Langzeituntersuchungen

 

Öffentliche Bekanntmachung:

2007

Förderzeitraum:

2008 - 2015

Gesamtvolumen:

27 Mio. EUR

Vorhabenzahl:

11 Projekte mit insgesamt 24 Teilvorhaben

Verbundprojekt: Frühkohorte juvenile idiopathische Arthritis

Verbundprojekt:  lidA – leben in der Arbeit - Kohortenstudie zu Gesundheit und Älterwerden in der Arbeit

Verbundprojekt: Entwicklung motorischer Leistungsfähigkeit und körperlich-sportlicher Aktivität und ihre Wirkung auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland

Verbundprojekt: Beobachtungsstudie zur chronischen Niereninsuffizienz in Deutschland (GCKD-Studie)

Verbundprojekt: Verbesserung der Langzeitprognose und der Lebensqualität von Patienten mit kolorektalem Karzinom (IMPACT-Studie)

Verbundprojekt: Adipositas, körperliche Aktivität und Ernährung als Schlüsselfaktoren in der Ätiologie und Prävention von Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und vorzeitigem Tod

Verbundprojekt: Soziale Anpassung und Lebensqualität von sehr kleinen Frühgeborenen

Einzelvorhaben

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Entwicklungen im Krankheitsgeschehen beim Menschen - wie die Zeiträume vom Einwirken von Krankheitsursachen auf die Krankheitsentstehung oder die Krankheitsverläufe selbst - sind häufig durch langfristige Prozesse gekennzeichnet, die bisher nur unzureichend erforscht sind. Mithilfe der Langzeituntersuchungen an prospektiven Kohorten aus gesunden Probanden sowie Patientenkohorten werden wissenschaftlich anspruchsvolle Fragestellungen aus der analytischen Epidemiologie und der klinischen patientenorientierten Forschung bearbeitet. Dazu werden in diesen Kollektiven zu mehreren Zeitpunkten sowohl Parameter zur Lebenssituation, zum Verhalten, zu Umwelteinflüssen, zu klinischen Parametern wie Diagnose- und Therapieverfahren als auch genetische Marker erhoben und analysiert. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, die Ätiologie und Pathogenese von Erkrankungen und deren Prognosen besser zu verstehen und die Erfolgswahrscheinlichkeiten von Therapien besser abschätzen zu können.

2. Stand der Fördermaßnahme

Auf die öffentliche Bekanntmachung hin gingen 144 Antragsskizzen ein. Nach Begutachtung durch einen international und interdisziplinär besetzten GutachterInnenkreis wurden 22 AntragstellerInnen zur Vorlage eines formlosen Antrags aufgefordert. Davon hat das Begutachtergremium elf Projekte zur Förderung empfohlen, die für insgesamt rund 27 Millionen Euro zunächst sechs Jahre lang laufen. Das Themenspektrum der Projekte umfasst chronische Nierenerkrankungen, Krebsverläufe und -behandlung, Frühgeborenenentwicklung, berufsbedingte Determinanten von Gesundheit, Langzeitanalysen zum Einfluss von Körpergewicht, Ernährung und Bewegung auf gesundheitliche Endpunkte, Hyperaktivität, Arthritis sowie der Zusammenhang von Depression und Arteriosklerose. Es werden sowohl Kinder- als auch Erwachsenenkohorten untersucht.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

Verbundprojekt: Frühkohorte juvenile idiopathische Arthritis

Arbeitspaket Ophthalmologie

Universität Duisburg-Essen
Universitätsklinikum Essen
Zentrum für Augenheilkunde

Hufelandstr. 55
45147 Essen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Arnd Heiligenhaus
0251 933080
01ER0828
104.352 EUR
01.09.2009 - 31.08.2015

Arbeitspaket "Biologische Probenbank"

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universitätsklinikum
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Allgemeine Pädiatrie

Albert-Schweitzer-Str. 33
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dirk Föll
0251 83-52948
01ER0813
468.171 EUR
01.09.2009 - 31.08.2015

Arbeitspaket Studienprotokoll

Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ)
Forschungsbereich Epidemiologie

Schumannstr. 21/22
10117 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Angela Zink
030 28460-621
01ER0812
1.932.852 EUR
01.09.2009 - 31.08.2015

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist die häufigste chronische entzündlich-rheumatische Erkrankung im Kindesalter. Trotz der relativen Häufigkeit der JIA gibt es große Defizite in der Diagnose dieser Erkrankung und ungenügende Kenntnisse über deren Konsequenzen. Ziel dieses Vorhabens ist es deshalb, anhand einer prospektiven kontrollierten Kohortenstudie (ICON) neue Informationen über Krankheitslast, Krankheitsprogression, prognostische Parameter, Lebensqualität und sozioökonomische Aspekte bei der JIA zu gewinnen.  An elf kinderrheumatologischen Zentren sollen innerhalb von zwei Jahren 800 neu an JIA erkrankte Patienten und 800 Kontrollen in ICON eingeschlossen und über mindestens drei Jahre standardisiert durch Kinderrheumatologen und Augenärzte untersucht sowie zu ihrem Befinden befragt werden. Zudem erfolgen Blutabnahmen für proteomische und genomische Analysen. Nach einer Beobachtungszeit von drei Jahren wird der Verlauf der Erkrankung beurteilt und ermittelt, wie viele Kinder noch eine aktive Erkrankung aufweisen, Folgeschäden entwickelt haben und/oder sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen. Es wird analysiert, welche der innerhalb der ersten Erkrankungsmonate erhobenen klinischen, immunologischen, genetischen, psychosozialen und sozioökonomischen Parameter eine zuverlässige Verlaufsprädiktion und damit eine risikoangepasste Therapie der JIA gestatten. Generell sollen die Daten für eine Optimierung der Versorgung rheumakranker Kinder genutzt werden. Das Arbeitspaket "Studienprotokoll" beinhaltet inhaltliche Projektgestaltung, zentrale Studienkoordination, Studienmonitoring, Datenauswertung und -publikation. Das Arbeitspaket "Biologische Probenbank" besteht in genomweiten SNP-Analysen sowie Bestimmungen immunologisch relevanter Entzündungsmarker, wie z. B. "Damage Associated Molecular Pattern Molecules" aus der S100-Familie und Zytokinen bzw. Chemokinen. Das Arbeitspaket "Ophtalmologie" beinhaltet die fachliche Leitung bei der Erstellung der Erhebungsinstrumente, Koordination der Uveitiserhebung, deren Auswertung und Ergebnispublikation.

Verbundprojekt:  lidA – leben in der Arbeit - Kohortenstudie zu Gesundheit und Älterwerden in der Arbeit

Das Forschungsprojekt "leben in der Arbeit" (lidA) untersucht mit einem interdisziplinären Ansatz die kurz- und langfristigen Auswirkungen der Arbeit auf die alternde Erwerbsbevölkerung in Deutschland. Damit wird dem demografischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel Rechnung getragen. Die Ergebnisse der Studie sollen eine Grundlage für die Einschätzung von Risiken und Chancen hinsichtlich der Gesundheit älterer Beschäftigter in Deutschland liefern und Interventionsbedarf sichtbar machen. Über einen Zeitraum von zunächst sechs Jahren werden zwei Alterskohorten (je 3.000 Erwerbstätige der Jahrgänge 1959 und 1965) durch individuelle Befragungen sowie mittels physiologischer und psychologischer Tests wiederholt, d. h. alle drei Jahre, untersucht. Die Kohorten werden repräsentativ für die deutsche Erwerbsbevölkerung (ohne Selbständige und Beamte) sein. Anschließend werden die individuellen Befragungsergebnisse - bei Zustimmung der Befragten - verknüpft mit individuellen Daten aus Sozialversicherungsregistern (z. B. Rehabilitationsmaßnahmen, Erwerbsbiographie) sowie mit individuellen Daten der jeweiligen Krankenkassen. Schließlich werden in der so genannten „Work and Health Matrix“ aggregierte Krankenkassendaten mit aggregierten Arbeitsexpositionsdaten zusammengeführt. Die Aggregation erfolgt über Geschlecht, Alter und Art der Tätigkeit. Der Forschungsverbund besteht aus den Universitäten Wuppertal, Magdeburg und Ulm sowie dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit. Die Datenerhebung für den Forschungsverbund führt das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas GmbH) durch. Die Zusammensetzung des Verbundes ermöglicht es, arbeitsmedizinische, psychologische und soziologische Perspektiven auf das Thema „leben in der Arbeit“ zu berücksichtigen.

Auswertungsmethodik

Universität Ulm - Institut für Epidemiologie
Albert Einstein- Allee 47
89081 Ulm

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Richard Peter
0731 50 31039
01ER0827
386.604 EUR
01.04.2009 - 31.03.2015

Die Universität Ulm unterstützt die Projektpartner hinsichtlich theoretischen Wissens und Methodenkompetenz sowie bei der Entwicklung der "Work and Health Matrix". Zur Sicherstellung guter epidemiologischer Praxis bei der Operationalisierung von Merkmalen und bei der statistischen Analyse werden jährliche projektinterne Methoden-Workshops durchgeführt. In enger Abstimmung mit den Partnern wird ein detailliertes und verbindliches Auswertungshandbuch erstellt und fortlaufend aktualisiert. Durch Auswertungshandbuch und weitere Treffen außerhalb der Workshops werden Kontinuität und Qualität der Untersuchungsmethodik garantiert. Eigene Analysen konzentrieren sich auf den Erklärungsgehalt beruflicher und außerberuflicher Belastungen hinsichtlich des Zusammenhanges von Sozialstatus und Gesundheit.

Krankenkassendaten

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum
Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie

Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Enno Swart
0391 67-24306
01ER0826
401.400 EUR
01.04.2009 - 31.03.2015

Die Universität Magdeburg nimmt im ersten Jahr die Akquise der Krankenkassendaten vor und erstellt einen Auswerteplan auf der Grundlage der „Guten Praxis Sekundärdatenanalyse“. Im zweiten Jahr erfolgt primär die Prüfung und Zusammenführung der Datensätze verschiedener Kassen und die Erstellung der "Work and Health Matrix“ sowie das Einholen individueller Krankenkassendaten und das Zuspielen zu den Primärdaten. Erste Auswertungen zunächst der Krankenkassendaten allein erfolgen im zweiten und vor allem dritten Jahr. In der zweiten Projektphase im Zuge der zweiten Erhebungswelle wiederholen und vertiefen sich die genannten Schritte. Am Ende der Studie erfolgt eine abgestimmte Auswertung der Primär- und Sekundärdaten.

Datenmanagement

Bundesagentur für Arbeit (BA)
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

Regensburger Str. 104
90478 Nürnberg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Angela Rauch
0911 1793070
01ER0825
851.592 EUR
01.04.2009 - 31.03.2015

Neben der Mitarbeit bei der Erstellung der Erhebungsinstrumente, der Entwicklung des Stichprobendesigns und der Stichprobenziehung wirkt das IAB über den gesamten Befragungszeitraum bei Feldarbeit und Panelpflege mit. Über den gesamten Projektzeitraum werden die Registerdaten im IAB kontinuierlich aufbereitet, aktualisiert sowie die Gesamtdatensätze erstellt. Dabei sind Datenbereinigungen und Prüfung von Dateninkompatibilitäten zu leisten sowie die Scientific Use Files mit den dazugehörigen Datenhandbüchern/Datendokumentationen zu erstellen. Das IAB ermöglicht den Zugang zu den Datensätzen und betreut Projektpartner, Expertengruppen und externer Forscher bei der Nutzung. Beim IAB liegt zudem die Verantwortung für Imputation, Gewichtung und methodische Begleitforschung sowie die Durchführung von weiteren inhaltlichen Analysen (z. B. Erwerbs-, Arbeitslosigkeit- und Krankheitsverläufe).

Studiendesign und -management

Bergische Universität Wuppertal
Institut für Sicherheitstechnik
Bereich Empirische Arbeitsforschung

Gaußstr. 20
42119 Wuppertal

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hans Martin Hasselhorn
0202 439-2112
01ER0806
2.226.794 EUR
01.04.2009 - 31.03.2015

Die BUW trägt die Gesamtverantwortung für Projektdurchführung, Studiendesign, Studienmanagement, Verwertung und Gesamt-Qualitätssicherung. Neben der internen Koordination des Projektes ist sie zuständig für die Berichterstattung gegenüber dem Auftraggeber sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Inhaltlich verantwortet die BUW im Forschungsverbund vor allem die Zusammenstellung des Erhebungsinstrumentes und koordiniert die Auswertung der Daten. Sie sorgt außerdem für die nationale und internationale Einbindung des Projekts durch Abstimmung mit dem Projektbeirat und dem International Reference Board. Schließlich trägt die BUW maßgeblich zur Datenanalyse, -veröffentlichung und -verwertung bei.

Verbundprojekt: Entwicklung motorischer Leistungsfähigkeit und körperlich-sportlicher Aktivität und ihre Wirkung auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland

Robert Koch-Institut (RKI)
Abt. Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung

General-Pape-Str. 62-66
12101 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Bärbel-Maria Kurth
030 18754-3103
01ER0824
88.886 EUR
01.01.2009 - 31.12.2014

Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd 
Fakultät II - Institut für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften - Abt. Sport

Oberbettringer Str. 200
73525 Schwäbisch Gmünd

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Annette Worth
07171 983-324
01ER0823
180.960 EUR
01.01.2009 - 31.12.2014

Universität Karlsruhe (TH)
Institut für Sport und Sportwissenschaft

Kaiserstr. 12
76131 Karlsruhe

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Klaus Bös
0721 608-2611
01ER0811
834.800 EUR
01.01.2009 - 31.12.2014

Universität Konstanz
Fachbereich Geschichte und Soziologie - Sportwissenschaft

Universitätsstr.10
78464 Konstanz

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Alexander Woll
07531 88-2629
01ER0810
877.002 EUR
01.01.2009 - 31.12.2014

Ziel der Längsschnittstudie ist es, die entwicklungsbezogenen, historischen und periodischen Trends der motorischen Leistungsfähigkeit und körperlich-sportlichen Aktivität (KSA) sowie der ihnen zugrunde liegenden kausalen Einflussfaktoren zu analysieren. Des Weiteren sollen die Auswirkungen motorischer Leistungsfähigkeit und KSA auf die Entwicklung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen untersucht werden. Die Studie baut auf dem Motorik-Modul (MoMo, http://www.motorik-modul.de/) auf. Durch die Verknüpfung von MoMo mit dem KiGGS-Survey (RKI, Berlin) können wissenschaftliche Synergieeffekte gewonnen werden. Um das Hauptziel der Studie zu erreichen, wird ein Kohortensequenzdesign genutzt. Berücksichtigt werden alle Teilnehmer der MoMo-Basisstudie sowie eine Aufstockung der Surveypopulation. Analog dem RKI ergibt sich eine Planung, die auf zwei bzw. vier Erhebungswellen in sechs bzw. zwölf Jahren ausgelegt ist. Aufgrund der Einbindung in das von der WHO unterstützte Netzwerk „Health Enhancing Physical Activity“ werden die Ergebnisse Beachtung bei der Weiterentwicklung einer Strategie zur Förderung eines körperlich-sportlich aktiven Lebensstils finden. Durch das Einbringen der Ergebnisse in Konsensuskonferenzen und die Entwicklung von Empfehlungen für die Gesundheitspolitik soll hier ein nachhaltiger Beitrag zur Verbesserung der Verhältnisse in der Bewegungsförderung geleistet werden.

Verbundprojekt: Beobachtungsstudie zur chronischen Niereninsuffizienz in Deutschland (GCKD-Studie)

Universitätsklinikum Würzburg
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Abt. für Nephrologie

Josef-Schneider-Str. 2
97080 Würzburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Christoph Wanner
0931 201-36330
01ER0822
216.559 EUR
01.04.2009 - 31.03.2015

Friedrich-Schiller-Universität Jena
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum
Klinik für Innere Medizin III

Erlanger Allee 101
07747 Jena

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Gunter Wolf
03641 9324-300
01ER0820
177.048 EUR
01.04.2009 - 31.03.2015

Medizinische Hochschule Hannover
Zentrum Innere Medizin
Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen

Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hermann Haller
0511 532-6319
01ER0819
177.048 EUR
01.04.2009 - 31.03.2015

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Fakultät 10 - Medizin und Universitätsklinikum
Medizinische Klinik II
Nephrologie und Klinische Immunologie

Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Jürgen Floege
0241 80-80530
01ER0818
216.560 EUR
01.04.2009 - 31.03.2015

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Universitätsklinikum - Medizinische Klinik 4
Nephrologie und Hypertensiologie

Krankenhausstr. 12
91054 Erlangen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Kai-Uwe Eckardt
09131 85-39002
01ER0804
3.517.421 EUR
01.04.2009 - 31.03.2015

Chronische Nierenerkrankungen stellen ein Gesundheitsproblem dar, das etwa 10% der Bevölkerung betrifft und zunehmend soziale und volkswirtschaftliche Bedeutung gewinnt. Die sozialen und volkswirtschaftlichen Belastungen resultieren vor allem aus dem Fortschreiten der Erkrankung und dem damit verbundenen hohen Anstieg des Risikos der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zum Nierenversagen. Allerdings ist der Verlauf der chronischen Nierenerkrankungen (und der begleitenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen) sehr unterschiedlich und Faktoren, die das Fortschreiten und Komplikationen beeinflussen, sind zu einem großen Teil nicht bekannt. Diese GCKD (German Chronic Kidney Disease)-Studie wird 5.000 Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen mittleren Schweregrades (d. h. die Nierenfunktion ist um 40-60% reduziert) rekrutieren, um die weltweit größte Studie chronischer Nierenerkrankungen aufzubauen und 10 Jahre nachzuverfolgen. Für diese Studie werden Patienten über die Praxen von niedergelassenen Nierenspezialisten eingeschlossen. Die wichtigsten Ergebnisse betreffen den Zusammenhang von der Veränderung der Nierenfunktion und Komplikationen im Herz-Kreislauf-System. Durch Anwendung moderner bioanalytischer Verfahren (z. B. Gen- und Proteinanalysen sowie Auswertungen von Stoffwechselmessungen) und moderner statistischer Methoden möchte die GCKD-Studie Verbindungen zwischen Biomarkern und dem Fortschreiten der Nierenerkrankungen aufzeigen, um neue Wege für frühzeitige Diagnose, Risikobewertung und individueller, gezielter Therapie zu finden.

Verbundprojekt: Verbesserung der Langzeitprognose und der Lebensqualität von Patienten mit kolorektalem Karzinom (IMPACT-Studie)

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg
Chirurgische Klinik
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Jürgen Weitz
06221 56-6250
01ER0815
217.956 EUR
01.07.2009 - 30.06.2015

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Abt. Klinische Epidemiologie und Alternsforschung (C070)

Bergheimer Str. 20
69115 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hermann Brenner
06221 54-8140
01ER0814
2.525.257 EUR
01.07.2009 - 30.06.2015

Die geplante bevölkerungsbezogene Langzeit-Kohortenstudie mit 5.000 Darmkrebspatienten hat zum Ziel, Determinanten und prädiktive Marker der Langzeitprognose dieser Erkrankung zu untersuchen, die für eine optimierte, individuell adaptierte Versorgung relevant sein können. Die Nachbeobachtung der Patienten bzgl. Therapie, Krankheitsverlauf, Lebensstilfaktoren, Überleben und Lebensqualität erfolgt zwei, fünf und zehn Jahre nach der Diagnose. Aus den gewonnenen biologischen Materialien werden genetische und epigenetische Faktoren von potenzieller prognostischer Bedeutung bestimmt. Die statistische Analyse erfolgt mit Methoden der klinischen und genetischen Epidemiologie. Die im Rahmen des Projektes aufgebaute Daten- und Probenbank wird zusätzlich über das Projektende hinaus eine hervorragende Basis für Anschlussprojekte liefern.

Verbundprojekt: Adipositas, körperliche Aktivität und Ernährung als Schlüsselfaktoren in der Ätiologie und Prävention von Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und vorzeitigem Tod

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) - Abt. Klinische Epidemiologie von Krebserkrankungen (C020)
Bergheimer Str. 20
69115 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Rudolf Kaaks
06221 422219
01ER0809
2.223.646 EUR
01.01.2009 - 31.12.2014

Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE)
Abt. Epidemiologie

Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Bergholz-Rehbrücke

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Heiner Boeing
033200 88-710
01ER0808
1.806.364 EUR
01.01.2009 - 31.12.2014

Ziel des Projekts ist, mit den kombinierten Daten der EPIC-Kohorten (EPIC = European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) in Heidelberg und Potsdam, quantitative Auswertungen zum Einfluss von Übergewicht, körperlicher Aktivität und Ernährungsfaktoren auf das Risiko von Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, und vorzeitigem Tod in Deutschland durchzuführen. Zusätzlich sollen in EPIC-Deutschland Modelle zur Risikovorhersage von kardiovaskulären und malignen Erkrankungen sowie vorzeitigem Tod entwickelt werden. Mit Hilfe molekularer Typisierung sollen zukünftig Krebssubtypen unterschieden werden, um mögliche Unterschiede in der Ätiologie bei der Analyse von Risikofaktoren zu untersuchen. Zur Erreichung der Vorhabensziele sind folgende Arbeitsschritte geplant: 1) Verbesserte und detaillierte Erhebung von körperlicher Aktivität, Anthropometrie und Ernährung durch validierte Fragebögen und Selbstmessung während der Nachbeobachtung in EPIC-Potsdam; 2) Durchführung von Substudien zur Validierung und Kalibrierung der Daten zu körperlicher Aktivität, Anthropometrie und Ernährung in repräsentativen Stichproben; 3) Ausweitung der Nachbeobachtung und Verifizierung von Endpunkten auf Herzinfarkt und Schlaganfall; 4) Aufbau einer Biobank für Brust- und Darmtumorgewebeblöcke; 5) Aufbau moderner Datenhaltungs- und -austauschsysteme für die interne Nutzung und für Projekte mit externen Wissenschaftlern.

Verbundprojekt: Soziale Anpassung und Lebensqualität von sehr kleinen Frühgeborenen

MRT-Untersuchungen

Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Institut für Röntgendiagnostik
Abt. für Neuroradiologie

Ismaninger Str. 22
81675 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Afra Wohlschläger
089 4140-4665
01ER0803
234.157 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Erwachsene nach extremer Frühgeburt zeigen typische Defizite kognitiver Leistungen. Welche strukturellen und funktionellen Defizite im Gehirn Einfluss darauf haben, welcher Entwicklungstrajektorie ein Individuum folgt, soll bildgeberisch untersucht werden. Die Mitglieder der Bayrischen Kohorte werden in zwei Bildgebungszentren, Universität Bonn und TU München, untersucht. Subgruppen mit unterschiedlichen kognitiven Beeinträchtigungen werden bildgeberisch kontrastiert. Alle Patienten werden auf strukturelle und funktionelle Hirnkonnektivität untersucht, mit diffusion tensor imaging Aufnahmen, zur Untersuchung langer Faserbahnen, hoch aufgelösten anatomischen Aufnahmen, und funktionellen MRT-Messungen unter Ruhebedingungen, d. h. ohne Aufgaben. Hiermit wird das korrelierte Verhalten voneinander entfernt liegender Hirnregionen untersucht, und funktionelle Netzwerke charakterisiert. Diese Datensätze, ergänzt durch die Verhaltensdaten aus den anderen Projektteilen, werden hinsichtlich des Bezugs zur kognitiven Entwicklung - bzw. zu dezidierten Leistungseinbußen - der Patienten ausgewertet.

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum
Zentrum für Kinderheilkunde
Abt. Neonatologie

Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Peter Bartmann
0228 287-33408
01ER0801
2.559.680 EUR
01.04.2009 - 31.03.2015

Das Vorhaben beinhaltet die Nachuntersuchung der Höchstrisikogruppe Frühgeborener (< 32 Schwangerschaftswochen und/oder <1500 g Geburtsgewicht) und Kontrollpersonen aus der Bayrischen Entwicklungsstudie mit 23-26 Jahren. Alle Probanden wurden bereits zu sieben Zeitpunkten untersucht. Schwerpunkt ist die Identifikation von Risiko-, Schutz- und Belastbarkeitsfaktoren für kognitive und verhaltensbezogene Entwicklung. Mit den Untersuchungsdaten soll die statistische Modellierung der kindlichen Entwicklung bis 8,5 Jahre über ein Gestationsalter von 26-42 Schwangerschaftswochen erarbeitet werden. Es werden soziale, der Intervention zugängliche, Faktoren identifiziert, die vor allem bei moderater Frühgeburt eine positive Entwicklung begünstigen. Im ersten Jahr findet Kontaktaufnahme mit den Probanden und modellhafte Abbildung der kindlichen Entwicklung auf der Basis bisheriger Ergebnisse statt. Im zweiten bis vierten Jahr werden die neuropsychologischen und hirnstrukturellen Untersuchungen (Kernspin) durchgeführt. In den letzten beiden Jahren erfolgt die Auswertung und Validierung der Ergebnisse. Alle Teilprojekte führen zur Generierung eines Modells der kindlichen Entwicklung. Die Ergebnisse erlauben eine neue Konzeption sozialmedizinischer Fördermaßnahmen bei Frühgeborenen und eine Verbesserung des Einsatzes nicht medizinischer Verfahren, z. B. Physiotherapie. Der Transfer der Studienergebnisse in die Patientenversorgung wird zu einer besseren Erfassung der Bedürfnisse von Patienten/Familien führen.

Einzelvorhaben:

Pilotstudie zur populationsbasierten Langzeit-Kohortenuntersuchung von hyperkinetischer Störung und Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitäts-Syndrom bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland

Universität Bremen
Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS)
Abt. Klinische Epidemiologie

Linzer Str. 10
28359 Bremen

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Edeltraut Garbe
0421 595966-70
01ER0817
534.539 EUR
01.01.2009 - 31.12.2011

Hyperkinetische Störung (HS) und Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen im Kindesalter. Diese Pilotstudie besteht aus drei Teilen. In einer Datenbank-Kohortenstudie sollen gesundheitsbezogene Endpunkte bei Kindern mit und ohne HS/ADHS untersucht werden. In der Gruppe der Kinder mit HS/ADHS sollen Prädiktoren, die den individuellen Verlauf bestimmen, identifiziert werden. Der mögliche Einfluss der medikamentösen Therapie auf das bei Kindern mit HS/ADHS erhöhte Unfall- und Verletzungsrisiko wird in einer Case-Crossover Studie untersucht. Zur Vorbereitung einer geplanten, großen Langzeit-Kohortenstudie sollen die Prozeduren und Instrumente im Rahmen einer Machbarkeitsstudie im Feld getestet werden. Die Studie basiert auf den Stamm- und Leistungsdaten von Gesetzlichen Krankenversicherungen. In der Machbarkeitsstudie werden zusätzlich die Versicherten kontaktiert, um die vorhandenen Daten durch weitere Informationen (Fragebögen, Interviews, neuropsychologische Tests, genetisches Material) zu ergänzen. Die Laufzeit der Pilotstudie beträgt zwei Jahre. Das übergeordnete Ziel der Studie ist, mittel- und langfristig die Gesundheit und die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit HS/ADHS zu verbessern. Kurzfristig werden den an der Studie beteiligten GKV die Ergebnisse in allgemein verständlicher Form zur Information ihrer Versicherten bereitgestellt. Organisierte Patienten- bzw. Elterngruppen sowie ärztliche und psychologische Fachgesellschaften werden ebenfalls informiert. Weiterhin werden die Ergebnisse bei einer Überarbeitung der Leitlinien zu HS/ADHS eingebracht werden. Ein weiteres Ziel der Studie ist, langfristig zu einer möglichst effizienten Allokation von Ressourcen der GKV bei Kindern und Jugendlichen mit HS/ADHS beizutragen.

Die bidirektionale Analyse der Beziehung zwischen subklinischer Arteriosklerose und der Depression (BiDirect)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Medizinische Fakultät
Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin

Domagkstr. 3
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Klaus Berger
0251 83-55650
01ER0816
2.897.134 EUR
01.08.2009 - 31.07.2015

Die Langzeitstudie BiDirect untersucht den Zusammenhang zwischen verschiedenen Formen der Depression und frühen Stadien der Arterienverkalkung, in denen die Erkrankung im Regelfall noch nicht erkannt wurde. An der Untersuchung werden drei Personengruppen teilnehmen: 1.100 Patienten mit verschiedenen Formen der Depression, 550 Patienten mit einem Herzinfarkt und 550 gesunde Personen. Mit der Untersuchung soll geklärt werden, ob die Depression zum Auftreten und Schweregrad der frühen Arterienverkalkung beiträgt, und im Umkehrschluss, ob der Schweregrad einer Arterienverkalkung mit einem erhöhten Auftreten depressiver Krankheitszeichen und besonderer Formen der Depression einhergeht. Zur Charakterisierung der Arterienverkalkung wird eine umfangreiche Krankheitserkennung durchgeführt, die u. a. eine Kernspintomographie des Gehirns sowie Untersuchungen des Herzens und der Blutgefäße, die das Gehirn versorgen, einschließt. Die Feststellung von depressiven Krankheitszeichen und die Einordnung einer vorhandenen Depression werden mit bewährten Untersuchungsinstrumenten durchgeführt. Eine umfangreiche Biomaterialienbank von Blutproben vervollständigt das Untersuchungsprogramm. Durch die geplanten zwei Untersuchungstermine während der ersten sechsjährigen Förderphase werden Veränderungen feststellbar und auswertbar sein, die langfristig dazu beitragen sollen, die frühzeitige Krankheitserkennung und Versorgung von Patienten zu verbessern.

Klinisch-funktionelle Langzeitergebnisse der Ewing-Sarkom Behandlung

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universitätsklinikum - Kinder- und Jugendmedizin
Pädiatrische Hämatologie und Onkologie

Albert-Schweitzer-Str. 33
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Heribert Jürgens
0251 8347742
01ER0807
744.399 EUR
01.01.2009 - 31.12.2014

Ziel der Studie ist die Erfassung der funktionellen Ergebnisse, Lebensqualität und Spätnebenwirkungen in einer repräsentativen Stichprobe von Ewing-Sarkom Langzeitüberlebenden. Durch die Verknüpfung mit standardisierten Therapiedaten über einen Zeitraum von 30 Jahren entsteht ein im Umfang einzigartiger Datenpool zur Ableitung von Richtlinien zur Verbesserung der zukünftigen Knochensarkom-Therapie. Vorgesehen ist die Erfassung der Funktion und Lebensqualität mit validierten Instrumenten und die objektive Messung der Alltagsaktivität mit einem Step-Activity-Monitor bei 1.100 Ewing-Sarkom Langzeitüberlebenden und einer 1:1 gematchten Kontrollgruppe gesunder Probanden. Informationen zur Sarkom-Therapie und zum Follow-up werden durch die Strukturierung und Ergänzung von Datenbanken der zugrunde liegenden Patienten-Kohorte (n=3.000) aus vier konsekutiven und flächendeckenden Therapieoptimierungsstudien von 1980-2008 gewonnen. Lokaltherapeutische Verfahren werden hinsichtlich Funktion, Lebensqualität und Überlebenswahrscheinlichkeit beurteilt und prognostische Faktoren für die Langzeitentwicklung abgeleitet. Es sollen Richtlinien zur Verbesserung der Behandlung, Rehabilitation und sozialen Integration der Knochensarkom-Patienten erarbeitet werden und in der Patientenberatung und ärztlichen Therapieentscheidung genutzt werden. Die evidenzbasierten Therapie- und Follow-up-Richtlinien sollen langfristig in das Gesundheitssystem transferiert werden.

Deutsches Frühgeborenen-Netzwerk (German Neonatal Network)

Universität zu Lübeck
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Lübeck
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Ratzeburger Allee
23562 Lübeck

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Wolfgang Göpel
0451 500-2555
01ER0805
2.499.996 EUR
01.11.2008 - 31.10.2014

In allen Populationen wird etwa ein Prozent aller Neugeborenen zu früh und mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm geboren. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern existiert in Deutschland bisher kein neonatologisches Forschungsnetzwerk, das die Daten dieser Kinder sammelt, auswertet und die kurzfristigen und insbesondere die langfristigen Effekte einer zu frühen Geburt analysiert. Ziel ist daher die Etablierung eines Deutschen Frühgeborenen-Netzwerks, das die Effekte genetischer und klinischer Risikofaktoren, die Einflüsse zentrumsspezifischer Behandlungsstrategien und die Auswirkungen randomisierter Studien auf die langfristige Entwicklung dieser Frühgeborenen untersucht. Es ist geplant, mehr als 20.000 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm in die Studie einzubeziehen und die Entwicklung dieser Kinder sechs Jahre lang zu verfolgen. Von allen an der Studie teilnehmenden Frühgeborenen werden zu drei Zeitpunkten Daten erhoben: während des stationären Aufenthaltes nach der Geburt, im Alter von zwei Jahren und im Alter von sechs Jahren. Es wird insbesondere untersucht, welche Faktoren die Entwicklung der Frühgeborenen positiv beeinflussen. Darüber hinaus wird auch nach Risikofaktoren für eine zu frühe Geburt und Erkrankungen der Frühgeborenen gesucht. Sollte es gelingen z. B. genetische Risikofaktoren für die zu frühe Geburt oder Erkrankungen Frühgeborener zu identifizieren, so könnte durch eine genetische Untersuchung der Schwangeren das Risiko für eine zu frühe Geburt genauer abgeschätzt und prophylaktisch wirksame Medikamente entwickelt werden. Dies gilt auch für die Erkrankungen Frühgeborener. Durch die Studie könnte es möglich werden, Frühgeborene mit einem hohen Risiko für bestimmte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und vorbeugend zu behandeln.

 

 

 

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