Nationale Biomaterialbanken Initiative

Öffentliche Bekanntmachung:
2010
Förderzeitraum:
2011 - 2016
Gesamtvolumen: ca. 18 Mio. EUR

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Biomaterialbanken sind ein unverzichtbares Instrument der krankheits- und patientenorientierten klinischen Forschung. Sie sichern die langfristige Lagerung und Zugänglichkeit humaner Proben und der dazugehörigen Datensätze. Biomaterialbanken bilden so die Grundlage für eine Vielzahl von Forschungsprojekten und tragen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung bei.
Das BMBF fördert daher an ausgewählten Standorten den Aufbau zentraler Strukturen für humane Proben-/Datensammlungen. Durch die Vernetzung von am Standort vorhandenen Biomaterialbanken sollen die Proben und Daten besser nutzbar gemacht werden. Geeignete Strategiekonzepte für die Vernetzung der am Standort vorhandenen Biomaterialbanken sollten dabei, eine hochqualitative Probenlagerung, Standardisierung von Prozeduren und Dokumenten sowie Qualitätssicherung und Datenmanagement berücksichtigen. Sie müssen außerdem einen geregelten Zugang zu Proben und Daten für die Forschung gewährleisten.
Mit der Förderung "Nationale Biomaterialbanken Initiative" unterstützt das BMBF somit den Ausbau der deutsche Biobanken-Infrastruktur. So wird langfristig auch sichergestellt, dass deutsche Ressourcen in europäische Forschungsstrukturen eingebunden werden können. Außerdem können durch diese neue Infrastrukturen für die patienten-orientierte Forschung auch andere Forschungsfragen, wie z.B. die Untersuchung von neuen Behandlungsmethoden in klinischen Studien, gezielter und effizienter angegangen werden können.

2. Stand der Fördermaßnahme

Auf die Bekanntmachung des BMBF vom 02.06.2010 wurden 29 Anträge eingereicht und im November 2010 durch ein internationales Expertengremium begutachtet. Basierend auf der Bewertung der Vorleistungen der Antragsteller und der Eignung des Entwicklungs- und Finanzierungskonzepts wurden fünf Anträge zur Förderung empfohlen. Die fünf Standorte haben 2011 ihre Arbeit aufgenommen.

3. Geförderte Biomaterialbanken

Folgende Vorhaben werden gefördert:

Deutscher Biobanken Knoten - German Biobank Node (GBN)

Einrichtung einer zentralisierten Biomaterialbank am Standort Heidelberg (BMBH)

Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg (IBDW)

Zentrale Biomaterialbank der Universität Kiel: Das popgen 2.0-Netzwerk

Aufbau und Etablierung einer zentralen und interdiziplinären Biobank an der Charité (ZeBanC)

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

Deutscher Biobanken Knoten - German Biobank Node (GBN)

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Institut für Pathologie
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Michael Hummel
030 8445-2295
01EY1301
1.583.638 EUR
01.11.2013 - 30.04.2017

In Biobanken werden Flüssigkeits- und Gewebeproben mit Zustimmung der jeweiligen spendenden Personen gesammelt. Diese Proben können mit dazugehörigen klinischen Daten verknüpft werden. Sie sind für die Erforschung von Krankheiten von zentraler Bedeutung und legen die Grundlage für die Entwicklung besserer Behandlungsstrategien. In Deutschland gibt es neben zahlreichen Biobanken viele Aktivitäten, um die Qualität der Probennahme-, -nutzung und -lagerung entsprechend ethischen und datenschutzrechtlichen Richtlinien zu verbessern und zu vereinheitlichen. Diese Aktivitäten sollen durch den Aufbau eines deutschen Biobanken-Knotens als zentrale Kontakt- und Vermittlungsstelle für Biobanken koordiniert und ergänzt werden. Damit sollen nationale Biobanken besser vernetzt und der Erfahrungsaustausch erleichtert werden. Gleichzeitig sollen gemeinsam Standards für die Qualitätssicherung und ein harmonisiertes IT-Konzept für den Proben-/Datenaustausch erarbeitet werden. Der nationale Knoten soll so die Voraussetzungen für eine deutsche Beteiligung an dem europäischen Netzwerk von Biobanken BBMRI (Biobanking and Biomolecular Resources Research Infrastructure) schaffen und dort nationale fachliche Interessen vertreten. Weiterhin soll die Öffentlichkeit besser über Biobanken informiert werden. Insgesamt bündelt der deutsche Biobanken-Knoten nationale Bestrebungen und verknüpft diese mit internationalen Aktivitäten. Er wird so langfristig zu einer Qualitätsverbesserung der Biobank-basierten Forschung führen.

Aufbau und Etablierung einer zentralen und interdiziplinären Biobank an der Charité (ZeBanC)

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Institut für Pathologie
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Manfred Dietel
030 45053-6001
01EY1105
4.067.647 EUR
01.07.2011 - 31.12.2016

Die zentrale fächerübergreifende Biobank an der Charité (ZebanC) vereint die an den vier Standorten der Charité vorhandenen Biomaterialbanken und zugehörigen Datensätze. Durch die Konzentrierung der bestehenden Resourcen, die Nutzung gemeinsamer Infrastrukturen und die Festlegung gemeinsamer Standards soll eine effektivere Nutzung des vorhandenen Biomaterials zu Forschungszwecken langfristig gewährleistet werden. Im Rahmen des Vorhabens sollen dafür zentrale Struktureinheiten und Lagerungssysteme aufgebaut, gemeinsame hochqualitative Standards etabliert, Datenschutzkonzepte angepasst und eine umfassende IT-Struktur entwickelt werden.  So wird zukünftig eine standardisierte Sammlung von Biomaterialien an der Charité unter Wahrung der Rechte der Patienten ermöglicht. Durch die Etablierung transparenter Zugangsverfahren wird somit auch die Probenzahl, die für nationale und internationale Großforschungsprojekte zur Verfügung steht und die Grundlage insbesondere für hochwertige klinische Studien bildet, erhöht werden. Des Weiteren soll die Verknüpfung der ZeBanC auf internationalem Niveau ermöglicht werden. Insgesamt ist es das Ziel, eine nachhaltige Biobank-Struktur zu etablieren, die eine effektive Nutzung humaner Biomaterialien für Forschungszwecke gewährleistet.


Zentrale Biomaterialbank der Universität Kiel: Das popgen 2.0-Netzwerk

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Kiel - Institut für Experimentelle Medizin
Arnold-Heller-Str. 3
24105 Kiel

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Michael Krawczak
0431 597-3200
01EY1103
5.003.607 EUR
01.07.2011 - 31.12.2016

Im Rahmen des PopGen 2.0 Netzwerk (P2N) als zentrale Biomaterialbank der Universität Kiel werden sieben an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität Kiel und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel existierende Biomaterialbanken organisatorisch vereint. Durch diese Vernetzung werden bestehende Sammlungen von Biomaterialien und den zugehörigen Datensätzen, die unter Einhaltung einschlägiger Anforderungen an Datenschutz und ethische Grundsätze gesammelt wurden, national wie international für die medizinische Forschung effektiver nutzbar gemacht. Im Rahmen von P2N sollen dafür ein einheitliches Datenmanagement aufgebaut und alle Maßnahmen der Qualitätskontrolle der eingeschlossenen Proben und Daten standardisiert werden. Belange der Probandenaufklärung und -einwilligung sowie des Datenschutzes der beteiligten Biobanken werden zukünftig ebenfalls zentral durch P2N gehandhabt. Durch die Standardisierung von Prozessabläufen, Durchführung von externen Monitoringprogrammen, eine formale Akkreditierung des Biobanken-Netzwerkes sowie eine automatisierte Lagerung bzw. Verwaltung aller DNA-Proben werden somit hohe Qualitätsstandards langfristig gesichert. Insgesamt ist es das Ziel, eine nachhaltige Biobank-Infrastruktur zu etablieren, die eine effektive Nutzung humaner Biomaterialien für Forschungszwecke gewährleistet. P2N wird außerdem Spendern und der interessierten Öffentlichkeit regelmäßig Informationen über den Stand der Forschung zur Verfügung stellen.

Einrichtung einer zentralisierten Biomaterialbank am Standort Heidelberg (BMBH)

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Medizinische Fakultät
Pathologisches Institut
Abt. Molekulare Pathologie

Im Neuenheimer Feld 220/221
69120 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Peter Schirmacher
06221 56-2600
01EY1101
2.798.366 EUR
01.05.2011 - 31.10.2016

Im Rahmen des Vorhabens sollen am Standort existierende und geplante Biomaterialbanken, die auch Nicht-Tumorgewebe und Flüssigproben sammeln, in die zentrale Biobank BMBH unter Nutzung der Strukturen, Regularien und Prozesse der NCT-Gewebebank eingebunden werden. Dafür sollen eine zentrale Verwaltung einschließlich eines IT-, Daten- und Qualitätsmanagementsystems aufgebaut und das in der NCT-Gewebebank initiierte Qualitätsbewertungs-Programm für Biomaterialien weiterentwickelt werden. Dies beinhaltet auch die Entwicklung einer einheitlichen IT-Lösung für die zentralisierte BMBH mit optimierten Schnittstellen zur Materialadministration. Darüber hinaus wird eine Optimierung der Erzeugung von Derivaten (z. B. Extrakte aus der Originalprobe) angestrebt. Die Ausweitung des Öffentlichkeits- und Trainingsprogramms der NCT-Gewebebank ist weiteres Ziel des Vorhabens, wobei die BMBH-Entwicklungen in nationale (Arbeitsgruppe Gewebebanken der Krebszentren) und internationale Kooperationen (Biobanking und Biomolecular Resources Research Infrastructure (BBMRI)) integriert werden.

b) Abgeschlossene Vorhaben

 

 

 

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