Scharfe Bilder von bewegten Organen

Ultraschallsystem kann klinische Bildgebung verbessern
Moderne medizinische Bildgebungsverfahren - vor allem Computertomographen und Magnetresonanztomographen - liefern heute detailreiche Innenansichten von Patienten. Bei der Atmung oder bewegten Organen, wie dem Herzen oder Darm, kann es trotz modernster Technik zu "Wackelbildern" kommen. Daher plant ein Team der in Heidelberg ansässigen mediri GmbH eine ultraschallbasierte Bewegungskorrektur. Das schnelle aber nicht so detailreich abbildende Ultraschallgerät registriert die Bewegungen des Organs und sendet diese online an den Tomographen weiter. Dieser nutzt die Informationen, um die Bewegung innerhalb weniger Millisekunden herauszurechnen. Idealerweise wäre so das Zielorgan für den Tomographen praktisch wie eingefroren. Das Projekt unter der Leitung von Dr. Matthias Günther wird in den kommenden zwei Jahren mit rund 200.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

"Die Ultraschall-Bewegungsdetektion könnte in Zukunft die Untersuchungszeiten drastisch verkürzen und die Präzision sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie erhöhen", benennt Dr. Matthias Günther die Ziele seines Projekts. "Zu einer entscheidenden Qualitätsverbesserung kommt es dabei aber erst, wenn dem Tomographen eine zuverlässige Abschätzung der Organposition in weniger als 20 Millisekunden zur Verfügung steht", gibt Dr. Günther zu bedenken. Nur wenn die Informationen in diesem winzigen Zeitfenster geliefert werden, ist die Steuerungssoftware des Tomographen in der Lage, die Bewegung des Organs aus der laufenden Bilderfassung herauszurechnen.

Hierzu bauen die Wissenschaftler zunächst ein völlig eigenständiges Ultraschall-System auf, das in der Lage ist, Organbewegungen sehr schnell zu erfassen. Die Ultraschallbilder werden online an einen Computer geschickt, der die Bewegung des Organs analysiert. Diese Informationen werden dann in die "Sprache" des Tomographen übersetzt und in Echtzeit an die Steuerung des Tomographen weitergeleitet.

Bei erfolgreichem Abschluss der Arbeiten wird das mediri-Ultraschallsystem universell einsetzbar sein. Es wird Bewegungen beispielsweise von Organen messen und deren entsprechende Position an andere Geräte weiterleiten. Dabei spielt es keine Rolle, welche Art von Bildgebung am anderen Ende des Systems angeschlossen ist: Sowohl Magnetresonanz- oder Computertomographen als auch nuklearmedizinische Bildgebungsverfahren wie die Positronenemissionstomographie werden durch die Ultraschall-Zusatzinformationen brillantere Bilder liefern.

Ansprechpartner:
Dr. Matthias Günther , mediri GmbH i. G., Neugasse 17, 69117 Heidelberg,
Tel.: 07251/300 297, E-Mail:matthias.guenther@mediri.com