Koordinierungszentren Klinische Studien / Pädiatrisches Netzwerk / Studiennetzwerk Chirurgie / Deutsches Register für Gentransferstudien (DeReG)
| Öffentliche Bekanntmachung: |
1997, 2000 |
| Förderzeitraum: |
1998 - 2013 |
| Gesamtvolumen: |
43 Mio. EUR |
| Vorhabenzahl: |
37
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1. Ziele des Förderschwerpunktes
Mit der Förderung von "Koordinierungszentren für Klinische Studien" beabsichtigt das BMBF, einen substanziellen Beitrag zur Verbesserung der praxisnahen klinischen Forschung an Hochschulen zu leisten. Gegenstand der Maßnahme ist es, an ausgewählten medizinischen Fakultäten eine strukturelle Basis in der Form übergreifend wirkender Koordinierungszentren zu schaffen, die die Initiierung und effiziente Durchführung von multizentrischen klinischen Studien auf internationalem Qualitätsniveau unterstützen.
Aufgaben der Koordinierungszentren:
- Unterstützung klinischer Forscher bei der Planung, Durchführung und
Auswertung multizentrischer klinischer Studien
- Betreuung von Studien im Auftrag Dritter
- Qualitätssicherung
- Aus-/ Weiterbildung und Nachwuchsförderung
- Entwicklung eigenständiger wissenschaftlicher Konzepte
- Stimulierung fächer- und einrichtungsübergreifender Kooperationen (Study
Groups, Workshops, Kolloquien, u.a.)
- Pädiatrisches Netzwerk (PAED-Net): Steigerung der Arzneimittelsicherheit und Optimierung der Arzneimitteltherapie bei Kindern, unter Berücksichtigung der neuen EU-Direktive
- Studiennetzwerk Chirurgie (CHIR-Net): Etablierung von Expertise und Methoden evidenz-basierter Medizin in der chirurgischen und operativen Medizin
Die Unterstützung des Bundes wird als eine auf maximal sechs Jahre befristete degressive Anschubfinanzierung gewährt. Ziel ist die längerfristige Etablierung der Koordinierungszentren in eigener Verantwortung der jeweiligen Fakultäten. Gefördert werden Personal-, Sach- und Verbrauchsmittel, die unmittelbar für die Aufgaben und Serviceleistungen des Koordinierungszentrums, nicht jedoch für den studienbezogenen Mehraufwand notwendig sind. Die KKS werden regelmäßig Systemaudits im Auftrag des Förderers unterzogen.
Für die kooperative Zusammenarbeit aller zwölf KKS in bestimmten Arbeitsbereichen wurde die Arbeitsgemeinschaft der Koordinierungszentren (KKS-AG) als hochschulübergreifende Einrichtung mit einer zentralen Geschäftsstelle gegründet. In den Fachgruppen "Aus-, Fort- und Weiterbildung", "Qualitätssicherung", "Öffentlichkeitsarbeit" und "Datenmanagement/ Telematik" werden gemeinsame Grundsätze und Vorgehensweisen erarbeitet. Weitere Informationen können unter der Internet-Adresse: http://www.kks-netzwerk.de/ und http://www.paed-net.org/ eingesehen werden.
Pädiatrisches Netzwerk (PAED-Net) zur Optimierung von klinischen Arzneimittelprüfungen bei Kindern und Jugendlichen
Im Jahr 2002 wurde das "Pädiatrische Netzwerk zur Arzneimittelentwicklung und -prüfung bei Kindern und Jugendlichen an KKS" (PAED-Net) eingerichtet. Die Mehrheit der Medikamente, die bei Kindern regelmäßig eingesetzt werden, ist für diese Altersgruppe oftmals nicht geprüft und behördlich zugelassen (so genannter off-label use). Gängige Praxis ist die Übertragung von Ergebnissen, die an Erwachsenen erhoben worden sind, auf Kinder. Diese Vorgehensweise berücksichtigt jedoch nicht den unterschiedlichen Stroffwechsel von Kindern verschiedener Entwicklungssstufen im Vergleich zu Erwachsenen. Bis 2008 stellte das BMBF dafür 5,4 Mio. € bereit. Die Einrichtungen des PAED-Net an den Universitätskliniken Freiburg, Heidelberg, Köln, Leipzig, Mainz und Münster führen gemeinsam mit Kooperationspartnern wie niedergelassenen Ärzten und kommunalen Kliniken ethisch vertretbare und fachlich qualifizierte Prüfungen von Medikamenten an Kindern durch.
Weitere Informationen bietet die Internetseite:
http://www.paed-net.org/
Studiennetzwerk Chirurgie (CHIR-Net)
Zu der überwiegenden Mehrheit von operativen Verfahren fehlen gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse, die anhand von multizentrischen klinischen Studien gewonnen wurden. Als Ursache für diese Situation werden mangelnde Forschungsexpertise und besonders hohe methodische Anforderungen bei chirurgischen Studien angesehen. Das Studiennetzwerk Chirurgie mit fünf Regionalzentren an den Universitäten in Berlin, Mainz, TU München, Schleswig-Holstein und Witten-Herdecke/Köln und mit dem Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC) in Heidelberg wird vom BMBF seit 2005 mit insgesamt 4,9 Mio. € gefördert. Ziele der Förderung sind der Aufbau einer flächendeckenden Forschungsinfrastruktur, die Weiterbildung von Chirurgen im Bereich klinischer Studienforschung und die Durchführung multizentrischer, randomisierter klinischer Studien zu operativen Fragestellungen.
Weitere Informationen bietet die Internetseite:
http://www.chir-net.de/
Das „Deutsche Register für Gentransferstudien (DeReG)“ erfasst Daten zu somatischen Gentransferstudien in Deutschland für ein wissenschaftliches Publikum und die breite Öffentlichkeit.
Diese Fördermaßnahmen sollen in ihrem jeweiligen Tätigkeitsfeld dazu beitragen, die Qualität der Durchführung klinischer Studien in Deutschland auf ein internationales Niveau zu heben. Damit werden die wissenschaftliche Qualität der Ergebnisse und die Sicherheit ihrer Übertragung in die Gesundheitsversorgung gesteigert.
2. Stand der Fördermaßnahme
Im Umfeld der KKS oder ähnlicher Infrastrukturen an Hochschulen wurden Fach-spezifische Netzwerke zur Arzneimittelentwicklung für Kinder und zur operativen Medizin eingerichtet. Derzeitig wird eine zweite Förderphase für die Studienzentrale der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC) vorbereitet.
3. Geförderte Einrichtungen/ Begleitende Evaluation
a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben
Unterstützung zur Vorbereitung der Implementierung des nationalen ECRIN-Büros an der KKSN-Geschäftsstelle sowie weitere Aktivitäten im Rahmen der Etablierung von ECRIN
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Universität zu Köln Medizinische Fakultät – Universitätsklinikum Geschäftsstelle des KKS-Netzwerks Kerpener Str. 62 50937 Köln |
Leiterin: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Insa Bruns 0221 478-96501 01GH1003 1.134.497 EUR 01.10.2010 - 31.12.2011 |
Hochkarätige Wissenschaft muss in der Regel international ausgerichtet sein, deshalb nimmt auch die Bedeutung multinationaler klinischer Studien zu: Durch eine stärker werdende globale Vernetzung der Wissenschaftsinstitute wird die Durchführung solcher Studien über die Landesgrenzen hinweg zwar einfacher, aber immer noch stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor großen regulatorischen, organisatorischen und sprachlichen Hürden. Um diese Hürden abzubauen und um ein europäisches Netzwerk zu errichten, das Wissenschaftler bei der Durchführung multinationaler Studien unterstützt, wurde das europäische Studiennetzwerk ECRIN (european clinical research infrastructure network) ins Leben gerufen. Daran beteiligen sich mehrere europäische Staaten. Die Unterstützung durch ECRIN beinhaltet eine Reihe von studienspezifischen Leistungen, angefangen bei einer generellen Beratung der Wissenschaftler bei der Studienplanung bis hin zum zentralen Management der anfallenden klinischen Daten bei der Studiendurchführung. Das Vorhaben wird im Rahmen von ECRIN multinationale Pilotstudien mit deutscher Beteiligung durchführen, die durch das deutsche Netzwerk der Koordinierungszentren für klinische Studien (KKSN) begleitet werden. Um die dazu notwendige Anbindung des KKSN an ECRIN zu gewährleisten, müssen eine Reihe unterstützender und vorbereitender Maßnahmen durchgeführt werden. Dazu gehören u. a. eine Übergangsfinanzierung des deutschen European Correspondent, die Überprüfung der vorgeschlagenen Zertifizierungsprozesse für ECRIN-Datenzentren auf ihre Machbarkeit und nationale Adaptation sowie die Vorbereitung der Qualifizierung der ersten vier von acht Zentren für die Übernahme von Datenmanagement-Leistungen bei ECRIN-Pilotstudien ab Januar 2011. Studiennetzwerk Chirurgie (CHIR-Net)
Chirurgisches Regionalzentrum Charité
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Charité - Universitätsmedizin Berlin Campus Charité Mitte Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie Schumannstr. 20/21 10117 Berlin |
Leiter: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Dr. Jens Neudecker 030 450-622125 01GH1001A 725.376 EUR 01.10.2010 - 30.09.2013 |
Ziel dieses Vorhabens ist es, das Chirurgische Regionalzentrum Charité des Studiennetzwerks (CHIR-NET) weiter zu etablieren und auszubauen, chirurgische multizentrische randomisierte kontrollierte Studien zu planen und durchzuführen. Mit dem CRZ Charité soll in der Region Berlin eine Studienkultur auf qualitativ hohem Niveau entstehen. Für das Chirurgische Regionalzentrum Charité werden folgende Ziele definiert: 1) Gemeinsames Auftreten aller chirurgischen Universitätsklinika Berlins als Verbund im Chirurgischen Regionalzentrum Charité; 2) Intensivere Einbindung und Förderung von nicht-universitären Kliniken der Region Berlin/Brandenburg; 3) Fortbildung von chirurgischem Studienpersonal universitärer und nichtuniversitärer Kliniken; 4) Einrichtung eines Mentoring-Programmes für Rotationsärzte; 5). Optimierung der eigenen Infrastruktur. Durch die optimierte Infrastruktur der vier beteiligten Universitätskliniken und des gemeinsamen Studiensekretariats können vermehrt Studien für Pharmazeutische und Medizintechnische Unternehmen durchgeführt werden. Zudem ist das etablierte Netzwerk mit den nicht-universitären Kliniken Berlin-Brandenburgs höchst attraktiv für die Industrieunternehmen, da die Rekrutierung der Studien erheblich beschleunigt werden kann und eine hohe Datenqualität gewährleistet ist.
Chirurgisches Regionalzentrum München
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Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München Chirurgische Klinik und Poliklinik Ismaninger Str. 22 81675 München |
Leiter: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Prof. Dr. Helmut Friess 089 4140-2121 01GH1001C 918.561 EUR 01.01.2011 - 31.12.2013 |
Ziel dieses Vorhabens ist, unter Beteiligung der Region München die deutschlandweite chirurgische Studienkultur auf qualitativ hohem Niveau zu fördern sowie das chirurgische Netzwerk national wie international bekannt und als Plattform zur Durchführung von chirurgischen klinischen Studien attraktiv zu machen. Dazu wurden mehrere Einzelziele definiert: 1. Gemeinsames Auftreten von Ludwig Maximilians Universität und der Technischen Universität München als CHIR-Net-Regionalzentrum München; 2. Ausbau des CHIR-Net Regionalzentrums München durch Förderung der bestehenden und Integration weiterer nicht-universitärer Netzwerkpartner sowie der bayrischen Universitäten; 3. Erarbeitung neuer Studienideen durch Analyse des Tumorregisters München; 4. Förderung der Fortbildung von chirurgischem Studienpersonal; 5. Etablierung eines Prüfarzt-Mentoringprogrammes.
Chirurgisches Regionalzentrum Göttingen
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Georg-August-Universität Göttingen Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Zentrum Chirurgie - Allgemein- und Viszeralchirurgie Robert-Koch-Str. 40 37075 Göttingen |
Leiter: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Prof. Dr. Heinz Becker 0551 39-6104 01GH1001F 718.191 EUR 01.09.2010 - 31.08.2013 |
Der nachhaltige Aufbau einer regionalen Infrastruktur zur Durchführung von chirurgischen Therapieoptimierungsverfahren (Klinische Studien) in Krankenhäusern ist Ziel dieses Projekts. In der Region Göttingen sollen chirurgische Kliniken akademischer Lehrkrankenhäuser und bisher nicht-universitär angebundener Einrichtungen adäquate Rahmenbedingungen zum Einschluss von Patienten in klinische Studien ermöglicht werden. Diese klinischen Studien werden nach internationalen Qualitätsstandards durchgeführt. Neben der effizienten Durchführung von klinischen Studien erfolgt eine Studien-orientierte Weiterbildung von Ärzten und Pflegepersonal durch die Universitätsmedizin Göttingen. Damit soll auch die eigenständige Konzeption und Durchführung klinischer Studien erleichtert werden. Mit sechs weiteren Regionalzentren bildet Göttingen ein deutschlandweites Netzwerk für „Klinische Studien in der Chirurgie". Dieses chirurgische Netzwerk, ChirNet, ist Plattform multizentrischer chirurgischer Studien der Phasen I-IV, die sowohl akademisch (Investigator Initiated Trial - IIT Trial) als auch aus der Industrie (Auftragsforschung) initiert werden können. Das Regionalzentrum Göttingen will eine arbeitsfähige Infrastruktur für Klinische Studien aufbauen und unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit etablieren. Durch Fortbildungsmaßnahmen und Veranstaltungen sollen Wissen und Erkenntnisse schneller und direkt in die Klinik transferiert werden.
Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC)
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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Universitätsklinikum Heidelberg Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie Im Neuenheimer Feld 110 69120 Heidelberg |
Leiter: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Prof. Dr. Markus W. Büchler 06221 56-6200 01GH0702 1.199.566 EUR 01.07.2008 - 30.06.2011 |
Das Zentrum soll alle Aufgaben übernehmen, die in klinischen, chirurgischen, multizentrischen Studien verschiedenster Fragestellungen anfallen. Langjährige Kooperationen bestehen mit dem Modul des Pädiatrischen Netzwerkes (PAED-Net) und dem Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS). Ziel des SDGC ist der Aufbau einer Forschungsstruktur für die Berücksichtigung spezifischer chirurgischer Gesichtspunkte bei der Durchführung klinischer Studien. Ziele CHIR-Net sind die Planung, Durchführung und Auswertung von multizentrischen randomisierten klinischen Studien zum Vergleich operativer Verfahren. Die Koordinierungszentrale des CHIR-Net ist im SDGC angesiedelt. SDGC und CHIR-Net werden multizentrische, klinische, chirurgische Studien von der ersten Idee über die Planung, Koordination und Auswertung durchführen und über ihr Ausbildungsprogramm deutschlandweit Zentren unterstützen.
Pankreaslinksresektion - eine randomisierte kontrollierte Klinische Studie zum Vergleich von zwei unterschiedlichen chirurgischen Verfahren (DISPACT-Studie)
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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Universitätsklinikum Heidelberg Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie Im Neuenheimer Feld 110 69120 Heidelberg |
Leiter: Tel.: FKZ: Betrag: Laufzeit: |
Prof. Dr. Markus W. Büchler 06221 56-6200 01GH0606 1.543.560 EUR 01.01.2007 - 31.12.2011 |
Die Reduktion der postoperativen Pankreasfistelrate und/oder Krankenhausmortalität durch Staplerresektion verglichen mit der Handnaht des Pankreasstumpfes nach Pankreaslinksresektion soll nachgewiesen werden. Darüberhinaus soll ein evidenzbasiertes und standardisiertes chirurgisches Vorgehen bei der Pankreaslinksresektion ermöglicht werden. Geplant ist die Durchführung einer randomisierten, kontrollierten, multizentrischen Studie zum Vergleich der Pankreaslinksresektion mit dem Klammernahtgerät (Stapler) und Skalpellresektion incl. Handnaht des Pankreasstumpfes. Die Studienpopulation bilden Patienten mit gutartigen und bösartigen Erkrankungen des Bauchspeicheldrüsenschwanzes. Primäre Endpunkte sind Pankreasfistelrate und Krankenhausmortalität. Die Studiengröße umfasst 151 Patienten pro Vergleichgruppe; hierzu wird von einer zu rekrutierenden Patientengesamtzahl von ca. 550 ausgegangen. Die Studiendauer beträgt 54 Monate. Die Publikation und Registrierung des Studienprotokolls (Transparenz in der Durchführung) ist vor Studienbeginn vorgesehen. Langfristig wird die Erstellung von Behandlungsleitlinien "Operative Standards der Pankreaslinksresektion" angestrebt.
b) Liste der abgeschlossenen Vorhaben
(darunter: Cochrane Zentrum)
Stand 26.01.2012