Deutsch-französische Forschungsverbünde zur Genomik und Pathophysiologie von Herz- Kreislauf- und metabolischen Erkrankungen

 Öffentliche Bekanntmachung:  2008
 Förderzeitraum:  2010 bis 2013
 Gesamtvolumen:  3,8 Mio. Euro
 Zahl der Verbünde:  8


Identifizierung und funktionale Validierung von neuartigen angiogenen und lymphangiogenen micro-RNAs während der Entwicklung im gesunden Organismus und bei Erkrankungen ("LYMPH-ANGIOGENE miRNA-OMICS")

Integrative Genomik und koronare Erkrankungen - Von genomweiten Megastudien zu  funktionellem Verständnis

Genetische Ursachen des Plötzlichen Herztodes in der Allgemeinbevölkerung (SCD-Gene)

In vitro- und in vivo-Generierung von Insulin-produzierenden Beta-Zellen aus pankreatischen Zellen

Untersuchungen zum Mechanismus der hepatischen HDL-Cholesterinaufnahme

Frühmanifeste Adipositas: Genetische Mechanismen und physiologische Implikationen

Mikro-RNAs als therapeutische Ziele bei Erkrankungen von Herz- und Skelettmuskeln

INSIGHT-DCM - Neue Einblicke in die Genomik der hereditären Dilatativen Kardiomyopathie (DCM)

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die damit im Zusammenhang stehenden metabolischen Erkrankungen Diabetes und Adipositas sind komplexe, multifaktorielle Erkrankungen, die aufgrund ihres immer häufigeren Auftretens weltweit von hoher sozioökonomischer Bedeutung sind. Durch den wissenschaftlichen Fortschritt in den letzten Jahren wurde deutlich, dass die funktionelle Genomforschung und die auf ihren Ergebnissen aufbauende, medizinische Genomforschung in erheblichem Maße zu Fortschritten in der Diagnostik und Therapie dieser bedeutenden Volkskrankheiten beitragen können. Dies gilt insbesondere für Ansätze, die die genannten Forschungsgebiete mit klinischer Forschung und genetischer Epidemiologie kombinieren. Der Einsatz der medizinischen Genomforschung und funktionellen Genomforschung hat bereits zu einem besseren Verständnis der Mechanismen geführt, die den genannten komplexen Krankheitsbildern zugrunde liegen. Dieses Verständnis ist die Grundlage für Innovationen, die Forschungsergebnisse einer klinischen und kommerziellen Anwendung zuführen. Vor dem Hintergrund fortschreitender technologischer Innovationen und der Verfügbarkeit wachsender Daten- und Materialsammlungen wird klar, dass dieser Ansatz auch in Zukunft erfolgversprechend ist. Um das Potenzial dieses Ansatzes in vollem Umfang nutzbar zu machen, ist die möglichst umfangreiche Zusammenführung von über Jahre hinweg generiertem Wissen und aufgebauten Ressourcen und damit die Schaffung von Synergien von zentraler Bedeutung. In diesem Sinne fördern in einem länderübergreifenden Ansatz das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die französische Agence Nationale de la Recherche (ANR) gemeinsam kooperative, binationale Forschungsprojekte zum oben genannten Forschungsgebiet.

2. Stand der Fördermaßnahme

Mit der Fördermaßnahme ergänzt das BMBF die im Rahmen des Programms zur medizinischen Genomforschung laufenden Aktivitäten und baut diese im Sinne einer verstärkten internationalen Vernetzung aus. Durch gemeinsame Forschungsansätze, die auf vorhandenen Ergebnissen basieren, sollen Fortschritte bei der Diagnose und Therapie der wichtigsten Herz-Kreislaufkrankheiten sowie der metabolischen Erkrankungen Diabetes und Adipositas angebahnt werden, die vor allem aufgrund mangelnder Ressourcen insbesondere auf der Ebene der Patienten- und Kontrollkollektive allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

(Sortierung innerhalb der Verbünde nach Förderkennzeichen)

Identifizierung und funktionale Validierung von neuartigen angiogenen und lymphangiogenen micro-RNAs während der Entwicklung im gesunden Organismus und bei Erkrankungen ("LYMPH-ANGIOGENE miRNA-OMICS")

Teilprojekt 1 Angiogenese

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie

Sandhofstr.
60528 Frankfurt am Main

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Marc Tjwa
069 63017-357
01KU0910
600.000 EUR
01.10.2010 - 30.09.2013

Ziel des Vorhabens ist es in diesem Zusammenhang, die erbbiologische Rolle kleiner Nukleinsäuren, der sogenannten MicroRNAs näher zu erforschen. MicroRNAs sind endogene, kurze nicht kodierende RNAs, die als negative Regulatoren auf die Genexpression wirken. Bedeutung haben sie u.a. bei der Gewebehomeostaseologie und anderen Erkrankungen. Das Ziel dieses Projektes ist die Identifizierung, Validierung und Charakterisierung von miRNAs bei der Blutgefäßbildung (Angiogenese) und bei der lymphatischen Gefäßbildung (Lymphangiogenese). Hauptziel ist neue miRNAs zu identifizieren, die das Potenzial haben therapeutische Targetstrukturen bei kardiovaskulären Erkrankungen und Krebs bekämpfen zu können. Werden miRNAs idenfiziert, die in der Blut- und Lymphgefäßbildung eine Rolle spielen, können therapeutische Vorgehensweisen mit Hilfe der Technologien sogenannnten "antagomirs", LNA, mimetics oder verwandte Technologien, aufgebaut werden. Somit könnten die Ergebnisse möglicherweise dazu dienen, neuartige Medikamente zur Therapie bei Erkrankungen mit beeinträchtigter Blut -und Lymphgefäßbildung zu entwickeln (Ischämie, kardiovaskuläre Erkrankungen) oder bei übersteigerter Blut- und Lymphgefäßbildung (Krebs, AMD).

Integrative Genomik und koronare Erkrankungen - Von genomweiten Megastudien zu  funktionellem Verständnis

Das Ziel des CARDomics Verbundprojekts (bestehend aus den drei Verbundpartnern Universität zu Lübeck (Prof. Schunkert/Prof. Erdmann), Leibniz-Institut für Atherosklerose Forschung (LIFA) der Universität Münster (Prof. Brand-Herrmann) und Universitätsmedizin Mainz (Prof. Blankenberg) sowie zwei französischen Partnergruppen (Dr. Tiret und Dr. Mallat, INSERM)) liegt in der Identifizierung von Genen und genetischen Varianten, welche im Zusammenhang mit der koronaren Herzerkrankung (KHK) stehen. Weiterhin ist es Ziel, die Rolle und Funktion dieser Gene auf epidemiologischer, molekularer und zellulärer Ebene zu charakterisieren.

Teilprojekte 4 und 5

Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
II. Medizinische Klinik und Poliklinik

Langenbeckstr. 1
55131 Mainz

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stefan Blankenberg
06131 17-5169
01KU0908A
409.135 EUR
01.05.2010 - 30.04.2013

Ziel des Teilprojektes 4 am Standort Mainz ist es, detaillierte Informationen über den Zusammenhang der Expression von Genen und kardiovaskulärer Risikofaktoren (Body Mass Index, Bluthochdruck, Rauchen, Lipide) zu erhalten. Dabei werden Veränderungen der Risikofaktoren sowie deren Zusammenhang zur Genexpression über einen Zeitraum von mehreren Jahren betrachtet. Diese Untersuchungen finden im Rahmen der Gutenberg Herz Studie (GHS) statt, einer groß angelegten Populations-Studie, die u. a. der Verbesserung der Vorhersage kardiovaskulärer Risiken dient. Die Analyse der Veränderung der Genexpression soll einem verbesserten Verständnis der Pathophysiologie der KHK durch Einbeziehen der Genexpression (bzw. des Transkriptoms) dienen. Ziel des Teilprojektes 5 am Standort Mainz ist es, eine gemeinsame Datenbank der generierten Daten bzw. der Resultate der einzelnen Teilprojekte des Verbundes zusammenzustellen, so dass eine Integration und Harmonisierung der Daten aller Teilprojekte an einer zentralen Stelle geschaffen wird.

 

Teilprojekt 1

Universität zu Lübeck
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Lübeck
Medizinische Klinik II - Kardiologie

Ratzeburger Allee 160
23562 Lübeck

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Jeanette Erdmann
0451 500-4857
01KU0908B
325.098 EUR
01.05.2010 - 30.04.2013

Am Standort Lübeck konnten bereits mittels genomweiter Assoziationsstudien (GWAS) mehrere Genvarianten identifiziert werden, die einen mäßigen aber reproduzierbaren Einfluss auf das Risiko für KHK und Herzinfarkt (MI) besitzen. Diese bekannten Varianten erklären jedoch nur einen geringen Teil der Heritabilität von KHK/MI. Ziel dieses Teilprojektes ist es daher eine große Meta-Analyse durchzuführen, die auf 14 GWA-Studien basiert, in welchen insgesamt bei 85.000 Fällen und Kontrollen das gesamte menschliche Genom mit 2,2 Millionen genetischen Markern abgesucht wurde. Mittels Analyse von Gen-Gen und Gen-Umwelt Interaktionen und der Analyse von spezifischen Sub-Gruppen (Männer/Frauen, Raucher/Nichtraucher, alt/jung, etc.), sollen neue Genvarianten identifiziert werden, die auf Grund ihres geringen Einflusses bisher noch unentdeckt geblieben sind.

 

Teilprojekt 3a

Leibniz-Institut für Arterioskleroseforschung an der Universität Münster
Molekulare Genetik kardiovaskulärer Erkrankungen

Domagkstr. 3
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Stefan-Martin Brand-Herrmann
0251 8352996
01KU0908C
26.500 EUR
01.05.2010 - 30.04.2013

Im Projekt WP3 soll mittels molekulargenetischer Methoden untersucht werden, ob und wie die von den Verbundpartnern identifizierten Genregionen kausal im Zusammenhang mit der Entwicklung der KHK stehen. Zunächst soll untersucht werden, ob Varianten in einem der Kandidaten, dem sogenannten "rho guanine exchange factor 3 (ARHGEF3)" zu veränderten Genprodukten führen. Anschließend sollen mögliche Interaktionspartner des ARHGEF3 bzw. seiner varianten Formen in der Zelle identifiziert werden, welche auch einen Einfluss auf die Entwicklung der KHK haben können.

 

Genetische Ursachen des Plötzlichen Herztodes in der Allgemeinbevölkerung (SCD-Gene)

Der plötzliche Herztod ist eine in den westlichen Gesellschaften sehr weit verbreitete Krankheit, bei der erbbiologische Zusammenhänge und Einflüsse der Lebensumgebung der Patienten eine wichtige Rolle spielen. Das vorliegende Vorhaben ist Teil eines Forschungsverbundes, der für den plötzlichen Herztod erbbiologische Zusammenhänge und daraus ableitbare mögliche medizinische Anwendungen erforscht. Dieser deutsch-französische Forschungsverbund wird vom BMBF und der französischen Agence Nationale de la Recherche gefördert. Die Ergebnisse dieses Projekts können das grundlegende Verständnis der erblichen Zusammenhänge der Zuckerkrankheit verbessern und als Grundlage für neue oder verbesserte Methoden in der Bestimmung und Behandlung dieser Krankheit genutzt werden.

 

Teilprojekt 2

Klinikum der Universität München
Campus Großhadern - Medizinische Klinik und Poliklinik I

Marchioninistr. 15
81377 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Stefan Kääb
089 7095-3049
01KU0907
515.438 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Ziel des Vorhabens ist es, die genetisch bedingten Zusammenhänge aufzuklären, die zu Plötzlichem Herztod führen. Es soll die weltgrößte Bioprobensammlung von Patienten komplettiert und untersucht werden, die einen Plötzlichen Herztod überlebt haben bzw. daran verstorben sind. Es werden genetische Varianten sog. SNPs und copy number variants untersucht, die direkt mit plötzlichem Herztod assoziiert sind, und solche, die über Intermediärphänotypen, meist Marker für elektrische Eigenschaften der kardialen Erregung, zu plötzlichem Herztod führen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich international anerkannte und erfahrene Wissenschaftler aus Deutschland (München) und Frankreich (Paris) zusammengefunden, um bereits bestehende, hervorragend funktionierende Kooperationen zu vertiefen. Im Rahmen des Projektes soll die bereits begonnene Genotypisierung der Bioproben mittels genomweiter SNP/CNV-arrays ausgeweitet werden. Mittels moderner Methoden der Biostatistik werden GWAS Analysen durchgeführt, um für Plötzlichen Herztod reelvante Genvarianten zu identifizieren.

 

In vitro- und in vivo-Generierung von Insulin-produzierenden Beta-Zellen aus pankreatischen Zellen

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine in den westlichen Gesellschaften sehr weit verbreitete Krankheit, bei der erbbiologische Zusammenhänge und Einflüsse der Lebensumgebung der Patienten eine wichtige Rolle spielen. Das vorliegende Vorhaben ist Teil eines Forschungsverbundes, der für die Zuckerkrankheit erbbiologische Zusammenhänge und daraus ableitbare mögliche medizinische Anwendungen erforscht. Dieser deutsch-französische Forschungsverbund wird vom BMBF und der französischen Agence Nationale de la Recherche gefördert. Die Ergebnisse dieses Projekts können das grundlegende Verständnis der erblichen Zusammenhänge der Zuckerkrankheit verbessern und als Grundlage für neue oder verbesserte Methoden in der Bestimmung und Behandlung dieser Krankheit genutzt werden.

 

Teilprojekt 2

Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie
Abt. Molekulare Zellbiologie/Keimzellentwicklung

Am Faßberg 11
37077 Göttingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Ahmed Mansouri
0551 201-1490
01KU0906
242.232 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Die Überexpression des Faktors Pax4 in transgenen Mäusen führt zur Umwandlung von Glukagon-Zellen zu Insulin-produzierenden Zellen, die einer selektiven chemisch induzierten Zerstörung von Betazellen entgegenwirken. Der so hervorgerufene Glukagon-Mangel führt zur Neogenese von Alphazellen, die mit Regeneration von Betazellen einhergehen. Dabei fungieren pankreatische Duktzellen als Quelle für Alphazellen Neogenese. Das Ziel des Projektes ist es in vivo und in vitro zu überprüfen, ob pankreatische Duktzellen zu Betazellen transdifferenzieren können. Das soll durch die in vivo- und in vitro-Expression von Transkriptionsfaktoren in Duktzellen erfolgen. Die dafür vorgesehenen Arbeitsschritte umfassen die Herstellung von Expressionvektoren, die Generierung von transgenen Mäusen, die konditional die Expression der Transkriptionsfaktoren in Duktzekken in vivo erlauben sowie die  Herstellung von Duktzelllinien, die in vitro Transkriptionsfaktoren exprimieren. Schließlich wird eine Charakterisierung der transgenen Mäuse und der genetisch modifizierten Duktzellen vorgenommen.

 

Untersuchungen zum Mechanismus der hepatischen HDL-Cholesterinaufnahme

Die Krankheit Arterienverkalkung ist eine in den westlichen Gesellschaften sehr weit verbreitete Krankheit, bei der erbbiologische Zusammenhänge und Einflüsse der Lebensumgebung der Patienten eine wichtige Rolle spielen. Problematisch an dieser allgemeinen Erkrankung des Blutsystems ist, dass sie sich langsam entwickelt und über Jahre und Jahrzehnte ohne erkennbare Krankheitsanzeichen verläuft, bis sie sich zumeist durch Herzinfarkt, oder Schlaganfall und oft damit einhergehenden plötzlichen Tod manifestiert. Das vorliegende Vorhaben ist Teil eines Forschungsverbundes, der für die Arterienverkalkung erbbiologische Zusammenhänge und daraus ableitbare mögliche medizinische Anwendungen erforscht. Dieser deutsch-französische Forschungsverbund wird vom BMBF und der französischen Agence Nationale de la Recherche gefördert. Die Ergebnisse dieses Projekts können das grundlegende Verständnis der erblichen Zusammenhänge der Arterienverkalkung verbessern und als Grundlage für neue oder verbesserte Methoden in der Bestimmung und Behandlung dieser Krankheit genutzt werden.

Teilprojekt 2

Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (W.G. Kerckhoff-Institut)
Parkstr. 1
61231 Bad Nauheim

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stefan Offermanns
06032 705-1201
01KU0904
83.185 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Das Ziel des vorliegenden Antrags liegt im besseren Verständnis der Mechanismen, die der Aufnahme von Cholesterin und HDL-Partikeln durch Leberzellen zugrunde liegen. Die Aufnahme von HDL-Cholesterin stellt einen wichtigen Schritt im Rahmen der Ausscheidung atherogenen Cholesterins dar. Um die Regulationsmechanismen des endozytotischen HDL-Partikelaufnahmeweges in Leberzellen zu untersuchen, sollen die Signaltransduktionsmechanismen, über die der P2Y13-ADP-Rezeptor diesen Prozess stimuliert, charakterisiert werden. Weiter sollen die molekularen Mechanismen des regulierten endozytotischen HDL-Aufnahmemechanismus in einem siRNA-Screen untersucht und neue Komponenten identifiziert werden. Auch sollen die möglichen Regulatoren der Lokalisation der F1-ATPase an der Plasmamembran gesucht werden.

 

Frühmanifeste Adipositas: Genetische Mechanismen und physiologische Implikationen

Fettleibigkeit ist eine in den westlichen Gesellschaften sehr weit verbreitete Krankheit, bei der erbbiologische Zusammenhänge und Einflüsse der Lebensumgebung der Patienten eine wichtige Rolle spielen. Das vorliegende Vorhaben ist Teil eines Forschungsverbundes, der für die früh eintretende Fettleibigkeit erbbiologische Zusammenhänge und daraus ableitbare mögliche medizinische Anwendungen erforscht. Dieser deutsch-französische Forschungsverbund wird vom BMBF und der französischen Agence Nationale de la Recherche gefördert. Die Ergebnisse dieses Projekts können das grundlegende Verständnis der erblichen Zusammenhänge der früh eintretende Fettleibigkeit verbessern und als Grundlage für neue oder verbesserte Methoden in der Bestimmung und Behandlung dieser Krankheit genutzt werden.

Teilprojekt 1

Universität Duisburg-Essen
Universitätsklinikum Essen
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Virchowstr. 174
45147 Essen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Johannes Hebebrand
0201 7227-465
01KU0903
461.826 EUR
01.07.2010 - 30.06.2012

Das Ziel des Vorhabens ist die Identifizierung von polygenen Varianten, die an der frühmanifesten Adipositas beteiligt sind mittels genomweiter Assoziationsstudie (GWAS) im familienbasierten Design. Zudem wird die Validierung der besten Varianten in zusätzlichen, unabhängigen Kollektiven sowie deren Beurteilung für adipositas-verwandte Phänotypen bearbeitet. Der Arbeitsplan beinhaltet: Familienbasierte GWAS an 284 unabhängigen Trios und nachfolgende Analysen zu: 1) Varianten mit niedriger Allelfrequenz als Qualitätskontrolle für Fehler der Genotyp Calling-Algorithmen; 2) genomweite Imprintingeffekte; 3) Analyse von “Copy Number Variationen“; 4) Meta-Analyse von GWAS für Adipositas; 5) Konfirmationsstudien in unabhängigen Kollektiven; 6) Studien zur Assoziation der validierten Varianten mit (a) adipositas-verwandten Phänotypen, (b) bei Patienten nach bariatrischem Eingriff sowie (c) bei jungen adipösen Patienten, die an einem Gewichtsinterventionsprogramm teilgenommen haben. Ein mögliches Anwendungsgebiet kann die Entwicklung aussagekräftiger Tests sein, in Bezug auf klinischen Behandlungserfolg bzw. den Erfolg von Gewichtsinterventionsprogrammen.

 

Mikro-RNAs als therapeutische Ziele bei Erkrankungen von Herz- und Skelettmuskeln

Manipulation der MikroRNA-Expression von Herz- und Skelettmuskeln in vitro und in vivo (TP 3a); Präklinische Versuche mit Antagomiren in vivo (TP 4a)

Technische Universität München
Institut für Pharmakologie und Toxikologie

Biedersteiner Str. 29
80802 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Stefan Engelhardt
089 4140-3260
01KU0902A
327598 EUR
01.06.2010 - 31.05.2013

Preliminäre Daten der beteiligten Arbeitsgruppen zeigen ähnliche Veränderungen des microRNA-Expressionsmusters in Muskelgewebe von an Skelettmuskelerkrankungen und Herzmuskelerkrankungen leidenden Patienten. Dieses Vorhaben ist Teil eines Forschungsverbundes der für diese Muskelerkrankung epigenetische Zusammenhänge und daraus ableitbare mögliche medizinische Anwendungen erforscht. Dabei werden vier Ziele verfolgt: Es sollen wesentliche bei diesen Erkrankungen differentiell exprimierte microRNAs identifiziert und hinsichtlich ihrer Target-Spezifität charakterisiert werden. Es soll geklärt werden, inwieweit microRNAs als Krankheitsmodifikatoren bei muskulärer Dystrophie wirken. Die Funktion der muskel-spezifischen microRNAs soll in vitro und in vivo charakterisiert werden. Auf diesen Ergebnissen aufbauend sollen microRNA-basierte experimentelle Therapiestrategien in Tiermodellen für muskuläre Dystrophie untersucht werden. Es wird sich auf die Charakterisierung von solchen microRNAs konzentriert, die innerhalb der Workpackages 1 und 2 als Kandidaten-microRNAs für Herz- und Skelettmuskelerkrankungen identifiziert wurden. Es werden transgene Mausmodelle generiert, in denen microRNAs verstärkt exprimiert oder genetisch ausgeschaltet werden. Diese Tiermodelle werden wir einer kompletten Phänotypisierung unterziehen um die Relevanz bestimmter Muskel-microRNAs in vivo zu determinieren. Zudem werden wir uns auf die Entwicklung neuer microRNA-basierter therapeutischer Strategien konzentrieren und dazu Antagomire an experimentellen Tiermodellen für muskuläre Dystrophien und Herzmuskelerkrankungen einsetzen und deren Wirkmechnismus in vivo untersuchen.

 

Analyse der RNA und des Transkriptoms von spezifischen Zelltypen und krankeitsspezifischen Myozyten (TP 1)

Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Nikolaus Rajewsky
030 9406-2999
01KU0902B
288287 EUR
01.06.2010 - 31.05.2013

Das Vorhabenziel besteht in der Identifikation der mikroRNA-gesteuerten Prozesse, die in die Pathologie von Muskelerkrankungen involviert sind. Dazu gehört auch die quantitative Analyse der mRNA-Expression sowie die Vorhersage von Zielstrukturen von mikroRNA durch bioinformatische Analysen. Diese Zielstrukturen sollen im Zusammenhang des Projektes zur Entwicklung von RNA-basierten therapeutischen Ansätzen führen. Die Arbeitsplanung besteht im Detail aus folgenden Schritten. Mit Hilfe von Deep-Sequencing soll das gesamte ‚RNAome’ von Herz- und Skelettmuskelzellen des Tiermodells (GRMD-Hund) sequenziert werden. Zusätzlich soll das mRNA-Expressionsprofil von gesunden und kranken Herz- und Muskelzellen ebenfalls durch Deep-Sequencing ermittelt und verglichen werden. Schließlich erfolgt durch umfangreiche bioinformatische Analyse die Vorhersage von Zielstrukturen und Effekten von miRNAs in den spezifischen Zellen und pathologischen Situationen.

 

INSIGHT-DCM - Neue Einblicke in die Genomik der hereditären Dilatativen Kardiomyopathie (DCM)

Die Dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist eine schwere Erkrankung des Herzmuskels mit Störungen der Kontraktilität und der elektrischen Funktion. Somit ist die DCM die Hauptursache für Herzinsuffizienz und für Herztransplantationen. Das vorliegende Vorhaben ist Teil eines Forschungsverbundes der für diese Herzerkrankung erbbiologische Zusammenhänge und daraus ableitbare mögliche medizinische Anwendungen erforscht. Dieser deutsch-französische Forschungsverbund wird vom BMBF und der französischen Agence Nationale de la Recherche gefördert. Die Ergebnisse dieses Projekts können das grundlegende Verständnis der erblichen Zusammenhänge der Dilatativen Kardiomyopathie verbessern und als Grundlage für neue oder verbesserte diagnostischer und therapeutischer Ansatzpunkte zur Behandlung dieser Krankheit dienen.

Teilprojekte 1 und 2a

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg
Medizinische Klinik -Innere Medizin III
Kardiologie, Angiologie und Pneumologie

Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hugo A. Katus
06221 56-8670
01KU0901A
387.962 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

 

Teilprojekt 2b

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Kiel - Klinik für Kardiologie und Angiologie

Schittenhelmstr. 12
24105 Kiel

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Norbert Frey
0431 597-1440
01KU0901B
179.812 EUR
01.07.2010 - 30.06.2013

Im Rahmen des INSIGHT-DCM Konsortiums sollen neue DCM-assoziierte Gene bzw. genomische Regionen identifiziert und ihre Funktion und die Rolle der "modifier" aufklärt werden. Dazu werden genomweite Metaanalysen und funktionelle Untersuchungen an zellulären assays sowie in (transgenen) Tiermodellen (Maus und Zebrafisch) durchgeführt. Zusätzlich sollen mit Hilfe bioinformatischer Methoden Interaktionsnetzwerke auf Proteinebene und auf genetischer Ebene charakterisiert werden.

 

 

 

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