Erkrankungen des zentralen Nervensystems sind eine Hauptursache für Morbidität, Mortalität und Beeinträchtigung der Lebensqualität in der heutigen Zeit. Weltweit sind mehr als eine Milliarde Menschen hiervon beeinträchtigt. Daher ist es von höchster Priorität, neurologische Erkrankungen zu erforschen sowie ihre Diagnose und Therapie zu verbessern. Die Bekanntmachung fokussiert auf innovative Methoden und Forschungsansätze zum besseren Verständnis von Hirnerkrankungen.
Die folgenden NEURON-Partnerorganisationen haben deshalb die eine gemeinsame Fördermaßnahme implementiert:
• Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Deutschland
• Austrian Science Fund (FWF), Österreich
• Research Foundation – Flanders (FWO), Belgien
• Fonds de Recherche du Québec-Santé (FRQS), Kanada (Québec)
• Academy of Finland (AKA), Finnland
• National Funding Agency for Research (ANR), Frankreich
• Chief Scientist Office, Ministry of Health (CSO-MOH), Israel
• Ministry of Health (MOH), Italien
• National Research Fund (FNR), Luxemburg
• National Centre for Research and Development (NCBiR), Polen
• Executive Agency for Higher Education, Research, Development and Innovation Funding (UEFISCDI), Rumänien
• Ministry of Science and Innovation (MICINN), Spanien
• Institute of Health Carlos III (ISCIII), Spanien
1. Ziel der Fördermaßnahme
Mit der vorliegenden Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, einerseits die Entwicklung von Methoden und Forschungsansätzen zum besseren Verständnis von Hirnerkrankungen zu fördern und andererseits die Expertise und Ressourcen einschlägig qualifizierter Arbeitsgruppen aus den oben genannten Ländern zusammenzuführen. Durch gemeinsame kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei der Diagnose und der Therapie neurologischer Erkrankungen erzielt und Synergieeffekte ermöglicht werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind. Hierbei soll nicht die Methodenentwicklung per se gefördert werden. Vielmehr müssen die Forschungsprojekte hypothesengeleitet sein und innovative technologische Entwicklungen mit einer klaren und relevanten wissenschaftlichen Fragestellung kombinieren. Infrastruktur ist nicht Gegenstand der Förderung.
Die Förderung ist nicht begrenzt auf spezifische Methoden oder Forschungsansätze. Eine klare Begründung ist jedoch notwendig, die aufzeigt, warum ein Ansatz/eine Methode neu ist oder dass eine existierende Methode auf ein neues Forschungsfeld angewandt wird. Gefördert werden können Vorhaben, die beispielsweise die folgenden Bereiche thematisieren (andere Bereiche sind nicht ausgeschlossen): Bildgebung (z. B. optische, MR- und PET-Methoden), molekulare, (epi)genetische und „omics“-Ansätze, Stammzellen und neurale Differenzierung mit Bezug zur Zelltherapie, 'gene targeting' im Gehirn, molekulare Modellierung, elektrische und magnetische Hirnstimulation sowie verhaltensbezogene und epidemiologische Methoden.
Insbesondere sollen integrierte Methoden und Forschungsansätze und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Arbeitsgruppen gefördert werden sowie translationale Forschungsansätze, bei denen Grundlagenforschung mit klinischen Fragestellungen kombiniert werden. Klinische Studien sind bis zur Phase 2, „proof-of-concept“ zuwendungsfähig.
2. Stand der Fördermaßnahme
Die „Richtlinien zur Förderung von europäischen Forschungsprojekten zu neuen Methoden und Forschungsansätzen zum besseren Verständnis von Hirnerkrankungen“ wurden am 5.01.2012 veröffentlicht. In Reaktion hierauf wurden 184 Projektskizzen beim NEURON „Joint Call“-Sekretariat (Leitung: MINECO, Spanien) eingereicht. Zur Prüfung der Projektskizzen wurden externe, internationale Expertinnen und Experten der relevanten Fachdisziplinen einbezogen. 34 Projektvorschläge wurden positiv bewertet. Nach Einreichung von ausführlichen Projektanträgen und einer erneuten externen fachlichen Begutachtung wurden hiervon 11 transnationale Verbundvorhaben mit insgesamt 47 beteiligten Forschergruppen für eine Förderung ausgewählt. Von diesen kommen 13 Forschergruppen aus Deutschland. Die gesamte Fördersumme beträgt etwa 11,3 Mio €, das BMBF fördert hierbei die deutschen Forschergruppen mit 3,9 Mio €.
3. Geförderte Vorhaben
(Sortierung nach Förderkennzeichen)
Viele neurodegenerative Erkrankungen beruhen auf einer gestörten Kommunikation zwischen neuronalen Zellen. Diese Kommunikation findet in der Regel über Synapsen statt, das sind Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen, über die Signale in Form von elektrischen Impulsen übertragen werden. Bislang wurde noch kaum untersucht, welche Bedeutung das Gewebe zwischen den Nervenzellen, die sogenannte extrazelluläre Matrix (ECM), für die Funktion der Synapsen hat. Diese Thematik soll in dem Verbundvorhaben "TargetECM" untersucht werden.
Standort Magdeburg
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Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. |
Leiter: |
Prof. Dr. Alexander Dityatev |
Standort Hannover
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Medizinische Hochschule Hannover |
Leiter: |
Prof. Dr. Evgeni Ponimaskin |
NEURON-Verbund SEMAINE: Simultane Messung von MEG oder fMRT und intrakraniellem EEG
Zusammenhang zwischen Magnetfeldern und icEEG-Komponenten
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Universität Konstanz |
Leiter: |
Dr. Sarang Dalal |