Gesundheitsregionen

I. Gesundheitsregionen der Zukunft


Öffentliche Bekanntmachung: 2008
Förderzeitraum: 2009 - 2013
Gesamtvolumen: 40 Mio. Euro

Metropolregion Rhein-Neckar: Raum für Gesundheit

Gesundheitsregion Nordbrandenburg FONTANE : Telemedizin unterstützt Hausärzte

Gesundheitsregion REGiNA: Ein Anwenderzentrum für Regenerative Medizin in der Gesundheitsregion Neckar-Alb und Stuttgart

 

II: Begleitforschungsvorhaben zum Wettbewerb


Öffentliche Bekanntmachung:

2010

Förderzeitraum:

2012-2017

Gesamtvolumen:

1 Mio. €




I. Wettbewerb: Gesundheitsregionen der Zukunft

1. Ziele des Wettbewerbs

In Deutschland ist die Gesundheitswirtschaft noch streng aufgegliedert in Forschung, Entwicklung und Verwertung sowie ihre jeweiligen Sektoren, von der Hausarztpraxis bis hin zur Bio- und Medizintechnik. Der Förderschwerpunkt ″Gesundheitsregion der Zukunft″ soll diese Teilung aufbrechen. Ziele des Wettbewerbs sind zum einen die Erschließung der Innovationspotenziale einer Region im Gesundheitswesen durch Forschung und Entwicklung und zum anderen die nachhaltige Stärkung der regionalen Wertschöpfungsketten in der Gesundheitswirtschaft sowie die Verbesserung der Gesundheitsversorgung durch Steigerung von Qualität und Effizienz von Prozessen im gesamten Bereich der Gesundheitswirtschaft. Gefördert werden Verschränkungsprozesse zwischen Dienstleistungen und Gesundheitsversorgung sowie der Health Care Industrie (Pharmazeutische Industrie, Medizintechnik und Biotechnologie). Ziel ist die nachhaltige regionale Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft. Diese spiegelt sich im Schwerpunkt auch darin wider, dass sich die an einer Region beteiligten Partner (wie z. B. Firmen und Einrichtungen) insgesamt finanziell zur Hälfte beteiligen. In clusterartigen Verbünden sollen die Akteure der Gesundheitswirtschaft prozess- und produktorientierte Innovationen entwickeln. Diese Unterstützung der regionalen Profilbildung soll bundesweit wegweisende Schlüssel zur Erschließung von Innovationen im Gesundheitswesen liefern und aufzeigen, wie sich eine optimale gesundheitswirtschaftliche Gestaltung des deutschen Gesundheitsmarktes am Patienten ausrichtet.

2. Stand der Fördermaßnahme

Der Wettbewerb "Gesundheitsregionen der Zukunft" gliederte sich in zwei Phasen: einer Konzeptentwicklungsphase und einer Realisierungsphase. Zur Konzeptentwicklungsphase wurden im Mai 2008 von 85 eingereichten Antragskizzen 20 Regionen ausgewählt, welche innerhalb von acht Monaten eine Körperschaft bilden, ihr Konzept konkretisieren und Kontakte sowie Kooperationen intensivieren sollten.

Von diesen 20 eingereichten formlosen Anträgen wurden am 14./15. Mai 2009 zwei Anträge zur Förderung in der Realisierungsphase ausgewählt und auf dem Hauptstadtkongress am 27. Mai 2009 bekannt gegeben. Diese beiden Regionen, REGiNA aus Stuttgart/Tübingen und Fontane aus Nordbrandenburg werden mit ihren Vorhaben über vier Jahre mit rund 15 Mio. € gefördert. Die Regionen selber beteiligen sich mit dem gleichen Betrag an der Umsetzung ihrer Konzepte. Beide Gewinnerregionen nahmen im Herbst 2009 mit dem Management ihrer Gesundheitsregionen die Arbeit auf. Die jeweiligen F&E-Projekte folgten schrittweise nach.

Den 18 verbleibenden Regionen wurde von der Jury ein beachtliches Entwicklungspotenzial bescheinigt, weshalb das BMBF sie in einer beschränkten Ausschreibung aufgerufen hatte, ihre Konzepte zu überarbeiten und gegebenenfalls neu auszurichten. Von diesen Konzepten wurden am 19./20. April 2010 weitere drei Regionen ausgewählt, die mit insgesamt rund 22 Mio. € über vier Jahre gefördert werden. Es handelt sich hierbei um das Netzwerk Psychische Gesundheit, kurz psychenet, aus Hamburg, den Verbund HIC@RE aus Greifswald/Rostock und die Metropolregion Rhein-Neckar aus Mannheim/Heidelberg mit dem Projekt INFOPAT. Die Regionen psychenet und HIC@RE haben Ende 2010 mit dem Management begonnen. Die jeweiligen Forschungsprojekte folgten unmittelbar in 2011. Die Metropolregion Rhein-Neckar startete ihr Projekt INFOPAT im Juni 2012.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

Metropolregion Rhein-Neckar: Raum für Gesundheit

Der Verbund "Metropolregion Rhein-Neckar - INFOPAT" entwickelt, implementiert und evaluiert innovative IT-gestützte Technologien und Prozesse, die eine integrierte und sektorenübergreifende Versorgung von chronisch kranken Menschen ermöglichen. Diese Menschen sind oft mit Versorgungsbrüchen und Schnittstellenproblemen statt einer bedarfs- und bedürfnisorientierten Versorgung konfrontiert. Daher sollen zukunftsweisende Versorgungsstrukturen aufgebaut werden, die sich am komplexen Bedarf von chronisch Kranken und nicht an Sektorengrenzen orientieren. Mit dem Ziel die an der Behandlung beteiligten Institutionen zu vernetzen, sollen alle Behandlungsdaten in einer persönlichen, elektronischen, einrichtungsübergreifenden Patientenakte (PEPA) zusammengeführt werden (P2 und P3). Des Weiteren soll durch ein softwarebasiertes Fall-Management die Versorgungssteuerung (P6 und P7) und durch ein Arzneimitteltherapiesicherheitssystem die medikamentöse Therapie (P4 und P5) verbessert werden. Zudem ermöglicht eine integrierte, pseudonymisierte Daten- und Wissensbasis, die Informationen aus der elektronischen Patientenakte sowie weitere Daten aus der Metropolregion enthält, eine regionale Auswertung von Gesundheitsdaten (P8 und P9). Alle Produkt- und Prozessinnovationen zielen dabei auf eine aktive und selbstbestimmte Beteiligung des Patienten ab.

Management M1

MRN Raum für Gesundheit GmbH
N 7, 5-6
68161 Mannheim

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Björn Bergh
06222 156-22000
01KQ1003A
139.952 EUR
01.08.2012 - 30.06.2017

Die MRN Raum für Gesundheit GmbH übernimmt als zentrale Partnerplattform die Aufgaben des Managements. Dies beinhaltet u. a. die Koordination, das Controlling und Berichtswesen für das Gesamtprojekt. Darüber hinaus ist sie für die Öffentlichkeitsarbeit sowie Vermarktung des Gesamtprojektes der Metropolregion Rhein-Neckar verantwortlich. Des Weiteren stellt sie die Zusammenarbeit und Vernetzung der beteiligten Partner in der Region sicher. Zudem sollen Konzepte, Modelle und Strukturen etabliert werden, die eine nachhaltige Verwertung der Ergebnisse gewährleisten und die Gesundheitswertschöpfungskette stärken.

 

Teilprojekte M1, P0, P2, P3, P4, P5, P7, P8, P9

Universitätsklinikum Heidelberg
Zentrum für Informations- und Medizintechnik

Speyerer Str. 4
69115 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Björn Bergh
062 221 56-22000
01KQ1003B
5.836.141 EUR
01.06.2012 - 30.06.2017

Der Verbund „Metropolregion Rhein-Neckar – Raum für Gesundheit“ beinhaltet insgesamt 12 Teilprojekte. Das Teilprojekt P0 bildet die Basis für alle Teilprojekte des Verbundes, in dem eine zentrale Hardware-IT-Infrastruktur zum Betrieb von Mehrwertdiensten wie der persönlichen, elektronischen Patientenakte (PEPA) oder der Daten- und Wissensbasis (Data Mart) aufgebaut wird. Des Weiteren gliedert sich der Verbund in vier Entwicklungsprojekte (P2, P4, P6, P8), in denen innovative Technologien der integrierten und sektorenübergreifenden Versorgung entwickelt werden, sowie vier Anwendungsprojekte (P3, P5, P7, P9), in denen die entwickelten Produkt- und Prozessinnovationen umgesetzt und wissenschaftlich evaluiert werden. Die Universität Heidelberg ist mit zahlreichen Einrichtungen an den o.g. Entwicklungs- und Anwendungsprojekten maßgeblich beteiligt. Das Management des Verbundes (M1) wird die Gesamtkoordination und übergreifende Organisation der Teilprojekte sowie die Außendarstellung der Gesundheitsregion übernehmen. Hier übernimmt die Universität Heidelberg zentrale Aufgaben in der wissenschaftlichen Koordination des Gesamtprojektes.

 

II. Förderung eines Begleitforschungsvorhabens zum Wettbewerb „Gesundheitsregionen der Zukunft“

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Um das breit gefächerte Spektrum der innovativen Konzepte möglichst vieler Gesundheitsregionen zu analysieren, wird eine wissenschaftliche Begleitforschung zum BMBF-Wettbewerb „Gesundheitsregionen der Zukunft“ gefördert. Ziel des Forschungsprojektes ist es, die unterschiedlichen Aspekte für eine erfolgreiche Entwicklung von Gesundheitsregionen zu untersuchen. So sollen unter anderem sowohl Erfolgsfaktoren aufgedeckt als auch Grenzen und Defizite der regionalen Gesundheitswirtschaft ermittelt werden. Hierzu sollen möglichst viele Gesundheitsregionen, auch solche, die nicht zu den Gewinnern des Wettbewerbs gehören, auf ihrem Entwicklungsweg unterstützend begleitet und analysiert werden. Anschließend sollen verallgemeinerbare Erkenntnisse und Empfehlungen zur Verfügung stehen, die nicht nur für die Akteure aus den Gesundheitsregionen selbst von erheblichem Interesse sind, sondern Sie werden auch den Verantwortlichen in Gesundheitsversorgung und -wirtschaft wichtige Informationen für zukünftige Entscheidungen liefern.

2. Stand der Fördermaßnahme

Auf die öffentliche Bekanntmachung der Richtlinien zur Förderung eines Begleitforschungsvorhabens zum BMBF-Wettbewerb "Gesundheitsregionen der Zukunft" vom 05.05.2010 gingen 12 Anträge ein. Die Auswahl des Begleitforschungsprojektes erfolgte durch ein externes Gutachtergremium.
Die Begleitforschung wird gemeinsam vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe und dem Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement an der Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt. Die Begleitforschung wird über fünf Jahre mit rund 1 Mio. € vom BMBF unterstützt. Sie ist am 1. Februar 2012 gestartet.

3. Gefördertes Vorhaben

a) Kurzbeschreibung der Begleitforschung

Verbundprojekt: Begleitforschungsvorhaben zum BMBF-Wettbewerb "Gesundheitsregionen der Zukunft"

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)
Breslauer Str. 48
76139 Karlsruhe

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Thomas Reiß
0721 6809-160
01KQ1101A
725.630 EUR
01.02.2012 - 31.01.2017

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement

Lange Gasse 20
90403 Nürnberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Oliver Schöffski
0911 5302-313
01KQ1101B
328.853 EUR
01.02.2012 - 31.01.2017

Das Forschungsprojekt wird die fünf vom BMBF geförderten „Gesundheitsregionen der Zukunft“ sowie ausgewählte nicht-geförderte Vergleichsregionen wissenschaftlich begleiten. Dabei sollen die Regionen zum einen bei der Umsetzung, Verbreitung und Integration ihrer spezifischen Innovationen unterstützt werden. Zum anderen sollen verallgemeinerbare Erkenntnisse zur erfolgreichen Entwicklung von Gesundheitsregionen, zum Innovationsmanagement, zur Zukunftsfähigkeit der verschiedenen Modelle sowie zur nachhaltigen Förderung generiert werden. Die wissenschaftliche Begleitung wird im Sinne einer Nutzen-fokussierten Evaluation durchgeführt, die auf die Bedürfnisse und den Nutzen für die Regionen ausgerichtet ist und diese partizipativ in die Gestaltung der Begleitforschung einbezieht. Dabei haben Lernen und Transfer innerhalb und zwischen den Regionen sowie der Erkenntnisgewinn auf der politischen Ebene sowie für das Gesundheitswesen höchste Priorität. Zur ganzheitlichen Erfassung des Geschehens in den Regionen und ihrem Umfeld wird auf drei interagierenden Ebenen angesetzt: 1) der Makroebene des politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Kontextes, 2) der Mesoebene des regionalen Umfeldes und 3) der Mikroebene einzelner Organisationen, Individuen, Ereignisse und Praktiken. Zur Unterstützung der Transferaktionen und Lernprozesse zwischen den Regionen sowie zwischen den Akteuren soll eine mit vernetzenden sozialen Elementen angereicherte Webplattform etabliert werden.

 

b) Abgeschlossene Vorhaben

 

 

 

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