Forschungsnetz psychische Erkrankungen

Öffentliche Bekanntmachung:  2012 
Förderzeitraum:  2015 - 2019 
Gesamtvolumen:  bis zu 35 Mio. Euro 
Vorhabenzahl:  9 Verbünde mit insgesamt 65 Zuwendungsemfängern 

Verbund ASD-Net im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen

Verbund ESCA-Life im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen 

Verbund ESPRIT im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen

Verbund AERIAL im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen 

Verbund APIC im Forschungsnetz Psychische Erkrankungen 

Verbund BipoLife im Forschungsnetz psychische Erkrankungen 

Verbund GCBS im Forschungsnetz psychische Erkrankungen

Verbund PROTECT-AD im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen 

Verbund OptiMD im Foschungsnetz psychische Erkrankungen 

 

1. Ziele des Förderschwerpunktes

In Deutschland leiden mindestens 40 Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens an einer psychischen Erkrankung. Psychische Erkrankungen zählen somit zu den Volkskrankheiten. Sie stellen sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen eine erhebliche Belastung dar und sind außerdem der häufigste Grund für Frühverrentungen. Die demographische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland lässt erwarten, dass sich die Häufigkeit derartiger Krankheiten weiter erhöhen wird.

Aufgrund der hohen Prävalenz, der erheblichen Belastung für Betroffene und Angehörige sowie der hohen Krankheitskosten stellen psychische Erkrankungen auch einen Krankheitsbereich von hoher Versorgungsrelevanz dar. Viele psychische Krankheitsbilder zählen zu den weit verbreiteten Krankheiten, über deren Ursachen nach wie vor unzureichende Kenntnisse bestehen. Das Forschungsnetz für psychische Erkrankungen wird sich dieser Herausforderung annehmen. Gefördert werden acht überregional und ein regional angelegter Forschungsverbund zu spezifischen Störungsbildern mit themenbezogenen Forschungsprojekten. Insgesamt 30 universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland werden an der Erforschung von Depression, Angststörungen, Sucht, Schizophrenie, ADHS und Autismus zusammen arbeiten. Im Vordergrund stehen dabei die Entwicklung von diagnostischen, therapeutischen oder präventiven Konzepten auf  der Basis von aktuellem Wissen über die Krankheitsentstehung und die Krankheitsmechanismen. Außerdem soll der Transfer aktueller Forschungsergebnisse in die Praxis unterstützt werden. In jedem Verbund soll das einschlägige Potenzial an Klinikern und Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen und Institutionen für das jeweilige Störungsbild zusammengeführt werden.

2. Stand der Fördermaßnahme

Mit der Fördermaßnahme " Forschungsnetz psychische Erkrankungen" unterstützt das BMBF die psychiatrische Forschung in Deutschland und fördert seit 2015 neun Forschungsverbünde, die in einem zweistufigen Antragsverfahren aus ursprünglich 48 vorgelegten Antragsskizzen ausgewählt wurden. Es ist eine insgesamt 4-jährige Förderung vorgesehen. Alle Verbünde haben ihre Arbeit im Februar 2015 aufgenommen. Das BMBF beabsichtigt, in den Jahren 2015 bis 2019 bis zu 35 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

(Sortierung innerhalb eines Verbundes nach Förderkennzeichen)

Verbund ASD-Net im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen

Im Forschungsverbund ASD-Net (Autism Spectrum Disorders Network) sollen neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Autismus-Spektrum-Störungen erforscht werden. Unter Autismus-Spektrum-Störungen werden die verschiedenen Krankheitsausprägungen zusammengefasst, etwa der frühkindliche Autismus und das Asperger-Syndrom. Bei allen Ausprägungen handelt es sich um angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörungen des Gehirns. Diese machen sich zumeist schon im frühen Kindesalter bemerkbar. Die Zahl der Autismus-Diagnosen stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an.
Die Diagnose von Autismus-Spektrum-Störungen gilt als fehleranfällig und besonders schwierig. Gleichzeitig werden neue und effektivere Therapien benötigt. Das ASD-Net wird sich diesen Themen widmen. Im so genannten "Diagnostik-Cluster" des Verbundes wird ein neues, internetbasiertes Diagnose-Instrument entwickelt. So soll die Diagnose vereinfacht und beschleunigt werden. Im "Therapie-Cluster" wird das therapeutische Potenzial von Oxytocin bei der Behandlung von Autismus-Spektrum-Störungen erforscht. Oxytocin ist ein Hormon, das beispielsweise beim Geburtsprozess von Bedeutung ist und soziale Interaktionen stärkt. Im "Gesundheitsökonomie-Cluster" sollen relevante Daten für die Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten mit Autismus-Spektrum-Störungen erhoben werden. 

Autismus-Spektrum-Störungen über die Lebensspanne - Effektivere Versorgung durch valide Diagnosen und ein besseres Verständnis der Ätiologie

Philipps-Universität Marburg
FB 20 Medizin und Universitätsklinikum
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Hans-Sachs-Str. 6-8
35039 Marburg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Inge Kamp-Becker
06421 586-6465
01EE1409A
364.998 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Das Ziel des Verbundes ASD-Net ist es, Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) in der gesamten Komplexität zu erforschen. Dies reicht von der Forschung zu den Krankheitsmechanismen bis hin zur Versorgungssituation der Betroffenen. Neben der Koordinierung des Gesamtverbundes ist die Universität Marburg an mehreren Teilprojekten beteiligt. Hierbei sollen neue, effiziente Diagnosemöglichkeiten und Therapien erforscht und validiert werden. Dies ist erforderlich, da die sichere Diagnose dieser Erkrankungen im medizinischen Alltag oftmals sehr schwierig ist. Daher wird im Vorhaben ein Screening-Instrument entwickelt und an einer unabhängigen Stichprobe erprobt. Dieses Screening-Instrument soll internetbasiert und leicht in der Anwendung sein. Für Patientinnen und Patienten mit diagnostizierter ASD sollen neue Behandlungsmöglichkeiten erforscht werden. Diese bauen auf der therapeutischen Wirkung des Hormons Oxytocin auf. Die Wirksamkeit einer Medikation mit Oxytocin soll in zwei klinischen Studien überprüft werden. Hierbei werden auch Untersuchungen mit Magnetresonanztomographie (MRT) stattfinden. Durch dieses bildgebende Verfahren sollen neuronale Aktivitäten im Gehirn erfasst und analysiert werden. Des Weiteren sollen gesundheitsökonomische Analysen durchgeführt werden. Dies umfasst etwa Analysen zur Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen durch Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig sollen die durch ASD entstehenden Kosten für das Gesundheitssystem erfasst werden.

 

Entwicklung und Validierung eines Screening-Instruments und eines internetbasierten Training-Tools für Autismus-Spektrum-Störungen bei Kindern und Jugendlichen

Technische Universität Dresden
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Veit Rößner
0351 458-2244
01EE1409B
299.203 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) sind im medizinischen Alltag oftmals sehr schwierig zu diagnostizieren. Bereits existierende Screening-Instrumente zur Diagnose dieser Störungen sind sehr sensibel und präzise. Sie erlauben aber keine genaue Abgrenzung zu komplexen neuro-behavioralen Störungen wie beispielsweise ADHS, Sprachstörungen oder Angsterkrankungen. Außerdem ist die bisher praktizierte Diagnostik mit Fragebögen und Verhaltensbeobachtungen umfangreich und zeitintensiv. Die TU Dresden ist daher an der Entwicklung eines neuen, internetbasierten Screening-Verfahrens beteiligt. Das neue Verfahren soll die Diagnose vereinfachen und beschleunigen. Dies ist insbesondere bei Autismus-Spektrum-Störungen besonders wichtig, um die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien zu gewährleisten. Außerdem könnten so etwaige Folgekosten möglichst gering gehalten werden. Das Screening-Verfahren wird auf der Grundlage einer existierenden Datenbank entwickelt. Diese enthält Daten von etwa 1.050 betroffenen Kindern und Jugendlichen mit diagnostizierten ASD. Das Verfahren wird dann an einer unabhängigen Gruppe von Kindern und Jugendlichen, bei denen der Verdacht auf Vorliegen einer ASD besteht, evaluiert. Darüber hinaus ist die TU Dresden an einer klinischen Studie beteiligt, die eine neue Therapie für ASD untersucht. Die Ergebnisse der klinischen Studie sollen durch bildgebende Verfahren, die Magnetresonanztomographie (MRT), überprüft werden. Die Untersuchungen werden vor und nach der Behandlung stattfinden, um den Behandlungserfolg zu überprüfen.

 

Bestimmung neurobiologischer Marker zur Prädiktion des Erfolgs eines sozialen Kompetenztrainings bei Autismus-Spektrum-Störungen

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Institut für Neuropsychologie und Klinische Psychologie

J5
68159 Mannheim

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Peter Kirsch
0621 1703-6501
01EE1409C
309.142 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Autismus-Spektrum-Störungen sind schwerwiegende, lebenslange und kostenintensive Erkrankungen. Die sichere Diagnose dieser Erkrankungen ist im medizinischen Alltag oftmals sehr schwierig. Hierdurch leidet die Lebensqualität der Betroffenen deutlich. Das ZI Mannheim ist daher an der Entwicklung eines neuen, internetbasierten Screening-Verfahrens beteiligt. Dieses Verfahren soll die Diagnose von Autismus-Spektrum-Störungen wesentlich vereinfachen und beschleunigen. Zur Entwicklung des Verfahrens sollen Daten von 470 Kindern und Jugendlichen sowie von 22 Erwachsenen einfließen. Darüber hinaus ist das ZI Mannheim an zwei klinischen Studien beteiligt. Hier soll die Wirkung von Oxytocin bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten untersucht werden. In Mannheim wird die zentrale Biomaterialbank des Verbundes erstellt. Es werden Speichelproben von allen Teilnehmenden gesammelt und durch genetische Analysen ausgewertet. Außerdem sollen die Effekte der Behandlung durch bildgebende Verfahren analysiert werden. Insgesamt 50 Studienteilnehmende werden daher mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht. Es werden drei verschiedene Experimente zur Mentalisierungsfähigkeit, Belohnungsverarbeitung und Emotionsverarbeitung durchgeführt. Hierbei handelt es sich um Funktionen, die bei Autismus-Spektrum-Störungen bekanntermaßen beeinträchtigt sind. Durch die fMRT-Analysen sollen Veränderungen in der Gehirnaktivierung festgestellt werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden dazu beitragen, die Krankheitsmechanismen von Autismus-Spektrum-Erkrankungen besser zu verstehen.

 

Klinische Studie zur Oxytocin-induzierten Verbesserung der sozialen Kompetenz bei Autismus-Spektrum-Störungen

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters

J 5
68159 Mannheim

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Luise Poustka
0621 1703-4522
01EE1409D
954.311 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) gehen regelhaft mit Einschränkungen der sozialen und kommunikativen Fähigkeiten einher. Soziales Lernen ist daher ein wichtiger Bestandteil des Therapieansatzes. Im Vorhaben des ZI Mannheim soll untersucht werden, ob das Hormon Oxytocin zu Therapiezwecken bei Autismus-Spektrum-Störungen eingesetzt werden kann. Die Therapie umfasst ein manualisiertes, gruppenbasiertes soziales Kompetenztraining bei autistischen männlichen Jugendlichen. Durch das Kompetenztraining sollen die Patienten Ihre sozialen Fähigkeiten erweitern. Begleitend zu dieser Therapie soll entweder Oxytocin oder ein Placebo verabreicht werden. Ziel der Studie ist es, eine mögliche Steigerung des Therapieeffektes durch Oxytocin zu erforschen. Die Untersuchung wird in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelblinden klinischen Studie durchgeführt. An drei Standorten werden hierfür 168 jugendliche Patienten rekrutiert und in die Studie eingeschlossen. Das Kompetenztraining mit begleitender Medikation wird über einen Zeitraum von 12 Wochen durchgeführt. Anschließend soll untersucht werden, ob die in der Therapie erworbenen sozialen Fähigkeiten langfristig aufrechterhalten werden können. Dazu werden zwei Verlaufsmessungen nach drei bzw. sechs Monaten durchgeführt.

 

Entwicklung und Validierung eines Screening- Instruments und eines internet-basierten Training-Tools für Autismus-Spektrum-Störungen im Erwachsenenalter

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Charité Mitte
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Eschenallee 3
14050 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Stefan Roepke
030 8445-8750
01EE1409E
152.455 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Autismus-Spektrum-Störungen sind im medizinischen Alltag oftmals schwierig zu diagnostizieren. Insbesondere fehlen sichere Methoden der Schnellerkennung. Autismus-Spektrum-Störungen beginnen bereits im Kindes- und Jugendalter, werden jedoch in vielen Fällen zu spät erkannt. Deshalb ist eine sichere und schnelle Diagnose auch im Erwachsenenalter wichtig. Erst dann können effiziente Therapien eingeleitet werden. Die Charité Berlin ist an der Entwicklung eines neuen Screening-Verfahrens für Autismus-Spektrum-Störungen im Erwachsenenalter beteiligt. Das Verfahren soll die Diagnose von Autismus-Spektrum-Störungen vereinfachen und beschleunigen. Hierzu sollen existierende Daten aus der deutschlandweit größten Kohorte von Personen mit Autismus-Spektrum-Störungen analysiert werden. Der Fokus liegt hierbei auf zwei bereits verfügbaren Diagnoseinstrumenten: Der diagnostischen Beobachtungsskala (ADOS) und dem diagnostischen Interview für Autismus (ADI). Aus den beiden Instrumenten sollen geeignete Parameter zur Entwicklung eines Screening-Verfahrens für Männer und Frauen identifiziert werden. Hierbei kommen unter anderem auch die "machine learning" Methodik zum Einsatz. Ziel ist es, ein internetbasiertes Tool zu entwickeln, dass leicht im medizinischen Alltag eingesetzt werden kann. Training und Verbreitung des Screening-Instruments soll über eine Internetplattform erfolgen. Das neue Verfahren wird außerdem an einer unabhängigen Stichprobe von Personen evaluiert.

 

Analyse der aktuellen krankheitsbedingten Kosten und Modelle effizienter Versorgung bei Autismus-Spektrum-Störungen

Universität Bremen
Zentrum für Sozialpolitik

Mary-Somerville-Str. 5
28359 Bremen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Falk Hoffmann
0421 218-58561
01EE1409F
205.862 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Autismus-Spektrum-Störungen sind für die Betroffenen zeitlebens eine schwere Bürde. Gleichzeitig verursachen diese Erkrankungen aber auch hohe Kosten für das Gesundheitssystem. Im Vorhaben der Universität Bremen soll daher ein wirklichkeitsnahes Bild der Kosten von Autismus-Spektrum-Störungen erstellt werden. Gleichzeitig werden Daten zur Inanspruchnahme zugehöriger Leistungen des Gesundheitssystems erfasst. Bisher liegen für Deutschland keine entsprechenden Daten vor. Das Ziel ist es, anhand der gewonnenen Erkenntnisse Möglichkeiten einer effizienteren Versorgung aufzuzeigen. Die Daten werden anhand der Patientinnen und Patienten erhoben, die in den Studienzentren Marburg, Dresden, Berlin und Mannheim rekrutiert werden. Folgende Fragen sollen beantwortet werden: 1) Wie hoch sind die jährlichen Kosten von Autismus-Spektrum-Störungen in Deutschland? 2) Wie hoch sind die Lebenszeitkosten? Lassen sich diese durch Frühinterventionen im frühen Kindesalter beeinflussen? 3) Wie sehen typische Inanspruchnahme-Muster bis zur Diagnose aus? Um diese Fragen beantworten zu können, wird ein spezifischer Fragebogen entwickelt. Im nächsten Schritt wird anhand der rekrutierten Patientinnen und Patienten untersucht, wie typische Inanspruchnahme-Muster bis zur Diagnose aussehen. Anschließend sollen auf der Grundlage vorhandener Literatur die Daten verglichen werden, beispielsweise zu Lebenszeitkosten. Die im Verbund entwickelten und im Rahmen einer klinischen Studie evaluierten Interventionen werden dann auf ihre Kosteneffektivität hin untersucht.

 

Klinische Studie zur Bestimmung der modulierenden Effekte der Oxytocin-Behandlung auf die soziale Kognition bei Patientinnen und Patienten mit Autismus-Spektrum-Störungen

Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften
Stephanstr. 1 a
04103 Leipzig

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Tania Singer
0341 9940-149
01EE1409H
354.517 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) sind schwerwiegende Neuro-Entwicklungsstörungen. Sie gehen zumeist mit deutlichen Einschränkungen der sozialen Interaktionsfähigkeit und der sozialen Kompetenz einher. Diese Einschränkungen sind für die Betroffenen sehr belastend. Ergebnisse von bereits vorliegenden Pilotstudien zeigen, dass eine Behandlung mit Oxytocin hier Verbesserungen erbringen könnte. Oxytocin ist ein Hormon und Neurotransmitter und spielt beispielsweise beim Geburtsprozess oder Stillen von Säuglingen eine wichtige Rolle. Im Vorhaben des Max-Planck-Instituts in Leipzig soll daher die akute therapeutische Wirkung von intranasalem Oxytocin bei ASD erforscht werden. In einer klinischen Studie werden die Auswirkungen der Medikation auf soziale Kognition untersucht. Gleichzeitig werden die zugrunde liegenden neuronalen Mechanismen im Gehirn erforscht. Dies geschieht durch funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), einem bildgebenden Verfahren, das zur Visualisierung von Gehirnaktivität genutzt wird. Es werden verschiedene experimentelle Messungen zu basaler emotionaler Verarbeitung, zu Empathie und zu "Theory of Mind" durchgeführt. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, auf welchen Ebenen soziale Kognition im Gehirn von Patientinnen und Patienten mit Autismus-Spektrum-Störung verändert ist. Gleichzeitig soll die Frage beantwortet werden, ob Oxytocin eine positive therapeutische Wirkung hat. Die Wirkungsweise von Oxytocin auf die verschiedenen neuronalen Netzwerke, die sozialer Kognition zugrunde liegen, kann so besser verstanden werden.

 

Modulierende Effekte der Oxytocin-Behandlung auf soziale Kognition bei Patientinnen und Patienten mit Autismus-Spektrum-Störung

Universität zu Lübeck
Zentrum für Integrative Psychiatrie gGmbH

Ratzeburger Allee 160
23562 Lübeck

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Sören Krach
0151 23266457
01EE1409I
350.738 EUR
01.06.2015 - 30.09.2018

Im Teilprojekt der Universität zu Lübeck soll die akute Wirkung von intranasalem Oxytocin auf soziale Kognition und die zugrundeliegenden neuronalen Mechanismen untersucht werden. Dafür werden verschiedene experimentelle Paradigmen zur Messung von basaler emotionaler Verarbeitung, Empathie und Theory of Mind im Magnet-Resonanz-Tomographen durchgeführt. Die Ergbnisse der Studie können Aufschluss darüber geben, auf welchen Ebenen soziale Kognition bei Patientinnen und Patienten mit Autismus-Spektrum-Störung verändert ist und ob dies durch Oxytocingabe positiv beeinflusst wird. Darüberhinaus kann das Projekt die Wirkungsweise von Oxytocin auf die verschiedenen neuronalen Netzwerke, die sozialer Kognition zugrunde liegen, aufzeigen.

 

Verbund ESCA-Life im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen

Im Forschungsverbund ESCA-Life (Evidence-based, Stepped Care of ADHD along the life-span) werden neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen erforscht. Diese Erkrankung beginnt zumeist bereits im Kindes- und Jugendalter. Oftmals wird ADHS aber auch in das Erwachsenenalter übertragen. Zur Therapie von ADHS sind medikamentöse und nicht-medikamentöse Verfahren verfügbar. Der Erfolg dieser Therapien ist aber individuell sehr unterschiedlich. Die Forschungsprojekte des ESCA-Life Verbundes verfolgen daher das Ziel, den Behandlungserfolg individuell zu verbessern. Hierzu sollen abgestufte Therapiekonzepte erforscht werden. Diese sehen unterschiedliche Optionen vor, die individuell angepasst werden. Die Behandlung beginnt mit einem sehr niederschwelligen Ansatz, etwa einer angeleiteten Selbsthilfe. Je nach Ansprechen wird die weitere Therapie dann entsprechend angepasst. In insgesamt vier klinischen Studien sollen abgestufte Therapieansätze an unterschiedlichen Zielgruppen erforscht werden: Vorschulkinder, Kinder im Schulalter, Jugendliche und Erwachsene. Parallel zu der eigentlichen Therapie sollen Parameter bestimmt werden, anhand derer sich der Behandlungserfolg vorab abschätzen lässt. Basierend auf den Ergebnissen der Studien wird eine Implementierung entsprechender Maßnahmen im Gesundheitswesen angestrebt. 

Klinische Studie zur evidenzbasierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei Vorschulkindern

Philipps-Universität Marburg
FB 20 Medizin und Universitätsklinikum
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Hans-Sachs-Str. 6-8
35039 Marburg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Katja Becker
06421 586-6261
01EE1408A
385.932 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Im Vorhaben der Universität Marburg wird eine klinische Studie zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Vorschulkindern durchgeführt. Es soll die Effektivität eines individualisierten, stufenweisen Behandlungsprogramms überprüft werden. Dieses beruht auf evidenzbasierten, psychosozialen Ansätzen zur Therapie der ADHS. Gleichzeitig soll überprüft werden, ob ein solcher stufenweiser Ansatzes in die Routineversorgung implementiert werden kann. Hierbei werden auch Vorhersagemöglichkeiten für das Ansprechen bzw. Nichtansprechen auf verschiedene Behandlungskonditionen erforscht. An der Studie werden insgesamt 200 Jungen und Mädchen im Alter von 3 bis unter 6 Jahre (max. 5 Jahre und 11 Monate) teilnehmen. Alle Kinder müssen die ADHS-Diagnosekriterien erfüllen. Den ersten Schritt der Behandlung bildet eine telefonassistierte Selbsthilfe (TASH) für Eltern und Erziehende des Kindergartens. Das TASH-Programm basiert auf speziell für diese Altersstufe entwickelten Selbsthilfebroschüren und mehreren Telefon-Coachings. Nach erfolgter Behandlung werden die Kinder erneut untersucht. Diejenigen, die keine Symptome einer ADHS mehr aufweisen, erhalten bis auf eine Booster-Sitzung keine weitere Behandlung mehr. Schätzungsweise 80% der Kinder werden jedoch von der TASH alleine nicht ausreichend profitieren. Diese Kinder erhalten zusätzlich eine spezifische verhaltenstherapeutische Behandlung auf der Basis eines individualisierten Eltern-Managementtrainings. Das Training basiert auf dem Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetisch-oppositionellem Problemverhalten (THOP) und dem Präventionsprogramm für expansives Problemverhalten (PEP). Durch die stufenweisen Therapieschritte sollen der Behandlungsaufwand reduziert und der Behandlungserfolg gesteigert werden.

 

Klinische Studie zur evidenz-basierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei Schulkindern (ESCAschool)

Universität zu Köln
Medizinische Fakultät
Universitätsklinikum
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters

Robert-Koch-Str. 10
50931 Köln

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Manfred Döpfner
0221 478-6271
01EE1408B
792.314 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Im Vorhaben der Universität Köln wird eine klinische Studie zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Schulkindern durchgeführt. Es soll die Effektivität eines individualisierten, stufenweisen Behandlungsprogramms überprüft werden. Dieses beruht auf verhaltenstherapeutischen und pharmakologischen Ansätzen zur Therapie der ADHS. Gleichzeitig soll überprüft werden, ob ein solcher stufenweiser Ansatze in die Routineversorgung implementiert werden kann. Hierbei werden auch Vorhersagemöglichkeiten für das Ansprechen bzw. Nichtansprechen auf verschiedene Behandlungskonditionen erforscht. An der Studie werden insgesamt 521 Kinder im Alter von 6 bis maximal 11 Jahren teilnehmen. Alle Kinder müssen die ADHS-Diagnosekriterien erfüllen. Den ersten Schritt der Behandlung bildet für Kinder mit einer stark ausgeprägten Symptomatik eine psychoedukative und medikamentöse Behandlung. Kinder mit leichter oder mittelschwerer Symptomausprägung nehmen zusätzlich an einer telefonassistierten Selbsthilfe (TASH) für Eltern und Lehrer teil. Das TASH-Programm basiert auf Selbsthilfebroschüren und mehreren Telefon-Coachings. Nach erfolgter Erstbehandlung werden die Kinder erneut untersucht. Die weitere Behandlung hängt davon ab, wie gut die Kinder auf den ersten Behandlungsschritt angesprochen haben. Bei gutem Ansprechen erhalten die Kinder mit ursprünglich starker Symptomatik weiterhin eine medikamentöse Behandlung und zusätzliche Beratung. Diejenigen, die nur teilweise von der Erstbehandlung profitiert haben, erhalten neben einer medikamentösen Behandlung zusätzlich Beratung, Verhaltenstherapie oder Neurofeedback. Haben die Kinder gar nicht auf die Erstbehandlung angesprochen, werden sie alternativ pharmakologisch behandelt und erhalten zusätzlich eine Verhaltenstherapie. Bei Kindern mit ursprünglich leichter bis mittelschwerer Symptomatik werden ebenfalls in Abhängigkeit vom Behandlungserfolg in der ersten Phase weitere Therapien durchgeführt.

 

Klinische Studie zur evidenz-basierten, stufenweisen Versorgung von ADHS durch individualisierte Kurzzeit-Therapie bei Jugendlichen (ESCAadol)

Universitätsklinikum Würzburg
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Zentrum für psychische Gesundheit

Füchsleinstr. 15
97080 Würzburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Marcel Romanos
0931 201-78010
01EE1408C
355.354 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Im Vorhaben des Universitätsklinikums Würzburg wird eine klinische Studie zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Jugendlichen durchgeführt. Die Studie richtet sich speziell an betroffene Jugendliche, bei denen trotz bereits erfolgter Routinebehandlung keine hinreichende Stabilisierung der Symptomatik erreicht wurde. Es soll daher die Effektivität eines manualisierten, verhaltenstherapeutischen Kurzzeittherapieprogrammes überprüft werden. Das Programm kombiniert bereits bewährte Behandlungselemente individuell. Es ermöglicht so eine problembezogene und zeitökonomische Behandlung. An der Studie werden insgesamt 160 Jugendliche im Alter von 12 bis maximal 15 Jahren teilnehmen. Die Behandlungsstrategien umfassen neben psychoedukativen Ansätzen spezifische Module zu Medikations-Compliance, Organisation und Planen, Impulsivität und Emotionsregulation, Substanzmissbrauch, familiäre Interaktion, psychische Gesundheit der Eltern sowie Elterntraining. Als Kontrollbehandlung zu dem individuellen Kurzzeittherapieprogramm wird telefonassistierte Selbsthilfe (TASH) durchgeführt. Das TASH-Programm basiert auf Selbsthilfebroschüren und mehreren Telefon-Coachings. Durch die individualisierten Therapieschritte sollen der Behandlungsaufwand reduziert und der Behandlungserfolg gesteigert werden.

 

Klinische Studie zur evidenz-basierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen (ESCAlate)

Universität des Saarlandes
Universitätsklinikum - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Kirrberger Str.
66424 Homburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Michael Rösler
06841 162-6350
01EE1408D
653.195 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Im Vorhaben der Universität des Saarlandes wird eine klinische Studie zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Erwachsenen durchgeführt. Es soll die Effektivität eines abgestuften therapeutischen Behandlungsprogramms überprüft werden. Hierbei sind die verschiedenen Komponenten der Behandlung  hierarchisch organisiert. Die Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten aus der ADHS-Routinesprechstunde beginnt mit einem niederschwelligen Angebot. Es handelt sich dabei um zwei Formen der Psychoedukation. Bei der ersten Form wird die betroffene Person von einem Psychotherapeuten direkt betreut. Hingegen wird bei der zweiten Form eine telefonassistierte Selbsthilfe (TASH) angeboten. Das TASH-Programm basiert auf Selbsthilfebroschüren und mehreren Telefon-Coachings. Im Anschluss an die erste Behandlungsstufe werden die Betroffenen erneut untersucht und das Ansprechen der Behandlung überprüft. Bei gutem Therapieerfolg erhalten die Patientinnen und Patienten ein klinisches Routinemanagement. Bei therapeutischem Teilerfolg werden die Betroffenen nochmals aktiv psychologisch betreut. Bei einer Teilgruppe der Studienteilnehmenden wird zusätzlich Neurofeedback durchgeführt. Bei gänzlich fehlendem Therapieerfolg werden die Betroffenen schließlich mit Methylphenidat medikamentös behandelt. Auch hier gibt es wieder eine Teilgruppe, bei der ergänzend Neurofeedback angewendet wird. Durch die stufenweisen Therapieschritte sollen der Behandlungsaufwand reduziert und der Behandlungserfolg gesteigert werden.

 

Vorhersage der Behandlungsantwort aus der Gehirnstruktur und-funktion (ESCAbrain)

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters

J 5
68159 Mannheim

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Tobias Banaschewski
0621 1703-4502
01EE1408E
1.038.397 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

>Der Behandlungserfolg nicht-pharmakologischer Therapien bei ADHS ist sehr heterogen. Patientinnen und Patienten sprechen individuell entweder besser oder schlechter auf eine bestimmte Behandlung an. Diese Unterschiede werden zunehmend anhand individueller Veränderungen der Gehirnstruktur und der Gehirnfunktion der Betroffenen interpretiert. In diesem Projekt, das vom ZI Mannheim geleitet wird, sollen diese Veränderungen daher näher untersucht werden. Ziel des Vorhabens ist es, anhand bestimmter Parameter den Behandlungserfolg einer spezifischen Therapie vorab besser einschätzen zu können. Die Arbeiten konzentrieren sich dabei speziell auf die Vorhersage des Behandlungserfolges bei Verhaltenstherapie und bei Neurofeedback. Hierzu werden Patientinnen und Patienten untersucht, die an den entsprechenden Modulen in den klinischen Studien des ESCA-Life Verbundprojektes teilnehmen. Es werden Merkmale der Funktion, der Struktur und der Konnektivität des Gehirns analysiert. Dies geschieht durch Bildgebungstechniken wie Elektroenzephalographie (EEG), Magnetresonanztomografie (MRT) oder transkranieller Sonographie (TCS). Durch die Arbeiten im Vorhaben sollen zukünftige Behandlungen gezielter und effizienter auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden können.

 

Verbund ESPRIT im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen

Im Forschungsverbund ESPRIT (Enhancing Schizophrenia Prevention and Recovery through Innovative Treatments) sollen neue Präventions- und Behandlungsansätze bei Schizophrenie erforscht werden. Schizophrenie ist eine Erkrankung des Gehirns; sie wird durch strukturelle und biochemische Veränderungen im Gehirn hervorgerufen und beeinflusst die Wahrnehmung der Realität. Sie tritt zumeist in akuten Schüben auf, sogenannten schizophrenen Episoden. Statistisch durchlebt jeder hundertste Mensch mindestens einmal im Leben eine schizophrene Episode.
Aktuelle Therapien finden immer während einer schizophrenen Episode statt. Hierbei sind hohe Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente, geringe Erfolgsraten der Behandlung und hohe Rückfallquoten typisch. ESPRIT überprüft daher die Wirkung präventiver Ansätze sowie die aktive Unterstützung des Genesungsprozesses nach einer akuten schizophrenen Episode. Dieser neue Ansatz soll dazu führen, zukünftige schizophrene Episoden zu verhindern oder abzuschwächen. Den Kern der geplanten Arbeiten bilden vier klinische Studien an Patientinnen und Patienten. Diese umfassen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Behandlungsansätze wie etwa eine Psychotherapie. Besondere Aufmerksamkeit wird Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko gewidmet. Erfolgreiche Konzepte sollen auf ihre Einsatzmöglichkeit im Versorgungsalltag überprüft werden. 

Klinische Studie zur Wirksamkeit von Cannabidiol CR (Arvisol®) als Zusatztherapie zu einer Behandlung mit Olanzapin oder Amisulprid im Frühstadium einer Schizophrenie

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

J 5
68159 Mannheim

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Franz-Markus Leweke
0621 1703-2321
01EE1407A
1.256.800 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Schizophrenie ist durch eine hohe Rückfallquote nach einer erfolgten Therapie gekennzeichnet. Somit erleiden viele Patientinnen und Patienten trotz einer Behandlung wieder einen erneuten Krankheitsschub. Die hier vorliegende klinische Studie soll daher überprüfen, ob Cannabidiol den Behandlungserfolg verbessern kann. Cannabidiol ist ein Bestandteil der Cannabispflanze, der keinerlei rausch- oder abhängigkeitserzeugende Wirkung hat. Der Wirkstoff soll dabei in einer Erhaltungstherapie erprobt werden. Die Erhaltungstherapie schließt sich an eine Akuttherapie an. Die Akuttherapie wird mit den bereits zugelassenen Medikamenten Olanzapin oder Amisulprid durchgeführt. Zusätzlich wird den Probandinnen und Probanden Cannabidiol oder ein Plazebo verabreicht. Es wird erwartet, dass die Erhaltungstherapie mit Cannabidiol die Rückfallquote senkt. An der Studie werden 180 Patientinnen und Patienten teilnehmen. Die Therapiedauer beträgt insgesamt ein Jahr. Während dieser Zeit werden regelmäßig unter anderem die Krankheitssymptome sowie die Lebensqualität der Teilnehmenden erfasst. Die klinische Studie wird vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim geleitet. Außerdem nehmen die Universitätskliniken in Köln, Berlin, München und Aachen als weitere Studienzentren teil.

 

Erfassung der Langzeitkosten und Analyse der Kosteneffektivität innovativer Therapien bei Schizophrenie

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

J 5
68159 Mannheim

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hans Joachim Salize
0621 1703-6401
01EE1407B
196.620 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Schizophrenie ist durch eine hohe Rückfallquote nach einer erfolgten Therapie gekennzeichnet. Hierdurch entstehen für das Gesundheitssystem hohe Kosten bei der Behandlung der Patientinnen und Patienten. Im Verbund ESPRIT werden daher neue Behandlungsmöglichkeiten auf ihre Wirksamkeit und Effizienz hin untersucht. Einen wichtigen Aspekt stellt hierbei die Analyse der Behandlungskosten der neuen Therapien dar. Diese Aufgabe wird vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim übernommen. Neben den reinen Behandlungskosten wird auch die Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen sowie psychiatrischer Leistungen der Patientinnen und Patienten erhoben. Mit diesen Daten werden dann Kosteneffektivitäts- und Kosten-Nutzwertanalysen durchgeführt. Hierbei werden auch Lebensqualitätsdaten einbezogen und im Sinne von Präferenzmessungen in QALYs (qualitätsadjustierte Lebensjahre) umgerechnet. Auf diese Weise ist auch eine Aussage zur Veränderung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten möglich. Die vier neuen Therapien, die der ESPRIT Verbund erforscht, werden dann bezüglich einer möglichen Implementierung in die Versorgungsroutine bewertet.

 

Klinische Studie zur Prävention einer ersten psychotischen Episode durch Integrierte Präventive Psychologische Intervention bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko

Universität zu Köln
Medizinische Fakultät
Universitätsklinikum
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Kerpener Str. 62
50937 Köln

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Joachim Klosterkötter
0221 478-4010
01EE1407C
372.292 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Psychotische Störungen sind durch hohe gesundheitliche und soziale Belastungen der Betroffenen und ihrer Angehörigen gekennzeichnet. Sie gehen zumeist mit sozialen und beruflichen Funktionseinbußen der Erkrankten einher. Hiermit ist eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität verbunden. Gleichzeitig entstehen hohe finanzielle Aufwände für das Gesundheitssystem. Trotz aller Behandlungsfortschritte in den letzten Jahrzehnten hat sich diese Situation nicht erheblich verbessert. Präventive Maßnahmen werden daher gegenwärtig als vielversprechendste Ansätze für Therapiemaßnahmen angesehen. Durch ein kooperatives Forschungsprojekt der Universitäten Köln und Bonn sollen jetzt zwei neue, präventive Behandlungsansätze klinisch erprobt werden. Das Ziel der Studie ist es, die Übergangsrate von Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in eine diagnostizierte Psychose zu reduzieren. Die Universität Köln koordiniert das Modul zur "Integrierten Präventiven Psychologischen Intervention" (IPPI). Hierbei handelt es sich um einen psychotherapeutischen Behandlungsansatz. Neben Köln sind die Universitätskliniken in Bonn, München, Mannheim, Tübingen und Aachen als weitere Studienzentren eingebunden. Die Studiendauer wird 48 Monate betragen, wobei die eigentliche Therapie samt Beobachtungsphase auf insgesamt 18 Monate ausgelegt ist.

 

Klinische Studie zur Bedeutung von Ausdauersport für die Verbesserung von Kognition und Remission bei post-akuter Schizophrenie

Klinikum der Universität München
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Nußbaumstr. 7
80336 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Peter Falkai
089 5160-5501
01EE1407E
328.669 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Psychotische Störungen, wie beispielsweise die Schizophrenie, sind für die Betroffenen sowohl gesundheitlich wie auch sozial zumeist sehr belastend. Es besteht ein hoher Bedarf an neuen, wirksamen Therapien und Präventionsmöglichkeiten. In bisherigen Studien wurde eine positive Wirkung von 3-monatigem körperlichem Ausdauertraining in kleinen Stichproben von Patientinnen und Patienten gezeigt. Diese Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf Personen mit chronischer Schizophrenie. Im Vorhaben der Universität München soll nun erforscht werden, ob auch kürzlich erkrankte Personen davon profitieren können. Gleichzeitig soll untersucht werden, ob eine verlängerte Trainingsdauer von 6 Monaten positive Effekte hat. Hierfür sollen in einer klinischen Studie insgesamt 180 Patientinnen und Patienten behandelt werden. Alle Teilnehmenden müssen eine diagnostizierte Schizophrenie haben. Die Erstmanifestation der Erkrankung muss hierbei weniger als 3 Jahre zurückliegen. 90 Studienteilnehmende erhalten ein 6-monatiges Ausdauersporttraining, das mittels Ergometertraining nach individuellem Leistungsgrad durchgeführt wird. Weitere 90 Personen werden parallel ein Entspannungs- und Gleichgewichtstraining absolvieren. Nach 12 und 26 Wochen Therapiedauer wird der Einfluss auf die Positiv- und Negativ-Symptomatik, depressive Symptome, Lebensqualität, Remissionsgrad und die kognitive Leistungsfähigkeit untersucht. In einer weiteren Beobachtungsperiode nach sechs Monaten ohne Training soll geprüft werden, ob die erzielten Effekte anhalten oder sich zurückbilden. Neben der Universität München sind auch die Universitätskliniken in Aachen, Mannheim, Berlin und Düsseldorf als weitere Studienzentren eingebunden.

 

Klinische Studie zur Wirksamkeit eines Integrierten sozial-kognitiven und verhaltensbezogenen Kompetenztrainings hinsichtlich der sozialen Funktionsfähigkeit bei Schizophrenie

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Rheinische Kliniken Düsseldorf
Psychiatrische Klinik

Bergische Landstr. 2
40629 Düsseldorf

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Wolfgang Wölwer
0211 922-2002
01EE1407F
518.380 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Ein typisches Merkmal der Schizophrenie ist die gestörte soziale Funktionsfähigkeit der erkrankten Menschen. Darunter versteht man beispielsweise die Motivationslosigkeit zu sozialen Aktivitäten oder Probleme bei der Interaktion mit anderen Menschen. Dies ist für die Betroffenen sehr belastend und führt zu einer stark reduzierten Lebensqualität. Alle derzeit verfügbaren Therapiemaßnahmen zeigen hier nur geringe Behandlungserfolge. Die vorliegende Studie überprüft daher eine neue Therapiemöglichkeit. Das Ziel ist es, die soziale Funktionsfähigkeit durch die Kombination zweier unterschiedlicher Behandlungsstrategien wirksamer als bislang möglich zu verbessern. Hierbei handelt es sich um ein "Integriertes sozial-kognitives und verhaltensbezogenes Kompetenztraining (ISST)". Die neue Methode wird mit einer derzeit verwendeten Standardtherapie verglichen, dem "Neurokognitiven Remediationstraining (NCRT)". Insgesamt 180 Patientinnen und Patienten nehmen an der Studie teil. Alle Teilnehmenden befinden sich in einer frühen Phase der schizophrenen Erkrankung. Die neue Behandlung dauert insgesamt sechs Monate. Der Therapieerfolg wird unmittelbar nach der Behandlung sowie nochmals sechs Monate nach Behandlungsende gemessen. Die klinische Studie wird von der Universitätsklinik Düsseldorf geleitet. Außerdem nehmen die Universitätskliniken in Köln, Bonn und Tübingen als weitere Studienzentren teil. Die gewonnenen Daten der Studie fließen zudem noch in ein weiteres Projekt des Forschungsverbundes ein. Hier soll versucht werden, einen etwaigen Behandlungserfolg bereits frühzeitig während der Behandlung vorherzusagen.

 

Datenerhebung im Alltag und multivariate Methoden zur Prädiktion des Therapieerfolgs bei Schizophrenie

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Charité Mitte
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Henrik Walter
030 450 517-141
01EE1407G
385.243 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

In dem Forschungsvorhaben der Charité Berlin soll eine Datenerfassung im Alltag bei schizophrenen Patientinnen und Patienten durchgeführt werden. Die hierfür verwendete Technik ist das Ecologically Momentary Assessment (EMA). Die Daten werden ambulant, d.h. in ganz gewöhnlichen Alltagssituationen der Patientinnen und Patienten erhoben. Das aktuelle Erleben und das Verhalten werden zeitnah und in der jeweiligen konkreten Situation erfasst. Dies geschieht im konkreten Vorhaben durch Smartphones, die den Studienteilnehmenden zur Verfügung gestellt werden. Psychopathologie, sozialer Kontext, psychosoziale Belastungen, Lebensqualität und das Aktivitätsniveau werden nicht wie üblich in der Behandlungssituation, sondern im typischen Lebensumfeld der Betroffenen erhoben. Hierin unterscheidet sich die Technik von der sonst üblichen stationären Datenaufnahme, beispielsweise in Kliniken oder im Labor. Die so gewonnenen Daten sollen dazu benutzt werden, Therapieverläufe und Behandlungsergebnisse bereits während der laufenden Therapie vorherzusagen. Das EMA ist zu diesem Zweck in die laufenden klinischen Studien des Verbundes ESPRIT eingebunden. Von besonderem Interesse sind in diesem Zusammenhang die pharmakologische Studie zur Wirksamkeit von Cannabidiol (ZI Mannheim) und das Ausdauertraining (LMU München) bei postakuter Schizophrenie.

 

Effektivität der Transkraniellen Gleichstromstimulation zur Verbesserung des kognitiven Trainings bei Schizophrenie

Eberhard Karls Universität Tübingen
Universitätsklinikum
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Calwerstr. 14
72076 Tübingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Christian Plewnia
07071 29-86121
01EE1407H
242.702 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Dieses Forschungsvorhaben befasst sich mit der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS). Hierbei handelt es sich um ein nicht-invasives Hirnstimulationsverfahren. Je nach Anwendung steigert oder reduziert es bestimmte Aktivitäten im Gehirn. Die Wirkung dieses Verfahrens auf kognitive Funktionen ist bereits gut belegt. In diesem Vorhaben wird nun der Effekt der tDCS auf die Arbeitsgedächtnisleistung und kognitive Beeinträchtigungen bei Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie untersucht. Die Arbeitsgedächtnisleistung wird durch ein spezielles Trainingsverfahren, die "adaptive n-back" Aufgabe, geprüft und trainiert. Hierbei werden einer Probandin oder einem Probanden einzelne Buchstaben am Computer gezeigt. Die Person reagiert dabei mit einem Tastendruck auf Buchstaben, die bereits ‚n' Buchstaben vorher präsentiert wurden. Die Zahl ‚n' verändert sich in Abhängigkeit der Arbeitsgedächtnisleistung der Versuchsperson. Sie dient als Zielparameter des Trainingserfolges. Das Arbeitsgedächtnistraining soll nun mit der tDCS kombiniert werden. Zunächst werden die Effekte unterschiedlicher Stimulationspolaritäten, Stimulationsareale am Gehirn sowie verschiedene Stimulationsstärken erprobt. Danach werden die wirksamsten Parameter in Kombination mit dem Arbeitsgedächtnistraining angewandt um diese zu prüfen. Die Ergebnisse der Testpersonen werden mit denen anderer Probandinnen und Probanden verglichen, die keine tDCS erhalten haben. Die Kombination von Arbeitsgedächtnistraining und tDCS gilt als vielversprechende neue Möglichkeit zur Verbesserung der Therapie kognitiver Einschränkungen von Patienten mit Schizophrenie.

 

Klinische Studie zur Prävention einer ersten psychotischen Episode durch N-Acetylcystein bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko

Universitätsklinikum Bonn
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Sigmund-Freud-Str. 25
 

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Wolfgang Maier
0228 287-15723
01EE1407I
360.077 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Psychotische Störungen führen oftmals zu sozialen und beruflichen Funktionseinbußen bei den Erkrankten. Dies führt zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Gleichzeitig entstehen hohe finanzielle Aufwände für das Gesundheitssystem. Bislang existieren keine Behandlungsmethoden, die verlässlich und dauerhaft wirken. Ein großer Teil der Betroffenen erleidet trotz beendeter Therapie einen oder mehrere Rückfälle in die Erkrankung. Präventive Maßnahmen werden daher gegenwärtig als vielversprechendste Ansätze neuer Therapiemaßnahmen angesehen. Durch ein kooperatives Forschungsprojekt der Universitäten Köln und Bonn sollen jetzt zwei neue, präventive Behandlungsansätze klinisch erprobt werden. Das Ziel der Studie ist es, die Übergangsrate von Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in eine diagnostizierte Psychose zu reduzieren. Die Universität Bonn koordiniert das pharmazeutische Behandlungsmodul. Hier soll die Wirkung eines neuen Arzneimittels, N-Acetylcystein (NAC), erforscht werden. Die Universität zu Köln erforscht parallel hierzu ein psychotherapeutisches Behandlungsmodul. Beide Module sollen nach der Studie miteinander verglichen werden. Neben Bonn und Köln sind die Universitätskliniken in München, Mannheim, Tübingen und Aachen als weitere Studienzentren eingebunden. Die Studiendauer wird 48 Monate betragen, wobei die eigentliche Therapie samt Beobachtungsphase auf insgesamt 18 Monate ausgelegt ist.
 

 

Verbund AERIAL im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen 

Im Forschungsverbund AERIAL (Addiction: Early Recognition and Intervention Across the Lifespan) sollen neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Suchterkrankungen erforscht werden. Diese gehören zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen in westlichen Industrienationen. Viele der aktuellen Diagnose- und Behandlungsansätze fokussieren ausschließlich auf einzelne Suchtformen. Des Weiteren werden einhergehende Parallelerkrankungen, z. B. eine Depression, oft übersehen.
Die Forschungsprojekte des AERIAL-Verbundes beschäftigen sich mit der Alkohol- und der Nikotinabhängigkeit. Es werden neue Wege der Früherkennung und des Patientinnen- und Patientenzugangs zum Versorgungssystem untersucht. Bestehende Instrumente der Früherkennung sollen evaluiert, andere neu entwickelt werden. Gleichzeitig sollen neue Behandlungskonzepte bei Alkohol- und Nikotinabhängigkeit sowie bei einer begleitenden Depression erforscht werden. Der Fokus liegt ausdrücklich auf Internet- und Smartphone-basierten Anwendungen. In Machbarkeitsstudien sollen die Akzeptanz und die Wirksamkeit solcher Internet-basierten Behandlungen überprüft werden. Auf den Ergebnissen der Studien wird die Implementierung entsprechender Maßnahmen im Gesundheitswesen angestrebt.

Suchterkrankungen: Früherkennung und Intervention über die Lebensspanne

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Charité-Mitte
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Andreas Heinz
030 450-517001
01EE1406A
547.800 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Die Charité Berlin koordiniert das AERIAL-Konsortium. Dies umfasst das wissenschaftliche Qualitätsmanagement sowie die Datenintegration in allen Teilprojekten. Darüber hinaus sollen in Berlin molekulare Mechanismen von Risiko und Resilienz in Bezug auf Alkoholabhängigkeit untersucht werden. Hierzu wird auf die bestehende IMAGEN-Kohorte zurückgegriffen. Im Zuge dieses Vorhabens sollen 250 Jugendliche erneut untersucht werden. Es sollen neben Bildgebungsdaten auch genetische und epigenetische Daten erhoben und ausgewertet werden. Berlin wird die Blutproben für die Stammzellenbiologie in Teilprojekt 1 bereitstellen. Hierbei werden induzierte pluripotente Stammzellen (iPSCs) zu menschlichen dopaminergen Neuronen differenziert. Diese werden anschließend einer Behandlung mit Alkohol, Nikotin oder Benzodiazepinen ausgesetzt. Ziel ist es, die biochemischen sowie die (epi)genetischen Reaktionen der Zellen zu testen. Die Arbeiten sollen dazu beitragen, die molekularen Ursachen von Abhängigkeitserkrankungen besser zu verstehen.

 

Risikoprofile für Alkoholmissbrauch über die Lebensspanne und als Behandlungsergebnis

Technische Universität Dresden
Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften
Fachrichtung Psychologie
Institut für Klinische, Diagnostische und Differentielle Psychologie

Chemnitzer Str. 46
01187 Dresden

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Gerhard Bühringer
0351 463-39828
01EE1406B
529.410 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Die TU Dresden ist an mehreren Forschungsvorhaben innerhalb des Verbundes beteiligt. Das Ziel ist es, Risikofaktoren für Suchterkrankungen bei Jugendlichen zu identifizieren. Hierzu wird auf die bestehende IMAGEN-Kohorte zurückgegriffen. An 250 Jugendlichen sollen Mechanismen von Suchtverhalten untersucht werden. Weiterhin werden anhand der Daten existierender epidemiologischer Studien komplexe Risikoprofile identifiziert. Diese stehen mit einem erhöhten Risiko der Entstehung und Stabilität von problematischem Alkoholkonsum in Zusammenhang. Anhand der Daten sollen neue Screening-Instrumente und Therapieansätze entwickelt werden. Eine weitere Fragestellung betrifft den Einfluss sozialer Zurückweisung im Jugendalter auf den späteren Alkohol- und Nikotinkonsum. Entsprechende Mechanismen sollen zunächst in Ratten erforscht werden. Bei normal aufwachsenden sowie bei sozial vernachlässigten Tieren werden Versuche zum Alkohol- und Nikotinkonsum durchgeführt. Anschließend werden neurobiologische Veränderungen, u. a. des dopaminergen Systems, erfasst. Entsprechende biochemische Informationen sollen als Basis für die Entwicklung von Prädiktoren dienen. Diese Prädiktoren sollen dann zur Bestimmung von Abhängigkeitserkrankungen im Lebensverlauf genutzt werden.

 

Mechanismen von Suchterkrankungen: Sozialer Ausschluss, Vorhersage von Erkrankungsrisiken und Widerstandsfähigkeit und angepasste Therapien

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin

J 5
68159 Mannheim

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Falk Kiefer
0621 1703-3523
01EE1406C
597.894 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Das ZI Mannheim ist an drei Forschungsvorhaben innerhalb des Verbundes beteiligt. Im Teilprojekt 1 sollen Risikofaktoren für Suchterkrankungen bei Jugendlichen identifiziert werden. Hierzu wird auf die bestehende IMAGEN-Kohorte zurückgegriffen. IMAGEN ist eine laufende Beobachtungsstudie, in der neuronale Grundlagen des Risikoverhaltens bei Jugendlichen untersucht werden. Im Zuge dieses Vorhabens sollen 250 Jugendliche in einer dritten Nachfolgeuntersuchung erneut untersucht werden. Es sollen neben Bildgebungsdaten auch genetische, epigenetische, neuropsychologische und Verhaltensdaten erhoben und ausgewertet werden. Im Teilprojekt 6 soll der Einfluss sozialer Zurückweisung in der Adoleszenz auf den späteren Alkohol- und Nikotinkonsum untersucht werden. Diese Untersuchungen werden in Tiermodellen durchgeführt. Das Teilprojekt ist eng gekoppelt mit dem Teilprojekt 7, in dem genetische und neurochemische Untersuchungen stattfinden werden. Ziel ist es, geeignete Marker zu identifizieren, die mit dem Suchtverhalten assoziiert sind. Durch die gemeinsame Analyse der Risikoprofile der drei Teilprojekte sollen Vorhersagen zum Erfolg spezifischer Behandlungsansätze abgeleitet werden.

 

Entwicklung von Neuro-Verhaltenssignaturen und Mechanismen-basierten Interventionen fur Suchterkrankungen bei Jugendlichen

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Neurozentrum - Institut für Systemische Neurowissenschaften

Martinistr. 52
20251 Hamburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Christian Büchel
040 7410-54726
01EE1406D
102.840 EUR
01.02.2015 - 31.01.2018

Am Standort Hamburg sollen Risiko- und Schutzfaktoren für Suchterkrankungen auf neuronaler und sozialer Ebene erforscht werden. Hierfür soll die bestehende IMAGEN-Kohorte genutzt und fortgeführt werden. Die Arbeiten finden in Zusammenarbeit mit den Standorten Berlin, Dresden und Mannheim statt. Es werden 250 junge Erwachsene aus der IMAGEN-Kohorte im Alter von 19 Jahren untersucht und dann für weitere drei Jahre nachuntersucht. Die Untersuchungen werden mit bereits etablierten Testbatterien und -verfahren durchgeführt. Hierzu sollen Daten aus der Bildgebung, Genetik, Epigenetik, Neuropsychologie sowie Verhaltensdaten miteinander verknüpft werden. Die Ergebnisse sollen helfen, Früherkennungs- und Interventionsinstrumente zu verbessern oder neu zu gestalten. Diese sollen dann zur Bestimmung von Abhängigkeitserkrankungen im Lebensverlauf genutzt werden.

 

Klinische Studie zur Reduzierung des schädlichen Alkohol- und Tabak-Konsums in der Bevölkerung durch individualisierte "E-Coach" -assistierte Computer- oder Smartphone-Interventionen

Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Calwer Str. 14
72076 Tübingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Anil Batra
07071 29-82685
01EE1406E
486.473 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Zahlreiche von Substanzmissbrauch betroffene Personen haben kein Problembewusstsein für ihre Erkrankung. Sie befinden sich aufgrund von Folgeerkrankungen häufig in internistischer, chirurgischer oder anderer fachärztlicher Behandlung. Die Änderungsmotivation bezüglich des schädlichen, riskanten oder abhängigen Konsums ist jedoch trotzdem gering. Ziel des Vorhabens der Universität Tübingen ist es, diesen Personen einen niederschwelligen Zugang zum Hilfesystem zu ermöglichen. Hierfür soll eine Internet-basierte Anwendung für Computer, Tablets oder Smartphones entwickelt werden. Diese wird auf etablierten Techniken beruhen, beispielsweise der motivierenden Gesprächsführung oder der kognitiven Verhaltenstherapie. Sobald das Programm entwickelt worden ist, soll es nach einer 12-wöchigen Intervention in Fokusgruppen evaluiert werden. Diese Intervention soll überprüfen, ob das Programm anwendbar und praktikabel ist. Anschließend sollen Faktoren wie etwa die Wirksamkeit, Umsetzbarkeit, oder die Zufriedenheit der Betroffenen erforscht werden. Auch die Kosteneffektivität des Behandlungsprogramms wird überprüft. In die klinische Studie sollen Patientinnen und Patienten aus den Universitätskliniken Lübeck, Greifswald und Tübingen eingeschlossen werden. Die Teilnehmenden werden über einen Zeitraum von insgesamt 12 Monaten nachbeobachtet.

 

Klinische Studie zur Wirksamkeit individueller "E-health"-Intervention in der Primärversorgung für Patientinnen und  Patienten mit problematischem Alkoholkonsum und depressiven Symptomen

Universitätsmedizin Greifswald
Institut für Sozialmedizin und Prävention

Walther-Rathenau-Str. 48
17489 Greifswald

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Ulrich John
03834 867700
01EE1406F
536.244 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Depressive Symptome treten häufig im Zusammenhang mit gesundheitsriskantem Alkoholkonsum auf. Bei der Behandlung beider Erkrankungen können computergestützte Interventionen eine zeit- und kostengünstige Alternative zur ärztlichen Kurzberatung darstellen. Der Kontakt zu den Expertinnen und Experten erfolgt hierbei über Printmedien, das Internet oder mittels SMS. Im Vorhaben der Universität Greifswald soll die Wirksamkeit einer computer-basierten Intervention klinisch überprüft werden. In die klinische Studie werden Patientinnen und Patienten mit Alkoholsucht und gleichzeitiger Depression eingeschlossen. Die eigentliche Intervention wird im Verlauf des Projektes entwickelt und unter Beteiligung der Zielgruppe fortwährend optimiert. Hierzu wird eine erste Studie mit 40 Patientinnen und Patienten dazu beitragen, die entsprechenden Prozessparameter zu erheben und die Intervention weiterzuentwickeln. Die Hauptuntersuchungen werden dann an 120 Patientinnen und Patienten stattfinden. Diese Personengruppe wird über einen Zeitraum von 12 Monaten nach der eigentlichen Intervention nachbeobachtet. Auf diese Weise soll die potenzielle Wirksamkeit der Behandlung untersucht werden.

 

Epigenetik und Alkoholgebrauchsstörungen

Medizinische Hochschule Hannover
Zentrum für Seelische Gesundheit
Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie

Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Thomas Hillemacher
0511 532-2427
01EE1406G
388.474 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Im Vorhaben der MHH Hannover sollen epigenetische Mechanismen in der Entwicklung und der Aufrechterhaltung der Alkoholsucht untersucht werden. Hierzu werden Veränderungen im Erbgut, der DNA, untersucht. Dies wird in Proben verschiedener Altersgruppen geschehen. Die benötigten Blutproben werden aus der IMAGEN-Studie bezogen, die als Teil des Verbundprojektes AERIAL fortgeführt wird. So werden beispielsweise Veränderungen der DNA-Methylierung untersucht. Anschließend werden die zehn auffälligsten und vielversprechendsten Veränderungen durch Bisulfit-Sequenzierung (Next Generation Sequencing) noch tiefgreifender analysiert. Die Ergebnisse der Studie sollen dann im Tierversuch verifiziert werden. Hierbei werden verschiedene Gewebe, z. B. Hirngewebe oder Blut, einbezogen. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollen das Grundlagenverständnis sowie diagnostische Methoden und therapeutische Strategien verbessert werden.

 

Instrumenten- und Methodenentwicklung für die klinischen Studien zu "E-Coach" und "E-Health" Interventionen

Universität zu Lübeck
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Lübeck - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Ratzeburger Allee 160
23562 Lübeck

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Hans-Jürgen Rumpf
0451 500-2871
01EE1406H
119.908 EUR
01.02.2015 - 30.09.2017

Im AERIAL-Verbund werden zwei internet-basierte Behandlungskonzepte für Menschen mit problematischem Alkohol- oder Tabakkonsum entwickelt und erforscht. Hierbei soll gezielt die Änderungsmotivation der Betroffenen unterstützt werden. Die Universität Lübeck ist an der Entwicklung und der Durchführung der Untersuchungen beteiligt. Es sollen standardisierte Verfahren (Standard Operation Procedures, SOP) für die Datenerhebung erstellt werden. Auch Teile des Behandlungskonzeptes selbst werden in Lübeck entwickelt. Hierzu zählen beispielsweise Algorithmen für die Zuweisung der Probandinnen und Probanden zu den jeweiligen Behandlungsarmen. Die laufende Behandlung wird anschließend fortwährend durch Lübeck unterstützt. So werden insgesamt 4.000 Untersuchungen in Allgemeinarztpraxen und im Allgemeinkrankenhaus durchgeführt, um geeignete Personen für die Studie zu identifizieren.

 

Risikoprofile für Alkoholmissbrauch über die Lebensspanne in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht

Universität Potsdam
Humanwissenschaftliche Fakultät
Professur für Sozial- und Präventivmedizin
Exzellenzbereich Kognitionswissenschaften

Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Michael Rapp
0331 977-1050
01EE1406I
97.027 EUR
01.02.2015 - 30.09.2017

Der Einfluss von Risikofaktoren für Alkoholabhängigkeit verändert sich mit dem Lebensalter. Neurobiologische und psychosoziale Risikofaktoren im Jugendalter unterscheiden sich von denjenigen im mittleren Lebensalter. Bei Erwachsenen können beispielsweise psychosoziale Risiken zusammen mit individuellen Lernstilen gemeinsam Abhängigkeitserkrankungen beeinflussen. Im Vorhaben der Universität Potsdam sollen daher individuelle Risikoprofile erstellt werden. Hierzu werden vorab bundesweite Datensätze von Krankenkassen, sowie Daten aus bestehenden Forschungsprojekten benutzt. Durch eine spezifische Modellierung (Bayesianisches Modellverfahren) wird so für einzelne Personen die Wahrscheinlichkeit geschätzt, einem bestimmten Risikoprofil anzugehören. Diese Risikoprofile werden aus Kerneinflussfaktoren, beispielsweise psychiatrische Diagnosen, Substanzkonsum, Soziodemographie oder kritische Lebensereignisse geschätzt. Die so erzeugten Risikoprofile sollen anschließend an realen Daten des Netzwerkes AERIAL überprüft werden. 

 

Verbund APIC im Forschungsnetz Psychische Erkrankungen

Erkrankungen aus dem Bereich der Schizophrenien gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie betreffen ca. ein Prozent der Bevölkerung (Lebenszeitprävalenz). Das Leben der betroffenen Menschen wird durch die Erkrankung erheblich beeinträchtigt. Deutliche Konsequenzen für die persönliche Situation, das familiäre und das soziale Umfeld sind die Folge. Die wichtigste Behandlungsoption für Patientinnen und Patienten mit schizophrenen Erkrankungen sind derzeit antipsychotische Medikamente. Aufgrund der erforderlichen Rückfallprophylaxe kann sich die Behandlung über Monate oder Jahre hinziehen. Eine solche Dauermedikation kann sich jedoch funktionell und strukturell auf das Gehirn auswirken. Daher wird diskutiert, ob eine Dauermedikation überhaupt klinisch sinnvoll ist. Möglicherweise bietet sich auch eine Intervalltherapie als alternative Möglichkeit an.

Der regionale Verbund APIC umfasst die RWTH Aachen sowie neun weitere Zentren. Diese sind die Universitäten Düsseldorf und Köln, die Bezirkskrankenhäuser Maria Hilf-Krankenhaus Gangelt, Alexianer-Krankenhaus Aachen, LVR Klink Bonn, LVR Klinik Düren, LVR Klinik Köln, LVR Klinik Langenfeld, LVR Klinik Mönchengladbach, LVR Klinik Viersen, Klinik Marienborn Zülpich und die Schwerpunktpraxis Dr. Bergmann (Aachen). Dieser Verbund wird die Effekte antipsychotischer Medikation an Patientinnen und Patienten auf die Struktur und Funktion des Gehirns erforschen. Dabei werden die Unterschiede zwischen einer Intervalltherapie und einer Dauertherapie mit zugelassenen Psychopharmaka untersucht. Im Fokus stehen hier insbesondere der klinische Verlauf und die Veränderungen des Gehirnvolumens der Patientinnen und Patienten. Das Projekt umfasst eine klinische Studie und drei ergänzende Forschungsprojekte. Die Arbeiten werden durch eine qualitätsorientierte methodische Plattform unterstützt.

Klinische Studie und Plattform 1 (zentrale Rekrutierung und Assessment)

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Fakultät 10 - Medizin und Universitätsklinikum
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Frank Schneider
0241 80-89633
01EE1405A
1.682.056 EUR
01.03.2015 - 28.02.2019

Das Studiendesign, eine multizentrische regionale Studie, ermöglicht es, die Variabilität der klinischen Daten systematisch zu reduzieren. Wesentliches Instrument hierfür ist die Etablierung einer zentralen Rekrutierungs- und Assessmenteinheit, die für die gesamte Studiendauer eine wesentlich bessere diagnostische Validität und Stabilität erwarten lassen.

 

Forschungsprojekte 2 (Symptomorientiertes Neurofeedback), P3 (Dopaminsystem und antipsychotische Behandlung) und P4 (Unterschiede in Konnektivität und Funktion des Gehirns bei Männern und Frauen)

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Fakultät 10 - Medizin und Universitätsklinikum
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Klaus Mathiak
0241 80-89647
01EE1405B
1.132.162 EUR
01.03.2015 - 28.02.2019

Die Forschungsprojekte (P 2-4) sind parallel zu der klinischen Studie und zielen auf a) die Identifizierung der Effekte symptomorientierter Therapie auf das Gehirn b) Modulation des Dopamin-Systems während antipsychotischer Therapie und den prognostischen Wert einer Charakterisierung des Dopamin-Systems sowie c) die unterschiedliche Bedeutung abweichender Konnektivität das Gehirns auf den Therapieerfolg bei männlichen und weiblichen Patienten mit Schizophrenie. Die klinische Studie, die zwei Behandlungsstrategien mit typischen und atypischen Antipsychotika vergleicht, wird ergänzt um a) den Vergleich der Effekte nicht pharmakologischer Therapien (Neurofeedback, Psychotherapie) auf die Hirnstruktur unterschiedlicher Patienten, b) die Bedeutung spezifischer Charakteristika des Dopamin-Stoffwechsels für die Prognose des Therapieerfolges in den beiden untersuchten pharmakologischen Therapieregimen und c) die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Ansprechen auf psychopharmakologische Therapien und deren Effekte auf das Gehirn untersuchen.

 

Bildgebungs-Plattform und Querschnittprojekt PING

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Fakultät 10 - Medizin und Universitätsklinikum
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Frank Schneider
0241 80-89633
01EE1405C
1.165.726 EUR
01.05.2015 - 30.04.2019

Die Plattform 2 übernimmt die Qualitätssicherung, datenbankbasierte Speicherung und Vorverarbeitung aller Bildgebungsdatensätze des Verbundes APIC. Das verbundübergreifende Querschnittsprojekt PING soll methodische Mindeststandards in der Bildgebung aller Verbundprojekte des Forschungsnetzes zu Psychischen Erkrankungen konsentieren, die Bildgebungsdaten in einer Datenbank zusammenfassen und für verbundübergreifende Auswertungen zur Verfügung stellen. Die Aufgaben der Plattform 2 dienen sowohl der klinischen Studie als auch allen angeschlossenen drei Forschungsprojekten. Inhaltlich hat diese Plattform drei Aufgabenbereiche: 1) Unterstützung aller Bildgebung, Qualitätssicherung, Verknüpfung der Informationen der Bildgebung mit weiteren projektrelevanten Daten; 2) Anatomische Vorverarbeitung; 3) Zusammenarbeit mit dem durch JARA und die Helmholtz-Gemeinschaft finanzierten SIM-Lab Neuroscience. Die Aufgaben von PING umfassen: a) Konsentierung technischer Mindeststandards in einem Technischen Manual, b) Erarbeitung eines Datenschutz- und Datensicherungskonzeptes für eine gemeinsame Bildgebungsdatenbank , c) Projektierung und Etablierung nachhaltiger Computer- und Netzwerkstrukturen zur Speicherung von bildgebenden Patientenstudien, d) Veröffentlichung einer Datenbank mit anonymisierten bzw. pseudonymisierten MRT-Untersuchungen von Probanden und Patienten in einem ersten Schritt für die Mitwirkenden des BMBF Forschungsnetzes Psychische Erkrankungen, e) Datenhandling und Qualitätskontrolle.

 

 

Verbund BipoLife im Forschungsnetz psychische Erkrankungen

Erkrankungen aus dem Bereich der Bipolaren Störungen sind schwere, phasenhaft verlaufende und zur Chronifizierung neigende psychische Erkrankungen. Sie betreffen ca. 1 % der Bevölkerung (Lebenszeitprävalenz). Das Leben der betroffenen Menschen wird durch die Erkrankung erheblich beeinträchtigt mit deutlichen Konsequenzen für die persönliche Situation, das familiäre und das soziale Umfeld.
Der Verbund BipoLife hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Prävention, die diagnostische Früherkennung und die therapeutischen Interventionen bei drei Patientengruppen mit bipolaren Störungen zu verbessern: gesunden Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko, Patientinnen und Patienten in einem Frühstadium der Erkrankung sowie Personen mit instabilem, depressivem Krankheitsverlauf, bei denen eine erhöhte Suizidgefahr besteht. Das Forschungsprogramm des Verbundes umfasst zwei multizentrische klinische Studien, eine epidemiologische Studie, zwei Forschungsprojekte zur Untersuchung der Krankheitsmechanismen sowie zwei translationale Plattformen zur Anwendung innovativer genetischer und bildgebender Methoden.
Im Verbund BipoLife arbeiten sieben spezialisierte universitäre Zentren zusammen. Dieser Allianz zur Verbesserung von Diagnostik und Behandlung dieser Erkrankungen gehören auch Patienten- und Angehörigenorganisationen an, die in der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. organisiert sind. 

Verbesserung der Früherkennung und Frühintervention bei Personen mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung bipolarer Störungen (BD) - A1

Technische Universität Dresden
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Andrea Pfennig
0351 458-18209
01EE1404A
1.083.955 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Der Verbund BipoLife hat sich zum Ziel gesetzt, das frühzeitige Erkennen von Risikostadien für die Entwicklung bipolarer Störungen zu verbessern und frühe Behandlungsansätze zu analysieren, um neuartige Chancen in der Prävention zu eröffnen. Zum einen werden aktuell in der Früherkennung bipolarer Störungen genutzte diagnostische Instrumente validiert, um die Vorhersagekraft der potenziellen Risikofaktoren festzustellen, mögliche Resilienzfaktoren analysiert und potenzielle Biomarker mit den klinischen Daten verknüpft. Zum anderen werden die Prozesse der Entscheidungsfindung und die tatsächlichen Behandlungsstrategien analysiert, um ein neu entwickeltes Kategorienmodell weiterzuentwickeln. Durch den Versuch der Harmonisierung der diagnostischen Prozesse in den Früherkennungsinitiativen werden für Deutschland erstmals Standards entwickelt. Das Projekt ist eine multizentrische, prospektive naturalistische Kohortenstudie mit diagnostischen und therapeutischen Anteilen, welche beide ein Follow-up von mindestens 24 Monaten pro Studienteilnehmer beinhalten. Es werden drei Risikogruppen  in der Altersgruppe 15 bis 35 Jahre untersucht: 1) Hilfesuchende Jugendliche und junge Erwachsene, welche Früherkennungsinitiativen aufgesucht haben und mindestens einen der potenziellen Risikofaktoren für die Entwicklung bipolarer Störungen aufweisen (n=500); 2) Patienten mit einem depressiven Syndrom (n=500); und 3) Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) (n=150). Mit der deutschen IMAGEN-Kohorte wird eine bevölkerungsrepräsentative Kohorte mit dem Früherkennungsinstrumentarium untersucht (n=500), die bereits in ihrem 14. und 16. Lebensjahr mittels klinischer und bildgebender Verfahren charakterisiert wurde, aktuell steht das Follow-up im 18. Lebensjahr an.

 

Smartphone-basiertes ambulantes Monitoring von Frühwarnsymptomen einschließlich echtzeit-datenabhängiger therapeutischer Intervention in der Langzeitbehandlung der Bipolaren Störung

Technische Universität Dresden
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Emanuel Severus
0351 458-15489
01EE1404B
1.183.886 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

In dieser Studie soll der Frage nachgegangen werden, ob die Zeit bis zum Auftreten einer neuen affektiven Episode der Erkrankung durch die Erfassung objektiver Parameter mittels Smartphone und die automatisierte schwellenabhängige Benachrichtigung des Therapeuten verlängert werden? Es handelt sich um eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte Studie. Auswerter werden bezüglich der Gruppenzugehörigkeit verblindet. Die Dauer der Interventionsphase beträgt 78 Wochen. Es wird angestrebt, insgesamt 180 Patienten einzuschließen und davon 120 zu randomisieren. Eingeschlossen werden ambulante Patienten mit der Diagnose einer Bipolaren Störung. Initial wird im Rahmen einer vierwöchigen Stabilisierungs-Phase ein individualisiertes Aktivitäts-Normspektrum bestimmt. Objektiviert wird die Aktivität anhand folgender Parameter auf Grundlage der dazugehörigen Daten: Makroskopisches Bewegungsmuster (GPS), Psychomotorik und Schlaf (Beschleunigungssensor), sowie Kommunikationsmuster (Anzahl-SMS&Telefonate). Im Anschluss erfolgt die Randomisierung (1:1). In beiden Gruppen erfolgt das kontinuierliche Monitoring und beide werden monatlich durch den verblindeten Auswerter sowie den Arzt evaluiert. Bei Überschreiten der individuellen Aktivitätsschwelle wird jedoch lediglich in der Verum-Gruppe der behandelnde Arzt elektronisch in Kenntnis gesetzt. Nach Kontaktaufnahme obliegt es dem behandelnden Arzte über die Notwendigkeit einer therapeutischen Intervention zu entscheiden. Primärer Endpunkt ist die Zeit bis zur nächsten affektiven Episode.

 

Adjuvante Psychotherapie zur Rückfallprävention während der frühen Lebensphase (< 30 J.) einer Bipolaren Störung - A2

Eberhard Karls Universität Tübingen
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Fachbereich VIII Psychologie
Klinische Psychologie und Psychotherapie

Schleichstr. 4
72072 Tübingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Martin Hautzinger
07071 2977301
01EE1404C
920.276 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Das Projekt untersucht, ob das zusätzliche Angebot einer spezifischen, innovativen Psychotherapie in der psychiatrischen Versorgung von jungen Patienten mit bipolarer Störung im Frühstadium ihrer Erkrankung einen positiven Einfluss hat auf Rückfallrate, Fehltage in Schule bzw. Arbeit, Dauer von Hospitalisierungen und Gesundheitskosten. Mit funktioneller Magnetresonanztomographie wird untersucht, ob sich Veränderungen der Emotionsregulation und sozialen Kognition im Verlauf der Therapie normalisieren und ob vor Beginn der Therapie beobachtete Veränderungen bereits Rückschlüsse über den späteren Erfolg der Therapie erlauben. In einer randomisierten, kontrollierten, prospektiven Studie wird die spezifische Psychotherapie SPEC mit einer aktiven Kontrollintervention verglichen. SPEC beinhaltet Psychoedukation, Stimmungstagebuch, Tagesstrukturierung, interpersonelle Eigenschaften, meta-kognitive Eigenschaften und Emotionsregulation. Die ITT-Stichprobengröße ist pro Gruppe 150. Die Evaluation der Patienten erfolgt verblindet unmittelbar vor der Intervention (T1), unmittelbar im Anschluss an die Intervention (T2), 6 Monate nach Ende der Intervention (T3) und 12 Monate nach Ende der Intervention (T4). Zu den Zeitpunkten T1 und T2 findet eine Untersuchung mit Kernspintomographie statt, bei der neuronale Funktionen und deren Veränderungen untersuchen werden.

 

Projekt B2: Hirnbildgebungsmarker zur Vorhersage von akuten Wirkungen einer Therapie mit Lithium bei depressiven Episoden einer bipolaren Störung mit akuter Suizidalität; mit Projekt TPP2: Bildgebungs- und Neurophysiologie-Plattform-Projekt

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg
Klinik für Allgemeine Psychiatrie

Voßstr. 2
69115 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Oliver Gruber
05139 12289
01EE1404D
176.146 EUR
01.04.2015 - 31.03.2019

Im Projekt B2 werden (in Zusammenarbeit mit A3) neuronale Mechanismen und Bildgebungsmarker untersucht, die mit der akuten antisuizidalen Therapieresponse auf Lithium assoziiert sind und für diese prädiktiv sein könnten. DasProjekt TPP2 untersucht, inwieweit die so ermittelten Hirnbildgebungsmarker auch für eine Früherkennung der bipolaren Störung in Risikostadien (A1) sowie für die  Vorhersage von Behandlungseffekten mit adjuvanter Psychotherapie (A2) geeignet sind. In B2 werden 80 Patienten mit bipolarer Störung und aktueller depressiver Episode mit Suizidalität ausgewählt. Die Patienten werden auf zwei Therapiearme randomisiert, wobei der eine aus Standardtherapie plus Placebo, der andere aus Standardtherapie plus Lithium besteht. Die akuten antisuizidalen Effekte der Lithium-Therapie werden innerhalb einer fünfwöchigen Behandlungsphase mit neun klinischen Visiten bestimmt. Parallel dazu werden vor Beginn der Therapie und nach fünfwöchiger Therapie zwei MRT-Untersuchungen mit einem standardisierten Datenerhebungsprotokoll aus dem Bildgebungsplattformprojekt TPP2 durchgeführt. Mit neuen Analysetechniken zu Struktur, Funktion und Konnektivität relevanter Gehirnregionen werden die MRT-Datensätze zentralisiert in Göttingen ausgewertet.

 

 

Internet-basierte Plattform für sicheres multizentrisches Rekrutieren, phänotypische Charakterisierung, Sammlung von Biomaterial und molekulare Analysen - TPP1

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Heinrich-Hoffmann-Str. 10
60528 Frankfurt

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Andreas Reif
069 630187300
01EE1404E
148.049 EUR
01.04.2015 - 31.01.2019

Die bipolare Störung ist eine rezidivierende und meist chronisch verlaufende Erkrankung. Die Identifizierung von biologischen Markern, z.B. genetischen oder proteomischen Markern um den Ausbruch und Verlauf der Erkrankung vorherzusagen ist von höchster Wichtigkeit. Um solche Marker zu finden, die auch in der klinischen Routine einsetzbar sind, müssen die zugrunde liegenden phänotypischen Daten umfassend und von hoher Qualität sein. Im Rahmen des multizentrischen BipoLife-Projektes können solche Daten erhoben und verarbeitet werden, wenn dafür die passende Infrastruktur geschaffen wird. Dazu soll eine benutzerfreundliche Plattform zur Erfassung der phänotypischen Daten und zur Verwaltung des Biomaterials geschaffen werden. Im TPP1-Teilprojekt soll in dieser Plattform dann auch eine stringente Qualitätskontrolle stattfinden sowie deren Nutzen auch nach Abschluss des BipoLife Projektes noch andauern. Die Rahmenbedingungen müssen zunächst auf alle beteiligten Zentren ausgedehnt werden. Danach erfolgt die Implementierung netzwerkweiter Phänotyp- und Biomaterial-Plattformen. Zudem müssen netzwerkweite SOPs implementiert und die Mitarbeiter an den Zentren in den Prozedueren geschult werden. Dann sollen Einverständniserklärungen entwickelt werden, welche an allen Zentren gleich sind. Das Biomaterial soll in Göttingen und Frankfurt verarbeitet und aufbewahrt werden und von da aus an beteiligte Zentren auf Anfrage zu verschiedenen Analysen herausgegeben werden.

 

Teilprojekt TPP2: Bildgebungs- und Neurophysiologie-Plattform

Philipps-Universität Marburg
FB 20 Medizin und Universitätsklinikum
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Rudolf-Bultmann-Str. 8
35039 Marburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. Udo Dannlowski
06421 58-66883
01EE1404F
455.189 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Der Verbund BipoLife hat sich zum Ziel gesetzt die Prävention, die diagnostische Früherkennung und die therapeutische Interventionen bei drei Patientengruppen mit bipolaren Storungen zu verbessern. Hierfür werden drei Gruppen von Personen untersucht: Gesunde Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko, Patientinnen und Patienten in einem Frühstadium der Erkrankung sowie Personen mit instabilem, depressivem Krankheitsverlauf, bei denen eine erhöhte Suizidgefahr besteht. Im Teilprojekt TPP2 werden mittels funktioneller und struktureller Magnetresonanztomographie (MRT) und Elektroenzephalographie (EEG) neurale Schaltkreise und Prozesse untersucht, die bei Bipolaren Störungen eine wichtige Rolle spielen. In TPP2 werden dazu MRT und EEG-basierte Methoden und Paradigmen an den teilnehmenden Bildgebungszentren implementiert. Mittels bewährter MRT-Paradigmen sollen krankheitsspezifische neurobiologische Substrate Bipolarer Störungen erforscht werden, mit dem Ziel der besseren Kategorisierung, Früherkennung und Vorhersage des therapeutischen Ansprechens. Die Auswahl der Paradigmen erfolgte so, dass eine möglichst große Überlappung mit bereits vorhandenen Kohorten entsteht.

 

Adjuvante Psychotherapie bei Patienten im frühen Stadium einer bipolaren affektiven Störung - A2 TPP2

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Psychiatrische Klinik im St. Hedwig-Krankenhaus

Große Hamburger Str. 5-11
10115 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Felix Bermpohl
030 2311-2904
01EE1404G
220.762 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Das Teilprojekt untersucht, ob das zusätzliche Angebot einer spezifischen, innovativen Psychotherapie (SPEC) in der psychiatrischen Versorung von jungen Patienten mit bipolarer Störung im Frühstadium ihrer Erkrankung einen positiven Einfluss auf Rückfallrate, Fehltage in Schule bzw. Arbeit, Dauer von Hospitalisierungen und Gesundheitskosten hat. Dazu wird mit funktioneller Magnetresonanztomographie untersucht, ob sich auf neuraler Ebene beobachtbare Veränderungen der Emotionsregulation und sozialen Kognition im Verlauf der Therapie normalisieren. In einer randomisierten, kontrollierten, prospektiven Studie wird die spezifische, innovative Psychotherapie SPEC verglichen mit einer aktiven Kontrollintervention (CSEC). SPEC beinhaltet Psychoedukation, Stimmungstagebuch, Tagesstrukturierung, interpersonelle Skills, meta-kognitive Skills und Emotionsregulation. Die ITT-Stichprobengröße ist pro Gruppe 150. Die Evaluation der Patienten erfolgt verblindet unmittelbar vor der Intervention (T1), unmittelbar im Anschluss an die Intervention (T2), 6 Monate nach Ende der Intervention (T3) und 12 Monate nach Ende der Intervention (T4). Zu den Zeitpunkten T1 und T2 findet eine Untersuchung mit Kernspintomographie statt, bei der neuronale Funktionen und deren Veränderungen untersucht werden.

 

Identifikation von Genen und microRNAs, B3 sowie Biobankplattform und Infrastrukturplattform für alle BipoLife-Projekte sowie alle neun Verbünde (TPP1/NetBiomics)

Klinikum der Universität München
Campus Innenstadt
Institut für Psychiatrische Phänomik und Genomik

Nußbaumstr. 7
80336 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Thomas G. Schulze
089 4400-55568
01EE1404H
869.569 EUR
01.04.2015 - 31.12.2018

Teilprojekt B3 widmet sich der Identifikation von Genen und microRNAs, welche sich in ihren Profilen bei Lithium-Respondern im Vergleich zu Non-Respondern unterscheiden. Ein Nachweis solcher Unterschiede in Blutzellen könnte einen wichtigen Schritt hin zu einer Entwicklung von Biomarkern für das Ansprechen auf Lithium darstellen. Das Teilprojekt TPP1 stellt allen BipoLife-Projekten eine zentrale und übergreifende Phänotypisierungs- und Biobankingplattform zur Verfügung. Das Projekt NetBi-omics, dient neben PD-CAN und PING als dritte Querschnittplattform dazu, die in den neun Verbünden erhobenen Biomaterialien mittels systematischer Erfassung, standardisierter Verarbeitung und harmonisierter Analyse dem Gesamtverbund für genomische, transkriptomische, epigenomische und mikrobiomische Projekte langfristig zur Verfügung zu stellen. B3 wird mittels Array-Technologie genomweite Unterschiede zwischen den Expressionsprofilen von Lithium-Respondern und -Non-Respondern untersuchen. Gleiches gilt für microRNA-Analysen. Die Ergebnisse werden mit in vitro-Modellen sowie genomweiten SNP-Profilen korreliert und validiert, wobei auch real time PCR zum Einsatz kommt. TPP1 wird für alle BipoLife-Partner einheitliche Rahmenbedingungen zwecks Implementierung einer netzübergreifenden Phänotyp- und Biobankingplattform schaffen. Dies beinhaltet die Entwicklung und Dissemination einheitlicher SOPs und Einverständniserklärungen. Die Biomaterialien werden in München und Frankfurt spiegelbildlich verarbeitet und verwahrt. NetBi-omics wird neben PD-CAN und PING als dritte Querschnittplattform eine entsprechende Biomaterialbank für alle neun Verbünde aufbauen.

 

Verbund GCBS im Forschungsnetz psychische Erkrankungen

Im Forschungsverbund „German Center for Brain Stimulation“ (GCBS) sollen Hirnstimulationsverfahren weiterentwickelt werden. Hirnstimulationsverfahren gehören zu den klinisch-relevanten, therapeutischen Methoden in der Psychiatrie. Damit soll mittel- und langfristig die Behandlung psychischer Erkrankungen verbessert werden. Dies gilt insbesondere für solche Krankheitsbilder, die wenig oder nicht ausreichend auf die bisherigen Therapieansätze (vor allem Pharmakotherapie und Psychotherapie) ansprechen. Stimulationsverfahren bieten als reversible, neuromodulierende Verfahren die Möglichkeit, die pathologisch veränderten Hirnareal- und Netzwerkaktivitäten spezifisch zu beeinflussen. Im Zentrum der Forschungsprojekte von GCBS steht ein translationaler Ansatz. Dieser umfasst präklinische Forschung mit verhaltensorientierten, neurophysiologischen und bildgebenden Untersuchungen zu den Wirkmechanismen von Hirnstimulationsverfahren bis hin zur klinischen Anwendung. Die Ergebnisse der präklinischen Untersuchungen werden anschließend durch eine "Proof of Efficacy" (PoE, Prüfung der Wirksamkeit) in die klinische Anwendungen übertragen. Diese Studie soll den entscheidenden Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) bei Depressionen erzielen. 

Optimierung der neuroplastischen Effekte der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) für die Behandlung psychiatrischer Erkrankungen - WP2

Forschungsgesellschaft für Arbeitsphysiologie und Arbeitsschutz e. V.
Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (ifADo)

Ardeystr. 67
44139 Dortmund

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Michael Nitsche
0231 1084-301
01EE1501
331.614 EUR
01.08.2015 - 31.07.2019

Ziel des Vorhabens ist es, Stimulationsprotokolle der  Gleichstromstimulation des Gehirns zu entwickeln, die eine optimale Effektivität aufweisen. Zunächst (Monate 1-24) werden am Modell der motorischen Hirnrinde bei gesunden Probanden Stimulationsparameter identifiziert, die optimal zur Erzeugung neuroplastischer Erregbarkeitsveränderungen der Hirnrinde geeignet sind. Relevante Parameter sind Stimulationsdauer, -stärke und -wiederholung. Für die optimierten Stimulationsprotokolle werden die physiologischen Mechanismen durch transkranielle Magnetstimulation (TMS), Elektroenzephalographie (EEG) und funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht. Es wird schließlich exploriert, ob bei psychiatrischen Erkrankungen häufig verwendete pharmakologische Interventionen die Effekte verändern. In der zweiten Projektphase (Monate 25-36) wird untersucht, inwiefern sich die Ergebnisse auf den präfrontalen Kortex, ein bevorzugtes Ziel vieler Interventionsverfahren, übertragen lassen. Die physiologischen Veränderungen werden durch kombinierte TMS und EEG, funktionelle Effekte durch die Kombination der tDCS mit einer Arbeitsgedächtnisaufgabe untersucht. In der dritten Projektphase (Monate 37-48) wird bei depressiven Patienten untersucht, inwiefern vor therapeutischer Intervention pathologisch veränderte Neuroplastizität vorliegt, ob diese durch eine über sechs Wochen andauernde Behandlung mit optimierten Stimulationsprotokollen restituiert werden kann, und inwiefern dieses mit klinischen Verbesserungen assoziiert sind. Diese Studie wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe der LMU durchgeführt (GCBS-WP6).
 

 

tDCS, THS und rTMS in Tiermodellen psychiatrisch relevanter Phänotypen - eine komparative Studie  - WP1

Technische Universität Dresden
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Christine Winter
0351 458-4782
01EE1403A
435.847 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019


Ruhr-Universität Bochum
Medizinische Fakultät und Klinikum
Neurophysiologie

Universitätsstr. 150
44801 Bochum

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Klaus Funke
0234 32-23944
01EE1403B
420.635 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Der Verbund GCBS hat sich zum Ziel gesetzt, die Wirksamkeit verschiedener Hirnstimulationsverfahren bei der Behandlung neuropsychiatrischer Erkrankungen in einem translationalen Ansatz zu bewerten. Dabei hat dieses präklinische Vorhaben (Bochum, Dresden) die Aufgabe, in speziellen Tiermodellen (Ratten) einerseits die neuronalen Mechanismen psychiatrischer Erkrankungen genauer zu ergründen und andererseits zu untersuchen, wie verschiedene etablierte Hirnstimulationsverfahren, wie die transkranielle Magnetstimulation, die transkranielle Gleichstromstimulation und die tiefe Hirnstimulation, diese neuronalen Mechanismen modulieren können. Damit soll eine neurobiologische Basis für die Identifizierung optimaler Stimulationsverfahren bei der Behandlung spezifischer Symptomprofile geschaffen werden. Unterschiedliche Ratten-Pathologiemodelle mit spezifischen intermediären Phänotypen der Depression, Schizophrenie und Angst werden zunächst verhaltensmäßig klassifiziert (TP I) und anschließend neurobiologisch charakterisiert (Neurotransmission, Expression neuronaler Aktivitätsmarker und neurotropher Faktoren, synaptische Transmission und Netzwerk-Physiologie) charakterisieren, um Verhaltenauffälligkeiten und neurobiologische Veränderungen in einen kausalen Zusammenhang zu bringen. In der nachfolgenden Phase (TP III) wird untersucht wie die o.g. Stimulationsverfahren sowohl das Verhalten als auch die neurobiologischen Marker beeinflussen. Diese drei Stimulationsverfahren sollen verglichen werden, weil sie nicht nur eine unterschiedliche Wirkungsweise haben, sondern auch unterschiedliche Hirnregionen stimulieren können.

Optimierung der neuroplastischen Effekte der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) für die Behandlung psychiatrischer Erkrankungen - WP2

Universitätsmedizin Göttingen
Zentrum Neurologische Medizin
Abt. Klinische Neurophysiologie

Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Michael Nitsche
0551-39-9571
01EE1403C
378.586 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Ziel des Verbundes ist die Eploration nicht-invasiver Hirnstimulation als innovative Therapie psychischer Erkrankungen. Ziel des Vorhabens ist es, Stimulationsprotokolle der Gleichstromstimulation des Gehirns zu entwicklen, die eine optimale Effektivität aufweisen. Zunächst (Monate 1-24) werden am Modell der motorischen Hirnrinde bei gesunden Probanden Stimulationsparamter idetifziert, die optimal zur Erzeugung neuroplastischer Erregbarkeitsveränderungen der Hirnrinde geeignet sind. Parameter sind Stimulationsdauer, -stärke und -wiederholung. Für die optimierten Stimulationsprotokolle werden die physiologischen Mechanismen durch transkranielle magnetstimulation (TMS), Elektroenzephalographie (EEG) und funktionelle Magnetresonanztomographie untersucht. Es wird schließlich exploriert, ob bei psychischen Erkrankungen häufig verwendetet pharmakologische Interventionen die Effekte verändern. In der zweiten Projektphase (Monate 25-36) wird untersucht, inwiefern sich die Ergebnisse auf den präfrontalen Kortex, ein bevorzugtes Ziel vieler Interventionsverfahren, übertragen lassen. Die physiologischen Veränderungen werden durch kombinierte TMS und EEG, funktionelle Effekte durch die Kombination der tDCS mit einer Arbeitsgedächtnisaufgabe untersucht. In der dritten Projektphase (Monate 37-48) wird bei depressiven Patienten untersucht, inwiefern vor therapeutischer Intervention pathologisch vernänderte Neuroplastizität vorliegt, ob diese durch eine sechs Wochen andauernde Behandlung mit optimierten Stimulationsprotokollen restituiert werden kann, und inwiefern dieses mit klinischen Verbesserungen assoziiert sind. Diese Studie wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe der LMU durchgeführt (GCBS-WP7).

Anhaltende Verbesserung mangelnder kognitiver Kotrolle durch mit transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) unterstütztem Training - WP4

Eberhard Karls Universität Tübingen
Universitätsklinikum
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Calwerstr. 14
72076 Tübingen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Christian Plewnia
07071 29-86121
01EE1403D
402.167 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Ziel des Verbundes ist die Weiterentwicklung von Hirnstimulationsverfahren zu einem klinisch-relevanten, therapeutischen Methodenspektrum in der Psychiatrie. Ziel des Forschungsprojektes ist es zu untersuchen wie mittels transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) die kognitive Kontrolle über die Verarbeitung emotionaler Wahrnehmung und dessen Verbesserung durch Training bei Gesunden und bei Patienten mit Depression unterstützt werden kann. Die tDCS ist ein Verfahren mit welchem kortikale Aktivität gesteigert (anodal) bzw. reduziert (kathodal) werden kann. Die Fähigkeit zur kognitiven Kontrolle über emotionale Wahrnehmung wird durch eine Aufgabe geprüft und trainiert bei der einstellige Zahlen auditiv präsentiert und die jeweils zuletzt dargebotene Zahl mit der davor addiert werden soll. Die Geschwindigkeit der Darbietung der Zahlen steigt in Abhängigkeit der Richtigkeit der Ergebnisse. Bei Fehlern wird das Intervall zwischen den präsentierten Zahlen reduziert. Diese Aufgabe erfordert fokussierte Aufmerksamkeit und die Inhibition negativer Affekte. Die erfolgreiche Hemmung von Ärger und Frustration steht in positivem Zusammenhang mit dem Erfolg. Mit der hier untersuchten Kombination des Trainings dieser Aufgabe und tDCS sollen die Wirkmechanismen und neurophysiologischen Grundlagen der antidepressiven nicht-invasiven Hirnstimulation untersucht und neue Möglichkeit zur Verbesserung der Behandlung depressiver Störungen entwickelt werden. Zunächst werden die Effekte unterschiedlicher Stimulationspolaritäten (anodal, kathodal) und Stimulationsstärken (1mA, 2mA) sowie unterschiedlicher Stimulationsareale (linker und rechter dorsolateraler Präfrontalkortex) auf das Training kognitiver Kontrollfähigkeit gesunder Versuchspersonen geprüft. Danach werden die am besten wirksamen Parameter bei Patienten mit Depression angewandt. Gleichzeitig werden neurophysiologische, genetische und geschlechtsspezifische Einflussfaktoren auf die Effektivität dieser Intervention untersucht.

Pathophysiologiespezifische Entwicklung der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) des präfrontalen Kortex – Untersuchungen zur funktionellen MRT-Konnektivität - WP5

Klinikum der Universität München
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Nußbaumstr. 7
80336 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Frank Padberg
089 4400-53358
01EE1403E
382.273 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Ziel des Verbundes GCBS ist die Weiterentwicklung von Hirnstimulationsverfahren zu einem klinisch-relevanten, therapeutischen Methodenspektrum in der Psychiatrie. Bei Depressionen und Angststörungen spielen Regionen des präfrontalen Kortex eine zentrale Rolle für die Pathophysiologie. Für die weitere Entwicklung einer spezifischen und individualisierten therapeutischen Anwendung der transkraniellen Gleichstromstimulation des präfrontalen Kortex ist die Untersuchung der Wirkung auf physiologischer Ebene entscheidend. Dieses Projekt untersucht die Interaktion von Stimulation und regionaler Hirnfunktion mittels funktioneller Magnetresonanztomographie in Kombination mit Aktivierungsparadigmen und Elektroenzephalograpie bei Gesunden und Patienten mit Depression und Angststörung im Vergleich, um eine pathologiespezifische Entwicklung effektiver tDCS-Formen zu ermöglichen. Im Rahmen des Projektes sollen in aufeinander aufbauenden experimentellen Blöcken folgende Untersuchungen durchgeführt werden: Block 1 (Monate 1-24): Untersuchung von tDCS mit verschiedenen Zielregionen bei gesunden Probanden mittels Off- und Online-fMRT einschließlich funktioneller Paradigmen (Arbeitsgedächtnis oder Go-No Go-Tasks). Block 2 (Monate 25-36): Vergleich von Konnektivitätsveränderungen nach anodaler und Placebo-Stimulation zwischen MD-Patienten und gesunden Probanden. Block 3 (Monate 37-48): Vergleich von Konnektivitätsveränderungen nach anodaler und Placebo-tDCS zwischen Patienten mit spezifischer Phobie (Spinnenphobie) und gesunden Probanden. Als funktionelles Paradigma wird bei Block 2 die Präsentation emotionaler Stimuli im Kontext kognitiver Leistungen (v.a. kognitiver Kontrolle) und in Block 3 antizipatorische Angst vor phobischer Stimuluspräsentation untersucht.

PsychotherapiePlus- Augmentation von Kognitiv-Behavioraler Psychotherapie mit präfrontaler Gleichstromstimulation bei Patienten mit Major Depression - WP6

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Benjamin Franklin
Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie

Eschenallee 3
14050 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Malek Bajbouj
030 8445-8622
01EE1403F
557.093 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Ziel des GCBS-Konsortiums ist, Stimulationsverfahren zur Therapie psychischer Erkrankungen zu etablieren. Dabei ist das Ziel dieses Teilprojektes die Überprüfung der Wirksamkeit der Gleichstromstimulation bei denjenigen depressiven Patienten, die auf klassische psychotherapeutische oder psychopharmakologische Interventionen nicht adäquat ansprechen. Mit der transkraniellen Gleichstromstimulation können gezielt Lernvorgänge verbessert werden. Sie stellt somit eine mögliche Technik dar, mit der in Psychotherapien stattfindende Lernvorgänge verstärkt werden können. Im dieser multizentrischen klinischen Studie wird bei Patienten mit Depressionen die Wirksamkeit einer mit Gleichstromstimulation unterstützten Psychotherapie in einem Placebo-kontrollierten Design verglichen und untersucht. In der Initiierungsphase (Monat 1-4) erfolgt ein Training der einzelnen Studienzentren sowie parallel die erfolgreiche Beantragung der Bewilligung durch die Ethikkommissionen der beteiligten Studienzentren (Meilenstein 1). In der folgenden Rekrutierungsphase (Monate 5-34) erfolgt die Rekrutierung von insgesamt 90 Patienten (Meilensteine 2 bis 5 nach 30, 60, 90 Patienten sowie Meilenstein 6 nachdem der letzte Patient die Follow-Up Phase beendet haben wird). In der anschließenden Auswertungsphase (34-42) werden die klinischen Daten ausgewertet und wissenschaftlich veröffentlicht (Meilenstein 7). Die Gesamtstudie ist auf 42 Monate ausgelegt.

Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) zur Behandlung der Major Depression - Eine prospektive, multizentrische, doppelblinde, randomisierte, plazebo-kontrollierte Studie (DepressionDC) - WP7

Klinikum der Universität München
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Nußbaumstr. 7
80336 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Frank Padberg
089 4400-53358
01EE1403G
722.056 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Ziel des Verbundes German Center for Brain Stimulation (GCBS) ist die Weiterentwicklung von Hirnstimulationsverfahren zu einem klinisch-relevanten, therapeutischen Methodenspektrum in der Psychiatrie. Mittel- und langfristig soll damit die Behandlung psychischer Erkrankungen, insbesondere von Krankheitsbildern, die wenig oder nicht ausreichend auf die bisherigen Therapieansätze (vor allem Pharmakotherapie und Psychotherapie) ansprechen, verbessert werden. Die randomisierte, plazebo-kontrollierte Multicenter-Studie untersucht daher die Sicherheit und Wirksamkeit der präfrontalen tDCS bei depressiven Patienten, die bisher nicht ausreichend auf eine antidepressive Behandlung mit einem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) angesprochen haben. Im Falle des Wirksamkeitsnachweises könnte die tDCS als neue Behandlungsform eingeführt werden, bei negativem Ergebnis wird die Studie v.a. eine weitere Einschätzung zur Sicherheit der tDCS ermöglichen. Bei der beantragten Studie handelt es sich um eine randomisierte, plazebo-kontrollierte Studie mit zwei parallelen Gruppen (A – Verum-tDCS; B – Plazebo-tDCS). In die Studie werden 152 Patienten mit Depression eingeschlossen. Die Patienten werden über 28 Monate in fünf Zentren rekrutiert (München, Tübingen, Berlin, Regensburg, Wasserburg). Nach einer Screening-Phase werden die Patienten zu einer Verum- oder Plazebo-tDCS über sechs Wochen randomisiert. Alle Patienten erhalten in den ersten vier Wochen eine tDCS mit fünf Behandlungen/Woche, in den Wochen fünf und sechs mit zwei Behandlungen/Woche. Es ist eine Follow-up Phase mit Evaluation nach drei und sechs Monaten vorgesehen. Die klinische Evaluation von Wirksamkeit und Sicherheit erfolgt mit etablierten Instrumenten. Um die neurobiologischen Mechanismen der tDCS zu beleuchten sollen 1) in allen Zentren Proben für genetische/epigenetische Untersuchungen asserviert werden und 2) bizentrisch fMRT-Untersuchungen zur strukturellen und funktionellen Konnektivität durchgeführt werden (Kooperation mit WP5).

Verbund PROTECT-AD im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen

Der Verbund PROTECT-AD im Forschungsnetz zu psychischen Erkrankungen besteht aus sieben universitären Instituten (Greifswald, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Münster, Marburg, Bochum und Würzburg) und thematisiert Angststörungen. Obwohl sich Angststörungen als sehr gut behandelbar erwiesen haben, werden expositionsbasierte Therapien für Angststörungen nicht flächendeckend eingesetzt und häufig nicht fachkundig durchgeführt. Mithilfe zweier multizentrischer klinischer Studien und dreier forschender Begleitprojekte bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen sollen neue Erkenntnisse zu den Wirkmechanismen dieser Therapien erhalten werden. In den Studien werden verbesserte therapeutische Behandlungsverfahren angewendet und validiert. Ein gesundheitsökonomisches Begleitprojekt formuliert und testet effektive Maßnahmen, um diese neuen Erkenntnisse in die Routineanwendung zu überführen. Dazu werden alle relevanten Akteure (Patienten-Patientinnen/Patientenvertreter-Patientenvertrerinnen, Psychotherapeuten/Psychotherapeutinnen, Psychotherapeutenkammern sowie die Krankenkassen und andere Kostenträger) einbezogen. 

Optimierung von Extinktionslernen durch intensivierte psychologische Interventionen für Erwachsene mit Angststörungen (P1)

Technische Universität Dresden
Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften
Institut für Klinische-, Diagnostische und Differentielle Psychologie
Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie

Chemnitzer Str. 46
01187 Dresden

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hans-Ulrich Wittchen
0351 463-36985
01EE1402A
2.049.904 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Neuen Ergebnissen präklinischer Studien zufolge ist das Extinktions(Auslöschungs)lernen der zentrale Wirkmechanismus expositionsbasierter Therapien. Außerdem bietet das Verfahren die Möglichkeit, durch optimierte Extinktion die Effektivität der Behandlung zu steigern. Im Vorhaben wird untersucht, ob Bestandteile des in präklinischen Studien optimierten Extinktionslernens in einer „intensivierten" psychologischen Intervention (Behandlung) Therapieoutcomes (Resultate) verbessern. In einer multizentrischen, randomisiert-kontrollierten klinischen Studie soll bei n = 700 Patienten mit primärer Angststörung untersucht werden, ob - unter Berücksichtigung der Komorbidität - auf optimiertem Extinktionslernen basierende intensivierte psychologische Interventionen (IPI) im Gegensatz zu der (ansonsten identischen) Standardintervention ohne optimiertem Extinktionslernen (TAU) zu schnelleren, stärkeren und anhaltenderen Resultaten auf subjektiven, klinischen, behavioralen, physiologischen und neuronalen Wirkungsebenen führt. Es wird erwartet, dass die Elemente des optimierten Extinktionslernens zu (a) größeren Effektstärken und schnellerer Erholung und (b), zu ausgeprägteren Veränderungen verschiedener Wirkungsfaktoren führt, einschließlich des Extinktions-(Ver)lernens und objektiver, verhaltens-technischer Maße der Expositionssitzungen. Außerdem werden Moderatoren der Resultate sowie der Zusammenhang zwischen IPI und einer Gesundheitskosteneinsparung untersucht. Arbeitsschritte sind: 1) Manualentwicklung sowie Rekrutierung und Training von Therapeuten und Diagnostikern; 2) Rekrutierung, Screening und Einschluss der Angststörungspatienten; 3) Therapiedurchführung, Follow-up und Assessments; 4) Datenanalyse; 5) internationale Publikation.

Transfer expositionsbasierter Interventionen in die psychotherapeutische Routinepraxis (P7)

Technische Universität Dresden
Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften
Fachrichtung Psychologie
Professur Behaviorale Psychotherapie

Hohe Str. 53
01187 Dresden

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Jürgen Hoyer
0351 463-36986
01EE1402B
164.974 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Expositionstherapie stellt die wirksamste Behandlungsform für Angststörungen dar. Sie wird in der Routinepraxis jedoch häufig nicht oder nur in unzureichender Intensität durchgeführt. Maßnahmen zur Verbesserung dieser Situation müssen die teilweise negativen Einstellungen von Psychotherapeuten berücksichtigen, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten verbessern und strukturelle Barrieren vermindern. Dazu sollen alle wesentlichen Interessengruppen (Patienten/Patientenvertreter, Psychotherapeuten, Psychotherapeutenkammern, Krankenkassen und andere Kostenträger) einbezogen werden. Die Einstellungen und Vorbehalte gegenüber Expositionsverfahren sollen genauso wie die durchführungs- und abrechnungstechnischen Schwierigkeiten erstmals umfassend bei allen oben genannten Interessengruppen erhoben werden. Im 2. und 3. Schritt sollen Lösungsvorschläge und Verbesserungsanreize (einschl. Modifikation der Regeln zur Qualitätssicherung, Honoraranreize etc.) entwickelt und implementiert sowie in einer zweiten Befragungswelle überprüft werden. Die erste Projektphase (M 1-6)  dient der Vorbereitung der Befragungen, der Übersetzung, Entwicklung und Erprobung von Erhebungsinstrumenten und dem Stellen des Ethikantrags. Diese Aufgaben erfolgen in enger Kooperation mit Vertretern der Patienten, Psychotherapeuten/Kammern und Krankenkassen. In der zweiten Projektphase (M 7-18) erfolgt die Durchführung der ersten Befragung an mindestens 500 Praktikern, ihre Auswertung und Diskussion (Kongresse, eigens zu organisierende Expertenrunden), und die Entwicklung von Maßnahmen, die den Einsatz von adäquaten Expositionsmethoden in der Praxis stärken. Diese Maßnahmen werden in der dritten Projektphase (M 19-36) umgesetzt (u.a. Trainingskurse auf der Verhaltenstherapiewoche; regelmäßige Informationsveranstaltungen in allen Regionen der OPK). In der 4. Projektphase (M 37-48) wird eine erneute Praktiker- Befragung mit zusätzlichen Modulen zum Effekt der Transfermaßnahmen durchgeführt und ausgewertet.

Bedeutung des Elterneinbezugs in der intensivierten Expositionsbehandlung von Kindern mit Angststörungen (P2)

Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Psychologie
Klinische Kinder- und Jugendpsychologie

Massenbergstr. 9-13
44787 Bochum

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Silvia Schneider
0234 32-23600
01EE1402C
1.114.872 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Im deutlichen Kontrast zu Angststörungen des Erwachsenenalters sind Angststörungen des Kindesalters signifikant weniger erforscht und das Wissen um ihre adäquate Behandlung liegt weit hinter dem Wissen bei Erwachsenen zurück. Erfolgreiche Ansätze in der psychotherapeutischen Behandlung von Angststörungen des Kindesalters enthalten Expositionsinterventionen als zentralen Therapiebaustein. Ein „hot topic" mit unklarer Datenlage ist hierbei jedoch der Nutzen des Einbezugs der Eltern für die Behandlung von Kindern mit Angststörungen. Ziel des vorliegenden Verbundprojekts ist es, erstmals an einer hinreichend großen Stichprobe mit ausreichend statistischer Aussagekraft zu prüfen, ob es störungsspezifische Effekte des Einbezugs von Eltern bei intensivierter Expositionsbehandlung von Angststörungen gibt. Hierzu werden insgesamt 400 Kinder mit einer primären Störung mit Trennungsangst, Spezifischer Phobie oder Sozialer Angststörung im Alter von 8 bis14 Jahren behandelt. Die Kinder und ihre Eltern werden nach der Diagnosestellung per Zufall entweder einer Expositionstherapie mit oder ohne Einbezug der Eltern (jeweils 16 Sitzungen) zugewiesen. Der Therapieerfolg wird bei Therapieende und sechs Monate nach Abschluss der Behandlung über den Bericht des Kindes, der Eltern und (blinder) klinischer Diagnostiker anhand von strukturierten Interviews und Fragebogen erfasst. Erhoben werden neben der Angstsymptomatik die Depression, Lebensqualität und Selbstwirksamkeit des Kindes sowie elterliche dysfunktionale Gedanken in Bezug auf das Kind. Im Rahmen assoziierter Studien wird die Rolle von Extinktionslernen und  epigenetischer Variationen als Moderator und Mediator untersucht (s. hierzu P3, P5). Arbeitsschritte sind: 1) Aufbau der Zentren und Pilotierung der Abläufe; 2) Rekrutierung, Behandlung, Follow-up und Assessment der Angststörungspatienten (Kinder mit Eltern); 3) Datenfinalisierung; 4) Datenanalyse und Publikation.

Extinktion und Wiederaufleben von Furcht im Labor: Translation auf die klinischen Ergebnisse der Expositionstherapie bei Angststörungen

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Institut für Psychologie

Franz-Mehring-Str. 47
17489 Greifswald

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Alfons Hamm
03834 86-3715
01EE1402D
249.685 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Extinktions-(Auslöschungs)lernen wird als der zentrale Wirkmechanismus der Expositionstherapie postuliert. Ziel des Projekts ist es, Extinktionslernen auf mehreren Ebenen (kognitiv, physiologisch, reflexiv motorisch) an einer großen Gruppe von Patienten mit Angststörungen im Labor zu untersuchen und zu klinischen Ergebnissen einer Expositionstherapie in Bezug zu setzen. Extinktionslernen kann in mehrere Teilprozesse unterteilt werden. Zunächst lernt der Patient, dass ein bestimmter Reiz – oder Kontext nicht mehr mit einer erwarteten abzulehnenden Konsequenz assoziiert ist. Wird diese Erfahrung mehrmals gemacht, wird das Extinktionsgedächtnis konsolidiert. Danach muss auch in kritischen Phasen dieses Extinktionsgedächtnis abgerufen werden. Dieser letzte Prozess wird im Labor gemessen, indem überprüft wird, ob die abgeklungene Furchtreaktion auf einen Reiz oder Kontext wieder auflebt, wenn die aversive Konsequenz erneut erfahren wird. 1) Das „delayed extinction" Paradigma mit erwachsenen Patienten vor und nach der Expositionstherapie. Patienten lernen zunächst, dass einer von zwei Reizen mit einem Schmerzreiz assoziiert ist. Am zweiten Tag werden nun die beiden Reize erneut mehrmals präsentiert, nun aber die Erfahrung gemacht, dass die aversive Konsequenz nicht auftritt. Gemessen werden Erwartungen hinsichtlich des Auftretens der aversiven Konsequenzen, autonomer Erregung und Modulation motorischer Hirnstammreflexe. Nach dem Extinktionslernen werden die aversiven Konsequenzen erneut präsentiert und es wird geprüft, ob es erneut zum Wiederaufleben der Furcht kommt. 2) Das "VR-Context conditioning" Paradigma bei Kindern. Es werden in virtueller Realität unterschiedliche Kontexte präsentiert, in einem Kontext treten aversive Schmerzerfahrungen auf, im anderen nicht. Auch hier werden während der Extinktion keine Schmerzerfahrungen mehr gemacht und es wird überprüft, ob sich die Erwartungen, das autonome Erregungsniveau und das Vermeidungsverhalten verändern.

Aktivierung des Angstnetzwerkes und neurale Korrelate des Extinktionslernens in Relation zum Therapieergebnis

Philipps-Universität Marburg
FB 20 Medizin und Universitätsklinikum
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Rudolf-Bultmann-Str. 8
35039 Marburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Carsten Konrad
06421 58-65622
01EE1402E
720.106 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Teilprojekt P4 untersucht parallel zu Teilprojekt P3 die neuralen Korrelate der Furchtextinktion, des Wiederauftretens der konditionierten Reaktion sowie der Emotionsverarbeitung vor und nach expositionsbasierter Therapie mittels MRT. Neuroanatomisch fokussiert diese Studie auf die Amygdala, den (Para-) Hippocampus und den Anterioren Cingulären Cortex (ACC). Es werden die Hypothesen aufgestellt, dass gestörtes Extinktionslernen und verstärkte Emotionsverarbeitung bei Angstpatienten gegenüber gesunden Probanden auf einer erhöhten Amygdala- und reduzierten ACC-Aktivierung beruht, während verstärktes Wiederauftreten der konditionierten Reaktion mit (para-) hippocampaler Funktion zusammenhängt und ein verstärktes Extinktionslernen bei intensivierter expositionsbasierter Therapie (ITI) mit einer stärkeren Reduktion des Amygdalaaktivierung und verstärkten ACC-Aktivierung im Vergleich zur üblichen Therapie (TAU) einhergeht. Alle für die MRT-Messung verfügbaren Patienten der Therapiestudie P1, die mit IPI oder TAU behandelt werden, werden vor und nach Therapie untersucht. Es ist ein Einschluss von n = 300 Angstpatienten und 100 gesunden Probanden geplant. Um die Synergien zu maximieren, werden identische Furchtkonditionierungs- und Extinktionsaufgaben in P3 und P4 verwendet. Während die Furchtkonditionierung am ersten Tag in P3 stattfindet werden die Extinktion und das Wiederauftreten des konditionierten Reizes am zweiten Tag im MRT-Scanner erfasst (einschließlich autonomer Marker der Konditionierung und Erwartungsparameter), so dass eine Konsolidierung des Angstgedächtnisses möglich ist. Die Amygdalareaktivität wird mit Hilfe eines emotionalen Gesichterparadigmas untersucht. Für Normalisierung und explorative morphometrische Analyse werden anatomische T1- und DTI-gewichtete Aufnahmen gemacht. Im Paniknetz etablierte Qualitätsprozeduren, Phantom- und Reliabilitätsmessungen werden angewendet.

(Epi)Genetische Mechanismen von Extinktionslernen und Therapieansprechen bei Angsterkrankungen

Universitätsklinikum Würzburg
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Füchsleinstr. 15
97080 Würzburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. J. Deckert / Prof. Dr. Katharina Domschke
0931 201-77010
01EE1402F
1.033.010 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Neuen Ergebnissen präklinischer Studien zufolge ist das Extinktions(Auslöschungs)lernen der zentrale Wirkmechanismus expositionsbasierter Therapien. Teilprojekt P5 untersucht die Funktion genetischer und epigenetischer Mechanismen (DNA Methylierung); 1) als Prädiktoren des Therapieerfolgs sowie 2) als biologische Korrelate des Ansprechens auf eine „Intensified Psychological Intervention" (IPI) in den klinischen Studien (KS) 1 und 2. Dabei sollen – in Synopse mit physiologischen und bildgebenden Daten aus den Teilprojekten P3 und P4 – kombinierte, ggf. geschlechtsspezifische Biomarker des Extinktionslernens generiert werden, die in Zukunft zu einer personalisierteren und damit effizienteren Therapie von Angsterkrankungen beitragen könnten. In der ersten Projektphase sollen in existierenden Stichproben von Patienten mit Panikstörung erste epigenetische Untersuchungen durchgeführt werden, um die Methodik der DNA-Methylierungsanalyse zu optimieren und Pilotdaten zu generieren. Mit Beginn der Patientenrekrutierung wird Projekt P5 die beiden RCTs begleiten. Bei Patienten mit abgeschlossener Therapie werden genetische Varianten sowie DNA-Methylierungsmuster in Kandidatengenen von Angsterkrankungen bzw. des Extinktionslernens unmittelbar bestimmt und auf deren prädiktiven Wert bzgl. des Therapieansprechens hin analysiert. Auf einer Epigenom-weiten Ebene werden nach Einschluss aller Patienten zum jeweiligen Zeitpunkt potenziell dynamische Veränderungen von DNA-Methylierungsmustern im Therapieverlauf als biologische Korrelate des Therapieansprechens untersucht. Hierzu wird an allen Zentren zu den Zeitpunkten baseline (KS1 und 2), post (KS1 und 2) und follow-up (KS1) EDTA Blut gewonnen, aus dem die DNA für genetische/epigenetische Analysen extrahiert wird. Epigenetische Analysen werden auf Kandidatengenebene mittels direkter Sequenzierung Bisulfit-konvertierter DNA, auf Epigenom-weiter Ebene durchgeführt, genetische Analysen mittels etablierter Protokolle.

Verbund OptiMD im Foschungsnetz psychische Erkrankungen

Depressionen sind schwere und die Lebensqualität stark beeinträchtigende Erkrankungen für den einzelnen Patienten als auch für die Angehörigen. Weiterhin entstehen durch diese Krankheit hohe volkswirtschaftliche Kosten. Obwohl geeignete Antidepressiva verfügbar sind, sprechen ca. 30-50% der depressiven Patienten nur unzureichend auf eine Behandlung an. Außerdem dauert es in der Regel mehrere Wochen, bis eine deutlich sichtbare Wirkung einer Therapie feststellbar ist. Daher sind verbesserte Behandlungsstrategien für antidepressive Behandlungen dringend erforderlich.
Ziel des Verbundes aus sechs universitären Zentren und einem Max-Planck-Institut ist es daher, die Behandlung der Depression hinsichtlich ihrer Effektivität und einem früheren Wirkungseintritt zu optimieren. In zwei klinischen Studien und fünf Forschungsprojekten untersucht das Konsortium, wie Antidepressiva besser wirksam werden können. Die Forscher validieren mögliche genetische und biochemische Biomarker die geeignet sind, die Wirksamkeit bereits verfügbarer Therapien gezielter festzustellen. Zur Unterstützung der Validierung wird die funktionelle Bildgebung eingesetzt. Mit dieser Methode sollen solche neuronalen Netzwerke identifiziert werden, die die Vorhersage des Ansprechens auf spezifische Antidepressiva durch molekulare Marker ergänzen können. Darüber hinaus werden neue Zielstrukturen erforscht, die für die Wirkung von Antidepressiva von Bedeutung sind, wie z. B. die Zusammensetzung des Dickdarm-Mikrobioms. Durch diese Entwicklung spezifischer Marker entstehen Ansatzpunkte für eine verbesserte Diagnostik auf molekularer Basis mit höherem Vorhersagewert. Hochspezifische und selektive Diagnostik ist die Voraussetzung für eine optimale Therapie und greifbare Fortschritte in der Versorgung der Patienten. 

Identifizierung und Validierung von neuen Zielstrukturen des Gehirns für antidepressive Pharmaka in geeigneten Tiermodellen

Universität Regensburg
Fakultät für Biologie und Vorklinische Medizin
Institut für Zoologie

Universitätsstr. 31
93053 Regensburg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Inga Neumann
0941 943-3053
01EE1401A
678.308 EUR
01.07.2015 - 30.06.2018

Das Ziel des Projektes SP 1 ist die Identifizierung und Validierung von neuen Gen-Targets und Glia-Markern für die Behandlung der majoren Depression in etablierten Tiermodellen. Insbesondere ist geplant, bereits identifizierte Gene (FKBP5, P2X4R, P2X7R) und Gliazell-Marker unter basalen und chronischen Stress-Bedingungen detailliert zu charakterisieren. Es soll untersucht werden, ob Antipepressiva (AD) nicht nur Stress-induzierte Angst und Depression im Tier verhindern können, sondern auch ob etablierte und innovative Psychopharmaka auf diese Gen-Targets und auf Gliazell-Marker wirken. Konkret soll die Expression neuer Genmarker in Blut-Zellen und neuronalem Gewebe verglichen werden. Weiterhin sollen spezifische Glia-Marker in diskreten Hirnregionen in Modellen für genetische bzw. Stress-induzierte Depressions- und Angsterkrankungen identifiziert und charakterisiert werden. Basierend auf diesen Ergebnissen werden in Kooperation mit SP4 epigenetische Modifikationen dieser Gene erfasst. Außerdem soll die Aktivität von FKBP5, P2X4R und P2X7R  mittels selektiver Agonisten bzw. Antagonisten manipuliert werden und die Auswirkungen auf Depression- und Angstverhalten sowie Glia-Marker unter basalen und chronischen Stress-Bedingungen verfolgt werden. In Kooperation mit SP2 und SP6 werden geschlechtsabhängige Wirkungen von etablierten Antidepressiva auf die Expression der Gene FKBP5, P2X4R und P2X7R und auf Glia-Funktionen verfolgt. Hierbei soll untersucht werden, inwieweit Antidepressiva Stress-induzierte Veränderungen der Target-Gene parallel zum Verhalten verhindern können. In Kooperation mit SP2, SP3 und SP8 werden chronisch gestresste und genetisch determinierte Angst-Modelle mit etablierten oder innovativen AD behandelt um den Einfluss auf relevante hippocampale Parameter (SP2) das Mikrobiom (SP3) und das Verhalten zu verifizieren.

 

Relevanz der Zusammensetzung des Dickdarmmikrobioms für Subtypen depressiver Erkrankungen, das Ansprechen und unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Antidepressiva-Therapie

Universität Regensburg
Universitätsklinikum
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Universitätsstr. 84
93053 Regensburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Thomas C. Baghai
0941 941-1012
01EE1401B
1.005.571 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Die Dickdarmbakterienflora (Dickdarm-Mikrobiom) beeinflusst im Tierversuch (Nagetiere) die Funktionsweise des Gehirns und die Stressregulation. Es ist nicht bekannt, ob das Dickdarm-Mikrobiom bei depressiven Patienten verändert ist oder ob es durch eine antidepressive Pharmakotherapie beeinflusst wird. Die Zusammensetzung des Dickdarm-Mikrobioms wird daher zunächst in geeigneten Tiermodellen für Stress und Depression sowie nach Gabe verschiedener Antidepressiva(klassen) beschrieben. Zudem wird die Zusammensetzung des Dickdarm-Mikrobioms bei depressiven Patienten vor und während einer antidepressiven Pharmakotherapie mit verschiedenen Wirkstoffen untersucht. Dieses Projekt wird zeigen, ob das Dickdarm-Mikrobiom bei Depressionen verändert ist, ob es durch die Behandlung mit Antidepressiva (AD) beeinflusst wird und ob es in Zusammenhang mit erwünschten und unerwünschten Wirkungen einer antidepressiven Pharmakotherapie in Beziehung steht. Im TP 3 wird das Mikrobiom von Tiermodellen aus Angst- und Depressionsmodellen und die Verbindung zu genetisch determinierter Depression, Angst und Stressreaktion untersucht. Untersucht werden die Effekte einer 3-wöchigen Gabe verschiedener AD. 60 Patienten aus TP4a werden klinisch charakterisiert und ihr Dickdarm-Mikrobiom sequenziert. Je 20 Patienten werden mit verschiedenen AD behandelt, die Untersuchungen werden nach einer und nach fünf Wochen wiederholt und zu denen von 20 nach Alter und Geschlecht verleichbaren Kontrollpersonen in Beziehung gesetzt. Analog werden in Kooperation mit TP6 je 20 mit Minocyclin oder Plazebo behandelte Patienten untersucht. Die Sphingolipid-Zusammensetzung im Blut der genannten Patienten wird in Kooperation mit TP2 untersucht. Ebenso wird eine funktionelle Kernspintomographie zur Messung der Emotionsregulation in Kooperation mit TP5 durchgeführt.

Die Rolle des ASM/Ceramid-Systems bei Majorer Depression (Rattenmodelle und klinische Proben) (SP2a)

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Universitätsklinikum
Klinik mit Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Labor für molekulare Neurobiologie

Schwabachanlage 6
91054 Erlangen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Johannes Kornhuber
09131 8534166
01EE1401C
350.423 EUR
01.02.2015 - 31.01.2018

Der Verbund OptiMD hat sich zum Ziel gesetzt, die Behandlung der Depression hinsichtlich Effektivität und Wirkungseintritt zu optimieren. In dem Subprojekt (SP) 2 soll die Modulation des Ceramidspiegels als neues antidepressives Prinzip untersucht werden. Eine erhöhte Ceramid-Konzentration im Hippocampus ist für die Induktion von depressions-ähnlichem Verhalten sowie depressions-ähnlicher Neurobiologie hinreichend. Die Medikamente Amitriptylin und Fluoxetin bewirken ihre antidepressiven Effekte durch Hemmung des sauren Sphingomyelinase (ASM)/Ceramid-Systems. In translationalen lipidomischen Studien soll nun dieses Eiweiß-System bei Majorer Depression genauer untersucht werden. Dazu werden pathophysiologisch ausgerichtete tierexperimentelle Studien, therapeutisch ausgerichtete Studien und translationalen Studien zur Unterstützung der klinischen Diagnostik durchgeführt. Ziel 1: 1) In Ratten-Modellen soll der hippocampale Ceramidspiegel experimentell erhöht und dann das Verhalten, die Biochemie und die Neurogenese untersucht werden. 2) Hippocampales Ceramid und die Aktivitäten der ASM/neutralen Ceramidase (NC) werden alle vier Stunden ab 1 h nach Licht-an in Maus-Modellen quantifiziert. Die Laufaktivität wird mit gestuftem Zugang zu einem Laufrad kontrolliert und gesteuert und die Neurogenese und das Verhalten werden zu den Zeitpunkten mit hohen und niedrigen Ceramidspiegeln quantifiziert.  Ziel 2: (1 und 2) Mögliche Antidepressiva aus der Gruppe der FIASMAs (functional inhibitors of ASM) werden ausgewählt, genauer charakterisiert und in Ratten-Modellen untersucht.  Ziel 3: ASM, NC und ASM-Varianten werden in Proben aus den klinischen Studien des Konsortiums (SP 3, 4, 5 und 6) quantifiziert und in Beziehung zu phänotypischen klinischen Daten, u.a. auch geschlechtsspezifisch, gesetzt.

Validierung genomischer Biomarker als Indikatoren für das Risiko einer Ersterkrankung, eines ungünstigen Therapieverlaufs und von Rückfall bei Depression

Max-Planck-Institut für Psychiatrie
Kraepelinstr. 2-10
80804 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Marcus Ising
089 30622-430
01EE1401D
986.542 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Der Verbund OptiMD hat sich zum Ziel gesetzt, die Behandlung der Depression hinsichtlich Effektivität und Wirkungseintritt zu optimieren. Vorarbeiten  weisen auf die besondere Bedeutung des Blut-Hirn-Schranken-Gens ABCB1, des Stressregulationsgens FKBP5 sowie der sog. „Gliotransmitter"-Gene P2RX4 und P2RX7 in Hinblick auf Depressionsrisiko und antidepressiven Therapieerfolg hin. Genomische Indikatoren der Aktivität dieser Gene auf Expressionsebene sowie deren epigenetische Modifikationen eignen sich als sog. genomische Biomarker, die in Hinblick auf ihren diagnostischen Einsatz bei Depression validiert werden sollen. Die Validierung dieser Biomarker erfolgt hinsichtlich 1) dem therapeutischem Ansprechen auf die Therapie mit Antidepressiva (AD), 2) dem Rückfallrisiko bei remittierter Depression, sowie 3) dem Risiko, an Depression neu zu erkranken (Ersterkrankungsrisiko). Für die Validierung genomischer Biomarker zum therapeutischen Ansprechen auf AD werden 300 Patienten rekrutiert, die stationär oder ambulant zur Behandlung einer depressiven Episode aufgenommen wurden (MARS Kohorte 1). Für das zweite Studienziel, die Validierung genomischer Biomarker für das Rückfallrisiko, werden 200 ehemalige Patienten des MARS-Projekts rekontaktiert, die sich sich zum Zeitpunkt ihrer Entlassung aus der Klinik im Zustand der Remission befanden, um das Auftreten eines potenziellen Erkrankungsrückfalls zu erfassen (MARS Kohorte 2). Für das dritte Studienziel werden 100 Teilnehmer einer prospektiv-epidemiologischen Kohorte zusammen mit ihren Kindern rekrutiert und in Hinblick auf epigenetische Unterschiede zwischen Familien mit und ohne Depressionsvorgeschichte evaluiert (EDSP Kohorte). Die als depressionsspezifisch identifizierten genomischen Marker werden in einer klinischen Fall/Kontrollkohorte mit 100 Teilnehmern re-evaluiert (CAP Kohorte).

MRI-Biomarker zur Vorhersage des individuellen Ansprechens auf antidepressive Therapieoptionen

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg
Klinik für Allgemeine Psychiatrie

Voßstr. 2
69115 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Oliver Gruber
0551 39-12289
01EE1401E
500.351 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Ziel dieses Vorhabens ist die Erforschung und wissenschaftliche Etablierung von Biomarkern aus der Gehirnbildgebung, die eine Vorhersage des individuellen Ansprechens depressiver Patienten auf verschiedene Formen antidepressiver Therapie erlauben. Hierzu werden modernste Verfahren der strukturellen und insbesondere auch der funktionellen Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt, um die bei depressiven Störungen relevanten Krankheitsmechanismen gezielt zu untersuchen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Funktion von Gehirnregionen gelegt, die bereits in Vorstudien mit besseren Therapieerfolgen in Zusammenhang standen. Hierbei soll die Frage beantwortet werden, ob die in den Vorstudien entdeckten klinisch relevanten Gehirnbildgebungsmarker zur Vorhersage der individuellen Therapieantwort auf Antidepressiva in einer größeren Patientengruppe bestätigt werden können. Entsprechende Marker sollen auch für den möglichen Erfolg einer Zusatz-Therapie mit Minocyclin etabliert werden. Zu diesem Zweck wird in enger Abstimmung mit den Teilprojekten SP3, SP4 und SP6 des Konsortiums in einer multizentrischen Studie eine Stichprobe von insgesamt 200 Patienten mit depressiven Störungen therapiebegleitend untersucht. Die standardisiert erhobenen MRT-Datensätze werden zentralisiert ausgewertet unter Verwendung neuester Analysetechniken zu Struktur, Funktion und Konnektivität wichtiger Gehirnregionen. Um den Vorhersagewert der ermittelten Gehirnbildgebungsmarker für das therapeutische Ansprechen einzelner Patienten zu bestimmen und ggf. durch Kombinationen zu erhöhen, werden anschließend auch multivariate statistische Verfahren angewandt.

Multizentrische Studie zur Wirksamkeit des Antibiotikums Minocyclin als neue therapeutische Strategie bei therapieresistenter Depression

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Benjamin Franklin
Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie

Eschenallee 3
14050 Berlin

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Isabella Heuser
030 8445-8701
01EE1401F
994.234 EUR
01.02.2015 - 31.01.2019

Die Prüfung der Substanz Minocyclin in neuer Indikation zur Behandlung depressiver Patienten, die auf konventionelle antidepressiver nicht angesprochen haben, erfolgt primär vor dem Hintergrund einer Entlastung des individuellen Patienten durch schnellere und effektivere Wiederherstellung. In diesem Zusammenhang kommen in erheblichem Maße auch volkswirtschaftliche Aspekte zum Tragen. Einerseits kommt es durch schnellere Genesung des Patienten zu einer reduzierten Inanspruchnahme des Gesundheitssystems und damit zu einer primären Reduktion von Kosten im Gesundheitswesen, die insbesondere in der untersuchten Indikation beträchtliche Ausmaße angenommen haben und gemäß Einschätzungen durch die WHO weiter steigen werden. Die Wiederherstellung der psychischen Gesundheit, damit häufig einhergehend die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit der Patienten und Entlastung ihres sozialen Umfelds, wird weiterhin sekundär zu volkswirtschaftlichem Erfolg führen. Da ein Patentschutz des Wirkstoffs Minocyclin nicht mehr besteht und Minocyclin in anderer Indikation bereits generisch hergestellt und breit vermarktet wird, erscheint ein Schutz als Gebrauchsmuster zur Sicherung von Vermarktungsrechten nicht sinnvoll. Nach erfolgreicher Zulassung in der hier geprüften Indikation wäre eine hervorragende Versorgung mit einem äußerst kostengünstigen Arzneimittel mit Tagestherapiekosten unter einem Euro gewährleistet. Eine Weiterentwicklung des Wirkstoffs im Sinne einer Optimierung der antidepressiven bzw. anti-neuroinflammatorischen und neuroprotektiven Eigenschaften wäre prinzipiell denkbar. Hier käme beispielsweise die Reduktion einer antibiotischen Wirkkomponente, Steigerung der Lipophilie sowie Steigerung neuroprotektiver und anti-neuroinflammatorischer Eigenschaften in Frage. Eine wichtige, erleichternde Voraussetzung wäre hier allerdings die Identifikation eines den vielfältigen Effekten zugrundeliegenden Wirkmechanismus. 

Die Rolle des ASM/Ceramid-Systems bei Majorer Depression (Mausmodelle)

Universität Duisburg-Essen
Medizinische Fakultät
Institut für Molekularbiologie

Hufelandstr. 55
45147 Essen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Erich Gulbins
0201 7233-118
01EE1401G
240.474 EUR
01.02.2015 - 31.01.2018

In dem Teilprojekt 2 soll die Modulation des Ceramidspiegels als neues antidepressives Prinzip untersucht werden. Eine erhöhte Ceramid-Konzentration im Hippocampus ist hinreichend für die Induktion von depressions-ähnlichem Verhalten sowie depressions-ähnlicher Neurobiologie. Amitriptylin und Fluoxetin bewirken ihre antidepressiven Effekte durch Hemmung des sauren Sphingomyelinase (ASM)/Ceramid-Systems. In Studien soll nun die Rolle des ASM/Ceramid-Systems bei Majorer Depression genauer untersucht werden. Dazu werden pathophysiologisch ausgerichtete tierexperimentelle Studien, therapeutisch ausgerichtete Studien und translationale Studien zur Unterstützung der klinischen Diagnostik durchgeführt. Hippocampales Ceramid und die Aktivitäten der ASM/NC werden alle vier Stunden ab 1 h nach Licht-an in Modellen quantifiziert. Die Aktivität wird mit gestuftem Zugang zu einem Laufrad kontrolliert und gesteuert. Die Neurogenese und Verhalten werden zu den Zeitpunkten mit hohen und niedrigen Ceramidspiegeln quantifiziert. Die Wirkungen von Minocyclin werden in Tiermodellen bezüglich Verhalten, Neurogenese und Biochemie beurteilt. Mögliche Antidepressiva aus der Gruppe der "Funktionellen Inhibitoren der sauren Sphingomyelinase" (FIASMAs) werden unter Berücksichtigung ihrer bekannte Profile ausgewählt und in Maus-Modellen charakterisiert.


 

 

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