Nachwuchsförderung

Das Zusammenwirken verschiedener Forschungsrichtungen über die Grenzen der jeweils eigenen Disziplin hinweg ist ein wichtiger Baustein für funktionierende ELSA-Forschung. Traditionell eher isoliert voneinander handelnde Forschungsdisziplinen aus den medizinisch-naturwissenschaftlichen und den geistes- bzw. sozialwissenschaftlichen Fächern müssen in Beziehung gebracht und füreinander interessiert werden. Schaffung von Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für interdisziplinär orientierte Nachwuchswissenschaftler gehört zu den Prioritäten der ELSA-Förderung. Zu diesem Zweck wird jungen, interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durch Förderung von Klausurwochen die Möglichkeit zum Training ihrer fächerübergreifenden Arbeits- und Kommunikationsfähigkeiten geboten. Auch in der Nachwuchsförderung wird zunehmend international gearbeitet.

Klausurwochen ELSA: Genom-Hacking: Klausurwoche zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten moderner Verfahren der Genom-Editierung und deren möglicher Anwendungen

Sondervermögen Großforschung beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)

Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Harald König
0721 608-23293
01GP1684
85.017 EUR
01.10.2016 - 30.09.2018

In der Klausurwoche sollen Nachwuchswissenschaftler/innen aus Natur- , Geistes- und Sozial- sowie der Rechtswissenschaften zusammen mit Experten aus diesen Bereichen und der Genom-Editing-Forschung sowie Biohacker das Potenzial und das Einsatzspektrum aktueller Genom-Editierungsverfahren, anhand von praxisnahen Beispielen und Simulationsspielen, einer kritischen Prüfung unterziehen. Darauf aufbauend sollen Governance- und Regulierungsmöglichkeiten sowie Fragen zu geistigem Eigentum und Verantwortung erörtert werden. Die Ergebnisse sollen einerseits filmisch dokumentiert und für eine Online-Präsentation aufgearbeitet werden sowie zu einer gemeinsamen Open-Access-Publikation der Teilnehmer mit Handlungsempfehlungen führen.

 

Klausurwochen ELSA: Genom-Editierung in der Humanmedizin? Ethische und rechtliche Probleme der Anwendung am Menschen: Ein Ländervergleich zwischen Deutschland, Österreich und Schweiz

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Centrum für Bioethik

Von-Esmarch-Str. 62
48149 Münster

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Beate Lüttenberg
0251 83-55287
01GP1683
71.409 EUR
01.10.2016 - 31.12.2018

Moderne Verfahren der Genom-Editierung tangieren neben der Medizin, der Ethik und dem Recht auch die Biologie, Philosophie, Anthropologie und Politik. Die geplante Klausurwoche soll daher der Notwendigkeit einer interdisziplinären und internationalen Herangehensweise an die aktuellen Fragen der Genom-Editierung besonders Rechnung tragen. Als Teilnehmer/innen werden 15 Nachwuchswissenschaftler/innen aus den drei Vergleichsländern und den entsprechenden Disziplinen eingeladen. Bei der Auswahl der Teilnehmer/innen wird – neben der Qualität der eingereichten Papiere – entsprechend das Erreichen einer disziplinären und länderspezifischen Perspektiven-Vielfalt eine besondere Rolle spielen.

 

Klausurwochen ELSA: Eine neue Genrevolution? Ethische Rechtliche und Soziale Herausforderungen des Gen-Editing

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie
Institut für Systematische Theologie
Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik)

Kochstr. 6
91054 Erlangen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Peter Dabrock
09131 85-22724
01GP1682
51.870 EUR
01.09.2016 - 31.08.2018

Die Klausurwoche setzt sich zum Ziel die ethischen, rechtlichen und sozialen Herausfoderungen im Umgang mit Gen-Editing Techniken aus einer genuin interdisziplinären Perspektive zu bearbeiten. Ein Schwerpunkt liegt dabei darauf präziser zu verstehen, welche Wertvorstellungen, Rechtsprinzipien Hintergrundannahmen und kulturelle Muster im Umgang mit Gen-Editing Techniken im Allgemeinen und CRISPRCas im Besonderen leitend sind, bzw. leitend sein könnten. Besonders Gewicht kommt dabei dem Vergleich zwischen dem Diskurs in Deutschland und in Großbritannien zu, gelten diese doch als paradigmatisch für einen eher vorsichtigen bzw. eher progressiven Umgang mit neuen Bio-Technologien.

 

Klausurwochen ELSA: Jenseits des Vorsorgeprinzips? Ethische, rechtliche und soziale Aspekte einer produktbezogenen Regulierung neuer Züchtungstechniken bei Pflanzen und Tieren

Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften
an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Katharina-von-Bora-Str. 11
80333 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Stephan Schleissing
089 5595-601
01GP1681
80.164 EUR
01.10.2016 - 30.09.2018

Die neuen Methoden der Genom-Editierung machen es notwendig, die Rolle des Vorsorgeprinzips bei der wissenschaftlichen Risikobewertung von neuen Pflanzenzüchtungen und Techniken der Tierzucht zu diskutieren. Die internationale Klausurwoche diskutiert deshalb in vergleichender Absicht die unterschiedliche Debattenlage in Deutschland und Großbritannien. Thema sind rechtliche, soziale und ethische Aspekte der Risikobewertung und die Suche nach neuen Möglichkeiten der Kennzeichnung solcher Produkte. Dazu wird auch die aktuelle Debatte über die GVO-Kennzeichnung in den USA herangezogen. Die fünftägige Klausurwoche wendet sich vor allem an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus den Disziplinen der Molekularbiologie ebenso wie der Agrar- und Sozialwissenschaften, dem Recht und der Praktischen Philosophie/Ethik. Ziel ist die Erarbeitung von Empfehlungen für den Umgang mit einer produktbezogenen Regulierung neuer Züchtungstechniken bei Pflanzen und Tieren sowie Vorschläge für eine bessere gesellschaftliche und ethische Kommunikation des Themas im Hinblick auf die zu verwirklichende Wahlfreiheit des Verbrauchers.

 

Klausurwochen ELSA: Kinderwunsch und Genomchirurgie: Ethische, rechtliche und soziale Aspekte der Anwendung der Genomchirurgie in der In-vitro Fertilisation

Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät
Institut für Ethik und Geschichte der Medizin

Gartenstr. 47
72074 Tübingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing
07071 29-78016
01GP1680
69.700 EUR
01.12.2016 - 30.11.2018

Die Klausurwoche soll NachwuchswissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen dazu befähigen, Fragestellungen zu den ethischen, legalen und sozialen Aspekten des Einsatzes der Genomchirurgie im Kontext der In-vitro Fertilisation zu bearbeiten. Dabei werden insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Anwendung einer international vergleichenden Perspektive gefördert. Vorgehensweise: Die Klausurwoche bringt NachwuchswissenschaftlerInnen und ExpertInnen aus den Bereichen Genomchirurgie, In-vitro Fertilisation, Ethik, Sozialwissenschaften und Rechtswissenschaften zusammen, um eine interdisziplinäre Herangehensweise zu fördern. Großbritannien ist hinsichtlich der erlaubten Methoden bei der assistierten Reproduktion und der Genomchirurgie liberaler als Deutschland und daher besonders gut als Vergleichsland geeignet. Um die internationale Vernetzung zu fördern, werden für die Klausurwoche sieben TeilnehmerInnen aus Deutschland und sieben TeilnehmerInnen aus Großbritannien sowie ExpertInnen aus beiden Ländern eingeladen. Die TeilnehmerInnen bewerben sich auf eine Ausschreibung mit Abstracts zu eigenen Beiträgen, die in der Klausurwoche vorgestellt und diskutiert werden. Die Klausurwoche verbindet unterschiedliche methodische Zugänge: Vorträge von TeilnehmerInnen, Expertenvorträge, Kleingruppenarbeit sowie einen Theaterworkshop. Im Anschluss an die Veranstaltung werden die TeilnehmerInnen bei der Veröffentlichung ihrer Beiträge unterstützt.

 

Klausurwochen ELSA: Moralische Grenzen der Regenerativen Medizin am Beispiel der Verwendung humaner embryonaler Stammzellen

Universität Leipzig
Translationszentrums für Regenerative Medizin (TRM) Leipzig

Philipp-Rosenthal-Str. 55
04103 Leipzig

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Susanne Müller
0341 97-39635
01GP1488
85.086 EUR
01.03.2015 - 28.02.2017

Im Rahmen dieser Klausurwoche soll interdisziplinär zwischen den Rechtskreisen Deutschland, Großbritannien und Kanada geklärt werden, ob die kommerzielle und/oder industrielle Verwendung von humanen embryonalen Stammzellen im Bereich der Regenerativen Medizin durch andere mitgliedsstaatliche und/oder andere unionsrechtliche Behörden im Bereich des Arzneimittelwesens legalisiert werden kann, obwohl der Europäische Gerichtshof als höchstes unionsrechtliches Rechtsprechungsorgan die Patentierung von Erfindungen auf Grundlage von humanen embryonalen Stammzellen wegen der darin liegenden kommerziellen oder industriellen Verwendung humaner Embryonen als Verstoß gegen den unionsrechtlichen ordre public gewertet hat. Die gewählte Fragestellung der Klausurwoche wird einführend jeweils durch Impulsvorträge wissenschaftlich begleitet. Der Hauptfokus der Arbeitsweise innerhalb der Klausurwoche liegt auf einer sich anschließenden durch Gruppenarbeit sowie durch moderierte Diskussionen ergebnisorientierten Interaktion zwischen den NachwuchswissenschaftlerInnen und den eingeladenen ExpertInnen. Der wissenschaftliche Wert der Klausurwoche soll unabhängig überprüft werden, indem die Ergebnisse der Klausurwoche als Aufsatzsammlung in Buchform veröffentlicht werden. Zudem erhalten die TeilnehmerInnen der Klausurwoche die Möglichkeit, die Ergebnisse der Klausurwoche zum einen als Poster und zum anderen als Sprechbeiträge bei der im Jahre 2015 in Leipzig stattfindenden und vom TRM mitorganisierten „Weltkonferenz für Regenerative Medizin" einem interdisziplinären und internationalen Fachpublikum vorzustellen.

 

Klausurwochen ELSA: Digitale Epidemiologie aus ethischer, rechtlicher und sozialer Perspektive

Robert Koch-Institut (RKI)
Abt. für Infektionsepidemiologie

Seestr. 10
13353 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Tim Eckmanns
030 18754-3485
01GP1487
69.888 EUR
01.04.2015 - 31.03.2017

 

Projekt-Internetseite 

Die Klausurwoche "Digitale Epidemiologie aus ethischer, rechtlicher und sozialer Perspektive” ("Digital Epidemiology and its ethical, legal and social aspects”/DELSI) will die gesellschaftlichen Implikationen von neuesten infektionsepidemiologischen Surveillanceansätzen untersuchen. Gemeinsam mit TeilnehmerInnen und ExpertInnen aus der Epidemiologie und der Public Health, den Computerwissenschaften wie auch den Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften sollen digitale Verfahren des Big Data und Data Mining, die die Erfassung, Speicherung und Auswertung epidemiologisch relevanter Daten aus dem Internet und den sozialen Medien beinhalten, hinterfragt und erörtert werden. Hierbei gilt es die Frage zu beantworten, ob und inwieweit eine Digitalisierung der öffentlichen Infektionsüberwachung epidemiologische Aufmerksamkeitsverlagerungen, Transformationen organisatorischer Abläufe und Entscheidungsprozesse sowie weitergehende Konflikte zwischen den Imperativen von Gesundheit, (globaler, nationaler) Sicherheit, sozialer Gerechtigeit und Bürgerrechten (Privatheit etc.) erwarten lässt. Potentielle Entwicklungspfade einer digitalisierten Infektionsüberwachung sollen auf der Basis eines Planspiels sowie des Vergleichs der Public-Health Sektoren in der Bundesrepublik Deutschland und in Großbritannien identifiziert und gerade auch im Hinblick auf Erfahrungen mit dem aktuellen Ebolafieberausbruch in Westafrika diskutiert werden. Arbeitspaket 1: Wissenschaftliche Konzeption, Forschung und Weiterentwicklung des Thema; Arbeitspaket 2: Wissenschaftliche Vor- und Nachbereitung des Planspiel; Arbeitspaket 3: Administrative Koordination, Buchhaltung und Assistenz; Arbeitspaket 4: Durchführung der Klausurwoche; Arbeitspaket 5: Nachbereitung, Publikationen, Ergebnisverwertung.

 

Klausurwochen ELSA: Ethische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte invasiver und nichtinvasiver genetischer Pränataldiagnostik in Deutschland und Polen

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Medizinische Fakultät
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin

Magdeburger Str. 8
06112 Halle

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Maximilian Schochow
0345 557-3556
01GP1486
70.769 EUR
01.04.2015 - 31.07.2018

Die europaweite Einführung neuer, leicht zugänglicher und nichtinvasiver pränataler Gendiagnostik wie dem PraenaTest® führte international zu unterschiedlich gelagerten Diskussionen über die Chancen und Risiken genetischer Diagnostik. Am Beispiel von Deutschland und Polen sollen die mit der Einführung solcher Tests verbundenen ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragen diskutiert werden. In beiden Ländern wird invasive und nichtinvasive genetische Pränataldiagnostik praktiziert, zugleich aber kontrovers und mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten diskutiert. Dabei wird auf die Erfahrungen und Vorarbeiten des Forschungsnetzwerkes „Interdisziplinärer Arbeitskreis Ethik in der Medizin in Polen und Deutschland" zurückgegriffen, welches sich seit 2012 in der internationalen medizinethischen Diskussion etabliert hat. Gemeinsam mit deutschen und polnischen Wissenschaftlern aus verschiedenen Fachbereichen ermöglicht die Klausurwoche eine international ausgerichtete interdisziplinäre Arbeit an zentralen ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Themen, welche die Weiterentwicklung und Etablierung genetischer Pränataldiagnostik aufgeworfen hat. Für die interdisziplinäre Beschäftigung mit Fragen invasiver und nichtinvasiver genetischer Pränataldiagnostik wird den Teilnehmern ein strukturiertes Programm mit aufeinander aufbauenden Modulen angeboten. Die Module zu ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragen genetischer Pränataldiagnostik sind in einer deutsch-polnischen Perspektive ausgerichtet. In den einzelnen Modulen präsentieren und diskutieren die deutschen und polnischen Teilnehmer ihre Beiträge. Für die vertiefte Auseinandersetzung mit den Themen der Klausurwoche werden international ausgewiesene wissenschaftliche Experten eingeladen. In kleinen Workshops werden Lektüre, Analyse und Diskussion von Primär- und Sekundärtexten ermöglicht. Binationale Fragestellungen können weiter ausgearbeitet.

 

Klausurwochen ELSA: Caring about Care. Der Sorgebegriff im Gesundheitswesen. Ein Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Medizinische Fakultät
Institut für Ethik und Geschichte der Medizin

Stefan-Meier-Str. 26
79104 Freiburg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

M.A. Franziska Krause
0761 203-5044
01GP1485
77.675 EUR
01.03.2015 - 31.05.2017

Sorge ist ein integraler Bestandteil des Handelns im Gesundheitswesen. Innerhalb der Heil- und Pflegeberufe und in der öffentlichen Wahrnehmung wird zunehmend befürchtet, dass der Bedeutung der Sorge im Gesundheitswesen nicht mehr angemessen Rechnung getragen werden kann. Die Klausurwoche hat erstens zum Ziel, im Rückgriff auf die Sorgekonzepte der Care-Ethik vertieft zu klären, was unter Sorge zu verstehen ist. Zweitens soll in einem Ländervergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden untersucht werden, wie Sorge in der Praxis umgesetzt werden kann und welche Entwicklungen und Rahmenbedingungen sorgendes Handeln im Gesundheitswesen unterstützen bzw. hemmen können. Beantragt wird die Förderung der Organisation und Durchführung einer Klausurwoche. Diese beinhaltet: Präsentation und gemeinsame Diskussion von Vorträgen der Teilnehmenden und der Experten, Einzelinterviews mit Experten, Kleingruppenarbeit zur Analyse länderspezifischer Besonderheiten, öffentliche Podiumsdiskussion.

 

Klausurwochen ELSA: Der Fetus als Patient - ein tragfähiges Konzept für klinische Interaktionen im Rahmen neuer pränatalmedizinischer Technologien?

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Fakultät 10 - Medizin und Universitätsklinikum
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik in der Medizin

Wendlingweg 2
52074 Aachen

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Dagmar Schmitz
0241 8085101
01GP1484
79.912 EUR
01.03.2015 - 31.08.2017

 

Projekt-Internetseite 

Die Pränatalmedizin wirft zunehmend die Frage auf, ob der Embryo bzw. der Fetus im klinischen Kontext als "Patient" verstanden werden kann bzw. soll. Es ist in ganz neuer Form und Dimension möglich geworden, den Fetus direkt zu untersuchen.  Zusätzlich stehen verstärkt auch Optionen der pränatalen Therapie zur Verfügung. Ein so zuwachsender Patientenstatus aber geht im üblichen Verständnis einher mit einem bestimmten moralischen Status und bindet den Arzt im Rahmen definierter professioneller Verpflichtungen. Diese stehen jedoch insbesondere im Umgang mit den  neuen, nicht-invasiven Diagnostikverfahren  unter Umständen im Widerspruch zu den behandlerischen Verpflichtungen gegenüber der Schwangeren. Die Klausurwoche hat das Ziel, aus interdisziplinärer und internationaler Perspektive zu diskutieren, ob und unter welchen Prämissen das Konzept des "Fetus als Patient" trotz dieses inhärenten Konfliktes als ein tragfähiges Konzept für die Interaktionen im Umgang mit Pränataldiagnostik ausformuliert werden kann bzw. welche Alternativen dazu denkbar sind. Grundlage der Diskussion bilden drei, zum Teil bereits abgeschlossene empirische Projekte in den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland zu Einstellungen und Wünschen im Hinblick auf neue nicht-invasive pränataldiagnostische Verfahren (NIPT). Neben dem Austausch zu den hier erzielten empirischen Ergebnissen im Hinblick auf den Patientenstatus des Feten soll gemäß der interdisziplinären Ausrichtung auch eine philosophisch-theoretische Analyse hierzu vorgenommen werden. Insgesamt soll versucht werden, aus unterschiedlichen Perspektiven (in Gynäkologie, Huamngenetik, Pädiatrie, Medizinrecht, Medizinethik, Medizingeschichte) den Blick auf den normativen Gehalt des Patientenbegriffes in seiner Verwendung in Bezug auf den Feten zu lenken und wenn möglich eine gemeinsame, disziplinübergreifende begriffliche Basis zu formulieren, der ein einheitliches normatives Verständnis zugrunde liegt. Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Uniklinikums der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen zu finden: www.fetalpatient.ukaachen.de.

 

Klausurwochen ELSA: Gesundheitsversorgung von Migrantinnen und Migranten: Ethische Herausforderungen im Ländervergleich Deutschland - Vereinigtes Königreich/England

Ludwig-Maximilians-Universität München
Medizinische Fakultät
Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin

Lessingstr. 2
80336 München

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Katja Kühlmeyer
089 2180-72790
01GP1483
91.214 EUR
01.03.2015 - 28.02.2017

 

Projekt-Internetseite 

Im Rahmen eines Ländervergleichs zwischen Deutschland und Großbritannien ist die Klausurwoche um die Fragestellung organisiert: "Was sind ethisch angemessene Strategien, um Herausforderungen in der öffentlich-staatlichen Gesundheitsversorgung von Migrant/inn/en zu begegnen?" Die methodisch-didaktische Bearbeitung dieser zentralen Fragestellung erfolgt durch eine vertiefte, interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Forschungsarbeiten in diesem Bereich, Vorträge von Expert/inn/en, sowie Exkursionen und Gruppenarbeiten.  Die Teilnehmer/innen bearbeiten diese Frage in aufeinander aufbauenden Schritten: Im ersten Schritt wird thematisiert, anhand welcher Begriffe und Konzepte bestimmte Gruppen als "Migrant/innen" bzw. "ethnische Minderheiten" kategorisiert werden und wie sich dies auf die Erforschung ihrer gesundheitlichen Belange auswirkt. Darauf aufbauend analysieren wir, welche Herausforderungen auf der Systemebene bestehen: 1) Formal - rechtliche Barrieren (für Menschen ohne Aufenthaltsrecht bzw. ohne Versicherungsschutz) erfordern eine Reflexion über die Inklusion/Exklusion dieser Gruppen in die öffentlich-staatliche Gesundheitsversorgung und 2) systemimmanente Barrieren (für Migrant/inn/en mit Versicherungsschutz) erfordern eine Reflexion über die Distribution von Verantwortung für die Beseitigung dieser Barrieren. Zuletzt werden Herausforderungen auf der Mikroebene behandelt, die sich insbesondere aufgrund pluralistischer Wertvorstellungen stellen.  Doktorand/inn/en und Nachwuchswissenschaftler/innen profitieren von der Möglichkeit, ihre Thesen vor einem internationalen, interdisziplinären Publikum zu präsentieren und schulen so fächerübergreifende Arbeits- und Kommunikationsfähigkeiten. Sie haben die Gelegenheit, sich mit anderen Wissenschaftlern (Peers und Expert/inn/en) international zu vernetzen, und gemeinsame Vorhaben anzubahnen. Außerdem werden Ergebnisse generiert, die für moderne, pluralistische Gesellschaften und ihre Gesundheitssysteme relevant sind.

 

Klausurwochen ELSA: Lebenswissenschaftliche Praxis der Forschung an pluripotenten Stammzellen in Deutschland und Großbritannien und ihre ethische, legale und soziale Kommentierung

Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften
an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Marsstr. 19/V
80335 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Arne Manzeschke
089 5595-602
01GP1482
80.031 EUR
01.03.2015 - 30.04.2017

 

Projekt-Internetseite

Ziel der geplanten Klausurwoche ist es die aktuelle Diskurslage zur Stammzellforschung und ihre Hintergründe in Deutschland in besonderem Vergleich mit Großbritannien zu rekonstruieren. Aus lebenswissenschaftlicher, medizinischer, rechtlicher, sozialer sowie ethischer Perspektive ist jeweils nach einer Weiterentwicklung zu fragen, so dass rechtlich und ethisch eine größere Konsistenz und in den Lebenswissenschaften eine größere Handlungssicherheit gewonnen wird. Schwerpunkte der Klausurwoche: I. Stand der molekularbiologischen Debatte II. Der epistemologische und ethische Status von Stammzellen als "Biofakten" und ihre Vermittlung in die gesellschaftlichen Debatten und Entscheidungen III. Die ethische und rechtliche Kommentierung der Stammzelldebatte in Großbritannien und Deutschland IV. Konklusionen für eine europäische und internationale Stammzellregelung.

 

Klausurwochen ELSA: Pädiatrisches Neuro-Enhancement – ethische, soziale und rechtliche Fragen im Vergleich Nordamerika-Deutschland

Universität Osnabrück
Institut für Kognitionswissenschaft

Albrechtstr. 28
49076 Osnabrück

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Saskia K. Nagel
0541 800-19463
01GP1481
75.685 EUR
01.05.2015 - 30.04.2017

Projekt-Internetseite 

Die Klausurwoche diskutiert den Einsatz von (meist) verschreibungspflichtigen Medikamenten zur Steigerung von kognitiven Leistungen und Verbesserung von affektiven Zuständen bei Kindern und Jugendlichen (pädiatrisches Neuro-Enhancement). Pädiatrisches Neuro-Enhancement scheint kein universelles Problem zu sein, sondern ist von kulturellen Faktoren beeinflusst. Die Anzahl der Fälle, in denen pädiatrisches Neuro-Enhancement in Deutschland eingesetzt wird,  unterscheidet sich von der in Nordamerika. Wie sind diese Unterschiede zu begründen, und welche Entwicklungen sind zu erwarten? Die Unterschiede in den Gesundheitssystemen und den Bildungssystemen spielen hierher ebenso eine Rolle wie die Einstellungen von Eltern und Lehrern zum Konsum von Psychopharmaka bei Kindern. Während der Klausurwoche wird diskutiert werden, welche Intuitionen und Argumente in der Öffentlichkeit bestehen, wer innerhalb der Arzt-Kind-Eltern-Beziehung bezüglich Neuro-Enhancement Entscheidungsgewalt haben kann, da Kinder und Jugendliche noch nicht autonom sind, und welche gesellschaftlichen Konsequenzen es gibt. Die Teilnehmer werden vorbereitet mit den Thesenpapieren aller Teilnehmer und der Gastreferenten, grundlegenden Artikel zur Thematik sowie einer Einführung zur Interdisziplinarität zur Klausurwoche. Die Klausurwoche wird nicht nach den klassischen Wissenschaftsdisziplinen strukturiert, sondern nach thematischen Einheiten, zu denen jeweils Teilnehmer unterschiedlicher Disziplinen referieren. Vorhabenziel ist eine transdisziplinäre vergleichende Diskussion zwischen Nordamerika und Deutschland, die das pädiatrische Enhancement analysiert, Bewertungen vorschlägt, und zu gesellschaftlich relevanten Handlungsempfehlungen führen kann, die in einen Sammelband münden. Die Teilnehmer der Klausurwoche werden mit den Referenten erste Schritte zu einer internationalen Studie entwickeln, die die Öffentlichkeit in die Diskussion einbezieht.

 

Abgeschlossene Vorhaben

 

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