Aufbauförderung Neue Bundesländer

Aufbauförderung an medizinischen Fakultäten von Hochschulen, medizinischen Akademien und außeruniversitären Forschungsinstituten in den Neuen Bundesländern

Beschränkte Bekanntmachung: 1991, 1994, 1999
Förderzeitraum: 1991 - vorauss. 2008
Gesamtvolumen: 150,4 Mio. EUR
Vorhabenzahl: 35


1. Ziele des Förderschwerpunktes

Auf der Grundlage der Empfehlungen des Wissenschaftsrates von 1991 zur Hochschulmedizin in den neuen Bundesländern hat das BMBF eine spezifische Fördermaßnahme gestartet, deren Ziel es ist, die Hemmnisse in den neuen Bundesländern auf dem Wege zu einer einheitlichen und differenzierten deutschen Forschungslandschaft und zu einer leistungsfähigen klinischen Forschung zu überwinden.
Während in der ersten Förderphase (1991 bis 1996) in erster Linie die Verbesserung des methodischen Know-how und die Bereitstellung einer notwendigen, modernen instrumentellen Ausstattung für eine zeitgemäße Forschung im Vordergrund standen, war das zentrale Anliegen der zweiten Förderphase (1995 bis 2001) der modellhafte Aufbau eigenständiger und von der Krankenversorgung weitgehend unabhängiger Strukturen für die klinische Forschung an den Fakultäten, die neben einem effizienten Forschungsmanagement auch eine transparente und leistungsorientierte Bereitstellung von Fördermitteln und Ressourcen auf der Basis eines externen Peer Review beinhalteten.
Trotz der bis dahin erzielten Erfolge der Aufbauförderung war die Situation an den medizinischen Fakultäten in den östlichen Bundesländern in vielfacher Weise noch nicht zufriedenstellend. Dem Ausbau konkurrenzfähiger Forschungsschwerpunkte stand an fast allen medizinischen Hochschulen der östlichen Bundesländer nach wie vor das Problem entgegen, in ausreichendem Maße ein geeignetes wissenschaftliches Personal auf Professorenebene, aber auch im Bereich des akademischen Mittelbaus, überregional rekrutieren zu können. Übergreifende Strategien zur Profilbildung in der Forschung lagen kaum vor, hinzu kam, dass eine Unterstützung der Forschungsleistungen durch geeignete Mechanismen der leistungsorientierten Mittelvergabe innerhalb der Fakultät noch nicht in ausreichendem Maße möglich war. Denn zumeist wurden noch zu wenig Mittel aus dem Landeszuführungsbetrag in den neuen Bundesländern leistungsbezogen vergeben, um die notwendige Profilbildung der Forschung entscheidend zu stärken.
Vor diesem Hintergrund hat das BMBF den medizinischen Fakultäten in Ostdeutschland mit der Bekanntmachung "Förderrichtlinien zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der klinischen Forschung an den medizinischen Fakultäten der neuen Bundesländer einschließlich Berlin (Charité)" vom 24.6.1999 die Möglichkeit eingeräumt, in zwei Förderphasen die jeweiligen spezifischen Probleme im Rahmen eines von Fakultäten und Universitäten getragenen und mit den Ländern abgestimmten Gesamtkonzepts zur Weiterentwicklung der klinischen Forschung durch eine strukturelle Veränderung nachhaltig anzugehen.

2. Stand der Fördermaßnahme

Für die erste Phase der Förderung wurden die Konzepte der ostdeutschen Fakultäten durch einen gemeinsamen Strukturkreis sowie standortspezifische Fachkreise jeweils einem zweistufigen Begutachtungsverfahren unterzogen, wobei die Konzepte der förderfähigen Anträge in der Regel erst auf der Basis von Gutachterempfehlungen entworfen und verabschiedet wurden. Letztlich wurden für alle acht Standorte Förderempfehlungen für die erste Phase (von drei Jahren) ausgesprochen. Im Jahr 2002 hatten alle Standorte ihre Arbeit aufgenommen.
Zur Stärkung der immunologischen Forschung an den Universitäten Magdeburg und Halle wurden in einer besonderen Fördermaßnahme Mittel des BMBF außerhalb des Gesundheitsforschungsprogramms zum Aufbau des "Forschungszentrums Immunologie Sachsen-Anhalt" bewilligt.
Nach der ersten Phase unterlagen alle Standorte einer kritischen Zwischenprüfung durch den Strukturkreis. Danach wurden fünf Konzepte zur detaillierten Prüfung an die Fachkreise verwiesen. Daraus sind in der zweiten Förderphase vier Anschlussvorhaben hervorgegangen. Für drei Standorte wurde eine Auslaufförderung empfohlen. Die Ergebnisse der Fördermaßnahme auf struktureller Ebene wurden am 10. und 11. Mai 2007 in einem Abschlusssymposium dargestellt.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben


Verbesserung der Leistungsfähigkeit der klinischen Forschung durch Förderung von 4 Forschungsschwerpunkten der Medizinischen Fakultät

Friedrich-Schiller-Universität Jena
Medizinische Fakultät
07740
Jena

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Otto Witte
03641 933113
01ZZ0405
4.099.797 EUR
01.11.2004 - 30.04.2008

Durch Optimierung der strukturellen Rahmenbedingungen und Stärkung der bestehenden Forschungsschwerpunkte des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung (IZKF) Jena sollen die wissenschaftliche Qualität und Konkurrenzfähigkeit der klinischen Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Jena nachhaltig gestärkt werden. Wichtige Maßnahmen sind: Ausweitung interner Programme zur leistungs-orientierten Forschungsförderung, Optimierung des Forschungsmanagements, Stärkung der Forschungsstruktur durch Fortführung von 3 Core-Units, 1 Nachwuchsgruppe und 2 Stiftungsprofessuren sowie gezielte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die verbesserte Wettbewerbsposition wird zur Steigerung der wissenschaftlichen Produktivität in Form von Publikationsleistungen, der weiteren Erhöhung der Drittmitteleinwerbung, einschließlich Absicherung einer Anschlussfinanzierung für die klinische Forschung, zur gezielten Entwicklung und Rekrutierung hervorragender Wissenschaftler und zur Intensivierung der wissenschaftlichen Kooperation genutzt.

Strukturmaßnahmen und Zielplanung zur Stärkung der klinischen Forschung an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus in Dresden - 2. Phase

Technische Universität Dresden
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus

Fetscherstr. 74
1307 Dresden

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Heinz Reichmann
0351 458-5060
01ZZ0502
4.303.646 EUR
01.07.2005 - 30.06.2008

Ad 1) Auf der Basis der strukturfördernden Maßnahmen NBL1 und NBL2 werden in der beantragten Förderperiode laufende profilbildende und strukturfördernde Module in den aktuellen Profilschwerpunkten PSP A (Mechanismen der Zelldegeneration und -regeneration als Grundlage diagnostischer und therapeutischer Strategien), PSP B (Diagnose und Therapie maligner Erkrankungen) und PSP C (Public Health / Versorgungsforschung) fortgeführt bzw. weitere Module initiiert. Ad 2) Um die PSP gezielt mit exzellenten Wissenschaftlern auszustatten, wird NBL3 vor allem für vorgezogene Berufungen von C3-Schwerpunkt- und Querschnittsprofessoren und die verstärkte Förderung von Nachwuchswissenschaftlern genutzt, um so insbesondere zentrale Bereiche zu stärken. Junge, kompetente Wissenschaftler werden dabei in den Zentren oder Schnittstellen der PSP angesiedelt, wobei insbesondere auf eine starke interdisziplinäre Ausrichtung Wert gelegt wird. Ad 3) Die Ergebnisse sollen im Rahmen klinischer Studien in die klinische Anwendung Eingang finden und dabei neben der Heranbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs der Grundlagenforschung und der klinisch-orientierten Forschung (Translationsforschung) dienen.

b) Liste der abgeschlossenen Vorhaben

 
 

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