Gesundheit im Alter




Öffentliche Bekanntmachung:

2006

Förderzeitraum:

2007 - 2015

Gesamtvolumen:

ca. 32 Mio. Euro für zwei 3-jährige Förderphasen

Zahl der Verbünde:

6


 

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Die Fortschritte der Medizin haben zu einer erheblichen Zunahme der Lebenserwartung beigetragen. Verlängert wurde nicht nur die gesunde Phase des Lebens, sondern auch das Überleben mit einer Erkrankung. Dieser grundsätzlich positive Trend stellt das Gesundheitswesen jedoch vor wachsende Herausforderungen, da die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei vielen Krankheiten in Bereichen wie Herz-Kreislauf, Krebs oder Neurodegeneration mit steigendem Alter kontinuierlich zunimmt.
Eine große Herausforderung sind die mit dem Alter zunehmend auftretenden Mehrfacherkrankungen (Ko- und Multimorbidität), die unter anderem oft mit der Einnahme von vielen unterschiedlichen Medikamenten (Multimedikation) verbunden sind.
Für ältere Menschen ist darüber hinaus die Erhaltung und Stärkung ihrer Autonomie und gesundheitlichen Ressourcen eines der wichtigsten Anliegen. In diesem Zusammenhang müssen effiziente Strategien entwickelt werden, um das Fortschreiten bestehender Erkrankungen zu vermeiden und eine effektive Unterstützung bei der physischen und psychischen Krankheitsbewältigung von älteren Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. 
Die Grundlage für viele Erkrankungen, die überwiegend im Alter auftreten, wird bereits früh im Lebenslauf gelegt. Daher sind Untersuchungen zur Wechselwirkung von Verhalten und Gesundheit von besonderer Bedeutung. Wissenschaftliche Voraussetzungen für die Verbesserung der medizinischen Versorgung und Pflege älterer Menschen zu schaffen, ist ein Ziel des Förderschwerpunktes „Gesundheit im Alter“. Er ergänzt dadurch andere bestehende Förderschwerpunkte des Gesundheitsforschungsprogramms der Bundesregierung, die sich mit den Ursachen oder diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bei einzelnen typischen Erkrankungen des höheren Alters beschäftigen.


2. Stand der Fördermaßnahme

Im Rahmen der öffentlichen Bekanntmachung der Förderrichtlinien vom 19.09.2006 gingen 42 Anträge beim Projektträger Gesundheitsforschung ein. Die Prüfung der Anträge erfolgte unter Einbeziehung eines externen, international sowie interdisziplinär besetzten Fachgutachtergremiums am 26./27.03.2007. Sechs Verbünde wurden zur Förderung empfohlen. Die ersten Vorhaben haben im Oktober 2007 begonnen.

Nach einer Zwischenbegutachtung in 2010 gibt es für alle sechs Forschungsverbünde eine weitere Förderphase von drei Jahren. Die aktuellen Projekte bauen auf den Erfolgen der ersten Förderphase auf.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibung der laufenden Vorhaben

(Sortierung innerhalb der Verbünde nach Förderkennzeichen)

Verbundprojekt: MultiCare-II

Der MultiCare-II Verbund vereint Partner aus Allgemeinmedizin, Epidemiologie, Biometrie, Psychiatrie sowie der medizinischen Soziologie und Psychologie. Das Konsortium führt zum einen analytische epidemiologische Projekte zum Verständnis von Mehrfacherkrankungen – Multimorbidität (Teilprojekte 1 und 2) und zum anderen eine Interventionsstudie zur Verbesserung der Qualität in der ambulanten Versorgung von älteren multimorbiden Patientinnen und Patienten (Teilprojekte 4) durch. Die Ziele sind die Feststellung von Multimorbiditätsmustern im Rahmen der hausärztlichen Versorgung, die Ermittlung von Ressourcen älterer Menschen und die Versorgungskosten bei älteren Patientinnen und Patienten mit Mehrfacherkrankungen. Insgesamt sollen die Erkenntnisse und Ergebnisse des bundesweiten Verbundes zur Optimierung der Qualität im Rahmen der hausärztlichen Versorgung älterer Menschen, vor allem anhand verbesserter Arzt-Patienten-Gespräche beitragen.

Komorbidität und Multimorbidität in der hausärztlichen Versorgung

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 
Institut für Allgemeinmedizin

Martinistr. 52
20251 Hamburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hendrik van den Bussche
040 7410-52400
01ET1006A
1.566.035 EUR
01.01.2011 - 30.06.2015

In diesem Vorhaben erfolgen anteilig Untersuchung von Mustern der Mehrfacherkrankung älterer Patientinnen und Patienten in der hausärztlichen Versorgung. Dabei wird auch der Einfluss von Ressourcen und Risikofaktoren auf diese Muster und die anfallenden Kosten für das Gesundheitssystem, etwa gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung, erhoben und analysiert. Ferner wird in Hamburg und Umgebung eine Studie mit 21 Hausärzten und rund 450 Patienten zur Wirksamkeit einer komplexen Intervention in Hausarztpraxen durchgeführt. Ziel ist es, letztlich die Qualität der ärztlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Multimorbidität zu verbessern. 

b) Abgeschlossene Vorhaben

 

 

 

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