Identifizierung und Charakterisierung der genetischen Basis von altersbedingter Makuladegeneration unter spezieller Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen und anderen nicht-genetischen Effekten (2. Förderphase)
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Universität Regensburg
Klinikum
Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg
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Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Prof. Dr. Iris Heid
0941 944 5210
01ER1507
574.601 EUR
01.12.2015 - 30.11.2018
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Ziel des Vorhabens ist die Identifizierung und Charakterisierung der genetischen Basis der Entwicklung und Progression der altersbedingten Makuladegeneration (AMD), sowie die Interaktion von genetischen mit nicht-genetischen Faktoren. Die AMD ist eine Erkrankung vor allem der älteren Bevölkerung und einer der führenden Gründe für Erblindung. Eine bessere Kenntnis der genetischen Basis der AMD-Entwicklung und Progression wird helfen, die Mechanismen der Erkrankung zu verstehen, und damit verbesserte Maßnahmen zur Prävention, Diagnose und Therapie zu entwickeln. Das Vorhabenziel wird durch drei parallel verlaufende Arbeitsprogramme bearbeitet: 1) Meta-Analysen genomweiter Assoziationsstudien (GWAMAS) werden im Rahmen internationaler Konsortiums-Arbeiten weitergeführt. Hierfür werden neue Datensätze mit intermediären Phänotypen und individuellen genomweiten Daten der Teilnehmer eingesetzt. Die Analysen werden erweitert, um seltene Varianten bzw. Haplotypen zu identifizierten und Gen-Umwelt-Interkationen aufzudecken. 2) METHODEN: Methodische und softwareseitige Entwicklungen zur Unterstützung der GWAMAS und zur Analyse von seltenen Varianten bzw. Haplotypen, Gen-Umwelt-Interaktionen und Fein-Phänotypisierung werden angestrebt. 3) STUDIE: AMD-Patienten-Kohorten und eine Kohorte gesunder Kontrollen vergleichbaren Alters zur Identifizierung von Risikofaktoren für die AMD-Progression sowie zur Etablierung einer Plattform für die Untersuchung von Erkrankungen des Alters werden ausgebaut.
Prädiktoren und Risikofaktoren für relevante chronische Erkrankungen und Inanspruchnahme gesundheitsbezogener Leistungen unter besonderer Berücksichtigung von Aussiedlern
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Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Zentrum für Experimentelle Medizin
Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie
Martinistr. 52
20251 Hamburg
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Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Prof. Dr. Heiko Becher
040 7410-59550
01ER1306
1.445.221 EUR
01.12.2014 - 30.11.2017
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Im Rahmen großer prospektiven Kohortenstudien, darunter die Nationale Kohorte und die Hamburg City Health Studie sollen aktuelle epidemiologische Forschungsfragestellungen zu relevanten chronischen Erkrankungen bearbeitet werden, um damit eine epidemiologische Forschungsstruktur am UKE aufzubauen. Diese Forschungsfragestellungen fallen in die Gebiete Gesundheitsversorgung, somatische Symptome, Brustkrebs, Zahngesundheit, Herz-Kreislauf- und zerebrovaskuläre Erkrankungen und psychische Gesundheit und Arbeitsmedizin. In mehreren Teilprojekten ist ein Vergleich einer speziellen Migrantengruppe, den (Spät)-aussiedlern mit der deutschen Gesamtbevölkerung geplant. Dazu werden 500 (Spät)-aussiedler zusätzlich erhoben, die das vollständige Untersuchungsprogramm durchlaufen werden. Nach Erstellung der Studienprotokolle für alle Teilstudien und Handlungsanweisungen wird die Ziehung der Stichprobe aus dem Einwohnermeldeamt durchgeführt. Spezifische Analysedatenbanken für alle Teilprojekte werden programmiert. Nach Abschluss aller Vorarbeiten wird die Rekrutierung der Zusatzstichprobe der (Spät)-aussiedler ab dem fünften Monat der Förderung durchgeführt. Eine Zusammenführung mit den Daten der allgemeinen Studienteilnehmer von NAKO/HCH erfolgt in Abstimmung und Kooperation mit dem Personal für dieses Projekt. Die interne Qualitätssicherung erfolgt regelmäßig während der Erhebung. Nach 12 bzw. 18 Monaten werden interne Zwischenauswertungen für Plausibilitätstests durchgeführt. Die Statistische Analyse der Daten beginnt mit der Entwicklung der Analyseprogramme im 20. Monat der Förderung. Im Monat 30 ist ein internationaler Workshop geplant, bei dem die Ergebnisse präsentiert und diskutiert, und bei dem die Details der Folgeprojekte konkretisiert werden.
Schlafcharakteristiken, Schlafstörungen und gesundheitsbezogene Konsequenzen
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Universität Duisburg-Essen
Universitätsklinikum Essen
Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Hufelandstr. 55
45147 Essen
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Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Prof. Dr. Andreas Stang
0345 557-3596
01ER1305
1.445.042 EUR
01.08.2014 - 31.07.2017
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In den letzten Jahren hat es vermehrt Studien zur Bedeutung von Schlafcharakteristiken und Schlafstörungen für das Risiko von Herzkreislauferkrankungen gegeben, die sich zum Teil widersprechen. Ein Grund hierfür ist die Tatsache, dass Schlafcharakteristiken und Schlafstörungen von weiteren Faktoren beeinflusst werden, die einen Einfluss auf das Risiko der Herzkreislauferkrankungen haben (Confounding). Aus diesem Grunde bedarf es großer epidemiologischer Studien, bei denen Confounding statistisch kontrolliert werden kann. Die Kohortenstudien mit den Namen Heinz Nixdorf Recall Studie, Multigenerationen Studie und die Nationale Kohortenstudie bieten die besondere Gelegenheit, wichtige Fragestellungen zur gesundheitlichen Bedeutung von Schlafcharakteristiken und Schlafstörungen unter ausführlicher statistischer Kontrolle der zu erwartenden Effektvermengungen valide zu beantworten. Folgende längsschnittliche Forschungsprojekte werden zu folgenden Themen im Rahmen dieser Kohortenstudien zusätzlich durchgeführt: 1) Zusammenhang zwischen selbst-berichteten Schlafcharakteristiken und der Inzidenz des Bluthochdrucks, Diabetes mellitus und der Übergewichtigkeit/Adipositas; 2) Zusammenhang zwischen selbst-berichteten Schlafcharakteristiken und der Progression der Koronarsklerose; 3) Zusammenhang zwischen selbst-berichteten Schlafcharakteristiken und der Inzidenz der koronaren Herzkrankheit; 4) Zusammenhang zwischen selbstberichteten Schlafcharakteristiken und der Inzidenz von Hirninsulten; 5) Zusammenhang zwischen selbstberichteten Schlafcharakteristiken und der Inzidenz von Schlafstörungen sowie des Mittagsschlafs; 6) Schlaf-bedingte Atemstörungen und das Risiko der koronaren Herzkrankheit sowie des Hirninsults; 7) Familiäre Clusterung von Schlafcharakteristiken und Schlafstörungen; 8) Objektive Messung von Schlafcharakteristiken mittels Aktimetrie.
Inzidenz von Zweitmalignomen in Sachsen und die Auswirkung der Therapie von Ersttumoren auf die Entstehung von Zweitmalignomen
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Technische Universität Dresden
Medizinische Fakultät
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Universitäts KrebsCentrum Dresden
Tumorepidemiologie
Fetscherstr. 74
01307 Dresden
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Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Prof. Dr. Stefanie Klug
0351 3177-230
01ER1304
806.929 EUR
01.04.2014 - 31.03.2017
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Die Studie untersucht die Inzidenz von Zweitmalignomen in Sachsen sowie die Auswirkungen der Therapie des Ersttumors auf die Entstehung des Zweitmalignoms. Dieses Forschungsprojekt ist in zwei Phasen unterteilt und beantwortet die folgenden Forschungsfragen: A. Wie hoch ist die Inzidenz von Zweitmalignomen in Sachsen? B. Welche Ersttumoren sind die häufigsten in Sachsen? C. Wie groß ist die Latenzzeit zwischen Ersttumor und Zweitmalignom? D. Sind die Therapiedaten vollständig in den Datenbanken der klinischen Krebsregister in Sachsen erfasst? E. Hat die Therapie des Ersttumors Auswirkungen auf die Inzidenz von Zweitmalignomen? F. Gibt es eine Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen der Dosis der Therapie des Ersttumors und der Inzidenz des Zweitmalignoms? G. Welche Auswirkungen haben weitere Risikofaktoren auf die Inzidenz von Zweitmalignomen? In Phase I (Querschnittstudie) werden alle zwischen 2011 und 2013 diagnostizierte Zweitmalignome in Sachsen untersucht. Die Daten der Zweitmalignome werden aus den fünf sächsischen klinischen Krebsregistern erhalten (Forschungsfragen A-D). Daran anschließend werden in Phase II (Fall-Kontroll-Studie) fünf Zweitmalignome für eine detaillierte Untersuchung ausgewählt. Als Fälle werden inzidente Fälle der fünf Zweitmalignome bezeichnet, welche zwischen 2014 und 2016 diagnostiziert werden. Kontrollen dagegen sind Patientinnen und Patienten mit Primärtumor, die kein Zweitmalignom entwickeln. Fehlende Daten von den klinischen Krebsregistern zu Therapie des Ersttumors werden mit Daten der behandelnden Kliniken und Praxen vervollständigt. Um weitere relevante Risikofaktoren untersuchen zu können, werden außerdem Fragebögen an alle teilnehmenden Patientinnen und Patienten versendet.
Die Epidemiologie von funktionalen und dysfunktionalen behavioralen und psychologischen Faktoren bei psychischer Gesundheit und Krankheit
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Technische Universität Dresden
Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften
Institut für Klinische-, Diagnostische und Differentielle Psychologie
Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie
Chemnitzer Str. 46
01187 Dresden
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Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Prof. Dr. Katja Beesdo-Baum
0351 463-36989
01ER1303
1.489.949 EUR
01.06.2014 - 31.05.2017
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Verhaltensbezogenen Faktoren, einschließlich kognitiv-affektiven Faktoren, wird eine bedeutsame Rolle bei der Entstehung der meisten Erkrankungen beigemessen. Allerdings ist ihre objektive und ökologisch valide Messung in epidemiologischen Studien bisher mangelhaft. Dieses Projekt hat zum Ziel, die Rolle verhaltensbezogener und psychologischer Faktoren sowie ihr komplexes Zusammenspiel mit biologischen und sozial-umweltbezogenen Faktoren bei der Entwicklung der häufigsten psychischen Störungen (Angststörungen, Depression, Störungen durch Substanzkonsum) aufzuklären. Hierzu werden einerseits verfügbare epidemiologische Datensätze mit vereinzelten verhaltensbezogenen Indikatoren für umfassende Re-Analysen in einer Datenbank zusammengeführt, andererseits standardisierte Methoden zur objektiven Erfassung des Verhaltens von Personen in lebensnahen sowie kontrollierten Situationen für den Einsatz in epidemiologischen Studien entwickelt und eine neue verhaltensbezogen-epidemiologische Kohorte Jugendlicher und junger Erwachsener aufgebaut. Es wird ein Datenbank aufgebaut, in welche nach und nach vorhandene epidemiologische Datensätze mit verhaltensbezogenen Indikatoren integriert und übergreifend analysiert werden. Parallel werden experimentelle und nicht-experimentelle verhaltensbezogene Messmethoden für den Einsatz in epidemiologischen Studien entwickelt und erprobt. Eine bevölkerungs-repräsentative Stichprobe von 1000 14- bis 30-jährigen Personen aus Dresden wird schließlich umfassend im Quer- und Längsschnitt anhand objektiver verhaltensbezogener Methoden, Interviews und Fragebögen untersucht. Zudem werden Bioproben gesammelt und eine eingebettete Familienstudie durchgeführt.
Beeinflussen chronische Erkrankungen im Kindesalter die Einschulungsphase und den frühen Schulerfolg? Die Rolle der Schuleingangsuntersuchung und erster Fördermaßnahmen. Das iKids (ich komme in die Schule) Projekt.
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Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik
Obere Zahlbacherstr. 69
55131 Mainz
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Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Prof. Dr. Michael Urschitz
06131 17-3122
01ER1302
1.477.680 EUR
01.11.2013 - 28.02.2017
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Im Vorhaben werden der Zusammenhang zwischen chronischen Erkrankungen bei Kindern bzw. besonderen medizinischen Gegebenheiten und erfolgreicher Einschulung untersucht. Dabei soll die Rolle der Einschulungsuntersuchung und der daraus resultierenden Fördermaßnahmen beleuchtet werden. Mögliche positive Effekte von Fördermaßnahmen werden unter Berücksichtigung von individuellen Faktoren und von Schulfaktoren erfasst. Innerhalb von drei unterschiedlichen Einzelstudien werden Kinder vor oder zum Zeitpunkt ihrer Einschulungsuntersuchung auf das Vorliegen chronischer Erkrankungen bzw. besonderer medizinischer Gegebenheiten und bereits begonnener Fördermaßnahmen untersucht. Gesundheitsbezogene Veränderungen werden durch zwei Nachbefragungen erfasst, die drei bzw. zwölf Monate nach der Einschulung stattfinden. Am Ende der ersten Klasse wird erhoben, in welchem Maße Lernziele erreicht wurden. Je nach Einzelstudie werden bereits existierende Daten aus einem Geburtsregister, einem Krebsregister und der Landesdatenbank der Einschulungsergebnisse mit der Studiendatenbank verlinkt. Die Zusammenhänge von chronischen Erkrankungen bzw. medizinischen Gegebenheiten mit erfolgreicher Einschulung wird unter Beachtung von persönlichen, familiären und schulischen Faktoren beschrieben. Positive Effekte von Fördermaßnahmen werden erfasst.
Geschlechtsunterschiede im alternden Gehirn - Muster, Mechanismen und Auswirkungen
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Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universitätsklinikum
Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin
Domagkstr. 3
48149 Münster
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Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Dr. Heike Wersching
0251 83 56086
01ER1205
1.033.584 EUR
01.12.2012 - 30.11.2018
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Es gibt Hinweise dafür, dass das Auftreten, das Fortschreiten und die Ursachen verschiedener Veränderungen im alternden Gehirn geschlechtspezifisch sind und sich insbesondere im Alter von 40-60 Jahren entwickeln‚ wenn Frauen die Menopause durchlaufen. Ziel dieses Projektes ist die Aufdeckung von Auftreten und Verlauf geschlechtsspezifischer Gehirnveränderungen mittels Magnetresonanztomographie und deren Zusammenhang mit geschlechtsspezifischen Risikofaktoren, insbesondere Sexualhormonen und Entzündungswerten im Blut sowie mit Auftreten und Verlauf von Gedächtniseinschränkungen und Depressionen. In der Studie werden die Daten von 1.750 Männern und Frauen im Alter von 35-65 Jahren untersucht. Diese sind Teilnehmer der BiDirect-Studie, einer Kohortenstudie, die den Zusammenhang von Depression und subklinischer Gefäßverkalkung untersucht. Während des Studienzeitraums von sechs Jahren durchlaufen alle Probanden drei standardisierte Untersuchungen inklusive einer Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns, Gedächtnistests, Depressionsskalen und einer Blutabnahme zur Bestimmung von genetischen Merkmalen sowie von Hormonen und Entzündungswerten im Blut. Nach Erstellung eines MRT-Auswertungsprotokolls werden die Bilder der Erst- und Folgeuntersuchungen mit den erhobenen Risikofaktoren, u. a. den Blutparametern und genetischen Markern, und mit dem Auftreten und Verlauf von depressiven Symptomen und Gedächtniseinschränkungen verglichen und auf eine Geschlechterspezifität überprüft.
Die Entstehung gesundheitlicher Ungleichheit in Deutschland: Untersuchung individueller und kontextueller Ursachen in der Kindheit bei Nachkommen von Migranten und Migrantinnen
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Universität Bielefeld
Fakultät für Gesundheitswissenschaften
AG 3 Epidemiologie & International Public Health
Universitätsstr. 25
33615 Bielefeld
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Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Prof. Dr. Jacob Spallek
0521 106-2554
01ER1202
1.423.061 EUR
01.09.2012 - 31.08.2018
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Die Bedeutung gesundheitsbezogener epidemiologischer Forschung hat in den vergangenen Jahrzehnten erheblich zugenommen. Entstehung und Verlauf von Krankheiten werden durch ein komplexes Zusammenspiel von persönlichen Eigenschaften und Umweltfaktoren bestimmt. Epidemiologische Forschung führt zu einem besseren Verständnis dieser Zusammenhänge. Die Umsetzung dieser Erkenntnisse aus der epidemiologischen Forschung führen zu Verbesserung der Gesundheit des Einzelnen, Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Gesellschaft und zur Reduktion von Kosten. Ziel dieser Studie ist es, den Einfluss persönlicher Eigenschaften und Umweltfaktoren auf die Entstehung gesundheitlicher Ungleichheit bei Kindern mit und ohne Migrationshintergrund zu untersuchen. Die Rolle von Faktoren wie z. B. sozioökonomische Vorraussetzungen, gesundheitsrelevante Verhaltensweisen, oder das Vorhandensein bestimmter Umweltfaktoren ist speziell bei Migrantenfamilien bisher nicht ausreichend untersucht. Daher werden in dieser prospektiven Studie 1.500 Kinder in Bielefeld von der Schwangerschaft der Mutter über die Geburt bis zur Einschulung beobachtet. Diese Langzeitverfolgung verspricht neue Erkenntnisse insbesondere über Einflüsse während der ersten Lebensjahre auf die Gesundheit. Es werden verschiedene relevante gesundheitliche Aspekte im Kindesalter wie z. B. physische und psychische Entwicklung, Allergien in die Analyse miteinbezogen. Die Rekrutierung und Nachverfolgung erfolgt durch enge Zusammenarbeit mit Frauenärzten, Hebammen, Geburtskliniken und Kinderärzten und durch persönlichen Kontakt mit den teilnehmenden Familien. Ein besseres Verständnis der Ursachen für gesundheitliche Ungleichheit ermöglicht die Entwicklung von Versorgungsansätzen, die zu einer Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheit und somit zu einer Verbesserung der Versorgung von benachteiligten Gruppen führen.
Reduktion der Unterernährung bei Kleinkindern durch ein integriertes Landwirtschaftsprojekt mit Frauengruppen: Eine Gruppen-randomisierte Interventionsstudie im ländlichen Bangladesch
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Universitätsklinikum Heidelberg
Medizinische Fakultät
Institute of Public Health
Im Neuenheimer Feld 324
69120 Heidelberg
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Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Dr. Sabine Gabrysch
06221 56-5086
01ER1201
2.372.424 EUR
01.09.2013 - 31.08.2019
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Die Studie soll untersuchen, inwiefern die Unterernährung von Kleinkindern in Ländern mit geringem Einkommen durch eine integrierte Förderung von Frauengruppen in den Bereichen Gartenbau, Ernährung und Gesundheit verringert werden kann. Die wichtigsten Zielgrößen sind Wachstumsverzögerung, Untergewicht, Mikronährstoffmangel und Durchfallhäufigkeit bei Kleinkindern, sowie Untergewicht und Mikronährstoffmangel bei deren Müttern. Außerdem soll der Einfluss der Landwirtschaftsförderung auf die Erntemenge, das Einkommen der Familie, die Ernährungssicherheit, die Nahrungsverteilung innerhalb des Haushalts und die Kleinkindernährung untersucht werden. In Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation Helen Keller International wird die Nachwuchsgruppe eine Interventionsstudie im ländlichen Bangladesch durchführen, welche 120 Dörfer in der Region Sylhet und circa 20 junge Frauen pro Dorf einschließt. Nach der Basiserhebung 2014 werden die Dörfer zufallsmäßig in zwei Gruppen aufgeteilt: 60 Interventionsdörfer und 60 Kontrolldörfer. In den Interventionsdörfern erhalten die Frauen in den folgenden Jahren Schulungen zu Hausgärten, Kleinkindernährung und -gesundheit, nicht jedoch in den Kontrolldörfern. Eine Zwischenerhebung 2016 wird den Grad der Umsetzung beurteilen. In der Enderhebung 2018 wird der Ernährungszustand von 1.200 Kindern und deren Müttern zwischen Interventions- und Kontrolldörfern verglichen, so dass die Wirksamkeit der Intervention beurteilt werden kann.