| Öffentliche Bekanntmachung: | 2012 |
| Förderzeitraum: | 2015 - 2019 |
| Gesamtvolumen: | bis zu 35 Mio. Euro |
| Vorhabenzahl: | 9 Verbünde mit insgesamt 65 Zuwendungsemfängern |
Verbund ASD-Net im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen
Verbund ESCA-Life im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen
Verbund ESPRIT im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen
Verbund AERIAL im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen
Verbund APIC im Forschungsnetz Psychische Erkrankungen
Verbund BipoLife im Forschungsnetz psychische Erkrankungen
Verbund GCBS im Forschungsnetz psychische Erkrankungen
Verbund PROTECT-AD im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen
Verbund OptiMD im Foschungsnetz psychische Erkrankungen
1. Ziele des Förderschwerpunktes
In Deutschland leiden mindestens 40 Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens an einer psychischen Erkrankung. Psychische Erkrankungen zählen somit zu den Volkskrankheiten. Sie stellen sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen eine erhebliche Belastung dar und sind außerdem der häufigste Grund für Frühverrentungen. Die demographische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland lässt erwarten, dass sich die Häufigkeit derartiger Krankheiten weiter erhöhen wird.
Aufgrund der hohen Prävalenz, der erheblichen Belastung für Betroffene und Angehörige sowie der hohen Krankheitskosten stellen psychische Erkrankungen auch einen Krankheitsbereich von hoher Versorgungsrelevanz dar. Viele psychische Krankheitsbilder zählen zu den weit verbreiteten Krankheiten, über deren Ursachen nach wie vor unzureichende Kenntnisse bestehen. Das Forschungsnetz für psychische Erkrankungen wird sich dieser Herausforderung annehmen. Gefördert werden acht überregional und ein regional angelegter Forschungsverbund zu spezifischen Störungsbildern mit themenbezogenen Forschungsprojekten. Insgesamt 30 universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland werden an der Erforschung von Depression, Angststörungen, Sucht, Schizophrenie, ADHS und Autismus zusammen arbeiten. Im Vordergrund stehen dabei die Entwicklung von diagnostischen, therapeutischen oder präventiven Konzepten auf der Basis von aktuellem Wissen über die Krankheitsentstehung und die Krankheitsmechanismen. Außerdem soll der Transfer aktueller Forschungsergebnisse in die Praxis unterstützt werden. In jedem Verbund soll das einschlägige Potenzial an Klinikern und Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen und Institutionen für das jeweilige Störungsbild zusammengeführt werden.
2. Stand der Fördermaßnahme
Mit der Fördermaßnahme " Forschungsnetz psychische Erkrankungen" unterstützt das BMBF die psychiatrische Forschung in Deutschland und fördert seit 2015 neun Forschungsverbünde, die in einem zweistufigen Antragsverfahren aus ursprünglich 48 vorgelegten Antragsskizzen ausgewählt wurden. Es ist eine insgesamt 4-jährige Förderung vorgesehen. Alle Verbünde haben ihre Arbeit im Februar 2015 aufgenommen. Das BMBF beabsichtigt, in den Jahren 2015 bis 2019 bis zu 35 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.
3. Geförderte Vorhaben
a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben
(Sortierung innerhalb eines Verbundes nach Förderkennzeichen)
Verbund ASD-Net im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen
Im Forschungsverbund ASD-Net (Autism Spectrum Disorders Network) sollen neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Autismus-Spektrum-Störungen erforscht werden. Unter Autismus-Spektrum-Störungen werden die verschiedenen Krankheitsausprägungen zusammengefasst, etwa der frühkindliche Autismus und das Asperger-Syndrom. Bei allen Ausprägungen handelt es sich um angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörungen des Gehirns. Diese machen sich zumeist schon im frühen Kindesalter bemerkbar. Die Zahl der Autismus-Diagnosen stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an.
Die Diagnose von Autismus-Spektrum-Störungen gilt als fehleranfällig und besonders schwierig. Gleichzeitig werden neue und effektivere Therapien benötigt. Das ASD-Net wird sich diesen Themen widmen. Im so genannten "Diagnostik-Cluster" des Verbundes wird ein neues, internetbasiertes Diagnose-Instrument entwickelt. So soll die Diagnose vereinfacht und beschleunigt werden. Im "Therapie-Cluster" wird das therapeutische Potenzial von Oxytocin bei der Behandlung von Autismus-Spektrum-Störungen erforscht. Oxytocin ist ein Hormon, das beispielsweise beim Geburtsprozess von Bedeutung ist und soziale Interaktionen stärkt. Im "Gesundheitsökonomie-Cluster" sollen relevante Daten für die Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten mit Autismus-Spektrum-Störungen erhoben werden.
Autismus-Spektrum-Störungen über die Lebensspanne - Effektivere Versorgung durch valide Diagnosen und ein besseres Verständnis der Ätiologie
|
Philipps-Universität Marburg |
Leiterin: |
Dr. Inge Kamp-Becker |
Entwicklung und Validierung eines Screening-Instruments und eines internetbasierten Training-Tools für Autismus-Spektrum-Störungen bei Kindern und Jugendlichen
|
Technische Universität Dresden |
Leiter: |
Prof. Dr. Veit Rößner |
Bestimmung neurobiologischer Marker zur Prädiktion des Erfolgs eines sozialen Kompetenztrainings bei Autismus-Spektrum-Störungen
|
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit |
Leiter: |
Prof. Dr. Peter Kirsch |
Klinische Studie zur Oxytocin-induzierten Verbesserung der sozialen Kompetenz bei Autismus-Spektrum-Störungen
|
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit |
Leiterin: |
Dr. Luise Poustka |
Entwicklung und Validierung eines Screening- Instruments und eines internet-basierten Training-Tools für Autismus-Spektrum-Störungen im Erwachsenenalter
|
Charité - Universitätsmedizin Berlin |
Leiter: |
Dr. Stefan Roepke |
Analyse der aktuellen krankheitsbedingten Kosten und Modelle effizienter Versorgung bei Autismus-Spektrum-Störungen
|
Universität Bremen |
Leiter: |
Dr. Falk Hoffmann |
Klinische Studie zur Bestimmung der modulierenden Effekte der Oxytocin-Behandlung auf die soziale Kognition bei Patientinnen und Patienten mit Autismus-Spektrum-Störungen
|
Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften |
Leiterin: |
Prof. Dr. Tania Singer |
Modulierende Effekte der Oxytocin-Behandlung auf soziale Kognition bei Patientinnen und Patienten mit Autismus-Spektrum-Störung
|
Universität zu Lübeck |
Leiter: |
Prof. Dr. Sören Krach |
Verbund ESCA-Life im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen
Im Forschungsverbund ESCA-Life (Evidence-based, Stepped Care of ADHD along the life-span) werden neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen erforscht. Diese Erkrankung beginnt zumeist bereits im Kindes- und Jugendalter. Oftmals wird ADHS aber auch in das Erwachsenenalter übertragen. Zur Therapie von ADHS sind medikamentöse und nicht-medikamentöse Verfahren verfügbar. Der Erfolg dieser Therapien ist aber individuell sehr unterschiedlich. Die Forschungsprojekte des ESCA-Life Verbundes verfolgen daher das Ziel, den Behandlungserfolg individuell zu verbessern. Hierzu sollen abgestufte Therapiekonzepte erforscht werden. Diese sehen unterschiedliche Optionen vor, die individuell angepasst werden. Die Behandlung beginnt mit einem sehr niederschwelligen Ansatz, etwa einer angeleiteten Selbsthilfe. Je nach Ansprechen wird die weitere Therapie dann entsprechend angepasst. In insgesamt vier klinischen Studien sollen abgestufte Therapieansätze an unterschiedlichen Zielgruppen erforscht werden: Vorschulkinder, Kinder im Schulalter, Jugendliche und Erwachsene. Parallel zu der eigentlichen Therapie sollen Parameter bestimmt werden, anhand derer sich der Behandlungserfolg vorab abschätzen lässt. Basierend auf den Ergebnissen der Studien wird eine Implementierung entsprechender Maßnahmen im Gesundheitswesen angestrebt.
Klinische Studie zur evidenzbasierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei Vorschulkindern
|
Philipps-Universität Marburg |
Leiterin: |
Prof. Dr. Katja Becker |
|
Universität zu Köln |
Leiter: |
Prof. Dr. Manfred Döpfner |
Klinische Studie zur evidenz-basierten, stufenweisen Versorgung von ADHS durch individualisierte Kurzzeit-Therapie bei Jugendlichen (ESCAadol)
|
Universitätsklinikum Würzburg |
Leiter: |
Prof. Dr. Marcel Romanos |
Klinische Studie zur evidenz-basierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen (ESCAlate)
|
Universität des Saarlandes |
Leiter: |
Prof. Dr. Michael Rösler |
Vorhersage der Behandlungsantwort aus der Gehirnstruktur und-funktion (ESCAbrain)
|
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit |
Leiter: |
Prof. Dr. Tobias Banaschewski |
Verbund ESPRIT im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen
Im Forschungsverbund ESPRIT (Enhancing Schizophrenia Prevention and Recovery through Innovative Treatments) sollen neue Präventions- und Behandlungsansätze bei Schizophrenie erforscht werden. Schizophrenie ist eine Erkrankung des Gehirns; sie wird durch strukturelle und biochemische Veränderungen im Gehirn hervorgerufen und beeinflusst die Wahrnehmung der Realität. Sie tritt zumeist in akuten Schüben auf, sogenannten schizophrenen Episoden. Statistisch durchlebt jeder hundertste Mensch mindestens einmal im Leben eine schizophrene Episode.
Aktuelle Therapien finden immer während einer schizophrenen Episode statt. Hierbei sind hohe Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente, geringe Erfolgsraten der Behandlung und hohe Rückfallquoten typisch. ESPRIT überprüft daher die Wirkung präventiver Ansätze sowie die aktive Unterstützung des Genesungsprozesses nach einer akuten schizophrenen Episode. Dieser neue Ansatz soll dazu führen, zukünftige schizophrene Episoden zu verhindern oder abzuschwächen. Den Kern der geplanten Arbeiten bilden vier klinische Studien an Patientinnen und Patienten. Diese umfassen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Behandlungsansätze wie etwa eine Psychotherapie. Besondere Aufmerksamkeit wird Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko gewidmet. Erfolgreiche Konzepte sollen auf ihre Einsatzmöglichkeit im Versorgungsalltag überprüft werden.
Klinische Studie zur Wirksamkeit von Cannabidiol CR (Arvisol®) als Zusatztherapie zu einer Behandlung mit Olanzapin oder Amisulprid im Frühstadium einer Schizophrenie
|
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit |
Leiter: |
Prof. Dr. Franz-Markus Leweke |
Erfassung der Langzeitkosten und Analyse der Kosteneffektivität innovativer Therapien bei Schizophrenie
|
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit |
Leiter: |
Prof. Dr. Hans Joachim Salize |
Klinische Studie zur Prävention einer ersten psychotischen Episode durch Integrierte Präventive Psychologische Intervention bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko
|
Universität zu Köln |
Leiter: |
Prof. Dr. Joachim Klosterkötter |
Klinische Studie zur Bedeutung von Ausdauersport für die Verbesserung von Kognition und Remission bei post-akuter Schizophrenie
|
Klinikum der Universität München |
Leiter: |
Prof. Dr. Peter Falkai |
Klinische Studie zur Wirksamkeit eines Integrierten sozial-kognitiven und verhaltensbezogenen Kompetenztrainings hinsichtlich der sozialen Funktionsfähigkeit bei Schizophrenie
|
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |
Leiter: |
Prof. Dr. Wolfgang Wölwer |
Datenerhebung im Alltag und multivariate Methoden zur Prädiktion des Therapieerfolgs bei Schizophrenie
|
Charité - Universitätsmedizin Berlin |
Leiter: |
Prof. Dr. Dr. Henrik Walter |
Effektivität der Transkraniellen Gleichstromstimulation zur Verbesserung des kognitiven Trainings bei Schizophrenie
|
Eberhard Karls Universität Tübingen |
Leiter: |
Prof. Dr. Christian Plewnia |
Klinische Studie zur Prävention einer ersten psychotischen Episode durch N-Acetylcystein bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko
|
Universitätsklinikum Bonn |
Leiter: |
Prof. Dr. Wolfgang Maier |
Verbund AERIAL im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen
Im Forschungsverbund AERIAL (Addiction: Early Recognition and Intervention Across the Lifespan) sollen neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Suchterkrankungen erforscht werden. Diese gehören zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen in westlichen Industrienationen. Viele der aktuellen Diagnose- und Behandlungsansätze fokussieren ausschließlich auf einzelne Suchtformen. Des Weiteren werden einhergehende Parallelerkrankungen, z. B. eine Depression, oft übersehen.
Die Forschungsprojekte des AERIAL-Verbundes beschäftigen sich mit der Alkohol- und der Nikotinabhängigkeit. Es werden neue Wege der Früherkennung und des Patientinnen- und Patientenzugangs zum Versorgungssystem untersucht. Bestehende Instrumente der Früherkennung sollen evaluiert, andere neu entwickelt werden. Gleichzeitig sollen neue Behandlungskonzepte bei Alkohol- und Nikotinabhängigkeit sowie bei einer begleitenden Depression erforscht werden. Der Fokus liegt ausdrücklich auf Internet- und Smartphone-basierten Anwendungen. In Machbarkeitsstudien sollen die Akzeptanz und die Wirksamkeit solcher Internet-basierten Behandlungen überprüft werden. Auf den Ergebnissen der Studien wird die Implementierung entsprechender Maßnahmen im Gesundheitswesen angestrebt.
Suchterkrankungen: Früherkennung und Intervention über die Lebensspanne
|
Charité - Universitätsmedizin Berlin |
Leiter: |
Prof. Dr. Andreas Heinz |
Risikoprofile für Alkoholmissbrauch über die Lebensspanne und als Behandlungsergebnis
|
Technische Universität Dresden |
Leiter: |
Prof. Dr. Gerhard Bühringer |
Mechanismen von Suchterkrankungen: Sozialer Ausschluss, Vorhersage von Erkrankungsrisiken und Widerstandsfähigkeit und angepasste Therapien
|
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit |
Leiter: |
Prof. Dr. Falk Kiefer |
Entwicklung von Neuro-Verhaltenssignaturen und Mechanismen-basierten Interventionen fur Suchterkrankungen bei Jugendlichen
|
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf |
Leiter: |
Prof. Dr. Christian Büchel |
Klinische Studie zur Reduzierung des schädlichen Alkohol- und Tabak-Konsums in der Bevölkerung durch individualisierte "E-Coach" -assistierte Computer- oder Smartphone-Interventionen
|
Eberhard-Karls-Universität Tübingen |
Leiter: |
Prof. Dr. Anil Batra |
Klinische Studie zur Wirksamkeit individueller "E-health"-Intervention in der Primärversorgung für Patientinnen und Patienten mit problematischem Alkoholkonsum und depressiven Symptomen
|
Universitätsmedizin Greifswald |
Leiter: |
Prof. Dr. Ulrich John |
Epigenetik und Alkoholgebrauchsstörungen
|
Medizinische Hochschule Hannover |
Leiter: |
Prof. Dr. Thomas Hillemacher |
Instrumenten- und Methodenentwicklung für die klinischen Studien zu "E-Coach" und "E-Health" Interventionen
|
Universität zu Lübeck |
Leiter: |
Dr. Hans-Jürgen Rumpf |
Risikoprofile für Alkoholmissbrauch über die Lebensspanne in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht
|
Universität Potsdam |
Leiter: |
Prof. Dr. Dr. Michael Rapp |
Verbund APIC im Forschungsnetz Psychische Erkrankungen
Erkrankungen aus dem Bereich der Schizophrenien gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie betreffen ca. ein Prozent der Bevölkerung (Lebenszeitprävalenz). Das Leben der betroffenen Menschen wird durch die Erkrankung erheblich beeinträchtigt. Deutliche Konsequenzen für die persönliche Situation, das familiäre und das soziale Umfeld sind die Folge. Die wichtigste Behandlungsoption für Patientinnen und Patienten mit schizophrenen Erkrankungen sind derzeit antipsychotische Medikamente. Aufgrund der erforderlichen Rückfallprophylaxe kann sich die Behandlung über Monate oder Jahre hinziehen. Eine solche Dauermedikation kann sich jedoch funktionell und strukturell auf das Gehirn auswirken. Daher wird diskutiert, ob eine Dauermedikation überhaupt klinisch sinnvoll ist. Möglicherweise bietet sich auch eine Intervalltherapie als alternative Möglichkeit an.
Der regionale Verbund APIC umfasst die RWTH Aachen sowie neun weitere Zentren. Diese sind die Universitäten Düsseldorf und Köln, die Bezirkskrankenhäuser Maria Hilf-Krankenhaus Gangelt, Alexianer-Krankenhaus Aachen, LVR Klink Bonn, LVR Klinik Düren, LVR Klinik Köln, LVR Klinik Langenfeld, LVR Klinik Mönchengladbach, LVR Klinik Viersen, Klinik Marienborn Zülpich und die Schwerpunktpraxis Dr. Bergmann (Aachen). Dieser Verbund wird die Effekte antipsychotischer Medikation an Patientinnen und Patienten auf die Struktur und Funktion des Gehirns erforschen. Dabei werden die Unterschiede zwischen einer Intervalltherapie und einer Dauertherapie mit zugelassenen Psychopharmaka untersucht. Im Fokus stehen hier insbesondere der klinische Verlauf und die Veränderungen des Gehirnvolumens der Patientinnen und Patienten. Das Projekt umfasst eine klinische Studie und drei ergänzende Forschungsprojekte. Die Arbeiten werden durch eine qualitätsorientierte methodische Plattform unterstützt.
Klinische Studie und Plattform 1 (zentrale Rekrutierung und Assessment)
|
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen |
Leiter: |
|
Forschungsprojekte 2 (Symptomorientiertes Neurofeedback), P3 (Dopaminsystem und antipsychotische Behandlung) und P4 (Unterschiede in Konnektivität und Funktion des Gehirns bei Männern und Frauen)
|
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen |
Leiter: |
Prof. Dr. Dr. Klaus Mathiak |
Bildgebungs-Plattform und Querschnittprojekt PING
|
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen |
Leiter: |
Prof. Dr. Dr. Frank Schneider |
Verbund BipoLife im Forschungsnetz psychische Erkrankungen
Erkrankungen aus dem Bereich der Bipolaren Störungen sind schwere, phasenhaft verlaufende und zur Chronifizierung neigende psychische Erkrankungen. Sie betreffen ca. 1 % der Bevölkerung (Lebenszeitprävalenz). Das Leben der betroffenen Menschen wird durch die Erkrankung erheblich beeinträchtigt mit deutlichen Konsequenzen für die persönliche Situation, das familiäre und das soziale Umfeld.
Der Verbund BipoLife hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Prävention, die diagnostische Früherkennung und die therapeutischen Interventionen bei drei Patientengruppen mit bipolaren Störungen zu verbessern: gesunden Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko, Patientinnen und Patienten in einem Frühstadium der Erkrankung sowie Personen mit instabilem, depressivem Krankheitsverlauf, bei denen eine erhöhte Suizidgefahr besteht. Das Forschungsprogramm des Verbundes umfasst zwei multizentrische klinische Studien, eine epidemiologische Studie, zwei Forschungsprojekte zur Untersuchung der Krankheitsmechanismen sowie zwei translationale Plattformen zur Anwendung innovativer genetischer und bildgebender Methoden.
Im Verbund BipoLife arbeiten sieben spezialisierte universitäre Zentren zusammen. Dieser Allianz zur Verbesserung von Diagnostik und Behandlung dieser Erkrankungen gehören auch Patienten- und Angehörigenorganisationen an, die in der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. organisiert sind.
Verbesserung der Früherkennung und Frühintervention bei Personen mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung bipolarer Störungen (BD) - A1
|
Technische Universität Dresden |
Leiterin: |
Prof. Dr. Andrea Pfennig |
Smartphone-basiertes ambulantes Monitoring von Frühwarnsymptomen einschließlich echtzeit-datenabhängiger therapeutischer Intervention in der Langzeitbehandlung der Bipolaren Störung
|
Technische Universität Dresden |
Leiter: |
Dr. Emanuel Severus |
Adjuvante Psychotherapie zur Rückfallprävention während der frühen Lebensphase (< 30 J.) einer Bipolaren Störung - A2
|
Eberhard Karls Universität Tübingen |
Leiter: |
Prof. Dr. Martin Hautzinger |
Projekt B2: Hirnbildgebungsmarker zur Vorhersage von akuten Wirkungen einer Therapie mit Lithium bei depressiven Episoden einer bipolaren Störung mit akuter Suizidalität; mit Projekt TPP2: Bildgebungs- und Neurophysiologie-Plattform-Projekt
|
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg |
Leiter: |
Prof. Dr. Oliver Gruber |
Internet-basierte Plattform für sicheres multizentrisches Rekrutieren, phänotypische Charakterisierung, Sammlung von Biomaterial und molekulare Analysen - TPP1
|
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main |
Leiter: |
Prof. Dr. Andreas Reif |
Teilprojekt TPP2: Bildgebungs- und Neurophysiologie-Plattform
|
Philipps-Universität Marburg |
Leiter: |
Prof. Dr. Dr. Udo Dannlowski |
Adjuvante Psychotherapie bei Patienten im frühen Stadium einer bipolaren affektiven Störung - A2 TPP2
|
Charité - Universitätsmedizin Berlin |
Leiter: |
Prof. Dr. Felix Bermpohl |
Identifikation von Genen und microRNAs, B3 sowie Biobankplattform und Infrastrukturplattform für alle BipoLife-Projekte sowie alle neun Verbünde (TPP1/NetBiomics)
|
Klinikum der Universität München |
Leiter: |
Prof. Dr. Thomas G. Schulze |
Verbund GCBS im Forschungsnetz psychische Erkrankungen
Im Forschungsverbund „German Center for Brain Stimulation“ (GCBS) sollen Hirnstimulationsverfahren weiterentwickelt werden. Hirnstimulationsverfahren gehören zu den klinisch-relevanten, therapeutischen Methoden in der Psychiatrie. Damit soll mittel- und langfristig die Behandlung psychischer Erkrankungen verbessert werden. Dies gilt insbesondere für solche Krankheitsbilder, die wenig oder nicht ausreichend auf die bisherigen Therapieansätze (vor allem Pharmakotherapie und Psychotherapie) ansprechen. Stimulationsverfahren bieten als reversible, neuromodulierende Verfahren die Möglichkeit, die pathologisch veränderten Hirnareal- und Netzwerkaktivitäten spezifisch zu beeinflussen. Im Zentrum der Forschungsprojekte von GCBS steht ein translationaler Ansatz. Dieser umfasst präklinische Forschung mit verhaltensorientierten, neurophysiologischen und bildgebenden Untersuchungen zu den Wirkmechanismen von Hirnstimulationsverfahren bis hin zur klinischen Anwendung. Die Ergebnisse der präklinischen Untersuchungen werden anschließend durch eine "Proof of Efficacy" (PoE, Prüfung der Wirksamkeit) in die klinische Anwendungen übertragen. Diese Studie soll den entscheidenden Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) bei Depressionen erzielen.
Optimierung der neuroplastischen Effekte der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) für die Behandlung psychiatrischer Erkrankungen - WP2
|
Forschungsgesellschaft für Arbeitsphysiologie und Arbeitsschutz e. V. |
Leiter: |
Prof. Dr. Michael Nitsche |
Ziel des Vorhabens ist es, Stimulationsprotokolle der Gleichstromstimulation des Gehirns zu entwickeln, die eine optimale Effektivität aufweisen. Zunächst (Monate 1-24) werden am Modell der motorischen Hirnrinde bei gesunden Probanden Stimulationsparameter identifiziert, die optimal zur Erzeugung neuroplastischer Erregbarkeitsveränderungen der Hirnrinde geeignet sind. Relevante Parameter sind Stimulationsdauer, -stärke und -wiederholung. Für die optimierten Stimulationsprotokolle werden die physiologischen Mechanismen durch transkranielle Magnetstimulation (TMS), Elektroenzephalographie (EEG) und funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht. Es wird schließlich exploriert, ob bei psychiatrischen Erkrankungen häufig verwendete pharmakologische Interventionen die Effekte verändern. In der zweiten Projektphase (Monate 25-36) wird untersucht, inwiefern sich die Ergebnisse auf den präfrontalen Kortex, ein bevorzugtes Ziel vieler Interventionsverfahren, übertragen lassen. Die physiologischen Veränderungen werden durch kombinierte TMS und EEG, funktionelle Effekte durch die Kombination der tDCS mit einer Arbeitsgedächtnisaufgabe untersucht. In der dritten Projektphase (Monate 37-48) wird bei depressiven Patienten untersucht, inwiefern vor therapeutischer Intervention pathologisch veränderte Neuroplastizität vorliegt, ob diese durch eine über sechs Wochen andauernde Behandlung mit optimierten Stimulationsprotokollen restituiert werden kann, und inwiefern dieses mit klinischen Verbesserungen assoziiert sind. Diese Studie wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe der LMU durchgeführt (GCBS-WP6).
tDCS, THS und rTMS in Tiermodellen psychiatrisch relevanter Phänotypen - eine komparative Studie - WP1
|
Technische Universität Dresden |
Leiterin: |
Prof. Dr. Christine Winter |
|
Ruhr-Universität Bochum |
Leiter: |
Prof. Dr. Klaus Funke |
Der Verbund GCBS hat sich zum Ziel gesetzt, die Wirksamkeit verschiedener Hirnstimulationsverfahren bei der Behandlung neuropsychiatrischer Erkrankungen in einem translationalen Ansatz zu bewerten. Dabei hat dieses präklinische Vorhaben (Bochum, Dresden) die Aufgabe, in speziellen Tiermodellen (Ratten) einerseits die neuronalen Mechanismen psychiatrischer Erkrankungen genauer zu ergründen und andererseits zu untersuchen, wie verschiedene etablierte Hirnstimulationsverfahren, wie die transkranielle Magnetstimulation, die transkranielle Gleichstromstimulation und die tiefe Hirnstimulation, diese neuronalen Mechanismen modulieren können. Damit soll eine neurobiologische Basis für die Identifizierung optimaler Stimulationsverfahren bei der Behandlung spezifischer Symptomprofile geschaffen werden. Unterschiedliche Ratten-Pathologiemodelle mit spezifischen intermediären Phänotypen der Depression, Schizophrenie und Angst werden zunächst verhaltensmäßig klassifiziert (TP I) und anschließend neurobiologisch charakterisiert (Neurotransmission, Expression neuronaler Aktivitätsmarker und neurotropher Faktoren, synaptische Transmission und Netzwerk-Physiologie) charakterisieren, um Verhaltenauffälligkeiten und neurobiologische Veränderungen in einen kausalen Zusammenhang zu bringen. In der nachfolgenden Phase (TP III) wird untersucht wie die o.g. Stimulationsverfahren sowohl das Verhalten als auch die neurobiologischen Marker beeinflussen. Diese drei Stimulationsverfahren sollen verglichen werden, weil sie nicht nur eine unterschiedliche Wirkungsweise haben, sondern auch unterschiedliche Hirnregionen stimulieren können.
Optimierung der neuroplastischen Effekte der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) für die Behandlung psychiatrischer Erkrankungen - WP2
|
Universitätsmedizin Göttingen |
Leiter: |
Prof. Dr. Michael Nitsche |
Ziel des Verbundes ist die Eploration nicht-invasiver Hirnstimulation als innovative Therapie psychischer Erkrankungen. Ziel des Vorhabens ist es, Stimulationsprotokolle der Gleichstromstimulation des Gehirns zu entwicklen, die eine optimale Effektivität aufweisen. Zunächst (Monate 1-24) werden am Modell der motorischen Hirnrinde bei gesunden Probanden Stimulationsparamter idetifziert, die optimal zur Erzeugung neuroplastischer Erregbarkeitsveränderungen der Hirnrinde geeignet sind. Parameter sind Stimulationsdauer, -stärke und -wiederholung. Für die optimierten Stimulationsprotokolle werden die physiologischen Mechanismen durch transkranielle magnetstimulation (TMS), Elektroenzephalographie (EEG) und funktionelle Magnetresonanztomographie untersucht. Es wird schließlich exploriert, ob bei psychischen Erkrankungen häufig verwendetet pharmakologische Interventionen die Effekte verändern. In der zweiten Projektphase (Monate 25-36) wird untersucht, inwiefern sich die Ergebnisse auf den präfrontalen Kortex, ein bevorzugtes Ziel vieler Interventionsverfahren, übertragen lassen. Die physiologischen Veränderungen werden durch kombinierte TMS und EEG, funktionelle Effekte durch die Kombination der tDCS mit einer Arbeitsgedächtnisaufgabe untersucht. In der dritten Projektphase (Monate 37-48) wird bei depressiven Patienten untersucht, inwiefern vor therapeutischer Intervention pathologisch vernänderte Neuroplastizität vorliegt, ob diese durch eine sechs Wochen andauernde Behandlung mit optimierten Stimulationsprotokollen restituiert werden kann, und inwiefern dieses mit klinischen Verbesserungen assoziiert sind. Diese Studie wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe der LMU durchgeführt (GCBS-WP7).
Anhaltende Verbesserung mangelnder kognitiver Kotrolle durch mit transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) unterstütztem Training - WP4
|
Eberhard Karls Universität Tübingen |
Leiter: |
Prof. Dr. Christian Plewnia |
Ziel des Verbundes ist die Weiterentwicklung von Hirnstimulationsverfahren zu einem klinisch-relevanten, therapeutischen Methodenspektrum in der Psychiatrie. Ziel des Forschungsprojektes ist es zu untersuchen wie mittels transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) die kognitive Kontrolle über die Verarbeitung emotionaler Wahrnehmung und dessen Verbesserung durch Training bei Gesunden und bei Patienten mit Depression unterstützt werden kann. Die tDCS ist ein Verfahren mit welchem kortikale Aktivität gesteigert (anodal) bzw. reduziert (kathodal) werden kann. Die Fähigkeit zur kognitiven Kontrolle über emotionale Wahrnehmung wird durch eine Aufgabe geprüft und trainiert bei der einstellige Zahlen auditiv präsentiert und die jeweils zuletzt dargebotene Zahl mit der davor addiert werden soll. Die Geschwindigkeit der Darbietung der Zahlen steigt in Abhängigkeit der Richtigkeit der Ergebnisse. Bei Fehlern wird das Intervall zwischen den präsentierten Zahlen reduziert. Diese Aufgabe erfordert fokussierte Aufmerksamkeit und die Inhibition negativer Affekte. Die erfolgreiche Hemmung von Ärger und Frustration steht in positivem Zusammenhang mit dem Erfolg. Mit der hier untersuchten Kombination des Trainings dieser Aufgabe und tDCS sollen die Wirkmechanismen und neurophysiologischen Grundlagen der antidepressiven nicht-invasiven Hirnstimulation untersucht und neue Möglichkeit zur Verbesserung der Behandlung depressiver Störungen entwickelt werden. Zunächst werden die Effekte unterschiedlicher Stimulationspolaritäten (anodal, kathodal) und Stimulationsstärken (1mA, 2mA) sowie unterschiedlicher Stimulationsareale (linker und rechter dorsolateraler Präfrontalkortex) auf das Training kognitiver Kontrollfähigkeit gesunder Versuchspersonen geprüft. Danach werden die am besten wirksamen Parameter bei Patienten mit Depression angewandt. Gleichzeitig werden neurophysiologische, genetische und geschlechtsspezifische Einflussfaktoren auf die Effektivität dieser Intervention untersucht.
Pathophysiologiespezifische Entwicklung der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) des präfrontalen Kortex – Untersuchungen zur funktionellen MRT-Konnektivität - WP5
|
Klinikum der Universität München |
Leiter: |
PD Dr. Frank Padberg |
Ziel des Verbundes GCBS ist die Weiterentwicklung von Hirnstimulationsverfahren zu einem klinisch-relevanten, therapeutischen Methodenspektrum in der Psychiatrie. Bei Depressionen und Angststörungen spielen Regionen des präfrontalen Kortex eine zentrale Rolle für die Pathophysiologie. Für die weitere Entwicklung einer spezifischen und individualisierten therapeutischen Anwendung der transkraniellen Gleichstromstimulation des präfrontalen Kortex ist die Untersuchung der Wirkung auf physiologischer Ebene entscheidend. Dieses Projekt untersucht die Interaktion von Stimulation und regionaler Hirnfunktion mittels funktioneller Magnetresonanztomographie in Kombination mit Aktivierungsparadigmen und Elektroenzephalograpie bei Gesunden und Patienten mit Depression und Angststörung im Vergleich, um eine pathologiespezifische Entwicklung effektiver tDCS-Formen zu ermöglichen. Im Rahmen des Projektes sollen in aufeinander aufbauenden experimentellen Blöcken folgende Untersuchungen durchgeführt werden: Block 1 (Monate 1-24): Untersuchung von tDCS mit verschiedenen Zielregionen bei gesunden Probanden mittels Off- und Online-fMRT einschließlich funktioneller Paradigmen (Arbeitsgedächtnis oder Go-No Go-Tasks). Block 2 (Monate 25-36): Vergleich von Konnektivitätsveränderungen nach anodaler und Placebo-Stimulation zwischen MD-Patienten und gesunden Probanden. Block 3 (Monate 37-48): Vergleich von Konnektivitätsveränderungen nach anodaler und Placebo-tDCS zwischen Patienten mit spezifischer Phobie (Spinnenphobie) und gesunden Probanden. Als funktionelles Paradigma wird bei Block 2 die Präsentation emotionaler Stimuli im Kontext kognitiver Leistungen (v.a. kognitiver Kontrolle) und in Block 3 antizipatorische Angst vor phobischer Stimuluspräsentation untersucht.
PsychotherapiePlus- Augmentation von Kognitiv-Behavioraler Psychotherapie mit präfrontaler Gleichstromstimulation bei Patienten mit Major Depression - WP6
|
Charité - Universitätsmedizin Berlin |
Leiter: |
Prof. Dr. Malek Bajbouj |
Ziel des GCBS-Konsortiums ist, Stimulationsverfahren zur Therapie psychischer Erkrankungen zu etablieren. Dabei ist das Ziel dieses Teilprojektes die Überprüfung der Wirksamkeit der Gleichstromstimulation bei denjenigen depressiven Patienten, die auf klassische psychotherapeutische oder psychopharmakologische Interventionen nicht adäquat ansprechen. Mit der transkraniellen Gleichstromstimulation können gezielt Lernvorgänge verbessert werden. Sie stellt somit eine mögliche Technik dar, mit der in Psychotherapien stattfindende Lernvorgänge verstärkt werden können. Im dieser multizentrischen klinischen Studie wird bei Patienten mit Depressionen die Wirksamkeit einer mit Gleichstromstimulation unterstützten Psychotherapie in einem Placebo-kontrollierten Design verglichen und untersucht. In der Initiierungsphase (Monat 1-4) erfolgt ein Training der einzelnen Studienzentren sowie parallel die erfolgreiche Beantragung der Bewilligung durch die Ethikkommissionen der beteiligten Studienzentren (Meilenstein 1). In der folgenden Rekrutierungsphase (Monate 5-34) erfolgt die Rekrutierung von insgesamt 90 Patienten (Meilensteine 2 bis 5 nach 30, 60, 90 Patienten sowie Meilenstein 6 nachdem der letzte Patient die Follow-Up Phase beendet haben wird). In der anschließenden Auswertungsphase (34-42) werden die klinischen Daten ausgewertet und wissenschaftlich veröffentlicht (Meilenstein 7). Die Gesamtstudie ist auf 42 Monate ausgelegt.
Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) zur Behandlung der Major Depression - Eine prospektive, multizentrische, doppelblinde, randomisierte, plazebo-kontrollierte Studie (DepressionDC) - WP7
|
Klinikum der Universität München |
Leiter: |
PD Dr. Frank Padberg |
Ziel des Verbundes German Center for Brain Stimulation (GCBS) ist die Weiterentwicklung von Hirnstimulationsverfahren zu einem klinisch-relevanten, therapeutischen Methodenspektrum in der Psychiatrie. Mittel- und langfristig soll damit die Behandlung psychischer Erkrankungen, insbesondere von Krankheitsbildern, die wenig oder nicht ausreichend auf die bisherigen Therapieansätze (vor allem Pharmakotherapie und Psychotherapie) ansprechen, verbessert werden. Die randomisierte, plazebo-kontrollierte Multicenter-Studie untersucht daher die Sicherheit und Wirksamkeit der präfrontalen tDCS bei depressiven Patienten, die bisher nicht ausreichend auf eine antidepressive Behandlung mit einem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) angesprochen haben. Im Falle des Wirksamkeitsnachweises könnte die tDCS als neue Behandlungsform eingeführt werden, bei negativem Ergebnis wird die Studie v.a. eine weitere Einschätzung zur Sicherheit der tDCS ermöglichen. Bei der beantragten Studie handelt es sich um eine randomisierte, plazebo-kontrollierte Studie mit zwei parallelen Gruppen (A – Verum-tDCS; B – Plazebo-tDCS). In die Studie werden 152 Patienten mit Depression eingeschlossen. Die Patienten werden über 28 Monate in fünf Zentren rekrutiert (München, Tübingen, Berlin, Regensburg, Wasserburg). Nach einer Screening-Phase werden die Patienten zu einer Verum- oder Plazebo-tDCS über sechs Wochen randomisiert. Alle Patienten erhalten in den ersten vier Wochen eine tDCS mit fünf Behandlungen/Woche, in den Wochen fünf und sechs mit zwei Behandlungen/Woche. Es ist eine Follow-up Phase mit Evaluation nach drei und sechs Monaten vorgesehen. Die klinische Evaluation von Wirksamkeit und Sicherheit erfolgt mit etablierten Instrumenten. Um die neurobiologischen Mechanismen der tDCS zu beleuchten sollen 1) in allen Zentren Proben für genetische/epigenetische Untersuchungen asserviert werden und 2) bizentrisch fMRT-Untersuchungen zur strukturellen und funktionellen Konnektivität durchgeführt werden (Kooperation mit WP5).
Verbund PROTECT-AD im Forschungsnetz für psychische Erkrankungen
Der Verbund PROTECT-AD im Forschungsnetz zu psychischen Erkrankungen besteht aus sieben universitären Instituten (Greifswald, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Münster, Marburg, Bochum und Würzburg) und thematisiert Angststörungen. Obwohl sich Angststörungen als sehr gut behandelbar erwiesen haben, werden expositionsbasierte Therapien für Angststörungen nicht flächendeckend eingesetzt und häufig nicht fachkundig durchgeführt. Mithilfe zweier multizentrischer klinischer Studien und dreier forschender Begleitprojekte bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen sollen neue Erkenntnisse zu den Wirkmechanismen dieser Therapien erhalten werden. In den Studien werden verbesserte therapeutische Behandlungsverfahren angewendet und validiert. Ein gesundheitsökonomisches Begleitprojekt formuliert und testet effektive Maßnahmen, um diese neuen Erkenntnisse in die Routineanwendung zu überführen. Dazu werden alle relevanten Akteure (Patienten-Patientinnen/Patientenvertreter-Patientenvertrerinnen, Psychotherapeuten/Psychotherapeutinnen, Psychotherapeutenkammern sowie die Krankenkassen und andere Kostenträger) einbezogen.
Optimierung von Extinktionslernen durch intensivierte psychologische Interventionen für Erwachsene mit Angststörungen (P1)
|
Technische Universität Dresden |
Leiter: |
Prof. Dr. Hans-Ulrich Wittchen |
Neuen Ergebnissen präklinischer Studien zufolge ist das Extinktions(Auslöschungs)lernen der zentrale Wirkmechanismus expositionsbasierter Therapien. Außerdem bietet das Verfahren die Möglichkeit, durch optimierte Extinktion die Effektivität der Behandlung zu steigern. Im Vorhaben wird untersucht, ob Bestandteile des in präklinischen Studien optimierten Extinktionslernens in einer „intensivierten" psychologischen Intervention (Behandlung) Therapieoutcomes (Resultate) verbessern. In einer multizentrischen, randomisiert-kontrollierten klinischen Studie soll bei n = 700 Patienten mit primärer Angststörung untersucht werden, ob - unter Berücksichtigung der Komorbidität - auf optimiertem Extinktionslernen basierende intensivierte psychologische Interventionen (IPI) im Gegensatz zu der (ansonsten identischen) Standardintervention ohne optimiertem Extinktionslernen (TAU) zu schnelleren, stärkeren und anhaltenderen Resultaten auf subjektiven, klinischen, behavioralen, physiologischen und neuronalen Wirkungsebenen führt. Es wird erwartet, dass die Elemente des optimierten Extinktionslernens zu (a) größeren Effektstärken und schnellerer Erholung und (b), zu ausgeprägteren Veränderungen verschiedener Wirkungsfaktoren führt, einschließlich des Extinktions-(Ver)lernens und objektiver, verhaltens-technischer Maße der Expositionssitzungen. Außerdem werden Moderatoren der Resultate sowie der Zusammenhang zwischen IPI und einer Gesundheitskosteneinsparung untersucht. Arbeitsschritte sind: 1) Manualentwicklung sowie Rekrutierung und Training von Therapeuten und Diagnostikern; 2) Rekrutierung, Screening und Einschluss der Angststörungspatienten; 3) Therapiedurchführung, Follow-up und Assessments; 4) Datenanalyse; 5) internationale Publikation.
Transfer expositionsbasierter Interventionen in die psychotherapeutische Routinepraxis (P7)
|
Technische Universität Dresden |
Leiter: |
Prof. Dr. Jürgen Hoyer |
Expositionstherapie stellt die wirksamste Behandlungsform für Angststörungen dar. Sie wird in der Routinepraxis jedoch häufig nicht oder nur in unzureichender Intensität durchgeführt. Maßnahmen zur Verbesserung dieser Situation müssen die teilweise negativen Einstellungen von Psychotherapeuten berücksichtigen, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten verbessern und strukturelle Barrieren vermindern. Dazu sollen alle wesentlichen Interessengruppen (Patienten/Patientenvertreter, Psychotherapeuten, Psychotherapeutenkammern, Krankenkassen und andere Kostenträger) einbezogen werden. Die Einstellungen und Vorbehalte gegenüber Expositionsverfahren sollen genauso wie die durchführungs- und abrechnungstechnischen Schwierigkeiten erstmals umfassend bei allen oben genannten Interessengruppen erhoben werden. Im 2. und 3. Schritt sollen Lösungsvorschläge und Verbesserungsanreize (einschl. Modifikation der Regeln zur Qualitätssicherung, Honoraranreize etc.) entwickelt und implementiert sowie in einer zweiten Befragungswelle überprüft werden. Die erste Projektphase (M 1-6) dient der Vorbereitung der Befragungen, der Übersetzung, Entwicklung und Erprobung von Erhebungsinstrumenten und dem Stellen des Ethikantrags. Diese Aufgaben erfolgen in enger Kooperation mit Vertretern der Patienten, Psychotherapeuten/Kammern und Krankenkassen. In der zweiten Projektphase (M 7-18) erfolgt die Durchführung der ersten Befragung an mindestens 500 Praktikern, ihre Auswertung und Diskussion (Kongresse, eigens zu organisierende Expertenrunden), und die Entwicklung von Maßnahmen, die den Einsatz von adäquaten Expositionsmethoden in der Praxis stärken. Diese Maßnahmen werden in der dritten Projektphase (M 19-36) umgesetzt (u.a. Trainingskurse auf der Verhaltenstherapiewoche; regelmäßige Informationsveranstaltungen in allen Regionen der OPK). In der 4. Projektphase (M 37-48) wird eine erneute Praktiker- Befragung mit zusätzlichen Modulen zum Effekt der Transfermaßnahmen durchgeführt und ausgewertet.
Bedeutung des Elterneinbezugs in der intensivierten Expositionsbehandlung von Kindern mit Angststörungen (P2)
|
Ruhr-Universität Bochum |
Leiterin: |
Prof. Dr. Silvia Schneider |
Im deutlichen Kontrast zu Angststörungen des Erwachsenenalters sind Angststörungen des Kindesalters signifikant weniger erforscht und das Wissen um ihre adäquate Behandlung liegt weit hinter dem Wissen bei Erwachsenen zurück. Erfolgreiche Ansätze in der psychotherapeutischen Behandlung von Angststörungen des Kindesalters enthalten Expositionsinterventionen als zentralen Therapiebaustein. Ein „hot topic" mit unklarer Datenlage ist hierbei jedoch der Nutzen des Einbezugs der Eltern für die Behandlung von Kindern mit Angststörungen. Ziel des vorliegenden Verbundprojekts ist es, erstmals an einer hinreichend großen Stichprobe mit ausreichend statistischer Aussagekraft zu prüfen, ob es störungsspezifische Effekte des Einbezugs von Eltern bei intensivierter Expositionsbehandlung von Angststörungen gibt. Hierzu werden insgesamt 400 Kinder mit einer primären Störung mit Trennungsangst, Spezifischer Phobie oder Sozialer Angststörung im Alter von 8 bis14 Jahren behandelt. Die Kinder und ihre Eltern werden nach der Diagnosestellung per Zufall entweder einer Expositionstherapie mit oder ohne Einbezug der Eltern (jeweils 16 Sitzungen) zugewiesen. Der Therapieerfolg wird bei Therapieende und sechs Monate nach Abschluss der Behandlung über den Bericht des Kindes, der Eltern und (blinder) klinischer Diagnostiker anhand von strukturierten Interviews und Fragebogen erfasst. Erhoben werden neben der Angstsymptomatik die Depression, Lebensqualität und Selbstwirksamkeit des Kindes sowie elterliche dysfunktionale Gedanken in Bezug auf das Kind. Im Rahmen assoziierter Studien wird die Rolle von Extinktionslernen und epigenetischer Variationen als Moderator und Mediator untersucht (s. hierzu P3, P5). Arbeitsschritte sind: 1) Aufbau der Zentren und Pilotierung der Abläufe; 2) Rekrutierung, Behandlung, Follow-up und Assessment der Angststörungspatienten (Kinder mit Eltern); 3) Datenfinalisierung; 4) Datenanalyse und Publikation.
Extinktion und Wiederaufleben von Furcht im Labor: Translation auf die klinischen Ergebnisse der Expositionstherapie bei Angststörungen
|
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald |
Leiter: |
Prof. Dr. Alfons Hamm |
Extinktions-(Auslöschungs)lernen wird als der zentrale Wirkmechanismus der Expositionstherapie postuliert. Ziel des Projekts ist es, Extinktionslernen auf mehreren Ebenen (kognitiv, physiologisch, reflexiv motorisch) an einer großen Gruppe von Patienten mit Angststörungen im Labor zu untersuchen und zu klinischen Ergebnissen einer Expositionstherapie in Bezug zu setzen. Extinktionslernen kann in mehrere Teilprozesse unterteilt werden. Zunächst lernt der Patient, dass ein bestimmter Reiz – oder Kontext nicht mehr mit einer erwarteten abzulehnenden Konsequenz assoziiert ist. Wird diese Erfahrung mehrmals gemacht, wird das Extinktionsgedächtnis konsolidiert. Danach muss auch in kritischen Phasen dieses Extinktionsgedächtnis abgerufen werden. Dieser letzte Prozess wird im Labor gemessen, indem überprüft wird, ob die abgeklungene Furchtreaktion auf einen Reiz oder Kontext wieder auflebt, wenn die aversive Konsequenz erneut erfahren wird. 1) Das „delayed extinction" Paradigma mit erwachsenen Patienten vor und nach der Expositionstherapie. Patienten lernen zunächst, dass einer von zwei Reizen mit einem Schmerzreiz assoziiert ist. Am zweiten Tag werden nun die beiden Reize erneut mehrmals präsentiert, nun aber die Erfahrung gemacht, dass die aversive Konsequenz nicht auftritt. Gemessen werden Erwartungen hinsichtlich des Auftretens der aversiven Konsequenzen, autonomer Erregung und Modulation motorischer Hirnstammreflexe. Nach dem Extinktionslernen werden die aversiven Konsequenzen erneut präsentiert und es wird geprüft, ob es erneut zum Wiederaufleben der Furcht kommt. 2) Das "VR-Context conditioning" Paradigma bei Kindern. Es werden in virtueller Realität unterschiedliche Kontexte präsentiert, in einem Kontext treten aversive Schmerzerfahrungen auf, im anderen nicht. Auch hier werden während der Extinktion keine Schmerzerfahrungen mehr gemacht und es wird überprüft, ob sich die Erwartungen, das autonome Erregungsniveau und das Vermeidungsverhalten verändern.
Aktivierung des Angstnetzwerkes und neurale Korrelate des Extinktionslernens in Relation zum Therapieergebnis
|
Philipps-Universität Marburg |
Leiter: |
Prof. Dr. Carsten Konrad |
Teilprojekt P4 untersucht parallel zu Teilprojekt P3 die neuralen Korrelate der Furchtextinktion, des Wiederauftretens der konditionierten Reaktion sowie der Emotionsverarbeitung vor und nach expositionsbasierter Therapie mittels MRT. Neuroanatomisch fokussiert diese Studie auf die Amygdala, den (Para-) Hippocampus und den Anterioren Cingulären Cortex (ACC). Es werden die Hypothesen aufgestellt, dass gestörtes Extinktionslernen und verstärkte Emotionsverarbeitung bei Angstpatienten gegenüber gesunden Probanden auf einer erhöhten Amygdala- und reduzierten ACC-Aktivierung beruht, während verstärktes Wiederauftreten der konditionierten Reaktion mit (para-) hippocampaler Funktion zusammenhängt und ein verstärktes Extinktionslernen bei intensivierter expositionsbasierter Therapie (ITI) mit einer stärkeren Reduktion des Amygdalaaktivierung und verstärkten ACC-Aktivierung im Vergleich zur üblichen Therapie (TAU) einhergeht. Alle für die MRT-Messung verfügbaren Patienten der Therapiestudie P1, die mit IPI oder TAU behandelt werden, werden vor und nach Therapie untersucht. Es ist ein Einschluss von n = 300 Angstpatienten und 100 gesunden Probanden geplant. Um die Synergien zu maximieren, werden identische Furchtkonditionierungs- und Extinktionsaufgaben in P3 und P4 verwendet. Während die Furchtkonditionierung am ersten Tag in P3 stattfindet werden die Extinktion und das Wiederauftreten des konditionierten Reizes am zweiten Tag im MRT-Scanner erfasst (einschließlich autonomer Marker der Konditionierung und Erwartungsparameter), so dass eine Konsolidierung des Angstgedächtnisses möglich ist. Die Amygdalareaktivität wird mit Hilfe eines emotionalen Gesichterparadigmas untersucht. Für Normalisierung und explorative morphometrische Analyse werden anatomische T1- und DTI-gewichtete Aufnahmen gemacht. Im Paniknetz etablierte Qualitätsprozeduren, Phantom- und Reliabilitätsmessungen werden angewendet.
(Epi)Genetische Mechanismen von Extinktionslernen und Therapieansprechen bei Angsterkrankungen
|
Universitätsklinikum Würzburg |
Leiter: |
Prof. Dr. J. Deckert / Prof. Dr. Katharina Domschke |
Neuen Ergebnissen präklinischer Studien zufolge ist das Extinktions(Auslöschungs)lernen der zentrale Wirkmechanismus expositionsbasierter Therapien. Teilprojekt P5 untersucht die Funktion genetischer und epigenetischer Mechanismen (DNA Methylierung); 1) als Prädiktoren des Therapieerfolgs sowie 2) als biologische Korrelate des Ansprechens auf eine „Intensified Psychological Intervention" (IPI) in den klinischen Studien (KS) 1 und 2. Dabei sollen – in Synopse mit physiologischen und bildgebenden Daten aus den Teilprojekten P3 und P4 – kombinierte, ggf. geschlechtsspezifische Biomarker des Extinktionslernens generiert werden, die in Zukunft zu einer personalisierteren und damit effizienteren Therapie von Angsterkrankungen beitragen könnten. In der ersten Projektphase sollen in existierenden Stichproben von Patienten mit Panikstörung erste epigenetische Untersuchungen durchgeführt werden, um die Methodik der DNA-Methylierungsanalyse zu optimieren und Pilotdaten zu generieren. Mit Beginn der Patientenrekrutierung wird Projekt P5 die beiden RCTs begleiten. Bei Patienten mit abgeschlossener Therapie werden genetische Varianten sowie DNA-Methylierungsmuster in Kandidatengenen von Angsterkrankungen bzw. des Extinktionslernens unmittelbar bestimmt und auf deren prädiktiven Wert bzgl. des Therapieansprechens hin analysiert. Auf einer Epigenom-weiten Ebene werden nach Einschluss aller Patienten zum jeweiligen Zeitpunkt potenziell dynamische Veränderungen von DNA-Methylierungsmustern im Therapieverlauf als biologische Korrelate des Therapieansprechens untersucht. Hierzu wird an allen Zentren zu den Zeitpunkten baseline (KS1 und 2), post (KS1 und 2) und follow-up (KS1) EDTA Blut gewonnen, aus dem die DNA für genetische/epigenetische Analysen extrahiert wird. Epigenetische Analysen werden auf Kandidatengenebene mittels direkter Sequenzierung Bisulfit-konvertierter DNA, auf Epigenom-weiter Ebene durchgeführt, genetische Analysen mittels etablierter Protokolle.
Verbund OptiMD im Foschungsnetz psychische Erkrankungen
Depressionen sind schwere und die Lebensqualität stark beeinträchtigende Erkrankungen für den einzelnen Patienten als auch für die Angehörigen. Weiterhin entstehen durch diese Krankheit hohe volkswirtschaftliche Kosten. Obwohl geeignete Antidepressiva verfügbar sind, sprechen ca. 30-50% der depressiven Patienten nur unzureichend auf eine Behandlung an. Außerdem dauert es in der Regel mehrere Wochen, bis eine deutlich sichtbare Wirkung einer Therapie feststellbar ist. Daher sind verbesserte Behandlungsstrategien für antidepressive Behandlungen dringend erforderlich.
Ziel des Verbundes aus sechs universitären Zentren und einem Max-Planck-Institut ist es daher, die Behandlung der Depression hinsichtlich ihrer Effektivität und einem früheren Wirkungseintritt zu optimieren. In zwei klinischen Studien und fünf Forschungsprojekten untersucht das Konsortium, wie Antidepressiva besser wirksam werden können. Die Forscher validieren mögliche genetische und biochemische Biomarker die geeignet sind, die Wirksamkeit bereits verfügbarer Therapien gezielter festzustellen. Zur Unterstützung der Validierung wird die funktionelle Bildgebung eingesetzt. Mit dieser Methode sollen solche neuronalen Netzwerke identifiziert werden, die die Vorhersage des Ansprechens auf spezifische Antidepressiva durch molekulare Marker ergänzen können. Darüber hinaus werden neue Zielstrukturen erforscht, die für die Wirkung von Antidepressiva von Bedeutung sind, wie z. B. die Zusammensetzung des Dickdarm-Mikrobioms. Durch diese Entwicklung spezifischer Marker entstehen Ansatzpunkte für eine verbesserte Diagnostik auf molekularer Basis mit höherem Vorhersagewert. Hochspezifische und selektive Diagnostik ist die Voraussetzung für eine optimale Therapie und greifbare Fortschritte in der Versorgung der Patienten.
Identifizierung und Validierung von neuen Zielstrukturen des Gehirns für antidepressive Pharmaka in geeigneten Tiermodellen
|
Universität Regensburg |
Leiterin: |
Prof. Dr. Inga Neumann |
Das Ziel des Projektes SP 1 ist die Identifizierung und Validierung von neuen Gen-Targets und Glia-Markern für die Behandlung der majoren Depression in etablierten Tiermodellen. Insbesondere ist geplant, bereits identifizierte Gene (FKBP5, P2X4R, P2X7R) und Gliazell-Marker unter basalen und chronischen Stress-Bedingungen detailliert zu charakterisieren. Es soll untersucht werden, ob Antipepressiva (AD) nicht nur Stress-induzierte Angst und Depression im Tier verhindern können, sondern auch ob etablierte und innovative Psychopharmaka auf diese Gen-Targets und auf Gliazell-Marker wirken. Konkret soll die Expression neuer Genmarker in Blut-Zellen und neuronalem Gewebe verglichen werden. Weiterhin sollen spezifische Glia-Marker in diskreten Hirnregionen in Modellen für genetische bzw. Stress-induzierte Depressions- und Angsterkrankungen identifiziert und charakterisiert werden. Basierend auf diesen Ergebnissen werden in Kooperation mit SP4 epigenetische Modifikationen dieser Gene erfasst. Außerdem soll die Aktivität von FKBP5, P2X4R und P2X7R mittels selektiver Agonisten bzw. Antagonisten manipuliert werden und die Auswirkungen auf Depression- und Angstverhalten sowie Glia-Marker unter basalen und chronischen Stress-Bedingungen verfolgt werden. In Kooperation mit SP2 und SP6 werden geschlechtsabhängige Wirkungen von etablierten Antidepressiva auf die Expression der Gene FKBP5, P2X4R und P2X7R und auf Glia-Funktionen verfolgt. Hierbei soll untersucht werden, inwieweit Antidepressiva Stress-induzierte Veränderungen der Target-Gene parallel zum Verhalten verhindern können. In Kooperation mit SP2, SP3 und SP8 werden chronisch gestresste und genetisch determinierte Angst-Modelle mit etablierten oder innovativen AD behandelt um den Einfluss auf relevante hippocampale Parameter (SP2) das Mikrobiom (SP3) und das Verhalten zu verifizieren.
Relevanz der Zusammensetzung des Dickdarmmikrobioms für Subtypen depressiver Erkrankungen, das Ansprechen und unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Antidepressiva-Therapie
|
Universität Regensburg |
Leiter: |
Prof. Dr. Thomas C. Baghai |
Die Dickdarmbakterienflora (Dickdarm-Mikrobiom) beeinflusst im Tierversuch (Nagetiere) die Funktionsweise des Gehirns und die Stressregulation. Es ist nicht bekannt, ob das Dickdarm-Mikrobiom bei depressiven Patienten verändert ist oder ob es durch eine antidepressive Pharmakotherapie beeinflusst wird. Die Zusammensetzung des Dickdarm-Mikrobioms wird daher zunächst in geeigneten Tiermodellen für Stress und Depression sowie nach Gabe verschiedener Antidepressiva(klassen) beschrieben. Zudem wird die Zusammensetzung des Dickdarm-Mikrobioms bei depressiven Patienten vor und während einer antidepressiven Pharmakotherapie mit verschiedenen Wirkstoffen untersucht. Dieses Projekt wird zeigen, ob das Dickdarm-Mikrobiom bei Depressionen verändert ist, ob es durch die Behandlung mit Antidepressiva (AD) beeinflusst wird und ob es in Zusammenhang mit erwünschten und unerwünschten Wirkungen einer antidepressiven Pharmakotherapie in Beziehung steht. Im TP 3 wird das Mikrobiom von Tiermodellen aus Angst- und Depressionsmodellen und die Verbindung zu genetisch determinierter Depression, Angst und Stressreaktion untersucht. Untersucht werden die Effekte einer 3-wöchigen Gabe verschiedener AD. 60 Patienten aus TP4a werden klinisch charakterisiert und ihr Dickdarm-Mikrobiom sequenziert. Je 20 Patienten werden mit verschiedenen AD behandelt, die Untersuchungen werden nach einer und nach fünf Wochen wiederholt und zu denen von 20 nach Alter und Geschlecht verleichbaren Kontrollpersonen in Beziehung gesetzt. Analog werden in Kooperation mit TP6 je 20 mit Minocyclin oder Plazebo behandelte Patienten untersucht. Die Sphingolipid-Zusammensetzung im Blut der genannten Patienten wird in Kooperation mit TP2 untersucht. Ebenso wird eine funktionelle Kernspintomographie zur Messung der Emotionsregulation in Kooperation mit TP5 durchgeführt.
Die Rolle des ASM/Ceramid-Systems bei Majorer Depression (Rattenmodelle und klinische Proben) (SP2a)
|
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg |
Leiter: |
Prof. Dr. Johannes Kornhuber |
Der Verbund OptiMD hat sich zum Ziel gesetzt, die Behandlung der Depression hinsichtlich Effektivität und Wirkungseintritt zu optimieren. In dem Subprojekt (SP) 2 soll die Modulation des Ceramidspiegels als neues antidepressives Prinzip untersucht werden. Eine erhöhte Ceramid-Konzentration im Hippocampus ist für die Induktion von depressions-ähnlichem Verhalten sowie depressions-ähnlicher Neurobiologie hinreichend. Die Medikamente Amitriptylin und Fluoxetin bewirken ihre antidepressiven Effekte durch Hemmung des sauren Sphingomyelinase (ASM)/Ceramid-Systems. In translationalen lipidomischen Studien soll nun dieses Eiweiß-System bei Majorer Depression genauer untersucht werden. Dazu werden pathophysiologisch ausgerichtete tierexperimentelle Studien, therapeutisch ausgerichtete Studien und translationalen Studien zur Unterstützung der klinischen Diagnostik durchgeführt. Ziel 1: 1) In Ratten-Modellen soll der hippocampale Ceramidspiegel experimentell erhöht und dann das Verhalten, die Biochemie und die Neurogenese untersucht werden. 2) Hippocampales Ceramid und die Aktivitäten der ASM/neutralen Ceramidase (NC) werden alle vier Stunden ab 1 h nach Licht-an in Maus-Modellen quantifiziert. Die Laufaktivität wird mit gestuftem Zugang zu einem Laufrad kontrolliert und gesteuert und die Neurogenese und das Verhalten werden zu den Zeitpunkten mit hohen und niedrigen Ceramidspiegeln quantifiziert. Ziel 2: (1 und 2) Mögliche Antidepressiva aus der Gruppe der FIASMAs (functional inhibitors of ASM) werden ausgewählt, genauer charakterisiert und in Ratten-Modellen untersucht. Ziel 3: ASM, NC und ASM-Varianten werden in Proben aus den klinischen Studien des Konsortiums (SP 3, 4, 5 und 6) quantifiziert und in Beziehung zu phänotypischen klinischen Daten, u.a. auch geschlechtsspezifisch, gesetzt.
Validierung genomischer Biomarker als Indikatoren für das Risiko einer Ersterkrankung, eines ungünstigen Therapieverlaufs und von Rückfall bei Depression
|
Max-Planck-Institut für Psychiatrie |
Leiter: |
Dr. Marcus Ising |
Der Verbund OptiMD hat sich zum Ziel gesetzt, die Behandlung der Depression hinsichtlich Effektivität und Wirkungseintritt zu optimieren. Vorarbeiten weisen auf die besondere Bedeutung des Blut-Hirn-Schranken-Gens ABCB1, des Stressregulationsgens FKBP5 sowie der sog. „Gliotransmitter"-Gene P2RX4 und P2RX7 in Hinblick auf Depressionsrisiko und antidepressiven Therapieerfolg hin. Genomische Indikatoren der Aktivität dieser Gene auf Expressionsebene sowie deren epigenetische Modifikationen eignen sich als sog. genomische Biomarker, die in Hinblick auf ihren diagnostischen Einsatz bei Depression validiert werden sollen. Die Validierung dieser Biomarker erfolgt hinsichtlich 1) dem therapeutischem Ansprechen auf die Therapie mit Antidepressiva (AD), 2) dem Rückfallrisiko bei remittierter Depression, sowie 3) dem Risiko, an Depression neu zu erkranken (Ersterkrankungsrisiko). Für die Validierung genomischer Biomarker zum therapeutischen Ansprechen auf AD werden 300 Patienten rekrutiert, die stationär oder ambulant zur Behandlung einer depressiven Episode aufgenommen wurden (MARS Kohorte 1). Für das zweite Studienziel, die Validierung genomischer Biomarker für das Rückfallrisiko, werden 200 ehemalige Patienten des MARS-Projekts rekontaktiert, die sich sich zum Zeitpunkt ihrer Entlassung aus der Klinik im Zustand der Remission befanden, um das Auftreten eines potenziellen Erkrankungsrückfalls zu erfassen (MARS Kohorte 2). Für das dritte Studienziel werden 100 Teilnehmer einer prospektiv-epidemiologischen Kohorte zusammen mit ihren Kindern rekrutiert und in Hinblick auf epigenetische Unterschiede zwischen Familien mit und ohne Depressionsvorgeschichte evaluiert (EDSP Kohorte). Die als depressionsspezifisch identifizierten genomischen Marker werden in einer klinischen Fall/Kontrollkohorte mit 100 Teilnehmern re-evaluiert (CAP Kohorte).
MRI-Biomarker zur Vorhersage des individuellen Ansprechens auf antidepressive Therapieoptionen
|
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg |
Leiter: |
Prof. Dr. Oliver Gruber |
Ziel dieses Vorhabens ist die Erforschung und wissenschaftliche Etablierung von Biomarkern aus der Gehirnbildgebung, die eine Vorhersage des individuellen Ansprechens depressiver Patienten auf verschiedene Formen antidepressiver Therapie erlauben. Hierzu werden modernste Verfahren der strukturellen und insbesondere auch der funktionellen Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt, um die bei depressiven Störungen relevanten Krankheitsmechanismen gezielt zu untersuchen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Funktion von Gehirnregionen gelegt, die bereits in Vorstudien mit besseren Therapieerfolgen in Zusammenhang standen. Hierbei soll die Frage beantwortet werden, ob die in den Vorstudien entdeckten klinisch relevanten Gehirnbildgebungsmarker zur Vorhersage der individuellen Therapieantwort auf Antidepressiva in einer größeren Patientengruppe bestätigt werden können. Entsprechende Marker sollen auch für den möglichen Erfolg einer Zusatz-Therapie mit Minocyclin etabliert werden. Zu diesem Zweck wird in enger Abstimmung mit den Teilprojekten SP3, SP4 und SP6 des Konsortiums in einer multizentrischen Studie eine Stichprobe von insgesamt 200 Patienten mit depressiven Störungen therapiebegleitend untersucht. Die standardisiert erhobenen MRT-Datensätze werden zentralisiert ausgewertet unter Verwendung neuester Analysetechniken zu Struktur, Funktion und Konnektivität wichtiger Gehirnregionen. Um den Vorhersagewert der ermittelten Gehirnbildgebungsmarker für das therapeutische Ansprechen einzelner Patienten zu bestimmen und ggf. durch Kombinationen zu erhöhen, werden anschließend auch multivariate statistische Verfahren angewandt.
Multizentrische Studie zur Wirksamkeit des Antibiotikums Minocyclin als neue therapeutische Strategie bei therapieresistenter Depression
|
Charité - Universitätsmedizin Berlin |
Leiterin: |
Prof. Dr. Isabella Heuser |
Die Prüfung der Substanz Minocyclin in neuer Indikation zur Behandlung depressiver Patienten, die auf konventionelle antidepressiver nicht angesprochen haben, erfolgt primär vor dem Hintergrund einer Entlastung des individuellen Patienten durch schnellere und effektivere Wiederherstellung. In diesem Zusammenhang kommen in erheblichem Maße auch volkswirtschaftliche Aspekte zum Tragen. Einerseits kommt es durch schnellere Genesung des Patienten zu einer reduzierten Inanspruchnahme des Gesundheitssystems und damit zu einer primären Reduktion von Kosten im Gesundheitswesen, die insbesondere in der untersuchten Indikation beträchtliche Ausmaße angenommen haben und gemäß Einschätzungen durch die WHO weiter steigen werden. Die Wiederherstellung der psychischen Gesundheit, damit häufig einhergehend die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit der Patienten und Entlastung ihres sozialen Umfelds, wird weiterhin sekundär zu volkswirtschaftlichem Erfolg führen. Da ein Patentschutz des Wirkstoffs Minocyclin nicht mehr besteht und Minocyclin in anderer Indikation bereits generisch hergestellt und breit vermarktet wird, erscheint ein Schutz als Gebrauchsmuster zur Sicherung von Vermarktungsrechten nicht sinnvoll. Nach erfolgreicher Zulassung in der hier geprüften Indikation wäre eine hervorragende Versorgung mit einem äußerst kostengünstigen Arzneimittel mit Tagestherapiekosten unter einem Euro gewährleistet. Eine Weiterentwicklung des Wirkstoffs im Sinne einer Optimierung der antidepressiven bzw. anti-neuroinflammatorischen und neuroprotektiven Eigenschaften wäre prinzipiell denkbar. Hier käme beispielsweise die Reduktion einer antibiotischen Wirkkomponente, Steigerung der Lipophilie sowie Steigerung neuroprotektiver und anti-neuroinflammatorischer Eigenschaften in Frage. Eine wichtige, erleichternde Voraussetzung wäre hier allerdings die Identifikation eines den vielfältigen Effekten zugrundeliegenden Wirkmechanismus.
Die Rolle des ASM/Ceramid-Systems bei Majorer Depression (Mausmodelle)
|
Universität Duisburg-Essen |
Leiter: |
Prof. Dr. Erich Gulbins |
In dem Teilprojekt 2 soll die Modulation des Ceramidspiegels als neues antidepressives Prinzip untersucht werden. Eine erhöhte Ceramid-Konzentration im Hippocampus ist hinreichend für die Induktion von depressions-ähnlichem Verhalten sowie depressions-ähnlicher Neurobiologie. Amitriptylin und Fluoxetin bewirken ihre antidepressiven Effekte durch Hemmung des sauren Sphingomyelinase (ASM)/Ceramid-Systems. In Studien soll nun die Rolle des ASM/Ceramid-Systems bei Majorer Depression genauer untersucht werden. Dazu werden pathophysiologisch ausgerichtete tierexperimentelle Studien, therapeutisch ausgerichtete Studien und translationale Studien zur Unterstützung der klinischen Diagnostik durchgeführt. Hippocampales Ceramid und die Aktivitäten der ASM/NC werden alle vier Stunden ab 1 h nach Licht-an in Modellen quantifiziert. Die Aktivität wird mit gestuftem Zugang zu einem Laufrad kontrolliert und gesteuert. Die Neurogenese und Verhalten werden zu den Zeitpunkten mit hohen und niedrigen Ceramidspiegeln quantifiziert. Die Wirkungen von Minocyclin werden in Tiermodellen bezüglich Verhalten, Neurogenese und Biochemie beurteilt. Mögliche Antidepressiva aus der Gruppe der "Funktionellen Inhibitoren der sauren Sphingomyelinase" (FIASMAs) werden unter Berücksichtigung ihrer bekannte Profile ausgewählt und in Maus-Modellen charakterisiert.