Vernachlässigte und armutsbedingte Infektionskrankheiten

Gegenwärtig geförderte Vorhaben:


Untersuchung zum Effekt von antihelminthischer Therapie auf die Immunogenität von Impfungen in einer Population, die eine hohe Prävalenz von Infektionen mit Geohelminthen aufweist

Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät
Medizinische Klinik
Institut für Tropenmedizin - Sektion Humanparasitologie

Wilhelmstr. 27
72074 Tübingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Meral Esen
07071 2980-240
01KA1009
609.760 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

Darmparasiten sind in Afrika endemisch und führen häufig zu gesundheitlichen Schäden sowie zu Veränderungen des Immunsystems, insbesondere bei Kindern. In der geplanten plazebokontrollierten Studie wird die Wirkung einer einmaligen Entwurmungsbehandlung auf die Immunogenität von Impfstoffen bei Schulkindern, die in einem Gebiet leben, in dem Parasiten weitverbreitet sind, untersucht. Es werden drei Impfstoffe verwendet die sich einerseits dadurch auszeichnen, dass eine Immunität mit einmaliger Gabe (Influenza-Impfung in den Muskel und anti-Meningokokken-Impfung unter die Haut) bzw. durch zweimalige Gabe (anti-Cholera-Schluckimpfung) erreicht wird sowie dadurch, dass sie in verschiedener Weise appliziert werden. Der Hauptendpunkt der Untersuchung ist der Antikörperspiegel, der drei Monate nach der letzten Impfung im Serum nachgewiesen werden kann. Des weiteren werden auch andere immunologische Parameter wie Gedächtnis-B-Zellen und für die Immunogenität relevante Zytokine untersucht.

Die Wirkung von Ko-Infektionen mit Hakenwürmern, Schistosomen und Amöben (Necatoriasis, Schistosomiasis, Amoebiasis) auf die Immunreaktivität und Immunseneszenz bei Kindern, Erwachsenen und älteren Personen

Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät
Medizinische Klinik
Institut für Tropenmedizin - Sektion Humanparasitologie

Wilhelmstr. 27
72074 Tübingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. David Hamm
07071 2980-230
01KA1008
446.335 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

Im tropischen Westafrika sind parasitäre Infektionen nicht nur sehr häufig, oft ist ein Individuum über längere Zeiträume hinweg gleichzeitig mit mehreren Parasiten befallen. Das Forschungsvorhaben untersucht die Auswirkungen von parasitären Ko-Infektionen (Poly-Parasitismus) mit Hakenwürmern, Schistosomen und Amöben auf die angeborene und adaptive Immunantwort bei Kindern, Erwachsenen und älteren Patienten. In Projektziel 1 werden die zellulären Zytokin- und Chemokinantworten, insbesondere deren Stärke und das Profil (genannt die Immun-Signatur) erfasst, und außerdem analysiert, wie sich nach antiparasitärer Behandlung und Parasiteneliminierung die spezifische Immun-Signatur verändert. Mit Projektziel 2 fokussiert das Forschungsprojekt auf Untersuchungen der zellulären Genexpression bei poly-parasitierten Patienten; hierbei werden gezielt Komponenten der Immunantwort analysiert, die entscheidend an Antigenpräsentation sowie der Polarisierung und Steuerung einer pro-inflammatorischen oder regulatorischen Immunantwort beteiligt sind. Das Vorhaben stärkt und intensiviert die bestehende langjährige Forschungszusammenarbeit des Instituts für Tropenmedizin der Universität Tübingen mit dem Nationalen Hygieneinstitut und der Medizinischen Fakultät der Universität Lomé/Togo; diese Kooperation wurde im Jahre 2008 mit einer Partnerschaftsvereinbarung bestätigt. Die Analysen fokussieren auf die zelluläre Immunantwort und Genexpression bei polyparasitierten Patienten.

Single tube-Test zur simultanen Detektion von parasitären Mehrfachinfektionen mittels Durchfluss-Zytometrie

Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät
Medizinische Klinik
Institut für Tropenmedizin
Sektion Humanparasitologie

Wilhelmstr. 27
72074 Tübingen

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Andrea Kreidenweiss
07071 29-80228
01KA1007
574.130 EUR
01.09.2010 - 31.08.2013

Mehrfachinfektionen sind in Afrika weit verbreitet, werden aber oft weder diagnostiziert noch in der Forschung berücksichtigt. Die Diagnostik erfordert ein vielfältiges und fundiertes Methodenspektrum, jedoch sind die Mittel in tropischen Ländern oft limitiert. Es soll hier ein diagnostischer Test etabliert werden, mit dem es möglich ist, verschiedene parasitäre Erkrankungen eines Patienten simultan in einem einzigen Reagenzgefäß (single tube) zu detektieren. Der "single tube assay" (STA) basiert auf der neuartigen Technologie des "cytometric bead array" (CBA), bei der im Durchfluss-Zytometer kleine fluoreszierende Kügelchen (Durchmesser 7,5 µm) gemessen werden, die spezifisch eine Infektionserkrankung repräsentieren. Bei diesem Immuntest wird Parasiten-spezifisches Material an Antikörper bzw. Antigen markierte Kügelchen immobilisiert und ihre Bindung im Durchfluss-Zytometer analysiert. Auf Grund der intrinsischen Fluoreszenzintensität der Kügelchen, die jeweils eine spezifische Parasitenspezies repräsentiert, können diese zusammen gemischt werden. Dadurch ist es möglich mehrere Parasitosen in einer kleinen Patientenprobe (z. B. Serum) zu detektieren. Der Test wird zunächst in Tübingen zur Diagnostik von Schistosomen, Malariaparasiten und Spulwurm in Serum etabliert. Die Validierung im Vergleich zu Standardmethoden und die Eignung des Tests in der Diagnostik werden in Lambaréné/Gabun durchgeführt. Die Technologie wird anschließend in Sokodé/Togo implementiert werden.

Abgeschlossene Vorhaben


 

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