| Öffentliche Bekanntmachung: | 2008 |
| Förderzeitraum: | 2010 - 2020 |
| Gesamtvolumen: | 50,1 Mio. EURO |
| Vorhabenanzahl: | 20 |
Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience Göttingen
Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience München
Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience Tübingen
Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience Berlin
1. Ziele der Fördermaßnahme
Die Neurowissenschaften bergen ein bedeutendes Innovationspotential für die Lösung wichtiger und dringender gesellschaftlicher Herausforderungen. Ein besonderer Erkenntnisfortschritt ist von der sehr dynamischen Forschungsrichtung der „Computational Neuroscience“ zu erwarten. Diese verbindet Experiment, Datenanalyse und Computersimulation auf der Grundlage wohldefinierter theoretischer Konzepte und stellt eine wissenschaftliche Sprache zur Verfügung, die fach- und ebenenübergreifend von der Neurobiologie sowie der Kognitionsforschung, Systembiologie und Informationstechnologie genutzt werden kann. Durch ihren interdisziplinären Ansatz ermöglicht die Computational Neuroscience insbesondere auch eine erhebliche Beschleunigung und methodische Vertiefung der neurowissenschaftlichen Forschung.
Mit dem Förderschwerpunkt „Nationales Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience“ im Rahmen der Innovationsstrategie „Gesundheitsforschung“ der Hightech-Strategie der Bundesregierung hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die grundlegenden strukturellen Rahmenbedingungen geschaffen, um das Forschungsfeld der Computational Neuroscience in Deutschland – mit hoher internationaler Sichtbarkeit - zu etablieren, die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses in dieser Disziplin zu verstärken und die Forschungsergebnisse der Anwendung zuzuführen.
Die Bernstein Zentren für Computational Neuroscience sind zentrale Elemente des Nationalen Bernstein Netzwerkes. Um die bisherigen Maßnahmen im Bereich Computational Neuroscience weiter zu festigen, wird das Format „Bernstein Zentren für Computational Neuroscience“ weiterentwickelt.
2. Stand der Fördermaßnahme
Das Bernstein Netzwerk wurde 2004 mit der Etablierung von vier "Bernstein Zentren für Computational Neuroscience" begründet. Um die bisherigen Maßnahmen im Forschungsfeld der Computational Neuroscience zu verstärken, zu vertiefen und nachhaltig zu verstetigen, soll das Format „Bernstein Zentren für Computational Neuroscience“ weiterentwickelt werden. Zwei neue Bernstein Zentren werden in Mannheim/Heidelberg und Tübingen eingerichtet. Darüber hinaus werden die bestehenden Zentren in Berlin, Göttingen und München weiter gefördert.
Weitere Informationen über die Bernstein-Zentren finden Sie hier.
3. Geförderte Vorhaben
a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben
(Sortierung innerhalb der Zentren nach Förderkennzeichen)
Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience Göttingen - "Kooperative Dynamiken und Adaptivität in neuronalen Systemen"
Koordinator:
Prof. Dr. Fred Wolf
Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation
Bunsenstraße 10
37073 Göttingen
Tel: +49 551 5176-400
Teilprojekte A1, A2, A4, A5, B1, B2, B5, D1, D2, Nachwuchsforschergruppe und zentrale Mittel (zM)
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Georg-August-Universität Göttingen |
Leiter: |
Prof. Dr. Theo Geisel |
Teilprojekte A3, A4, A5, B2, B3, B4, C1, D3 und zentrale Mittel (zM)
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Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (MPG) vertreten durch das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation Bunsenstr. 10 37073 Göttingen |
Leiter: |
Prof. Dr. Fred Wolf |
Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience München - "Neuronale Repräsentationen von Raum und Zeit"
Koordinator:
Prof. Dr. Andreas Herz
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Biologie II
Großhaderner Str. 2
82152 Planegg
Tel.: +49 89 2180-74801
Teilprojekte A2, A3, B1, B2, B3, B5, D1, D3, Zentralprojekt und Professur "Räumliche Kognition und Neurodegeneration"
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Ludwig-Maximilians-Universität München |
Leiter: |
Prof. Dr. Andreas Herz |
Teilprojekte A2, B4, C1, C3, C4, D3, Professur "Computational Neuroscience" und Professur "Audio-Signal Processing"
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Technische Universität München |
Leiter: |
Prof. Dr. Harald Luksch |
Teilprojekt C2
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Med-El Elektromedizinische Geräte Deutschland GmbH |
Leiter: |
Dipl. Phys. Lutz Ressel |
Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience Tübingen - "Neuronale Mechanismen der Perzeptuellen Inferenz"
Koordinator:
Prof. Dr. Matthias Bethge
Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik
Spemannstraße 41
72076 Tübingen
Tel.: +49 7071-601535
Teilprojekte A1, A2, A3, B1, B2, C1, C3, C4, C5, D2, D3, Zentralprojekt und Professur Neuronale Informationsverarbeitung
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Eberhard-Karls-Universität Tübingen |
Leiter: |
Prof. Dr. Matthias Bethge |
Teilprojekte A2, A3, B2, B3, B4, C2, C5, D1 und Nachwuchsgruppe Perzeptuelle Inferenz
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Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik |
Leiter: |
Prof. Dr. Matthias Bethge |
Im Bernstein-Zentrum Tübingen arbeiten Wissenschaftler aus den Disziplinen der theoretischen und experimentellen Neurobiologie, des Maschinellen Lernens und der Medizin zusammen, um die Grundlagen dieser Inferenz-Prozesse im Gehirn zu erforschen. Insbesondere besteht ein wichtiger Forschungsschwerpunkt darin, das koordinierte Zusammenspiel der Nervenzellen bei der Informationsverarbeitung zu verstehen. Um dieses Ziel zu erreichen, liefert das Zentrum den Rahmen für interdisziplinäre Kooperationen. Zudem leistet es durch medizinische und technologische Anwendungen einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.
Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience Berlin - "Präzision und Variabilität"
Koordinator:
Prof. Dr. Michael Brecht
Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience
Humboldt-Universität Berlin
Philippstr. 13, Haus 6
10115 Berlin
Tel: +49 30 2093-6772
Teilprojekte A2, A3, A4, A8, B6, Zentralprojekt und Professur
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Humboldt-Universität zu Berlin |
Leiter: |
Prof. Dr. Michael Brecht |
Teilprojekte B2, B3, B5, Professur und Nachwuchsgruppe
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Technische Universität Berlin |
Leiter: |
Prof. Dr. Klaus Obermayer |
Die Forschung des BCCN Berlin befasst sich mit der Präzision der
neuronalen Berechnungen bei gleichzeitiger deutlicher neuronaler
Variabilität. Das gemeinsame Ziel der beteiligten Wissenschaftler
besteht darin, allgemeine Rechenprinzipien zu ergründen, indem ähnliche
Probleme quer durch verschiedene Gebiete und Maßstäbe der
Neurowissenschaften identifiziert und auf einen Nenner gebracht werden.
Die Arbeit in den Teilprojekten des Forschungszweigs A „Ableitungsmuster
und Variabilität in den zellulären Neurowissenschaften“ orientiert sich
an den zellulären Vorgängen im Gehirn, die Teilprojekte des
Forschungszweigs B „Vorhersagen in den humanen Neurowissenschaften und
der Kognition“ beschäftigt sich eher mit Kognition und
System-orientierten Abläufen im Gehirn.
Die zu entwickelnden Anwendungen im Bereich der fMRI-Technologie tragen
zur Erweiterung der Kompetenz in diesem Bereich bei. Die Kombination von
Psychphysik und Maschinellem Lernen zur Entschlüsselung der visuellen
Wahrnehmung von menschlichen Beobachtern ist eine wichtige
Informationsquelle für Computermodelle im Bereich der visuellen
Wahrnehmung. Das Zentrum trägt auch zur Entwicklung neuartiger
Experimente im Bereich Miniatur-Technologie für intrazelluläre
Ableitungen bei. Von diesen Technologien werden Neurowissenschaftler
deutschlandweit profitieren. Auch Maschinelles Lernen und die
sogenannten „Support Vektor Machines“ sind Schlüsseltechnologien mit
einem breiten Spektrum von technischen Anwendungsbereichen. Weiterhin
können die hier verwendeten Algorithmen auch für die komplexe
Datenanalyse im Biomedizinischen und neurowissenschaftlichen Bereichen
zur Problemlösung verwendet werden. U.a. zur Entwicklung von Prothesen
trägt die Forschung im Bereich Brain Computer Interface bei.
Das BCCN Berlin bietet ein stimulierendes Umfeld für die
interdisziplinäre Bearbeitung dieser Fragen. Das Zentrum stellt ein
Forum für Kooperationen von experimentellen, klinischen und
theoretischen Gruppen dar und wird mit Anwendungen in der Biomedizin und
Informationstechnologie einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen
Gemeinwohl leisten.