Öffentliche Bekanntmachung: 2010
Förderzeitraum: 2012 - 2016
Gesamtvolumen: 9 Mio. Euro
Vorhabenzahl: 4 Zentren mit 4 Zuwendungsempfängern
1. Ziele des Förderschwerpunkts
Die Bedeutung der gesundheitsökonomischen Forschung hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Der Bedarf an fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Steuerung und effiziente Gestaltung des Gesundheitssystems auf mikro- und makroökonomischer Ebene wird immer dringlicher. Forschung kann konsistente Entscheidungsgrundlagen schaffen und Transparenz für gezielte Allokationsprozesse ermöglichen.
Um ökonomische Zusammenhänge in der Gesundheitsversorgung zu analysieren, sind umfassende Fachkenntnisse und spezifische Forschungsmethoden erforderlich. Wissenschaftliche Arbeitsgruppen, die hochwertige gesundheitsökonomische Forschungsprojekte durchführen können, existieren bisher nur an wenigen Institutionen in Deutschland. Zudem präsentiert sich das Forschungsfeld "Gesundheitsökonomie" insgesamt sehr heterogen und ist in der nationalen wie internationalen Forschungslandschaft noch nicht ausreichend sichtbar.
Eine qualifizierte und anerkannte gesundheitsökonomische Forschung ist in Deutschland nur dann zu erreichen, wenn Forschungsstrukturen für diesen Fachbereich weiter auf- und ausgebaut werden. Bereits existierende Kapazitäten an einem Standort sollen dabei konzentriert und fokussiert werden. Damit soll die notwendige Struktur geschaffen werden, um die Zahl der qualifizierten und international anerkannten Forscherinnen und Forscher im Bereich der Gesundheitsökonomie in Deutschland zu erhöhen und eine nachhaltige Profilbildung einzelner Standorte zu erreichen. Ferner soll die internationale Sichtbarkeit der deutschen Gesundheitsökonomie verstärkt werden. Deshalb fördert das BMBF „Zentren der gesundheitsökonomischen Forschung“. Das Kernelement dieser Zentren bilden Nachwuchsforschergruppen (bis zu zwei Gruppen konnten pro Zentrum beantragt werden), um die herum sich weitere Zentrumsprojekte gruppieren.
2. Stand der Fördermaßnahme
In einer ersten Antragsrunde gingen 17 Anträge auf Förderung ein, von denen 16 den formalen Bestimmungen entsprachen. In einer externen Begutachtung unter Beteiligung von internationalen Expertinnen und Experten wurden vier besonders erfolgversprechende Zentren identifiziert. Die Förderung ist zunächst auf vier Jahre angelegt, kann aber bei einer erfolgreichen Zwischenbegutachtung auf maximal acht Jahre verlängert werden. Die aktuell geförderten Zentren in Duisburg/Essen und Hamburg haben am 01. Februar 2012 ihre Arbeit begonnen, die Zentren in Berlin und Hannover im Sommer 2012.
3. Geförderte Vorhaben
a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben
Gesundheitsökonomisches Zentrum Berlin "Leistungsmessung und -bewertung des deutschen Gesundheitssystems"
Das gesundheitsökonomische Zentrum Berlin (BerlinHECOR) besteht aus den Kooperationspartnern Technische Universität Berlin und der Charité. Das Zentrum verfolgt das Ziel, die Leistungsmessung und -bewertung des deutschen Gesundheitssystems weiter zu entwickeln. Hierzu sollen Methoden und Indikatoren entwickelt werden, die sich an den Zielen des WHO Health System Framework orientieren. Die einzelnen Bereiche des Health System Framework lauten: 1) Bevölkerungsgesundheit, 2) Messung von Ungleichheit in Gesundheit und Gesundheitsversorgung, 3) Reaktionsfähigkeit des Systems auf gerechtfertigte Ansprüche und 4) Effizienz der Gesundheitsversorgung. Das Zentrum baut auf den Erkenntnissen der vergangenen Förderphase auf, bearbeitet inhaltlich jedoch neue Forschungsfragen. Die Ergebnisse des Forschungsprogramms sollen zu einer transparenteren Leistungserfassung und -bewertung des deutschen Gesundheitswesens beitragen und eine evidenzbasierte Gesundheitspolitik ermöglichen. Darüber hinaus sollen die in der ersten Förderphase aufgebauten gesundheitsökonomischen Forschungsstrukturen in Berlin weiter ausgebaut sowie die Anbindung an den internationalen Forschungsstand gefestigt werden. Ein weiteres wichtiges Ziel des Zentrums besteht in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Gesundheitsökonomie, weshalb ein strukturiertes Nachwuchsförderungsprogramm durchgeführt werden soll.
Teilvorhaben der TU Berlin mit Teilprojekten: Nachwuchsforschergruppe MeDIoRI, FINSUNG, captureACCESS, IPHA sowie weiteren Maßnahmen des Zentrums
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Technische Universität Berlin |
Leiter: |
Prof. Dr. Reinhard Busse |
Patienten und Leistungserbringungsstrukturen im deutschen Gesundheitswesen. Teilprojekt der Charité: Patienten- und Leistungserbringerstrukturen im deutschen Gesundheitswesen (PASS)
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Charité - Universitätsmedizin Berlin |
Leiter: |
Prof. Stefan Willich |
Zentrum für gesundheitsökonomische Forschung Hannover (CHERH)
Im Hannoveraner Zentrum CHERH (Center for Health Economics Research Hannover) forschen Mediziner, Ökonomen und Gesundheitswissenschaftler der Leibniz Universität Hannover sowie der Medizinischen Hochschule Hannover gemeinsam. Das Zentrum baut auf den in der vergangenen Förderperiode erfolgreich etablierten Strukturen auf. Der primäre Forschungsschwerpunkt des CHERH ist es, gesundheitsökonomische Analysen von Versorgungsstrukturen zu optimieren, übergreifend sollen gesundheitsökonomische Methoden verbessert und auf ausgewählte Indikationen und Versorgungsprogramme angewendet werden. Die Ergebnisse dieser Analysen sollen einen fundierten wissenschaftlichen Beitrag zur Unterstützung der Entscheidungsträger im deutschen Gesundheitswesen leisten. Darüber hinaus ist die Nachwuchsförderung ein tragendes Element dieser Fördermaßnahme.
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, Teilprojekte 1, 3, 4, 5, 6 und 9
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Leibniz Universität Hannover |
Leiter: |
Prof. Dr. |
Zentrum für gesundheitsökonomische Forschung Hannover (CHERH), Medizinische Hochschule Hannover, Teilprojekte 3, 4 und 7
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Medizinische Hochschule Hannover |
Leiter: |
PD Dr. Christian Krauth |
Forschungszentrum für Gesundheitsökonomik CINCH
Das Vorhaben „Forschungszentrum für Gesundheitsökonomik CINCH (Competence in Competition and Health)" beschäftigt sich mit dem Wettbewerb in der Krankenversicherung und auf den Gesundheitsmärkten. Wettbewerbliche Elemente könnten zu einem tragfähigen Zukunftskonzept des Systems beitragen. Sowohl die adäquate Ausgestaltung wettbewerblicher Strukturen als auch die vielfältigen Folgewirkungen dieser Strukturen sind noch weitgehend unerforscht. Am CINCH liegt daher ein zentraler Fokus auf dem Wettbewerb im Gesundheitswesen. Mittels neuester empirisch-ökonometrischer sowie experimenteller Methoden werden hochgradig relevante Fragestellungen erforscht. Die zwei zentralen Alleinstellungsmerkmale des CINCH sind die experimentelle Methodik und der thematische Fokus. Die Forschungsergebnisse haben hohe gesellschaftliche Relevanz und leisten einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs.
Gesundheitsökonomisches Forschungszentrum für Wettbewerb in Gesundheit und Krankenversicherungsmärkten mit Nachwuchsforschungsgruppen, Promotionsprogramm und assoziierten Projekten
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Universität Duisburg-Essen |
Leiter: |
Prof. Martin Karlsson |
Wettbewerb und Qualität im Markt für Pflegedienstleistungen in Deutschland
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Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |
Leiterin: |
Dr. Annika Herr |
Hamburger Zentrum für Gesundheitsökonomie
Das Vorhaben baut auf den in der vergangenen Förderperiode etablierten Strukturen auf. Das Hamburg Center for Health Economics (HCHE) wird die Integration und Kooperation der verschiedenen Forschungseinheiten aus den drei daran beteiligten Fakultäten der Universität Hamburg (Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Betriebswirtschaft und Medizin) weiter vorantreiben. Die Rahmenbedingungen für national und international sichtbare, interdisziplinäre Forschung von hoher Qualität werden dadurch weiter verbessert. Das Zentrum verfolgt weiterhin das Ziel, gesundheitsökonomische Evidenz hervorzubringen, die wissenschaftlichen Anspruch mit praktischen Implikationen für die Politik und für Entscheidungsträger verbindet. Die geförderten Forschungsarbeiten leisten somit einen wesentlichen Beitrag zu dem Ziel der Bundesregierung, gesundheitsökonomische Forschungsstrukturen auf- und auszubauen, um deren Leistungsfähigkeit und Sichtbarkeit in der nationalen wie internationalen Forschungslandschaft zu verbessern. Darüber hinaus ist der Bedarf an fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Steuerung und effiziente Gestaltung des Gesundheitssystems immer dringlicher.
Universität Hamburg
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Universität Hamburg |
Leiter: |
Prof. Dr. Jonas Schreyögg |
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
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Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf |
Leiter: |
Prof. Dr. Hans-Helmut König |