Entstehung, Ausprägung und Verlauf einer Krankheit hängen von vielen individuellen Faktoren ab. Hierzu zählen beispielsweise die genetische Veranlagung, das Geschlecht und das Alter des Menschen. Aber auch der persönliche Lebensstil und äußere Umwelteinflüsse beeinflussen unsere Gesundheit entscheidend. Die individualisierte Medizin erfasst diese Faktoren und ihre gegenseitigen Wechselwirkungen. Sie eröffnet so die Möglichkeit, maßgeschneiderte Präventions-, Diagnose- und Therapieverfahren zu entwickeln. Mögliche Nebenwirkungen der Behandlung sollen minimiert und der Behandlungserfolg verbessert werden. Gleichzeitig bietet die individualisierte Medizin der deutschen Gesundheitswirtschaft neue Chancen für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Zusammen mit der zunehmenden Digitalisierung ist die stärkere Individualisierung der wichtigste Treiber der modernen Medizin und gleichzeitig eine der zentralen Herausforderungen der Gesundheitsforschung.
Daher hat die Bundesregierung im Rahmen des Gesundheitsforschungsprogrammes einen eigenen Aktionsplan „Individualisierte Medizin: Ein neuer Weg in Forschung und Gesundheitsversorgung“ aufgelegt, mit dem die Entwicklung der individualisierten Medizin in den nächsten Jahren wirkungsvoll unterstützt wird. Die Förderaktivitäten legen einen Schwerpunkt darauf, die rasch wachsenden Kenntnisse über die molekularen Prozesse bei Gesundheit und Krankheit möglichst schnell in die klinische Praxis und in die wirtschaftliche Verwertung zu bringen. Dazu ist eine enge Kooperation zwischen akademischen, klinischen und industriellen Partnern, aber auch die Entwicklung neuer Forschungsmethoden notwendig.
Vorhaben zur Etablierung der individualisierten Medizin werden derzeit in zwei Maßnahmen gefördert:
Innovative Stammzelltechnologien für die individualisierte Medizin
Methoden und Werkzeuge für die individualisierte Medizin
Innovationen für die individualisierte Medizin