| Öffentliche Bekanntmachung: | 25.10.2000 |
| Förderzeitraum: | 01.07.2002 - 31.08.2009 |
| Gesamtvolumen: | 7,2 Mio. EUR |
| Vorhabenzahl: | 16 |
1. Ziele des Förderschwerpunktes
Ein Drittel aller Kosten im Gesundheitswesen werden nach Schätzungen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) durch Krankheiten verursacht, deren Entstehung und Entwicklung direkt oder indirekt durch Ernährungsfaktoren mit beeinflusst werden. Die Frage, ob und inwieweit sich derartige Erkrankungen durch verbesserte Ernährung oder verbesserte Lebensmittel verhindern, in ihrem Verlauf aufhalten oder gar rückgängig machen lassen, ist somit von erheblichem gesundheitspolitischem Interesse.
Der Ernährung wird insbesondere bei der Entstehung bzw. Prävention maligner und entzündlicher Erkrankungen des Darms eine wesentliche Bedeutung beigemessen. Epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass eine hoch kalorische und ballaststoffarme Ernährung mit einem hohen Anteil an Lebensmitteln tierischen Ursprungs das Entstehen von Dickdarmtumoren fördert. Dagegen wird bestimmten Inhaltsstoffen pflanzlicher Lebensmittel (Flavonoide, Polyphenole etc.) eine präventive Funktion zugeschrieben. Insbesondere Obst und Gemüse zeigen eine krebsprotektive Wirkung. Ausschlaggebend für diese gesundheitsfördernde Wirkung sind die in Obst und Gemüse enthaltenen bioaktiven Substanzen, die sog. sekundären Pflanzenstoffe. Die molekularen Mechanismen, die diesem krebsprotektiven Effekt zugrunde liegen, sind bislang nicht untersucht.
Sichere Erkenntnisse über die kausalen Beziehungen zwischen Ernährung und Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen bilden die Grundlage sowohl für die Bereitstellung hochwertiger und gesunder Lebensmittel als auch für die Entwicklung und Verbreitung wissenschaftlich fundierter Empfehlungen zur Optimierung des Ernährungsverhaltens der Verbraucher.
Daher hat das BMBF am 25.10.2000 die Bekanntmachung des Förderschwerpunktes "Netzwerke der Molekularen Ernährungsforschung: Lebensmittel zur Gesunderhaltung des Menschen - Krankheitsprävention durch Ernährung" in den Programmen der Bundesregierung "Biologische Forschung und Technologie" und "Gesundheitsforschung" bekannt gegeben.
Das Ziel der Fördermaßnahme besteht in der Untersuchung der molekularen und funktionalen Zusammenhänge präventiv wirksamer Lebensmittel(bestandteile) und deren Herstellung mittels multidisziplinärer, anwendungsorientierter Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Berücksichtigt werden insbesondere funktions- bzw. wirkungsgeleitete Ansätze, mit denen die Beeinflussung bzw. Prävention gesundheitspolitisch und volkswirtschaftlich relevanter Krankheitskomplexe (wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder chronisch-degenerative Erkrankungen) durch ausgewählte bioaktive Lebensmittel-(bestandteile) untersucht werden, denen aufgrund bereits vorliegender Erkenntnisse ein nennenswertes präventives Potenzial zukommen könnte.
Insbesondere sollen auch die neuen Methoden und Ansätze der modernen Humangenomforschung neue Impulse bei der Aufklärung dieser komplexen Fragestellungen liefern. In struktureller Hinsicht soll im Rahmen der Ernährungsnetzwerke die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Ernährungswissenschaften, der Medizin, der Biologie, der Lebensmittelchemie und -technologie sowie der Wirtschaft intensiviert und gestärkt werden. Gleichzeitig sind begleitende Maßnahmen zur Optimierung und Modernisierung der betreffenden Forschungs- und Ausbildungsstruktur zu ergreifen. Zukunftsweisende Konzepte für die Hochschulausbildung sollen durch die Zusammenführung von Inhalten und Ansätzen der verschiedenen relevanten Fachgebiete entwickelt werden.
2. Stand der Fördermaßnahme
Für die Bekanntmachung des Förderschwerpunktes "Netzwerke der Molekularen Ernährungsforschung: Lebensmittel zur Gesunderhaltung des Menschen - Krankheitsprävention durch Ernährung" des BMBF vom 25.10.2000 wurden 16 Anträge (15 Verbundanträge und ein Einzelvorhaben) mit einem Mittelvolumen von insgesamt ca. 56 Mio. € gestellt. Unter Mitwirkung eines international besetzten Gutachtergremiums wurden 2001 drei thematisch fokussierte Forschungsverbünde mit einem Mittelvolumen von insgesamt ca. 11 Mio. € zur Förderung für drei Jahre ausgewählt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat den Projektträger Jülich (PT-J) federführend mit der Durchführung dieser Förderaktivität beauftragt, wobei zwei der Ernährungsnetzwerke (Universität Kiel und Universität Halle) über den Projektträger PT-J und das Ernährungsnetzwerk der Universität Kaiserslautern über den Projektträger PT-DLR betreut werden.
Zuwendungsempfänger im Verbundvorhaben der Universität Kiel "Nahrungsfette und Stoffwechsel - Genvariabilität, -regulation, -funktion und funktionelle Lebensmittelinhaltsstoffe" waren neben der Universität Kiel, die Bundesanstalt für Milchforschung und die Campina GmbH. Im Verbundvorhaben der Universität Halle "Biologisch aktive Aminosäuren, Peptide und Proteine als Einflussfaktoren auf die Atherosklerose" erhielten neben der Universität Halle die Universität Magdeburg Fördermittel. Als Partner ohne Förderung war die Amino GmbH im Vorhaben integriert.
Die Evaluation in den Verbünden erfolgte durch jährliche Treffen der Projektleiter mit Diskussion des Projektstandes. Am 20./21.09.2004 wurde ein Statusseminar für die drei Ernährungsnetzwerke durchgeführt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden die Möglichkeiten einer Anschlussförderung überprüft. Die bisherigen Forschungsergebnisse der beiden Ernährungsnetzwerke Kaiserslautern und Kiel wurden dabei besonders gewürdigt, so dass sie im Rahmen der zweiten Förderphase ab 2005 bis 2009 für weitere vier Jahre mit einem Mittelvolumen von rund 9 Mio. € gefördert werden. Die Ernährungsnetzwerke werden durch einen Forschungsbeirat während der Laufzeit begleitet. Am 04.06.2007 erfolgte eine Zwischenevaluation der Forschungsergebnisse der beiden Netzwerke Kaiserslautern und Kiel unter Mitwirkung eines Gutachtergremiums.
3. Geförderte Vorhaben
a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben
Forschungsverbund: Rolle von Nahrungsbestandteilen in der Genese von Darmkrankheiten und Möglichkeiten der Prävention durch die Ernährung
Internetadresse: http://www.nutrition-net.org/
Verbundkoordinator: Prof. Dr. Dr. D. Schrenk
Teilvorhaben (TV) Koordination, Teilvorhaben 1.5 akute und chronische Darmentzündung, Teilvorhaben 1.6 Antioxidative Wirkung und TV Projektgruppe
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Technische Universität Kaiserslautern |
Leiter: |
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Max Rubner-Institut |
Leiter: |
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Teilvorhaben I.7 Beeinflussung von Biomarkern der Karzinogenese in Kolonzellen in vitro und in vivo
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Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) |
Leiterin: |
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