2015 - 2018: Förderung von Europäischen Forschungsprojekten zu Pilotstudien für Präventionsstrategien mit Bezug zu Neurodegenerativen Erkrankungen im Rahmen des „EU Joint Programme – Neurodegenerative Disease Research“ (JPND)

Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass präventive Maßnahmen das Entstehungsrisiko für neurodegenerativen Erkrankungen und deren fortschreitenden Symptome verringern können. Jedoch ist noch nicht bekannt, ob und wie diese Erkenntnisse in effektive Präventionsstrategien überführt werden können, die speziell auf gesunde Menschen, Menschen mit einem erhöhten Risiko oder auf Betroffene im Frühstadium einer neurodegenerativen Erkrankung zugeschnitten sind. Erforderlich sind daher Studien zum „Proof-of-Concept“ und zur Designentwicklung von Präventionsstudien mit dem Ziel, die Wirkung von komplexen Interventionen zu untersuchen. Dabei ist es notwendig, die Wirkmechanismen komplexer Interventionen zu verstehen, Implementationsmethoden von Interventionen und Erfolgsindikatoren zur Ergebniskontrolle in den verschiedenen Ländern zu entwickeln und zu harmonisieren sowie „Proof-of-Concept“-Studien und Machbarkeitsstudien mit besonderer Berücksichtigung ethnischer und kultureller Unterschiede durchzuführen.

Die folgenden Förderorganisationen haben beschlossen, diese multinationale Bekanntmachung gemeinsam zu fördern, um hierdurch einen Mehrwert gegenüber bereits bestehenden nationalen Förderaktivitäten zu realisieren. Die Fördermaßnahme wird zeitgleich durch die Förderorganisationen der jeweiligen Länder herausgegeben und zentral vom „Joint Call“-Secretariat (JCS) koordiniert. Für die operative Umsetzung der nationalen Teilvorhaben in einem Verbund gelten die jeweiligen nationalen Richtlinien.

- Deutschland, Bundesministerium für Bildung und Forschung;
- Belgien, Research Foundation – Flanders;
- Dänemark, Danish Agency for Science, Technology and Innovation;
- Finnland, Academy of Finland;
- Frankreich, French National Research Agency;
- Irland, Health Research Board;
- Italien:
- Ministry of Health;
- Ministry of Education, Universities and Research;
- Luxemburg, National Research Fund;
- Niederlande, The Netherlands Organisation for Health Research and Development;
- Norwegen, The Research Council of Norway;
- Österreich, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung;
- Polen, National Centre for Research and Development;
- Portugal, Foundation for Science and Technology;
- Schweden, Swedish Research Council;
- Spanien, National Institute of Health Carlos III;
- Türkei, Scientific and Technological Research Council of Turkey.

1. Ziele der Fördermaßnahme

Ziel der Bekanntmachung ist die Förderung einer begrenzten Anzahl innovativer, multinationaler und multidisziplinärer Verbundvorhaben zur Umsetzung von Pilotinitiativen mit dem Ziel, Präventionsstrategien zu entwickeln. Vorhaben können neue Forschungsansätze für multimodale präventive Interventionen, einschließlich kulturspezifischer Aspekte, Harmonisierungsinitiativen sowie Proof-of-Concept und Machbarkeitsstudien umfassen. Projektanträge können auch die wissenschaftliche Evaluation von Interventionen sowie die Validierung von Outcome-Parametern enthalten.

Gefördert werden Vorhaben, die neurodegenerative Erkrankungen thematisieren, wie z.B. die Alzheimererkrankung und andere Demenzen, Parkinsonerkrankung und mit Parkinson verwandte Erkrankungen, Prionenerkrankungen, Motoneuronerkrankungen, Huntington-Krankheit, Spinozerebelläre Ataxie (SCA) oder Spinale Muskelatrophie (SMA). Die Vorhaben sollten berücksichtigen, inwieweit ihre Forschungsergebnisse über die zu untersuchende Fragestellung, Erkrankung oder Intervention hinaus verallgemeinert oder übertragen werden können.

2. Stand der Fördermaßnahme

Die „Richtlinien zur Förderung von Europäischen Forschungsprojekten zu Pilotstudien für Präventionsstrategien mit Bezug zu neurodegenerativen Erkrankungen“ wurden am 02.12.2013 zeitgleich von insgesamt 16 JPND-Partnerländern veröffentlicht. In Reaktion hierauf wurden 35 Projektskizzen beim JPND „Joint Call“-Sekretariat (Leitung: PT-DLR) eingereicht. Nach einer wissenschaftlichen Begutachtung wurden 22 Projektskizzen ausgewählt, einen Vollantrag zu stellen. Die wissenschaftliche Auswahl der eingegangenen 22 Vollanträge wurde durch ein gemeinsames internationales Expertengremium vorgenommen. Die Begutachtung des wissenschaftlichen Gutachtergremiums sowie der an der Fördermaßnahme beteiligten Partnerorganisationen im September 2014 führten zu Förderempfehlungen von fünf Verbünden.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

(Sortierung innerhalb der Verbünde nach Förderkennzeichen)

JPND-Verbundprojekt PreFrontALS

Frontotemporale Demenzen gehören zu der zweithäufigsten Demenzerkrankung von Menschen unter 65 Jahren. Eine eindeutige Diagnose bereits im präsymptomatischen Stadium der Erkrankung wäre von großer Bedeutung, damit Interventionen frühzeitig eingeleitet werden können. Ziel des Projekts ist es daher, eine umfassende Studie mit einer genetisch definierten Gruppe von Betroffenen im Frühstadium der Erkrankung aufzubauen und im Verlauf zu beobachten. Die Universität Ulm ist insbesondere an den Proteinanalysen beteiligt. Diese könnten zur Identifizierung von Biomarkern führen, die den Erkrankungsbeginn anzeigen oder die Verlaufsbeobachtung verbessern könnten. Zudem werden bildgebende Untersuchungen von hirnstrukturellen Veränderungen durchgeführt.

Suche nach therapeutischen Interventionen bei Patientinnen und Patienten mit der frontotemporalen Demenz und einer genetischen Mutation -  der sogenannten C9ORF72-Expansion -  im präsymptomatischen Erkrankungsstadium

Universität Ulm
Universitätsklinikum - Abt. Neurologie

Oberer Eselsberg 45
89081 Ulm

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Markus Otto
0731 500-63010
01ED1512
581.076 EUR
01.11.2015 - 31.10.2018

Im Rahmen dieses Projektes wird an verschiedenen universitären und außeruniversitären Zentren daher eine prospektive Studie geführt, in der unter anderem auch ein Biomarker-Entwicklungskonzept und eine Biomaterialsammlung (in vivo und brain bank) integriert sind. Im Kontext dieser longitudinalen Studie werden klinische wie auch biologische Daten erhoben, die helfen werden die Früh- und Differentialdiagnose zu verbessern. Weiterhin werden durch die Verlaufbeobachtungen Daten (neurochemische, klinische,  neuropsychologiche, Bildgebungsdaten) erhalten, die Informationen über den natürlichen Verlauf geben, eine Unterscheidung der Subtypen, aber auch helfen werden distinkte Endpunkte zu ermitteln, die für klinische Therapiestudien eine solide Power-Kalkulation ermöglichen.

 

JPND Verbundprojekt ONWebDUALS

Neurodegenerative Erkrankungen sind eine der großen Herausforderungen der Menschheit in unserem Jahrhundert. In einer älter werdenden Gesellschaft wird die Zahl der Patientinnen und Patienten mit solchen Erkrankungen steigen. Bei der Amyotrophen Lateralsklerose handelt es sich um die häufigste neurodegenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems mit Beginn im Erwachsenenalter. Bisher existiert keine wirksame Therapie. Ziel des Verbunds ist die Entwicklung von Strategien zur Risikoeinschätzung und Präventionsentwicklung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Klinik, Genetik und Bioinformatik werden zusammenarbeiten, um präventive Strategien zu entwickeln, die ein Voranschreiten des Krankheitsverlaufs verlangsamen oder aufhalten. Hierzu soll eine europaweite Datenbank erstellt werden, mit deren Hilfe die Zusammenhänge von Risikofaktoren für die Erkrankung sowie die Prognose beeinflussenden Faktoren untersucht werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Klinik, Genetik und Bioinformatik werden zusammenarbeiten, um präventive Strategien zu entwickeln. Die deutschen Vorhaben sind insbesondere an der Ausarbeitung der präventiven Strategien sowie an der gemeinsamen Analyse und Diskussion beteiligt.

Ontologie-basierte Datenbank zur Erfassung der Amyotrophen Lateralsklerose 

Universitätsklinikum Jena
Klinik für Neurologie

Erlanger Allee 101
07747 Jena

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Julian Großkreutz
03641 93-23428
01ED1511A
191.267 EUR
01.05.2015 - 30.04.2018

Ziel ist die Entwicklung von Präventionsstrategien gegen die tödliche Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), für die keine Therapie existiert. Partner aus Portugal, Schweden, Deutschland und Polen mit Expertise in Neurologie, Genetik und Bioinformatik entwickeln eine paneuropäische Datenbank, in der 3.000 Patienten erfasst werden. Ontologie-basierte Methoden mit  optimierter digitaler Integration extrahieren Assoziationen zwischen Risikofaktoren und die Prognose beeinflussende Faktoren, Genotyp, Phänotyp und Überlebenszeit. Dabei werden neue Ontologie-basierte bioinformatische Instrumentarien entwickelt, um das Zusammenspiel von Umwelt, Genetik und Krankheitsphänotyp in Populationen mit unterschiedlicher ethnischer Herkunft zu erfassen, und darauf aufbauend präventive Strategien zu entwerfen. Arbeitsschritte sind: 1) Datenintegration – (M6-M32) Biomedizinische Informationsmodelle, Terminologie, Protokolle und Datenbeschreibungen müssen funktionierend integriert werden. Hier wird eine Semantik entwickelt, um eine Ontologie mit spezifischen Schema-Termini (Ontologie-basierte Datenintegration) aufzubauen, wie z.B. beim Prostata-Karzinom, genetischen Assoziation der Nikotinsucht und Komplikationen bei Laparotomie. 2) Bayessche Modellexploration (M12-M36) Aus der Ontologie sollen Modelle präventiver Strategien bei der ALS entwickelt werden. Spezifisch wird eine Bayessche Modellierung wie bei Untersuchungen zum Krebsrisiko angewendet werden, die ein Wahrscheinlichkeitsnetzwerk mit Interaktionsstärken der Einflussfaktoren auf den Verlauf der ALS beschreibt. 3) Design von Protokollen für Teststudien – (M18-M36) Auf Basis der Modellexploration werden einige Studiendesigns entwickelt, die in Zukunft die Wirkung von Sekundärprävention erfassen könnten. Zum Beispiel könnte bei aysmptomatischen Genträgern die Auswirkung der Modifikation von Krankheits-assoziierten Faktoren z. B. auf den Krankheitsbeginn hin untersucht werden.

 

Entwicklung von Präventionsstrategien gegen Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), mit Hilfe europaweiter Ontologie-basierter Datenerfassung und Analyse von Genotyp-Phänotyp-Korrelationen

Medizinische Hochschule Hannover
Klinik für Neurologie

Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Susanne Petri
0511 532-3740
01ED1511B
186.119 EUR
01.04.2015 - 31.03.2018

Im Rahmen des von der MHH koordinierten Teilprojektes WP7 sollen Daten anderer nationaler und internationaler ALS-Register in die neu entwickelte Ontologie-basierte Datenbank integriert werden. Weiterhin soll ein enger Austausch mit weiteren europäischen ALS-Experten sowie Patientenorganisationen bereits während der Entwicklung der neuen ALS-Ontologie-Datenbank bezüglich der zu erfassenden Parameter sowie auch nach der Auswertung der erhobenen Daten bezüglich der Definition von Präventionsstrategien erfolgen.

 

JPND Verbundprojekt NEUROEXERCISE

Neurodegenerative Erkrankungen, wie beispielsweise die Alzheimer-Demenz, sind eine der großen Herausforderungen der Menschheit in unserem Jahrhundert. In einer älter werdenden Gesellschaft wird die Zahl der Patientinnen und Patienten mit solchen Erkrankungen steigen. Bisher existiert keine wirksame Therapie. Der Verbund wird deshalb ein kontrolliertes Sport- und Bewegungstraining dahingehend untersuchen, ob es im frühen Stadium der Alzheimer-Demenz dem Fortschreiten des Krankheitsverlaufs entgegenwirken kann. Zuvor nicht sportlich aktive Patientinnen und Patienten im Frühstadium der Erkrankung werden hierzu ein Jahr lang ein kontrolliertes regelmäßiges Bewegungsprogramm absolvieren. Die Ergebnisse werden mit zwei Kontrollgruppen verglichen, die entweder an einem reduzierten Aktivitätsprogramm teilnehmen oder gar nicht zusätzlich aktiviert werden. Die Deutsche Sporthochschule Köln koordiniert das Forschungsprojekt und entwickelt die Trainingsmaßnahmen. Sie übernimmt auch die neuropsychologische Diagnostik und Verlaufsuntersuchungen der Patientinnen und Patienten. In Bonn werden mittels Bildgebungsverfahren strukturelle und funktionelle Veränderungen im Gehirn gemessen und epigenetische Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse des Projekts sollen dazu beitragen, den Krankheitsverlauf der Alzheimer-Demenz besser zu verstehen und positiv zu beeinflussen.

Auswirkung eines moderaten einjährigen Ausdauertrainings auf die Progression der leichten kognitiven Beeinträchtigung und den Übergang zur Alzheimererkrankung

Deutsche Sporthochschule Köln
Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft

Am Sportpark Müngersdorf 6
50933 Köln

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Stefan Schneider
0221 4982-7520
01ED1510A
488.509 EUR
01.05.2015 - 30.04.2018

Neurobiologische und behaviorale Studien der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass körperliche Aktivität und Sport die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern und, insbesondere im Alter, zur Steigerung der Lebensqualität und einem selbstständigen Lebensstil beitragen. Neben kurzzeitigen, funktionalen Effekten, finden sich vermehrt Hinweise darauf, dass ein aktiver Lebensstil auch strukturelle Veränderungen in der Gehirnsubstanz mit sich bringt, und damit neurodegenerativen Erkrankungen, wie beispielsweise einer Demenzerkrankung, vorbeugen, bzw. deren Verlauf positiv beeinflussen kann. Obgleich erste Studien eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und Selbstständigkeit von Alzheimerpatienten bereits nach drei Monaten sportlicher Aktivität nachweisen konnten, ist  wenig bekannt über die Auswirkungen eines kontrollierten regelmäßigen Sport- und Bewegungsangebotes auf die Progression der Neuropathologie von Patienten im Frühstadium der Erkrankung (leichte kognitive Beeinträchtigung). Das hier vorgestellte Projekt zielt darauf ab, die Effekte eines Sport- und Bewegungsprogramms auf die Progredienz der Alzheimererkrankung bei Patienten im Frühstadium der Erkrankung zu erfassen. 75 zuvor nicht aktive Patienten die sich im Frühstadium der Erkrankung befinden, werden für ein Jahr unter Aufsicht ein moderates gesundheitsorientiertes Bewegungsprogramm absolvieren. Die Progredienz der Erkrankung von Teilnehmern dieser „Sportgruppe" wird definiert über eine Vielzahl an kognitiven Tests ebenso wie einer strukturellen und funktionalen Bildgebung und epigenetischer Veränderungen. Die Veränderung der Progredienz wird im Anschluss in Relation gesetzt zu zwei Kontrollgruppen, deren Umfang an körperlicher Aktivität im Jahresverlauf nicht, bzw. nur sehr moderat verändert wurde.

Auswirkung eines moderaten einjährigen Ausdauertrainings auf die Progression der leichten kognitiven Beeinträchtigung und den Übergang zur Alzheimererkrankung

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Philosophische Fakultät
Psychologisches Institut

Kaiser-Karl-Ring 9
53117 Bonn

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Martin Reuter
0228 73-4399
01ED1510B
246.294 EUR
01.06.2015 - 31.05.2018

Das hier vorgestellte Projekt zielt darauf ab, die Effekte eines Sport- und Bewegungsprogramms auf die Progredienz der Alzheimererkrankung bei Patienten im Frühstadium der Erkrankung zu erfassen. 75 zuvor nicht aktive Patienten die sich im Frühstadium der Erkrankung befinden, werden für ein Jahr unter Aufsicht ein moderates gesundheitsorientiertes Bewegungsprogramm absolvieren. Die Progredienz der Erkrankung von Teilnehmern dieser „Sportgruppe" wird definiert über eine Vielzahl an kognitiven Tests ebenso wie einer strukturellen und funktionalen Bildgebung und epigenetischer Veränderungen. Die Veränderung der Progredienz wird im Anschluss in Relation gesetzt zu zwei Kontrollgruppen, deren Umfang an körperlicher Aktivität im Jahresverlauf nicht, bzw. nur sehr moderat verändert wurde.

Untersuchung der strukturellen Hirnkorrelate von intensivem sportlichem Training mittels MRT

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum
Klinik für Epileptologie

Siegmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Bernd Weber
0228 6885-262
01ED1510C
150.907 EUR
01.06.2015 - 31.05.2017

Mit Hilfe struktureller und funktioneller Kernspintomographie werden an der Universitätsklinik Bonn die Effekte des Trainings auf den Verlauf der Hirnatrophie untersucht. Dabei werden verschiedene MRT-Sequenzen verwendet, um sowohl Faserbahnen als auch kortikale Netzwerke betrachten zu können. Im Fokus stehen dabei mediotemporale Strukturen und deren Konnektivität. Dabei werden die Gruppen hinsichtlich der verschiedenen Parameter sowohl cross-sektional als über den Untersuchungsverlauf verglichen.


JPND Verbundprojekt MindAD

Im EU-Programm zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen (EU Joint Programme - Neurodegenerative Disease Research, JPND) arbeiten EU-Mitglieds- und assoziierte Staaten sowie Kanada zusammen. Hierdurch soll die Forschung auf diesem Gebiet transnational gebündelt und gestärkt werden. Neurodegenerative Erkrankungen sollen so effektiver bekämpft werden. Das Ziel der aktuellen Bekanntmachung ist es, präventive Strategien zu entwickeln und in Pilotstudien zu überprüfen.
Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Forschungsverbundes MindAD. Im Vorhaben werden mehrere Interventionsstudien übergreifend ausgewertet. Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit wichtige Faktoren, wie beispielsweise Ernährung sowie körperliche, soziale und geistige Aktivität, frühzeitig positiv beeinflusst werden können, um dadurch den Beginn der Alzheimer-Demenz möglicherweise zu verzögern oder aufzuhalten. Die Analysen der Studien umfassen molekulare Marker, Bildgebung, kognitive Prozesse sowie Fragen zur Lebensqualität. Darauf aufbauend werden international anwendbare Strategien zur Demenzprävention entwickelt und in einer Pilotstudie überprüft. Das Universitätsklinikum des Saarlandes ist insbesondere an den Untersuchungen der pathologischen Prozesse mit Hilfe von Biomarker-Profilen beteiligt. Zudem wird im Saarland erforscht, welche Faktoren die Teilnahme an präventiven Maßnahmen begünstigen oder erschweren. Die Ergebnisse dieses Projekts sollen dazu beitragen, das Frühstadium der Alzheimer-Demenz besser zu verstehen und den Krankheitsverlauf möglichst frühzeitig aufzuhalten oder zu verzögern. 

Multimodale Präventionsstrategien bei der Alzheimer-Erkrankung für ältere Menschen und für Betroffene im prodromalen Krankheitsstadium

Universitätsklinikum des Saarlandes und
Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Klinik für Neurologie
Lehrstuhl für Experimentelle Neurologie

Kirrberger Str. 1, Geb. 90
66424 Homburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof Dr. Tobias Hartmann
06841 1647918
01ED1509
306.000 EUR
01.06.2015 - 31.05.2018

Die Alzheimer Demenz (AD) ist nicht heilbar. Die Alzheimer Krankheit (AK) beginnt Jahrzehnte vor der AD. Das Risiko einer AK ist abhängig von beeinflussbaren Risikofaktoren (RF). Eine frühe Intervention der RF soll die AD verzögern oder die AK heilen. Bei einer Frühdiagnose (AK ohne AD) spricht man von prodromaler AK. Bisher gibt es weltweit nur wenige interventionelle Studien bei prodromalen AK, die an  Patienten durchgeführt wurden. Die ersten Studien befinden sich aktuell in der Auswertung und wurden zumeist in Europa durchgeführt. MindAD vereinigt fünf dieser Studien, um eine übergreifende Auswertung zu erreichen. Die Auswertung erfasst Biomarker, kognitiven Parameter, Umsetzung der Therapie, Lebensqualität und Kosteneffizienz. Es werden Strategien zur Demenzprävention entwickelt und in einer Pilotstudie evaluiert.  

 

JPND-Verbundprojekt EURO-SCD

Neurodegenerative Erkrankungen, wie beispielsweise die Alzheimer-Demenz, sind eine der großen Herausforderungen der Menschheit in unserem Jahrhundert. In einer älter werdenden Gesellschaft wird die Zahl der Patientinnen und Patienten mit solchen Erkrankungen steigen. Bisher existiert keine wirksame Therapie. Das subjektive Gefühl einer Verschlechterung der Merk- und Denkfähigkeit bei älteren Menschen geht häufig tatsächlich messbaren Beeinträchtigungen der kognitiven Fähigkeiten voraus und kennzeichnet daher oft schon das Vorstadium der Alzheimer-Demenz. Der Verbund wird ein Beurteilungsprotokoll erarbeiten, mit dessen Hilfe subjektive kognitive Beeinträchtigung einheitlich erfasst wird und verschiedene Studien aus unterschiedlichen Standorten länderübergreifend verglichen werden können. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung einer Internetplattform, bei der Betroffene an einem auf ihre Bedürfnisse und Situation abgestimmten Programm teilnehmen können. Das Programm zielt darauf ab, den Lebensstil positiv zu beeinflussen.

Subjektive kognitive Beeinträchtigung im Rahmen präklinischer Stadien der Alzheimer-Demenz: Europäische Initiative zur Harmonisierung und zu einer internetbasierten Lebensstil-modifizierenden Präventionsstrategie

Universität zu Köln
Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Kerpener Str. 62
50937 Köln

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Frank Jessen
0221 478-4010
01ED1508
523.800 EUR
01.05.2015 - 30.04.2018

Das Universitätsklinikum Köln ist an beiden Teilprojekten beteiligt. In Köln werden die klinischen und neuropsychologischen Daten sowie die Ergebnisse aus verschiedenen Bildgebungsverfahren ausgewertet. Zudem wird in Köln eine Pilotstudie durchgeführt, um das Beurteilungsprotokoll in der Praxis zu überprüfen. Die Ergebnisse des Projekts sollen dazu beitragen, subjektive kognitive Beeinträchtigung als Vorstadium der Alzheimer-Demenz besser zu verstehen und den Verlauf positiv zu beeinflussen. 

 


 

 

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