Forschungsverbünde zu zoonotischen Infektionskrankheiten

 

 

Bekanntmachung:

20062009

Förderzeitraum:

2007 - 2013

Gesamtvolumen:

ca. 23 Mio. EUR für die 1. Runde,
ca. 25 Mio. EUR für die 2. Runde

Vorhaben:

1. Runde 9 Verbünde;
2. Runde 7 "alte" Verbünde und vier "neue" Verbünde

 

Verbund RESET II 

Verbund: MedVet-Staph

 

1. Ziele des Fördeschwerpunktes

Da es sich bei praktisch allen neuen Erregern der letzten Jahre, z. B. SARS, um Zoonosen handelt und Rekombinationen oft im Tier stattfinden, ist ein besseres Verständnis des Übergangs eines Erregers auf einen neuen Wirt und der für sein Überleben notwendigen Anpassungsvorgänge von zentraler Bedeutung für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten.
Um das Themenfeld der zoonotischen Infektionserkrankungen erfolgreich bearbeiten zu können, ist die Zusammenarbeit von Human- und Veterinärmedizin eine grundlegende Voraussetzung. Bislang verläuft die veterinär- und humanmedizinische Forschung zu diesem Thema in Deutschland, wie auch international, jedoch meist unabhängig voneinander, die notwendigen Schnittstellen sind nur unbefriedigend entwickelt. Der Aufbau geeigneter Kooperationsstrukturen könnte erhebliche Synergien mobilisieren.
Daher sollen die in Deutschland vorhandenen Kompetenzen aus Human- und Veterinärmedizin zu zoonotischen Infektionskrankheiten in interdisziplinären Forschungsverbünden zu gesundheitspolitisch relevanten Erregern/Erreger-Gruppen gebündelt und zusammengeführt werden. Die inhaltliche Ausrichtung der Verbünde soll sich schwerpunktmäßig darauf konzentrieren, die Transmission relevanter zoonotischer Erreger vom Tier auf den Menschen zu erforschen. Dabei sollen in den Verbünden Projekte von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Forschung bearbeitet werden.

Im Rahmen der Bekanntmachung vom 26.3.2009 für die 2. Runde ist vorgesehen, neben den bereits bestehenden und im Rahmen des Verfahrens positiv evaluierten „alten“ Verbünden, eine begrenzte Zahl neuer interdisziplinärer Forschungsverbünde zu ausgewählten zoonotischen Infektionskrankheiten in nachfolgenden Themenfeldern zu fördern.
a) Vor dem Hintergrund der steigenden Antibiotika-Resistenz von Bakterien können Verbundanträge zu Bakterien mit Antibiotika-Resistenzen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, eingereicht werden. Damit wird ein Beitrag zur Umsetzung der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) der Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), für Gesundheit (BMG) und für Ernährung, Verbraucherschutz und Landwirtschaft (BMELV) geleistet.
b) Aufgrund der Bedeutung der vernachlässigten zoonotischer Infektionskrankheiten (NZDs) in ärmeren Ländern können Verbundanträge zu diesem Themenfeld eingereicht werden. Die Forschungsverbünde sollten im Bereich der Erkrankungen angesiedelt sein, die nicht bereits in anderen Fördermaßnahmen adressiert werden. Es muss deutlich werden, dass die zoonotische Erkrankung, die bearbeitet werden soll, vernachlässigt ist und besonders in ärmeren Ländern vorkommt

2. Stand der Fördermaßnahme

Im Rahmen der ersten Förderphase wurden neun Verbünde gefördert. Als Ergebnis der Zwischenbegutachtung Ende 2009 werden sieben der neun Verbünde im Rahmen einer zweiten Förderphase für weitere drei Jahre gefördert.
Seit dem 1.11.2010 werden vier neue Verbünde gefördert, davon zwei zu Antibiotika-Resistenzen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, und zwei zu vernachlässigten zoonotischen Infektionskrankheiten.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

(Sortierung innerhalb der Verbünde nach Förderkennzeichen)

 

Verbund RESET II

Der Verbund RESET untersucht die Problematik der Resistenzentwicklung von Bakterien, die bei Mensch und Tier Infektionskrankheiten auslösen können. Viele Antibiotika haben an Wirksamkeit verloren, weil bestimmte Bakterien Resistenzmechanismen entwickelt haben. Da Antibiotika in der Therapie bei Menschen und Tieren eingesetzt werden, ist eine Übertragung resistenter Bakterien auf den Menschen durch direkten Tierkontakt oder über Lebensmittel möglich. Die Arbeit im Verbund konzentriert sich auf ß-lactam und Carbapenem-resistente Enterobakterien (abgekürzt ESBL). Dies sind die in Deutschland häufigsten Erreger von Durchfallerkrankungen. Der Verbund beschäftigt sich mit der Verbreitung der Infektionserreger, z.B. Salmonellen, beim Menschen, beim Nutztier, insbesondere Masthähnchen, und beim Lebensmittel, insbesondere Hähnchenfleisch und Gemüse. 

Epidemiologische und statistische Analysen sowie Umweltkontamination und Resistenzentwicklung

Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung

Bünteweg 2
30559 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Lothar Kreienbrock
0511 953-7970
01KI1313A
813.245 EUR
01.01.2014 - 30.04.2017

Die bisher angewendeten Modelle zur Identifikation von Risikofaktoren sollen auf weitere Daten von Projektpartnern angewendet werden, um das optimale Modell zu identifizieren. Zur Verfeinerung der Risikofaktorenanalyse sollen weitere Eigenschaften der isolierten Bakterien berücksichtigt werden. Es wird eine ätiologische Analyse der Zusammenhänge von Sequenz- und epidemiologischen Daten mit Hilfe von Clusteranalysen durchgeführt. Außerdem soll geprüft werden, ob die Aufnahme geringer Wirkstoffmengen einen Einfluss auf kommensale Darmbakterien hat. An Versuchstieren wird die Antibiotika-Verfügbarkeit aus Pflanzen untersucht; zudem werden im Stall unbehandelte Schweine als "Sentinels" gemeinsam mit behandelten Tieren gehalten. Als Testsubstanzen werden Enrofloxacin und Ceftiofur verwendet.

 

Molekulare Epidemiologie neuer Resistenzmechanismen und quantitative Risikobewertung von Extended-spectrum ß-Laktamasen (ESBL), AmpC ß-Laktamasen und Carbapenemasen in Enterobacteriaceae aus der Lebensmittelkette

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Abt. 4 Biologische Sicherheit - Fachgruppe 46
Antibiotikaresistenz und Resistenzdeterminanten

Diedersdorfer Weg 1
12277 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Bernd Appel
030 8412-2151
01KI1313B
539.940 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016

Im Vorhaben wird die Molekulare Epidemiologie der ß-Lactamasen mit erweitertem Wirkspektrum (ESBL), Amp-C ß-Lactamasen und Carbapenemasen in Enterobacteriaceae von gesunden Lebensmittel-liefernden Nutztieren, ihrer Umgebung und den daraus resultierenden Lebensmitteln weiter untersucht. Die Problematik der in Tieren neu auftretenden Carbapenem Resistenz wird besonders berücksichtigt. Um die Ausbreitung und die Übertragung dieser Keime zu quantifizieren, die diese beeinflussenden Prozessschritte zu identifizieren und das hiervon ausgehende Risiko für die öffentliche Gesundheit zu bewerten, erfolgt die Modellierung der Ausbreitung dieser Erreger entlang der Lebensmittelkette Masthähnchen.

 

Verbreitung von ESBL-/AmpC-bildenden Enterobakterien entlang der gesamten Masthähnchenkette: Schwachstellenanalyse und Bestimmung von Interventionspunkten

Freie Universität Berlin
Fachbereich Veterinärmedizin
Institut für Tier- und Umwelthygiene im Zentrum für Infektionsmedizin

Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
14163 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Uwe Rösler
030 20936080
01KI1313C
431.822 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016

Übergeordnetes Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Untersuchung der Entstehung bzw. Verbreitung von Extended-Spektrum-ß-Laktamase (ESBL) und AmpC-ß-Laktamase-bildenden Enterobakterien entlang der gesamten Masthähnchenkette einschließlich der Beschreibung von Einflussfaktoren auf deren Entstehung und Entwicklung sowie der Identifizierung von Schwachstellen bezüglich der Verbreitung von ESBLs/AmpCs im Gesamtsystem. Hohe Detektionsraten ESBL/AmpC-produzierender Keime bereits in Kloakentupfern von Eintagsbroilerküken lassen einen Eintrag/Entstehung dieser resistenten Erreger zu einem sehr frühen Zeitpunkt in der Kette (Elterntierherden, Brütereien) vermuten. Zur Erfassung und Bewertung dieses vertikalen Transfers von ESBL-/AmpC-Bildnern soll der gesamte Weg der Lebensmittelkette beim Mastgeflügel beginnend bei den (Groß)elterntieren über die nachgeordneten Brütereien, Masttierherden, Schlachthöfe und Verarbeitungsstätten bis hin zum verbrauchsfertigen Lebensmittel qualitativ und quantitativ untersucht werden. Es werden drei Brütereien mit vorgeschalteten (Groß)elterntieren und jeweils drei Masttierherden bis zur Verpackung ihres Fleisches mittels verschiedener Proben (Einzeltiere, Umgebungsproben, Produkte) qualitativ und quantitativ untersucht. Einflussfaktoren auf die gefundenen Prävalenzen werden ermittelt. Der ESBL-Status der so gewonnenen Isolate wird genomisch bestätigt und ausgewählte Isolate werden anschließend von den Verbundpartnern weitergehend charakterisiert.

 

Untersuchungen von Plasmiden, die ESBL- und/oder PMQR-Gene tragen und bei Escherichia coli und Salmonella enterica von erkrankten Tieren vorkommen, hinsichtlich ihrer Bedeutung für antimikrobielle Resistenz, Biozidtoleranz und Virulenz

Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für Nutztiergenetik

Höltystr. 10
31535 Neustadt am Rübenberge

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stefan Schwarz
05034 871-241
01KI1313D
258.931 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016

Ziel des Vorhabens ist die Untersuchung von Plasmiden, die bei Escherichia coli und Salmonella enterica von erkrankten Tieren vorkommen und ESBL- und/oder PMQR-Gene tragen, hinsichtlich ihrer Bedeutung für antimikrobielle Resistenz, Biozidtoleranz und Virulenz. Dazu werden werden ESBL-, PMQR-, AmpC ß-Laktamase- und Carbapenemase-positive E. coli und S. enterica identifiziert. Anschließend erfolgen Studien zur Struktur von Plasmiden, die über ESBL- und/oder PMQR-Gene verfügen. Außderm erfolgt eine Analyse von ESBL-Genen und ESBL-bildenden E. coli-Isolaten über die Zeit. Hierbei werden insbesondere die auf jährlicher Basis gewonnenen Isolate aus dem Nationalen Resistenzmonitoring GERM-Vet betrachtet. Auch werden Untersuchungen zu Genen durchgeführt, die Biozidtoleranz vermitteln. Weiterhin werden E. coli-Stämme, die unter der Anwendung von niedrigen Wirkstoffkonzentrationen Resistenzen entwickelt haben, molekulargenetisch untersucht. Ausgewählte E. coli-Plasmide werden mittels eines DNA-Microarrays auf die Co-Lokalisation von Virulenzgenen und Resistenzgenen untersucht. Die Daten aus dem Vorhaben verbessern die Diagnostik und dienen der Gefährdungsabschätzung im Rahmen einer umfassenden Risikoanalyse.

 

Molekulare Epidemiologie von Extended-Spektrum Beta-Laktamasen (ESBL), AmpC-beta-Laktamasen und Carbapenemasen in Enterobacteriaceae aus dem klinischen und ambulanten Bereich sowie der Normalbevölkerung

Robert Koch-Institut (RKI)
Bereich Wernigerode - Fachgebiet 13

Burgstr. 37
38855 Wernigerode

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Guido Werner
030 18754-210
01KI1313F
214.157 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016

Es werden detaillierte vergleichende molekulare Analysen von CTX-M-, AmpC- und Carbapenemase-bildenden Enterobacteriaceae durchgeführt, um zu ermitteln, ob und in welchem Ausmaß resistente Isolate/Resistenzgene zwischen Nutztieren, Lebensmitteln und Menschen ausgetauscht werden. Der Fokus liegt auf Analysen von multiresistenten E. coli Isolaten vom Menschen (Besiedlungsisolate von gesunden Menschen sowie Isolate aus ambulant- und nosokomial-erworbenen Infektionen). Effekte auf die Fitness und Vorgänge von der Fitnesskompensation bei ausgewählten Modellorganismen werden ebenso untersucht. Alle Ergebnisse fließen in eine gemeinsame Risikobewertung Die Einführung von Standardprotokollen zur mikrobiologischen und molekularen Diagnostik zwischen allen RESET-Partnern aus Human- und Veterinärmedizin erlaubt erstmals eine vergleichende qualitative und quantitative Erfassung und Bewertung des Sektor-übergreifenden Ausmaßes der Resistenzproblematik bei E. coli und verwandten Isolaten. Eine Übersicht über die aktuelle Verbreitung von ESBL-, AmpC Carbapenemasen in Enterobacteriiaceae aus dem klinischem und ambulanten Bereich sowie der Normalbevölkerung ermöglicht den Vergleich mit Daten aus der Nutztierhaltung/Lebensmittel sowie mit internationalen Daten und das Ableiten von Resistenztrends.

 

Genom-basierte Epidemiologie von ESBL-, AmpC- oder Carbapenemase-produzierenden gram-negativen Bakterien aus humanen, Veterinär- und Umweltproben

Justus-Liebig-Universität Gießen
FB 11 - Medizin und Universitätsklinikum
Medizinische Mikrobiologie und Virologie
Institut für Medizinische Mikrobiologie

Schubertstr. 81
35392 Gießen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Trinad Chakraborty
0641 99-41250
01KI1313G
312.761 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016

Ziel dieser Arbeiten ist es, die Anwendung von Ganz-Genom-Sequenzierung für die Beantwortung epidemiologischer und diagnostischer Fragestellungen voranzutreiben. Dies wird insbesondere im Hinblick auf Enterobacteriaceae, die ESBL-, AmpC- oder Carbapenemase-Gene exprimieren, durchgeführt werden.

 

Studie zur Schätzung der ESBL-Prävalenz, Infektionsraten nach Kolonisation und populationspezifische Risikofaktoren für ESBL-Kolonisation und Infektion

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Benjamin Franklin
Institut für Hygiene und Umweltmedizin

Hindenburgdamm 27
12203 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Rasmus Leistner
030 570043
01KI1313H
352.945 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016

Trotz der ständig anwachsenden Zahl von Infektionen durch ESBL-positive Bakterien ist nur wenig bekannt zur Virulenz von ESBL-Bakterien. Die Ereignisse der neonatologischen Intensivstation 2012 in Bremen unterstreichen auf tragische Weise dieses Informationsdefizit. Aber auch für andere Hochrisikopatienten existiert weder auf europäischer noch auf internationaler Ebene eine befriedigende Datenbasis. Ziel unserer Studie ist daher die Schätzung der ESBL-Prävalenz, Infektionsinzidenz nach Kolonisation und Risikofaktoren für Infektionen innerhalb relevanter Patientenpopulationen: Es wird ein Routinescreening auf 2 Geburtshilfestationen, 2 Allgemeinstationen und 2 Intensivstationen etabliert, sowie Neugeborene von ESBL-positiven Müttern (vertikale Übertragung). Nach Identifizierung ESBL-positiver Patienten werden diese Patienten während des weiteren Krankenhausaufenthalts beobachtet. Im Falle einer Infektion mit ESBL-positiven Bakterien wird der infizierende Stamm zur weiteren Analyse gesammelt und mit dem Kolonisationsstamm verglichen. Infektionsrisiken werden durch eine Fall-Kontroll-Studie untersucht, die infizierte ESBL-Patienten mit nichtinfizierten ESBL-Patienten vergleicht. Dies beinhaltet einen Fragebogen zu Risikofaktoren sowie die Pathogenitätsanalyse der verschiedenen ESBL-Genotypen.

 

Verbund: MedVet-Staph

Ziel des Verbundes ist es, das Auftreten und die Verbreitung von Staphylococcus aureus Bakterien, insbesondere Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA) als Zoonose-Erreger, aufzuklären. Die Ergebnisse sollen für die Entwicklung rationaler, evidenzbasierter Empfehlungen für die Prävention und Kontrolle von zoonotischen S.aureus/MRSA genutzt werden.

Studien zur Epidemiologie, Virulenz, Pathogenität und Evolution von Tier-assoziierten Staphylococcus aureus

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universitätsklinikum - Institut für Hygiene

Robert-Koch-Str. 41
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Robin Köck
0251 8355348
01KI1301A
715.886 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016

In diesem Vorhaben wird die Bedeutung von Tier-assoziierten Staphylococcus aureus für den Menschen untersucht; insbesondere werden dabei MRSA der klonalen Linie CC398 berücksichtigt. Wichtige Teilaspekte der geplanten Arbeiten sind: 1) Epidemiologische Studien zur Erfassung der nosokomialen Übertragung von MRSA CC398. 2) Durchführung von Studien zur Erfassung der Bedeutung des auch bei Tier-asoziierten MRSA vorkommenden Methicillin-Resistenzgens mecC für die phänotypische Expression von Low-level Beta-lactam Resistenz. 3) Durchführung von Transkriptomanalysen in MRSA CC398. 4) Durchführung von Ganzgenomanalysen zur Erfassung der Wirtadaptation nach Übertragung von MRSA CC398 vom Tier auf den Menschen. 5) Durchführung von Untersuchungen zur Resistenz von Tier-assoziierten MRSA gegenüber Beschichtungen aus Metallionen. 6) Studien zur Effektivität von Phagen-Endolysinen gegenüber Tier-assoziierten MRSA. 7) Studie zum Erfolg von Dekolonisationstherapien bei Anwendung in Personengruppen die mit MRSA CC398 besiedelt sind.

Zoonotische und nicht-zoonotische MRSA: Identifikation von Faktoren, die die Kolonisierung und Wirtsabwehr von Mensch und Tier beeinflussen

Universität des Saarlandes
Fakultät 2 - Medizin: Bereich Klinische Medizin
Fachrichtung 2.24 - Medizinische Mikrobiologie und Hygiene

Haus 43
66424 Homburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Markus Bischoff
06841 1623900
01KI1301B
206.460 EUR
01.04.2014 - 31.03.2017

Der stetige Anstieg an LA-MRSA Isolaten des klonalen Komplexes 398 (CC398) in der Tierhaltung und im Klinikumfeld in manchen Regionen Deutschlands weist darauf hin, dass dieser Isolat-Typ besonders erfolgreich darin ist, sich an verschiedene ökologische Habitate anzupassen. Das vorrangige Ziel dieses Projektes ist daher die Identifikation und Charakterisierung molekularer Mechanismen, die zum Erfolg dieser CC398 Isolate beitragen, sowohl Menschen als auch Tiere erfolgreich kolonisieren und infizieren zu können. Darüber hinaus soll das Potenzial klinisch relevanter LA-MRSA Linien, über einen horizontalen Gentransfer Fremd-DNA aufzunehmen und diese innerhalb der Spezies S. aureus zu verbreiten, untersucht werden.  Zur Beantwortung dieser Fragen sind folgende Versuche geplant: A) Die Fähigkeit zur Aufnahme von Fremd-DNA soll mithilfe klassischer Labormethoden wie dem "filter-mating", Phagen-Transduktionsassays und Co-Kultivierungsassays ermittelt werden. B) Die geplanten in vivo-Expressionsanalysen sollen per Microarray-Technologie (basierend auf der Agilent-Plattform) bzw. per Multiplex qRT-PCR (basierend auf der GeXP-Plattform) erfolgen. C) Die Erstellung einer Transkriptionsstartpunkt-Karte für CC398 Isolate soll mittels RNA-Direktsequenzierung (RNA-seq) per Hochdurchsatzsequenzierungen erfolgen. D) Die Interaktionsfähigkeit von LA-MRSA mit tierischem und menschlichem Gewebe soll per Rasterkraftmikroskopie analysiert werden.

 

 

Verbreitung von MRSA vom Stall zum Teller - Studien zur Ausbreitung von MRSA auf landwirtschaftlichen Betrieben und zum Übertragungsrisiko von MRSA über das Lebensmittel auf Verbraucherinnen und Verbraucher

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Abt. 4 Biologische Sicherheit

Diedersdorfer Weg 1
12277 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Alexandra Fetsch
030 18412-2174
01KI1301C
236.355 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016

Die beiden Teilprojekte 3 und 5 befassen sich mit Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) entlang der Lebensmittelkette. Im TP 5 werden Untersuchungen zur Ausbreitung von MRSA in der Primärproduktion Schwein durchgeführt. Dabei soll die Kontaktstruktur zwischen Schweinen, zwischen Schweinen und Betreuungspersonal, sowie zwischen Schweinen und deren Umwelt unter Praxisbedingungen untersucht werden. Als Ergebnis wird ein entsprechendes Modell der MRSA Ausbreitung entwickelt. Das Modell zur MRSA-Ausbreitung innerhalb der Betriebe wird mit dem bereits entwickelten Modell zur Beschreibung der MRSA-Ausbreitung zwischen Betrieben kombiniert, um optimierte Interventionsstrategien angeben zu können. Im TP 3 steht das Übertragungsrisiko von MRSA über das Endprodukt Lebensmittel auf Verbraucher/innen im Fokus der Untersuchungen. Dabei sollen insbesondere die folgenden Fragestellungen anhand einer Kombination aus epidemiologischen bzw. labor-experimentellen in vitro- und invivo-Methoden adressiert werden: 1. Welches Risiko besteht im Zusammenhang mit einer möglichen Kreuzkontamination von Lebensmitteln, dem verwendeten Equipment und/oder dem Menschen mit MRSA im Küchenumfeld? 2. Welches Risiko einer Kolonisation des Menschen mit MRSA besteht nach dem Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln? 3. Wie hoch ist das Gesamtrisiko einer Kolonisation des Menschen mit MRSA, die über Lebensmittel in das Küchenumfeld eingetragen werden? Zur Beantwortung der 1. Frage sollen Studien zur Kreuzkontamination/Übertragung von MRSA im Küchenumfeld sowie exp. Untersuchungen mit MRSA zur Kreuzkontamination durchgeführt werden. Im zweiten Teil sind exp. Fütterungsversuche beim Schwein zur Frage der Dosis-Wirkungsbeziehung von MRSA nach oraler Infektion geplant. Schließlich ist vorgesehen, eine mögliche Übertragung von MRSA im Haushalt, zu modellieren.

 

Neuartige Resistenzgene von MRSA- und MSSA-Isolaten und Faktoren, die Ihre Ausbreitung beeinflussen (TP6)

Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für Nutztiergenetik

Höltystr. 10
31535 Neustadt am Rübenberge

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Stefan Schwarz
05034 871 241
01KI1301D
467.607 EUR
01.01.2014 - 30.06.2017

Die MRSA-Verbreitung innerhalb der Betriebe wird bisher mit einem mean field Ansatz (SIS Differentialgleichungsmodell) abgebildet. Bei diesem Modell wird von einer zufälligen Kontaktstruktur zwischen Tieren ausgegangen. Dieses Modell soll durch ein Modell der experimentell ermittelten Kontaktstruktur ersetzt werden. Außderem sollen neue oder für Staphylokokken ungewöhnliche antimikrobielle Resistenzgene in Isolaten, welche entsprechende Resistenzphänotypen zeigen, aber keine bekannten Resistenzgene aufweisen, identifiziert werden. Insbesondere werden Isolate mit molekulargenetischen Methoden untersucht, die Resistenzen gegenüber sogenannten Reserve-Antibiotika für die Humanmedizin zeigen.

 

Einfluss von Anitibiotika-resistenten Staphylokokkenspezies auf die Persistenz und Ausbreitung von zoonotischen Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (LA-MRSA) (TP 7)

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Medizinische Fakultät
Institut für Molekulare Infektionsbiologie

Josef-Schneider Str. 2/Bau D15
97080 Würzburg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Wilma Ziebuhr
0931 318-2154
01KI1301E
271.824 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (LA-MRSA) spielen als Infektionserrerger und Kommensale sowohl in der Veterinär- als auch in der Humanmedizin eine herausragende Rolle. Daher soll die Funktion Koagulase-negativer Staphylokokken (KoNS) und MSSA als mögliches Reservoir für die Übertragung neuer Antibiotika-Resistenzgene auf LA-MRSA in der gemeinsamen ökologischen Nische "Tier/Tierstall” untersucht werden. KoNS und LA-MRSA aus Gülle- und Staubproben, von besiedelten Nutz- und Haustieren, sowie von Personen mit intensivem Tierkontakt (i.e. Veterinäre und Landwirte sowie deren Familienangehörige) werden molekularepidemiologisch charakterisiert und hinsichtlich ihres Resistenzspektrums sowie auf das Vorhandensein ungewöhnlicher und neuartiger Resistenzgene getestet. Ausgewählte Isolate aus identischen ökologischen Nischen werden anschließend funktionalen Analysen hinsichtlich Biofilmbildung, Quorum-Sensing-Aktivität und möglicher Interaktionen wie dem horizontalen Gentransfer (HGT) von Resistenzdeterminanten unterzogen. Weiterhin soll der Einfluss externer Faktoren wie subinhibitorische Antibiotikakonzentrationen und Desinfektionsmittel auf Biofilmbildung, Quorum-Sensing-Interaktion und HGT analysiert werden.

 

von mecA bis mecC - Angewandte Hygienekonzepte und Analyse von Pathogenprofilen zur Bekämpfung zoonotischer MRSA (TP8) in der Veterinärmedizin

Freie Universität Berlin
Fachbereich Veterinärmedizin
Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen

Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
14163 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Birgit Walther
030 838 51840
01KI1301F
274.348 EUR
01.01.2014 - 31.03.2017

Das Vorhabenziel sind die Entwicklung von Strategien bzw. Ansatzpunkten zur Bekämpfung von MRSA im Sinne des "One-Health"-Gedankens: Praxisnahe Empfehlungen für die Verbesserung der Arbeitsplatzsicherheit für veterinärmedizinische Mitarbeiter und zum Schutz der animalen Patienten sowie deren Besitzer werden durch eine Studie zur Implementierung und Evaluierung gezielter Hygienemaßnahmen erarbeitet. Außerdem werden durch eine Screeningstudie die Prävalenz und das Genom von neuen, potentiell zoonotischen MRSA-Varianten (z. B. „mecC-MRSA") in klinischem Untersuchungsmaterial von Haustieren untersucht. Darüber hinaus werden weit verbreitete zoonotische S. aureus hinsichtlich ihrer möglicherweise besonderen genetischen, metabolischen und funktionalen Eigenschaften durch die Erstellung von vergleichbaren Pathogenprofilen untersucht. Auf diesem Wege könnten neue Ansatzpunkte für die Bekämpfung zoonotischer MRSA identifiziert werden.

 

Auf der Populationsanalyse relevanter klonaler Linien beruhende prospektive Studien zur Übertragung von MRSA von Tieren auf den Menschen

Robert Koch-Institut (RKI)
Bereich Wernigerode - Fachgebiet 13

Burgstr. 37
38855 Wernigerode

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Christiane Cuny
030 18754-4346
01KI1301G
308.537 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016

Ziele des Vorhabens sind die weitere Entwicklung von epidemiologischen Methoden und Ableitung von molekularen diagnostischen Merkmalen aus der Erreger-Charakterisierung für das rechtzeitige Erkennen des Auftretens und der Verbreitung von ursprünglich Tier-assoziierten MRSA mit Ausbreitungsfähigkeit beim Menschen und besonderen Virulenz-Eigenschaften. Arbeitsprogramm: 1) Durchführung interdisziplinär konzipierter Studien zu Besiedlung/Infektionen mit LA-MRSA bei Menschen mit beruflicher Exposition über Fleischprodukte infolge Beruflicher Tätigkeit in Groß-Küchen. 2) Konzipieren und Durchführung einer interdisziplinär angelegten Studie zur nasalen Besiedlung mit LA-MRSA bei Anwohnern von konventionellen Mastanalgen. 3) Besiedlung und Infektionen mit MRSA bei Besitzern/ Reitern von Sportpferden. 4) Weiterführen der Kohorte zur nasalen Besiedlung von Tierärzten mit LA-MRSA. 5) Untersuchung der dabei anfallenden Originalproben von Tieren und von Menschen auf neuartige und wichtige Antibiotika-Resistenzgene. 6) Molekulare Charakterisierung der gewonnen MRSA-Isolate im Hinblick auf Wirts-Adaptation und Virulenz-Eigenschaften.

 

Entwicklung von Multi-Analyt-Tests für MRSA-Gene

Q-Bioanalytic GmbH
Fischkai 1
27572 Bremerhaven

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Boris Oberheitmann
0471 4832-442
01KI1301H
77.006 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016

Die Q-Bioanalytic GmbH wird Multianalyt-Tests für die Diagnose von Resistenzdeterminanten entwickeln (wie z.B. das mecC) und molekularer Charakteristika von MRSA Stämmen verschiedener Herkunft. Grundlage hierfür sind die Ergebnisse des Verbundes bezüglich der genetischen Determinanten der Resistenz und klonaler Linien und genetischer Marker von LA-MRSA. Ergebnis dieses Projektteils werden Test-Kits sein, die auf Real-Time PCR und NALFIA basieren. Es wird eine Multi-Target-Detektion ermöglicht. Die Tests werden mit gesammelten Stämmen entwickelt und validiert.
 

b) Liste der abgeschlossenen Vorhaben 

 

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