Gesundheit im Alter

I. Schwerpunktförderung

 

Öffentliche Bekanntmachung:

2006

Förderzeitraum:

2007 - 2013

Gesamtvolumen:

ca. 32 Mio. Euro für zwei 3-jährige Förderphasen

Zahl der Verbünde:

6

 

Verbundprojekt: MultiCare-II 

Verbundprojekt PRISCUS II: Entwicklung eines Modells zur gesundheitlichen Versorgung älterer Menschen mit mehrfachen Erkrankungen

Verbundprojekt: ESTHER-II 

KORA-Age II Verbund: "Längsschnittstudien zur Erforschung des erfolgreichen Alterns und zur Vorbeugung der Gebrechlichkeit im Alter"

Verbundprojekt: Longitudinale Urbane Cohorten-Alters-Studie (LUCAS II)

Verbundprojekt: Autonomie trotz Multimorbidität im Alter - Interventionen (AMA II)

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Die Fortschritte der Medizin haben zu einer erheblichen Zunahme der Lebenserwartung beigetragen. Verlängert wurde nicht nur die gesunde Phase des Lebens, sondern auch das Überleben mit einer Erkrankung. Dieser grundsätzlich positive Trend stellt das Gesundheitswesen jedoch vor wachsende Herausforderungen, da die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei vielen Krankheiten in Bereichen wie Herz-Kreislauf, Krebs oder Neurodegeneration mit steigendem Alter kontinuierlich zunimmt.
Eine große Herausforderung sind die mit dem Alter zunehmend auftretenden Mehrfacherkrankungen (Ko- und Multimorbidität), die unter anderem oft mit der Einnahme von vielen unterschiedlichen Medikamenten (Multimedikation) verbunden sind.
Für ältere Menschen ist darüber hinaus die Erhaltung und Stärkung ihrer Autonomie und gesundheitlichen Ressourcen eines der wichtigsten Anliegen. In diesem Zusammenhang müssen effiziente Strategien entwickelt werden, um das Fortschreiten bestehender Erkrankungen zu vermeiden und eine effektive Unterstützung bei der physischen und psychischen Krankheitsbewältigung von älteren Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. 
Die Grundlage für viele Erkrankungen, die überwiegend im Alter auftreten, wird bereits früh im Lebenslauf gelegt. Daher sind Untersuchungen zur Wechselwirkung von Verhalten und Gesundheit von besonderer Bedeutung. Wissenschaftliche Voraussetzungen für die Verbesserung der medizinischen Versorgung und Pflege älterer Menschen zu schaffen, ist ein Ziel des Förderschwerpunktes „Gesundheit im Alter“. Er ergänzt dadurch andere bestehende Förderschwerpunkte des Gesundheitsforschungsprogramms der Bundesregierung, die sich mit den Ursachen oder diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bei einzelnen typischen Erkrankungen des höheren Alters beschäftigen.

 

2. Stand der Fördermaßnahme

Im Rahmen der öffentlichen Bekanntmachung der Förderrichtlinien vom 19.09.2006 gingen 42 Anträge beim Projektträger Gesundheitsforschung ein. Die Prüfung der Anträge erfolgte unter Einbeziehung eines externen, international sowie interdisziplinär besetzten Fachgutachtergremiums am 26./27.03.2007. Sechs Verbünde wurden zur Förderung empfohlen. Die ersten Vorhaben haben im Oktober 2007 begonnen.

Nach einer Zwischenbegutachtung in 2010 gibt es für alle sechs Forschungsverbünde eine weitere Förderphase von drei Jahren. Die aktuellen Projekte bauen auf den Erfolgen der ersten Förderphase auf.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibung der laufenden Vorhaben

(Sortierung innerhalb der Verbünde nach Förderkennzeichen)

Verbundprojekt: MultiCare-II

Der MultiCare-II Verbund vereint Partner aus Allgemeinmedizin, Epidemiologie, Biometrie, Psychiatrie sowie der medizinischen Soziologie und Psychologie. Das Konsortium führt zum einen analytische epidemiologische Projekte zum Verständnis von Mehrfacherkrankungen – Multimorbidität (Teilprojekte 1 und 2) und zum anderen eine Interventionsstudie zur Verbesserung der Qualität in der ambulanten Versorgung von älteren multimorbiden Patientinnen und Patienten (Teilprojekte 4) durch. Die Ziele sind die Feststellung von Multimorbiditätsmustern im Rahmen der hausärztlichen Versorgung, die Ermittlung von Ressourcen älterer Menschen und die Versorgungskosten bei älteren Patientinnen und Patienten mit Mehrfacherkrankungen. Insgesamt sollen die Erkenntnisse und Ergebnisse des bundesweiten Verbundes zur Optimierung der Qualität im Rahmen der hausärztlichen Versorgung älterer Menschen, vor allem anhand verbesserter Arzt-Patienten-Gespräche beitragen.

Komorbidität und Multimorbidität in der hausärztlichen Versorgung

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 
Institut für Allgemeinmedizin

Martinistr. 52
20251 Hamburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hendrik van den Bussche
040 7410-52400
01ET1006A
1.566.035 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

In diesem Vorhaben erfolgen anteilig Untersuchung von Mustern der Mehrfacherkrankung älterer Patientinnen und Patienten in der hausärztlichen Versorgung. Dabei wird auch der Einfluss von Ressourcen und Risikofaktoren auf diese Muster und die anfallenden Kosten für das Gesundheitssystem, etwa gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung, erhoben und analysiert. Ferner wird in Hamburg und Umgebung eine Studie mit 21 Hausärzten und rund 450 Patienten zur Wirksamkeit einer komplexen Intervention in Hausarztpraxen durchgeführt. Ziel ist es, letztlich die Qualität der ärztlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Multimorbidität zu verbessern.

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Wolfgang Maier
0228 287-15723
01ET1006B
197.151 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen des Vorhabens werden Befragung von 25 Hausärzten und 422 Patienten im Raum Bonn durchgeführt. Die erhobenen Daten werden dann anteilig hinsichtlich der Analyse von Multimorbiditätsmustern, den Folgen von Multimorbidität, etwa auf die kognitiven und psychische Fähigkeiten (Angststörungen, Depressionen, somatoformen Störungen und Schmerz), Muster aus neuropsychiatrischen Erkrankungen, der psychosozialen Ressourcen/Risikofaktoren sowie der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und Kosten ausgewertet.

Universität Leipzig
Medizinische Fakultät
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie

Semmelweisstr. 10
04103 Leipzig

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Steffi G. Riedel-Heller
0341 97-15408
01ET1006C
188.898 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen des Vorhabens werden Befragung von 23 Hausärzten und 488 Patienten im Raum Leipzig durchgeführt. Die erhobenen Daten werden dann anteilig hinsichtlich der Analyse von Multimorbiditätsmustern, den Folgen von Multimorbidität etwa auf die kognitive und psychische Fähigkeit sowie der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und Kosten ausgewertet.

Universitätsklinikum Jena
Bachstr. 18
07743 Jena

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Jochen Gensichen
03641 9-395800
01ET1006D
105.281 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen des Vorhabens werden Befragung von 10 Hausärzten und 244 Patienten im Raum Jena durchgeführt. Die erhobenen Daten werden dann anteilig hinsichtlich der Analyse der Multimorbiditätsmuster, auf mögliche prognostische Variablen für den Verlauf von Multimorbidität etwa psychosoziale Ressourcen/ Risikofaktoren, der Folgen von Multimorbidität sowie der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und Kosten ausgewertet.

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main 
FB 16 Medizin und Klinikum
Zentrum für Gesundheitswissenschaften
Institut für Allgemeinmedizin

Theodor-Stern-Kai 7
60596 Frankfurt am Main

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Ferdinand M. Gerlach
069 6301-5687
01ET1006E
113.531 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen des Vorhabens werden Befragung von 11 Hausärzten und 269 Patienten im Raum Frankfurt durchgeführt. Die erhobenen Daten werden dann anteilig hinsichtlich der Analyse der Multimorbiditätsmuster, der Folgen von Multimorbidität sowie prognostischer Variablen für den Verlauf von Multimorbidität etwa Charakteristika der hausärztlichen Versorgung (z.B. PACIC), Polypharmazie und potentiell unangemessene Medikation (PIM) in der Patientengruppe und Folgen von Multimorbidität ausgewertet.

Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Möhlstr. 26
81675 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Horst Bickel
089 4140-4246
01ET1006F
176.403 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen des Vorhabens werden Befragung von 29 Hausärzten und 422 Patienten im Raum München durchgeführt. Die erhobenen Daten werden dann anteilig hinsichtlich der Analyse der Multimorbiditätsmuster, der Folgen von Multimorbidität sowie hinsichtlich prognostischer Variablen für den Verlauf von Multimorbidität, beispielsweise kognitive Funktionsfähigkeit ausgewertet.

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit 
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

J 5
68159 Mannheim

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Siegfried Weyerer
0621 1703-6351
01ET1006G
205.552 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen des Vorhabens werden Befragung von 19 Hausärzten und 493 Patienten im Raum Mannheim durchgeführt. Die erhobenen Daten werden dann hinsichtlich der Analyse der Multimorbiditätsmuster, der Folgen von Multimorbidität sowie bezüglich möglicher prognostischer Variablen für den Verlauf von Multimorbidität, beispielsweise der psychischen Funktionsfähigkeit, ausgewertet.

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät 
Abt. für Allgemeinmedizin

Moorenstr. 5
40225 Düsseldorf

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Heinz-Harald Abholz
0211 81-17771
01ET1006H
332.599 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen des Vorhabens werden Befragung von 20 Hausärzten und 399 Patienten im Raum Düsseldorf durchgeführt. Die erhobenen Daten werden dann in Arbeitsteilung mit den Verbundpartnern hinsichtlich der Analyse der Multimorbiditätsmuster, der Identifikation von prognostischen Variablen für den Verlauf von Multimorbidität  sowie Charakteristika der hausärztlichen Versorgung (Polypharmazie und potentiell unangemessene Medikation in der Patientengruppe, Soziodemographische Faktoren und sozio-ökonomischer Status) ausgewertet. Ferner wird eine multizentrische Studie zur Wirksamkeit einer komplexen Intervention in Hausarztpraxen auf die Versorgung von Patienten mit Multimorbidität im Raum Düsseldorf durchgeführt. Hierfür werden in 20 Hausarztpraxen und 200 Patienten für die Durchführung von Hausarzttrainings zu Bilanzierungsgesprächen und Medikamentenchecks für die Interventionsgruppe sowie alternativer Fortbildungen für die Kontrollgruppe durchgeführt.

Universität Rostock 
Medizinische Fakultät - Institut für Allgemeinmedizin

Doberaner Str. 142
18057 Rostock

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Attila Altiner
0381 494-2481
01ET1006I
137.079 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen des Vorhabens werden Befragung von 20 Hausarztpraxen und 200 Patienten im Raum Rostock durchgeführt. Die erhobenen Daten werden dann anteilig hinsichtlich der Analyse der Multimorbiditätsmuster, der Folgen von Multimorbidität sowie bezüglich möglicher prognostischer Variablen für den Verlauf von Multimorbidität ausgewertet. Parallel werden anteilig im Rahmen einer Studie Hausarzttrainings zu narrativen Bilanzierungsgesprächen und Medikamentenchecks für die Interventionsgruppe sowie alternative Fortbildungen für die Kontrollgruppe durchgeführt.

Universität Bremen
Zentrum für Sozialpolitik
Abt. für Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung
28334 Bremen

 

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Gerd Glaeske
0421 218-58558
01ET1006J
61.248 EUR
01.02.2011 - 31.01.2013

Im Rahmen des Vorhabens werden gemeinsam mit dem Partner Untersuchung von Multimorbiditätsmustern in der ambulanten Versorgung durchgeführt. Hierzu werden Routinedaten einer gesetzlichen Krankenversicherung bezüglich anfallender Leistungen und Kosten bei multimorbiden Patienten ausgewertet (Zeitraum 2004-2010). Es sollen Multimorbiditätsmuster im Zeitverlauf, Beobachtung des Verlaufs der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und Kosten sowie ein Vergleich der Primärdaten aus dem Teilprojekt 1 (TP1) mit den Sekundärdaten aus dem Teilprojekt 2 (TP2) hinsichtlich Morbiditätsentwicklung und Inanspruchnahme von Leistungen erfolgen.

Medizinische Hochschule Hannover
Institut für Biometrie

Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Birgitt Wiese
0511 532-4414
01ET1006K
188.120 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen des Vorhabens werden Multimorbiditätsmustern in der hausärztlichen Versorgung, der Einfluss von Ressourcen und Risikofaktoren, Beschreibung der langfristigen Entwicklung patientenseitiger Endpunkte wie Behinderung oder gesundheitsbezogener Lebensqualität, der Zusammenhang von Multimorbidität mit Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und Kosten untersucht. Ferner wird anteilig eine multizentrische Studie zur Wirksamkeit einer komplexen Intervention in Hausarztpraxen auf die Versorgung von Patienten mit Multimorbidität durchgeführt. HIerzu wird eine spezifische Datenbank und eines Online-Dateneingabesystems zur Durchführung von Schulungen sowie zur Qualitätssicherung und Erstellung von Datenqualitätsberichten erstellt.

Verbundprojekt PRISCUS II: Entwicklung eines Modells zur gesundheitlichen Versorgung älterer Menschen mit mehrfachen Erkrankungen

RIME-Studie (TP1), anteilig und HomeFit (TP4) sowie Anteile an den verbundübergreifenden Netzwerkaktivitäten

Ruhr-Universität Bochum
Medizinische Fakultät und Klinikum
Zentrum für biomedizinische Methoden
Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

Overbergstr. 17
44801 Bochum

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hans-Joachim Trampisch
0234 32-27790
01ET1005A
1.705.770 EUR
01.12.2010 - 30.11.2013

Um die Qualität der Versorgung älterer, multimorbider Patienten in hausärztlichen Versorgung zu verbessern, werden anteilig zwei randomisierte kontrollierte Studien (RCT) durchgeführt. Eine Studie testet eine komplexe Intervention aus den wichtigsten Empfehlungen einer neu entwickelten Liste potentiell inadäquater Medikation (PIM) für ältere Menschen sowie Leitlinienempfehlungen und Patientenpräferenzen bei bestehender Multimorbidität (Mehrfacherkrankung). Ziel ist es, dass mit Hilfe der komplexen Intervention der Anteil von Patienten mit potentiell inadäquater Medikation von deutlich gesenkt werden kann. Im Rahmen der zweiten Studie wird auf der Basis einer bereits durchgeführten Pilotstudie ein häusliches Bewegungsprogramm für chronisch kranke und in ihrer Mobilität eingeschränkten Patienten entwickelt und getestet. Das Bewegungsprogramm enthält allgemeine Empfehlungen zu körperlicher Aktivität, ein multidimensionales Übungsprogramm, Beratungstermine und telefonische Unterstützung. Ziel dieser Studie ist es, dass sich in Bezug auf die physischen Fähigkeiten und weiterer Gesundheitsaspekte eine Verbesserung bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einstellt.

RIME-Studie (TP1) anteilig

Private Universität Witten/Herdecke gemeinnützige GmbH 
Fakultät für Medizin - Humanmedizin
Klinische Pharmakologie

Heusnerstr. 40
42283 Wuppertal

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Petra A. Thürmann
0202 896-1851
01ET1005B
431.812 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Das Vorhaben ist Teil des Verbundes PRISCUS II: "Entwicklung eines Modells zur gesundheitlichen Versorgung älterer Menschen mit mehrfachen Erkrankungen. Ziel des Vorhabens (TP1, anteilig) ist die Entwicklung eines pharmakotherapeutischen Instrumentes zur Optimierung der Arzneimitteltherapiesicherheit bei älteren Menschen in Hausarztpraxen. Anschließend wird die Effizienz dieses Instrumentes im Zusammenspiel mit anderen Interventionsmaßnahmen (u.a. Fortbildungen) im Hinblick auf die Reduktion potenziell inadäquater Medikation im Rahmen der RIME-Studie überprüft. Ferner wird gemeinsam mit der MH Hannover ein allgemeinmedizinisches Arbeitspaket bearbeitet. Das pharmakotherapeutische Instrument wird zum einen auf der Basis der in der ersten Förderphase entwickelten PRISCUS-Liste von potenziell inadäquater Medikamente (PIM) für ältere Menschen, der Analyse der Polypharmazie in den Kohorten der Verbundpartner und weiterer Literaturrecherche und einer Expertenbefragung über einen zweitägigen Workshop. Daraus entsteht eine Top-Ten-Liste mit den wichtigsten zu vermeidenden potenziell inadäquater Medikamente, Dosierungsempfehlungen, Arzneimittelinteraktionen und notwendigsten Monitoring-Hinweisen. Die PRISCUS Top-Ten-Liste wird dann ein wesentlicher Bestandteil der Intervention innerhalb der RIME-Studie sein.

Medizinische Hochschule Hannover 
Abt. Allgemeinmedizin

Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Eva Hummers-Pradier
0511 532-2744
01ET1005C
431.787 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Auf der Basis der Ergebnisse in der ersten Förderphase werden alle beteiligten allgemeinmedizinischen Institute eine Kurzform des umfassenden geriatrischen Assessments zur Charakterisierung des Gesundheitszustandes (MAGIC) der teilnehmenden Patienten erarbeiten. Parallel wird eine Schulungsmethode entwickelt, die Studienärzte bei den teilnehmenden Hausärzten und Medizinischen Fachangestellten durchführen werden. Gemeinsam mit den Studienpartnern wird über die von Geriatrie und Pharmakologie erarbeiteten Inhalte der Interventionen abgestimmt. Auch die Pilotstudie wird in Zusammenarbeit aller Partner durchgeführt. Die Rekrutierung der teilnehmenden Ärzte erfolgt ebenfalls durch die Allgemeinmedizinen in Hannover und Witten.

Gesundheitsökonomische Evaluation der RIME-Studie (TP7) sowie  verbundübergreifendes TPG (Modul C) Messmethoden der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und Kosten im Alter

Universität Bielefeld 
Fakultät für Gesundheitswissenschaften
- AG5 - Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement

Universitätsstr. 25
33615 Bielefeld

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Wolfgang Greiner
0521 106-6989
01ET1005D
247.680 EUR
01.03.2011 - 28.02.2014

Ziel des Vorhabens (TP7) ist die gesundheitsökonomische Evaluation der Intervention im Rahmen der RIME-Studie für Patienten über 65 Jahren im Vergleich zur Regelversorgung. Ferner wird der Einfluss unterschiedlicher Multimorbiditätsmuster auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität älterer Patienten analysiert. Die Intervention der RIME-Studie wird mittels einer Kosteneffektivitätsanalyse evaluiert. Mögliche medizinische Vorteile der Intervention werden dabei in nicht-monetären Größen angegeben (z. B. Anzahl symptomfreier Tage). Ziel ist es einen Kosteneffektivitätswert  zu ermittelt. Daten werden sowohl von den Patienten als auch von den behandelnden Ärzten generiert. Dabei ist ein Vergleich zwischen einer Interventions- und einer Kontrollgruppe geplant. Die Analyse des Einflusses unterschiedlicher Multimorbiditätsmuster auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität älterer Menschen erfolgt auf Basis der Daten aus der ersten Förderphase (getABI-Kohorte). Ein weiteres Ziel des Vorhabens ist die Evaluation der Validität patientenberichteter Angaben zur Messung des gesundheitsbezogenen Ressourcenverbrauches älterer Patienten (TPG, verbundübergreifendes Teilprojekt). Um die Validität selbstberichteter Angaben älterer Patienten zu evaluieren, werden deren Angaben mit Abrechnungsdaten einer großen, deutschlandweit geöffneten Krankenkasse abgeglichen.

Verbundprojekt: ESTHER-II

Eine große Herausforderung sind die mit dem Alter zunehmend auftretenden Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität), die unter anderem oft mit der Einnahme von vielen unterschiedlichen Medikamenten verbunden sind. Es bedarf daher an evidenzbasierten Maßnahmen, die die Prävention, Früherkennung und Behandlung chronischer Erkrankungen verbessern. Der interdisziplinäre Forschungsverbund "ESTHER-II: Multimorbidität und Gebrechlichkeit im hohen Alter" untersucht im Kontext einer bevölkerungsbezogenen Kohortenstudie (ESTHER-Studie) zentrale Aspekte der Epidemiologie, Patientenperspektive, medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie der Kosten von Multimorbidität und Gebrechlichkeit in der älteren Bevölkerung.

Zentrale Kohortenstudie und Interventionsstudie (TP 1), Epidemiologie, Verlauf und Prävention von Multimorbidität und Gebrechlichkeit im Alter (TP 2a)

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Abt. Klinische Epidemiologie und Alternsforschung (C070)

Bergheimer Str. 20
69115 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hermann Brenner
06221 54-8140
01ET1004A
1.775.166 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Die zentrale Aufgabe des Teilprojektes (TP) 1 ist die Koordination und Durchführung der umfangreichen Nachuntersuchung der bevölkerungsbezogenen ESTHER-Studie nach elf Jahren. Diese beinhaltet eine standardisierte schriftliche Befragung, ein geriatrisches Assessment einer Teilpopulation, die Beurteilung von Multimorbidität und Gebrechlichkeit durch die behandelnden Hausärzte, die Erfassung des Versorgungsbedarfs sowie die Gewinnung von biologischem Material (Blut). Bei einer Teilpopulation werden Interventionsstudien zur Evaluation präventiver Maßnahmen hinsichtlich der sicheren und korrekten Medikamentenanwendung und des Versorgungsbedarfs durchgeführt. Das Teilprojekt bildet somit eine gemeinsame wissenschaftliche Plattform, die von allen Partnern des ESTHER-Netzwerks genutzt wird, in dem es die Daten und Materialien für die Beantwortung der wissenschaftlichen Fragestellungen in den Teilprojekten bereitstellt. Ziele des TP 2a sind die Abschätzung der Prävalenz und der Rate des Fortschreitens von Multimorbidität und Gebrechlichkeit im Alter, die Bewertung von Schutz- und Risikofaktoren sowie die Untersuchung des Einflusses von Multimorbidität und Gebrechlichkeit auf Endpunkte wie Pflegeheimeinweisungen oder Mortalität.

Intervention bei älteren Menschen mit komplexem Versorgungsbedarf (TP 2c); Organisation der Versorgung in der Hausarztpraxis (TP 2d) und Optimierung der Arzneimittelapplikation (TP 2e); Verbundübergreifendes TP 3: Med-CDS

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg
Medizinische Klinik - Innere Medizin VI
Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie

Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Walter E. Haefeli
06221 56-8740
01ET1004B
1.007.611 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Ziel des Teilprojektes (TP) 2c ist die Überprüfung der Wirksamkeit einer Intervention bei älteren Patienten mit komplexem Versorgungsbedarf. Die Intervention fokussiert auf die Verbesserung und Koordination von interdisziplinärer Versorgung. Hauptziel des TP 2d ist die Überprüfung des Einflusses des Chronic Care-Modells, ein evidenzbasiertes Konzept zur umfassenden Versorgung chronisch Kranker, in den Hausarztpraxen auf die Versorgung bzw. den Strukturierungsgrad in den Praxen und die Lebensqualität von älteren, multimorbiden Patienten. Darüber hinaus werden angelehnt an das Salutogenesemodell intrapersonale Ressourcen erfasst, um Bereiche für eine ressourcenorientierte Gesundheitsförderung zu identifizieren. In TP 2e soll das Ausmaß von Wissensdefiziten und von Applikationsproblemen beim Arzneimittelgebrauch in der ambulanten Bevölkerung in einer Studie erfasst werden. Anhand von randomisierten Interventionen soll der Einfluss von Informationsmaterialien und von speziell zugeschnittenen Schulungen auf die Verbesserung dieser Defizite untersucht werden. Ziel des verbundübergreifenden TP3 ist es, einen medikamentenbezogenen Chronic-Disease-Score zu entwickeln, mit dem sich die (Multi-) Morbidität von individuellen Patienten und Patientenkohorten aufgrund ihrer Arzneimittelverordnung charakterisieren und vergleichen lässt. Anschließend soll der Score in den Kohorten der teilnehmenden Partnerinstitutionen validiert werden.

Ökonomie von Multimorbidität und Gebrechlichkeit im Alter (TP 2f) und verbundübergreifendes TP G (anteilig, Modul B): Gesundheitsökonomie

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Zentrum für Psychosoziale Medizin
Institut für Medizin-Soziologie

Martinistr. 52
20251 Hamburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hans-Helmut König
040 7410-53382
01ET1004C
340.447 EUR
01.01.2011 - 28.02.2014

Ziel des Teilprojektes 2f ist die Analyse der ökonomischen Aspekte von Multimorbidität und Gebrechlichkeit im hohen Alter hinsichtlich der Inanspruchnahme und Kosten formeller und informelle Gesundheitsleistungen, privater finanzieller Belastungen und der Präferenzen für Krankenversicherungen. Hierzu werden die in einer Teilstichprobe bereits während der 1. Förderphase in einem zu Hause durchgeführten geriatrischen Assessment interviewten Probanden (n=3000) erneut von einem Studienarzt mithilfe eines spezifischen Fragebogens befragt. Zur Identifikation von Prädiktoren für die ökonomischen Zielgrößen werden statistische Verfahren zur Auswertung von Querschnitts- sowie Längsschnittdaten eingesetzt. Des Weiteren wird die Kosten-Effektivität einer kurzen Intervention analysiert, die begleitend zur Hauptstudie in TP 2b an Personen mit komplexem Bedarf an Gesundheitsleistungen durchgeführt werden wird. Darüber hinaus beteiligt sich die Institution mit Modul B am verbundübergreifenden Teilprojekt G "Gesundheitsökonomie: Methoden zur Messung der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und Kosten im Alter" aus dem KORA-Age-II Verbund. Ziel von Modul B ist die Bestimmung standardisierter Kostenansätze ("unit costs") für Gesundheitsleistungen und die Erstellung einer Datenbank (Toolbox) inklusive eines Benutzerhandbuchs. Zudem soll ein Prozess zu jährlichen Aktualisierung der Daten entwickelt und implementiert werden.

KORA-Age II Verbund: "Längsschnittstudien zur Erforschung des erfolgreichen Alterns und zur Vorbeugung der Gebrechlichkeit im Alter"

Das übergeordnete Ziel dieses Forschungsverbundes ist es, die Häufigkeit und Determinanten von Multimorbidität und Funktionsfähigkeit bei über 65-jährigen Probanden aus der Region Augsburg zu ermitteln. Gründe für erfolgreiches Altern werden basierend auf Gesundheitsdaten der KORA-Forschungsplattform erforscht. Strategien zur Prävention sowie Faktoren zur Aufrechterhaltung selbständiger Lebensführung im Alter sollen abgeleitet werden.

Teilprojekte (TP): Koordination, A, B, C, D, E, Z und QP G

Helmholtz Zentrum München
Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH) 
Institut für Epidemiologie (EPI)

Ingolstädter Landstr. 1
85764 Oberschleißheim

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Annette Peters
089 3187-4566
01ET1003A
3.138.733 EUR
01.03.2011 - 28.02.2014

In der Arbeitsplanung wurden vier Studiendesigns ausgewählt: 1) Eine Interventionsstudie mit Herzinfarktüberlebenden über 65 Jahren; 2) Ein dreijähriges Mortalitäts-Follow-up der KORA-Age I Kohorte; 3) Eine dreijährige Nachuntersuchung bei 1,079 Männern und Frauen im Alter von 68 bis 96 Jahren zur Bestimmung von Krankheiten und Altern, Entwicklung der Gebrechlichkeit und Behinderung, seelischer Gesundheit, sozialem Rückhalt und Bindungen sowie 4) Analysen an Fokusgruppen zur Untersuchung vorhandener gesundheitsfördernder Programme für ältere Menschen in der Region Augsburg.

Teilprojekte (TP) B "FRAILTY" (GAIT & PA - Messung und Analyse von Gang) und D "Lung Function" (körperlicher Aktivität)

Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Institut für Medizinische Statistik und Epidemiologie

Ismaninger Str. 22
81610 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Alexander Horsch
089 4140-4330
01ET1003B
69.862 EUR
01.03.2011 - 28.02.2014

Das Projekt bewegt sich einerseits im thematischen Rahmen des TP B (01ET1003A), dessen primäres Ziel es ist, die Faktoren und Konsequenzen der Gebrechlichkeit besser zu verstehen. Das vorliegende Vorhaben untersucht hierzu, ob der Einsatz des tragbaren Ganganalysesytems "GAITRite" zu einer verbesserten Beurteilung langsamer Ganggeschwindigkeiten beiträgt. Zum anderen erforscht das vorliegende Vorhaben wichtige Teilaspekte innerhalb des thematischen Schwerpunktes von TP D ("Lung Function"), dessen Ziel es ist, Assoziationen zwischen der Entwicklung der Lungenfunktion und Änderungen des Umfangs körperlicher Aktivität zu untersuchen. Im Rahmen dessen widmet sich das vorliegende Vorhaben der Messung und Analyse der körperlichen Aktivität in Relation zu Lungenfunktionsparametern in der KORA-Age-Kohorte.

Teilprojekt (TP) E "Partizipation -Einfluss von Gesundheit, sozialer Belastung und Wohnumgebung auf Partizipation und Autonomie alter Menschen: individuelle und regionale Einflüsse"

Ludwig-Maximilians-Universität München 
Medizinische Fakultät 
Institut für Gesundheits- und Rehabilitationswissenschaften

Marchioninistr. 15 a
81377 München

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Eva Grill
089 2180-78223
01ET1003C
125.536 EUR
01.03.2011 - 28.02.2014

Das vorliegende Vorhaben ist an der Ludwig-Maximilians-Universität München angesiedelt und beschäftigt sich mit den Einflüssen physischer (Gebrechlichkeit, Behinderung, allg. Gesundheitszustand), sozialer  und wirtschaftlicher Lebensumwelt auf die Partizipation und Autonomie älterer Menschen. Ein praktischer Nutzen für die Zielgruppe ist gegeben in Form der Impulsgebung zur Bildung einer politischen Agenda für eine gesundheits- und teilhabeförderliche Umwelt sowie zur Entwicklung gezielter Präventionsprogramme seitens der politischen Entscheidungsträger. Die Daten zu Partizipation, Autonomie, Gesundheitszustand und Behinderung werden mittels standardisierter Instrumente im Rahmen des Untersuchungsprogramms des KORA-Age 2 Konsortiums erhoben. Ressourcen, und Barrieren werden aus der Perspektive des Individuums und anhand der tatsächlich in der Gemeinde vorhandenen Dienste und Angebote erhoben. Soziale Ungleichheit wird unter anderem anhand des subjektiven Sozialstatus definiert. Regionale Ungleichheiten werden auf der Nachbarschafts- und Gemeinde-Ebene analysiert. Die Ergebnisse sollen auf einer Regionalkonferenz den politischen Entscheidungsträgern präsentiert werden.

Teilprojekt (TP) C "Mental Health" (Teil: "Endokrinologie")

Klinikum der Universität München
Campus Innenstadt 
Medizinische Klinik

Ziemssenstr. 1
80336 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Martin Bidlingmaier
089 5160-2277
01ET1003D
89.126 EUR
01.03.2011 - 28.02.2013

Das vorliegende Vorhaben ist am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München angesiedelt und  untersucht den Zusammenhang zwischen hormonellen (endokrinen) Faktoren und dem Konzept des erfolgreichen Alterns. Im vorgeschlagenen Arbeitsprogramm werden hierbei endokrine Variablen wichtiger Hormonsysteme systematisch erfasst und gemeinsam mit psychometrischen Daten analysiert. Diese Verknüpfung des metabolischen Gesundheitszustandes älterer Menschen mit dem mentalen trägt zu einem verbesserten ganzheitlichen Verständnis eines erfolgreichen Alterungsprozesses bei.

Longitudinale Urbane Cohorten-Alters-Studie (LUCAS II)

LUCAS ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt in der deutschen Metropole Hamburg. Das Projekt analysiert die multidimensionalen Wirkgefüge des natürlichen und krankhaft veränderten Alterungsprozesses und will innovative, finanzierbare und praxistaugliche Versorgungskonzepte entwickeln, um die Mobilität und Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern. Einflussfaktoren, welche eine selbstständige Lebensführung bzw. die Entwicklung von Hilfs- und Pflegebedürftigkeit im höheren Lebensalter begünstigen, werden unter Berücksichtigung psychosozialer Einflüsse, Ernährung, körperlicher Funktionen und der allgemeinen Lebensbedingungen ermittelt. Der Erhalt der funktionellen Kompetenz älterer Menschen steht im Zentrum der Untersuchungen.

TP1: Longitudinale urbane Kohorte: Wissenschaftliche Begleitung, TP3: RCT Geriatrisches Mobilitäts-Centrum (MobiC), TP6: Potenziell inadäquate Medikamente (PIM) und Stürze im Krankenhaus

Albertinen-Diakoniewerk e.V. 
Zentrum für Geriatrie und Gerontologie

Sellhopsweg 18-22
22459 Hamburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Wolfgang von Renteln-Kruse
040 5581-1351
01ET1002A
1.445.125 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Das übergeordnete Ziel der Teilprojekte (TP) des Albertinen-Hauses ist die Identifizierung prognostischer Marker des Alterns, um Hinweise auf das Einsetzen funktionaler Einschränkungen älterer Menschen zu erhalten. Darauf aufbauende Interventionen werden auf ihre Wirksamkeit geprüft die Funktionalität zu fördern und zu erhalten. TP1 hat eine urbane Langzeitkohorte ehemals selbständig lebender älterer Menschen etabliert und erforscht hieran seit zehn Jahren den „normalen Alterungsprozess". Faktoren, die für die Aufrechterhaltung der Funktion im Alter relevant sind, Pflegebedürftigkeit vorbeugen und die einer effizienten, effektiven Ressourcennutzung des deutschen Gesundheitssystems dienen, sollen identifiziert werden. TP3 untersucht die Wirksamkeit eines geriatrischen Mobilitäts-Centrums an der Schnittstelle primärer und sekundärer Versorgung. Der Fokus liegt dabei auf Patienten mit neu auftretenden Gangstörungen, die als präklinisches Leitsymptom eines krankhaft beschleunigten Alterungsprozesses mit drohendem Verlust von Fähigkeiten gelten. TP6 zielt auf die Verbesserung der Sturzprävention älterer Krankenhauspatienten ab. Zum Einen soll die 'Potenziell Inadäquate Medikation' (PIM, PRISCUS-Liste) durch Abgabe eines PIM-Alerts an die behandelnden Ärzte reduziert werden. Zum Anderen werden durch optimierte Risiko-Erfassung sturzgefährdete Patienten im Krankenhaus identifiziert.

Prävention von Frailty (Gebrechlichkeit) älterer Menschen mittels autobiografisch-narrativer Intervention (BIOGRAPHIE) (TP 4)

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Philosophische Fakultät
Institut für Psychologie
Lehrstuhl Gesundheit und Prävention

Robert-Blum-Str. 13
17487 Greifswald

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Silke Schmidt
03834 86-3800
01ET1002B
305.359 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer Autobiografie-basierten Interventionsstudie zur Verbesserung der wahrgenommenen Kohärenz und der objektiven und subjektiven Gesundheit. Die Studie ist als prospektive und randomisierte, kontrollierte Interventionsstudie (RCT) angelegt und umfasst verschiedene Module der geleiteten autobiografischen Erzählung (strukturiert versus frei; mündlich versus schriftlich; individueller versus Gruppenansatz). Forschungsfragen beziehen sich auf psychologische, soziale und gesundheitliche Veränderungen sowie die Vorhersage des Gebrechlichkeitsstatus der Teilnehmer infolge der Intervention. Zusätzlich wird die Anwendbarkeit eines kurzen Biografie-basierten Erfassungsinstrumentes im Vergleich zu mündlich/schriftlichen Biografiearbeit untersucht. Schließlich werden Empfehlungen für die konkrete Nutzung des Ansatzes in der Gerontologie, Geriatrie und Pflege älterer Menschen sowie für Senioreninitiativen gegeben.

TP7a: Konsultationen im Kontext der Gesundheitserhaltung älterer Menschen, anteilig: Pflegeberatung zur Verbesserung der Mobilität und Lebensqualität

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Fakultät Life Sciences

Lohbrügger Kirchstr. 65
21033 Hamburg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Christiane Deneke
040 42875-6222
01ET1002C
260.091 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen des Verbundes will das Vorhaben die Mobilität und Lebensqualität vulnerabler älterer Bevölkerungsgruppen nachhaltig durch eine standardisierte systematische Pflegesprechstunde mit einer 'Komm-Bring-Struktur' verbessern. Im Fokus stehen dabei eine ressourcen-orientierte Beratung und die Umsetzung der Erkenntnisse, dass Männer und Frauen (Gender) unterschiedliche Bedürfnisse und Sichtweisen in Bezug auf Mobilität und Lebensqualität aufzeigen. Zeitgleich soll insbesondere den Akteuren im Gesundheitswesen eine multidimensionale Herangehensweise im Rahmen von Mobilität im Alltag aufgezeigt werden. Der nachhaltige Nutzen der pflegerischen Beratung soll mit Hilfe einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) nachgewiesen werden.

TP7b: Konsultationen im Kontext der Gesundheitserhaltung älterer Menschen, anteilig: Effektivität von Hausbesuch-Assessments bei selbständig lebenden Senioren mit funktionellem Abbau

Hamburgische Pflegegesellschaft e.V. (HPG)
Burchardstr. 19
20095 Hamburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Franz Pröfener
040 232372
01ET1002D
158.217 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Im Rahmen des Verbundes will das Vorhaben der Hamburgischen Pflegegesellschaft e.V. in einer randomisiert-kontrollierten Studie mit 578 in 2007 zufällig ausgewählten Hamburger Senioren mit dem Status 'Gebrechlichkeit' (Frailty) in einem 4-Jahres-Follow-up die Effektivität des "Albertinen-Hausbesuch-Assessment" mit der herkömmlicher Betreuung von Senioren vergleichen und mittels der präventiven Hausbesuche den Versorgungs- und Rehabilitationsbedarfs bei eigenständig lebenden Senioren mit funktionellem Abbau ermitteln. Auf Basis der Assessmentdaten wird dazu die Bedeutung des Syndroms Gebrechlichkeit im Prozess des Alterns untersucht.  In der randomisiert-kontrollierten Studie werden die im Verhältnis 1:2 der Interventions- bzw. Kontrollgruppe zugeordnetenTeilnehmer nach Intervention in 2011/12 zu den Endpunkten befragt. An eine "Intention-to-treat-Analyse" schließen sich 2013 vergleichende Analysen von Beratungsstrategien für Senioren in anderen Versorgungssituationen an. Weitere Analysen fragen nach der Rolle der generationellen Prägung und nach Grenzen bei der Bewältigung von Gebrechlichkeit und von - damit häufig verknüpft - starken chronischen Schmerzen. Schließlich soll das longitudinale Monitoring der LUCAS-Kohorte durch querschnittlich und im persönlichen Gespräch ermittelte Daten validiert werden, um unterschiedlich zu behandelnden Kaskaden des Alterns besser zu charakterisieren.

Verbundprojekt: Autonomie trotz Multimorbidität im Alter - Interventionen (AMA II)

Eine große Herausforderung sind die mit dem Alter zunehmend auftretenden Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität), die unter anderem oft mit der Einnahme von vielen unterschiedlichen Medikamenten verbunden sind. Für ältere Menschen ist darüber hinaus die Erhaltung und Stärkung ihrer Autonomie sowie gesundheitlichen Ressourcen eines der wichtigsten Anliegen. Das Verbundprojekt: "Autonomie trotz Multimorbidität im Alter: Interventionen zur Mobilisierung von Ressourcen (AMA II)" hat das Ziel, nachhaltige Interventionen zu entwickeln und zu erproben, die dazu beitragen sollen, personale, soziale, umweltbezogene, professionelle und institutionelle Ressourcen zu mobilisieren, um somit die Autonomie alter multimorbider Menschen in Privathaushalten und Pflegeheimen zu fördern.

Teilprojekt (TP 1): AMA-INTEGRATION II, TP 3: OMAHA II, TP5: DYADEM, TP7: PAIN II, TP8: MIGRANT-DEM

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Institut für Medizinische Soziologie

Luisenstr. 57
10117 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey
030 450-529171
01ET1001A
1.818.596 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Gegenstand von Teilprojekt (TP) 1 sind die zentrale Koordination und Organisation des Verbundes, seine wissenschaftliche Integration sowie die Translation, Implementation und Dissemination der Ergebnisse. Das TP 3 zielt darauf ab, die Ressourcen älterer, vulnerabler Menschen in Privathaushalten durch eine Verbesserung der Primärversorgung zu stärken. Hierzu soll ein professionelles, individuelles geriatrisches Case-Management entwickelt und evaluiert werden. In TP 5 wird ein kombiniertes Trainings- und Unterstützungsprogramm für Patient-Angehörigen-Dyaden bei Demenz entwickelt und in einer randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie evaluiert. Im Rahmen einer Interventionsstudie sollen in TP 7 Handlungsempfehlungen zum Schmerzmanagement älterer Menschen in Pflegeheimen entwickelt und implementiert werden. Ziel des TP 8 ist die Charakterisierung von Barrieren medizinisch-sozialer Versorgung und Entwicklung diagnostischer Verfahren bei Demenzerkrankungen und Multimorbidität bei Migranten mit türkischer und russischer Muttersprache.

PREFER II: Personale Ressourcen von älteren Menschen mit Mehrfacherkrankungen: Stärkung des effektiven Gesundheitsverhaltens (TP 2)

Deutsches Zentrum für Altersfragen e.V. (DZA)
Manfred-von-Richthofenstr. 2
12101 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Susanne Wurm
030 260740-78
01ET1001B
481.181 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Ziel ist die Entwicklung effektiver, nachhaltig nutzbarer, theorie- und evidenzbasierter Maßnahmen zur Förderung der körperlichen Aktivität und Autonomie älterer Menschen mit Mehrfacherkrankungen. Körperliche Aktivität wird in vielen evidenzbasierten Empfehlungen als wichtigste veränderbare Einflussgröße auf Gesundheit im Alter benannt, aber nur sehr wenige ältere Menschen bewegen sich ausreichend im Rahmen ihrer gesundheitlichen Möglichkeiten. Zentraler Ansatzpunkt des geplanten Projekts ist daher die Stärkung von personalen Ressourcen, die für die Förderung körperlicher Aktivität bedeutsam sind. Dazu zählen Selbstwirksamkeit, Einstellungen und individuelle Vorstellungen über das eigene Älterwerden. Es werden hierzu Maßnahmen entwickelt und in randomisierten kontrollierten Studien evaluiert und zusätzlich durch eine partizipative Evaluation mit Experten aus Wissenschaft und Praxis nachhaltig verwertbar gemacht. Zielgruppe der geplanten Intervention sind ältere Menschen mit Mehrfacherkrankungen, die im eigenen Haushalt leben und ein besonders großes Potenzial haben, durch körperliche Aktivität ihre Gesundheit und Autonomie aufrechtzuerhalten.

OMAHA II: Individualisiertes Case Management in der geriatrischen Primärversorgung zum Erhalt von Autonomie bei zu Hause lebenden vulnerablen älteren Menschen (TP 3)

Robert Koch-Institut (RKI) - Abt. Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung
General-Pape-Str. 62-66
12101 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Christa Scheidt-Nave
030 18754-3168
01ET1001C
185.069 EUR
01.01.2011 - 31.12.2013

Das Teilprojekt 3 zielt darauf ab, die Ressourcen älterer, vulnerabler Menschen in Privathaushalten durch eine Verbesserung der Primärversorgung zu stärken. Hierzu wird zusammen mit Praxispartnern aus der geriatrischen Primärversorgung ein individualisiertes Case Management entwickelt und evaluiert, welches auf einer systematischen Erfassung der bio-psycho-sozialen Bedarfslage basiert. Es soll dazu einerseits auf die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen älterer Menschen abgestimmt sein und zusätzlich direkt in die Primärversorgung umsetzbar sein. Dieser Ansatz umfasst wesentliche Elemente des Chronic Care Modells, einem evidenzbasiertem Konzept zur umfassenden Versorgung chronisch Kranker. Anschließend wird die Effektivität des entwickelten Case Managements im Vergleich zur normalen Primärversorgung in einer Interventionsstudie evaluiert. Das Vorhaben dient als Modellversuch für die Übertragung eines individualisierten Case Managements in die breite geriatrische Primärversorgung. Die Durchführung erfolgt arbeitsteilig gemeinsam mit dem Verbundpartner der Charité Berlin.

INSOMNIA II: Schlafstörung und Multimorbidität - Interventionen zur Förderung von Schlafqualität und Autonomie in Pflegeheimen (TP6)

Alice Salomon Hochschule Berlin
Alice-Salomon-Platz 5
12627 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Uwe Flick
030 99245-411
01ET1001D
349.894 EUR
01.03.2011 - 28.02.2014

In einer cluster-randomisierten, zwei-armigen kontrollierten Interventionsstudie in Berliner Pflegeheimen wird die Wirkung von sozialer Aktivierung und physischer Mobilisierung auf Schlaf und Schlafstörungen bei multimorbiden Pflegeheimbewohnern untersucht. Nach einer mehrwöchigen Intervention wird der Zustand und das allgemeine Wohlbefinden der Interventionsgruppe mit dem Status einer Kontrollgruppe verglichen. Mögliche Veränderungen werden mittels Aktigraphie und strukturierter Beobachtung (Observational Sleep Assessment Instrument) erfasst. Zudem sollen Fortbildungen des Personals dazu führen, dass das Problembewusstsein sowie deren Handlungskompetenz hinsichtlich der Identifizierung und des Umgangs mit Schlafstörungen gesteigert werden. Die Effekte dieser Intervention werden mittels einer Pflegeplanungskontrolle gemessen.

 

II. Ergänzende Fördermaßnahme „Nachwuchswissenschaftler für die gesundheitsbezogene Altersforschung – Future Leaders of Ageing Research in Europe (FLARE)“

Öffentliche Bekanntmachung:

2007

Förderzeitraum:

2008 - 2010 

Gesamtvolumen:

1 Mio. EUR

Zahl der Vorhaben:

4

1. Ziele des Förderschwerpunktes

In der Bekanntmachung der Fördermaßnahme „Gesundheit im Alter“ wurde eine ergänzende Förderung zur Unterstützung des wissenschaftlichen Austausches auf europäischer Ebene in Aussicht gestellt, durch die z. B. Auslandsaufenthalte und Austausch mit Instituten und Kliniken von internationalen Partnern ermöglicht werden. Hierfür ist das BMBF dem gemeinsamen Förderprogramm „Future Leaders of Ageing Research in Europe (FLARE)“ beigetreten, das vom europäischen Konsortium „ERA-AGE“ (European Research Area in Ageing) initiiert wurde. Dieses Programm wird gemeinsam von Partnern aus neun Staaten (England, Finnland, Frankreich, Israel, Luxemburg, Österreich, Rumänien, Schweden sowie Deutschland) mit jeweils eigenen nationalen Bekanntmachungen durchgeführt. Die Fördermaßnahme bietet wissenschaftlich exzellenten NachwuchswissenschaftlerInnen aus allen Bereichen der Altersforschung die Möglichkeit, sich für zukünftige führende Positionen zu qualifizieren. Durch die interdisziplinäre Ausrichtung soll ein europäisches Netzwerk mit den herausragenden wissenschaftlichen Einrichtungen und Arbeitsgruppen der Altersforschung in Europa und Israel entstehen. Es soll zu einer Verbesserung der Kommunikation und Kooperation in der europäischen Altersforschung führen. Im Rahmen der Fördermaßnahme ist ein mindestens sechs- bis zwölfmonatiger Forschungsaufenthalt in einer Einrichtung der Altersforschung in einem EU-Mitgliedsland, einem EU-assoziierten Staat oder Israel verpflichtend vorgesehen. Ausgehend von der Förderung der Nachwuchswissenschaftler soll das entstandene Netzwerk die Grundlage für weiterführende nationale und internationale Forschungsinitiativen in der Altersforschung bilden.

2. Stand der Fördermaßnahme

Im Rahmen der Bekanntmachung der Fördermaßnahme gingen insgesamt 42 Anträge ein, 20 davon aus Deutschland. Die Prüfung der Anträge innerhalb eines externen, internationalen Gutachtergremiums erfolgte am 10./11.09.2007. Es wurden vier Anträge aus Deutschland zur Förderung empfohlen. Die ersten Vorhaben haben im März 2008 begonnen.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibung der laufenden Vorhaben

Rolle der mitochondrialen Fehlfunktion in den Astrozyten bei der Alterung des Gehirns

Helmholtz Zentrum München
Institut für Entwicklungsgenetik (IDG)
Nachwuchsgruppe Adulte Neurogenese

Ingolstädter Landstr. 1
85764 Neuherberg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Sarah Ehses
089 3187 3845
01ET0803
258.770 EUR
01.05.2008 - 30.09.2012

Geprüft wird die Hypothese, ob die Fehlfunktion der Mitochondrien in Astrozyten zur Verschlechterung der Gehirnfunktionen im Alter beiträgt. Es werden die Auswirkungen der mitochondrialen Dysfunktion auf die Synapsenbildung, das Überleben von Nervenzellen und die adulte Neurogenese in vitro und in vivo untersucht. Zur Klärung der Fragestellung werden Astrozyten in hippocampalem Gehirngewebe von alten Menschen auf veränderte mitochondriale Morphologie, Fehlfunktion der Atmungskette und gehäufte Mutationen der mitochondrialen DNA untersucht. Die Auswirkungen werden anhand folgender Parameter untersucht: Zelltod, Dendriten Komplexität, hippocampale Neurogenese, Verhalten/Lernen im Test. Die Ergebnisse können ein neues zelluläres Target für die Behandlung von altersbedingten Störungen der Gehirnfunktionen liefern.

Förderung lebenslanger Autonomie und Ressourcen in Europa: Gesundheitsverhalten und erfolgreiches Altern. Fostering Lifelong Autonomy and Ressources in Europe: Behaviour and successful Ageing (FLARE-BSA)

Freie Universität Berlin
Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie
Allgemeine Psychologie
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Jochen Philipp Ziegelmann
030 838-51325
01ET0801
262.066 EUR
01.04.2008 - 30.04.2012

Das Vorhaben hat zum Ziel, Probleme der älter werdenden Gesellschaft zu untersuchen, indem sowohl Selbstregulationstheorien als auch Interventionen alterssensitiv ausdifferenziert werden. Die Theorie der Selektion, Optimierung und Kompensation sowie die Sozioemotionale Selektivitätstheorie dienen als Grundlage für Interventionsentwicklung und -evaluation. Zusätzlich wird das Zusammenspiel von Gesundheitsverhalten und objektiven sowie subjektiven Indikatoren erfolgreichen Alterns genauer untersucht. Zentrale Themen sind 1) motivationale und volitionale Ressourcen; 2) Gesundheitsverhalten; 3) objektive und subjektive Gesundheit und 4) Entwicklung alterssensitiver Interventionen. Basierend auf neuen Interventionsstudien und der Analyse bestehender Datensätze wird ein innovativer Ansatz der alterssensitiven Gesundheitsverhaltensförderung sowie ein Modell des Zusammenspiels zwischen Gesundheitsverhalten und erfolgreichem Altern entwickelt. Die Ergebnisse sollen sowohl wissenschaftlich als auch praxisnah das Gebiet der Gesundheitsverhaltensänderung über die Lebensspanne bereichern. Ebenso soll das aufgebaute FLARE-BSA Forschungsnetzwerk nach der Förderung weiter bestehen.

b) Abgeschlossene Vorhaben

 

 

 

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