Forschungsverbünde zu Verhaltensstörungen im Zusammenhang mit Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend

 

Öffentliche Bekanntmachung:  2010 

Förderzeitraum:

2012 - 2016

Gesamtvolumen:

ca. 23 Mio. Euro

Vorhabenzahl:

11 Verbünde mit insgesamt 34 Zuwendungsempfängern

 

Verbund: TRANS-GEN 
Verbund: RELEASE
Verbund: GROWTREAT 
Verbund: Berlin LCS
Verbund: UBICA 
Verbund: NeMUP-Nord 
Verbund: D-CPT 
Verbund: CANSAS 
Verbund: CANMANAGE 
Verbund: AMIS

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Sexueller Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen ist ein seit langem bekanntes Problem. Das Thema wurde jedoch nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in der Forschung lange Zeit tabuisiert. Die Bundesregierung hat daher am 24. März 2010 den Runden Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen im familiären Bereich“ eingerichtet. Ziel des „Runden Tisches“ ist es, Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt besser zu schützen und das Thema Missbrauch zu enttabuisieren.

Um gezielte Behandlungs- und Präventionsstrategien definieren zu können, ist Forschung zu Missbrauch in diesem Zusammenhang zwingend notwendig. Da sich die Folgen von im Kindesalter erlebter (sexueller) Gewalt über die gesamte Lebensspanne zeigen, sollen die Forschungsfragen nicht auf die Kindheit beschränkt bleiben. Vielmehr können auch - wo sinnvoll - Untersuchungen bis ins Erwachsenenalter Gegenstand der Forschung sein. Die Forschungsfragen können sich sowohl auf Betroffene als auch auf Täter sowie die Rahmenbedingungen beziehen. Die Förderung zielt insbesondere auf

• die Erforschung der biologischen, psychischen und psychosozialen Ursachen und Folgen von Gewalt und Missbrauch,

• die Interventions- und Therapiemöglichkeiten bei Betroffenen und Gefährdeten sowie

• die Prävention, Diagnostik und Therapie sexueller Präferenz oder Verhaltensstörungen, die zur Gewaltausübung gegenüber Kindern und Jugendlichen prädisponieren.

Forschergruppen müssen durch einschlägige Vorarbeiten in Forschung und Entwicklung zu Verhaltensstörungen im Zusammenhang mit Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend ausgewiesen sein.

2. Stand der Fördermaßnahme

Mit der Fördermaßnahme "Missbrauch, Vernachlässigung und Gewalt" unterstützt das BMBF in zwei Förderrunden auf diesem Gebiet die Forschungslandschaft in Deutschland und fördert seit 2012 elf Forschungsverbünde.
In der ersten Runde verlief die Auswahl der Anträge zweistufig: Zunächst wurden 45 Projektskizzen für Verbundvorhaben eingereicht. Von diesen Skizzen wurden 23 von einem internationalen Gutachtergremium positiv bewertet und für die zweite Verfahrensstufe ausgewählt. Im Falle einer positiven Begutachtung wurden die Antragsstellenden anschließend eingeladen, einen detaillierten Antrag einzureichen. Diese Anträge wurden im Rahmen einer Gutachter-Sitzung im Juli 2011 in Berlin bewertet. Abschließend wurden in der ersten Runde sieben Verbundvorhaben zur Förderung ausgewählt.

In der zweiten Runde wurde denjenigen Forschungsverbünden, deren Vollantrag in der Begutachtung nicht zur Förderung empfohlen wurde, aufgrund des großen Potentials für die deutsche Gesundheitsforschung die Möglichkeit gegeben, ihre Anträge insbesondere hinsichtlich einer Verbesserung der methodischen Qualität zu überarbeiten. Von den 16 Forschungsverbünden, deren Vollantrag in der ersten Runde nicht zur Förderung mit hoher Priorität empfohlen werden konnte, nutzten zwölf Forschungsverbünde die Möglichkeit, ihre überarbeiteten Anträge erneut einzureichen. Im Rahmen der zweiten Begutachtung im Dezember 2012 wurden abschließend vier weitere Verbundvorhaben zur Förderung empfohlen.

Insgesamt sind in der Fördermaßnahme "Missbrauch, Vernachlässigung und Gewalt"  34 Zuwendungsempfänger und 47 Forschergruppen aus ganz Deutschland beteiligt.
Für alle Vorhaben ist eine 3-jährige Förderung vorgesehen. Das BMBF stellt dafür in den Jahren 2012 bis 2016 ca. 23 Millionen Euro zur Verfügung.

Geförderte Verbünde

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

(Sortierung innerhalb der Verbünde nach Förderkennzeichen)

Verbundprojekt TRANS-GEN: Stressresilienz in der transgenerationalen Weitergabe von Missbrauchs-, Misshandlungs- und Vernachlässigungserfahrungen in der Kindheit

Mütter mit eigenen traumatischen Erfahrungen von Kindesmisshandlung oder -vernachlässigung (KM) haben ein erhöhtes Risiko auch den eigenen Nachwuchs inadäquat zu behandeln. Allerdings trifft das nur auf 7-23 Prozent der Mütter zu, die Mehrzahl der Mütter gibt diese schlechte Erfahrung nicht weiter und ist „resilient" (widerstandsfähig). Diese Längsschnittsstudie hat sich zum Ziel gesetzt, psychologische, physiologische und soziale Faktoren zu identifizieren, die ganz besonders die Resilienz der Mutter-Kind-Dyade im ersten Lebensjahr fördern.

Kindliche Stressresilienz und Entwicklung und biologische Korrelate von traumatischem Stress

Universität Ulm – Universitätsklinikum
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie
Steinhövelstr. 5
89075 Ulm

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Jörg Fegert
0731 500-61601
01KR1304A
1.732.512 EUR
01.06.2013 - 31.05.2016

Es wird eine Geburtskohorte an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Ulm untersucht und zu möglichen traumatischen Erfahrungen in Kindheit und Jugendalter befragt. Mütter mit und ohne Misshandlungserfahrung werden ein Jahr lang begleitet, um psychologische (mütterliche Psychopathologie und Bindungsrepräsentation, mütterliche Trauma- und Stressbelastung, Mutter-Kind-Bindung), physiologische (hormonelle und epigenetische Korrelate von Stress und Bindung) sowie soziale Risiko- und Schutzfaktoren (soziale Unterstützung, Hilfebedarf der Familie) zu erheben. Zu den Ergebnissen gehören sowohl kindliche psychologische, physiologische und verhaltensmäßige Stressreaktionen als auch die kindliche (kognitive) Entwicklung. Die Erhebungen erfolgen im 3. und 12. Lebensmonat des Kindes. Im parallelen Tiermodell können vor allem die biologischen Parameter detaillierter untersucht werden.

 

Epigenetische Analysen am Tiermodell

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Fakultät für Naturwissenschaften
Institut für Biologie
Abt. Zoologie/Entwicklungsneurobiologie
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Anna Katharina Braun
0391 67-55001
01KR1304B
465.312 EUR
01.06.2013 - 31.05.2016

An einem Tiermodell für frühkindliche Misshandlung und Vernachlässigung (childhood maltreatment CM) soll die Hypothese überprüft werden, ob CM das Methylierungsmuster der DNA im Gehirn verändert, und dadurch die funktionelle Reifung der neuronalen Schaltkreise stört, die für sozio-emotionales Verhalten relevant sind. Ein besonderer Fokus liegt in der Identifizierung geschlechtsspezifischer und individueller Anfälligkeit bzw. Widerstandsfähigkeit und der Charakterisierung von Faktoren, die zu Widerstandsfähigkeit führen. Hierzu werden Immunohistochemische Untersuchungsmethoden und quantitative Analysen von "emotionalen” neuronalen Systemen, in Kombination mit zellulären Aktivitätsmarkern untersucht. Der Methylierungsstatus wird über methylierungsspezifische molekulargenetische Methoden geprüft. Zusätzlich zu einem explorativen Ansatz soll auch hypothesengeleitet auf spezifische Targets fokussiert werden, über welche die Anfälligkeit bzw. Widerstandsfähigkeit gegenüber CM vermittelt wird. Ein entscheidender Vorteil des Tiermodells ist, dass Veränderungen der Methylierungsmuster nicht-neuronaler peripherer Zellen z. B. Blut, Speichel direkt mit denen im Gehirn verglichen werden können. Die Auswirkungen von Veränderungen der DNA-Methylierung auf die Expression spezifischer Gene und der entsprechenden Proteine werden quantitativ untersucht.

 

Stressresilienz in der transgenerationalen Weitergabe von Misshandlung in der Kindheit

Deutsches Jugendinstitut e.V.
Nockherstr. 2
81541 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Heinz Kindler
089 62306-245
01KR1304C
163.575 EUR
01.06.2013 - 31.05.2016

In einer Geburtskohorte von mehr als 300 Kindern, deren Mütter etwa zur Hälfte Misshandlungserfahrungen in ihrer eigenen Kindheit machen mussten, werden zum Alterszeitpunkt 3 Monate die von Müttern selbst wahrgenommene soziale Unterstützung, Stress aufgrund der Versorgungsaufgaben mit dem Kind sowie der selbst und fremd eingeschätzte Unterstützungsbedarf der Familie erhoben. Zum Alterszeitpunkt 12 Monate werden diese Angaben erneut sowie zusätzliche tatsächliche Nutzung von Hilferessourcen erhoben. In der Zusammenarbeit mit anderen Teilprojekten werden anschließend biologische, psychologische und soziale Determinanten des Unterstützungsbedarfs und der tatsächlichen Nutzung von Hilfen untersucht und mögliche Querverbindungen zur Stressresilienz beim Kind und der Entwicklung der Mutter-Kind Beziehung untersucht. Die Vorgehensweise beinhaltet zunächst die Aufbereitung mehrerer international erprobter Fragebögen zu Unterstützungsbedarfen, sozialer Unterstützung und Elternstress für die Nutzung in der Studie, die Unterstützung des Einsatzes dieser Maße zu t1 (incl. Fragebogenauswertung), die Entwicklung eines lokal angepassten Fragebogenverfahrens zur Erhebung der Nutzung lokaler Hilfsangebote durch die Familien und die Unterstützung des Einsatzes dieses Verfahrens zu t2 sowie uni- und multivariate Auswertung der Ergebnisse.

 

Verbundprojekt RELEASE: Behandlung psychosozialer und neuronaler Folgen von interpersoneller Gewalt in der Kindheit bei Erwachsenen

Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung nach interpersonellen Gewalterfahrungen in der Kindheit und Jugend leiden meist unter schweren zusätzlichen psychischen Störungen. Insbesondere die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine häufige Folgestörung und führt zu komplexen Symptombildern.

Evaluation eines ambulanten Behandlungsprogramms und experimentelle Validierung des Therapieerfolgs

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin

J5
68159 Mannheim

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Martin Bohus
0621 1703-4001
01KR1303A
1.662.845 EUR
01.09.2013 - 31.08.2016

Am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim wurde erstmals ein stationäres Behandlungskonzept für diese häufige Störungsgruppe entwickelt und evaluiert (DBT-PTSD). Das Hauptziel des Verbundprojektes stellt nun die Überprüfung der Wirksamkeit dieses Behandlungsprogrammes unter ambulanten Bedingungen dar. Darüber hinaus werden Faktoren untersucht, die den Erfolg der Therapie maßgeblich beeinflussen. In Teilprojekten werden neuronale Mechanismen der Therapie und deren Auswirkung auf das emotionale Wiedererleben von traumatischen Erinnerungen beforscht. Im Rahmen einer multizentrischen Studie in Mannheim, Frankfurt und Berlin wird die Wirksamkeit der DBT-PTSD mit „Cognitive Processing Therapy" verglichen. Dabei werden 180 Patientinnen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung nach Gewalterfahrung in der Kindheit und Jugend sowie einer Emotionsregulationsstörung den beiden Behandlungen randomisiert zugeteilt. Die Patienten erhalten 40 Therapiesitzungen. Die Messungen erfolgen zu Beginn, während der einjährigen Therapie sowie drei Monate nach Abschluss der Therapie. Eine Untergruppe wird bei Einschluss und Abschluss der Therapie an einer Bildgebungsstudie teilnehmen.

 

Therapeutische Kernkomponenten und Kompetenzen als Prädiktoren für den Therapieerfolg

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Psychologie
PEG - Gebäude

Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Regina Steil
069 798-23379
01KR1303B
138.257 EUR
01.09.2013 - 31.08.2016

Ziel der Studie ist es, den Einfluss allgemeiner sowie spezifischer therapeutischer Kompetenzen auf den Behandlungserfolg durch DBT-PTSD (Dialektisch Behaviorale Therapie für PTBS) und CPT-C (Cognitive Processing Therapy) bei Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nach sexuellem oder körperlichem Missbrauch in der Kindheit zu untersuchen. Der Erfolg wird über ein klinisches Interview (CAPS) erfasst. Zusätzlich wird der Einfluss der Symptombelastung vor der Behandlung, das Ausmaß der Manualtreue der Therapeuten (Adhärenz) und die Interaktion zwischen Therapeut und Patient (Allianz) untersucht. Im Rahmen der Behandlungen erfolgt die Einschätzung der spezifischen therapeutischen Kompetenz auf Basis von Therapievideos mittels eigens entwickelter Skalen: DBT-PTSD Competence Rating Scale (Steil et al., 2012a) sowie CPT-C Competence Rating Scale (Steil et al., 2011). Die allgemeine Kompetenz wird durch die Cognitive Therapy Scale (CTS; Young & Beck, 1980) überprüft. Rater haben fünf Therapien durchgeführt und durchlaufen ein 3tägiges Training. Das Penn Helping Alliance Rating überprüft die therapeutische Allianz und wird in Moderatoranalysen einbezogen werden. Des Weiteren wird die Adhärenz durch die „DBT-PTSD Adherence Rating Scale" respektive die "CPT-C Adherence Rating Scale" erfasst. Das Rating von Kompetenz/Adhärenz nimmt pro Therapiesitzung ca. zwei Stunden in Anspruch. Als primärer Outcome dient der CAPS.

 

Verbundprojekt GROWTREAT: Auswirkungen von Vernachlässigung und Kindesmisshandlung unter verschiedenen Interventionsbedingungen

Viele Pflegekinder haben Misshandlungserfahrungen gemacht, die zu einer Fremdplatzierung geführt haben. Frühe traumatische Erfahrungen, seelische Verletzungen, Umbrüche und Krisen stehen oft mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensproblemen bei Kindern in Zusammenhang und es ist für die Betroffenen häufig nicht leicht, die Erlebnisse zu verarbeiten. Nicht selten beeinflusst es ihre Verhaltensweisen auch dann noch nachhaltig, wenn sie in einer "neuen" Familie untergebracht wurden. Die langfristigen Folgen von Misshandlungserfahrungen und Fremdunterbringungen führen dazu, dass es ehemaligen erwachsenen Pflegekindern nur in der Hälfte aller Fälle gelingt, eine ökonomische Selbstständigkeit, gute Familienbeziehungen und eine gute Fürsorge für ihre eigenen Kinder zu verwirklichen. In dem Verbundvorhaben soll die Entwicklung von Pflegekindern mit Vernachlässigungs- und Misshandlungsverfahrungen unter unterschiedlichen Förderbedingungen untersucht werden.

TREAT-Part

Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Institut für Psychologie
Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik
Humboldtstr. 33
38106 Braunschweig

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Nina Heinrichs
0531 391-2854
01KR1302A
555.042 EUR
01.07.2013 - 30.06.2016

Mit diesem Vorhaben soll die Entwicklung von Pflegekindern mit Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen unter verschiedenen Förderbedingungen erforscht werden. Dazu wird an der TU Braunschweig der zusätzliche Nutzen eines neues neuer Intervention ("Taking Care Triple P") untersucht, die Pflegeeltern in der Erziehung ihres Pflegekindes unterstützen soll.Die klinische Studie (TREAT-Part) ist eingebettet in eine Längsschnittstudie zur Entwicklung von Pflegekindern mit Missbrauchs- und Vernachlässigungserfahrungen. Erfasst werden sollen Veränderungen in der Pflegeeltern-Kind-Interaktion, dem elterlichen Erziehungsverhalten und der Anzahl notwendiger Unterbringungswechsel. Auch Veränderungen in Hinblick auf psychische Auffälligkeiten beim Pflegekind, die kindliche Emotionsregulation sowie neurobiologische Veränderungen in der Stressreaktion werden betrachtet. Darüber hinaus sollen durch die Studie Aussagen darüber möglich werden, inwiefern Pflegekinder, soweit sie in einer positiven und sicheren Umgebung aufwachsen, die Chance auf eine normale Entwicklung haben. Einem per Zufall ausgewählten Teil der in die Längsschnittstudie eingeschlossenen Pflegeeltern wird die Teilnahme an einer an die Bedürfnisse von Pflegefamilien angepassten Intervention zur Förderung der Erziehungskompetenz und des Umgangs mit dem Pflegekind angeboten. Das Elterntraining umfasst fünf Gruppensitzungen, zwei individuelle Telefonberatungen und eine Abschlusssitzung. Zur Überprüfung des zusätzlichen Nutzens im Vergleich zu den regulären Angeboten für Pflegefamilien finden im Rahmen des TREAT-Parts zu drei Zeitpunkten Erhebungen statt: vor Beginn, direkt nach sowie ein Jahr nach der Intervention.

 

Neurokognition und Neurobiologie

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Fakultät 10 - Medizin und Universitätsklinikum
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und
Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Kerstin Konrad
0241 80-88768
01KR1302B
600.758 EUR
01.08.2013 - 31.07.2016

Mit dem Vorhaben soll die Entwicklung von Pflegekindern unter unterschiedlichen Förderbedingungen untersucht werden. In diesem Teilprojekt sollen insbesondere die Auswirkungen von Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen auf exekutive Funktionen und Emotionsregulation, auf das autonome Stress-System, die Schlafqualität und auf immunologische Parameter untersucht werden. Des weiteren soll der Frage nachgegangen werden, welche Marker prädiktiv für die weitere Entwicklung der psychischen und physischen Gesundheit von Pflegekindern sind bzw. ob solche Veränderungen durch spezifische Interventionsmaßnahmen modfiziert werden können. Um die zu Grunde liegenden neurobiologischen Mechanismen von Vernachlässigung und Misshandlung besser zu verstehen, werden im Rahmen der Longitudinalstudie neben einer ausführlichen allgemeinen Entwicklungs- und psychopathologischen Diagnostik der Pflege- und Vergleichskinder zusätzliche spezifische neurobiologische und neurokognitive Marker erhoben (Schlafqualität: Aktigraphie & Fragebögen; HPA-Achse: Haarkortisol und Kortisol-Stress-Reaktivität; Emotionsregulation: Emotionale Go-No go-Aufgabe; Immunologie: sIgA, CRP, Anzahl der T-, B- und NK-Zellen, Transkriptomik). Der Vergleich der Post-Messungen der Pflegekinder aus der Interventions- und Kontrollbedingung erlaubt ferner Aussagen zur Wirksamkeit der spezifischen Intervention auf neurobiologischer und neurokognitiver Ebene.

 

GROWPART

Universität Bielefeld
Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft
Abt. für Psychologie
Universitätsstr. 25
33615 Bielefeld

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Arnold Lohaus
0521 106-4515
01KR1302C
484.980 EUR
01.07.2013 - 30.06.2016

Mit dem Vorhaben soll die Entwicklung von Pflegekindern mit Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen unter unterschiedlichen Förderbedingungen untersucht werden. Es wird dabei von der Annahme ausgegangen, dass Kinder mit Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen vor allem unmittelbar nach dem Übergang in eine Pflegefamilie deutliche Entwicklungsauffälligkeiten aufweisen, die sich jedoch mit der Dauer der Fremdunterbringung reduzieren. Mit der geplanten Studie soll deutlich werden, welche Kinder von einer Fremdplatzierung stärker und welche Kinder weniger stark profitieren. Zusätzlich soll erkennbar werden, welche Maßnahmen in besonderem Maße zu einer positiven Entwicklung von Pflegekindern beitragen.  Um mögliche Entwicklungsunterschiede und ihre Ursachen untersuchen zu können, soll bei Pflege- und Vergleichskindern eine Reihe von Erhebungen stattfinden. Dazu zählen u.a. die Beantwortung von Fragebögen durch die Eltern (z.B. zu Bewältigungs- und Emotionsregulationskompetenzen, zu kritischen Lebensereignissen und Verhaltensauffälligkeiten), die Durchführung von Verhaltensbeobachtungen sowie die Erhebung verschiedener physiologischer Parameter, die Hinweise auf das Stresserleben von Kindern liefern können (z.B. die Schlafqualität und Cortisol-Messungen). Die längsschnittlichen Erhebungen sollen in einem halbjährlichen Abstand wiederholt werden, um Entwicklungsverläufe und mögliche Einflussparameter erfassen zu können.

 

Verbundprojekt Berlin LCS

Frühe traumatische Lebenserfahrungen sind mit einem stark erhöhten Risiko für seelische und körperliche Erkrankungen im Erwachsenenalter assoziiert, wobei die genetische Ausstattung des Kindes einen schützenden Faktor darstellen kann. Es ist bislang jedoch ungeklärt, welche unmittelbaren biologischen Prozesse die Folgen von Misshandlung sowie die Modulationen durch das Erbgut vermitteln.

Unmittelbare biologische Einbettung von Kindesmisshandlung: Berliner Longitudinale Kinderstudie

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Institut für Medizinische Psychologie
Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften
Luisenstr. 57
10117 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Christine Heim
030 450 529-222
01KR1301A
1.798.327 EUR
01.07.2013 - 30.06.2016

Das Ziel der Studie ist es, die unmittelbaren Prozesse der Einbettung von Misshandlung auf verschiedenen Ebenen (Gene, Stressregulationssysteme, Hirnentwicklung) sowie die Wechselwirkung von Genen und Umwelt auf diese biologischen Prozesse zu identifizieren. Es werden 160 misshandelte Kinder und 160 Kontrollkinder (n=320; Altersspanne 2-5) im Längsschnitt über einen Zeitraum von 2 Jahren in 3 Teilprojekten untersucht. Teilprojekt 1 evaluiert die psychiatrische Entwicklung der Kinder. Teilprojekt 2 (Z) erfasst Veränderungen in neuroendokrinen, autonomen und immunologischen Regulationssystemen. Teilprojekt 3 untersucht die regionale Hirnentwicklung mittels Magnetresonanztomographie. Projektübergreifend wird überprüft, ob der Verlauf der biologischen Einbettung nach Misshandlung eine Vorhersage der Manifestation klinischer Symptome zulässt und inwieweit Gen-Umwelt-Interaktionen die Prozesse der biologischen Einbettung moderieren.

 

Unmittelbare biologische Einbettung von Kindesmisshandlung: Berliner Longitudinale Kinderstudie

Max-Planck-Institut für Psychiatrie
Kraepelinstr. 2-10
80804 München

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Elisabeth Binder
089 30622-301
01KR1301B
471.838 EUR
01.06.2013 - 31.05.2016

Im Projekt wird untersucht, wie sich strukturelle (epigenetische) Veränderungen der DNA nach Kindesmisshandlung über die Zeit entwickeln. Das Zusammenspiel dieser Veränderungen wird im Zusammenhang mit vererbten Risikovarianten in bestimmten Genen, der Entwicklung von psychologischen Symptomen und Veränderungen im Stresshormonsystem und der kindlichen Hirnentwicklung untersucht. Diese Untersuchungen sollen ein Zeitfenster ermitteln in dem diese Veränderungen entstehen, aber möglicherweise noch rückgängig zu machen oder zu vermeiden sind. Hierzu werden bei allen Probanden DNA und RNA aus Speichelproben extrahiert und auf Quantität und Qualität geprüft. In je einer DNA-Probe pro Proband werden die Genotypen von sechs relevanten Genen bestimmt und miteinander verglichen. Mittels quantitativer PCR wird die Menge der mRNA einer der sechs Gene bestimmt. Gleichzeitig wird die Methylierung dieses Gens, die eine epigenetische Änderung anzeigen kann, in DNA-Proben aus Speichel bestimmt. Zusätzlich soll bei den Probanden das genom-weite DNA-Methylierungsprofil ermittelt werden. Außer der Bestimmung der Genotypen werden alle diese Arbeiten zu fünf Untersuchungszeitpunkten durchgeführt, um eine eventuelle zeitliche Veränderung feststellen zu können.

 

Verbundprojekt UBICA: Den Teufelskreislauf der Traumatisierung verstehen und unterbrechen

Im Verbund soll der generationenübergreifende Zyklus der Misshandlung, bei dem Mütter mit eigenem Misshandlungshintergrund häufig auch die eigenen Kinder misshandeln, erforscht werden. Hierzu sollen die Erkenntnisse aus der neurobiologischen Grundlagenforschung mit randomisierten kontrollierten Interventionsstudien kombiniert werden.

Neurobiologische Mechanismen und psychotherapeutische Interventionen bei Müttern mit traumatischen Lebenserfahrungen und ihren Kindern

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg
KIinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Blumenstr. 8
69115 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Romuald Brunner
06221-566911
01KR1207A
755.118 EUR
01.05.2012 - 31.07.2016

Im Vorhaben der Universität Heidelberg sollen neurobiologische und psychologische Folgen traumatischer Kindheitserfahrungen untersucht werden. Die Basisdiagnostik erfasst die Psychopathologie sowie physiologische Daten von Mutter und Kind, die kindliche Entwicklung und die Mutter-Kind-Interaktion. Durch bildgebende Verfahren werden neuronale Korrelate mütterlicher Sensitivität und Emotionsregulation gemessen. Parallel hierzu soll durch eine interaktionsfokussierte Intervention eine Verbesserung dieser Faktoren erforscht werden. Die Interventionsstudie vergleicht hierbei die interaktionsfokussierte Intervention mit einem Stressbewältigungstraining. Das Projekt wird zu einem vertieften Verständnis der psychologischen und neurobiologischen Korrelate der intergenerationalen Transmission traumatischer Kindheitserfahrungen beitragen. Zudem wird es Aufschluss über die Effektivität einer spezifisch auf die Mutter-Kind-Interaktion fokussierten Intervention geben, die von der Arbeitsgruppe für Kinder im Grundschulalter entwickelt wurde.

 

Behandlungseffekte und neurobiologische Grundlagen eines standardisierten Mutter-Kind-Interventionsprogramms bei adoleszenten Müttern und ihren Kindern

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Fakultät 10
Medizin und Universitätsklinikum
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Neuenhofer Weg 21
52074 Aachen

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Beate Herpertz-Dahlmann
0241 80-88737
01KR1207B
507.786 EUR
01.07.2012 - 30.06.2016

Kinder von Teenage-Müttern stellen eine Hochrisikogruppe für Kindesvernachlässigung und Misshandlung dar, insbesondere, wenn weitere familiäre Stressfaktoren hinzukommen. Im diesem Vorhaben soll durch eine randomisiert-kontrollierte Studie ein 9-monatiges, strukturiertes Interventionsprogramm erforscht werden. Dieses Programm zielt sowohl auf die Verbesserung der Mutter-Kind-Interaktion wie auch auf eine gezielte kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung der jungen Mutter ab. Erste Interventionsstudien konnten zeigen, dass durch ein Training der mütterlichen Sensitivität eine sichere Eltern-Kind-Bindung gefördert und die mütterliche Depressivität reduziert wird. Das hier zu erforschende Programm soll mit dem Standard-Hilfsangebot des Jugendamtes verglichen werden. Zusätzlich zur Evaluation des Interventionsprogramms wird der moderierende Einfluss von hormonellen, epigenetischen und neuronalen Faktoren, die mit der frühen mütterlichen Bindung assoziiert sind, untersucht. Ergänzend werden Temperamentsmerkmale des Kindes erfasst.

 

Entwicklung und Evaluation eines Programms für Mädchen mit geistiger Behinderung zur Prävention von sexuellem Missbrauch

Universitätsmedizin Rostock
Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter

Gehlsheimer Str. 20
18147 Rostock

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Frank Häßler
0381 494-4601
01KR1206
526.039 EUR
01.09.2012 - 31.08.2016

Ziel des Projekts ist es, ein Trainingsprogramm für geistig behinderte Mädchen zu erstellen, das theoretische Erkenntnisse internationaler Forschung mit den praktischen Erfahrungen deutscher Experten kombiniert. Die bisher stark vernachlässigte Hochrisikogruppe der Mädchen mit geistiger Behinderung soll mithilfe des Programms vor sexuellen Übergriffen geschützt werden, was in engem Zusammenhang mit den förderpolitischen Zielen steht. Das Projekt besteht aus drei großen Phasen. In der Planungsphase wird zusammen mit Experten aus den Bereichen Missbrauchsprävention und Geistige Behinderung in Fokusgruppen ein bestmöglich auf die Zielgruppe zugeschnittenes Programm erstellt, das auch die Ergebnisse der internationalen Forschung, Anweisungen der Ethikkommission sowie statistische Anliegen beachtet. Eine Pilotstudie erlaubt die Aufdeckung und Änderung von Mängeln vor Studienbeginn. In der Durchführungsphase durchlaufen die Probanden das von geschulten Trainern dargebotene Programm. Die Evaluation überschneidet die Durchführung und erhebt das Wissen und die Fertigkeiten der Teilnehmer vor sowie nach der Teilnahme am Training, um Aussagen über die Wirksamkeit des Programms zu treffen. In der Durchführungs- und Evaluationsphase werden durch enges Monitoring die Einhaltung der Standards sowie Abbruchkriterien gewährleistet.

 

Verbundprojekt NeMUP-Nord

Trotz des häufigen Vorkommens von Kindesmissbrauch sind die neurobiologischen Grundlagen von Pädophilie und sexueller Gewalt bei Tätern nur unzureichend erforscht. Neuere Theorien gehen davon aus, dass genetische Veranlagung und lebensgeschichtliche Ereignisse gemeinsam Veränderungen in Hirnstruktur und -funktion bewirken können, die objektiv messbar sind und einer sexuellen Vorliebe für Kinder (Pädophilie) und/oder sexuellem Missbrauch zugrunde liegen.

Neurobiologische Grundlagen von Pädophilie und sexuellem Missbrauchsverhalten gegen Kinder

Medizinische Hochschule Hannover
Zentrum für Seelische Gesundheit
Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Tillmann Krüger
0511 532-2407
01KR1205A
2.738.611 EUR
01.05.2012 - 30.04.2016

Das Vorhaben der Medizinischen Hochschule Hannover widmet sich daher der Erforschung der neurobiologischen Unterschiede zwischen pädophilen und nicht-pädophilen Kindesmissbrauchern sowie pädophilen und nicht-pädophilen Männern, die keinen sexuellen Kindesmissbrauch begangen haben. Im Vorhaben soll das Zusammenwirken von psychologischen, neuropsychologischen, endokrinologischen, (epi-)genetischen, hirnstrukturellen und hirnfunktionellen Faktoren untersucht werden. Zudem sollen Rezeptorprofile des serotoninergen und dopaminergen Transmittersystems des zentralen Nervensystems mit der Single-Photon-Emission-Computed-Tomography (SPECT) ermittelt werden, um zu erforschen, ob es bei Pädophilie und/oder Kindesmissbrauch zu Veränderungen der Funktionalität dieser Neurotransmittersysteme kommt. Im Rahmen der Studie werden an fünf sexualmedizinischen und psychiatrischen Standorten insgesamt 250 Probanden untersucht. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollen das Grundlagenverständnis erweitert sowie diagnostische Methoden und therapeutische Strategien evaluiert und verbessert werden.

 

Neurobiologische Grundlagen von Pädophilie und sexuellem Missbrauchsverhalten gegen Kinder: Empathiefähigkeit und ihre Rolle in der Regulation sexueller Erregung

Charité - Universitätsklinikum Berlin
Campus Berlin Mitte
Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin
Luisenstr. 57
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Klaus Beier
030 450529-301
01KR1205B
458.489 EUR
01.05.2012 - 30.04.2016

Im Vorhaben der Charité Universitätsmedizin Berlin werden zusätzlich Empathie und Emotionsregulationsfähigkeit bei pädophilen Männern systematisch untersucht. Dabei werden sowohl kognitive und affektive Empathie als auch die spezifische Empathie für Kinder berücksichtigt. Außerdem wird betrachtet, welche Rolle Empathiedefizite für die sexuelle Selbstregulation und das Begehen sexueller Übergriffe spielen. An fünf sexualmedizinischen und psychiatrischen Forschungseinrichtungen werden die möglichen Einflussfaktoren an einer großen Zahl sowohl von straffällig als auch nicht straffällig gewordenen Männern mit Pädophilie, sowie von nicht-pädophilen Männern, die sexuellen Kindesmissbrauch begangen haben, untersucht. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollen die Einschätzung von Übergriffsrisiken sowie diagnostische Methoden und therapeutische Strategien verbessert werden.

 

Neurobiologische Grundlagen von Pädophilie und sexuellen Missbrauchsverhalten gegen Kinder: Kognitive Kontrolle und moralisches Schlussfolgern

Universität Duisburg-Essen
LVR-Klinikum Essen
Institut für Forensische Psychiatrie
Virchowstr. 174
45147 Essen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Boris Schiffer
0201 7227-102
01KR1205C
413.806 EUR
01.05.2012 - 30.04.2016

Das Vorhaben der Universität Duisburg-Essen widmet sich der Erforschung der neurobiologischen Unterschiede zwischen pädophilen und nicht-pädophilen Männern, die sexuellen Kindesmissbrauch begangen haben, sowie pädophilen und nicht-pädophilen Männern, die keinen sexuellen Kindesmissbrauch begangen haben. Im Vorhaben soll das Zusammenwirken von psychologischen, neuropsychologischen, endokrinologischen, (epi-)genetischen, hirnstrukturellen und hirnfunktionellen Faktoren untersucht werden. Zudem sollen kognitive Kontrolldefizite und Auffälligkeiten in der moralischen bzw. der juristisch-normativen Beurteilung und deren neuronale Verarbeitung vor und nach einer "Sozialtherapie" untersucht werden. Anhand der gewonnenen Ergebnisse sollen die wichtigen Erkenntnisse über kognitive Kontrollmechanismen in der Verhaltenssteuerung um neurobiologische Daten ergänzt und langfristig ggf. psychotherapeutische Behandlungsziele angepasst werden.

 

Neurobiologische Grundlagen von Pädophilie und sexuellen Missbrauchsverhalten gegen Kinder

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Kiel - Klinik für Urologie und Kinderurologie
Sektion Sexualmedizin
Arnold-Heller-Str. 3
24105 Kiel

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Jorge Ponseti
0431 597-3652
01KR1205D
420.670 EUR
01.05.2012 - 31.08.2016

Das Vorhaben der Universität Kiel widmet sich der Erforschung der neurobiologischen Unterschiede zwischen pädophilen und nicht-pädophilen Männern, die sexuellen Kindesmissbrauch begangen haben, sowie pädophilen und nicht-pädophilen Männern, die keinen sexuellen Kindesmissbrauch begangen haben. Im Vorhaben soll das Zusammenwirken von psychologischen, neuropsychologischen, endokrinologischen, (epi-)genetischen, hirnstrukturellen und hirnfunktionellen Faktoren untersucht werden. Zudem soll ein neues, auf funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) basierendes, Diagnoseverfahren zur Messung der Pädophilie gegenüber dem bisher verwendeten Instrument der verhaltensbasierten Phallometrie validiert werden. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollen das Grundlagenverständnis erweitert sowie diagnostische Methoden evaluiert und verbessert werden.

 

Neurobiologische Grundlagen von Pädophilie und sexuellen Missbrauchsverhalten gegen Kinder

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Martin Walter
0391 6117-533
01KR1205E
408.089 EUR
01.05.2012 - 30.04.2016

Das Vorhaben der Universität Magdeburg widmet sich der Erforschung der neurobiologischen Unterschiede zwischen pädophilen und nicht-pädophilen Männern, die sexuellen Kindesmissbrauch begangen haben, sowie pädophilen und nicht-pädophilen Männern, die keinen sexuellen Kindesmissbrauch begangen haben. Im Vorhaben sollen die betroffenen neurobiologischen Strukturen sowie die Regelkreisläufe im Gehirn identifiziert werden, welche an der Entwicklung abweichender sexueller Orientierung sowie der Verhaltenssteuerung beteiligt sind. Neben dem Verständnis der zugrundeliegenden Hirnerkrankung sollen auch differenzialdiagnostische, non invasive Biomarker erarbeitet werden. Insbesondere sollen Untersuchungen am Hochfeld-MRT erfolgen, anhand derer gezielt tiefe Hirnstrukturen in ihren einzelnen Schaltkreisen unter Einbeziehung der molekularen Darstellung von neuronalen Botenstoffen (Glutamat und GABA) multimodal erfasst werden.

 

Verbundprojekt D-CPT

Sexueller und/oder physischer Missbrauch in der Kindheit und Jugend kann ernsthafte psychopathologische Folgen für die Betroffenen nach sich ziehen. So entwickelt ein Teil der Betroffenen infolge eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und andere psychische Gesundheitsbeeinträchtigungen. Zurzeit existieren zwar Therapiemanuale für missbrauchte Kinder und für Erwachsene. Es gibt jedoch kaum evidenzbasierte psychotherapeutische Interventionen, um Jugendliche und junge Erwachsene zu behandeln.

Entwicklungsangepasste kognitive Therapie für Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung nach körperlichem und sexuellem Missbrauch

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Philosophisch-Pädagogische Fakultät
Ostenstr. 26
85072 Eichstätt

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Rita Rosner
08421 931581
01KR1204A
1.013.682 EUR
01.09.2012 - 31.08.2016

Hauptziel dieser randomisierten, kontrollierten klinischen Studie ist es, die Wirksamkeit einer neu entwickelten psychotherapeutischen Behandlungsmethode, der entwicklungsangepassten kognitiven Verhaltenstherapie (E-KVT) im Vergleich zur in Deutschland üblichen Behandlung von missbrauchten Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit PTBS zu untersuchen. Die Behandlungsstrategie wird hierbei gezielt auf die Altersgruppe der 14 bis 21-Jährigen angepasst. So werden zusätzliche Module zur Emotionsregulation integriert, das Therapieformat angepasst und spezifische Entwicklungsaufgaben eingesetzt. Die Patienten werden vor und nach der Therapie, sowie drei und sechs Monate nach Therapie-Ende untersucht. Partnerprojekte untersuchen epigenetische, gesundheitsökonomische und psychopathologische Aspekte.

 

Experimentelle Erfassung der Psychopathologie von Jugendlichen mit Posttraumatischer Belastungsstörung in Folge von Kindesmisshandlung im Verlauf einer randomisiert kontrollierten Behandlungsstudie

Universität Bielefeld
Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft
Abt. für Psychologie
Universitätsstr. 25
33615 Bielefeld

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Frank Neuner
0521 1064493
01KR1204B
129.503 EUR
01.09.2012 - 31.08.2016

Ziel des Teilprojekts ist es zu untersuchen, ob traumatisierte Patienten bedrohliche Reize anders verarbeiten als gesunde Kontrollpersonen und ob sich die Reizverarbeitung durch eine traumafokussierte Psychotherapie verändert. Ein Partnerprojekt des Forschungsverbunds führt in diesem Zusammenhang eine Therapievergleichsstudie durch, an der Jugendliche und junge Erwachsene mit einer misshandlungsbezogenen Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) teilnehmen. Die Patientinnen und Patienten werden hierbei entweder mit einer Kognitiven Verhaltenstherapie oder einer Standardbehandlung behandelt. Vor Beginn der Behandlung werden drei Gruppen von Probanden untersucht: 1) eine Kontrollgruppe ohne Traumaerfahrung und ohne vorliegende psychische Störung 2) eine Trauma-Kontrollgruppe mit Traumaerfahrung, aber ohne psychische Störung und 3) die Gruppe mit Misshandlungserfahrung und PTBS. Diesen Gruppen werden affektive Wörter aus vier Kategorien (neutral, positiv, körperlich bedrohlich, sozial bedrohlich) dargeboten. Die neuronale Reizverarbeitung hierauf wird mit hochauflösendem EEG erfasst. Durch diese Methode kann die affektive Modulation der Reizantwort der drei Gruppen verglichen werden. Insgesamt sollen bei diesem ersten Arbeitsschritt 120 Probanden untersucht werden. Sechs Monate nach der psychotherapeutischen Behandlung werden die Probanden der PTBS-Gruppe sodann erneut untersucht. Es wird erwartet, dass ihre Reizverarbeitung insbesondere dann verändert ist, wenn sie durch eine Kognitive Verhaltenstherapie behandelt wurden und wenn die Therapie erfolgreich war.

 

Behandlungsentwicklung, Therapeutentraining, Behandlungsadhärenz

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
FB 05 Psychologie und Sportwissenschaften
Institut für Psychologie
Klinische Psychologie und Psychotherapie
Varrentrappstr. 40-42
60486 Frankfurt

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Regina Steil
069 798-23379
01KR1204C
182.522 EUR
01.09.2012 - 31.08.2016

Ziel dieses Teilprojekts ist es, ein Behandlungsmanual für die D-CPT zu erstellen, das auf Jugendliche und junge Erwachsene ausgerichtet ist, die Therapeuten der beteiligten Studienzentren zu trainieren und die Sicherheit sowie die Anwendbarkeit der Intervention in Bezug auf diese Patientengruppe zu untersuchen. Hierzu sollen Skalen entwickelt und eingesetzt werden, die die Therapietreue und die Kompetenz der Therapeuten widerspiegeln. Ein weiteres Ziel ist es, „Therapie-Responder“ und „Nicht-Responder“ zu identifizieren und Faktoren zur Vorhersage des regulären Therapieabschlusses und der Therapieergebnisse zu untersuchen.

 

Gesundheitsökonomische Evaluationen

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Zentrum für Psychosoziale Medizin
Institut für Medizinische Soziologie, Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie (IMSG)
Martinistr. 52
20251 Hamburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hans-Helmut König
040 7410-53382
01KR1204D
55.154 EUR
01.09.2012 - 31.08.2016

Das Vorhaben analysiert die gesellschaftlichen Kosten von PTBS infolge von Missbrauch anhand verschiedener Parameter. Hierzu werden Daten begleitend zu einer Klinischen Studie des Verbundprojekts erhoben. Die Klinische Studie untersucht die Wirksamkeit einer neu entwickelten psychotherapeutischen Behandlungsmethode im Vergleich zur in Deutschland üblichen Standardbehandlung von missbrauchten Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit PTBS. Anhand einer Querschnittsanalyse werden im Vorhaben die medizinischen Versorgungskosten und die volkswirtschaftlichen Produktivitätsverluste gemessen und mit den Kosten aus einer gesunden Vergleichsgruppe verglichen. Anschließend werden in einer Längsschnittanalyse die Behandlungskosten für PTBS abgeschätzt und qualitätsgewichtete Lebensjahre ermittelt.

 

Identifikation epigenetischer PTBS-Biomarker mittels Vergleich der DNA-Methylierungsprofile PTBS-kranker junger Erwachsener und Adoleszenter vor und nach Durchführung zweier unterschiedlicher Therapieverfahren

Max-Planck-Institut für Psychiatrie
Kraepelinstr. 2-10
80804 München

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Ulrike Schmidt
089 30622-0
01KR1204E
59.501 EUR
01.09.2012 - 31.08.2016

Das Epigenom stellt eine dynamische Steuerzentrale dar, die die Aktivität unserer Erbinformation reguliert. Ziel des Vorhabens ist es, die bislang noch weitestgehend unbekannte Rolle des Epigenoms in der Krankheitsentstehung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) des Jugendalters zu erhellen und nach molekularen Strukturen zu suchen, die langfristig 1. zur Herstellung von neuen Medikamenten zur Behandlung von PTBS dienen könnten und 2. zur Identifikation von Blutwerten führen könnten, sog. Biomarker, die helfen könnten, den Therapieverlauf bei PTBS zu beschreiben. Die Daten werden im Rahmen einer Klinischen Studie erhoben, die ein Partner im Forschungsverbund durchführt. Bei dieser Studie wird die Wirksamkeit von zwei Therapieverfahren verglichen: die bisherige Standardbehandlung und ein neues psychotherapeutisches Verfahren (Cognitive Behavioural Therapy, CBT). Untersucht werden hierzu 14 bis 21-jährige Patienten mit PTBS. Vor und nach der jeweiligen Therapie werden Speichelproben erhoben, anhand derer eine Vielzahl epigenetischer Schaltermolekülen analysiert werden. Ziel ist es festzustellen, welche Genabschnitte durch die Therapie an- oder abgeschaltet werden. Auf dieser Basis könnte eine neue Entstehungshypothese der PTBS entwickelt werden.

 

Verbundprojekt CANSAS

Substanzmissbrauch und -abhängigkeit gehören zu den häufigsten Folgen früher Gewalt und Vernachlässigung. Weiter sind Suchterkrankungen bei den Eltern einer der bedeutsamsten Risikofaktoren für Gewalt und Vernachlässigung gegenüber Kindern. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Verbundprojekt CANSAS folgende Ziele: 1) Ein verbessertes Verständnis der Zusammenhänge zwischen Substanzmissbrauch und Gewalt in frühen Lebensphasen; 2) evidenzbasierte Behandlungsansätze für Personen mit substanzbezogenen Störungen, die an den Folgen früher Gewalt leiden; 3) geeignete diagnostische Ansätze und Weiterbildungsstrategien für professionelle Helfer, die an der Versorgung von Personen mit substanzbezogenen Störungen beteiligt sind.

Substanzmissbrauch als Ursache und Folge früher Gewalt und Vernachlässigung

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Zentrum für Psychosoziale Medizin
Martinistr. 52
20251 Hamburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Ingo Schäfer
040 7410-59290
01KR1203A
1.459.385 EUR
01.05.2012 - 30.04.2016

Im Vorhaben werden zwei potenzielle Mediatoren zwischen früher Gewalt und Substanzmissbrauch (Emotionsregulation und neuroendokrine Stressreaktion) untersucht. Weiterhin wird ein kognitiv-verhaltenstherapeutischer Behandlungsansatz für Suchtkranke mit posttraumatischen Störungen evaluiert. In einem weiteren Ansatz werden ein Instrument zur Identifikation suchtkranker Eltern mit einem Risiko für die Ausübung von Gewalt sowie ein Trainingsprogramm zur besseren Diagnostik von Gewalt bei Personen mit Suchtproblemen entwickelt.

 

Missbrauch und Vernachlässigung im Kindesalter als Ursache von Substanzmissbrauch: Der Einfluss von Emotionsregulation (Universität Heidelberg)

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Psychologisches Institut
Hauptstr. 47-51
69117 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Sven Barnow
06221 547350
01KR1203B
414.113 EUR
01.05.2012 - 30.04.2016

Das Vorhaben der Universität Heidelberg beschäftigt sich mit der Bedeutung von Emotionsregulation für die Vermittlung zwischen Trauma und Substanzstörung. Die Ergebnisse sollen helfen zu verstehen, welche Bedeutung Emotionsregulationsstrategien für die Entstehung und den Verlauf der Störung haben. Hierfür werden Patienten mit Substanzstörungen in verschiedenen kooperierenden, stationären und ambulanten Einrichtungen in den Metropolregionen Köln und Heidelberg rekrutiert. Es soll untersucht werden, ob Patienten mit Substanzstörungen Emotionsregulationsdefizite wie Grübeln, Vermeidung, weniger kognitive Neubewertung, differenziert nach dem Vorliegen eines Traumas, zeigen. Die Gruppenvergleiche werden dabei hinsichtlich psychiatrischer Komorbiditäten wie Persönlichkeitsstörungen oder Depression kontrolliert. Ausserdem soll untersucht werden, ob Zusammenhänge zwischen Emotionsregulationsdefiziten und Substanzgebrauch sowie Craving/Rückfall bei aktuell abstinenten traumatisierten Patienten mit Substanzstörungen bestehen.

 

Verbundprojekt CANMANAGE

Opfer von Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch können lang anhaltende Traumafolgestörungen entwickeln. Neben der Sicherstellung des Schutzes der Kinder vor weiteren Misshandlungen sind die frühzeitige Identifikation ihres psychiatrisch-psychotherapeutischen Hilfebedarfs und die Umsetzung evidenzbasierter Interventionen entscheidend für die langfristige Prognose.

Implementierung und Evaluation einer bedarfsgerechten, gemeindenahen Hilfeprozess-Koordination für Kinder und Jugendliche nach Missbrauch, Misshandlung oder Vernachlässigung

Universitätsklinikum Ulm
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie
Steinhövelstr. 5
89075 Ulm

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Lutz Goldbeck
0731 500-61661
01KR1202A
1.588.835 EUR
01.04.2012 - 31.03.2016

Das Vorhaben der Universität Ulm widmet sich der Erforschung und Evaluation einer systematischen Versorgungsstrategie an der Schnittstelle verschiedener Hilfesysteme (Kinder- und Jugendhilfe, Justiz, Gesundheitsversorgung). Im Rahmen einer Case-Management-Studie sowie einer Resilienzstudie werden an fünf klinischen Zentren in regionalen interdisziplinären Netzwerken insgesamt 500 von Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung betroffene Kinder im Alter von 4-14 Jahren untersucht. In einer kontrollierten Interventionsstudie wird die Wirksamkeit einer systematischen Hilfeprozesskoordination bei Kindern und Jugendlichen mit klinisch relevanten Störungen untersucht. Resilienzfaktoren werden identifiziert, indem über den Beobachtungszeitraum stabil unauffällige Misshandlungsopfer mit der klinisch auffälligen Gruppe verglichen werden.

 

Migrations- und kulturbezogene Themen in der Versorgung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen nach Missbrauch und Gewalt

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Philosophisch-Pädagogische Fakultät
Ostenstr. 26
85072 Eichstätt

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Rita Rosner
08421 931581
01KR1202B
216.956 EUR
01.04.2012 - 31.03.2016

Ziel des Vorhabens der KU Eichstätt-Ingolstadt ist die Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Migrationshintergründen (türkisch, russisch und serbo-kroatisch). Hintergrund dieses Ziels ist die Annahme, dass traumatisierten und vernachlässigten Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund seltener eine Behandlung angeboten und dass diese auch häufiger abgebrochen wird. In einem ersten Schritt soll ein Manual zum Umgang und der Bewältigung migrations- und kulturspezifischer Barrieren erstellt werden. Weiterhin sollen alle Fragebögen und Interviews, die Eltern betreffen, übersetzt werden. Im zweiten Schritt soll das Manual dann nach dem ersten Studienjahr in den Studienzentren des klinischen Verbundprojektes implementiert und evaluiert werden.

 

Verbundprojekt AMIS: Von der Kindesmisshandlung zu Internalisierungssymptomen und -störungen in Kindheit und Adoleszenz

Im Verbundvorhaben AMIS sollen zwei Kohorten aus Kindern mit Misshandlungserfahrung rekrutiert, untersucht und beobachtet werden. Das Forschungsziel ist die Identifizierung von Risikofaktoren, die zur Entstehung psychischer Auffälligkeiten in Folge von Kindesmisshandlung beitragen. Ebenso sollen Schutzfaktoren ermittelt werden, die zur Entwicklung geeigneter Maßnahmen beitragen, um diesem Risiko zu begegnen.

Psychologische Untersuchungen bei Kindern mit Misshandlungshintergrund

Universität Leipzig - Medizinische Fakultät
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
Liebigstr. 20a
04103 Leipzig

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Kai v. Klitzing
0341 97-24010
01KR1201A
1.322.576 EUR
01.07.2012 - 31.08.2016

Im Vorhaben wird die Entwicklung von Kindern mit psychischen Störungen und/oder Misshandlungserfahrungen mit der von gesunden Kindern verglichen. Dabei sollen psychische, soziale und neurobiologische Faktoren identifiziert werden, die das Risiko für eine psychische Störung erhöhen bzw. solche, die vor einer psychischen Störung schützen. Zur Klärung dieser Zusammenhänge werden zwei Gruppen von knapp 600 Kindern verschiedener Altersstufen untersucht, die sich bereits in Voruntersuchungen als psychisch belastet gezeigt haben. Darüber hinaus werden mehr als 100 Kinder, die in Folge von erlebter Gewalt, psychischer oder sexueller Misshandlung oder Vernachlässigung vom Jugendamt in Obhut genommen werden, um Beteiligung an den Forschungsuntersuchungen gebeten. Aus den Ergebnissen sollen Rückschlüsse für gezielte Behandlungsprogramme für solche Kinder gezogen werden, die aufgrund ihrer Verletzlichkeit einem besonders hohen Risiko unterliegen, infolge erlebter Misshandlung psychisch krank zu werden.

 

Laboranalysen, Datenbankbetreuung und Datenanalyse

Max-Planck-Institut für Psychiatrie
Kraepelinstr. 2-10
80804 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Marcus Ising
089 30622-430
01KR1201E
662.924 EUR
01.07.2012 - 31.08.2016

Das MPI für Psychiatrie in München wird die Labordiagnostik durchführen. Dies umfasst die Genotypisierung von Kandidatengenen der Stressregulation, die Bestimmung epigenetischer DNA-Modifikationen in diesen Genen und die Messung von Steroidhormonen und deren Metaboliten. Hierzu werden Speichel- und Blutproben aus Subgruppen der in die Kohorte eingeschlossenen Kinder aufgearbeitet und analysiert. Des Weiteren wird das MPI für Psychiatrie die Datenbank, die zur Durchführung einer komplexen Kohortenstudie benötigt wird, erstellen und betreuen. Dies umfasst neben der reinen Datenbankarbeit auch die Qualitätssicherung der Daten sowie statistische Auswertungen und Datenanalysen. Die Arbeiten werden dazu beitragen, Risiko- und Schutzfaktoren zu identifizieren, die die psychische Entwicklung von Kindern nach erlebter Gewalt oder Misshandlung beeinflussen.

b) Abgeschlossene Vorhaben

 

 

 

 

© BMBF 2016 - Alle Rechte vorbehalten.