Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren (IFB)

Öffentliche Bekanntmachungen: 2006 und 2007
Förderzeitraum: 2008 - 2013
Gesamtvolumen: ca. 75 Mio. EUR (für Bekanntmachung 2006)

Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum AdipositasErkrankungen

Integriertes Forschungs - und Behandlungszentrum für Schwindel, Gleichgewichts- und Okulomotorikstörungen

Centrum für Chronische Immundefizienz Freiburg (CCI)

IFB-Tx: Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation

Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB)

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Mit einem IFB soll in einem bedeutsamen Krankheitsbereich der nachhaltige Aufbau eines Forschung und Versorgung umfassenden Zentrums zu einem gemeinsamen, das Profil bestimmenden Schwerpunkt sowohl einer Medizinischen Fakultät als auch des zugehörigen Universitätsklinikums gefördert werden. Damit sollen Translation und wechselseitige Stimulation zwischen grundlagenbezogener und patientenbezogener klinischer Forschung gestärkt und hierdurch eine spürbar schnellere Umsetzung der Erkenntnisse in die klinische Anwendung (also in neue, wirksamere Therapiemöglichkeiten) ermöglicht werden. Hierzu gehören auch die Verbesserung der Voraussetzungen und eine interne Steigerung der Attraktivität für innovative patientenbezogene klinische Studienforschung. Zugunsten der Nachhaltigkeit ist die stärkere Förderung von Nachwuchswissenschaftlern durch frühe Selbstständigkeit und vor allem durch attraktivere Perspektiven im IFB unabdingbar. Die antragstellenden Hochschulen sind aufgefordert, geeignete fächerübergreifender Organisationsstrukturen zu entwickeln, die diese Ziele wirksam befördern.
Vorbedingungen sind exzellente Grundlagenforschung sowie einschlägige Erfahrungen in der patientenorientierten Forschung im Themenfeld des IFB. Unter Einbezug aller vorhandener und ggf. zu erweiternder Expertise ist eine langfristig angelegte Gesamtstrategie für das IFB zu entwickeln, die auch ein langfristiges Finanzierungskonzept aus BMBF Fördermitteln, Eigenmitteln und anderweitigen Drittmittel umfasst.

2. a) Stand der Fördermaßnahme (1. Aufruf)

Auf die Bekanntmachung des BMBF vom 17.05.2006 wurden 43 Skizzen eingereicht. Im Rahmen einer ersten Begutachtung durch ein internationales Gutachtergremium wurden drei Standorte zur Ausformulierung eines Vollantrags aufgefordert. Zur Bewertung der Vollanträge wurde jeder Standort durch ein fachlich ausgewiesenes internationales Gutachtergremium Vor-Ort begutachtet. Alle drei IFB-Konzepte wurden im Verlauf dieses Verfahrens zur Förderung empfohlen und bewilligt. Sie haben 2008 ihre Arbeit aufgenommen.

2. b) Stand der Fördermaßnahme (2. Aufruf)

Auf die Bekanntmachung des BMBF, 2. Aufruf vom 05.12.2007 wurden 16 Skizzen eingereicht und im August 2008 durch ein internationales Gutachtergremium begutachtet. Im Rahmen dieser Begutachtung wurden fünf im Sinne der Fördermaßnahme vielversprechende IFB-Konzepte identifiziert und die Antragsteller zur Einreichung eines Vollantrags aufgefordert. Die Vor-Ort-Begutachtungen sind für das erste Halbjahr 2009 geplant.

3. Geförderte Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren

Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum AdipositasErkrankungen

Universität Leipzig
Medizinische Fakultät

Liebigstr. 27
04103 Leipzig

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Michael Stumvoll
0341 9713380
01EO1001
23.907.982 EUR
01.05.2010 - 30.04.2015

Die Universität Leipzig schafft mit dem Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen ein Zentrum, welches nicht nur eines der größten Gesundheitsprobleme unserer Zeit an einem Standort bearbeiten, sondern Forschung und Versorgung in neuartiger Weise bündeln wird. Es soll Modellcharakter in der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung erlangen und ganz besonders den Karriereweg forschender Mediziner fördern. Mit dem Thema soll ein großer Forschungscluster am Standort auf den Weg gebracht werden und langfristig zu einem Zentrum von nationaler und internationaler Bedeutung werden. Im Zentrum sollen die vielfältigen Pathologien von Patienten mit Adipositas systematisch erforscht werden. Es werden geeignete Instrumente der Diagnostik der pathogenetischen Komponenten der Adipositas im Rahmen von klinischen Studien entwickelt. Neben der Etablierung einer rational begründeten Prävention und Therapie der Adipositas-Erkrankungen soll die interdisziplinäre Diagnostik und Therapie von Adipositas-Patienten standardisiert und zentralisiert werden. Dafür werden alle Ebenen der Diagnostik, Therapie und Versorgung der im IFB behandelten Patienten mit Adipositas in parallele Forschungsstrukturen eingebunden. Die strukturierte Förderung des klinisch tätigen Forschers auf allen Stufen der medizinischen und wissenschaftlichen Ausbildung im IFB findet besondere Aufmerksamkeit. Eine konsequente Fokussierung und Einbindung großer Teile der laufenden Grundlagenforschung auf die Themen des IFB und die Entwicklung allgemeingültiger Guidelines sind weitere wichtige Ziele des Projektes.

Integriertes Forschungs - und Behandlungszentrum für Schwindel, Gleichgewichts- und Okulomotorikstörungen

Ludwig-Maximilians-Universität München
Medizinische Fakultät
Neurologische Klinik und Poliklinik
Friedrich-Baur-Institut

Marchioninistr. 15
81377 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Thomas Brandt
089 7095-2380
01EO0901
2.947.935 EUR
01.11.2009 - 30.06.2010

Obwohl Schwindel eines der häufigsten Leitsymtome in der Medizin ist, besteht eine erhebliche Unter- und Fehlversorgung der Betroffenen. Die Ursachen hierfür sind die unzureichende interdisziplinäre Kooperation in Forschung und Patientenversorgung, fehlende Standardisierung von Diagnostik und Therapie, mangelnde Translation von aktuellen Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung und das Fehlen multizentrischer klinischer Studien. Mit dem Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) LMU für Schwindel, Gleichgewichts- und Augenbewegungsstörungen wird ein interdisziplinäres, patientenorientiertes Forschungszentrum geschaffen und auf Dauer als international führendes Referenzzentrum eingerichtet. Zentrale Einheiten des IFB LMU sind die Schwindelambulanz, das Studienzentrum, eine Ausbildungseinheit und die wissenschaftliche Zusammenarbeit vieler Kliniken, sogenannte Nachwuchsgruppen und Professuren. Junge, qualifizierte Fachkräfte können im IFB frühzeitig wissenschaftlich unabhängig arbeiten und bekommen attraktive Perspektiven für Ihre berufliche Weiterentwicklung. Flache Hierarchien und neuartige Leitungsstrukturen ermöglichen es dem wissenschaftlichen Nachwuchs, sich aktiv an Entscheidungen über die wissenschaftliche Ausrichtung des Zentrums zu beteiligen.

Centrum für Chronische Immundefizienz Freiburg (CCI)

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Universitätsklinikum
Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI)

Hugstetterstr. 55
79106 Freiburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stefan Ehl
0761 270-4309
01EO0803
24.974.562 EUR
01.08.2008 - 31.10.2013

Das IFB "Chronische Immundefizienz" (CCI) will das Verständnis und die Behandlung von angeborener und erworbener Abwehrschwäche beim Menschen verbessern. Dazu soll eine für die Universitätsmedizin modellhafte, interdisziplinäre und hierarchiearme Struktur aufgebaut werden. In ihr sollen Grundlagenwissenschaftler und Kliniker, Lehrende und Lernende gemeinsam durch ein vertieftes Verständnis der Molekularbiologie humaner Phänotypen und populationsbezogener Epidemiologie zu innovativen Prinzipien der Diagnostik und Behandlung gelangen. Elemente des CCI sind: a) CCI-Ambulanz und stationäre CCI-Einheit, in der verschiedene Kohorten von Immundefizienz-Patienten interdisziplinär von Pädiatern und Internisten aus den Bereichen Immunologie und Infektiologie betreut werden; b) Hoch spezialisierte Diagnostik, die jenseits standardisierter Laborverfahren klinische Immundefizienz auf funktioneller und molekularer Ebene definiert; c) Interdisziplinäre experimentelle Forschung mit räumlicher Integration von Immunologen, Infektiologen und Genetikern des Universitätsklinikums, der Biologischen Fakultät und des MPI für Immunbiologie und des Instituts für Transfusionsmedizin Ulm; d) CCI-Konferenz zwischen Klinikern und Grundlagenforschern, Tandemprojekte, klinische Forschung und interventionelle Studien, die die Translation von Forschungsergebnissen in die Klinik und zurück vorantreiben; e) Duale Ausbildung zu Exzellenz in Klinik und Forschung; f) Management, das mittelfristig die ökonomische Nachhaltigkeit integrierter medizinischer Forschung und Behandlung von Patienten mit Immundefizienz sichert.

IFB-Tx: Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation

Medizinische Hochschule Hannover
Zentrum Innere Medizin
Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen

Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hermann Haller
0511 532-6319
01EO0802
24.746.380 EUR
01.07.2008 - 30.06.2013

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) stellt eines der großen nationalen und internationalen Zentren der Transplantationsmedizin dar. Mit dem IFB-Tx soll die patientenorientierte Forschung ausgebaut werden. Das Ziel ist, durch Integration der klinischen Abteilungen sowie einer engen Kooperation zwischen Grundlagenforschung und Klinik ungelöste Probleme in der Transplantationsmedizin wissenschaftlich anzugehen und zu lösen, neue diagnostische und therapeutische Strategien einzuführen und damit die Qualität der Organtransplantation und der Organüberlebenszeiten zu verbessern. Auf der Grundlage der an der MHH durchgeführten großen Anzahl von Organ- und Zelltransplantationen wird es im geplanten IFB-Tx möglich sein, in großen klinischen und klinisch-experimentellen Studien wichtige Fragestellungen in der Transplantationsmedizin zu untersuchen, die klinische Forschung zu stärken, internationale Standards zu setzen und richtungweisende Veränderungen einzuführen. Die im IFB-Tx durchgeführten Projekte werden zur Etablierung neuer diagnostischer und therapeutischer integrierter Versorgung führen.

Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB)

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Charité Mitte
Klinik und Poliklinik für Neurologie

Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Matthias Endres
030 450 560-257
01EO0801
24.746.380 EUR
01.06.2008 - 31.05.2013

Das Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB) will die Therapieoptionen für Schlaganfallpatienten erweitern und exemplarisch neue Wege in der Universitätsmedizin beschreiten. Hierzu werden innovative Mechanismen an klinisch relevanten Modellen untersucht. In der Patientenversorgung soll das Verständnis des Schlaganfalls als chronische Erkrankung mit heterogenen Ursachen gefördert werden, der nur mit interdisziplinären Ansätzen begegnet werden kann. Im CSB werden die Bedingungen für klinische Studien vom prä-hospitalen Management bis zur Frührehabilitation optimiert. Die klinische Forschung wird durch die Ausbildung eines ,Clinician Scientist' professionalisiert. Folgende Module werden in den ersten fünf Jahren aufgebaut: A) Forschung, B) Trial Team zur Professionalisierung von klinischen Studien, C) Training (inkl. Curriculum für Clinician Scientists), D) Berliner Schlaganfall-Allianz mit Patientenkoordinierungsbüro, E) Management. Die einzelnen Module besitzen individuelle Pläne zur Sicherung der Nachhaltigkeit des Zentrums. Eine enge Industrieanbindung ist durch ein ,Stroke Industry-Academia-Liaison Advisory Council' gesichert.