das Data-Warehouse im Verbund ausgebaut werden. Verschiedene Zoonoseerreger werden aus Stuhlproben von Patienten isoliert und vertiefend mittels DNA-Arrays und moderner Sequenzierungsmethoden charakterisiert. Weiterhin sollen die Erreger-Wirtsinteraktionen in Epithelzellkulturen verschiedener Spezies (Mensch, Rind, Schwein) analysiert werden. Darüber hinaus soll das Data-Warehouse, in dem alle Daten von FBI-Zoo zusammenfließen, für Sequenzierungs- und weitere Typisierungsdaten erweitert werden.

Molekulare Untersuchungen zu Vorkommen, Verbreitung und Fitness von Shiga Toxin-produzierenden Escherichia coli in Lebensmitteln (TP 3)

Universität Hohenheim
Fakultät Naturwissenschaften
Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie, Fachgebiet Lebensmittelmikrobiologie (150a)

Garbenstr. 21 und 25
70599 Stuttgart

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Herbert Schmidt
0711 459-22305
01KI1012C
239.183 EUR
01.02.2011 - 31.01.2014

Im Rahmen dieses Vorhabens werden Shiga Toxin-produzierende Escherichia coli (STEC) aus der Lebensmittelkette untersucht werden. Es soll der Einfluss des Lebensmittels, insbesondere von Hackfleisch, auf die pathogenetischen Eigenschaften des Erregers analysiert werden.

Studie zu Risikofaktoren und zur molekularen Epidemiologie von Campylobakteriosen beim Menschen (TP 9) und Basistypisierung von Zoonoseerregern und molekulares Fingerprinting zum Vergleich von Salmonella Isolaten (TP 13)

Robert Koch-Institut (RKI)
Nordufer 20
13353 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Klaus Stark
030 18754-3432
01KI1012F
515.875 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im TP 9 soll eine Studie zu Risikofaktoren und zur molekularen Epidemiologie von Campylobakteriosen beim Menschen durchgeführt werden. In einer Fall-Kontroll-Studie werden erkrankte und nicht-erkrankte Personen hinsichtlich ihrer Exposition zu potenziellen Risikofaktoren, z. B. Verzehr von Geflügelfleisch, verglichen. Im TP 13 erfolgt zum einen die Basistypisierung ausgewählter Zoonosen-Erreger im Rahmen des Verbundes. Zum anderen werden klinische Salmonella-Stämme vom Menschen mit Isolaten von Tieren und Lebensmitteln mit molekulargenetischen Methoden charakterisiert.

Serotyp- und wirtsspezifische Kolonisation von enteropathogenen Yersinia spp. und ihre Persistenz im Wirt und in Nahrungsmitteln (TP 10)

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH
Arbeitsgruppe Infektionsbiologie

Inhoffenstr. 7
38124 Braunschweig

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Petra Dersch
0531 6181-5700
01KI1012G
195.790 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Es sollen Untersuchungen zu wirtsspezifischen Kolonisationsmechanismen von Yersinia-Isolaten aus Patienten, Tieren und Lebensmitteln durchgeführt werden. Ziel ist die Analyse der molekularen Kontroll- und Anpassungsmechanismen, die es dem Erreger erlauben im Darm und in Lebensmitteln zu überdauern, sich zu vermehren und auf andere Wirte übertragen zu werden.

Molekulare Charakterisierung der Pathogenität von Yersinia enterocolitica palearctica: ein Genom-basierter Ansatz (TP 11), Analyse der angeborenen Immunreaktion auf Infektionen mit Salmonella-Serovaren mit verschiedenen Virulenzprofil (TP 15)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Medizinische Fakultät
Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie

Pettenkoferstr. 9 a
80336 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Jürgen Heesemann
089 5160-5200
01KI1012H
300.890 EUR
01.04.2011 - 31.03.2014

Im Rahmen dieses Vorhabens mit den beiden Teilprojekte TP 11 und TP 15 sollen schwerpunktmäßig die beiden bakteriellen Zoonoseerreger, Yersinien und Salmonellen, hinsichtlich ihrer epidemiologischen und pathogenetischen Eigenschaften analysiert werden. In TP 11 sollen genombasierte epidemiologische und virulenzassoziierte Marker von Yersinia enterocolitica ssp. palearctica identifiziert werden. Im TP 15 sollen angeborene Immunreaktionen auf Infektionen mit Salmonella-Serovaren mit verschiedenen Virulenzprofilen analysiert werden.

Salmonellen in der Geflügel-Lebensmittelkette: Ausbruchspotenzial, Abstammung und Pathogenese (TP12)

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Abt. Biologische Sicherheit
Fachgruppe 46 Antibiotikaresistenz und Resistenzdeterminanten

Diedersdorfer Weg 1
12277 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Burkhard Malorny
030 18412-2237
01KI1012I
142.092 EUR
01.02.2011 - 31.01.2014

Im Rahmen dieses Vorhabens soll das Ausbruchspotenzial von Salmonella-Stämmen, die in der Geflügel-Lebensmittelkette häufig isoliert werden, für den Menschen bestimmt werden. Dazu werden Isolate von Masthähnchen, Legehennen und Puten sowie aus daraus hergestellten Lebensmitteln untersucht.

Untersuchungen zur Tenazität ausgewählter Campylobacter jejuni/coli- und Yersinia enterocolitica-Stämme in Lebensmittelmatrizen (TP 8)

Freie Universität Berlin
Fachbereich Veterinärmedizin
Institut für Lebensmittelhygiene

Königsweg 69
14163 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Thomas Alter
030 838-62560
01KI1012K
205.012 EUR
01.11.2010 - 31.10.2013

Ziel der Untersuchungen ist es, das Verhalten von gut charakterisierten C. jejuni/coli-Genotypen und Y. enterocolitica-Serotypen in komplexen Lebensmittelmatrizen (Geflügelsaft und Hackfleisch) zu prüfen. Gleichzeitig müssen Daten zur Wirkung technologischer Stressoren auf die Campylobacter- und Yersinia-Zahl während des Schlachtprozesses bzw. im Lebensmittel erhoben werden, um Verfahren zur Be- und Verarbeitung von Lebensmittel in dieser Hinsicht optimieren zu können. Solche Daten müssen jedoch auch auf Stammebene erhoben werden, um unterschiedlichen Tenazitäten von Stämmen einer Spezies Rechnung zu tragen. Für die Anfertigung belastbarer mikrobiologischer Risikobewertungen, auf deren Grundlage Handlungsstrategien zur Bekämpfung von Campylobacter und Yersinia erstellt werden können, ist eine qualitative bzw. quantitative Aussage zum Vorkommen von Campylobacter und Yersinia in der Primärproduktion nicht ausreichend: Es werden repräsentative quantitative Daten aus allen Stufen der Lebensmittelkette benötigt, die in diesem Teilprojekt generiert werden sollen. Neben Keimzahlbestimmungen unter Stressbedingungen wird das Expressionsverhalten auf mRNA-Basis untersucht. Die vergleichenden Analysen der Stressantwort von C. jejuni/coli und Y. enterocolitica können zum Verständnis der unterschiedlichen Stressantwortmechanismen beitragen.

Verbund: Influenza - Fluresearchnet

Ziel des Verbundes ist die Charakterisierung der Virus-Wirtsbeziehungen sowie der viralen, zellulären und genetischen Determinanten, die den Übertritt eines Virus auf eine andere Spezies beeinflussen. Das FluResearchNet kann auf eine erfolgreiche erste Förderperiode zurückblicken. Es ist gelungen, einen effizient kooperierenden interdisziplinären Verbund zu schaffen, der Expertise auf dem Gebiet der Influenza vereinigt. In der zweiten Förderphase wird die kooperative und interdisziplinäre Analyse von Pathogenitätsmechanismen weiter verfolgt werden und neueste Entwicklungen im Influenza-Feld, wie das Auftreten von H1N1-Viren, analysiert werden.

Zelluläre Komponenten der natürlichen Immunabwehr (TP 3); Bedeutung virus-induzierter Signalkaskaden (TP 6)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE)
Institut für Molekulare Virologie

Von-Esmarch-Str. 56
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stephan Ludwig
0251 8357791
01KI1006A
955.994 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

Ziel des Teilprojektes 3 ist es, die Signalkaskaden und regulatorischen Knotenpunkte bei Infektion mit hoch- bzw. niedrigpathogenen Influenzavirusstämmen auf molekularer Ebene im monozytären, humanen System zu evaluieren. Ziel des Teilprojektes 6 ist es, die Funktion der NF-kB bzw. p38 regulierten Gene TNFa, IL-1ß und der GBP Proteine, die nach Infektion mit Influenzavirusstämmen stark exprimiert werden, im Detail zu analysieren. Zudem soll die Funktionalität der Transkriptionsfaktoren HMG1 und NF-ATC4, untersucht werden. Inhibitoren, die antivirales Potenzial aufweisen werden im Tiermodell auf molekulare Mechanismen und Effektivität überprüft.

Vergleichende Analysen der Infektion von primären Lungenepithelzellen durch human-pathogene und aviäre Influenzaviren (TP 1A)

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie

Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stefan Hippenstiel
030 450-653137
01KI1006B
239.644 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Vergleichende Analysen der Infektion von primären humanen Lungenepithelzellen durch human-pathogene und aviäre Influenza A-Viren (TP 1B)

Robert Koch-Institut (RKI)
Abt. für Infektionskrankheiten

Nordufer 20
13353 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Thorsten Wolff
030 18754-2278
01KI1006C
177.475 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Mechanismen, die der Wirtsspezifität und Virulenz von Influenza A-Viren unterliegen, sind weiterhin unklar. Die meisten Hypothesen zu diesem Problem beruhen auf epidemiologischen Studien, immortalisierten Zellkulturen oder Tierexperimenten. In einem in der ersten Förderperiode entwickelten ex vivo-Infektionsmodell humanem Lungengewebes wurden große Unterschiede in der Replikation verschiedener Influenzavirus-Stämme und u. a. variable Typ I IFN-Produktion und Expression des durch Interferon-stimulierten Genproduktes (ISG)-15 gefunden. In der zweiten Förderperiode ist geplant, ISG15 exprimierende Zellen in humanem Lungengewebe zu identifizieren und dessen Induktion und Funktion zu analysieren. Des Weiteren wird die Expression regulatorischer Mikro-RNA (miRNA) sowie deren Funktion im Hinblick auf virale Replikation, Mediatorenproduktion und Zellfunktion untersucht.

Der Einfluss von Reassortierung HPAI- und H1N1-Viren sowie adaptiver Mutationen bei LPAIV auf die virale Replikation, Virus-induzierte zelluläre Antwort, Wirtsspektrum und Organtropismus bei Säugern (TP 5a)

Justus-Liebig-Universität Gießen
FB 10 Veterinärmedizin
Institut für Virologie

Frankfurter Str. 107
35392 Gießen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stephan Pleschka
0641 99-47750
01KI1006E
205.388 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Ziel des Vorhabens ist die Untersuchung der Rolle von genetischem Reassortment zwischen verschiedenen Influenzaviren und von Mutationen bei der Übertragung von Influenza A-Viren zwischen Spezies. Mittels Reverser Genetik Syteme sollen gerichtete Reassortanten zwischen S-OIV und H7-/ H5-HPAIV sowie adaptive Mutationen in H9-LPAIV erzeugt werden und die Auswirkung der Genomsegmentaustausche bzw. Mutationen in vitro und in vivo im Säuger-System untersucht werden. Die erzeugten Virusvarianten werden in ihrer Replikationsrate, Gewebespezifität und ihrer Fähigkeit die zelluläre Immunantwort zu unterdrücken, in verschiedenen Säuger- und Vogel-Zellkultursystemen untersucht. Weiterhin sollen ausgewählte Virusvarianten im Tierversuch getestet werden. Es werden virologische, molekularbiologische und biochemische Methoden zur Detektion und Analyse der Viren sowie von Zytokinen und zur Untersuchung von Signaltransduktionswegen eingesetzt.

Genetische Suszeptibilität des Wirts gegenüber Influenza-Infektionen-Untersuchungen in Populationen von Mausfamilien und -mutanten

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH
Resistenz und Anfälligkeit
Abt. Infektionsgenetik

Inhoffenstr. 7
38124 Braunschweig

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Klaus Schughart
0531 6181-1100
01KI1006F
362.547 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

In diesem Vorhaben werden die genetischen Faktoren untersucht, die für eine Empfindlichkeit des Wirts gegenüber einer Infektion mit Influenza-Virus verantwortlich sind. In den bisherigen Untersuchungen wurden starke Unterschiede in der Gewichtsabnahme, Überlebensrate und Pathologie von verschiedenen Maus-Inzuchtstämmen beobachtet. Genetische Regionen sollen bestimmt werden, welche für die unterschiedliche Wirtsreaktion verantwortlich sind. Schließlich sollen Kandidatengene in knock-out Mäusen getestet werden. Weiterhin sollen die genetischen Faktoren der Wirtsempfindlichkeit gegenüber dem neu aufgetretenen Schweininfluenzavirus untersucht werden. Hierzu werden ausgewählte Inzuchtstämme mit dem Erreger der Schweininfluenza infiziert und mit der Wirtsreaktion nach Infektion mit einem saisonalen H1N1-Virus verglichen. Die genannten Untersuchungen werden zu einem besseren Verständnis der Virulenzfaktoren des neu aufgetretenen Schweininfluenzavirus sowie den genetischen Unterschieden bei der Wirtsantwort führen. Weiterhin soll eine Analyse der Genexpression nach Infektion mit Influenzavirus in einzelnen Zellpopulationen der infizierten Lunge durchgeführt werden. Diese Studien werden ein detaillierteres Verständnis der zellulären Prozesse liefern und diese mit molekularen Antworten korrelieren.

Rolle des Typ I-Interferons und Mx-Proteins bei der angeborenen Resistenz des Huhns gegen Influenza A-Virus (TP 8b)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Tierärztliche Fakultät
Veterinärwissenschaftliches Department

Veterinärstr. 13
80539 München

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Sonja Härtle
089 2180-1669
01KI1006G
172.224 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen dieses Vorhabens soll die besondere Rolle des viralen NS1-Proteins und seine Interaktion mit dem Interferonsystem bei Influenza-Infektionen des Huhnes untersucht werden. Im Gegensatz zur Maus ist NS1 im natürlichen Wirt, dem Huhn, nicht in der Lage die Interferonproduktion nach FLUAV-Infektion zu blockieren. Viren mit mutiertem NS1 sind zwar stark attenuiert, induzieren aber eine deutlich stärkere Entzündungsreaktion in den Lungen infizierter Hühner als Wildtyp-Viren. Dem NS1-Protein müssen daher bei FLUAV-Infektionen des Huhnes weitere bislang unbekannte wichtige Funktionen zukommen. Die Arbeitshypothese lautet, dass die Ursache hierfür in der unterschiedlichen Reaktion verschiedener Zelltypen auf eine FLUAV-Infektion liegt. Dabei soll gezeigt werden, das H5N1 in einigen Zellen stark repliziert und diese Zellen kaum IFN produzieren, während andere - myeloide - Zellen nach Infektion große Mengen an IFN sezernieren, da sie nicht produktiv infiziert werden und dadurch nicht ausreichend NS1 zur Blockade der IFN-Synthese vorhanden ist.

Virulenzmerkmale pathogener Influenzaviren

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Universitätsklinikum
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene

Hermann-Herder-Str. 11
79104 Freiburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Peter Stäheli
0761 203-6579
01KI1006H
672.038 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

Das Vorhaben umfasst drei Teilziele. Erstens soll der Frage nachgegangen werden, welche Rolle spezifische Adaptionsvorgänge im HA-Molekül von hochpathogenen H5N1-Viren für den Krankheitsverlauf und die Übertragung in Säugern spielen, um zu verstehen, inwieweit im Menschen selektionierte HA-Varianten die virale Rezeptorspezifität und den Organtropismus beeinflussen. Zweitens soll das Fitness- und Übertragungspotenzial Oseltamivir- und Zanamivir-resistenter pandemischer 2009 H1N1-Virusmutanten in geeigneten Tiermodellen untersucht werden. Drittens soll die Rolle des NS1-Proteins von hochpathogenen H5N1-Viren bei der Interaktion mit dem Interferonsystem des Huhns verstanden werden.

Die Bedeutung virus-induzierter Signalkaskaden bei der Replikation des pathogenen Influenzavirus (TP 6B)

Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Fakultät für Biologie - Interfakultäres Institut für Zellbiologie
Abt. Immunologie

Auf der Morgenstelle 15
72076 Tübingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Oliver Planz
07071 29 87628
01KI1006I
333.176 EUR
01.02.2011 - 31.01.2014

Das Ziel dieses Projektes ist die Charakterisierung der molekularen Mechanismen, die für die pathologische Entzündungsreaktion verantwortlich sind, die durch hoch pathogene Influenzaviren in Menschen induziert wird. In früheren Untersuchungen konnte bereits gezeigt werden, dass NFkappaB-Inhibitoren antivirale Aktivtäten gegen Influenzaviren besitzen. In diesem Projekt sollen die antivirale Aktivität eines neuen NFkappaB-Inhibitors (SC75741) gestestet werden. In ersten Untersuchungen zeigte dieser Inhibitor bereits gute antivirale Aktivitäten gegen Influenzaviren im Zellkultursystem. Diese Untersuchungen sollen nun auf das Mausmodell und das Frettchenmodell erweitert werden. Ein weiteres Projekt hat die Aufgabe, das Schweinegrippevirus an das Maustiermodell zu adaptieren. Dieses Virus kann im Anschluss allen Gruppen aus dem Netzwerk zur Verfügung gestellt werden. Somit wird ein Erkenntnisgewinn erhalten, warum die Schweinegrippeinfektion relativ mild verlief. Weiterhin werden hierdurch Erkenntnisse zur Beantwortung der Frage zu Pathogenitätsmechanismen erhofft.

Überwachung der Schweineinfluenza in Deutschland und Untersuchung von Therapie-relevanten porzinen Influenzaviren (FLUAV)

Friedrich-Schiller-Universität Jena
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum
Institut für Virologie und Antivirale Therapie

Hans-Knöll-Str. 2
07745 Jena

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Roland Zell
03641 9395711
01KI1006J
413.316 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

Ziel dieses Teilprojekts ist die Untersuchung der Schweineinfluenza-Aktivität in Deutschland. Die Arbeiten beinhalten die Sequenzanalyse und die antivirale Testung von ca. 180 im Projektzeitraum isolierten Virusstämmen. Erfahrungsgemäß werden ca. 60-80 Virusstämme pro Jahr isoliert, ca. 60 davon sollen jährlich genetisch und phänotypisch charakterisiert werden. Die genotypische und phänotypische Charakterisierung erfolgt kontinuierlich. Für die Virussequenzierung soll ein im laufenden Projekt etabliertes Protokoll zur Multiplex-Sequenzierung von RNA-Viren eingesetzt und ggf. optimiert werden. Die Pathogenität ausgewählter NAI-resistenter Viren (3 Stämme/Jahr) und der therapeutische Effekt von NAIs soll in BALB/c-Mäusen und ggf. in Schweinen untersucht werden.

Charakterisierung der Neuraminidase des pandemischen Influenza-A-Virus H1N1 von 2009; Untersuchung ihrer funktionellen Eigenschaften und Rolle in der Wirtsspezifität und Pathogenität

Philipps-Universität Marburg
FB 20 Medizin und Universitätsklinikum
Institut für Virologie

Hans-Meerwein-Str. 2
35037 Marburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Mikhail Matrosovich
06421 28-65166
01KI1006K
222.836 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

Das im Jahr 2009 aufgetretene pandemische Virus H1N1 (H1N1v) wurde ursprünglich von einem Schwein auf den Menschen übertragen und besitzt eine neue Zusammensetzung viraler Genomsegmente. Sechs der acht Segmente stammen von einem in Nordamerika zirkulierenden Schweinevirus ab, wohingegen die Neuraminidase (NA) und das Matrixprotein sich von einem in Eurasien zirkulierenden aviär-ähnlichen Schweinevirus ableiten. Es wird angenommen, dass die Aufnahme der neuen NA dem Virus einen Replikationsvorteil ermöglichte und somit zur Entstehung der Pandemie beigetragen haben könnte. In diesem Projekt soll zunächst die H1N1v NA charakterisiert werden. Anschließend soll untersucht werden, ob diese eine effizientere Virusreplikation sowie Transmission des Virus ermöglichte.

Überwachung der Schweineinfluenza in Deutschland und Untersuchung von Therapie-relevanten porzinen Influenzaviren (TP 10.1)

IDT Biologika GmbH
Am Pharmapark
06861 Dessau-Roßlau

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Ralf Dürrwald
034901 8855-432
01KI1006L
176.829 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Ziel dieses Vorhabens ist die Erhebung von epidemiologischen Daten zur Schweineinfluenza und die Isolierung und Charakterisierung von porcinen Influenzaviren. Ein Serosurvey wird durchgeführt. Die Schweineseren werden mittels Hämagglutinationstest gegen mehrere Influenzavirusstämme (porcine, Pandemie H1N1 2009 Virus) getestet. Weiterhin werden Influenzaviren aus Nasentupfern, Bronchoalveolarlavagen und Lungen erkrankter Schweine aus diagnostischen Einsendungen isoliert und charakterisiert. Die Isolierung erfolgt auf embryonierten Hühnereiern und in Zellkultur, die Typisierung mit Hilfe der PCR-Methode.

Pathogenese des Influenzavirus-induzierten Lungenversagens - Bedeutung von Virus- und Wirtsfaktoren für die alveoläre Barrierefunktion

Justus-Liebig-Universität Gießen
FB 11 - Medizin und Universitätsklinikum
Zentrum Innere Medizin - Medizinische Klinik II und Poliklinik
Innere Med. / Pneumologie

Klinikstr. 36
35392 Gießen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Jürgen Lohmeyer
0641 99-42654
01KI1006M
129.546 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

Pandemische und hochpathogene Influenzaviren (IV) können zu einer schweren primär-viralen Lungenentzündung mit Lungenversagen führen. Die humane Influenza-Pneumonie ist gekennzeichnet durch eine rasche Ausbreitung in den distalen Respirationstrakt mit Infektion von Alveolarepithelzellen und Alveolarmakrophagen. Neben dem direkten, viral-induzierten zytopathischen Effekt führen Immunreaktionen des Wirtes mit massiver Rekrutierung von Leukozyten zu alveolar-epithelialer Apoptose und einem schweren Schaden der alveolo-kapillären Barriere mit Lungenödem und Hypoxämie. Jedoch sind die molekularen Signalpfade, welche die entzündungs-getriebene Apoptose alveolar-epithelialer Zellen vermitteln, und die Mechanismen der Progression zum IV-induzierten akuten Lungenversagen weitgehend unklar. Im Vorhaben sollen distinkte Pathogenitätsfaktoren auf Virus- und Wirtsseite analysiert werden, welche die schwere epitheliale Schädigung nach IV-Infektion vermitteln. Die molekularen Mechanismen der überschießenden Immunreaktion des Wirtes, der alveolar-epithelialen Apoptose-Induktion und der Inhibition des alveolären Flüssigkeitstransportes nach Infektion mit hoch- und niedrigpathogenen IV sollen analysiert werden. Ebenso wird die Rolle distinkter viraler Genprodukte in diesem Szenario näher untersucht werden.

Zelluläre Komponenten der natürlichen Immunabwehr (TP 3)

Medizinische Hochschule Hannover
Klinik für Kinderheilkunde
Abt. Pädiatrische Pneumologie und Neonatologie

Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dorothee Viemann
0511 532-7823
01KI1006N
192.907 EUR
01.09.2011 - 30.09.2013

Ziel des Verbundes ist die Charakterisierung der Virus-Wirtsbeziehungen des Grippevirus sowie der viralen, zellulären und genetischen Determinanten, die den Übertritt eines Virus auf eine andere Spezies beeinflussen. Das FluResearchNet kann auf eine erfolgreiche erste Förderperiode zurückblicken. Es ist gelungen, einen effizient kooperierenden interdisziplinären Verbund zu schaffen, der Expertise auf dem Gebiet der Influenza vereinigt. In der zweiten Förderphase wird die kooperative und interdisziplinäre Analyse von Pathogenitätsmechanismen weiter verfolgt werden und neueste Entwicklungen im Influenza-Feld, wie das Auftreten von H1N1-Viren, analysiert werden. Ziel des Teilprojektes 3 ist es, die Signalkaskaden und regulatorischen Knotenpunkte bei Infektion mit hoch- bzw. niedrigpathogenen Influenzavirusstämmen auf molekularer Ebene im monozytären, humanen System zu evaluieren.

Verbund: Ökologie und Pathogenese von SARS 

Das schwere akute respiratorische Syndrom (SARS) ist eine atypische Pneumonie, die durch das SARS-Coronavirus (SARS-CoV) verursacht wird. Der Übergang des SARS-Coronavirus (CoV) aus seinem natürlichen Reservoir in den Menschen und die darauf folgende epidemische Ausbreitung bietet ein einzigartiges Modell zum Studium der Pathogenese und Ökologie einer Zoonose. Der Forschungsverbund „Ökologie und Pathogenese von SARS“ generiert grundlegende Erkenntnisse zu allen Stufen dieses Prozesses, zur Persistenz im natürlichen Reservoir, zu den Mechanismen des Wirtswechsels, sowie zu den Pathogenitätsdeterminanten beim Menschen.

Coronavirales Reservoir und Replikationsbarrieren

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum
Institut für Virologie

Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Christian Drosten
0228 287-11055
01KI1005A
1.022.578 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Dieses Projekt befasst sich mit der coronaviralen Speziesbarriere und fragt, ob Fledermaus-Coronaviren für Menschen oder andere Säugetiere eine Infektionsquelle darstellen können. Zur Speziesbarriere wird ein zweiteiliges hypothetisches Konzept verfolgt, das zum einen aus der rezeptorabhängigen Eintrittsbarriere und zum anderen aus einer zunächst phänotypisch zu beschreibenden zellulären Replikationsbarriere besteht. Mechanistisch wird vermutet, dass das Interferonsystem einen wichtigen Beitrag zur Blockierung der Virusreplikation im Fehlwirt (also zum Beispiel im Menschen) leistet. Es wird in experimentellen Ansätzen die Bereitschaft verschiedener Fledermaus-Coronaviren zum Wirtswechsel gemessen und damit eine experimentell begründete Risikobewertung der Fledermaus-Coronaviren geleistet.

Interspezies-Übertragung animaler SARS-Coronaviren

Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Virologie

Bünteweg 17
30559 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Georg Herrler
0511 953-8857
01KI1005B
283.401 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

Diesem Projekt liegt die Hypothese zu Grunde, dass ein Oberflächenprotein einen entscheidenden Faktor für den Zell- und Wirtstropismus von Fledermauscoronaviren darstellt. Das Oberflächenprotein S von Coronaviren erkennt Rezeptoren auf der Oberfläche der Zielzellen. Die Bindung dieser beiden Komponenten leitet nicht nur das Eindringen der Viruspartikel in die Wirtszellen ein, sondern legt zu einem wesentlichen Teil den Virustropismus fest. Da die bisherigen Untersuchungen gezeigt haben, dass auch bei Fledermaus-Coronaviren das Wirtsspektrum sehr eng ist, wird versucht, das S-Protein von solchen Fledermausviren zu erhalten, von deren Wirtsspezies es Zellkulturen gibt. Alternativ wird nach Fledermausviren in solchen Wirten gesucht, von denen es bereits Zellkulturen gibt. Mit den passenden Zellen und S-Proteinen soll dann die Virus-Wirt-Interaktion näher untersucht werden. Auf der Virusseite wird die Rezeptorbindungsstelle lokalisiert und charakterisiert. Auf der Wirtsseite soll der zelluläre Rezeptor für das S-Protein aufgeklärt und die aktive Bindungsstelle ermittelt werden. Durch Sequenzvergleich und Mutagenese wird dann analysiert, welche genetischen Änderungen im S-Gen für einen Wirtswechsel erforderlich sind. Diese Studien werden wertvolle Informationen liefern über die Fähigkeit des SARS-Coronavirus, die Speziesbarriere zu überwinden.

Bedeutung von Wirtszellproteasen für die SARS-CoV-Infektion

Medizinische Hochschule Hannover
Zentrum Laboratoriumsmedizin
Abt. Virologie

Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stefan Pöhlmann
0511 532-4382
01KI1005C
277.088 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Vorarbeiten lieferten Hinweise auf eine Rolle verschiedener Wirtszellproteasen in der SARS-Coronavirus (CoV)-Infektion. Die Spaltung viraler Proteine führt zur Freisetzung von löslichem Protein, das die Effizienz der Virus-Kontrolle durch die humorale Immunantwort im infizierten Wirt erniedrigen könnte. Die Spaltung könnte damit die SARS-Ausbildung im Lungenepithel fördern. Im Rahmen dieses Projektes soll die Rolle der Proteasen in der SARS-CoV-Ausbreitung und während der Pathogenese bestimmt werden. Im Tiermodell wird geklärt, ob die Spaltung zur SARS-Entwicklung beiträgt, und ob lösliches Protein die Virus-Vermehrung unterdrückt. Diese Untersuchungen werden wesentlich zum Verständnis der Rolle von Wirtszellfaktoren in der SARS-Zoonose beitragen und sollten attraktive Ansatzpunkte für die Entwicklung von Therapeutika definieren.

Vergleich von felinem CoV mit SARS-CoV

Justus-Liebig-Universität Gießen
FB 10 – Veterinärmedizin
Institut für Virologie

Frankfurter Str. 107
35392 Gießen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Heinz-Jürgen Thiel
0641 99-38350
01KI1005D
234.750 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

In diesem Vorhaben wird das verwandte Coronavirus der Katze näher untersucht. Das Feline Coronavirus (FCoV) verursacht bei Katzen eine tödlich verlaufende Krankheit, die feline infektiöse Peritonitis (FIP). Es ist davon auszugehen, dass FIP im Verlauf einer persistierenden Infektion mit einem harmlosen Virus, dem felinen enteralen Coronavirus (FECV) entstehen kann. Wahrscheinlich kommt es zu Mutationen im FECV-Genom, die zur Generierung von FIP-Virus führen. Auf der Grundlage eines reversen genetischen Systems für FCoV sollen in diesem Projekt die der Krankheit FIP zugrunde liegenden Pathogenesemechanismen aufgeklärt werden. Darüber hinaus soll das reverse genetische System eingesetzt werden, um FCoV als Vektor für Vakzinen auch für übrige Coronaviren zu entwickeln.

SARS-Coronavirus und das antivirale Interferonsystem

Philipps-Universität Marburg
FB 20 Medizin und Universitätsklinikum
Institut für Virologie

Hans-Meerwein-Str. 2
35037 Marburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Friedemann Weber
06421 28-64525
01KI1005E
260.400 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Das SARS-Coronavirus (SARS-CoV) ist mäßig empfindlich gegen die antivirale Wirkung von Interferonen (IFN). In der ersten Förderperiode konnte gezeigt werden, dass eine SARS-CoV-Mutante drastisch IFN-empfindlicher ist als das Wildtyp-Virus. Zudem wurde das 7a-Protein als ein essentieller Faktor für die Infektion von Lymphozyten identifiziert. Primäre Ziele für die zweite Förderphase sind, die IFN-Resistenz besser zu verstehen, die für die Hemmung von IFN-stimulierten Gene (ISGs) zu identifizieren, und die Rolle des 7a-Proteins bei der Infektion von Lymphozyten zu klären.

Identifizierung von Hemmstoffen des SARS-CoV und anderer human- und tierpathogener Coronaviren mit ihren Wirten mittels Protein-Protein Interaktionsanalysen

Ludwig-Maximilians-Universität München
Medizinische Fakultät
Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie

Pettenkoferstr. 9 a
80336 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Albrecht von Brunn
089 5160-5220
01KI1005F
417.502 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Das Ziel des Vorhabens ist die Identifizierung von Hemmstoffen des SARS-Coronavirus und anderer human- und tierpathogener Coronaviren mit ihren Wirten mittels Protein-Protein Interaktionsanalysen: Aufgabe ist die Aufklärung von Virus-Wirt-Beziehungen mittels einer umfassenden systembiologischen Analyse der Virus-Wirt-Proteininteraktionen zwischen einem kompletten Satz viraler Proteine mit zellulären Proteinen aus humanen cDNA-Banken. Die Proteininteraktionen werden zunächst mittels "Yeast-Two-Hybrid" System zwischen dem viralen Orfeom und humanen cDNA-Banken identifiziert und anschließend durch biochemische und in vitro-Infektionsexperimente überprüft. Bei letzteren werden knockout Mutanten zellulärer Interaktionspartner permissiver Zelllinien verwendet. Weiter werden wichtige virale Interaktionspartner mutagenisiert und die Effekte mittels reverser genetischer Methoden untersucht. Erwartet wird die Identifizierung von Determinanten der Pathogenese in human- und tierpathogenen Coronaviren, welche die Entwicklung von Hemmstoffen zur Unterbindung der Virusreplikation und -übertragung zwischen den Zoonosepartnern ermöglicht.

Verbund: ZooMap - Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis - von der Johne’schen Krankheit zum Morbus Crohn

Der Verbund ZooMAP beschäftigt sich mit dem bakteriellen Erreger, Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP), der bei Wiederkäuern die Krankheit Paratuberkulose hervorruft. Der Verbund geht der Frage nach, ob dieses Bakterium bei der Entstehung der chronischen Darmentzündung Morbus Crohn beim Menschen beteiligt und ob die Übertragung vom Tier oder Lebensmittel (z. B. Milch) auf den Menschen möglich ist.

Koordination und Bedeutung von Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis infizierten Makrophagen für die intestinale Wirtsantwort in vitro (C 2 A)

Tierärztliche Hochschule Hannover
Bünteweg 2
30559 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Ralph Goethe
0511 856-7625
01KI1003A
497.537 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

In diesem Vorhaben erfolgt zum einen die Koordination des Verbundes und zum anderen soll die Rolle des MAP-infizierten Makrophagen für den Darmtropismus von MAP im Zellkultursystem untersucht werden. Des Weiteren sollen die als nur im Darm exprimiert identifizierten Proteine von MAP hinsichtlich ihrer Relevanz als Virulenzfaktoren untersucht werden. Mit Hilfe der gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Pathogenitätsmechanismen von MAP soll eine bessere Risikoabschätzung der derzeitig noch ungeklärten Relevanz von MAP beim Morbus Crohn des Menschen erzielt werden.

Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis Metabolom und Antigenexpression in vivo

IVD Gesellschaft für Innovative Veterinärdiagnostik mbH
Heisterbergallee 12
30453 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Gerald-Friedrich Gerlach
0511 22 00 29 45
01KI1003B
196.206 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

In diesem Vorhaben sollen für die Pathogenese wichtige Proteine aus MAP genauer charakterisiert werden. Die Eignung dieser Proteine als diagnostische Reagentien soll an Rinderseren und Seren von Patienten mit Morbus Crohn geprüft werden und die Erzeugung polyklonaler Antikörper ist geplant.

Mausmodell für Infektionenen durch Mycobycterium avium subsp. paratuberculosis

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH
Arbeitsgruppe Molekulare Immunologie

Mascheroder Weg 1
38124 Braunschweig

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Siegfried Weiß
0531 6181-5100
01KI1003C
180.623 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

In diesem Vorhaben soll ein Mausmodell für die orale Infektion mit MAP etabliert und eruiert werden. Das Immunsystem der Mäuse soll so manipuliert werden, dass es zu einer Entzündungsreaktion im Darm kommt. Es soll der Übergang von MAP aus dem murinen Darm in den Körper verfolgt und analysiert werden.

Die Rolle von Darmepithelzellen bei der Erregerabwehr und Wirtsempfindlichkeit gegenüber Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis

Medizinische Hochschule Hannover
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene

Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Mathias Hornef
0511 532-4540
01KI1003D
146.048 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

In diesem Vorhaben soll ein besseres Verständnis der Bedeutung der Darmepithelzellen bei der oralen Infektion mit MAP erzielt werden. Es soll ein Maus-Infektionsmodell etabliert werden, um die Rolle der Darmepithelzellen und die Wirtsempfindlichkeit zu untersuchen.

Korrelation zwischen MAP, MC und Dysplasie und Nachweis von MAP in Kuhmilch humanen und murinen Gewebeproben mittels RT-PCR

Justus-Liebig-Universität Gießen
FB 10 – Veterinärmedizin
Institut für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde

Frankfurter Str. 92
35392 Gießen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Michael Bülte
0641 9938-250
01KI1003E
357.834 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

In diesem Vorhaben sind zwei Teilprojekte, C4 und C5, die beide an der Universität Gießen durchgeführt werden, zusammengefasst. Im Teilprojekt C4 soll der Zusammenhang zwischen MAP, Morbus Crohn und Veränderungen im Gewebe untersucht werden. Es soll geklärt werden, wie sich die orale MAP-Infektion auf die Expression von Matrix-Metalloproteinasen auswirkt und welchen Einfluss eine Immunsuppression auf das Expressionsmuster sowie die Entwicklung von Fehlbildungen im Gewebe hat. Im Teilprojekt C5 soll der Nachweis von MAP in Milch und Milchprodukten sowie in Gewebeproben von Mensch und Maus mittels kultureller Anzüchtung und real-time-PCR erfolgen.

Differenzierung von Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis Isolaten - Zusammenhang zwischen Genotyp und Phänotyp

Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für molekulare Pathogenese

Naumburger Str. 96 a
07743 Jena

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Heike Köhler
03641 804-240
01KI1003F
193.718 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

In diesem Vorhaben soll untersucht werden, ob MAP-Isolate von Tier und Mensch unterschiedlichen Genotyps unterschiedliche phänotypische Eigenschaften aufweisen. Dazu soll eine Auswahl an MAP-Isolaten aus verschiedenen Regionen Deutschlands mit genetischen und phänotypischen Untersuchungsmethoden hinsichtlich ihrer Proteinexpressionsmuster sowie im Maus-Infektionsversuch hinsichtlich ihrer Virulenz charakterisiert werden.
Die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse werden zeigen, ob die klinische und pathologische Ausprägung einer MAP-Infektion von molekularen Eigenschaften des MAP-Isolates beeinflusst wird. Damit werden erforderliche Grundlagen für die Entwicklung von Interventionsstrategien gegen die Paratuberkulose in Wiederkäuerbeständen geschaffen.

Modulation des mukosalen Zytokinprofils bei Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis und Morbus Crohn

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Universitätsklinikum - Medizinische Klinik 1
Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie

Ulmenweg 18
91054 Erlangen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Raja Atreya
09131 85-45107
01KI1003G
175.140 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Ziel dieses Vorhabens ist die Analyse des mukosalen Zytokinprofils bei MAP-positiven Patienten mit Morbus Crohn. Dabei soll insbesondere die Auswirkung des intestinalen MAP-Nachweises auf die Expression verschiedener Zytokine bei  Patienten mit Morbus Crohn untersucht werden. Dazu sollen bei Patienten mit Morbus Crohn und Kontrollpatienten intestinale Biopsien entnommen werden. Ziel dieses Vorhabens ist ein besseres Verständnis der immunpathogenetischen Beteiligung von MAP in der mukosalen Entzündungsreaktion bei Morbus Crohn.

Verbund: ToxoNet02 - Netzwerk zur Toxoplasmose bei Mensch und Tier in Deutschland: Pathogenese, Risikofaktoren und Kontrolle

Der Verbund beschäftigt sich mit der Toxoplasmose, einer Infektionskrankheit, die durch Toxoplasma gondii verursacht wird. Für den Menschen ist die Toxoplasmose bei Schwangeren und bei immunsupprimierten Patienten von großer klinischer Bedeutung. Nutztiere, besonders Schafe, Schweine und Geflügel, sind ein Erregerreservoir.

Koordination und Persistenz von Toxoplasma gondii in der Skelettmuskulatur, in der Retina und im Gehirn; Toxoplasmose bei Mensch und Tier in Deutschland: Pathogenese, Risikofaktoren und Kontrolle

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum
Institut für medizinische Mikrobiologie

Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dirk Schlüter
0391 67-13317
01KI1002A
358.806 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

In diesem Teilprojekt sollen die Interaktionen von Toxoplasma gondii mit murinen und humanen Neuronen sowie Pigmentepithelzellen des Auges charakterisiert werden. Ziel der Arbeiten ist es, Mechanismen der Persistenz sowie der Kontrolle des Parasiten im Gehirn und im Auge aufzudecken.

Untersuchungen zur Persistenz des Erregers in der Skelettmuskulatur von Zwischenwirten sowie zur Diagnostik und Epidemiologie der Toxoplasmose

Georg-August-Universität Göttingen
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät
Zentrum Hygiene und Humangenetik
Medizinische Mikrobiologie

Kreuzbergring 57
37075 Göttingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Apl.-Prof. Dr. Carsten Lüder
0551 39-5869
01KI1002B
460.275 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

In dem Vorhaben soll das Überleben und die Persistenz von Toxoplasma gondii in Skelettmuskelzellen als wichtige Voraussetzung einer lebensmittelbedingten Übertragung auf den Menschen untersucht werden. Außerdem sollen Antigene des Parasiten für die Serodiagnostik bei Mensch und Tier evaluiert und Risikofaktoren für die Übertragung auf den Menschen in Deutschland definiert werden. Im Teilprojekt 1a werden spezifische Interaktionen von Toxoplasma mit Skelettmuskelzellen charakterisiert. Dazu werden Transkriptomanalysen des Parasiten und der Wirtszellen durchgeführt und spezifisch in Skelettmuskelzellen regulierte Gene funktionell untersucht. Im Teilprojekt 8 werden bereits vorhandene rekombinante Antigene von Toxoplasma gondii eingesetzt, um den Infektionszeitpunkt serologisch zu diagnostizieren und klinische Manifestationen prognostizieren zu können. Außerdem sollen neue Antigene mit diagnostischem und prädiktivem Potenzial identifiziert werden. Definierte Seren werden über ein bundesweites Labornetzwerk bzw. von den Veterinären des Verbundes eingesandt. Durch Befragung von Patienten sollen außerdem Risikofaktoren einer Infektion in Deutschland identifiziert werden.

Experimentelle Studien zur Abschätzung des Toxoplasma-gondii-Übertragungsrisikos über Puten- und Hähnchenfleisch auf den Menschen sowie Adaptierung bisheriger Nachweisverfahren an großvolumige Proben

Universität Leipzig
Veterinärmedizinische Fakultät
Institut für Lebensmittelhygiene

An den Tierkliniken 1
04103 Leipzig

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Karsten Fehlhaber
0341 97-38221
01KI1002C
272.778 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Ziel ist es, den Infektionsweg Pute/Hähnchen – Lebensmittel – Mensch weiter aufzuklären. Dazu soll die Verweildauer von Gewebezysten in Organen und Muskulatur von Puten und auch in Masthähnchen nach experimenteller Infektion bis in die Mastendphase untersucht werden. Außerdem sind weiterführende Versuche zur Tenazität von T.-gondii-Gewebezysten in nicht erhitzten Fleischerzeugnissen geplant. Zur Bearbeitung dieser Ziele ist es geplant, eine Sequence-Capture-PCR zum Nachweis von T. gondii für großvolumige Proben zu etablieren.

Validierung, Optimierung und Standardisierung diagnostischer Methoden zur Überwachung der Toxoplasmose bei Lebensmittel liefernden Tieren und Produkten tierischen Ursprungs in Monitoring- und Surveillanceprogrammen

Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Parasitologie

Bünteweg 17
30559 Hannover

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Astrid M. Tenter
0511 953-8499
01KI1002D
274.288 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Ziele dieses Vorhabens sind zum einen die Validierung, Standardisierung und Automatisierung diagnostischer Methoden zur Untersuchung handelsüblicher Frischfleischprodukte vom Schwein auf eine Kontamination mit Toxoplasma gondii und zum anderen die Untersuchung des Einflusses verschiedener Infektionsparameter auf den Befallsgrad und die Verteilung infektiöser Stadien von T. gondii in verschiedenen Muskelpartien des Schweins.
Es sollen vorhandene und neue Testsysteme zur Untersuchung von Fleischsaftproben validiert und standardisiert werden. Die dazu nötigen Referenzproben werden aus Schweinen gewonnen, die experimentell mit verschiedenen Parasitenstämmen, Entwicklungsstadien und Infektionsdosen infiziert werden. Um den Einfluss der Infektionsparameter auf den Befallsgrad und die Verteilung des Parasiten im Schlachtkörper zu untersuchen, werden gepaarte Fleischsaft- und Hackfleischproben aus verschiedenen Muskelpartien hergestellt und deren Infektiosität mittels Bioassay überprüft werden.

Funktionelle Charakterisierung neuer immundominanter Antigene von Toxoplasma gondii: Vergleichende Analyse von humoralen und zellulären Immunparametern

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Institut für Medizinische Mikrobiologie, Krankenhaushygiene und Virologie

Moorenstr. 5
40225 Düsseldorf

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Walter Däubener
0211 81-12464
01KI1002E
222.480 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

In diesem Teilprojekt soll die Bedeutung von rekombinanten Antigenen zur Diagnose der Toxoplasmose beim Menschen und bei Nutztieren analysiert werden. Ziel ist es, ein Zellkultursystem zu entwickeln, um den Verlauf der Infektion bei Neugeborenen und Schwangeren zu untersuchen und den Immunstatus bei immunsupprimierten Patienten quantitativ zu erfassen.

Typisierung und Unterschiede in der Virulenz von Toxoplasma gondii bei Menschen und Tieren in Deutschland

Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für Epidemiologie

Seestr. 55
16868 Wusterhausen/Dosse

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Gereon Schares
033979 80-193
01KI1002F
351.007 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

In diesem Teilprojekt soll die  Assoziation von Geno- und Serotypen von Toxoplasma gondii mit menschlichen Erkrankungsformen bestimmt werden. Des weiteren sollen Isolate typisiert werden, die in potenziellen Infektionsquellen für den Menschen (Fleisch, von Katzen ausgeschiedene Oozysten) nachgewiesen werden. Die Genotypisierung wird auf mindesten zehn unabhängigen genetischen Markern basieren. Unterschiede in der Virulenz genetisch verschiedener Isolate werden in Tiermodellen aber auch in in vitro untersucht. Zur serologischen Bestimmung des Genotyps, mit dem Menschen infiziert sind, werden neben bereits bekannten auch neu generierte Peptidantigene verwendet. Analoge Tests werden auch für Seren eingesetzt, die von experimentell infizierten Tieren stammen. Die zu erwartenden Ergebnisse werden aufklären helfen, ob ein Zusammenhang zwischen bestimmten Geno- oder Serotypen und dem Auftreten gewisser Krankheitsverläufe beim Menschen besteht. Dadurch werden sie dazu beitragen, die für Deutschland relevanten Infektionsquellen aufzudecken.

Untersuchungen zur Epidemiologie, Klinik und Pathogenese der durch Toxoplasma gondii verursachten Netzhautentzündung

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Augenklinik

Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Uwe Pleyer
03045055-4131
01KI1002G
262.286 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Im Rahmen dieses Vorhabens soll geklärt werden ob das Parasitenstadium und der Geno- bzw. Serotyp der Toxoplasmen entscheidend für die klinische Manifestation, das Rezidivverhalten und den Schweregrad der okulären Toxoplasmose, der Infektion an der Retina, sind. Um dies zu beantworten, werden  verschiedene Antikörper von Patienten mit klinisch asymptomatischer oder symptomatischer okulärer Toxoplasmose untersucht. Zusätzlich sollen immunologische Parameter im Kammerwasser von Patienten mit unterschiedlichem Krankheitsverlauf bestimmt werden.

Verbund: Q-Fieber

QFieber (QueryFieber) ist eine der wenigen gemeingefährlichen und hoch virulenten Zoonosen, die in Deutschland noch endemisch verbreitet sind. Sie wird durch Coxiella burnetii verursacht. Infizierte Nutztiere (z. B. Schafe) scheiden Coxiellen mit Geburtsprodukten, dem Urin, dem Kot und der Milch aus oder tragen infizierten Zeckenkot in ihrem Fell. Die Infektion bleibt häufig unerkannt. Nur schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der Infizierten entwickeln eine grippeartige Erkrankung, die durch Hepatitis, Pneumonie oder Myoperikarditis einen komplizierten Verlauf nehmen kann.  Der Verbund befasst sich mit  Epidemiologie und molekularer Pathogenese. Im Mittelpunkt der epidemiologischen Forschung stehen Prävalenzstudien bei Mensch und Tier. Der zweite Themenkomplex gilt Erkenntnissen zur molekularen Pathogenese und Epidemiologie von C. burnetii, deren Umsetzung in neue Diagnostika und möglicherweise auch Prophylaktika. Dazu wird die experimentelle Infektion mit C.  burnetii auf oralem und inhalativem Wege bei Schafen durchgeführt.

Epizootiologie von Q-Fieber bei Wiederkäuern und wild lebenden Säugetieren (TP1.4) und Determinanten der Ausscheidung von C. b. durch tierische Wirte/Wirtsseite (TP1.6)

Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für bakterielle Infektionen und Zoonosen

Naumburger Str. 96 a
07743 Jena

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Heinrich Neubauer
03641 804-200
01KI1001A
885.666 EUR
01.08.2010 - 31.07.2013

In einem Teil des Vorhabens werden Proben von Nutztieren, Wildtieren und Vektorpopulationen, wie Zecken und Nagetiere, auf den Erreger Coxiella burnetii hin mittels PCR, Zellkultur und ELISA untersucht. Im anderen Teil des Vorhabens werden durch Kombination von Erreger-Typisierung und Verwendung wirtstierspezifischer primärer Zellkulturen Biomarker für die Bewertung genetischer Stammunterschiede im Hinblick auf das humane Gefährdungspotenzial von Coxiella burnetii definiert.

Vorkommen, Klinik und Therapie der Q-Fieber-assoziierten Endokarditis (TP1.1)

Regierungspräsidium Stuttgart
Abt. 9 Landesgesundheitsamt

Nordbahnhofstr. 135
70191 Stuttgart

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Silke Fischer
0711 904-39301
01KI1001B
468.799 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

Das Vorhaben hat das Ziel, das chronische Q-Fieber beim Menschen, insbesondere Q-Fieber assoziierte Endokarditiden, genauer zu verstehen und seine differentialdiagnostische Bedeutung sowie die Therapieoptionen zu verbessern. Die Seroprävalenzstudie soll auf weitere Bundesländer ausgeweitet werden.

Methodenevaluierung zur Quantifizierung infektiöser Partikel und deren Einsatz bei Expositionsbestimmungen im Feld, Isolierung humanpathogener Coxiellen, Screening von Ixodes ricinus (TP  1.2 A) und Fatigue sowie Chronifizierung (TP 1.2)

Universitätsklinikum Jena
Institut für Medizinische Mikrobiologie (IMM)

Semmelweisstr. 4
07743 Jena

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Katharina Boden
03641 9393-640
01KI1001C
233.732 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

In einem Teil des Vorhabens sollen neue Methoden zur Quantifizierung infektiöser Coxiellen und deren Einsatz bei Expositionsbestimmungen im Feld entwickelt und evaluiert werden. In Zusammenarbeit mit der CAPNetz-Stiftung sollen 150 Proben von Patienten (Rachenspülwasser) mit ambulant erworbener Lungenentzündung auf Coxiellen untersucht werden. Im anderen Teil soll der mögliche Zusammenhang zwischen einer Q-Fiebererkrankung und dem chronischen Müdigkeitssyndrom an einem definierten Patientenkollektiv aus Jena weiter untersucht werden.

Funktioneller Genom- und Proteomvergleich von Coxiella burnetii zur Diagnostik und Therapieentwicklung des Q-Fiebers einschl. Untersuchung der Wechselwirkung der „Host-Pathogen“ Interaktion auf der Ebene der RNA Transkripte beim Menschen

Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB)
Neuherbergstr. 11
80937 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Dimitrios Frangoulidis
089 3168-3869
01KI1001E
348.857 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

Mit Hilfe der Transkriptomanalyse soll die Wechselwirkung zwischen dem Erreger Coxiella burnetii und dem Wirt auf der Ebene der RNA Transkripte untersucht werden. Mittels Sequenzanalyse und Computermodellierung sollen spezifische Proteine als diagnostische Marker und Angriffspunkte für eine mögliche Therapie identifiziert werden.

Determinanten der Ausscheidung von Coxiella burnetii durch tierische Wirte - Erregerseite (TP 1.6b)

Justus-Liebig-Universität Gießen
FB 10 - Veterinärmedizin

Frankfurter Str. 94
35392 Gießen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Carsten Heydel
0641 99-38308
01KI1001G
86.815 EUR
01.09.2010 - 31.08.2013

Ziel des Vorhabens ist es durch Kombination von Erreger-Typisierung und Verwendung wirtstierspezifischer primärer Zellkulturen die Interaktion von Coxiella burnetii (C. b.) mit Makrophagen von Wiederkäuern in vitro zu untersuchen. C. b.-Isolate müssen hinsichtlich genetischer Ausstattung und Phase charakterisiert, 15 Isolate verschiedener Wirtsspezies ausgewählt und für die Zellkulturversuche vermehrt, aufgereinigt und quantifiziert werden. Um eine eventuelle Wirtsadaptation der Isolate nachzuweisen wird die Vermehrungsfähigkeit in Makrophagen von Rind, Schaf und Ziege quantifiziert. Hochvirulente Stämme sollen identifiziert werden, um sie in Anschlussuntersuchungen auf potenzielle Virulenzfaktoren zu untersuchen und Bewertungskriterien für das Risikopotenzial von Feldisolaten zu schaffen. C. b.-Isolate werden durch MLVA- und PCR-Untersuchungen (Plasmid-/adaA-Status) charakterisiert und ihre Phase mittels phasenspezifischer Seren im ELISA ermittelt. Ausgewählte Isolate werden in BGM-Zellkulturen vermehrt und durch differentielle Zentrifugation gewonnen. Die Partikelkonzentration wird mikroskopisch bestimmt. Zur Quantifizierung der Vermehrungsfähigkeit wird die in Makrophagen-Kultur-Lysaten (Tiefgefrieren, Sonifikation) enthaltene Konzentration vakuolenbildender Einheiten in Verdünnungsreihen (Mikrotiterplatten) an BGM-Zellen ermittelt.

Verbund: Zoonotische Chlamydien 

Die unzureichende diagnostische Erfassung Chlamydien-bedingter zoonotischer Erkrankungen hat zu einem Nachholbedarf an systematischer und multidisziplinärer Forschung geführt. So gelten die von Chlamydophila (Cp.) psittaci hervorgerufene Psittakose, die von Cp. abortus hervorgerufenen Aborte und andere Chlamydien-bedingte Zoonosen als unterschätzte Infektionskrankheiten. Der Verbund umfasst acht Einzelprojekte zur Abschätzung der Inzidenz, Aufklärung der molekularen Pathogenese, Verbesserung der Labordiagnostik und Weiterentwicklung der medikamentösen Behandlung humaner zoonotischer Chlamydieninfektionen. Neben einer Studie zur Bedeutung chlamydialer Zoonosen bei Beschäftigten in der Landwirtschaft und anderen Kontaktpersonen wird ein Tiermodell der aerogenen Infektion im Kalb etabliert und eingehend untersucht. Die Ergebnisse fließen in ein Projekt ein, das auf neue Ansätze für die antibiotische Therapie zielt. Außerdem werden neue Mikroarray-basierte diagnostische Tests für Chlamydien entwickelt und evaluiert.

Die Relevanz Immunogener C. abortus-Proteine bei der Virulenz und Diagnostik des Erregers (TP 3)

Universität Ulm – Universitätsklinikum
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene

Albert-Einstein Allee 23
89081 Ulm

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Andreas Essig
0731 500-65301
01KI1011C
466.754 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Das Teilprojekt 3 beschäftigt sich mit der Relevanz immunogener C.abortus-Proteine bei der Virulenz und Diagnostik des Erregers. Während der ersten Förderphase wurden potenzielle diagnostische Markerproteine von C. abortus identifiziert, die in der zweiten Förderperiode rekombinant hergestellt und mit einem standardisierten Testsystem ("Line-Assay") für seroepidemiologische Studien bei Schafherden und anderen Wiederkäuern sowie bei den entsprechenden Kontaktpersonen genutzt werden sollen. Unter diesen Proteinen finden sich putative Virulenzfaktoren, für die eine Sekretion über das Typ III-Sekretionssystem vorhergesagt wird. Die subzelluläre Lokalisation und Expression der Proteine wird vergleichend in Epithelzellen und Alveolarmakrophagen mittels indirekter Immunfluoreszenzmikroskopie und Immunogold-Elektronenmikroskopie untersucht. Die Expressionsanalyse auf Transkriptionsebene soll mittels RT-PCR durchgeführt werden. Mittels Yeast Two-Hybrid Screen wird die Identifizierung der Proteinbindungspartner erfolgen.

Wechselwirkung von zoonotischen Chlamydien mit ihren Wirtszellen (TP 4)

Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V.
Hans-Knöll-Institut

Beutenbergstr. 11 a
07745 Jena

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hans Peter Saluz
03641 532-1200
01KI1011D
270.536 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Ausgehend von der Hypothese, dass Chlamydien eigene Effektorproteine mittels Typ III- und anderer Sekretionssysteme mit Wirtsproteinen in Kontakt bringen und so deren Funktion beeinflussen, soll nach weiteren Wirtsproteinen gesucht werden, die mit chlamydialen Proteinen interagieren. Dabei soll die Köderbank um Proteine von Cp. abortus erweitert werden, gegen die im Wirtsorganismus (Schaf, Mensch) Antikörper gebildet werden. Ausgehend von der Tatsache, dass humane Wirtsgene im Verlauf einer Chlamydieninfektion offensichtlich umprogrammiert werden, soll darüberhinaus der Frage nachgegangen werden, wie sich die Bindung ausgewählter Wirts-Transkriptionsfaktoren an seine Targetsequenzen über den Infektionsverlauf ändert. Ziel ist hier die Identifizierung von Zellfunktionen, die durch die Infektion beeinflusst werden.

Evaluierung antibiotischer Therapieverfahren (TP 8)

Universitätsklinikum Jena
Institut für Medizinische Mikrobiologie (IMM)

Erlanger Allee 101
07747 Jena

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Jürgen Rödel
03641 9393633
01KI1011E
242.996 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Dieses Vorhaben hat das Ziel, ein molekularbiologisches Monitoring der Persistenz von Chlamydien im Respirationstrakt durch Analyse differentiell regulierter chlamydialer Gene zu etablieren. Darüberhinaus steht dür die 2. Förderphase die Modulation der epithelialen Entzündungsreaktion im Zusammenhang mit Faktoren des Tissue Remodeling durch eine Antibiotikatherapie im Mittelpunkt des Interesses.

Identifizierung und Charakterisierung von kulturbedingungsabhängigen Virulenzfaktoren (TP 9)

Medizinische Hochschule Hannover
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene

Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Andreas Klos
0511 532-4342
01KI1011F
327.821 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Die Virulenz der Chlamydien im Maus-Pneumoniemodell hängt von der Temperatur ab, unter der die Bakterien vor der Infektion angezüchtet werden. Über differenzielle Transkriptom- und Proteomanalysen bietet dies einen neuen Ansatzpunkt zur angestrebten Identifizierung chlamydialer Virulenzfaktoren. Wissenschaftlichen Ziele dieses Vorhabens sind 1) die Identifizierung Temperatur-abhängig exprimierter Virulenzfaktoren von Cp. psittaci und Cp. pneumoniae in späten Retikularkörperchen und Elementarkörperchen; 2) die funktionelle Charakterisierung der Kandidaten nach deren ektoper Expression und 3) die funktionelle Aufklärung des Pathomechanismus im Tiermodell und in Zellkultur.

Identifizierung und Charakterisierung von Pathogen-Wirts-Interaktionen (TP 10)

Max-Planck-Gesellschaft (MPG),
vertreten durch das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie

Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Dagmar Heuer
030 28460-426
01KI1011G
369.738 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Ziel des Vorhabens ist die Identifizierung von Schlüsselinteraktionen während der Infektion humaner Wirtszellen mit zoonotischen Chlamydien und die Aufklärung der zu Grunde liegenden molekularen Mechanismen. Schwerpunkte hierbei liegen in der Untersuchung des Golgi-Apparates und einer globalen loss-of-function Analyse. Geplant ist eine vergleichende Analyse von aviären, nicht-aviären und humanen Chlamydienstämmen hinsichtlich ihrer Interaktion mit dem Golgi-Apparat der Wirtszelle. Des Weiteren sollen mit Hilfe eines genomweiten RNAi-basierten "loss of function" Screens Wirtszellfaktoren identifiziert und validiert werden, die die Infektion mit Chlamydia psittaci hemmen oder verstärken.

Koordination, Modelle für chronische und persistente Infektionen bei Mensch und Tier

Friedrich-Loeffler-Institut Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für molekulare Pathogenese

Naumburger Str. 96 a
07743 Jena

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Konrad Sachse
03641 804-334
01KI0720
1.298.711 EUR
01.09.2007 - 31.08.2011

Im Teilprojekt 2 werden die Pathogenese der Chlamydieninfektion und Übertragungsmechanismen vom Tier zum Menschen untersucht. Dabei soll ein Modell der respiratorischen Chlamydophila-psittaci-Infektion im Kalb etabliert werden. Neben klinischen Symptomen wird eine Vielzahl pathophysiologischer und lungenfunktionsdiagnostischer Parameter bestimmt sowie die humorale und lokale zelluläre Immunantwort im Detail charakterisiert. TP VI behandelt die zellulären Wege der MHC I-Antigenprozessierung in infizierten antigenpräsentierenden Zellen. Dabei werden die intrazellulären Abläufe der MHC I-Präsentation Chlamydien-infizierter dendritischer Zellen sowie deren mögliche Kooperation mit zellautonomer Resistenz untersucht, um Anhaltspunkte zur Entwicklung künftiger Impf- und Behandlungsstrategien zu gewinnen. Neue diagnostische Tests auf der Basis der DNA-Mikroarraytechnik werden im TP VII entwickelt. Es entstehen schnelle Genotypisierungstests, mit denen die Genotypen von Cp. psittaci u.C.trachomatis in einem Arbeitsgang bestimmt werden. Ein weiterer Nachweistest ermöglicht die Durchführung sämtlicher Arbeitsschritte im gleichen Gefäß innerhalb einer Stunde.

Verbund: Arbovirusinfektionen in Deutschland

Der Forschungsverbund „Arbovireninfektionen in Deutschland“ fasst integrativ virologische Forschergruppen aus den Bereichen Tier- und Humanmedizin sowie Wildtierbiologen zusammen. Ziel des Verbundes ist es, eine gemeinsame Netzwerkstruktur aufzubauen, die sich mit der Erforschung der Pathogenese, der Entwicklung von Diagnostika und dem Aufbau von Überwachungssystemen arboviraler Enzephalititis-Erreger befasst. Da bis zu 70% der aseptischen Meningoenzephalitiden ätiologisch ungeklärt sind, ist dieses Vorhaben von zentraler medizinischer Bedeutung. Daten zur Prävalenz von Arboviren stehen zurzeit weder für Arthropodenpopulationen (Vektoren), noch für Tierreservoire (z. B. Kleinsäuger) zur Verfügung. Für den Menschen ist nur eine Anzahl der jährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis-Fälle (FSME) in den Endemiegebieten bekannt. Der Anteil der aseptischen Meningitiden, die durch andere europäische Arboviren verursacht werden, ist unbekannt. Die Schließung der Wissenslücken auf den Gebieten Pathogenese, Diagnostik und Überwachung soll zukünftig eine Risikoanalyse für das öffentliche Gesundheitswesen ermöglichen.

Isolierung und Charakterisierung von in Zecken zirkulierenden Arbovirus-Stämmen (Teilprojekt 3)

Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB)
Neuherbergstr. 11
80937 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Martin Pfeffer
089 3168-3281
01KI0712
262.847 EUR
01.07.2007 - 31.05.2012

In Deutschland stieg in den letzten Jahren die Zahl der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)-Erkrankungsfälle. Möglicherweise ist dies durch eine Virulenzsteigerung neu auftretender virulenter FSME-Virusstämme bedingt. Aus Deutschland stehen seit ca. 30 Jahren keine FSME-Virusisolate zur Verfügung. FSME-Virusstämme und andere durch Zecken übertragene Arboviren sollen in Deutschland isoliert, molekularbiologisch charakterisiert und zellbiologisch auf ihre Virulenz getestet werden. Aus hochendemischen FSME-Regionen Bayerns, Baden-Württembergs und Hessens werden Zecken auf FSME-Virus untersucht und die Virusstämme isoliert. Die Stämme werden molekularbiologisch charakterisiert (Sequenzierung). In verschiedenen Zellsystemen (u. a. Makrophagen, Neuroblastom-, Glioblastom-Zelllinien als primäre Zielzellen im Organismus) werden die Replikationsfähigkeit und Apoptose-Mechanismen mit bekannten FSME-Virusstämmen und russischen Virusstämmen verglichen. Virusisolate stehen für weitere Teilprojekte zur Verfügung. Die Ergebnisse können zeigen, warum Patienten leicht oder schwer erkranken. Es können neue Nachweisverfahren entwickelt und neue Ursachen für Infektionen des zentralen Nervensystems nachgewiesen werden.

FSME-Virus und Interferon-System (Teilprojekt 1) und (Teilprojekt 8)

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Universitätsklinikum
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene

Hermann-Herder-Str. 11
79104 Freiburg im Breisgau

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Ursula Meyer-König
0761 203-6611
01KI0711
496.725 EUR
01.07.2007 - 30.09.2011

Teilprojekt 1: FSME-Virus und Interferon-System
Ziel ist die Aufklärung der Interaktionen zwischen Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus und dem antiviralen Interferonsystem. Dazu werden die virale IFN-Induktion gemessen, die IFN-Antagonisten und antiviralen Faktoren identifiziert. Die neuen Erkenntnisse über die anti-IFN-Strategien des FSME-Virus erweitern das Verständnis der Pathogenese. Die Etablierung neuer prognostischer Marker ist möglich. Langfristig könnten neue Impfstoffe entwickelt werden.

Teilprojekt 8: Diagnose von Arbovirus-Infektionen
Ziel ist die Diagnose von Arbovirus-Infektionen bei Patienten mit Meningoenzephalitis bei ungeklärter Ätiologie. Dies ist bei 70% der Fälle gegeben. Neue Arbovirus-Tests werden entwickelt und eingesetzt. Arbeitspakete sind Datenbank und klinisches Probenarchiv, neue Diagnoseverfahren und Verbesserung der Aufklärungsrate bei Meningoenzephalitiden unbekannter Ätiologie.

Interaktion des FSMEV mit Antigen-präsentierenden Zellen (Teilprojekt 2); Entwicklung molekularer Diagnostik für europäische Arboviren (Teilprojekt 4); Zeckenparasitismus bei Wildtieren: Untersuchung der arboviralen Infektionsrate (Teilprojekt 6)

Georg-August-Universität Göttingen
Zentrum Hygiene und Humangenetik
Medizinische Mikrobiologie

Kreuzbergring 57
37075 Göttingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Frank Hufert
0551 39-5872
01KI0710
1.382.076 EUR
01.07.2007 - 30.09.2012

Teilprojekt 2: Interaktion des FSMEV mit Antigen-präsentierenden Zellen
Untersucht wird die Interaktion von FSMEV mit Antigen präsentierenden Zellen (APC). Der Einfluss auf die Funktion der APC, die Rolle dieser Zellen bei der Ausbreitung des Virus und die Mechanismen der FSMEV-vermittelten Immunmodulation stehen dabei im Mittelpunkt. FSMEV-Isolate werden charakterisiert, analysiert werden die Virusreplikation in APC, die Oberflächenmarkerexpression und die biologische Funktion humaner APC und von APC im Maussystem nach Virusinfektion. Die Erkenntnisse könnten zur Definition neuer prognostischer Marker der FSMEV-Pathogenese und zur Herstellung neuartiger Impfstoffe und Entwicklung antiviraler Medikamente führen.

 

Teilprojekt 4: Entwicklung molekularer Diagnostik für europäische Arboviren
Ziel ist die Optimierung der Standarddiagnostik in Deutschland bei Fällen der aseptischen Meningoenzephalitis. Dazu werden molekulare und serologische Methoden zur Detektion von 14 europäischen Arboviren entwickelt. Hinzu kommen die Entwicklung von Real-Time-RT-PCR-Verfahren (F-RT-PCR) und Microarray-Verfahren. Die 14 Arboviren werden angezüchet und sequenziert. Die Zeckenpools aus Teilprojekt 6 werden untersucht. Angestrebt wird die Entwicklung eines PamGene Microarray-Verfahrens.

Teilprojekt 6: Zeckenparasitismus bei Wildtieren: Untersuchung der arboviralen Infektionsrate
Die Beziehung von Wirtsmerkmalen bei Rehen und Mäusen zu Arboviren-Infektionsraten und Zeckenbefall wird erfasst. Das Infektionsrisiko mit Arboviren für Menschen kann ggf. durch geeignete Maßnahmen der Regulierung von Wirtstierpopulationsdichten gesenkt werden. Schätzung Populationsdichte von Rehen und Mäusen, Beprobung von Rehen, Mäusen und Zecken.

b) Liste der abgeschlossenen Vorhaben 

 

 

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