Erkrankungen des zentralen Nervensystems sind eine Hauptursache für Morbidität, Mortalität und Beeinträchtigung der Lebensqualität in der heutigen Zeit. Weltweit sind mehr als eine Milliarde Menschen hiervon beeinträchtigt. Daher ist es von höchster Priorität, neurologische Erkrankungen zu erforschen sowie ihre Diagnose und Therapie zu verbessern. Viele der neurologischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Autismus und Epilepsie, stehen mit Entzündungen im Gehirn, der sogenannten Neuroinflammation, in Zusammenhang. Daher haben folgende NEURON-Partnerorganisationen eine gemeinsame Fördermaßnahme mit dem Fokus „Neuroinflammation“ implementiert:
- Research Foundation – Flanders (FWO), Belgien
1. Ziel der Fördermaßnahme
Mit der vorliegenden Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, die Expertise und Ressourcen einschlägig qualifizierter Arbeitsgruppen aus den oben genannten Ländern zusammenzuführen. Durch gemeinsame kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte im Verständnis, bei der Diagnose und bei der Therapie von Hirnerkrankungen erzielt und Synergieeffekte ermöglicht werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind. Gefördert werden können Vorhaben, die neuroinflammatorische Prozesse im Kontext von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen sowie nach Hirntrauma, Infektionen oder Intoxikation thematisieren. Fragestellungen, die sich hauptsächlich mit zerebrovaskulären oder neurodegenerativen Erkrankungen ohne speziellen Focus auf Neuroinflammation befassen, sind nicht Gegenstand der Förderung.
Die geförderten Vorhaben können die die gesamte Breite von Forschungsansätzen von der Untersuchung grundlegender Krankheitsmechanismen bis hin zu klinischen Studien (bis zu Phase 2, „proof-of-concept“) umfassen. Insbesondere soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Arbeitsgruppen gefördert werden sowie translationale Forschungsansätze, bei denen Grundlagenforschung mit klinischen Fragestellungen kombiniert wird.
Die Vorhaben sollen mindestens eines der folgenden Forschungsgebiete abdecken:
- grundlagenorientierte Forschungsansätze im Bereich der Neuroinflammation in Bezug auf Pathogenese und/oder Ätiologie von Hirnerkrankungen. Gefördert werden kann z. B. die Entwicklung besonders innovativer oder gemeinsam verwendeter Ressourcen und Technologien. Der Krankheitsbezug muss dabei deutlich dargestellt werden.
- Forschungsansätze zur Entwicklung neuer Verfahren zur Diagnose, Therapie oder Rehabilitation auf dem Gebiet der Neuroinflammation.
2. Stand der Fördermaßnahme
Die „Richtlinien zur Förderung von europäischen Forschungsprojekten zu Neuroinflammation im Rahmen des ERA-NET NEURON“ wurden am 10.01.2014 veröffentlicht. In Reaktion hierauf wurden 136 Projektskizzen beim NEURON „Joint Call“-Sekretariat (Leitung: MINECO, Spanien) eingereicht. Zur Prüfung der Projektskizzen wurden externe, internationale Expertinnen und Experten der relevanten Fachdisziplinen einbezogen. 43 Projektvorschläge wurden positiv bewertet. Nach Einreichung von ausführlichen Projektanträgen und einer erneuten externen fachlichen Begutachtung wurden hiervon 10 transnationale Verbundvorhaben mit insgesamt 43 beteiligten Forschungsgruppen für eine Förderung ausgewählt. Von diesen kommen 11 Forschungsgruppen aus Deutschland. Die gesamte Fördersumme beträgt etwa 10,1 Millionen €, das BMBF fördert hierbei die deutschen Forschungsgruppen mit 3,0 Millionen €.
3. Geförderte Vorhaben
(Sortierung nach Förderkennzeichen)
NEURON-Verbund TracInflam: Übergang von akuter zu chronischer Neuroinflammation
Neuroinflammation, d.h. eine Entzündung des Nervensystems, ist die natürliche Reaktion des Immunsystems, um das zentrale Nervensystem gegen Krankheiten zu schützen. Unter bestimmten Umständen kann aus dieser akuten und lokal begrenzten Reaktion eine chronische Entzündung mit negativen Auswirkungen für den Krankheitsverlauf entstehen. Der Übergang von der akuten zur chronischen Entzündung ist bisher nur unzureichend verstanden. Daher ist es das Ziel des Forschungsverbundes „TracInflam“, die zugrunde liegenden Mechanismen aufzuklären. Die Forscherinnen und Forscher des Verbundes fokussieren ihre Arbeit auf die Bestimmung von Faktoren, die den Übergang zur chronischen Entzündung markieren. Zunächst erfolgen die Untersuchungen im Tiermodell. Danach wird an Gewebeproben von Patienten getestet, ob sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, um neue Diagnose- und Therapieverfahren entwickeln zu können. Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst eine Arbeitsgruppe aus Deutschland sowie jeweils eine Gruppe aus Schweden, Israel, Frankreich und Kanada. Der deutsche Partner trägt insbesondere durch die Analyse der Reaktion beteiligter Immunzellen bei Alzheimer und der septischen Enzephalopathie – einem Krankheitsbild bei dem es durch eine Infektion zu diversen Funktionsstörungen des Gehirns, vor allem Bewusstseinsstörungen, kommt – zu den Verbundzielen bei. Langfristig können die Ergebnisse Anwendung in der Entwicklung neuer Therapien finden.
|
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. |
Leiter: |
Prof. Dr. Michael Heneka |
NEURON Verbund NEURO-IFN: Erforschung der neuroinflammatorischen Grundlagen der Typ1-Interferonopathien anhand des Aicardi-Goutiéres-Syndroms (AGS)
Das Aicardi-Goutières Syndrom (AGS) ist eine genetisch bedingte, schwere Hirnerkrankung bei Kindern. Bei AGS-Patienten kommt es durch Gendefekte zur Überproduktion des chemischen Botenstoffes Interferon, der Entzündungsreaktionen hervorruft. Da AGS mit einer hohen Erkrankungs- und Todesrate verbunden ist, ist es das Ziel des Verbundes zugrunde liegende Erkrankungsmechanismen aufzuklären, um neue Therapieformen entwickeln zu können. Die Forscherinnen und Forscher des Verbundes fokussieren ihre Arbeit auf die genaue Untersuchung der mit AGS assoziierten Entzündungsprozesse im Gehirn. Dazu sollen umfangreiche histologische und genetische Untersuchungen an menschlichen Gewebeproben sowie in einem Mausmodell durchgeführt werden. Ein verbessertes Verständnis über die Mechanismen, die bei AGS zur Schädigung von Hirnzellen führt, liefert einen Grundstein für neue Behandlungsansätze. Darüber hinaus sind die Ergebnisse auch von großer Relevanz für andere Erkrankungen, die mit Entzündungen in Zusammenhang stehen, wie z. B. Autoimmunerkrankungen. Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst eine Arbeitsgruppe aus Deutschland sowie jeweils eine Gruppe aus dem Vereinigten Königreich, Spanien, Belgien und Frankreich. Der deutsche Partner trägt dabei insbesondere durch die Analyse der Interferonsignatur im Hirngewebe mittels histochemischer Verfahren und der Generierung eines Mausmodells mit AGS-spezifischen Mutationen zu den Verbundzielen bei.
|
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg |
Leiter: |
Prof. Marco Prinz |
NEURON-Verbund NEUINF
Malaria, Toxoplasmose und die Schlafkrankheit sind drei parasitäre Infektionen von globaler Bedeutung. Ihnen ist gemein, dass die krankheitsverursachenden Parasiten die Blut-Hirn-Schranke schädigen und Entzündungen im Gehirn hervorrufen. Die Entzündungsreaktionen können eine schützende Funktion haben, aber auch zu Hirnschäden führen. Ziel des Forschungsverbundes „NEUINF“ ist es daher die Entzündungsreaktionen genauer zu untersuchen und schützende bzw. schädigende Faktoren zu identifizieren und neue Therapieansätze zu testen. Die Forscherinnen und Forscher des Verbundes fokussieren ihre Arbeit auf die Analyse von Botenstoffen, die die Entzündungsreaktion regulieren (z. B. so genannte Typ I Interferone). Darüber hinaus wird die schützende Wirkung entzündungshemmender Moleküle getestet und auf einen möglichen Therapieeinsatz hin geprüft. Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst eine Arbeitsgruppe aus Deutschland, zwei Gruppen aus Schweden sowie einer Gruppe aus Portugal. Der deutsche Partner trägt zu den Verbundzielen vor allem durch eine genaue Charakterisierung der Signalmoleküle bei, die bei der Toxoplasmoseinfektion und nachfolgenden Hirnentzündungen eine Rolle spielen.
Master-Regulatoren der Neuroinflammation bei parasitären Infektionen des Gehirns
|
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg |
Leiter: |
Prof. Dr. Dirk Schlüter |
NEURON-Verbund µNeuroINF: Das Darm-Mikrobiom bei neuronalen Entzündungsprozessen und neuronalen Entwicklungsstörungen
Eine Reihe von Entwicklungsstörungen, wie etwa Erkrankungen aus dem Autismus-Spektrum, steht in Zusammenhang mit entzündlichen Prozessen im Gehirn. Neuere Befunde deuten darauf hin, dass eine „Darm-Hirn-Achse“ besteht, über die Darmbakterien Entzündungen im Gehirn beeinflussen können. Der Forschungsverbund „µNeuroIFN“ knüpft an diese Ergebnisse an und untersucht, ob Darmbakterien auf diese Weise auch Einfluss auf den Verlauf neurologischer Entwicklungsstörungen nehmen. Die Forscherinnen und Forscher des Verbunds fokussieren ihre Arbeit auf die Charakterisierung der Darmbakterien und ihrer Stoffwechselprodukte in verschiedenen Mausmodellen. Ziel ist es, diejenigen Substanzen zu identifizieren, die vom Darm aufgenommen werden, anschließend über die Blutbahn ins Gehirn gelangen und dort entzündungsfördernd wirken. Die Ergebnisse dieser Arbeiten können dazu betragen, Biomarker zu identifizieren und neue therapeutische Strategien zu entwickeln. Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst eine Arbeitsgruppe aus Deutschland sowie jeweils eine Gruppe aus England, Frankreich und Spanien. Der deutsche Partner trägt durch die quantitative Analyse mikrobieller Proteine zur Erreichung der Projektziele bei.
|
Eberhard Karls Universität Tübingen |
Leiter: |
Prof. Dr. Boris Macek |
NEURON-Verbund MELTRA-BBB
Die Blut-Hirn-Schranke schützt normalerweise das Gehirn vor äußeren Einflüssen. Sie blockiert zum Beispiel den Übergang von verschiedenen Substanzen und Zellen des Blutes, darunter auch Immunzellen, in das Gehirn. Bei einer Reihe von Erkrankungen, u.a. die Multiple Sklerose und Alzheimer, wird die Blut-Hirn-Schranke jedoch durchlässig für Immunzellen, so dass diese ins Gehirn einwandern und Entzündungsprozesse mit negativen Folgen für den Krankheitsverlauf hervorrufen können. Da die Mechanismen, die zur Beschädigung der Blut-Hirn-Schranke führen, bisher kaum verstanden sind, ist es das Ziel des Forschungsverbundes „MELTRA-BBB“ aufzuklären, welche Faktoren die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke bewirken. Die Forscherinnen und Forscher des Verbundes fokussieren ihre Arbeit auf die Untersuchung der frühen Phase des Entzündungsprozesses, in der die Immunzellen beginnen, in das Gehirn einzuwandern. Der Forschungsverbund will diesen Prozess auf zellulärer und molekularer Ebene analysieren, um die Moleküle zu identifizieren, denen eine Schlüsselrolle hierbei zukommt. Die zu erwartenden Ergebnisse werden einen signifikanten Beitrag zum Verständnis von Entzündungskrankheiten des zentralen Nervensystems liefern und können neue Therapiemöglichkeiten eröffnen. Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst zwei Arbeitsgruppen aus Deutschland sowie jeweils eine Gruppe aus Frankreich, Kanada und Österreich. Von den deutschen Partnern trägt die Universität Mainz dabei insbesondere durch die Untersuchung der von den Immunzellen ausgeschütteten Botenstoffen, den so genannten Zytokinen, zu den Verbundzielen bei. Die Arbeiten der Georg-August-Universität Göttingen richten sich vor allem auf die genaue Analyse des Ablaufes der Einwanderung von Immunzellen in das Gehirn.
Mechanismen der Lymphozyten-Durchwanderung durch die Blut-Hirn-Schranke
|
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz |
Leiter: |
Prof. Dr. Ari Waisman |
|
Georg-August-Universität Göttingen |
Leiter: |
Prof. Dr. Alexander Flügel |
NEURON-Verbund IM-PAIN: Erforschung und Identifizierung unterschiedlicher Immunzellpopulationen und ihre Rolle bei der Entstehung chronischer Schmerzen
Chronischer Schmerz stellt für die Betroffenen eine hohe Belastung dar und ist mit starken Einschränkungen verbunden. Die Ursachen für chronischen Schmerz sind vielfältig, effiziente Behandlungsmethoden fehlen oft. Neuere Erkenntnisse weisen aber darauf hin, dass das Immunsystem an der Entstehung chronischer Schmerzen beteiligt ist. Ziel des Forschungsverbunds „IM-PAIN“ ist es daher, einzelne Komponenten des Immunsystems genauer zu analysieren, um Risikofaktoren für chronischen Schmerz zu identifizieren und neue Therapiewege aufzuzeigen. Die Forscherinnen und Forscher des Verbundes fokussieren ihre Arbeit auf die Untersuchung bestimmter Zelltypen. Diese haben nach Verletzungen und bei Infektionen eine wichtige Rolle bei der Immunantwort und schützen den Körper vor Krankheitserregern. Die Reaktion dieser Zellen kann aber auch zur Schädigung und dauerhaften Sensibilisierung von Nerven führen, die chronische Schmerzen erzeugt. Der Forschungsverbund will die Beschaffenheit dieser Zellen analysieren und untersuchen, welche Faktoren mit chronischem Schmerz in Zusammenhang stehen. Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst eine Arbeitsgruppe aus Deutschland sowie jeweils eine Gruppe aus Schweden und Großbritannien. Der deutsche Partner trägt zu den Verbundzielen insbesondere durch die Klassifizierung verschiedener Patientengruppen und die Analyse der Immunzell-Profile dieser Patientengruppen zur Identifikation von Biomarkern bei. Das BMBF hat das ERA-NET NEURON initiiert, um gemeinsam mit internationalen Partnern neurowissenschaftliche Forschung grenzübergreifend zu koordinieren und gemeinsam zu fördern.
|
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel |
Leiter: |
Prof. Dr. Ralf Baron |
NEURON-Verbund CnsAflame: Neuroinflammatorische Mechanismen der chronischen Neurodegeneration und des Abbaus kognitiver Fähigkeiten nach Schädel-Hirn-Trauma
Trotz Verbesserungen in der Akutversorgung sind die Therapiemöglichkeiten nach einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) bisher beschränkt. Häufig treten Hirnentzündungen auf, die zu Langzeitdefiziten wie Epilepsie und Demenz führen. Da die Mechanismen der Entstehung von Hirnentzündungen nach SHT und deren Folgeschäden noch weitgehend ungeklärt sind, ist die Charakterisierung dieser Prozesse das Ziel des Forschungsverbundes „CnsAflame“. Die Forscherinnen und Forscher des Verbundes werden zunächst den räumlichen und zeitlichen Verlauf von Hirnentzündungen und damit einhergehenden Thrombosen untersuchen sowie die Reaktionen daran beteiligter Immunzellen analysieren. Aufbauend auf den daraus gewonnen Erkenntnissen werden therapeutische Interventionen zur Reduktion der Hirnschäden nach SHT getestet. Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst zwei Arbeitsgruppen aus Deutschland sowie jeweils eine Gruppe aus Frankreich, Schweden und Israel. Von den deutschen Partnern trägt das Universitätsklinikum Würzburg vor allem durch die Analyse von Stoffwechselvorgängen und der Immunzellaktivierung bei. Das Klinikum der Universität München befasst sich mit der Interaktion zwischen Hirnentzündung und Neurodegeneration. Dazu werden neueste histologische Untersuchungsmethoden wie zum Beispiel die 3D-Darstellung des gesamten Maushirns eingesetzt. Außerdem wird an der Universität München mit Unterstützung der Kooperationspartner eine Gewebebank für Maus-SHT-Gewebeproben eingerichtet. Darüber hinaus sind beide deutsche Partner an der Testung der therapeutischen Wirkung verschiedener Antikörper und Pharmaka zur Behandlung des SHT maßgeblich beteiligt.
|
Klinikum der Universität München |
Leiter: |
Prof. Dr. Nikolaus Plesnila |
|
Universitätsklinikum Würzburg |
Leiterin: |
Prof. Dr. Anna-Leena Sirén |
NEURON-Verbund BrIE: Hirnentzündung, Glia und Epilepsie
Epilepsie ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe neurologischer Störungen, unter denen etwa 1% der Weltbevölkerung leidet. Heute weiß man, dass Entzündungsreaktionen des Gehirns eine wichtige Rolle in der Pathogenese von Epilepsien spielen, die genauen Mechanismen sind jedoch noch ungeklärt. Ziel des Forschungsverbunds „BrIE“ ist es daher aufzuklären, wie diese Entzündungsprozesse im Gehirn zur Entstehung und zum Fortschreiten von Epilepsien beitragen. Die Forscherinnen und Forscher des Verbundes fokussieren ihre Arbeit auf die Untersuchung von Gliazellen, einer bestimmten Gruppe von Zellen im Gehirn, die eine zentrale Rolle bei Entzündungsprozessen des Nervensystems spielen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Epilepsien mit Fehlfunktionen der Gliazellen einhergehen. Der Forschungsverbund will die hierfür verantwortlichen Mechanismen auf molekularer und genetischer Ebene analysieren, um neue Ansätze für effektivere Therapien zu entwickeln. Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst zwei Arbeitsgruppen aus Deutschland sowie jeweils eine Gruppe aus Frankreich und Italien. Von den deutschen Partnern trägt die Universität des Saarlands dabei insbesondere durch die Identifizierung beteiligter Gene und der Analyse von molekularen Signalwegen, die an epileptischen Krampfanfällen beteiligt sind, zu den Verbundzielen bei. Die Arbeiten der Universität Bonn richten sich vor allem auf die Suche nach Substanzen mit therapeutischem Potenzial und Biomarkern.
|
Universität des Saarlandes |
Leiter: |
Prof. Dr. Frank Kirchhoff |
|
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn |
Leiter: |
Prof. Dr. Christian Steinhäuser |