| Öffentliche Bekanntmachungen: | 17.06.2011, 21.10.2011, 21.01.2013 |
| Förderzeitraum: | 2011 - laufend |
| Gesamtvolumen: | 4,4 Mio. EUR |
| Vorhabenzahl: | 4 |
Verbund: ITD (Intelligent Tool Drive) - ein handgehaltenes robotisches System für chirurgische Anwendungen
Verbund: Innovatives System zur Kompensation von Fußheberschwäche – adaptiver Peroneusstimulator (APeroStim)
Verbund: Belastungsarme Blutpumpe "Careflow" für die Herzunterstützung (CAREFLOW)
Verbund: Entwicklung eines innovativen, hochelastischen Netzimplantats für die Hernienchirurgie (E-Mesh)
1. Ziele des Förderschwerpunkts
Die deutsche Medizintechnik wird stark durch KMU-geprägt und ist aufgrund ihrer weltweiten Marktstärke eine wichtige Säule der Gesundheitswirtschaft. Die Branche zeichnet sich durch innovative Technologien, hohe Wachstumsraten und wesentliche Beiträge für eine bessere medizinische Versorgung aus. Um weiterhin eine weltweite Spitzenposition einzunehmen, muss sich die Branche verstärkt Alleinstellungsmerkmale mit anspruchsvollen Produkten und Dienstleistungen erarbeiten.
Im Fokus stehen daher forschungsaktive KMU, die in der Medizintechnik tätig sind bzw. ihr Geschäftsfeld in diesem Bereich erweitern wollen. Förderung kann für Projekte aus allen Bereichen der Medizintechnik beantragt werden, eine thematische Einschränkung besteht nicht. Voraussetzung ist jedoch, dass es sich um eine medizintechnische Entwicklung für die Anwendung in der Gesundheitsversorgung für den Menschen handelt. Ferner müssen im Projekt technische Entwickler und Anwender aus der Gesundheitsversorgung zusammenarbeiten. Ziel ist es,
2. Stand der Fördermaßnahme
Die Maßnahme KMU-innovativ Medizintechnik besitzt zwei halbjährliche Bewertungsstichtage (15.04. und 15.10.), zu denen jeweils Projektskizzen eingereicht werden können. Weitere Informationen finden Sie hier.
3. Geförderte Vorhaben
Verbund: ITD (Intelligent Tool Drive) - ein handgehaltenes robotisches System für chirurgische Anwendungen
Im Rahmen des Vorhabens soll ein vorwettbewerbliches Labormuster eines handgehaltenen Operationsroboters ("Intelligent Toll Drive", ITD) entwickelt werden. Dabei handelt es sich um eine intelligente Maschine zur Knochenbearbeitung (Fräsen, Bohren), die vom Arzt in der Hand gehalten wird. Die Positionierung des Werkzeugs relativ zum Knochen wird durch optisches Tracking und weitere Sensorik bestimmt. Das Werkzeug wird automatisch gegenüber äußeren Störungen korrigiert. Dadurch können Zittern des Operateurs oder Abweichen von der Sollposition genauso ausgeglichen werden wie Bewegungen des Knochens. Durch das aktive Halten des Roboters behält der Arzt jederzeit die Kontrolle über den Eingriff. Er führt selbst die Behandlung des Patienten aus und überwacht optisch und haptisch den Bearbeitungsprozess. Das System ist dadurch weniger sicherheitskritisch, da neben den intrinsischen Sicherheitsfunktionen des ITD der Operateur zusätzlich Fehlfunktionen erkennen und Fehler vermeiden kann.
Prozesssteuerung, Operationsplanung und Systemintegration
|
MRC SYSTEMS GmbH Medizintechnische Systeme |
Leiter: |
Dr. Marcus Götz |
Hardwareentwurf und Labormusteraufbau von microelektronischen Baugruppen für eine Operationsroboter-Steuerung
|
Binder-Elektronik GmbH |
Leiter: |
Wolfgang Binder |
Entwicklung, Konstruktion und Adaption der einzelnen Systemkomponenten des ITD
|
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg |
Leiter: |
PD Dr. Markus Schwarz |
Konzeption der Hard- und Software für das hybride Trackingsystem
|
Hochschule Mannheim |
Leiter: |
Prof. Dr. Marcus Vetter |
Verbund: Innovatives System zur Kompensation von Fußheberschwäche – adaptiver Peroneusstimulator (APeroStim)
In dem geplanten Vorhaben wird ein adaptiver Peroneusstimulator (APS) für die Kompensation einer Fußheberschwäche entwickelt. Gegenüber vorhandenen Systemen zeichnet er sich durch eine Kombination von Inertialsensoren und EMG-Messungen sowie durch eine automatische Anpassung der Stimulationsintensität an Gangsituation, Eigenaktivität und Ermüdungszustand aus. Dadurch werden eine präzisere Synchronisierung der Stimulation mit dem Gang und ein physiologischeres Gangbild erzielt, erstmals auch auf Treppen und Schrägen. Eine Online-Optimierung der Stimulation über ein Elektrodenarray wird die aufwändige Elektrodenplatzierung entfallen lassen und zu einer reinen Fußhebung ohne ungewollte Inversion/Eversion führen. So entsteht ein neuartiges Stimulationssystem, das die Gangtherapie in der neurologischen Rehabilitation verbessert und beschleunigt und chronischen Patienten ein effizienteres und sichereres Gangbild verleiht. In der ersten Projektphase wird im Rahmen der zwischen den Kooperationspartern aufgestellten Anforderungen ein PC-gesteuertes Funktionsmuster entwickelt. Aufbauend auf diesem können die parallel von Hasomed entwickelten Algorithmen zur Echtzeit-Gangphasen- und Winkelschätzung zusammen an dem Kooperationsparter Charité übergeben werden. In der zweiten Phase sollen die Online-Adaptions-Algorithmen sukzessive auf ein Microcontroller-System portiert werden. Es ist zudem Ziel einen eigenständigen Prototypen aufzubauen und zu testen.
Teilprojekt 1
|
HASOMED |
Leiter: |
Matthias Weber |
|
Technische Universität Berlin |
Leiter: |
Prof. Dr.-Ing. Jörg Raisch |
|
Medical Park AG - Medical Park Berlin Humboldtmühle |
Leiter: |
Prof. Dr. Stefan Hesse |
Verbund: Automatisierte Blutzuckerkontrolle in der klinischen Behandlung: Entwicklung eines auf der Mikrodialysetechnik basierten geschlossenen Regelkreises (Microloop)
Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung eines neuartigen, automatisierten geschlossenen Regelkreis (closed-loop System) zur Glukosekontrolle bei hospitalisierten Patienten. Das System beruht auf einer kontinuierlichen Probenahme ohne Blutverlust mittels Mikrodialyse-Technik zur Messung der Blutglucose, die mit einer neuartigen, genauen und zuverlässigen Glukosesensortechnik und einem verbesserten Glukosekontrollalgorithmus kombiniert wird. Die Entwicklung wird in fünf Arbeitspaketen vollzogen. Neben Projektmanagement stehen dabei insbesondere die Identifikation und Vorentwicklung von Schlüsselkomponenten (bestehend aus der Entwicklung des Algorithmus, der Optimierung des Körperzugangs und des Glukose-Monitorings) und die Entwicklung des integrierten Gesamtgerätes als Funktionsmuster im Vordergrund. Letztere umfasst die Erstellung eines System-/Sicherheitskonzeptes und von Risikoanalysen sowie die Integration, den Aufbau und die Inbetriebnahme von geplanten acht Funktionsmustern. Die Einzelkomponenten werden in klinisch-experimentellen Studien bei relativ gesunden Patienten mit Typ 1- oder Typ 2 Diabetes getestet. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden unmittelbar zur weiteren Optimierung der Komponenten genutzt. Das integrierte Gesamtsystem wird dann bei hospitalisierten Patienten, nahezu unter klinischen Alltagsbedingungen, getestet und weiter verbessert.
Teilvorhaben: Projektmanagement und klinische Evaluierung
|
PROFIL Institut für Stoffwechselforschung GmbH |
Leiter: |
Dr. Tim Heise |
Profil ist Projektkoordinator und bearbeitet in diesem Projekt schwerpunktmäßig die Entwicklung des Algorithmus und die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Ergebnisse der klinischen Studien.
Teilvorhaben: Identifikation und Entwicklung der Schlüsselkomponenten
|
TRACE Analytics GmbH |
Leiter: |
Dr. Wolfgang Künnecke |
Trace bearbeitet in diesem Projekt schwerpunktmäßig die Entwicklung des Glukose-Monitorings und den Anschluss der Probenahme an den Körperzugang.
Teilvorhaben: Entwicklung des MICROLOOP-Funktionsmuster-Gerätes (Mechatronic AG)
|
Mechatronic AG |
Leiter: |
Dipl.-Ing. Jürgen Stiller |
Mechatronic bearbeitet in diesem Projekt schwerpunktmäßig die Entwicklung eines "Closed Loop” Funktionsmuster Steuer-/ Messgerätes inkl. Aufbau / Inbetriebnahme.
Verbund: Belastungsarme Blutpumpe "Careflow" für die Herzunterstützung (CAREFLOW)
Herzunterstützungssysteme sind in der Klinik erfolgreiche Instrumente für die Therapie von Herzmuskelerkrankungen. Trotz der großen Fortschritte in den letzten Jahrzehnten wirken die verwendeten Rotationsblutpumpen traumatisierend auf das Blut. Diese Traumatisierung verhindert eine Anwendung bei vielen Patienten, da Gerinnungsfaktoren zerstört werden und es zu inneren Blutungen kommen kann. Ziel des Vorhabens ist deshalb die Umsetzung einer belastungsarmen Rotationsblutpumpe für die Herzunterstützung. Die hier geplante Innovation ist der Einsatz einer mehrstufigen Axialpumpe als Blutpumpe. Dadurch kommt es zu einer geringen Zerstörung der Gerinnungsfaktoren.
Die Schädigung des Plasmas, im Speziellen die Schädigung eines wichtigen Proteins (Willebrand Faktor) konnte bislang nicht zu Scherspannungen in der Blutpumpe zugeordnet werden. Vielversprechende Anhaltspunkte ergaben sich jedoch aus spezifischen Strömungsformen und resultierenden Schädigungen des Willebrand Faktors, die bei Patienten mit Aorten-Stenosen beobachtet wurden. Die Neuheit des Lösungsansatzes besteht deshalb darin, aus den klinischen Daten der Aorten-Stenosen Konstruktionsrichtlinien für eine belastungsarme Rotationsblutpumpe abzuleiten. Die Arbeiten von DUALIS umfassen die Lager-, Motor- und Regelungskonzeption, die Messtechnik und den Datentransfer sowie die Gesamtsystemintegration unter Berücksichtigung geeigneter Werkstoffe und Oberflächen.
Teilvorhaben: Lager-, Motor- und Regelungskonzeption sowie Gesamtsystemintegration unter Berücksichtigung geeigneter Werkstoffe und Oberflächen
|
Dualis MedTech GmbH |
Leiter: |
Stephan Sagolla |
|
Charité - Universitätsmedizin Berlin |
Leiter: |
Dr. Ulrich Kertzscher |
|
Deutsches Herzzentrum Berlin |
Leiter: |
Prof. Dr. Dr. Roland Hetzer |
|
FEG Textiltechnik Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH |
Leiter: |
Achim Breuer |
|
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen |
Leiterin: |
Dr. Marion Strauf Amabile |
|
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen |
Leiter: |
Prof. Dr. Uwe Klinge |