Nationale Forschungsplattform für Zoonosen
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Bekanntmachung:
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2008
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Förderzeitraum:
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2009 - 2015
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Gesamtvolumen:
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1. Förderphase 2008 - 2012
3 Mio. EUR (1,5 Mio. Geschäftsstelle; 1,5 Mio. Projekte)
2. Förderphase 2012 - 2015
3,3 Mio. EUR (1,8 Mio. Geschäftsstelle; 1,5 Mio. Projekte)
3. Förderphase 2009 - 2018
1,7 Mio. EUR (228.000 Veranstaltungen; 1,5 Mio. Projekte)
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Vorhaben:
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3 Geschäftsstelle; 13 Pilot- und Querschnittsprojekte |
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Im Rahmen der Forschungsvereinbarung zu von Tieren auf Menschen übertragbaren Krankheiten (Zoonosen) zwischen dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMEL), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vom 22.03.2006 wurden zusätzliche Fördermittel in Höhe von 60 Mio. € zur Verfügung gestellt, um das Themenfeld der zoonotischen Infektionskrankheiten erfolgreich bearbeiten zu können und die Prävention, Diagnose und Therapien von zoonotischen Infektionskrankheiten langfristig zu verbessern. In einem ersten Schritt wurde im März 2006 das Forschungs-Sofortprogramm Influenza des Bundes (FSI) mit Forschungsprojekten am Robert-Koch-Institut, Friedrich-Loeffler-Institut und Paul-Ehrlich-Institut initiiert. Im zweiten Schritt werden vom BMBF Forschungsverbünde zu zoonotischen Infektionskrankheiten gefördert (s. unten).
Zur Koordination und Vernetzung der Zusammenarbeit der FSI-Projekte im Rahmen des Sofortprogramms und der interdisziplinären BMBF-Forschungsverbünde zu zoonotischen Infektionskrankheiten in Deutschland sowie zur Förderung der breiten horizontalen Vernetzung der Human- und Veterinärmedizin soll nun in einem dritten Schritt eine Nationale Forschungsplattform für Zoonosen etabliert werden. Die Forschungsplattform setzt sich zusammen aus den Forschern der unterschiedlichen Forschungsverbünde, die in Deutschland tätig sind (Plenum), einem Beirat, dessen Zusammensetzung durch Satzung geregelt wird und einer Geschäftsstelle.
Die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen wird inhaltlich ressortübergreifend von den drei o. g. Ministerien getragen und durch die Ressortforschungseinrichtungen des BMG und des BMEL unterstützt. Eine befristete Anschubfinanzierung wird durch das BMBF gewährleistet.
Durch die Etablierung der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen soll ein Netzwerk geschaffen werden, das schnell funktionsfähige, flexible und nachhaltige Lösungen für die Erforschung, Prävention und Bekämpfung von zoonotischen Infektionskrankheiten entwickelt und gemeinsam mit den entsprechenden Institutionen umzusetzen vermag.
Die Koordination verbundübergreifender Querschnittsprojekte und zukünftiger Forschungsaktivitäten soll durch die Geschäftsstelle der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen erfolgen. Um die kooperative Forschung auf dem Gebiet der Zoonosen weiter zu verstärken und auf ggf. neue auftretende Herausforderungen rasch reagieren zu können, werden über die Geschäftsstelle Querschnitts- und Pilotprojekte betreut, deren Bewilligung über BMBF/PT erfolgt.
2. Stand der Fördermaßnahme
Die Geschäftsstelle der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen wurde seit 2009 mit Personal- und Sachmitteln zunächst in zwei Förderphasen vom BMBF gefördert. Im Januar 2016 startete die dritte Förderphase, in der das BMBF die drei inhaltlichen Säulen der Zoonosenplattform „Zoonosensymposium“, „Pilot- und Querschnittsprojekte“ und „Themenworkshops“ zunächst für drei weitere Jahre finanziell unterstützt. So sind die Vernetzung der Zoonosen-Community und der fachliche Austausch weiterhin möglich und bieten die Grundlage für den Umgang mit zukünftigen Herausforderungen in der Zoonosenforschung.
Anträge zu Pilot- und Querschnittsprojekten sowie für Themenworkshops werden über die Gremien der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen kontinuierlich bewertet. Antrageinreichungen sind jederzeit möglich (siehe www.zoonosen.net).
3. Geförderte Vorhaben
a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben
Agentenbasiertes Modelling von Epidemien
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Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE)
Institut für Molekulare Virologie
Von-Esmarch-Str. 56
48149 Münster
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Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Prof. Dr. Stephan Ludwig
0251 83-57791
01KI1507
157.277 EUR
01.02.2016 - 31.07.2017
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Ziel des Projekts ist die Erstellung einer Simulationssoftware zur Modellierung von Epidemien unterschiedlicher Erreger basierend auf dem Konzept der agentenbasierten sozialen Simulation, welche über die Internetplattform der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt wird. Dies soll zunächst am Beispiel Influenza geschehen. Es wird besonderer Wert auf Benutzerfreundlichkeit, flexible Anwendbarkeit, realistische soziale Zusammenhänge, sowie Wiederverwendbarkeit bereits simulierter Modelle durch Bereitstellung einer zentralen Datenbank gelegt. Das Endprodukt ist ein frei zugängliches und unmittelbar nutzbares Werkzeug zur Untersuchung essentieller Fragestellungen in der Zoonosenforschung. Damit wird es möglich, Faktoren, welche die Übertragbarkeit von zoonotischen Erregern beeinflussen, zu untersuchen, Vorhersagen des epidemischen Potenzials von Erregern zu treffen sowie die Entwicklung von Strategien zur Eindämmung einer Epidemie zu entwickeln. Im Projekt kooperieren biomedizinische Fachwissenschaftler mit Informatikern, um basierend auf einem funktionstüchtigen Prototyp für eine soziale Simulation von Influenza-Epidemien ein realitätsnahes Simulationswerkzeug für die Modellierung von Epidemien zu erstellen. Die einzelnen Arbeitspakete lauten wie folgt: (AP1) Anforderungsanalyse an die Modellierung von Influenza-Epidemien; (AP2) Analyse der Nutzungsanforderungen; (AP3) Validierte Rekonstruktion einer vergangenen Epidemie am Beispiel Influenza; (AP4) Simulation einer Influenza-Epidemie in Abhängigkeit ausgewählter Faktoren (bspw. Alter); (AP5) Implementierung der Benutzeroberfläche, Erstellung eines Benutzerhandbuchs, Konzeption eines Trainingsworkshops.
Veranstaltungen unter dem Dach der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen - Zoonosensymposium
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TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e. V.
Charlottenstr. 42 / Ecke Dorotheenstr.
10117 Berlin
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Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Sebastian Claudius Semler
030 220024-710
01KI1506
138.000 EUR
01.01.2016 - 31.12.2018
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Das Vorhaben beinhaltet zwei Module: 1) Nationales Symposium für Zoonosenforschung, 2) Sitzungen des Internen Beirats. Ziel ist es, durch diese Aktivitäten einen interdisziplinären Austausch über Fachgrenzen hinweg zu schaffen, der es ermöglicht, Zoonosen adäquat zu begegnen und Menschen und Tiere zu schützen. Um Wissenschaft erfolgreich zu machen, bedarf es geeigneter Rahmenbedingungen, die durch gemeinsame Arbeit in Gremien oder Projekten sowie eine zentrale Jahresveranstaltung geschaffen werden. Die Sitzungen des Internen Beirats finden in Ergänzung zu anderen Abstimmungsmethoden dreimal jährlich statt, um über Anträge für Veranstaltungen oder Projekte zu befinden. Anträge für Projekte und Veranstaltungen können ganzjährig bei der Geschäftsstelle der Zoonosenplattform eingereicht werden. In den Sitzungen wird weiterhin u.a. die fachliche Ausrichtung des Zoonosensymposiums begleitet. Der Interne Beirat wird in seiner Arbeit durch die Geschäftsstelle der Zoonosenplattform unterstützt. Das Nationale Symposium für Zoonosenforschung findet einmal im Jahr statt. Es dient der Förderung von Wissenschaft und Forschung und ist eine wichtige Austauschplattform für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Karrierestufen in der Zoonosenforschung. Die Ausrichtung des Zoonosensymposiums ist wissenschaftsgetrieben. Es wird inhaltlich vom Internen Beirat begleitet und von der Geschäftsstelle organisiert. Es wurde mittlerweile ein nicht auf die Förderung anzurechnender Teilnehmerbeitrag (abgestuft nach regulären Teilnehmern und Nachwuchswissenschaftlern) eingeführt, so dass der Finanzbedarf gegenüber dem Förderer deutlich reduziert werden konnte. Darüber hinaus ist geplant, in angemessenem Rahmen Sponsoring-Mittel aus der Industrie einzuwerben, um zusätzlichen Mittelbedarf zur Durchführung des Symposiums (insbesondere bei Fortsetzen und Ausbau internationaler Sessions) zu decken.
Veranstaltungen unter dem Dach der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen
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Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE)
Institut für Molekulare Virologie
Von-Esmarch-Str. 56
48149 Münster
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Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Prof. Dr. Stephan Ludwig
0251 83-57791
01KI1505
90.000 EUR
01.01.2016 - 31.12.2018
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Veranstaltungen, insbesondere Workshops, sind essentiell für einen interdisziplinären Austausch über Fachgrenzen hinweg, zur Communityförderung und zum projektunabhängigen Voranbringen der Zoonosenforschung. Der Austausch zu Projektergebnissen, zur Bearbeitung übergreifender Themen und zur Anbahnung neuer Kooperationen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor der Zoonosenplattform. Grundsätzlich sind alle Mitglieder antragsberechtigt und frei in der Wahl des Workshopthemas. Auch zukünftig sollen neben (erreger-)spezifischen Themen, methodische Ausrichtungen möglich sein, die durch einen hohen Vernetzungscharakter von Human- und Veterinärmedizin sowie ihren institutionsübergreifenden Charakter (universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) einen echten Mehrwert für die Community schaffen. Die Veranstaltungen sollen öffentlich stattfinden und einer breiten Zuhörerschaft zugänglich sein. Die Möglichkeit zur Beantragung von Mitteln für Veranstaltungen wird für die Mitglieder der Zoonosenplattform im gesamten Förderzeitraum bestehen. Dabei kann pro Veranstaltung eine finanzielle Unterstützung von bis zu 10.000 Euro beantragt werden. Es gelten die im Merkblatt „Förderung von wissenschaftlichen Veranstaltungen nach positiver Begutachtung durch den Internen Beirat" dargelegten Regelungen, die auch bereits während der ersten und zweiten Förderphase der Zoonosenplattform ihre Gültigkeit hatten. Über die Förderung einer Veranstaltung entscheidet der Interne Beirat der Zoonosenplattform durch demokratische Abstimmung aufgrund des schriftlichen Antrags und des Vortrags und der anschließenden Diskussion mit dem Antragsteller/der Antragstellerin im Rahmen der Internen Beiratssitzung. Der Geschäftsstellenstandort Münster berät die Antragsteller im Vorfeld, übernimmt die administrative Begleitung der Workshopanträge und unterstützt auf Wunsch auch bei der Veranstaltung vor Ort.
Etablierung und Charakterisierung von Epithelzellkulturen aus Atemwegen und Niere von Nagetieren und Insektenfressern
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Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Bonn
Institut für Virologie
Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn
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Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:
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Dr. Isabella Eckerle
0228 287 13590
01KI1308
123.870 EUR
01.01.2014 - 31.12.2016
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Das Ziel umfasst die Etablierung von Nieren- und Atemwegsepithelzellen von Nagetieren und Insektenfressern. Die anschließende Charakterisierung soll folgende Aspekte umfassen: 1) Nachweis von zellulären Epithelzell-Markern, Screening auf Pathogene und molekulare Bestätigung der Spezies; 2) Adaptation an standardisierte Kulturbedingungen; 3) Charakterisierung der Infizierbarkeit mit Modellviren und den in der Natur assoziierten Viren sowie die Eignung der Zellen für die Virusisolierung. Die Standardisierung der Methoden ermöglicht die Vergleichbarkeit verschiedener Spezies und erlaubt die Erhebung valider Daten zur Erreger-Wirts-Interaktion im natürlichen Reservoirwirt. Ein Mehrwert für die Zoonosenforschung entsteht durch die Vermittlung von Methoden und Kenntnissen sowie durch die Bereitstellung der Zelllinien und die Aufnahme in bestehende Zellbanken. In Kooperation mit dem Institut für Virologie, Universitätsklinikum Charité, Friedrich-Löffler-Institut und dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Zelllinien zoonotisch relevanter Nagetiere und Insektivoren sollen etabliert und charakterisiert werden. Sie sollen als in vitro-Modell für die Erreger-Wirts-Interaktion im natürlichen Reservoirwirt sowie als neues Werkzeug zur Erreger-Isolierung dienen.
b) Liste der abgeschlossenen Vorhaben
Stand 03.07.2017