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Öffentliche Bekanntmachung: |
2012 |
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Förderzeitraum: |
2014 - 2018 |
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Gesamtvolumen: |
ca. 23 Mio EUR |
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Projekte: |
5 Verbünde und Begleitforschung |
1. Ziele des Förderschwerpunktes
Gesund bleiben und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen sind Ziele, die viele Menschen bewegen. Damit dies im Alltag der Menschen umgesetzt werden kann, ist ein enger Dialog von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik mit den Bürgerinnen und Bürgern auf regionaler Ebene erforderlich.
Um diesen Dialog voranzutreiben, hat das BMBF den Wettbewerb "Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen" ausgelobt. Dieser Wettbewerb adressiert die Gesundheitsforschung und Dienstleistungsforschung gemeinsam. Beide Bereiche können auf diese Weise voneinander profitieren und Synergieeffekte nutzen. Hierdurch sollen neue Konzepte entwickelt und erprobt werden, die die Teilhabe der Menschen am gesellschaftlichen Leben und ihre Gesundheit verbessern.
Der Wettbewerb "Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen" ist ein wichtiges Element der Hightech- und Innovationsstrategie für Deutschland. Er greift einen Vorschlag der Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft auf, konkrete Forschungsbeiträge zu zwei Schwerpunktthemen der Hightech-Strategie 2020 zu fördern: "Auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben führen" und "Mehr Gesundheit durch gezielte Prävention und Ernährung".
2. Stand der Fördermaßnahme
In einem mehrstufigen Verfahren wählte eine fachübergreifende Jury aus 78 Projektskizzen die 12 besten Ideen für Gesundheits- und Dienstleistungsregionen aus. Diese zwölf Regionen erhielten zunächst je 50.000 Euro, um ihre Konzepte detailliert auszuarbeiten, Kontakte zu potentiellen Partnern zu knüpfen und ihre regionalen Netzwerke weiter auszubauen.
Aus diesen zwölf Konzepten wählte nun die Jury die fünf überzeugendsten regionalen Netzwerke aus. Das BMBF stellt den Gewinnerregionen für vier Jahre insgesamt 20 Millionen Euro für die Umsetzung Ihrer Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Verfügung. Die Regionen garantieren zudem eine 25-prozentige Kofinanzierung der Projekte aus Eigenmitteln der Region.
Die Gewinnerregionen sind darauf ausgerichtet, die gesellschaftlichen Herausforderungen als Chance zu nutzen. Gemeinsam "vor Ort" sollen passgenaue und umsetzbare Konzepte für die folgenden Ziele entwickelt und erprobt werden: Regionale Dienstleistungsnetzwerke sollen optimal auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet werden; Wohnungen sollen auf die Erfordernisse älterer Menschen angepasst werden; Inklusion in verschiedenen Lebensphasen soll die soziale Teilhabe und Lebensqualität der Menschen verbessern; Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten und Schulen soll gestärkt werden.
Dadurch soll die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen bis ins hohe Alter positiv beeinflusst werden. Die Ergebnisse sollen anschließend als Modelle und Vorbilder für andere Regionen in Deutschland dienen.
3. Geförderte Vorhaben
a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben
Teilprojekt "Vorbeugen durch Teilhabe"
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Universitätsklinikum Jena |
Leiter: |
PD Dr. Uwe Berger |
Teilprojekte "Netzwerke für Bildungsübergänge"; "Gesunde Lehrer durch Gemeinschaft"; "Gemeinsamkeit erleben - Wertschätzung erfahren"
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Friedrich-Schiller-Universität Jena |
Leiter: |
Prof. Dr. Thomas Kessler |
Teilprojekt "Gesund am Start"
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Ernst-Abbe-Hochschule Jena University of Applied Sciences |
Leiterin: |
Prof. Dr. Heike Kraußlach |
Die vier Dienstleistungsregionen:
FISnet wird erforschen, wie die aktive gesellschaftliche Teilhabe am Ende des Erwerbslebens bis ins hohe Alter für möglichst viele Menschen gestaltet werden kann. Ziel ist es, präventive betriebliche und regionale Gesundheitsdienstleistungen besser an die unterschiedlichen Bedürfnisse und Ansprüche älterer Menschen anzupassen. Hierzu entwickelt und erprobt die Region in Augsburg/Schwaben modellhaft kooperative Dienstleistungsnetzwerke der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Chemnitz+ wird dazu beitragen, dass ältere Menschen trotz körperlicher Einschränkungen in der vertrauten häuslichen Umgebung bleiben können und so weiter selbstständig und -bestimmt leben. Erreicht werden soll dies durch ein integratives Dienstleistungskonzept, in dessen Zentrum die Wohnung und das Quartier stehen. Diese werden durch die Vernetzung der Akteure innerhalb der Region und deren intelligente Anbindung an den Lebensraum zum Gesundheitsstandort weiterentwickelt.
Das Präventionsnetzwerk Ortenau möchte ein Netzwerk aufbauen, das sowohl seelische als auch körperliche Gesundheit und die soziale Teilhabe von möglichst allen Kindern und deren Familien fördert. Leitbild ist die Inklusion. Dieses Netzwerk soll die Akteure und Entscheidungsträger der Bildungs-, Jugendhilfe- und Gesundheitsinstitutionen systematisch miteinander verknüpfen.
Das Quartiersnetz Ruhrgebiet fokussiert die soziale Teilhabe bis ans Lebensende. Ältere Menschen sollen befähigt werden, sich über Quartiersnetzwerke eine zukunftsfähige Versorgungs- und Dienstleistungsstruktur für ein selbstbestimmtes Leben zu schaffen. Hierfür werden reale und digitale Quartiersnetze, geeignete Kommunikationsmedien sowie ein Schulungs- und Beratungskonzept entwickelt. Diese Quartiersnetzwerke sollen Menschen ermöglichen, in allen Phasen ihres Älterwerdens am gesellschaftlichen Leben aktiv teilzuhaben und dieses selbst zu gestalten.
Begleitvorgaben:
"INDiGeR" ist das wissenschaftliche Begleitvorhaben. Es unterstützt die "Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen" vor allem im Bereich des Ergebnistransfers von vorbildlichen Lösungen aus den vier Regionen und fördert deren Verstetigung. Ein Beirat der Begleitforschung, der sich aus Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammensetzt, erschließt weitere Vernetzungspotenziale.