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Öffentliche Bekanntmachung: |
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Förderzeitraum: |
2007 - 2015 |
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Gesamtvolumen: |
27,3 Mio. EUR |
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Vorhabenzahl: |
22 |
1. Ziele des Förderschwerpunktes
Die molekulare Medizin hat durch den wissenschaftlich-technischen Erkenntnisgewinn in den letzten Jahren einen nachhaltigen Entwicklungsschub erhalten. Exemplarisch hierfür sind die Entschlüsselung des menschlichen Genoms, die Erschließung Chip-basierter und massenspektrometrischer Technologien (RNA, DNA und Proteine, MALDI-TOF, SELDI) und die Entwicklung neuer zellbiologischer Methoden. Ergebnisse der Grundlagenforschung haben zu einem verbesserten Verständnis der grundlegenden Prozesse und einer Vielfalt von Werkzeugen geführt.
Eine weitere Herausforderung besteht darin, die Erkenntnisse der Grundlagenforschung für die klinische Praxis nutzbar zu machen. Die Etablierung von verlässlichen diagnostischen und prognostischen Markern für eine leistungsfähige molekulare Diagnostik steht bei vielen Erkrankungen erst am Anfang. Einer der wesentlichen Engpässe ist die Validierung von potenziellen Biomarkern. Daher ist zu erwarten, dass eine bessere Verknüpfung der Resultate aus der Grundlagenforschung mit klinischen Befunden aus gut charakterisierten Patientenkohorten die Entwicklung und Validierung neuer Marker beschleunigen wird.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert daher die Weiterentwicklung potenzieller innovativer Biomarker für eine molekulare Diagnostik. Die Förderung soll dazu beitragen, die molekulardiagnostische Forschung in Deutschland zu stärken und die Umsetzung der Ergebnisse der Grundlagenforschung zu einem medizinisch nutzbaren und wirtschaftlich verwertbaren Produkt oder Verfahren zu beschleunigen. Dazu ist eine enge Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft notwendig.
2. Stand der Fördermaßnahme
Die Fördermaßnahme "Molekulare Diagnostik" wurde am 11.07.2006 mit zwei Abgabeterminen (31.10.2006 und 31.10.2007) bekannt gemacht. Zum ersten Stichtag lagen 86 Antragsskizzen mit einem beantragten Fördervolumen von 106 Mio. Euro vor. Zum zweiten Stichtag lagen 43 Antragsskizzen mit einem beantragten Fördervolumen von 86 Mio. Euro vor. Die Auswahl der Vorhaben wurde in einem zweistufigen Verfahren durchgeführt. Es wurden aus der ersten Runde elf Vorhaben und aus der zweiten Runde neun Vorhaben gefördert. Die dritte Runde wurde am 22.06.2010 veröffentlicht. Zum Stichtag 07.10.2010 lagen insgesamt 64 Anträge mit einem beantragten Fördervolumen von 92 Mio. € vor. In der dritten Runde werden zwei Anträge gefördert. Insgesamt wurden und werden 22 Verbund- und Einzelvorhaben mit einem Gesamtvolumen von 22,2 Mio. Euro in allen drei Runden gefördert.
3. Geförderte Vorhaben
a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben
(Sortierung innerhalb der Verbünde nach Förderkennzeichen)
Verbundprojekt: Validierung konformationeller ß1-Rezeptor-Autoantikörper bei Herzerkrankungen
Beim Syndrom der Herzinsuffizienz weisen jüngere Forschungsergebnisse auf eine pathogenetische Relevanz von Autoantikörpern (ß1-AAk) hin, die an den für die Herzfunktion essentiellen ß1-adrenergen Rezeptor binden und diesen aktivieren. Ein neuer fluoreszenz-basierter funktioneller Diagnostik-Assay erlaubt eine valide Bestimmung humaner ß1-AAk. Allerdings existiert bisher noch kein diagnostischer Standard für diese Bestimmung. Prävalenz, Ätiopathogenese und klinisch-prognostische Relevanz von ß1-AAk sollen nun mit Hilfe des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz (KNHI) und des Koordinierungszentrum für Klinische Studien Leipzig sowohl prospektiv i. R. einer longitudinalen multizentrischen Infarkt- und Myokarditis-Studie, als auch retrospektiv an großen, definierten Patientenpopulationen des KNHI ermittelt werden. Zur Detektion aktivierender ß1-AAk werden neue Fluoreszenzindikatoren für zelluläres cAMP eingesetzt. In ß1-adrenergen Rezeptor-exprimierenden Zellen kann so zellulär freigesetztes cAMP detektiert und durch Messung des Fluoreszenzresonanz-Energietransfers (FRET) quantifiziert werden. Dieser Assay wird nun zum Screenen großer Probenmengen adaptiert und in einer klinisch-diagnostischen Studie evaluiert werden.
Biostatistik
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Universität Leipzig |
Leiter: |
Prof. Dr. Markus Löffler |
Durchführung der diagnostischen Studie
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Julius-Maximilians-Universität Würzburg |
Leiter: |
Prof. Dr. Roland Jahns |
b) Liste der abgeschlossenen Vorhaben