Suchtforschung

Öffentliche Bekanntmachung: 1992 und 1999
Förderzeitraum: 1991 - 2008
Gesamtvolumen: 33,7 Mio. EUR
Vorhabenzahl: 52


1. Ziele des Förderschwerpunktes

Die Bundesregierung hat 1990 den "Nationalen Rauschgiftbekämpfungsplan" verabschiedet, in dem das Bundesministerium für Bildung und Forschung aufgefordert wurde, Forschungsprojekte zur Verminderung des Drogenkonsums zu initiieren. Diesem Auftrag wurde mit dem 1994 eingerichteten Förderschwerpunkt "Biologische und psychosoziale Faktoren von Drogenmissbrauch und -abhängigkeit" im Rahmen des Gesundheitsforschungsprogramms nachgekommen.
Die inhaltlichen Ziele der ersten Fördermaßnahme (öffentliche Bekanntmachung vom 09.12.1992) umfassten die Aufklärung der Ursachen einer Suchtentwicklung und die Entwicklung von Ansätzen für eine erfolgreiche Prävention, therapeutische Behandlung und Rehabilitation von Suchtkranken. In struktureller Hinsicht sollte in interdisziplinären Ansätzen eine konkurrenzfähige Suchtforschung etabliert bzw. gefestigt werden. Der Verknüpfung der Grundlagenforschung mit der klinischen Forschung und der Kooperation zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung wurden dabei eine hohe Bedeutung beigemessen.
Nachdem durch diese Förderung ein Grundstein für die Suchtforschung in Deutschland gelegt worden war, waren die Voraussetzungen für eine darauf aufbauende Weiterentwicklung der Suchtforschung geschaffen, die zur Bekanntmachung einer zweiten Fördermaßnahme "Forschungsverbünde für Suchtforschung" geführt haben (öffentliche Bekanntmachung vom 20.08.1999). Das Ziel der zweiten Fördermaßnahme ist vor allem die Unterstützung der anwendungsorientierten Suchtforschung. Dazu soll die Forschung stärker auf die Versorgung ausgerichtet werden. Ferner sollen der Transfer von Forschungsergebnissen in die Versorgung verstärkt und langfristige Strukturen der Zusammenarbeit entwickelt werden. Der Verknüpfung verschiedener Disziplinen der versorgungsorientierten Forschung mit den Versorgungseinrichtungen sollen interdisziplinäre Forschungsverbünde mit regionalem Schwerpunkt im Hinblick auf den Forschungstransfer dienen.

2. Stand der Fördermaßnahme

Im Rahmen der ersten Fördermaßnahme wurden mit ca. 24 Mio. EURO insgesamt 10 Forschungsverbünde und zusätzlich 18 Einzelprojekte gefördert. Der Förderschwerpunkt wurde anläßlich eines Statusseminars im November 1996 einer Evaluation unterzogen. Dabei wurde eine substanzielle Stärkung der Suchtforschung konstatiert, gleichzeitig jedoch auf die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Förderung zur weiteren Konsolidierung hingewiesen.
Daraufhin erfolgte die Bekanntmachung der zweiten Fördermaßnahme zur Einrichtung von Suchtforschungsverbünden mit einer vorgesehenen Laufzeit von zwei mal drei Jahren und jeweils neun Millionen EURO pro Förderphase.
Ziele der Förderung von Verbünden waren eine verstärkte Interdisziplinarität in der Suchtforschung, die Verankerung der Suchtforschung in der universitären Forschung und Lehre und eine starke Ausrichtung auf die Versorgung. Dazu sollten die Verbünde regionale Kooperationen zwischen Wissenschaft und Einrichtungen der Versorgung aufweisen.
In der ersten Förderphase wurden vier Suchtforschungsverbünde eingerichtet, die nach einer erneuten Begutachtung am Ende der ersten Förderphase mit z. T. neuen Vorhaben nun in der zweiten Phase ihre Arbeiten weiterverfolgen.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

Suchtforschungsverbund Bayern/ Dresden (ASAT)

"Patienten- und störungsbezogene Zuordnungsmodelle bei Substanzkonsum"

Teilvorhaben F1, F3, F8, Koordination und C3-Professur

Technische Universität Dresden
Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie
01062 Dresden
 

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hans-Ulrich Wittchen
0351 463-36983
01EB0440
4.850.954 EUR
01.11.2004 - 31.12.2009

Das Ziel des Vorhabens ist die Evaluation bestehender und die Ableitung und Erprobung alternativer Allokationsstrategien bei Substanzstörungen.  Die Arbeitsplanung in Teilvorhaben F1 betrifft die Durchführung einer regionalen, longitudinal-epidemiologischen Evaluation von Versorgungssystemen und die Erprobung neuer Allokationsansätze in 3 Arbeitsmodulen bei Substanzstörungen.  In Teilvorhaben F3 wird ein Interventionsansatz bei Cannabis-Störungen in einer randomisierten Therapiestudie entwickelt und erprobt. In Teilvorhaben F8 werden  verschiedene Substitutionsstragien bei Opiatabhängigen in einer longitudinalen Verlaufsstudie evaluiert.  Bei der Verbundleitung sind die Module Koordination  und C3-Professur angesiedelt, die eine optimierte Kooperation und Transferorganisation  des Verbundes gewährleisten sollen. Die Ergebnisverwertung besteht überwiegend in praxisorientierten Allokations- und Therapieempfehlungen, mit der die Vorhaben von Beginn an zu einer verbesserten Versorgung beitragen .

b) Liste der abgeschlossenen Vorhaben

 

 
 

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