E-RARE-Verbund NEUROLIPID: Rolle des Lipidmetabolismus für die Pathogenese hereditärer spastischer Paraplegien: Gene, Biomarker und therapeutische Modelle
Miit "Hereditärer spastischer Paraplegie" (HSP) werden Erkrankungen bezeichnet, die durch Schwäche und Steifheit der unteren Gliedmaßen charakterisiert sind und durch Degeneration der langen Axone kortikaler Motorneuronen verursacht werden. Kürzlich haben Partner dieses Projekts entdeckt, dass mehrere HSP-Gene im Zusammenhang mit dem Lipidmetabolismus stehen. Dies eröffnet den Weg zur Identifikation neuer Biomarker für HSP und legt nahe, dass solche therapeutische Ansätze bei HSP-Erkrankungen hilfreich sein könnten, ein normales Lipidprofil wiederherzustellen.
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Universität zu Köln |
Leiterin: |
Prof. Dr. Elena Rugarli |
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Eberhard-Karls-Universität Tübingen |
Leiterin: |
Dr. Rebecca Schüle |
E-RARE-Verbund: Genomische Veränderungen im cAMP Signalweg beim adrenalen Cushing-Syndrom (GOSAMPAC)
Das Cushing-Syndrom ist eine seltene Erkrankung, die durch eine lang anhaltende und übermäßige Bildung des Stresshormons Cortisol hervorgerufen wird. Dies führt zu einem erhöhten Risiko für starke Gewichtszunahme, Bluthochdruck und anderen Stoffwechselstörungen. Die zugrunde liegenden molekularen und genetischen Ursachen der Erkrankung können sehr unterschiedlich sein und sind bisher nur unzureichend verstanden. In diesem Verbund arbeiten Arbeitsgruppen aus drei Ländern gemeinsam an der Lösung der Forschungsfrage. Mit den Fördermaßnahmen wird das Ziel verfolgt, sich ergänzende Expertisen und Ressourcen von einschlägig qualifizierten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Ländern zusammenzuführen. Durch kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei der Diagnose und Therapie seltener Krankheiten ermöglicht werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen wären.
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Klinikum der Universität München |
Leiter: |
Prof. Dr. Felix Beuschlein |
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Universitätsklinikum Würzburg |
Leiter: |
Prof. Dr. Martin Faßnacht-Capeller |
Ziel des Projektes ist, die erblich bedingten Ursachen der Erkrankung besser zu verstehen. Dazu werden die medizinischen Daten von Erkrankten in einer gemeinsamen Datenbank gesammelt und ausgewertet. Patientinnen und Patienten mit bislang ungeklärter Ursache der Erkrankung werden genetisch weiter untersucht, um neue verursachende Gene für die Erkrankung zu finden. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten damit die Diagnosemöglichkeiten verbessern, um die Betroffenen besser behandeln zu können.
E-RARE Verbund: Europäisches Netzwerk für die Erforschung der Pathophysiologie von zwei Formen hereditärer Thrombozytopenien, THC2 und MYH9-RD, charakterisiert durch genetische Veränderungen in RUNX1-Zielgenen (EUPLANE)
Erblich bedingte Thrombozytopenien sind eine Gruppe seltener Erkrankungen. Gemeinsames Merkmal ist eine reduzierte Anzahl oder Funktion von Blutplättchen. Dadurch ist die Blutgerinnung gestört, sodass spontane lebensgefährliche Blutungen auftreten, die zum Tod führen können. In dem Vorhaben sollen die Krankheitsmechanismen von zwei dieser Erkrankungen untersucht werden, die unterschiedliche Veränderungen im Erbgut aufweisen. In Abhängigkeit von den jeweils veränderten Genen können auch Schwerhörigkeit, grauer Star, Nierenerkrankungen oder die Entwicklung einer Leukämie eintreten. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, einen Beitrag zur Erklärung dieser Blutgerinnungsstörungen zu leisten, indem die molekularen Krankheitsmechanismen untersucht werden.
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Medizinische Hochschule Hannover |
Leiterin: |
Dr. Manuela Germeshausen |
In dem Verbundprojekt sollen die Krankheitsmechanismen von zwei Erkrankungen untersucht werden: 1) die MYH9-assoziierten Thrombozytopenie (MYH9-RD). Bei dieser dominant vererbten Erkrankung zeigen die Betroffenen vergrößerte Blutplättchen. Neben der Thrombozytopenie können auch andere Symptome wie Schwerhörigkeit, grauer Star oder Nierenerkrankungen auftreten. Die Erkrankung wird durch Mutationen im Gen MYH9 verursacht, das die Informationen für die Produktion eines zellulären Motor-Proteins trägt, das bei der Bildung von Blutplättchen aus ihren Vorläuferzellen beteiligt ist. 2) die ANKRD26-assoziierte Thrombozytopenie (auch: THC2). Bei dieser meist milden Thrombozytopenie, die ebenfalls dominant vererbt wird, sind die Blutplättchen unauffällig in Größe und Erscheinungsbild. Die Patienten haben allerdings ein stark erhöhtes Risiko, eine Leukämie zu entwickeln. Die Erkrankung wird durch Mutationen im Gen ANKRD26 verursacht, dessen Bedeutung bei der Entwicklung der Blutplättchen man nicht genauer kennt. Die Untersuchungen sollen die Möglichkeiten zu Diagnose und Therapie dieser seltenen Erkrankungen verbessern und gleichzeitig das Verständnis für die komplizierten Regulationsvorgänge bei der Bildung von Blutplättchen im Körper verbessern. Für die Erreichung der Ziele sind innerhalb des EUPLANE-Verbunds folgende Untersuchungen geplant: 1. Diagnose, Charakterisierung und Registrierung von Patienten; 2. Entwicklung von Zellkulturmodellen für die Entwicklung von Blutplättchen aus ihren Vorläuferzellen; 3. Charakterisierung der Krankheitsmechanismen, die zur Thrombozytopenie bei Patienten mit MYH9-RD und THC2 führen; 4. Identifizierung und Testung von Medikamenten für die Behandlung erblich bedingter Thrombozytopenien.
E-Rare-Verbund: Idiopathisch infantile Hyperkalzämie - Europäisch-Kanadisches Konsortium (IIH-ECC)
Die idiopathische infantile Hyperkalzämie (IHH) wird durch einen erblichen Defekt im Vitamin D-Abbau ausgelöst. Als Folge können bereits im Säuglingsalter Symptome wie Erbrechen, Obstipation, Muskelschwäche und Apathie bis zum Koma auftreten. Über das Säuglingsalter hinaus besteht ein Risiko für Verkalkungen der Nieren und die Bildung von Nierensteinen. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Verfahren für die Diagnose und Therapie der IHH zu verbessern. Die geplanten Arbeiten bestehen aus genetischen und biochemischen Untersuchungen bei Patienten mit Störungen im Vitamin D-Stoffwechsel. Die genetischen Ursachen für die IHH werden mit molekularbiologischen Methoden tiefergehend analysiert.
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Westfälische Wilhelms-Universität Münster |
Leiter: |
Dr. Karl Peter Schlingmann |
E-RARE-Verbund CLC & MLC: CLC-Chloridkanäle und Megalenzephalische Leukoenzephalopathie: Molekulare Mechanismen und Therapeutika
Die Megalenzephalische Leukenzephalopathie mit subkortikalen Zysten (MLC) ist eine seltene Erbkrankheit, die mit einer Schädigung der weißen Hirnsubstanz (Glia) einhergeht. Die Betroffenen leiden langsam fortschreitend an spastischen Lähmungen und kognitiven Defiziten. In dem Forschungsprojekt soll untersucht werden, welche Rolle drei in Gliazellen wirkende Eiweiße für den Verlauf der Erkrankung spielen. In Tierversuchen werden Mäuse und Zebrafische als Modellorganismen verwendet, in denen bestimmte Eiweiße in der für die Krankheit typischen Weise durch Mutation verändert sind. Die Tiere werden anatomisch, biochemisch und physiologisch untersucht. Dies wird ergänzt durch Arbeiten an Zellkulturen. Es sollen auch erste chemische Substanzen identifiziert werden, die die gestörte Funktion der veränderten Eiweiße normalisieren können. Falls dies gelingt, wäre dies ein erster Schritt zur Therapie dieser seltenen, schweren Erkrankung.
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Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) |
Leiter: |
Prof. Dr. Thomas Jentsch |
E-RARE-Verbund: Das Allan-Herndon-Dudley Syndrom: Aufklärung pathogener Mechanismen und Evaluierung von Therapieansätzen in Tiermodellen
Das Allan-Herndon-Dudley Syndrom ist eine sehr seltene Form einer Entwicklungsstörung, die mit schweren geistigen und körperlichen Einschränkungen einhergeht. Die Betroffenen können in der Regel nicht sprechen und sind nicht in der Lage, ihre Muskelbewegungen zu kontrollieren. Viele können deshalb weder eigenständig sitzen, stehen oder gehen. Es ist immer noch nicht ausreichend verstanden, was zu diesen schweren Symptomen führt. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, dazu beizutragen die Entwicklungsstörungen zu erklären und die neurologischen Symptome dieser Patienten zu behandeln.
Arbeitspakete 1, 2, 3
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IUF - Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf GmbH |
Leiterin: |
Dr. Heike Heuer |