Forschungsverbünde zur Somatischen Gentherapie

Öffentliche Bekanntmachung: 1996
Förderzeitraum: 1996 - 2005
Gesamtvolumen: 13,2 Mio. EUR
Vorhabenzahl: 46


1. Ziele des Förderschwerpunktes

Der Förderschwerpunkt ergänzt die unter Programmbereich III. beschriebene Maßnahme "Therapie mit molekulargenetischen Methoden ". Dort hat das BMBF eine ganze Reihe von Forschungsaktivitäten auf den Weg gebracht, deren Ziel die Weiterentwicklung gentherapeutischer Ansätze für die Behandlung schwerer, bislang kaum behandelbarer Erkrankungen ist. Ein weiterer Schritt auf diesem Weg war die Einrichtung des hier vorliegenden Schwerpunktes, dessen vorrangiges Ziel es ist, die Zusammenarbeit zwischen Forschern unterschiedlicher Fachdisziplinen und theoretischen, klinischen und industriellen Arbeitsgruppen zu verbessern. Die neue Maßnahme konzentriert sich daher auf die Unterstützung von Verbundprojekten, um die Rahmenbedingungen für einen effizienten Transfer von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die Praxis zu schaffen.
Ein zweites Ziel des Förderschwerpunktes ist es, neue Systeme (Vektoren) für den Transfer und die geregelte Expression von therapeutischen Genen in Zellen zu entwickeln. Dies ist wichtig, weil sich in den letzten Jahren herausgestellt hat, dass die heute zur Verfügung stehenden Vektoren große Nachteile aufweisen - sie sind zu wenig effizient, zu wenig spezifisch, oder sie haben unakzeptable Nebenwirkungen. Diese Mängel setzen der klinischen Anwendbarkeit der Gentherapie zur Zeit Schranken. Projekte mit der Zielsetzung, Vektoren neu zu entwickeln oder zu verbessern, werden daher auch als Einzelvorhaben gefördert.

2. Stand der Fördermaßnahme

Die Bekanntmachung des Förderschwerpunktes erfolgte im Januar 1996. Bis zum Ende der Einreichungsfrist, dem 15. Mai 1996, wurden Anträge für 63 Verbundvorhaben - bestehend aus 204 Teilprojekten - vorgelegt. Hierin wurden insgesamt 140 Millionen DM für einen Zeitraum von drei Jahren beantragt. Da nur 14 % dieser Summe - 20 Millionen DM - für die erste Förderphase dieses Schwerpunktes vorgesehen waren, erfolgte im Juli 1996 mit Unterstützung eines international besetzten Gutachterkreises eine stringente Auswahl, die zu einer Ablehnungsquote von 80 % der Teilprojekte führte.
Im Oktober 1996 erfolgten die ersten Bewilligungen zur ersten Förderphase. Im Juli 1999 und Februar 2000 fanden die Gutachtersitzungen für die zweite Förderphase dieses Schwerpunktes statt. Das geplante Volumen hierfür beträgt ca. 10 Mio. DM. Ab Oktober 1999 erfolgten die ersten Bewilligungen der zweiten Förderphase.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

Forschungsverbund: "Gentherapie von Nieren- und Prostatakarzinomen"

Koordinator: Dr. Pessara

Teilvorhaben: 01GE9624   (01GE9623, 01GE9625, 01GE9626 sind abgeschlossen.)

Teilvorhaben: Phase I Trial: IL-2/B7.1-modifizierte allogene Tumorzellen als Vakzine für Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom

Klinikum Großhadern
Urologische Klinik
Marchioninistr. 15
81377 München 

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. A. Hofstetter
089/7095-2971/4875
01GE9624
502.475 EUR
01.02.1997 - 31.12.2006

Wir haben mit dem MDC, Berlin, die experimentelle Basis für eine Vakzinierungsstudie mit gen-modifizierten Tumorzellen für Nierenzellkarzinome (RCC) geschaffen. Die Gen-Modifikation beruht auf dem Transfer der Gene z. B. für CD80, Interleukin-4 und -7 und auf der Verwendung unbestrahlter Zellen. Auch wurden eine RCC-Zellinie und tumorspezifische zytotoxische T-Zellklone (CTL) etabliert. Dies ermöglichte die Definition eines Tumorantigens, das MHC-restringiert (HLA-A*0201) auch auf anderen RCC-Zellinien erkannt wurde. Die Vakzinzellen werden unter GMP-Bedingungen produziert. Zwei Phase-1-Studien mit unterschiedlichen Tumorzellvakzinen werden mit der Robert-Rössle-Klinik (Berlin, Prof. Dörken) und dem Klinikum Großhadern (München, Prof. Hofstetter/ OA Dr. Oberneder) durchgeführt. Ziel ist die Evaluierung von Dosis und Toxizität der Vakzinzellen. Wissenschaftlich ist die Analyse der tumorspezifischen CTL nach Immunisierung wichtig.

b) Liste der abgeschlossenen Vorhaben
 
 

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