2014 - 2017: Förderung von europäischen Forschungsprojekten zu psychischen Störungen

Erkrankungen des zentralen Nervensystems sind eine Hauptursache für Morbidität, Mortalität und Beeinträchtigung der Lebensqualität in der heutigen Zeit. Weltweit sind mehr als eine Milliarde Menschen hiervon beeinträchtigt. Neben neurologischen Erkrankungen stehen insbesondere psychische Erkrankungen im Vordergrund.

Psychische Erkrankungen zu erforschen sowie ihre Diagnose und Therapie zu verbessern ist von höchster Priorität. Die folgenden NEURON-Partnerorganisationen haben deshalb die eine gemeinsame Fördermaßnahme implementiert:

- Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Deutschland
- Austrian Science Fund (FWF), Österreich
- Research Foundation – Flanders (FWO), Belgien
- Canadian Institutes of Health Research (CIHR), Kanada
- Fonds de recherche du Québec-Santé (FRQS), Québec (Kanada)[1]
- Academy of Finland (AKA), Finnland
- National Funding Agency for Research (ANR), Frankreich
- The Icelandic Centre for Research (RANNIS), Island
- Chief Scientist Office, Ministry of Health (CSO-MOH), Israel
- Ministry of Health (MOH), Italien[2]
- Latvian Academy of Sciences (LAS), Lettland
- National Research Fund (FNR), Luxemburg
- National Centre for Research and Development (NCBiR), Polen
- Foundation for Science and Technology (FCT), Portugal
- Executive Agency for Higher Education, Research, Development & Innovation Funding (UEFISCDI), Rumänien
- Swedish Research Council (SRC), Schweden

1. Ziel der Fördermaßnahme

Mit der vorliegenden Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, die Expertise und Ressourcen einschlägig qualifizierter Arbeitsgruppen aus den oben genannten Ländern zusammenzuführen. Durch gemeinsame kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte im Verständnis, bei der Diagnose und der Therapie psychischer Erkrankungen erzielt und Synergieeffekte ermöglicht werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind. Gefördert werden können Vorhaben, die affektive Störungen, stressbezogene Erkrankungen und Angststörungen, Schizophrenie und psychotische Störungen sowie Suchterkrankungen und andere psychische Störungen thematisieren. Fragestellungen zu Demenzen sind nicht Gegenstand der Förderung.

Die Vorhaben sollen mindestens eines der folgenden Forschungsgebiete abdecken:
- Grundlagenorientierte Forschungsansätze im Bereich der Pathogenese und Ätiologie psychischer Störungen. Gefördert werden kann z.B. die Entwicklung besonders innovativer oder gemeinsam verwendeter Ressourcen und Technologien. Der Krankheitsbezug muss dabei deutlich dargestellt werden.
- Forschungsansätze zur Entwicklung neuer Verfahren zur (Früh-) Diagnose, Therapie oder Rehabilitation auf dem Gebiet psychischer Störungen

Vorhaben können die gesamte Breite von Forschungsansätzen umfassen, beispielsweise Identifikation, Charakterisierung und Validierung von Biomarkern, Entwicklung innovativer neuer Technologien, Generierung neuer Modellsysteme, Mechanismen kognitiver Beeinträchtigungen, Gehirn-Immun-Interaktionen, Neuroprotektion, Rekonstitutions- und Regenerationsmechanismen des Gehirns. Klinische Studien sind bis zur Phase 2, „proof-of-concept“ zuwendungsfähig.

2. Stand der Fördermaßnahme

Die „Richtlinien zur Förderung von europäischen Forschungsprojekten zu psychischen Störungen“ wurden am 9.01.2013 veröffentlicht. In Reaktion hierauf wurden 91 Projektskizzen beim NEURON „Joint Call“-Sekretariat (Leitung: PT-DLR) eingereicht. Zur Prüfung der Projektskizzen wurden externe, internationale Expertinnen und Experten der relevanten Fachdisziplinen einbezogen. 39 Projektvorschläge wurden positiv bewertet. Nach Einreichung von ausführlichen Projektanträgen und einer erneuten externen fachlichen Begutachtung wurden hiervon 12 transnationale Verbundvorhaben mit insgesamt 46 beteiligten Forschergruppen für eine Förderung ausgewählt. Von diesen kommen 17 Forschergruppen aus Deutschland. Die gesamte Fördersumme beträgt etwa 10 Mio €, das BMBF fördert hierbei die deutschen Forschergruppen mit 3,8 Mio €.

3. Geförderte Vorhaben

(Sortierung nach Förderkennzeichen)

NEURON-Verbund TYMON: Unsicherheitsmonitoring versus Inhibitionskontrolle: Zur Rolle des Nuclues subthalamicus und Effekten der Tiefen Hirnstimulation auf oszillatorische neuronale Netzwerke bei der Parkinson-Krankheit im Vergleich zur Zwangsstörung.

Die Zwangsstörung ist eine psychiatrische Erkrankung. Sie ist durch zwanghafte Gedanken und Verhalten (wie z. B. wiederholte Reinigungen beim Waschzwang) gekennzeichnet. Angstsymptome sind häufige Begleiterscheinungen dieser Krankheit, die 2-3% der Bevölkerung betrifft. Betroffene leiden unter einer stark verminderten Lebensqualität. Außerdem ist die Behandlung mit hohen Belastungen für den einzelnen und hohen Kosten für die Gesellschaft verbunden. Es besteht daher ein dringender Bedarf an effektiven Behandlungsmethoden. Unter den derzeitigen Behandlungsstandards mit Psycho- und Medikamententherapie sprechen 20-30% der Patientinnen und Patienten nicht ausreichend auf die Therapie an. Neue Hoffnung gibt es jedoch bei der Anwendung von elektrischer Gehirnstimulation, der sog. tiefen Hirnstimulation: Bei Kranken mit schwerer Zwangsstörung, die nicht anders behandelbar war, zeigen aktuelle klinische Studien eine Verbesserung der Symptome.
Das TYMON-Projekt ist Teil eines transnationalen Forschungsverbundes im ERA-NET NEURON und bringt wissenschaftliche Teams aus Frankreich, Portugal und Deutschland zusammen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen die Rolle der tiefen Hirnstimulation bei Zwangsstörungen untersuchen. Sowohl in Tiermodellen als auch bei einer Gruppe von Patienteninnen und Patienten wollen die Forschungsgruppen die Effekte der tiefen Hirnstimulation in bestimmten Gehirnregionen erforschen. Die Ergebnisse dieses Vorhabens sollen dazu beitragen, den gestörten Informationsfluss im Gehirn von Erkrankten besser zu verstehen und die tiefe Hirnstimulation als alternative Behandlungsmethode bei Zwangsstörungen zu verbessern.

 

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät
Neurologische Klinik

Moorenstr. 5
40225 Düsseldorf

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Lars Wojtecki
0211 811-6715
01EW1411
314.680 EUR
01.08.2014 - 31.07.2017

Es werden Untersuchungen an Parkinson-Patienten (Parkinson´s Disease, PD) durchgeführt, die als Grundlage für parallele Messungen an Patienten mit Zwangsstörung (Obsessive Compulsive Disorder, OCD) dienen. OCD ist durch zwanghafte (obsessive) Gedanken und kompulsives Verhalten gekennzeichnet (z. B. Kontrollzwang). Es wird die Tiefe Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation, DBS) des Nucleus subthalamicus (STN) untersucht. Für den STN-Zielpunkt gibt es langjährige Erfahrungen in der Behandlung von PD sowie neue Evidenz zur Behandlung der OCD. Um die Rolle des STN bei Zwangssymptomen zu verstehen, sollen zunächst an einer Nicht-OCD Vergleichsgruppe an Parkinson-Patienten zwei kognitive Mechanismen untersucht werden, deren Dysfunktion vermutlich ursächlich für einen Kontrollzwang sind: 1) Unsicherheitsmonitoring und 2) Inhibitionskontrolle. Das Ziel ist: a) die Rolle des STN im Unsicherheitsmonitoring, der Inhibitionskontrolle und des Kontrollprozesses zu verstehen; b) die neuronalen grundlegenden Netzwerke bei PD (also Nicht-OCD) zu identifizieren und c) Mechanismen der DBS bei der Modulation von Kontrollhandlungen zu untersuchen. Es erfolgt eine Ableitung von Gehirnströmen mittels invasiver und nicht-invasiver Elektrophysiologie (Lokale Feldpotenziale und Magnetoenzephalographie) sowie die Ableitung von oberflächlichen Hirnströmen (Elektroenzephalographie) unter laufender STN-DBS während der Durchführung eine Verhaltensaufgabe.

      

NEURON-Verbund TAO2: Untersuchung eines Autismus-relevanten Signalweges im Gehirn durch Identifizierung und biologische Validierung neuer Mutationen im humanen TAO2- und FMR1-Gen zur Verbesserung genetischer Tests, Früherkennung und Beratung von ASD-Patienten

Das "TAO2" Konsortium ist Teil eines transnationalen Forschungsverbundes im ERA-NET NEURON und bringt wissenschaftliche Teams aus Deutschland, Belgien und Kanada zusammen. Autismus und damit verwandte Krankheiten sind meist vererbbare Störungen des Gehirns. Fehlerhafte Strukturen von und veränderte Kommunikation zwischen den Nervenzellen wurden bei Autismus-Erkrankten als Krankheitsursachen erkannt. In dem Vorhaben wollen die deutschen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen genetische Mutationen in Mausmodellen überprüfen, die von einem internationalen Wissenschaftsteam bei Autismus-Erkrankten identifiziert worden sind. Diese Untersuchungen sollen klären, ob die Mutationen zum Ausbruch der Krankheit führen können. Außerdem wollen die deutschen Forscherinnen und Forscher die Beteiligung von bestimmten Molekülen an der Entwicklung von Autismus und deren Funktionsweise aufklären. Die Ergebnisse sollen zur Entwicklung genetischer Tests beitragen sowie die Früherkennung und die Beratung von Autismus-Erkrankten verbessern. Darüber hinaus soll die Arbeit an komplexen Zellsystemen und Mausmodellen zur Identifizierung neuer Signalwege beitragen, die als mögliche therapeutische Ziele für die Medikamentenentwicklung in der Autismus-Behandlung dienen könnten.

Universität Hamburg
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Zentrum für Molekulare Neurobiologie

Falkenried 94
20251 Hamburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Froylan Calderon de Anda
040 7410-56817
01EW1410
287.508 EUR
01.06.2014 - 31.05.2017

Autismus -Spektrum-Störungen (ASD) sind neurologische Erkrankungen mit einer Vererbbarkeit von ~ 90%. Fehlerhafte neokortikale Schichtungen mit abnormen Postsynapsen wurden in MRT-Scans von ASD-Patienten beschrieben. Es soll untersucht werden, ob genetische Mutationen die anormalen architektonischen Veränderungen im Gehirn während der Entwicklung verursachen und zur Manifestation von ASD beitragen. Eine Variation der Kopien-Nummer des Chromosoms 16p11.2 wurde identifiziert, die erhebliche Anfälligkeit für ASD verursacht. Die Expression von TAO2, einem bestimmten Gen in diesem Intervall, ist von besonderem Interesse , da es ein Ziel des RNA-Bindungsprotein Fragile X Mental Retardation Protein ( FMRP ) ist, das, wenn deletiert oder mutiert, die häufigste Form von geistiger Behinderung vererbt. Es soll ein neuer TAOK2/FMRP-abhängiger ASD-Signalweg identifiziert werden, der Gehirnarchitektur und -Konnektivität zu regulieren scheint. Es wird die Sequenzierung ganzer Genome verwendet, um neue TAO2- und FMR1-Mutationen in ASD-Kohorten zu entdecken und die Funktion der TAO2- und FMR1-Varianten in der Entwicklung von dendritischen Postsynapsen und Hirnkonnektivität untersucht. Es wird geprüft, ob FMRP die Aktivität von TAO2 und seine Funktion an der Synapse reguliert, was einen neuen TAOK2/FMRP-abhängigen ASD-Signalweg darstellen würde, und diese genetische/funktionelle Interaktion in ASD-bezogenen Maus-Verhaltenstests und genetischen Mausmodellen überprüft.

 

NEURON-Verbund RD_aDBS: Entwicklung feedback-kontrollierter Neuromodulationsstrategien zur Behandlung therapierefraktärer repetitiver Bewegungsstörungen

Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Forschungsverbundes „RD_aDBS“ im ERA-NET NEURON. Der Verbund besteht aus einer deutschen und zwei internationalen Arbeitsgruppen. Das Tourette Syndrom ist charakterisiert durch das kombinierte Auftreten von unkontrollierten Bewegungen und Sprachstörungen, sogenannten Tics. Diese Symptome gehen häufig einher mit weiteren psychiatrischen Erkrankungen. Viele Betroffene zeigen nach den bisherigen meist medikamentösen Therapiestrategien keine anhaltende Verbesserung ihrer Krankheitszeichen. Neue Behandlungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Tiefe Hirnstimulation, sind deshalb erforderlich. Die Tiefe Hirnstimulation hat bereits bei einigen Patientinnen und Patienten mit Tourette Syndrom zu beachtlichen Erfolgen geführt. Jedoch gibt es bislang kein einheitliches Therapieangebot und die Ergebnisse sind sehr variabel. Zudem sind die optimalen Stimulationsorte im Gehirn und weitere Parameter noch unbekannt. Die Ergebnisse des Vorhabens können sowohl in der klinischen Diagnostik vom Tourette Syndrom wie auch bei der Erforschung möglicher Therapie- oder Präventionsansätze verwendet werden.

Technische Universität Dresden
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Christine Winter
0351 458-4782
01EW1409
341.314 EUR
01.05.2014 - 31.10.2017

In diesem multidisziplinären und translationalen Projekt werden zelluläre Veränderungen, die der Symptompräsentation zugrunde liegen, sowie elektrophysiologische Biomarker, die den Beginn eines Tic anzeigen beschrieben, und darauf basierend Algorithmen und Hardware zur gezielten, lokal und zeitlich begrenzten elektrischen Beeinflussung der Tics mittels THS entwickelt. Das Teilprojekt konzentriert sich auf elektrophysiologische Ableitungen und Verhaltensuntersuchungen in der Ratte.

 

NEURON-Verbund mTOR-DIDS: Molekulare Mechanismen der Gehirnfunktion in mTOR-defizienten genetischen Syndromen mit kognitiven Störungen

Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Forschungsverbundes „mTOR-DIDS“ im Rahmen des ERA-NET NEURON. Der Verbund besteht aus zwei deutschen und zwei internationalen Arbeitsgruppen, die jeweils ihre individuelle Expertise in das Projekt einbringen und eng zusammenarbeiten. Das Ziel des Verbundes ist, geistige Behinderungen bei genetischen Erkrankungen zu untersuchen und deren molekulare Ursachen zu erforschen. Der sogenannte mTOR-Signalweg spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation und der Steuerung wichtiger zellulärer Prozesse wie Wachstum, Proliferation und Überleben von Nervenzellen im Gehirn. Störungen dieses Signalweges sind ein typisches Merkmal von verschiedenen genetischen Erkrankungen, die eine geistige Behinderung zur Folge haben. In diesem Verbund sollen die molekularen Mechanismen einiger Erkrankungen mit Defiziten im mTOR-Signalweg erforscht werden, den sogenannten Rett-, CDKL5- und Opitz/BBB/G-Syndromen.

Max-Planck-Institut für molekulare Genetik
Ihnestr. 63-73
14195 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Vera Kalscheuer
030 8413-1293
01EW1408A
295.070 EUR
01.06.2014 - 31.05.2017

Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Humangenetik

Langenbeckstr. 1
55131 Mainz

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Susann Schweiger
06131 17-5788
01EW1408B
233.146 EUR
01.06.2014 - 31.05.2017

Das Vorhaben am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin beschäftigt sich mit der Charakterisierung von Mutationen im CDKL5-Gen. An der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz werden Veränderungen im Opitz/BBB/G-Gen erforscht. Mutationen dieser Gene werden mit neurologischen Erkrankungen und kognitiven Defiziten in Verbindung gebracht. Beide Verbundpartner werden ihre Ergebnisse mit Signalwegen in gesunden Nervenzellen vergleichen, um die Veränderungen dieser Gene bei Krankheit und die daraus resultierenden Krankheitssymptome besser verstehen zu können. Außerdem sollen die so erzielten Ergebnisse mit den innerhalb des Verbundes erhobenen Befunden zum Rett-Syndrom verglichen werden. Diese Arbeiten könnten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, diese und ähnliche Krankheitsbilder besser zu verstehen und geeignete Therapieansätze zu finden.

 

NEURON-Verbund MecTranGen: Biologische Mechanismen der transgenerationalen Transmission früher traumatischer Stresserfahrung

Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Forschungsverbundes „MecTransGen“ im Rahmen des ERA-NET NEURON. Der Verbund besteht aus zwei deutschen und drei internationalen Arbeitsgruppen. Ziel des Verbundes ist, frühe mütterliche traumatische Kindheitserfahrungen und deren Auswirkungen auf die Schwangerschaft und die Phase nach der Geburt zu untersuchen. An der Charité in Berlin werden die molekularen Mechanismen, insbesondere die Veränderungen im Erbgut, untersucht, die das Risiko für psychiatrische Erkrankungen in der Schwangerschaft von betroffenen Frauen erhöhen. Am Max-Planck-Institut in München konzentrieren sich die Forscherinnen und Forscher auf den Einfluss mütterlicher Kindheitstraumatisierung auf die Mutter-Kind-Beziehung. Außerdem soll ein Zusammenhang zwischen frühem Stress und Veränderungen im Hormonsystem hergestellt werden. Damit soll ein wichtiger Beitrag zur frühestmöglichen Identifikation von Risikopopulationen und der Entwicklung von Interventionsstrategien geleistet werden.

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Institut für Medizinische Psychologie
Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften

Luisenstr. 57
10117 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Claudia Buß
030 450 529-222
01EW1407A
221.005 EUR
01.05.2014 - 31.10.2017

Max-Planck-Institut für Psychiatrie
Kraepelinstr. 2-10
80804 München

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Elisabeth Binder
089 30622-301
01EW1407B
256.240 EUR
01.07.2014 - 30.06.2017

Mütterliche traumatische Kindheitserfahrungen können die Mutter-Kind-Beziehung beeinflussen und sich somit auf das Risiko für psychopathologische Störungen beim Kind auswirken. Um ein besseres Verständnis der biologischen Mechanismen zu erlangen, die einem veränderten mütterlichen Verhalten von Frauen mit früher traumatischer Erfahrung zugrunde liegen, sollen in dieser Studie die Veränderungen im oxytozinergen System während der Schwangerschaft und in der postpartalen Phase in Zusammenhang mit mütterlichen traumatischen Kindheitserfahrungen beschrieben werden. Des Weiteren soll geprüft werden, ob diese oxytozinergen Veränderungen den Zusammenhang zwischen mütterlichen traumatischen Kindheitserfahrungen und dem veränderten Verhalten ihrem Kind gegenüber mediieren. Die biologischen Proben und Verhaltensbeobachtungen, die in diesem Projekt verwendet werden, werden im Rahmen einer Longitudinalstudie, die an der University of California, Irvine, durchgeführt wird, erhoben. Mütterliche traumatische Kindheitserfahrungen werden retrospektiv durch einen validierten Fragebogen erfasst. Oxytozin- und Geschlechtssteroidkonzentrationen sowie Promotermethylierung der Oxytozin- und Oxytozinrezeptogene werden in mütterlichen Plasmaproben von 120 Frauen bestimmt, die im 1. Und 3. Trimenon der Schwangerschaft sowie drei Monate postpartum gesammelt wurden. Die mütterliche Sensitivität und die Mutter-Kind-Bindung werden durch Verhaltensbeobachtug im 6. und 12. Lebensmonat des Kindes erfasst. Klassifikation der mütterlichen Traumatisierung und Depressivität, Kodierung der mütterlichen Sensitivität auf Basis der Videoaufnahmen, alle biologischen Assays sowie die statistischen Analysen zur Testung der spezifischen Hypothesen werden im Rahmen dieses Projektes durchgeführt.

 

NEURON-Verbund INFLAME-D: Die Rolle von inflammatorischen und damit assoziierten Prozessen auf die Entwicklung, das klinische Erscheinungsbild, den Verlauf und die Behandlung von Depressionen (INFLAME-D)

Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Forschungsverbundes „INFLAME-D“ im Rahmen des ERA-NET NEURON. Der Verbund besteht aus zwei deutschen und drei internationalen Arbeitsgruppen, die jeweils ihre individuelle Expertise in das Projekt einbringen und eng zusammenarbeiten. Das Ziel des Verbundes ist, entzündliche Prozesse im Gehirn in Bezug auf depressive Erkrankungen zu untersuchen. Bei der Depression handelt es sich um eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen. Aktuelle Behandlungsansätze, bestehend aus Psycho- und Pharmakotherapie, erzielen eine Erfolgsrate von 50-60%. Bei einem Drittel der Patienten und Patientinnen kommt es zu keinem befriedigenden Behandlungserfolg. Gründe hierfür sind noch nicht eindeutig identifiziert worden; es werden jedoch Veränderungen in der Kommunikation von Nervenzellen und im Erbgut als mögliche Faktoren diskutiert sowie äußere Umweltbedingungen und entzündliche Prozesse. Es ist bekannt, dass eine Aktivierung des Immunsystems durch immunstimulierende Therapie oder bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen mit einem signifikanten Anstieg depressiver Symptome bei den Betroffenen einhergeht. Wechselwirkungen zwischen Nervensystem und entzündlichen Prozessen könnten daher entscheidend an der Entstehung von Depressionen beteiligt sein. Ein besseres Verständnis dieser Wechselwirkungen könnte zur Entwicklung alternativer Behandlungsstrategien genutzt werden. Die Forschungsgruppen werden in klinischen Studien Patienten und Patientinnen mit verschiedenen Formen von Depression auf Zeichen von Entzündungen im Gehirn untersuchen. Parallel werden dieselben Faktoren in Tiermodellen überprüft. Die Ergebnisse können sowohl in der klinischen Behandlung von Depressionen als auch bei der Erforschung möglicher Präventionsansätze verwendet werden.

Kliniken Essen-Mitte
Evang. Huyssens-Stiftung/Knappschaft gGmbH
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Suchtmedizin

Henricistr. 92
45136 Essen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Martin Schäfer
0201 174-30001
01EW1406A
191.854 EUR
01.07.2014 - 30.06.2017

Ruhr-Universität Bochum
LWL - Universitätsklinikum Bochum
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin

Alexandrinenstr. 1-3
44791 Bochum

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Astrid Friebe
0234 32-28035
01EW1406B
208.220 EUR
01.07.2014 - 30.06.2017

Es sollen durch klinische Projekte sowie Grundlagenforschung psychoimmunologische Prozesse bei der unipolaren und bipolaren Depression untersucht werden. Mittels einem immunologischen Modell - den Interferon-alpha (IFN-alpha) induzierten Depressionen - soll bei Patienten und im Tiermodell nach biologischen Faktoren gesucht werden, die entweder protektiv gegen IFN-induzierte Depressionen wirksam sind, oder das Risiko einer Depression erhöhen. Dazu werden Daten zwischen Patientengruppen verglichen, die unter einer IFN-Behandlung Depressionen entwickelt haben oder depressionsfrei geblieben sind. In einer klinischen Studie werden zudem Zusammenhänge immunologischer Prozesse mit dem Verlauf und dem Therapieansprechen unipolarer und bipolarer Depressionen untersucht. Patienten mit einer unipolaren oder bipolaren Depression erhalten eine leitliniengerechte antidepressive Standardbehandlung unter Kontrolle immunologischer Parameter sowie klinischer Daten (z.B. Ansprechraten). Die Analyse und Auswertung der biologischen Parameter bei INF-behandelten Patienten soll in den ersten 18 Monaten des Projektes erfolgen. Parallel werden Tierversuchsreihen mit IFN-alpha in den kooperierenden Arbeitsgruppen stattfinden. Die klinische Studie wird eine Einschlussphase von 18 Monaten beinhalten mit einer maximalen Beobachtungsdauer von 24 Monaten. Die Auswertung erfolgt getrennt bezüglich der Ergebnisse nach Erstbehandlung und der Langzeitverlaufsdaten.

 

NEURON-Verbund HYPZITRP: HYPerforin Analoga, ZInk und TRPC6 Kanäle - ein neues antidepressives Wirkkonzept

Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Forschungsverbundes „HYPZITRP“ im ERA-NET NEURON. Der Verbund besteht aus einer deutschen und zwei internationalen Arbeitsgruppen.Depressionen gehören zu den wichtigsten chronischen Erkrankungen in Industrieländern. Sie sind durch eine große persönliche Belastung der Patientinnen und Patienten gekennzeichnet. Hinzu kommen hohe volkswirtschaftliche Kosten durch Frühberentung oder eine hohe Anzahl an Fehltagen. Trotz intensiver Forschung ist das Entstehen von Depressionen nur teilweise verstanden. Der Johanniskraut-Extrakt (Hyperforin) wird schon seit Jahrhunderten zur Therapie von leichten bis mittelschweren Depressionen eingesetzt. Seine antidepressive Wirkung wird über einen bisher wenig erforschten Mechanismus vermittelt. Aus diesem Grund wollen die Forscherinnen und Forscher den Wirkstoff des Johanniskrauts mit Hilfe sogenannter Hyperforin-Analoga weiterentwickeln. Außerdem soll ein besseres Verständnis der Entstehung von Depressionen erlangt werden. Dies wollen die Forschungsgruppen erreichen, indem sie sich besonders auf die molekularen Mechanismen und die krankheitsbedingte veränderte Kommunikation von Nervenzellen im Gehirn fokussieren. Die Ergebnisse des Vorhabens können sowohl in der klinischen Behandlung von Depressionen wie auch bei der Erforschung möglicher Präventionsansätze verwendet werden.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Naturwissenschaftliche Fakultät
Department Chemie und Pharmazie
Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie

Cauerstr. 4
91058 Erlangen

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Kristina Leuner
09131 852-9550
01EW1405
183.966 EUR
01.05.2014 - 30.04.2017

Das Vorhabenziel ist zum einen das bessere Verständnis der Pathogenese der Depression mit einem besonderen Fokus auf dem Zusammenspiel zwischen Transienten Rezeptor Potential Kanälen TRPC6, der synaptischen Plastizität und Zink. Ziel ist die Weiterentwicklung von chemisch stabilen, depressiv wirksamen Hyperforin-Analoga, die als molekulares Target TRPC6-Kanäle adressieren. Das Vorhaben ist in vier Arbeitspakete aufgeteilt, die das Konsortium in den nächsten drei Jahren bearbeiten wird: Synthese von neuen Hyperforin-Analoga, Analyse ihrer Effekte auf TRPC-Kanäle und auf die zelluläre Zink-Homöostase, Untersuchung der antidepressiven Effekte der Derivate im Zell- und Tiermodell und die Bedeutung von TRPC6-Kanälen und Zink bei der Pathophysiologie der Depression.

 

NEURON-Verbund COCADDICT: Kokainsucht: Eine translationale Studie zur Identifikation und Charakterisierung von dysfunktionalen neuronalen Netzwerken

Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Forschungsverbundes „COCADDICT“ im ERA-NET NEURON. Der Verbund besteht aus einer deutschen und drei internationalen Arbeitsgruppen.Das Ziel des Vorhabens ist, mit Hilfe von Bildgebungsverfahren anatomische und funktionelle Veränderungen im Hirn der süchtigen Ratte zu identifizieren und zu dokumentieren. Substanzmissbrauch ist mit enormen gesellschaftlichen Kosten verbunden. Die gesundheitlichen Symptome beinhalten neben den klassischen Krankheitszeichen wie Kontrollverlust auch eine Reorganisation von Nervenzellverbindungen im Gehirn. Details zu diesem funktionellen Reorganisationsprozess sind bisher jedoch kaum erforscht. Der Suchtverlauf wird im Tiermodell für Kokainsucht mittels multimodaler Bildgebungsverfahren im Magnetresonanztomographen (MRT) untersucht. Hierzu werden MRT-Aufnahmen vor und nach Kokaingabe während verschiedener Zeitpunkte der Suchtentwicklung durchgeführt. Aus den Ergebnissen sollen funktionelle und kausale Karten und Modelle von Hirnarealen und Neuronen und deren Veränderungen bei Sucht entwickelt werden. Flankiert werden diese Untersuchungen von neuroanatonischen und neurochemischen Untersuchungen, bei denen krankhafte Änderungen im Kommunikationssystem der Nervenzellen, dem sogenannten Transmittersystem, erforscht werden sollen. Die Ergebnisse des Vorhabens können sowohl in der klinischen Diagnostik von Sucht wie auch bei der Erforschung möglicher Therapie- oder Präventionsansätze verwendet werden.

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Abt. Psychopharmakologie

J 5
68159 Mannheim

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Rainer Spanagel
0621 1703-6251
01EW1404
279.520 EUR
01.05.2014 - 30.04.2017

Mittels multimodaler Bildgebungsverfahren in einem 9.4T Scanner sollen anatomische und funktionelle Konnektivitätskarten im süchtigen Hirn der Ratte erstellt werden. Zusammen mit dem Kollaborationspartner in Bordeaux wurde erstmals ein DSM-IV/5-Tiermodell für abhängiges Verhalten entwickelt. Nach 3-monatiger intravenöser Kokainselbstverabreichung werden ca. 15% der Tiere süchtig. Dieser Suchtverlauf wird im Tierscanner untersucht. Hierzu wird ein MRI-Scan im Ruhezustand (rsMRI) gefolgt von einem pharmakologischen MRI (i.v. Kokaingabe) während verschiedenen Zeitpunkten der Suchtentwicklung durchgeführt. Hieraus werden funktionelle und kausale Konnektivitätskarten entwickelt. Flankiert werden diese Untersuchungen durch neuroanatonische und neurochemische Scans. Dabei lassen sich anatomische Konnektivitätskarten erstellen sowie dynamische Veränderungen im glutamatergen und GABAergen System untersuchen.

 

NEURON-Verbund COCACE: VGLUT3 und Vulnerabilität zur Sucht 

Suchterkrankungen führen zu großen Leiden von Erkrankten und deren Angehörigen und verursachen substantielle volkswirtschaftliche Schäden. Die Abhängigkeit von Drogen und anderen Suchtmitteln geht einher mit einer Fehlentwicklung und Erkrankung bestimmter Hirnregionen. Um drogenabhängige Menschen behandeln zu können und Drogenabhängig-keit zu verhindern, ist es wichtig, diese Krankheitsprozesse der Sucht besser zu verstehen. Das Projekt COCACE untersucht die Rolle der Freisetzung von Botenstoffen im Gehirn und die Entwicklung von Suchtverhalten im Tiermodell. Das COCACE Konsortium ist Teil eines transnationalen Forschungsverbundes im ERA-NET NEURON und bringt wissenschaftliche Teams aus Deutschland, Frankreich, Schweden und Kanada zusammen. Die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen die molekularen krankheitsfördernden Aspekte bei Suchtverhalten untersuchen. Parallele Analysen von Suchtpatientinnen und -patienten bei den internationalen Partnern sollen genetische Veränderungen aufdecken. Die Ergebnisse dieses Vorhabens sollen dazu beitragen, die suchtbedingten Krankheitssymptome im Gehirn besser zu verstehen und dadurch neue Ziele für therapeutische Maßnahmen in der Suchtbekämpfung zu entwickeln.

Charité - Universitätsmedizin Berlin
NeuroCure Clinical Research Center (NCRC)

Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Christian Rosenmund
030 450 539 061
01EW1403
230.724 EUR
01.07.2014 - 30.06.2017

Das Projekt untersucht die Rolle von synaptischer Glutamatfreisetzung von cholinergen Interneuronen der Basalganglien in der Maus in der Entwicklung von Suchtverhalten. Weiterhin wird untersucht, ob der vesikuläre Glutamattransporter VGLUT3 essentiell für Suchtverhalten ist und inwiefern er in Menschen, einen genetischen Risikofaktor für Suchtverhalten darstellt. In einem multidisziplinären Ansatz wird angestrebt, den Zusammenhang zwischen Sucht, dem limbischen Belohnungssystem und VGLUT3 zu definieren. Dazu werden Mausmodelle mit Mutationen in VGLUT3 verwendet, um die molekularen und pathophysiologischen Aspekte von VGLUT3 in Suchtverhalten zu klären. Parallele humangenetische Untersuchungen von Suchtpatienten sollen genetische Zusammenhänge zu VGLUT3 und verwandten Transportern darstellen. Weiterhin sollen Suchtpatienten mit Mutationen in VGLUT3 genau klinisch charakterisiert werden, um die genetische Komponente von VGLUT3 genau bestimmen zu können.

 

NEURON-Verbund BrainCYP: Rolle genetischer Polymorphismen Arzneistoff metabolisierender und neuronal exprimierter Cytochrom P450 Enzyme im Rahmen affektiver Erkrankungen (BrainCYP)

Der transnationale Forschungsverbund „BrainCYP“ besteht aus zwei deutschen und zwei internationalen Arbeitsgruppen. Ziel des Verbunds ist es, die molekularen Mechanismen von arzneistoffabbauenden Enzymen im Gehirn in Bezug auf die normale Hirnfunktion und auf depressive Erkrankungen zu untersuchen. Diese Enzyme sind bei Menschen genetisch unterschiedlich ausgeprägt. Neuere Befunde zeigen, dass diese Unterschiede auch Auswirkungen auf normale Gehirnfunktionen und affektive Erkrankungen zum Beispiel Depressionen und Angsterkrankungen haben können. Die Forscherinnen und Forscher wollen analysieren, inwieweit arzneistoff-abbauende Enzyme bei ängstlich-depressiven Patienten verändert sind, um so ihre Rolle in der Entwicklung und im Verlauf affektiver Erkrankungen besser zu verstehen. Die Forschungsgruppen wollen damit antidepressive Therapien verbessern und die individuelle Vorhersagbarkeit des Verlaufs von Depression erhöhen. Die Arbeiten der deutschen Partner werden im Rahmen der Richtlinien zur Förderung von europäischen Forschungsprojekten zu psychischen Störungen durchgeführt. Die deutschen Verbundpartner werden Bildgebungsverfahren verwenden, um die Rolle der arzneistoffabbauenden Enzyme zu untersuchen. Hierzu werden die Bildgebungsdaten sowie genetisches Material von gesunden Probanden auf Zeichen von Depressivität und Ängstlichkeit untersucht und Verhaltenstests durchgeführt.

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Abteilung 5 - Forschung

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
53175 Bonn

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Julia Stingl
0228 993073570
01EW1402A
141.438 EUR
01.07.2014 - 30.06.2017

Universitätsklinikum Ulm
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III
Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen

Beim Alten Fritz 2
89075 Ulm

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Roberto Viviani
0731 500-61543
01EW1402B
163.208 EUR
01.06.2014 - 31.05.2017

Ziel dieses Vorhabens ist es, gemeinsam systematisch die Rolle von arzneistoffmetabolisierenden Enzymen im Gehirn in Bezug auf endogene neuroaktive Substrate und Hirnmorphologie und -funktion zu untersuchen. Aufbauend auf den Voruntersuchungen der Projektpartner auf dem Gebiet des Gehirnstoffwechsels soll untersucht werden, inwieweit genetische Polymorphismen und mit diesen assoziierte hohe bzw. niedrige Enzymaktivität von CYP2C19 und CYP2D6 mit ängstlich-depressiven Phänotypen assoziiert sind, um so deren Rolle in Psychopathologie und Verlauf affektiver Erkrankungen besser zu verstehen. Die Partner in Deutschland (Bonn und Ulm) werden mittels funktionaler Magnetresonanztomographie systematisch Einflüsse von CYP Polymorphismen auf die Gehirnstruktur (Morphologie) und Funktion untersuchen. Hierzu werden Bildgebungsdaten sowie genetisches Material von gesunden Probanden mittels eines funktionellen MRT-Paradigmas für Depressivität und Ängstlichkeit sowie anhand von Verhaltenstestungen analysiert werden. Außerdem werden aus einer Studie zum Verlauf depressiver Erkrankungen bei Patienten in hausärztlicher Behandlung die Daten zu neuronaler funktioneller Bildgebung in Abhängigkeit von Polymorphismen in CYP2D6 und CYP2C19 untersucht und Hinweise auf mögliche klinische und Bildgebungsphänotypen im Zusammenhang mit den Polymorphismen gewonnen.

 

NEURON-Verbund AnxBio: Neue molekulare Pathways und Biomarker für Angst-Erkrankungen

Das "AnxBio" Konsortium ist Teil eines transnationalen Forschungsverbundes im ERA-NET NEURON und bringt zwei wissenschaftliche Teams aus Deutschland, eins aus Finnland und eins aus Israel zusammen. Das Ziel des Verbundes ist, molekulare Mechanismen krankhafter Angststörungen zu identifizieren. Um Diagnose und Behandlung von Angsterkrankungen zu verbessern, ist ein Verständnis der zugrundeliegenden molekularen Mechanismen unabdingbar. In den geplanten Untersuchungen wollen die deutschen Forscherinnen und Forscher prüfen, ob es bestimmte Proteine gibt, die man als Indikatoren und Biomarker für den Krankheitsverlauf bzw. die Schwere der Erkrankung nutzen kann. Diese Biomarker könnten auch als mögliche Medikamentenansatzstellen in der Klinik dienen. Hierzu werden Gen- und Proteinanalysen im Tiermodell und in Blutproben von Patienten durchgeführt. Anschließend werden die erhobenen Daten mit Hilfe von Computer-gesteuerten Methoden ausgewertet. Im Verbund wollen die Forschungsgruppen so molekulare Netzwerke und deren krankheitsbedingte Veränderungen in Nervenzellen bei Angststörungen identifizieren und vorhersagen. Die Ergebnisse des Vorhabens können sowohl in der klinischen Diagnostik von Angststörungen als auch bei der Erforschung möglicher Präventionsansätze verwendet werden.

Max-Planck-Institut für Psychiatrie
Kraepelinstr. 2-10
80804 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Christoph Turck
089 30622-317
01EW1401A
489.154 EUR
01.06.2014 - 31.05.2017

Ziel des Projekts ist es, Pathways und Biomarker für Angststörungen zu identifizieren. Hierzu wird das Social-Defeat-Mausmodell herangezogen. Unter Verwendung von -omics Technologien werden miRNA, mRNA und Proteinanalysen durchgeführt. Anschließend werden die erhobenen Daten mit Hilfe von bioinformatischen Methoden integriert, um molekulare Netzwerke zu identifizieren und mit funktionellen Studien in der Maus sowie mit Patientenproben zu verifizieren. Das Vorhaben besteht aus fünf Teilprojekten. Das Social-Defeat-Mausmodell (WP1) bildet die Basis für mehrstufige molekulare Untersuchungen, die miRNA, und mRNA (WP2) sowie Proteinexpressions- und Protein-Turnover (WP3)-Analysen beinhalten. Die molekularen Befunde werden anschließend einer bioinformatischen Analyse unterworfen, um die betroffenen Pathways zu identifizieren. Proteine und Metaboliten, die Teil der Pathways sind, sind pathophysiologisch relevante Biomarker, die dringend benötigt werden, um neuartige therapeutische Ansätze zur Behandlung von Angststörungen zu entwickeln. In einem parallelen Ansatz werden Genexpression und -methylierung in menschlichen Blutzellen (WP4) analysiert. Maus- und Patientendaten werden anschließend integriert und funktionell untersucht und auf Kausalität geprüft (WP5).

 

 

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