Infect-ERA - Europäische Förderung von Infektionskrankheiten-Forschung

 

Vierte öffentliche Bekanntmachung:  2015
Förderzeitraum:  2016 – 2019 
Gesamtvolumen:  derzeit noch offen 
Geförderte Projekte:  derzeit noch offen 

 

Dritte öffentliche Bekanntmachung:  2014 
Förderzeitraum:  2016 – 2019 
Gesamtvolumen:  3,07 Mio. EUR 
Geförderte Projekte:  9 Verbünde, davon 8 mit deutscher Beteiligung;
insgesamt 11 deutsche Zuwendungsempfänger 

Infect-ERA III Call - Verbundprojekt: TANKACY - Genetische und funktionelle Variabilität von virus-kodierten FcyR-Antagonisten bei klinischen Isolaten des Humanen Cytomegalovirus (HCMV)

Infect-ERA III Call - Verbundprojekt: HPVMOTIVA - Analyse der Virus-Wirt-Interaktionen von klinisch relevanten humanen Papillomviren

Infect-ERA III Call – Verbundprojekt: CryptoVIEW - Dynamisches life-imaging einer Cryptokokkus neoformans Pilzinfektion des Gehirns unter Verwendung von in vivo Mikroskopie

Infect-ERA III Call - Verbundprojekt: SRecognite - Rekombinante Erzeugung von funktionellen Scavenger-Rezeptoren der SRCR-Familie und Entwicklung optimierter SRCR-Derivate zur verbesserten Erkennung und Abwehr bakterieller Pathogene

Infect-ERA III Call - Verbundprojekt: HantaHunt - Strukturelle und funktionelle Analysen der Hüllproteine von Hantaviren und deren Rolle bei der Virusbildung, dem Viruseintritt und der Immunerkennung als neue Targets der antiviralen Behandlung

Infect-ERA III Call – Verbundprojekt: StaphIN - Intrazellulärer Staphylococcus aureus: Entschlüsselung bakterieller und zellulärer Faktoren, beteiligt an der Wirtszellinvasion durch klinisch relevante Stämme, um neue Therapieansätze zu definieren

Infect-ERA III Call - Verbundprojekt: SalHostTrop - Verständnis des human-spezifischen Wirtstropismus typhoidaler Salmonellen

Infect-ERA III Call - Verbundprojekt: FloraStopMRE - Die Rolle des Mikrobioms in der Abwehr multiresistenter Enterobakterien

 

Zweite öffentliche Bekanntmachung:  2014 
Förderzeitraum:  2015 – 2018 
Gesamtvolumen:  3,17 Mio. EUR 
Geförderte Projekte:  8 Verbünde, davon 7 mit deutscher Beteiligung;
insgesamt 12 deutsche Zuwendungsempfänger 

 

Infect-ERA - 2. Call - The Nice Bug - Kommensalismus verglichen mit Erkrankung

Infect-ERA - 2. Call - ERASE - Speziesübergreifende Evaluierung viraler RNA und DNA bindender Proteine

Infect-ERA - 2. Call - eDEVILLI - Protein-Interaktionen von Zytomegalievirus-Genomen

Infect-ERA - 2. Call - AMOEBAC - Analyse der Interaktion von Entamoeba histolytica und Bakterien in der intestinalen Pathogenese

Infect-ERA - 2. Call - CampyRNA - Untersuchung von regulatorischen RNAs in den frühen Phasen von Campylobacter Infektionen

Infect-ERA - 2. Call - ESCential - Haploide embryonale Stammzellen zur Identifizierung von Wirtsfaktoren hochpathogener RNA-Viren

Infect-ERA - 2. Call - FunComPath - Aufklärung des Kommensale-zu-Pathogenität-Wechsels von Candida Albicans

 

Erste öffentliche Bekanntmachung:  2013 
Förderzeitraum:  2014 – 2017 
Gesamtvolumen:  3,75 Mio. EUR 
Geförderte Projekte:  8 Verbünde, davon 7 mit deutscher Beteiligung;
insgesamt 13 deutsche Zuwendungsempfänger 

 

Infect-ERA - 1. Call - hepBccc - Wirtsfaktoren in der Hepatitis B Virus cccDNA-Biogenese als neue antivirale Ziele und Biomarker

Infect-ERA - 1. Call - PROANTILIS - Pro- und antiinflammatorische Signale fördern die Infektion durch Listeria monocytogenes

Infect-ERA - 1. Call - EUGENPATH - Infektionen und Umwelteinflüsse auf den Stoffwechsel von Mikroben, molekularer Mechanismus und Strategien ihrer Pathogenität

Infect-ERA - 1. Call - CINOCA - Co-Infektion als Ursache von Ovarialkarzinomen

Infect-ERA - 1. Call - AspMetNet - Systematische Identifizierung von Ansatzpunkten antifungaler Substanzen durch metabolische Netzwerkmodellierung

Infect-ERA - 1. Call - Abir - Identifikation molekularer und zellulärer Signalübertragungswege der Immunität gegen intrazelluläre bakterielle Erreger und Entwicklung therapeutischer Werkzeuge

Infect-ERA - 1. Call - Haplo-Infect - Analyse der Erkennungsmechanismen von Bakterien in menschlichen Zellen unter Verwendung haploider Genetik und CRISPR-vermittelter Genomeeditiierungstechnologie


1. Ziele der Fördermaßnahme


Die Fördermaßnahme Infect-ERA verfolgt das Ziel, die Förderung von Projekten zur Forschung an Infektionskrankheiten auf europäischer Ebene zu koordinieren. Trotz großer Fortschritte in der Medizin stellen Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Malaria auch heute noch immer eine Bedrohung für die menschliche Gesundheit dar. Dies ist unter anderem auf die Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen zurückzuführen. Gleichzeitig werden Krankheitserreger durch weltweite Reiseaktivitäten verbreitet.
Die Koordinierung der europäischen Forschung an Infektionskrankheiten im Rahmen von Infect-ERA soll nun – aufbauend auf dem ERA-Net PathoGenoMics – einen Beitrag dazu liefern, diesen Bedrohungen gemeinsam zu begegnen.
Die ERA-Net-Fördermaßnahme ist Teil des Aktionsfeldes 6 „Gesundheitsforschung in internationaler Kooperation“ des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung. Bei dem Förderinstrument „ERA-Net“ handelt es sich um eine von der EU-Kommission ins Leben gerufene und von Förderorganisationen der EU-Mitgliedstaaten getragene Initiative. Durch gemeinsame Aktivitäten soll die Forschung in wichtigen Themenbereichen europaweit koordiniert werden.
Im Rahmen von Infect-ERA werden transnationale Verbünde mit maximal sechs Partnern gefördert. Die einzelnen Verbundprojekte beschäftigen sich mit unterschiedlichen Krankheitserregern. Dabei wird ein Hauptaugenmerk auf die speziellen Wechselwirkungen zwischen Wirt und Krankheitserreger gelegt; insbesondere sollen die Faktoren bewertet werden, die diese Wechselwirkung beeinflussen. An jedem Verbund müssen Arbeitsgruppen aus mindestens drei verschiedenen Ländern beteiligt sein. Die Förderung der jeweiligen Arbeitsgruppen innerhalb eines Verbundes erfolgt durch die einzelnen an der Bekanntmachung beteiligten Länder, in Deutschland durch das BMBF.

2. Stand der Fördermaßnahme

Im Rahmen der ersten, zweiten und dritten Förderbekanntmachung werden insgesamt 36 deutsche Arbeitsgruppen gefördert. Diese sind auf 22 Verbünde verteilt. Die vierte Förderbekanntmachung wurde im November 2015 veröffentlicht. Die Begutachtung der nationalen Projektanträge erfolgt derzeit mittels eines zweistufigen Verfahrens.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibungen der laufenden Vorhaben

Verbundprojekt „Infect-ERA 3. Call - Verbundprojekt: TANKACY - Genetische und funktionelle Variabilität von virus-kodierten FcyR-Antagonisten bei klinischen Isolaten des Humanen Cytomegalovirus (HCMV)“

Das internationale Verbundprojekt TANKACY, an dem insgesamt fünf Partner aus Spanien, Frankreich, Israel und Deutschland beteiligt sind, beschäftigt sich mit Viren, genauer gesagt mit dem humanen Cytomegalievirus (HCMV), das zu einer Unterfamilie der Herpesviren gehört. Eine Infektion mit dem Virus verursacht beim Menschen die sogenannte Cytomegalie. Diese ist für gesunde Erwachsene in der Regel harmlos, kann jedoch bei Schwangeren und Neugeborenen sowie Patienten mit geschwächtem Immunsystem schwere Komplikationen hervorrufen. Hier besteht dringender Bedarf an neuen Biotherapeutika, zumal keine Impfung gegen das Cytomegalievirus verfügbar ist. Antivirale Medikamente sind zwar vorhanden, infolge ihrer Toxizität und der Bildung resistenter Viren jedoch vielfach nicht einsetzbar.
Das Cytomegalievirus verbleibt nach einer Infektion lebenslang im Körper und kann – bedingt durch die beständige Auseinandersetzung mit dem menschlichen Immunsystem – zahlreiche Funktionen ausbilden, um eine Entdeckung durch das Immunsystem zu verhindern. Im Projekt TANKACY soll analysiert werden, wie sich die bekannten Genvarianten des Cytomegalievirus´, spezifische Antikörper und die sogenannten natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) genau verhalten. Dabei soll insbesondere die Fähigkeit der HCMV-spezifischen Antikörper untersucht werden, NK-Zellen zu aktivieren oder zu deaktivieren. Es ist geplant, den Infektionsablauf mit bestimmten Proteinen zu untersuchen, die durch Bindung an bestimmte Rezeptoren die Aktivierung des Immunsystems modulieren. Zum Einsatz kommen dabei sowohl verschiedene klinische Isolate als auch unterschiedliche HCMV-Stämme. In in-vitro-Experimenten werden die hemmenden, Antikörper-bindenden Proteine identifiziert und bei verschiedenen Genvarianten des Cytomegalievirus´ eingesetzt. Erkenntnisse aus dem Projekt sollen neue Aspekte zum besseren Verständnis des Infektionsablaufes liefern und dazu beitragen, neue Behandlungsmethoden bzw. Therapie-Ansätze bei einer Infektion mit dem Cytomegalievirus zu entwickeln.

 

Teilprojekt Freiburg

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Universitätsklinikum
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Abteilung. für Virologie

Hermann-Herder-Str. 11
79104 Freiburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hartmut Hengel
0761 203-6533
031L0090
445.652 EUR
01.07.2016 - 30.06.2019

Verbundprojekt „Infect-ERA 3. Call - Verbundprojekt: HPVMOTIVA - Analyse der Virus-Wirt-Interaktionen von klinisch relevanten humanen Papillomviren“

Das internationale Verbundprojekt HPVMOTIVA, an dem insgesamt sechs Partner aus Frankreich, Österreich, Belgien und Deutschland beteiligt sind, beschäftigt sich mit Humanen Papillomviren (HPV). Diese bilden eine Gruppe von DNA-Viren und sind ursächlich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sowie einer Reihe weiterer Tumore beteiligt. Zusätzlich stehen sie im Verdacht, eine bestimmte Hautkrebsart bei geschwächten Patienten zu verursachen. Insgesamt gibt es über 200 verschiedene Papillomvirustypen. Das Konsortium wird sich daher auf ausgewählte Hochrisiko-Papillomvirustypen konzentrieren, die Gebärmutterhalskrebs entstehen lassen, sowie Humane Papillomvirus-Typen untersuchen, die im Verdacht stehen, Tumore auszulösen.

Ziel des Vorhabens ist es, ein grundlegendes Verständnis dafür zu erhalten, wie eine Erstinfektion mit klinisch relevanten Papillomviren genau abläuft. Dazu sollen Zielmoleküle identifiziert werden, die für präventive und gegebenenfalls therapeutische Interventionen genutzt werden könnten. Ferner ist geplant, insbesondere zelluläre Interaktionspartner mittels eines interdisziplinären Ansatzes zu identifizieren. Um herauszufinden, welche Mechanismen das Virus nutzt, um Tumore entstehen zu lassen, sollen die biochemischen und zellulären Wechselwirkungen präzise analysiert werden. Zudem ist vorgesehen, die genauen Parameter der Haut/Schleimhaut-Differenzierung und der Immunantwort zu bestimmen, die für eine Infektion von Bedeutung sind. Diese Informationen sollen dazu beitragen, einen Impfstoff gegen bestimmte, krebsauslösende Humane Papillomvirus-Typen zu entwickeln. Damit ließe sich das Krebsrisiko insbesondere für Patienten, die ein Organ transplantiert bekommen, in großem Maße reduzieren.

Teilprojekt Münster

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE)
Institut für Molekulare Virologie

Von-Esmarch-Str. 56
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Mario Schelhaas
0251 83-57182
031L0095A
320.000 EUR
01.06.2016 - 31.05.2019

Teilprojekt Heidelberg

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Forschungsschwerpunkt
Angewandte Tumorvirologie

Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Frank Rösl
06221 42-4900
031L0095B
239.700 EUR
01.06.2016 - 31.05.2019

Verbundprojekt „Infect-ERA 3. Call – Verbundprojekt: CryptoVIEW - Dynamisches life-imaging einer Cryptokokkus neoformans Pilzinfektion des Gehirns unter Verwendung von in vivo Mikroskopie“

Das internationale Verbundprojekt CryptoVIEW, an dem insgesamt sechs Partner aus Großbritannien, Belgien, Frankreich, Spanien und Deutschland beteiligt sind, untersucht die Entstehung und den Verlauf der durch Cryptococcus neoformans ausgelösten Kryptokokkose, einer Pilzinfektion, von der im Allgemeinen nur Personen mit geschwächtem Immunsystem betroffen sind. Der Erreger wird über die Lunge durch das Einatmen von infektiösen Partikeln aufgenommen. Bei Ausbildung einer Lungen-Kryptokokkose kann sich der Erreger weiter im Körper ausbreiten und unter Umständen zu einer Hirnhautentzündung oder einer Infektion des Zentralnervensystems führen. Insbesondere bei immungeschwächten Personen verläuft diese Infektion tödlich.
Wie genau der Erreger die Blut-Hirn-Schranke, die den Blutkreislauf vom zentralen Nervensystem trennt, überwindet, ist bislang unbekannt und soll im Rahmen von CryptoVIEW an der Charité aufgeklärt werden. Eine Annahme besagt, dass der Erreger in der Lunge und im Blut von sogenannten Makrophagen (Fresszellen) aufgenommen wird und in der Folge als „Trojanisches Pferd“ die Blut-Hirn-Schranke überwindet. Um dies zu überprüfen, werden Makrophagen und Pilze zur besseren Unterscheidung mit verschiedenen Fluoreszenzfarbstoffen markiert. Anschließend wird der Vorgang der Pilz-Invasion in das Gehirn sowohl mit nicht-invasiven Verfahren wie beispielsweise der Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht als auch mittels in-vivo-Mikroskopie verfolgt. Durch eine genaue Aufklärung der Ausbreitung und des Invasionsweges der Kryptokokken im Körper wird es möglich, neuartige und optimierte Therapien zu entwickeln.

Teilprojekt Berlin

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Mitte
Institut für Neuropathologie

Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Werner Stenzel
030 450-536073
031L0092
217.064 EUR
01.06.2016 - 31.05.2019

Verbundprojekt „Infect-ERA 3. Call - Verbundprojekt: SRecognite - Rekombinante Erzeugung von funktionellen Scavenger-Rezeptoren der SRCR-Familie und Entwicklung optimierter SRCR-Derivate zur verbesserten Erkennung und Abwehr bakterieller Pathogene“

Das internationale Verbundprojekt SRecognite, an dem insgesamt fünf Partner aus Portugal, Frankreich, Spanien und Deutschland beteiligt sind, beschäftigt sich mit der Bekämpfung von Bakterieninfektionen, die zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. In den letzten Jahren hat die Zunahme von Antibiotika-resistenten Bakterien dazu geführt, dass die Behandlungsmöglichkeiten einer solchen Infektion immer stärker eingeschränkt wurden. Im Rahmen des Projekts SRecognite soll nun nach neuen Therapieansätzen gesucht werden.
Einen vielversprechenden Ansatzpunkt stellen die sogenannten Rezeptorproteine dar. Diese signalisieren dem Immunsystem die Anwesenheit eines Infektionserregers und lösen eine Immunantwort des Körpers aus. Insbesondere durch die Aufklärung der genauen Funktionsweise in der großen Gruppe der Cystein-reichen Scavenger-Rezeptorproteine (SRCR-Proteine) erhofft man sich innovative Lösungen. Ziel ist es herauszufinden, welche SRCR-Proteine eine Rolle bei der Erregerabwehr spielen, wie diese SRCR-Proteine eine Immunantwort auslösen, und gegen welche Erregerarten sie gerichtet sind. Es ist geplant, die genauen Wirkmechanismen der – auch multi-resistenten – Sepsis hervorrufenden Bakterienstämme im Hinblick auf das Wechselspiel mit den SRCR-Proteinen zu analysieren. Zusätzlich ist vorgesehen, die SRCR-Proteine selbst detailliert und systematisch zu untersuchen. Dafür sollen sogenannte Knock-Out-Mäuse gezüchtet und charakterisiert werden, deren SRCR-Proteine ausgeschaltet wurden.
Alle Ergebnisse werden in einer öffentlichen Datenbank gesammelt. Mit den präklinischen Versuchsdaten des Projekts wird es möglich sein, Machbarkeitsstudien durchzuführen, die genau zeigen, welche SRCR-Proteine als Therapeutika bei einer Sepsis infrage kommen könnten.

Teilprojekt Jena

INVIGATE GmbH
Winzerlaer Str. 2
07745 Jena

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Sebastian Krause
03641 508-472
031L0091
137.120 EUR
01.06.2016 - 31.05.2019

Verbundprojekt „Infect-ERA 3. Call - Verbundprojekt: HantaHunt - Strukturelle und funktionelle Analysen der Hüllproteine von Hantaviren und deren Rolle bei der Virusbildung, dem Viruseintritt und der Immunerkennung als neue Targets der antiviralen Behandlung“

Das internationale Verbundprojekt HantaHunt, an dem insgesamt vier Partner aus Israel, Frankreich und Deutschland beteiligt sind, beschäftigt sich mit Infektionen, die durch Hantaviren hervorgerufen werden. Hantaviren sind verantwortlich für verschiedene, unterschiedlich schwer verlaufende Infektionskrankheiten, u.a. schwere Lungenerkrankungen, akutes Nierenversagen und hämorrhagische Fiebererkrankungen.
HantaHunt verfolgt nun das Ziel, bestimmte virale und zelluläre Zielstrukturen zu identifizieren und so neue Ansatzpunkte für die Entwicklung von Virostatika (gegen Viren wirkende Medikamente) bzw. von Impfstoffen zu finden. Der Untersuchungsschwerpunkt des Projekts liegt dabei auf der Charakterisierung der Funktion der viralen Oberflächenglykoproteine Gn und Gc. Diese bilden einen Komplex auf der Oberflächenhülle von Hantaviren. Um Kenntnis über die 3D-Struktur des GnGc-Komplexes und dessen Funktion zu erlangen, sollen Röntgenstrukturanalysen und hochauflösende Cryo-Elektronenmikroskopie eingesetzt werden. Es hat sich gezeigt, dass der GnGc-Komplex verantwortlich für die Bindung des Virus´ an die viralen Wirtszell-Rezeptoren ist; dies wiederum stellt die Voraussetzung dafür dar, dass das Virus in die Wirtszelle eindringen kann. Der Komplex ist dabei das alleinige Ziel von anti-Hantaviren-Antikörper. Hantaviren besitzen zudem kein sogenanntes Matrixprotein, das bei den meisten Hüllviren den viralen Zusammenbau koordiniert. Daher wird den Glykoproteinen auch eine essentielle Funktion beim Zusammenbau neuer Viruspartikel zugeschrieben. Die Glykoproteine bieten somit mehrere vielversprechende Ansatzstellen, über die das Hantavirus zukünftig erfolgreich bekämpft werden könnte.

Teilprojekt Berlin I

Humboldt-Universität zu Berlin
Integratives Forschungsinstitut für Lebenswissenschaften (IRI)

Philippstr. 13
10115 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Andreas Herrmann
030 2093-8860
031L0096A
367.429 EUR
01.04.2016 - 31.03.2019

Teilprojekt Berlin II

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Institut für Medizinische Virologie

Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Detlev Krüger
030 450-525092
031L0096B
344.488 EUR
01.05.2016 - 30.04.2019

Verbundprojekt „Infect-ERA 3. Call – Verbundprojekt: StaphIN - Intrazellulärer Staphylococcus aureus: Entschlüsselung bakterieller und zellulärer Faktoren, beteiligt an der Wirtszellinvasion durch klinisch relevante Stämme, um neue Therapieansätze zu definieren“

Das internationale Verbundprojekt StaphIN, an dem insgesamt vier Partner aus Spanien, Portugal, Frankreich und Deutschland beteiligt sind, beschäftigt sich mit Infektionskrankheiten, genauer gesagt mit Infektionen, die durch das Bakterium Staphylococcus aureus hervorgerufen werden. Solche Staphylokokken-Infektionen sind derzeit nur schwer mit konventionellen Methoden zu behandeln. Das kugelförmige, Gram-positive Bakterium ist derzeit die Haupttodesursache bei Infektionen durch einen einzigen Infektionserreger. Mögliche Ursachen vermutet man in der Internalisierung (dem Rückzug von Oberflächen-Rezeptoren in das Zellinnere), der Replikation (Vervielfältigung) und der Persistenz (dem Überdauern in nicht-phagozytierenden (nicht-verdauenden) Zellen) des Bakteriums.
Im Rahmen des vorliegenden Projektes soll bestimmt werden, welche Auswirkungen die Replikation und Persistenz des Bakteriums in Wirtszellen für die Pathogenität haben. Es ist geplant, die in diesen Prozess involvierten bakteriellen und zellulären Faktoren zu identifizieren und charakterisieren. Das so erworbene Wissen soll anschließend dazu genutzt werden, Antibiotika oder andere Präparate zu identifizieren, die die Replikation bzw. die Persistenz des Bakteriums in Wirtszellen verhindern. Die Analysen werden sich auf die Identifikation und Charakterisierung der Wirtszell-Faktoren, verbunden mit dem bakteriellen Eindringen (Invasion), der intrazellulären Replikation und der Persistenz in Säugerzellen konzentrieren. Insgesamt wird dieses Projekt weitere wichtige Aspekte des infektiösen Lebensstils des Bakteriums Staphylococcus aureus aufdecken. Damit ließen sich sowohl die Vorbeugemaßnahmen optimieren als auch die Behandlung von persistierenden, nosokomialen – also im Zuge eines Krankenhausaufenthaltes erworbenen - Infektionen verbessern.

Teilprojekt Würzburg

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Medizinische Fakultät
Institut für Molekulare Infektionsbiologie

Josef-Schneider Str. 2/Bau D15
97080 Würzburg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Ana Eulalio
0931 31-89078
031L0094
237.629 EUR
01.05.2016 - 30.04.2019

Verbundprojekt „Infect-ERA 3. Call - Verbundprojekt: SalHostTrop - Verständnis des human-spezifischen Wirtstropismus typhoidaler Salmonellen“

Das internationale Verbundprojekt SalHostTrop, an dem insgesamt sechs Partner aus Israel, Frankreich, Spanien und Deutschland beteiligt sind, beschäftigt sich mit Infektionen, die durch Salmonellen hervorgerufen werden. Salmonellen gehören zu den häufigsten Infektionserregern beim Menschen. Nicht jede Salmonellen-Art macht jedoch krank, da es verschiedene Typen von Salmonellen gibt, die unterschiedlich gut an den Menschen angepasst sind (Wirtsspezifität). Während bestimmte Salmonellen-Arten lediglich eine begrenzte Darmentzündung verursachen, können andere Arten enterisches Fieber (Typhus) auslösen und sogar zum Tode führen. Die molekulare Basis und damit die Ursache für diese Unterschiede in der Wirkweise von Salmonellen sind bislang noch nicht hinreichend verstanden. Diese Problematik soll daher im vorliegenden Projekt näher untersucht werden.
Ziel von SalHostTrop ist es, die Gene zu identifizieren, die sowohl auf der Seite des Menschen als auch auf der Seite des Erregers bestimmen, welche Krankheit sich entwickelt. Anschließend soll die Funktion dieser Gene in unterschiedlichen Ansätzen auf zellulärer Ebene charakterisiert werden. Dabei wird die interdisziplinäre Expertise des internationalen Verbunds synergistisch eingesetzt, um die weitreichende Ziele zu erfüllen. Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden zum besseren Verständnis des Wirtsspezifitäts-Mechanismus´ von Salmonellen beitragen. Es wird erwartet, dass sich aus diesem Verständnis neue Ansatzpunkte für Therapien und die Entwicklung neuer Impfstoffe ergeben werden.

Teilprojekt Osnabrück

Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie/Chemie
Abt. Mikrobiologie

Barbarastr. 11
49076 Osnabrück

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Michael Hensel
0541 969-3940
031L0093A
304.747 EUR
01.05.2016 - 30.04.2019

Teilprojekt Hannover

Medizinische Hochschule Hannover
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene

Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Guntram Grassl
0511 532-4540
031L0093B
234.516 EUR
01.05.2016 - 30.04.2019

Verbundprojekt „Infect-ERA 3. Call - Verbundprojekt: FloraStopMRE - Die Rolle des Mikrobioms in der Abwehr multiresistenter Enterobakterien“

Das internationale Verbundprojekt FloraStopMRE, an dem insgesamt fünf Partner aus Frankreich, Portugal, Spanien und Deutschland beteiligt sind, beschäftigt sich mit antibiotikaresistenten Krankheitserregern. Diese haben sich in den vergangenen Jahren zu einer ernstzunehmenden Gesundheitsgefahr entwickelt. Insbesondere bei Patienten, die sich in stationärer Behandlung befinden, kommt es zu lebensbedrohlichen Situationen. Bei gesunden Menschen unterdrückt in der Regel die Darmflora eine Besiedelung durch antibiotikaresistente Krankheitserreger. Das genaue Verständnis darüber, wie die Darmflora dies bewirkt bzw. wie Antibiotika dieses Sicherheitssystem des Körpers verändern, ist von fundamentaler Bedeutung, um Infektionen mit antibiotikaresistenten Krankheitserregern zu verhindern.
Ziel des Projektes FloraStopMRE ist es nun, diese Prozesse näher zu untersuchen. Dazu sollen Methoden entwickelt werden, mit denen die Gesamtheit aller Proteine des menschlichen Verdauungstraktes (sowohl die der Darmflora als auch die der antibiotikaresistenten Krankheitserreger) experimentell untersucht werden kann. Zudem ist geplant, diese Daten bioinformatisch auszuwerten und mit den Daten zur Gesamtheit der abgelesenen Gene und zur Gesamtheit der Stoffwechselprodukte zusammenzuführen. Die Versuche sollen an Darmproben von Mäusen durchgeführt werden, die mit verschiedenen multiresistenten Bakterienstämmen kolonisiert wurden. Derartige Analysen von Organismengemeinschaften sind noch sehr jung, daher sollen zusätzlich – begleitend zur Erhebung der Daten – neue Methoden für deren Auswertung entwickelt werden. Mit den erhobenen Daten sollen mögliche Mechanismen einer Besiedelung durch antibiotikaresistente Krankheitserreger aufgeklärt werden; zudem bilden die Daten eine wichtige Grundlage dafür, künftig das Risiko für eine Besiedelung durch antibiotikaresistente Krankheitserreger vorhersagen zu können.

Teilprojekt Freising

Technische Universität München
Wissenschaftszentrum Weihenstephan
Forschungsdepartment Biowissenschaftliche Grundlagen
Lehrstuhl für Proteomik und Bioanalytik

Emil-Erlenmeyer-Forum 5
85354 Freising

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Bernhard Küster
08161 71-5696
031L0089
320.000 EUR
01.05.2016 - 30.04.2019

Verbundprojekt „Infect-ERA - 2. Call - The Nice Bug: Kommensalismus verglichen mit Erkrankung

Mit dem Verbundprojekt „The Nice Bug“ soll die Früherkennung von Harnwegsinfektionen verbessert werden. Harnwegserkrankungen sind weit verbreitet und gehen meistens auf Bakterieninfektionen zurück. Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine möglichst frühe Ursachenerkennung wichtig. Trotz dieser Notwendigkeit existieren derzeit keine wirksamen Methoden zur schnellen bakteriellen Diagnose. Dies wäre aber insbesondere für Risikopatienten mit schweren und immer wiederkehrenden Infektionen sehr wichtig.
Um frühzeitige Diagnosemethoden für eine Infektion zu entwickeln ist es wichtig, die molekularen Prozesse genau zu verstehen. Dieser Aufgabenstellung widmet sich das vorliegende Verbundprojekt. So sollen im Teilprojekt der Universität Würzburg insbesondere die Wechselbeziehungen zwischen Wirt (Mensch) und bakteriellen Mikroorganismen molekularbiologisch untersucht werden, um die Immunreaktion des Wirtes besser zu verstehen.
Das Teilprojekt der Universität Münster beschäftigt sich mit der Schleimhaut (Mukosa) des Wirtes. Diese spielt eine entscheidende Rolle bei der Früherkennung von mikrobiellen Krankheitserregern. Die Mechanismen der Bakterien-Wirt-Interaktion werden hier am Beispiel eines asymptomatischen Bakteriums untersucht, das die Harnwege gegen Infektionen schützt.
Das internationale Verbundkonsortium, dem neben den beiden deutschen Partnern Arbeitsgruppen aus Israel, Italien und Schweden angehören, wird die im Verlauf der Erforschung neu gewonnenen molekularen Techniken und wissenschaftlichen Ergebnisse dem Netzwerk der klinischen Harnwegsdiagnose zur Verfügung stellen. Damit wird eine schnelle Umsetzung in die Praxis unterstützt.

Teilprojekt Würzburg

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Medizinische Fakultät
Institut für Molekulare Infektionsbiologie

Josef-Schneider Str. 2/Bau D15
97080 Würzburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Jörg Vogel
0931 31-82576
031L0007A
265.396 EUR
01.06.2015 - 31.05.2018

Teilprojekt Münster

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universitätsklinikum
Institut für Hygiene

Robert-Koch-Str. 41
48149 Münster

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Ulrich Dobrindt
0251 980-2875
031L0007B
308.785 EUR
01.06.2015 - 31.05.2018

Verbundprojekt „Infect-ERA - 2. Call - ERASE: Speziesübergreifende Evaluierung viraler RNA und DNA bindender Proteine

Viren sind die auf der Welt am stärksten verbreiteten Krankheitserreger. Von ihnen verursachte Krankheiten gehören zu den häufigsten Todesursachen beim Menschen. Die Erkennung einer Infektion durch das menschliche Immunsystem anhand von zelleigenen Proteinen ist von fundamentaler Bedeutung, damit das angeborene Immunsystem Viren abwehren kann. Während der letzten Jahre ist unser Wissen über die zelluläre Erkennung viraler Infektionen enorm gewachsen. Meistens werden dazu zelluläre Proteine genutzt, die virale Erbinformationen (RNA und DNA) selektiv aufspüren.
In diesem internationalen Verbundprojekt mit Beteiligung von Arbeitsgruppen aus Deutschland, Österreich, Dänemark und Frankreich soll das Repertoire von zellulären Proteinen, das virale Erbinformationen bindet, identifiziert werden. Zudem soll evaluiert werden, ob diese Proteine auch antivirale Funktionen besitzen. Da das angeborene Immunsystem zwischen verschiedenen Spezies sehr vergleichbar ist, sind Analysen zur Identifikation und zur funktionellen Charakterisierung im Immunsystem der Fliege bis zum Menschen Bestandteil des Vorhabens. Es wird erwartet, dass durch diese Analysemethode Proteine für neue antivirale Therapien beim Menschen gefunden werden.

Teilprojekt Planegg-Martinsried I

Max-Planck-Institut für Biochemie
AG Angeborene Immunität

Am Klopferspitz 18
82152 Planegg-Martinsried

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Andreas Pichlmair
089 8578-2220
031L0006A
387.430 EUR
01.05.2015 - 30.04.2018

Teilprojekt Planegg-Martinsried II

Bavarian Nordic GmbH
Fraunhoferstr. 13
82152
Planegg-Martinsried

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

PD Dr. Jürgen Hausmann
089 255446-329
031L0006B
39.957 EUR
01.07.2015 - 30.06.2018

Verbundprojekt „Infect-ERA - 2. Call - eDEVILLI: Protein Interaktionen von Zytomegalievirus Genomen

Im Verbundprojekt eDEVILLI wird die Infektionskrankheit Herpes näher erforscht. Eine Herpesinfektion wird durch Viren hervorgerufen. Nach einer Ansteckung mit dem Herpesvirus kommt es nicht in jedem Fall sofort zu einem Krankheitsausbruch. Stattdessen kann das Herpesvirus auch in einen sogenannten Ruhezustand verfallen und erst zu einem späteren Zeitpunkt Herpes auslösen. Bis heute ist nicht klar, warum Herpesviren plötzlich wieder aktiv werden. Bei Menschen, deren Immunsystem durch Medikamente unterdrückt wird (z.B. bei Transplantat-Empfängern oder Menschen mit HIV), können Herpesviren, die aus dem Ruhezustand erwachen, lebensbedrohliche Krankheiten verursachen.
Jede einzelne von einem Herpesvirus infizierte Zelle entscheidet sich in den ersten Stunden nach der Infektion, ob sie sofort Herpes auslöst oder in den Ruhezustand geht. Bisher konnte dieser Entscheidungsmechanismus noch nicht entschlüsselt werden. Das internationale Forschungsprojekt eDEVILLI, an dem sich Arbeitsgruppen aus Deutschland, Österreich, Frankreich und Schweden beteiligen, soll dies ändern und wird dabei sowohl die molekularen Mechanismen dieser Entscheidung untersuchen, als auch neue Therapiekonzepte zur Bekämpfung der Herpesviren liefern.

Teilprojekt Braunschweig

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH
Inhoffenstr. 7
38124 Braunschweig

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Luka Cicin-Sain
0531 6181-4616
031L0005A
349.139 EUR
01.05.2015 - 30.04.2018

Teilprojekt Würzburg

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Medizinische Fakultät
Institut für Virologie und Immunbiologie

Versbacher Str. 7
97078 Würzburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Lars Dölken
0931 31-89781
031L0005B
348.552 EUR
01.06.2015 - 31.05.2018

Verbundprojekt „Infect-ERA - 2. Call - AMOEBAC: Analyse der Interaktion von Entamoeba histolytica und Bakterien in der intestinalen Pathogenese

Im Verbundprojekt AMOEBAC sollen die Amöbenruhr näher untersucht und neue Behandlungsstrategien etabliert werden. Die Amöbenruhr wird von einem Wechseltierchen (der Amöbe Entamoeba histolytica) verursacht, das im menschlichen Dickdarm lebt. Infektionen, die durch diesen Parasiten ausgelöst werden, stellen weltweit eine Herausforderung für die Gesundheitssysteme dar. Nach Angaben der WHO leiden über 50 Millionen Menschen an der Amöbenruhr, ca. 100.000 Menschen sterben jährlich daran. Insbesondere Entwicklungsländer sind sehr stark betroffen. Impfstoffe gegen diese Infektionskrankheit sind nicht verfügbar und die Anwendung von vorhandenen Medikamenten ist mit Nebenwirkungen und der Ausbildung von Resistenzen verbunden.
Das internationale Verbundprojekt, mit Beteiligung von Forschungsgruppen aus Deutschland, Israel, Frankreich und Indien, zielt darauf ab, die Infektionsvorgänge bei der Amöbenruhr besser zu verstehen. Dabei soll insbesondere die Wechselwirkung der krankmachenden Amöben mit der natürlichen bakteriellen Darmflora auf molekularer Ebene näher untersucht werden. Hierfür sind sowohl die Anwendung sogenannter Metabolomics-Methoden als auch biochemische und analytische Herangehensweisen vorgesehen. Das deutsche Teilprojekt ist dabei insbesondere für die Bearbeitung der Metabolom-Analysen zuständig; dadurch sollen vertiefende Einblicke in die Zellphysiologie der verschiedenen beteiligten Bakterien gewonnen werden.

Teilprojekt Greifswald

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Institut für Biochemie

Felix-Hausdorff-Str. 4
17489 Greifswald

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Michael Lalk
03834 86-4867
031L0004
209.530 EUR
01.06.2015 - 31.05.2018

Verbundprojekt „Infect-ERA - 2. Call - CampyRNA: Untersuchung von regulatorischen RNAs in den frühen Phasen von Campylobacter Infektionen

Im Verbundprojekt CampyRNA werden Infektionen mit Bakterien, die zu Lebensmittel-vergiftungen führen – genauer gesagt die Wechselwirkung von Krankheitserreger und Wirt – näher untersucht. Sobald ein bakterieller Krankheitserreger einen Wirt infiziert, kommt es zu einer „Antwort“ durch den infizierten Wirt. Aktuelle Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass dabei auf beiden Seiten sogenannte nicht-kodierende RNAs (ncRNAs) eine wichtige Rolle spielen: Auf der bakteriellen Seite handelt es sich dabei um kleine regulatorische RNAs (sRNAs), die dem Bakterium bei der Kontrolle von Stressantwort-Genen des Wirtes oder der Virulenz dienen. Auf der Wirtsseite wiederum sind es MikroRNAs (miRNAs), denen im Verlauf bakterieller Infektionen eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Signalwege der körpereigenen Immunantwort zukommt.
Zur näheren Erforschung dieser Zusammenhänge kommt im diesem Verbundprojekt als Modellorganismus das Bakterium Campylobacter jejuni zum Einsatz, das zurzeit die häufigste Ursache bakterieller Lebensmittelvergiftungen darstellt. Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt in der Anfangsphase einer Infektion: Hier soll die Rolle sowohl von bakterieller als auch von Wirts-ncRNAs näher erforscht werden. In einem internationalem Konsortium mit Forschungsgruppen aus Frankreich und Portugal konzentriert sich Teilprojekt Würzburg I auf die Identifizierung und funktionale Charakterisierung der bakteriellen sRNAs, wobei Teilprojekt Würzburg II vergleichbare Untersuchungen an den Wirtszell-miRNAs durchführt.
Das Verbundprojekt kann langfristig neue Einblicke, Perspektiven sowie Technologien für die Untersuchung des Zusammenspiels von Krankheitserreger und Wirtszelle liefern, die zukünftig dann auch auf andere Krankheitserreger angewendet werden können.

Teilprojekt Würzburg I

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Medizinische Fakultät
Institut für Molekulare Infektionsbiologie
Zentrum für Infektionsforschung

Josef-Schneider-Str. 2, Bau D15
97080 Würzburg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Cynthia Sharma
0931 31-82560
031L0003A
232.930 EUR
01.07.2015 - 30.06.2018

Teilprojekt Würzburg II

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Medizinische Fakultät
Institut für Molekulare Infektionsbiologie

Josef-Schneider Str. 2/Bau D15
97080 Würzburg

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Ana Eulalio
0931 31-89078
031L0003B
227.053 EUR
01.07.2015 - 30.06.2018

Verbundprojekt „Infect-ERA - 2. Call - ESCential: Haploide embryonalen Stammzellen zur Identifizierung von Wirtsfaktoren hochpathogener RNA-Viren

Im Verbundprojekt ESCential soll das Rift-Valley-Fever-Virus (RVF-Virus), das in Afrika verheerende Epidemien verursacht, näher untersucht werden. Das RVF-Virus kann beim Menschen eine infektiöse – im Extremfall tödliche – Fiebererkrankung auslösen. Bei Nutztieren führt eine Infektion durch den Tod von jungen oder trächtigen Tieren zu enormen wirtschaftliche Schäden. Obwohl das RVF-Virus als potenzielle biologische Waffe klassifiziert ist, existieren keine zugelassenen Mittel zur Therapie. Wie alle Viren benötigt auch das RVF-Virus einen Wirtsfaktor als Helfer. Die Aufklärung der für das RVF-Virus lebenswichtigen Wirtsfaktoren und die Erkenntnisse darüber, welcher Infektionsschritt des RVF-Virus von welchem Wirtsfaktor abhängt, könnten zur Identifizierung möglicher anti-viraler Wirkstoffe gegen das RVF-Virus führen.
Ziel des Verbundprojektes ist es daher, solche Helfer, von denen die Vermehrung des Virus abhängt, zu identifizieren, die Wirkweise zu verstehen und Therapieansätze zu finden. Im internationalen Konsortium mit Partnern aus Belgien, Österreich und Schweden arbeitet das deutsche Teilprojekt an embryonalen Maus-Stammzellen; diese werden mit dem Virus infiziert. Anschließend wird nach Zellklonen gesucht, die gegen eine Infektion mit dem RVF-Virus resistent sind. Die resistenten Zellklone haben mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Mutation in einem für das RVF-Virus wichtigen Gen. Diese Zellklone werden dann mit den anderen Verbundpartnern weiter untersucht.
Die Aufklärung der essentiellen Wirtsfaktoren des RVFV und die Erkenntnisse darüber, welcher Infektionsschritt des RVFV von bestimmten Wirtsfaktoren abhängt, werden zur Identifizierung potenzieller antiviraler Wirkstoffe gegen RVFV führen.

Teilprojekt Gießen

Justus-Liebig-Universität Gießen
FB 10 – Veterinärmedizin
Institut für Virologie

Schubertstr. 81
35392 Gießen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Friedemann Weber
0641 99-38350
031L0002
306.564 EUR
01.05.2015 - 30.04.2018

Verbundprojekt „Infect-ERA - 2. Call - FunComPath: Aufklärung des Kommensale-zu-Pathogenität-Wechsels von Candida albicans

Jedes Jahr erkranken Milliarden Menschen an Pilzinfektionen. Die Zahl der Todesfälle ist dabei vergleichbar mit der von Tuberkulose und Malaria. Im Verbundprojekt FunComPath wird die Infektion mit dem Pilz Candida albicans näher erforscht. Dieser ist für die meisten Menschen ein unschädlicher (Mit-)Bewohner der Hautoberfläche und der Schleimhäute. Ist das körpereigene Abwehrsystem allerdings durch Krankheit oder Medikamenteneinnahme geschwächt, breitet sich der Pilz gefährlich aus und kann z.B. Nagel- oder Scheidenpilz verursachen. Auch bei einer Störung der Darmflora durch Antibiotika können dann Krankheiten ausgelöst werden. Sind bei einem Pilzbefall innere Organe betroffen, verläuft die Infektion in rund der Hälfte der Fälle sogar tödlich.
Das internationale Projektkonsortium, zu dem neben den deutschen Partnern auch Forschungsgruppen aus Spanien, Frankreich und Schweden gehören, wird den Übergang des Pilzes Candida albicans von der üblichen Koexistenz zum krankheitserregenden Zustand beim Menschen untersuchen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der schützenden Rolle von probiotischen Mikroben. Auch anhand von Modellen der Infektion und Koexistenz sollen die entscheidenden Prozesse in Candida albicans identifiziert werden.
Es wird erwartet, dass die Ergebnisse neue Wege für vorbeugende oder therapeutische Ansätze bei Patienten eröffnen. Dies könnten die Stabilisierung des normalen koexistierenden Zustands zwischen Pilz und Mensch, die Hemmung des Übergangs zur gesundheitsgefährdenden Infektion oder die Stimulierung der Rückkehr zur Koexistenz sein.

Teilprojekt Jena

Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V.
Hans-Knöll-Institut

Beutenbergstr. 11a
07745 Jena

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Bernhard Hube
03641 532-1401
031L0001A
264.623 EUR
01.05.2015 - 30.04.2018

Teilprojekt Düsseldorf

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Biologie
Institut für Mikrobiologie
Abt. für Molekulare Mykologie

Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Joachim Ernst
0211 81-15176
031L0001B
228.456 EUR
01.05.2015 - 30.04.2018

Verbundprojekt „Infect-ERA - 1. Call - hepBccc: Wirtsfaktoren in der Hepatitis B Virus cccDNA-Biogenese als neue antivirale Ziele und Biomarker

Der Verbund hepBccc besteht aus einem deutschen, drei französischen, einem belgischen und einem polnischen Partner. Das Vorhaben wird vom deutschen Projektpartner koordiniert und beschäftigt sich mit chronischen Hepatitis B Virus (HBV)-Infektionen, durch die schwere Leberschäden verursacht werden können. Derzeitige Therapien sind nicht heilend, da sie das Persistenzreservoir des Virus, die cccDNA, nicht angreifen. cccDNA ist eine besondere DNA-Struktur, die während der Vermehrung einiger Viren im Zellkern der Wirtszelle auftritt und dort dauerhaft verbleiben kann. Deren nachgewiesene Bildung aus Vorläuferstrukturen ist nicht gänzlich verstanden, involviert laut neuen Ergebnissen jedoch die DNA-Reparaturmaschinerie der Wirtszelle. Übergeordnetes Ziel des Projektes ist die Identifizierung von Therapie-Ansatzpunkten und hieraus die Entwicklung heilender Therapien der chronischen Hepatitis B.
Der deutsche Teilpartner des transnationalen Verbundprojektes ist an allen Arbeitsschritten des Projektes beteiligt und wird vor allem spezielle cccDNA-Zelllinien zur Verfügung stellen, diese gegebenenfalls anpassen sowie neue, infektionsbasierte cccDNA-Testsysteme für Hochdurchsatz-Screenings weiterentwickeln. Hierzu werden ebenfalls biochemische Faktoren der Wirtszellen zur Analyse im Hochdurchsatz-Screening künstlich hergestellt, um Faktoren als Ansatzpunkt für eine mögliche Therapie zu identifizieren. Hierüber identifizierte Faktoren werden abschließend funktionell in etablierten und neuen Zellkultursystemen validiert.

Teilprojekt Freiburg

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Medizinische Fakultät
Universitätsklinikum Freiburg
Abt. Innere Medizin II

Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Michael Nassal
0761-270-35070
031A508
474.378 EUR
01.09.2014 - 31.08.2017

Verbundprojekt „Infect-ERA - 1. Call - PROANTILIS: Pro- und antiinflammatorische Signale fördern die Infektion durch Listeria monocytogenes

Der Verbund PROANTILIS besteht aus einem deutschen, einem israelischen, einem portugiesischen und zwei französischen Partnern. Das Vorhaben wird vom deutschen Projektpartner koordiniert und beschäftigt sich mit der Infektionskrankheit Listeriose. Diese entsteht meist durch den Erreger Listeria monocytogenes, der durch Lebensmittel aufgenommen wird. Listeriose kommt beim Menschen vor allem bei Schwangeren bzw. deren ungeborenen Kindern, bei Neugeborenen, bei alten Menschen und bei Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr vor. Die Infektion führt zu schweren Komplikationen und endet häufig tödlich. Die Zahl der Listeriosen mit teils tödlichem Ausgang ist in den letzten Jahren in Europa angestiegen.
Ziel dieses Projektes ist es, von L. monocytogenes abgegebene RNA-Moleküle zu isolieren, zu identifizieren und deren Rolle in Immunantwort und für Zellstress des Wirtes zu untersuchen. Weiterhin soll auch ein bestimmtes, in das Wachstum und Überleben von Zellen involviertes Protein (NR4A1) auf seine dahingehende Funktion erforscht werden. Bekannt ist, dass dieses Protein in anderem Zusammenhang und bei Fehlfunktion (z.B. bei Infektionen) entzündungs- und krebsfördernde Wirkung haben kann. Ein weiteres Ziel des Vorhabens ist es, die durch das Protein Listeriolysin O aktivierte Signalübertragung in Kontext zu pro- und anti-entzündlichen Immunantworten des Wirtes zu bringen. Es wird erwartet, dass die Ergebnisse neue Therapiestrategien ermöglichen werden.

Teilprojekt Gießen

Justus-Liebig-Universität Gießen
FB 11 - Medizin und Universitätsklinikum
Medizinische Mikrobiologie und Virologie
Institut für Medizinische Mikrobiologie

Schubertstr. 81
35392 Gießen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Trinad Chakraborty
0641 99-41250
031A411
313.200 EUR
01.09.2014 - 31.08.2017

Verbundprojekt „Infect-ERA - 1. Call - EUGENPATH: Infektionen und Umwelteinflüsse auf den Stoffwechsel von Mikroben, molekularer Mechanismus und Strategien ihrer Pathogenität

Der Verbund EUGENPATH besteht aus zwei deutschen, zwei französischen, einem israelischen und einem österreichischen Partner. Das Vorhaben wird vom deutschen Projektpartner koordiniert und beschäftigt sich mit dem Umweltbakterium Legionella pneumophila, das sich in einer spezifischen "Pathogen-Vakuole" sowohl innerhalb von Amöben aber auch in Zellen (Makrophagen) des menschlichen Immunsystems vermehrt. Hierdurch kann u.a. die Legionärskrankheit, eine schwere Lungenentzündung, ausgelöst werden.
Im Verlauf ihrer Evolution haben Legionellen von Amöben "fremde" Gene erworben und in ihr Genom integriert. Die entsprechenden Produkte dieser erworbenen Gene wirken manipulierend auf zellbiologische Prozesse, auch auf jene der menschlichen Wirtszellen. Die evolutionäre Anpassung der Bakterien an Amöben ist unter anderem Voraussetzung für ihre Vermehrung in menschlichen Makrophagen und Ursache ihrer Pathogenität. Daher soll die Bedeutung der Genprodukte für die krankheitserregende Wirkung, den Stoffwechsel und die Ökologie der Legionellen durch dieses Projekt untersucht werden. Ebenfalls wird die Bildung der Pathogen-Vakuole genetisch, biochemisch und zellbiologisch in Amöben (Acanthamoeba, Dictyostelium) und menschlichen Zellen (Makrophagen, Epithelzellen) analysiert. Abschließend wird die Resistenz gegen eine Infektion mit Legionellen während Ko-Infektionen mit Symbionten in Amöben untersucht. Innerhalb des Gesamtprojektes analysiert hierbei das Teilprojekt der Ludwig-Maximilians-Universität München vor allem die Bildung der Pathogen-Vakuole bei der Vermehrung des Bakteriums innerhalb der infizierten Wirtszelle sowie den Stoffwechsel der Legionellen. Das Teilprojekt der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald befasst sich mit der Charakterisierung und Identifizierung der Proteine des Pathogens sowie die das Pathogen umgebenden Vakuolen.
Das Vorhaben wird die Mechanismen von parasitären Interaktionen zwischen Legionellen und Wirtszellen aufklären und damit die nötigen Voraussetzungen schaffen, um neue prophylaktische und therapeutische Ansätze zu entwickeln.

Teilprojekt München

Ludwig-Maximilians-Universität München
Medizinische Fakultät
Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie

Pettenkoferstr. 9 a
80336 München

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Hubert Hilbi
089 2180-72964
031A410A
384.005 EUR
01.09.2014 - 31.08.2017

Teilprojekt Greifswald

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Biologie
Institut für Mikrobiologie

Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 15
17489 Greifswald

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dörte Becher
03834 86-4230
031A410B
384.754 EUR
01.09.2014 - 31.08.2017

Verbundprojekt „Infect-ERA - 1. Call - CINOCA: Co-Infektion als Ursache von Ovarialkarzinomen

Der Verbund CINOCA besteht aus drei deutschen, einem österreichischen, einem schwedischen und einem assoziierten Partner aus England. Das Vorhaben wird vom deutschen Projektpartner koordiniert und hat zum Ziel, ein vertieftes Verständnis des Zusammenhangs von Infektionen des humanen Eileiters und sich hieraus entwickelnden Krebserkrankungen zu erlangen. Chlamydia trachomatis (Chlamydien) kann in infizierten Zellen Humane Herpesviren (HHV) aktivieren und umgekehrt kann HHV eine dauerhafte Infektion mit Chlamydien fördern. Das Verbundprojekt untersucht daher die Hypothese, ob eine Co-Infektion mit diesen zwei Pathogenen das Risiko einer bösartigen Zellveränderung erhöht. In diesem Zusammenhang sollen auch die Mechanismen berücksichtigt werden, welche bei derartigen Co-Infektionen in den menschlichen Wirtszellen durch eine Änderung des genetischen (Gen) und epigenetischen (Aktivierbarkeit eines Gens) Programms der Wirtszellen zu einer Krebsentstehung führen können.
Zunächst werden umfassende Untersuchungen zu den genetischen, epigenetischen und phänotypischen Veränderungen nach der Infektion bzw. Co-Infektion von menschlichen Zelllinien mit den genannten Erregern durchgeführt. Des Weiteren werden in vitro Modelle zur Infektion von normalen menschlichen Eileiter-Primärzellen mit den Erregern entwickelt, um die langfristigen Auswirkungen auf das Genom der menschlichen Zellen zu erforschen und umfassende Analysen der genetischen und epigenetischen Veränderungen durchzuführen. Die Beobachtungen aus in vitro und ex vivo Analysen werden in vivo mit dem Ziel adressiert, eine unvoreingenommene Bestätigung der Beobachtungen zu erhalten. Hieraus sollen dann die menschlichen Krankheitsausprägungen identifiziert werden, die von Relevanz sind. Der Aufgabenschwerpunkt des Teilprojekts des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie fokussiert hauptsächlich auf die genetische und epigenetische Analyse der infektionsbedingten Genom-Veränderungen und die Etablierung der verschiedenen Zellkulturen. Das Teilprojekt der Julius-Maximilians-Universität Würzburg beschäftigt sich mit genetischen Analysen zur viralen Infektion sowie zum Nachweis der Infektion in den angelegten Zellkulturen. Innerhalb des Teilprojekts des Steinbeis-Innovationszentrums wird die Interpretation der generierten DNA-Sequenzierungsdaten von verschiedenen Teilprojekten vergleichend durchgeführt, um belastbare Aussagen zu Unterschieden und Ähnlichkeiten zwischen den in vitro und in vivo Daten über die epigenetischen und genetischen Veränderungen zu erhalten.
Das Vorhaben wird wichtige Informationen zum ursächlichen Zusammenhang zwischen chronischen FT-Infektionen und Eierstockkrebs liefern, die für die Vorbeugung gegen diese wichtige Krebserkrankung genutzt werden können und Hinweise auf die Pathogenese auch anderer Krebsarten beim Menschen liefern werden.

Teilprojekt Berlin

Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie
Abt. Molekulare Biologie

Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Thomas F. Meyer
030 28460-402
031A409A
244.000 EUR
01.10.2014 - 30.09.2017

Teilprojekt Würzburg

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Lehrstuhl für Mikrobiologie
Biozentrum der Universität Würzburg

Am Hubland
97074 Würzburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Thomas Rudel
0931 31-84401
031A409B
193.200 EUR
01.10.2014 - 30.09.2017

Teilprojekt Falkensee

Steinbeis-Innovationszentrum
Center for Systems Biomedicine

Haydnallee 21
14612 Falkensee

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Miriam Kiene
033 2242 99-545
031A409C
147.937 EUR
01.10.2014 - 30.09.2017

Verbundprojekt „Infect-ERA - 1. Call - AspMetNet: Systematische Identifizierung von Ansatzpunkten antifungaler Substanzen durch metabolische Netzwerkmodellierung

Der transnationale Verbund AspMetNet besteht aus zwei deutschen, einem österreichischen und einem israelischen Partner. Das Vorhaben unter Koordination der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat sich zum Ziel gesetzt, neue Angriffspunkte für Therapien gegen krankheitserregende Pilze zu identifizieren. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Pilz-Stoffwechselwegen, da sie das Wachstum und Überleben des Pilzes im menschlichen Wirt sichern. Der Verbund untersucht hierfür den allgegenwärtigen und unter gewissen Umständen für Menschen mit geschwächtem Immunsystem krankheitsverursachenden Schimmelpilz Aspergillus fumigatus als Modellsystem. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen letztendlich auch auf andere krankheitserregende Pilze übertragen werden, um universelle Ansatzpunkte für die Entwicklung neuartiger Medikamente zu finden.
Mittels einer Hochdurchsatzmethode werden alle aktiven Genen (Transkripte) des Modellerregers A. fumigatus ermittelt. Auf Grundlage dieser Daten entwickelt der Verbund ein Netzwerkmodell des Grundstoffwechsels des Schimmelpilzes. Mit diesem Modell können die Wissenschaftler eine Vorhersage darüber treffen, welche Gene den Stoffwechsel bestimmen. In einer anschließenden funktionellen Analyse von entsprechenden gentechnisch veränderten Pilzstämmen sollen diese Kandidaten verifiziert und charakterisiert (phänotypisiert) werden. Die dabei erhobenen Daten werden nach erweiterten Transkriptom-Profilstudien zur Optimierung des Netzwerkmodells des Stoffwechsels verwendet und ermöglichen somit, weitere Gen-Kandidaten zu bestimmen. Die eingehende Charakterisierung dieser Kandidaten und der Vergleich mit anderen krankheitserregenden Pilzen soll schließlich aussichtsreiche Angriffspunkte (speziell Zielproteine) für Therapien liefern.

Teilprojekt Erlangen

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Universitätsklinikum
Mikrobiologisches Institut
Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene

Wasserturm Str. 3-5
91054 Erlangen

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Sven Krappmann
09131 85-22580
031A408A
203.932 EUR
01.09.2014 - 31.08.2017

Teilprojekt Würzburg

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Fakultät für Biologie
Biozentrum
Theodor-Boveri-Institut für Biowissenschaften
Bioinformatik

Am Hubland
97074 Würzburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Thomas Dandekar
0931 31-84551
031A408B
145.742 EUR
01.09.2014 - 31.08.2017

Verbundprojekt „Infect-ERA - 1. Call - Abir: Identifikation molekularer und zellulärer Signalübertragungswege der Immunität gegen intrazelluläre bakterielle Erreger und Entwicklung therapeutischer Werkzeuge

Der Verbund Abir besteht aus zwei deutschen, einem israelischen und einem französischen Partner. Das Vorhaben unter Koordination des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin beschäftigt sich mit einem vertieften Verständnis des Zusammenspiels zwischen dem Immunsystem des Wirts und den Erregern einer Listerien- oder Salmonelleninfektion. Bekannt und akzeptiert ist, dass mononukleäre Phagozyten, sowie T- und B-Zellen des menschlichen Immunsystems eine kritische Rolle bei der Wirtsabwehr während der Infektion spielen. Das Wissen darüber, wie dieses zelluläre Netzwerk des Immunsystems bei der Kontrolle der Infektion zusammenwirkt ist jedoch noch immer lückenhaft.
Um mehr Verständnis zu den molekularen Mechanismen zu erlangen, mit denen bestimmte Zellen des Immunsystems das Bakterienwachstum in vivo hemmen, wird ein neuartiges Mausmodell entwickelt. Gemeinsam durchgeführte Untersuchungen lassen erwarten, dass neuartige Mechanismen der bakteriellen Makrophagenaktivität (bestimmte „Fresszellen“) in situ, am Ort der Infektion, aufgedeckt werden. Es werden spezifische Bakterienstämme erzeugt mit denen vergleichende Makrophagenuntersuchungen bei Salmonellen- und Listerien-infektionen durchgeführt werden. Danach werden IL-10/IL-35 defiziente Mäuse mit virulenten Salmonellen infiziert und der Infektionsverlauf untersucht um festzustellen, ob und wie B-Zellen die Immunität bereits in der mukosalen Infektionsphase beeinflussen. Schließlich werden die Studien im Humansystem verifiziert (in vitro Untersuchungen an verschiedenen dendritischen Zellen von humanen Spendern, die mit Listerien bzw. Salmonellen infiziert werden). Parallel hierzu werden in vivo Experimente an humanisierten Mäusen durchgeführt, um den Einfluss von B-Zellen auf humane Myeloid-Zellen zu studieren.
Die Arbeiten im Rahmen von Abir werden direkt Eingang in der Diagnostika- und Vakzineentwickung sowie der generellen Erarbeitung und Verbesserung rationaler Interventionsstrategien gegen Infektionskrankheiten finden.

Teilprojekt Berlin I

Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ)
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Simon Fillatreau
030 28460-752
031A403
321.339 EUR
01.10.2014 - 30.09.2017

Teilprojekt Berlin II

Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie
Abt. Immunologie

Charitéplatz 1
10117 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan H. E. Kaufmann
030 28460-500
031A404
321.073 EUR
01.10.2014 - 30.09.2017

Verbundprojekt „Infect-ERA - 1. Call - Haplo-Infect: Analyse der Erkennungsmechanismen von Bakterien in menschlichen Zellen unter Verwendung haploider Genetik und CRISPR-vermittelter Genom-Editierungstechnologie

Der Verbund besteht aus zwei deutschen, zwei österreichischen, einem schwedischen und einem französischen Partner. Das Vorhaben unter österreichischer Koordination beschäftigt sich mit adjuvanten (unterstützenden) Immuntherapien zur Bekämpfung von bakteriellen Infektionskrankheiten. Die exakten Mechanismen der Erkennung von bakteriellen Keimen durch das angeborene Immunsystem des Menschen sind bisher nur unzureichend bekannt. Vor dem Hintergrund dramatisch steigender Antibiotika-Resistenzen soll dieses Projekt neue Erkenntnisse liefern, die zur Verbesserung von Therapien beitragen.
Mit Hilfe eines einzigartigen Ansatzes soll im Rahmen des Verbundprojekts eine Genom-weite Suche in menschlichen Immunzellen durchgeführt werden. Hierzu wird eine humane haploide Zelllinie (anders als in normalen Körperzellen ist hier der Genomsatz nur in einer einzigen Ausprägung vorhanden) verwendet und die mittels "genetrap"-Mutagenese erzeugten Mutanten hinsichtlich ihrer antibakteriellen Funktion untersucht. So sollen molekulare Zielstrukturen identifiziert und anhand der humanen "genetrap"-Mutanten-Sammlung verifiziert werden. Darüber hinaus werden gezielt Gene in relevanten Immunzellen inaktiviert („genome editing“). Hierbei identifiziert das Teilprojekt der Charité Berlin die entsprechenden zellulären Komponenten, die der Erkennung von lebenden Bakterien dienen sollen. Im Teilprojekt des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung werden die Erkennungsmechanismen bakterieller Erreger durch das angeborene Immunsystem anhand des Modell-Erregers S. pyogenes analysiert.
Im Rahmen des Vorhabens soll die molekulare „Maschinerie“ entschlüsselt werden, die menschlichen Immunzellen zur exakten Bewertung infektiöser Gefahren (z.B. Erreger von Lungenentzündung und Scharlach) dient. Diese Ergebnisse sollen neue Angriffspunkte für medikamentöse Immuntherapien liefern.

Teilprojekt Berlin

Charité
Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie

Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Leif Erik Sander
030 450-653034
031A402A
279.136 EUR
01.09.2014 - 31.08.2017

Teilprojekt Braunschweig

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH
Abt. Regulation in der Infektionsbiologie (REGI)

Inhoffenstr. 7
38124 Braunschweig

Leiterin:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Prof. Dr. Emmanuelle Charpentier
0531 6181-5500
031A402B
341.237 EUR
01.10.2014 - 30.09.2017


 

 

 

 

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