Präventionsforschung

 

Öffentliche Bekanntmachung:

2003, 2005, 2006 und 2007

Förderzeitraum:

2004 - 2008 (1. Förderphase)
2006 - 2009 (2. Förderphase)
2007 - 2010 (3. Förderphase)
2008 - 2012 (4. Förderphase)


Gesamtvolumen:


4,65 Mio. EUR (1. Förderphase)
5,40 Mio. EUR (2. Förderphase)
4,00 Mio. EUR (3. Förderphase)
6,00 Mio. EUR (4. Förderphase)

Vorhabenzahl:

15 (1. Förderphase)
17 (2. Förderphase) 
14 (3. Förderphase)
14 (4. Förderphase)

 

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Das Auftreten und der Verlauf chronischer Krankheiten sind stark vom persönlichen Verhalten sowie von Fehlanreizen und gesundheitlichen Belastungen aus der sozialen und physischen Umwelt abhängig. Verhalten kann oft nicht unabhängig von den Lebensweisen verändert werden, die wiederum stark mit den Lebensverhältnissen verbunden sind. Der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen forderte in seinem Gutachten 2000/2001 den stärkeren Ausbau der Primärprävention um durch eine Umverteilung der vorhandenen Mittel zu einer besseren Qualität und Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens zu gelangen. Des Weiteren wurde im Rahmen des deutschen Forschungsdialoges FUTUR im Juli 2002 die Leitvision „Ein Leben lang gesund und vital durch Prävention“ verabschiedet, deren Umsetzung das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nun u. a. durch den Förderschwerpunkt „Präventionsforschung“ vorantreibt.

Ziel des Förderschwerpunktes ist es, in enger Kooperation mit Anbietern/Trägern von Präventionsmaßnahmen die Forschung zur primären Prävention und Gesundheitsförderung zu intensivieren. In den Vorhaben werden neue Konzepte und Programme zur Prävention von Krankheiten entwickelt und erprobt. Darüber hinaus werden Qualität und Wirkungsweise von bestehenden Präventionsmaßnahmen untersucht (Evaluation). Damit sollen die Entwicklung und Identifikation von wirksamen, praxisnahen und gut nutzbaren Präventionsangeboten erreicht werden. Der frühest mögliche Zugang zu wirksamen Maßnahmen für alle Bevölkerungsgruppen wird durch die enge Kooperation zwischen Präventionsanbietern, beispielsweise Krankenkassen, und Forschern gewährleistet. Die primäre Prävention und Gesundheitsförderung soll so durch gezielte und hochwertige Forschung verbessert werden.

Zur Vernetzung, Auswertung und Bündelung der erzielten Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Förderschwerpunkt „Präventionsforschung“ wird zudem ein Koordinationsprojekt gefördert. Ziel des Projektes ist es, eine projektübergreifende Kooperations- und Kommunikationsstruktur zu schaffen. Hierdurch soll der Austausch zwischen den beteiligten Akteuren aus Wissenschaft, Praxis und Steuerungsinstanzen ermöglicht, die Sichtbarkeit des Förderschwerpunktes in der Öffentlichkeit gefördert sowie die Verbreitung und nachhaltige Umsetzung der Ergebnisse aus den Projekten unterstützt werden. Daraus soll eine starke Verankerung der Prävention in der Gesundheitsversorgung und anderen gesellschaftlichen Bereichen resultieren. Die Aktivitäten des Projektes sind auch für nicht im Förderschwerpunkt geförderte Projekte zugänglich.

2. Stand der Fördermaßnahme

Die vier veröffentlichten Bekanntmachungen der Förderrichtlinien zur Präventionsforschung in den Jahren 2003, 2005, 2006 und 2007 haben zu einer großen Resonanz geführt. Beim Projektträger Gesundheitsforschung gingen für die vier Bekanntmachungen insgesamt rund 384 Anträge ein. Die Prüfung der Anträge erfolgte unter Einbeziehung externer Gutachter im Herbst 2004 (1. Förderrunde), 2005 (2. Förderrunde) und im Frühjahr 2007 (3. Förderrunde) und 2008 (4. Förderrunde). Dem Gutachterkreis gehörten sowohl Fachgutachter aus der Wissenschaft als auch Vertreter einschlägiger Einrichtungen und Organisationen im Gesundheitswesen an. In den vier Förderrunden werden insgesamt 60 Vorhaben gefördert (15 Vorhaben in Runde 1, 17 in Runde 2, jeweils 14 in Runden 3 und 4). Der größte Teil der Vorhaben der ersten Förderrunde startete Anfang 2005, die meisten Projekte der zweiten Runde begannen im Herbst 2006. Die Projekte der dritten Förderrunde begannen zum Großteil im Winter 2007/08, die der vierten Runde im Winter 2008/09.

In einer beschränkten Bekanntmachung für die Zuwendungsempfänger der 1.-3. Förderphase wurde am 16.06.2008 die Förderung eines Koordinationsprojektes ausgerufen. Es wurden vier formlose Anträge beim Projektträger eingereicht. Die Begutachtung dieser Anträge erfolgte am 08.10.2008 durch einen externen Fachgutachterkreis. Der Projektantrag „Kooperation für nachhaltige Präventionsforschung (KNP)“ von der medizinischen Hochschule Hannover, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wurde von den Gutachtern zur Förderung empfohlen. Das Koordinationsprojekt KNP startete am 01.04.2009 und wurde zunächst über drei Jahre gefördert. Zum 01.04.2012 wurde das Projekt zur Fortsetzung der Arbeiten um ein Jahr verlängert. Insgesamt wird das Koordinationsprojekt mit rund 900.000 € unterstützt.

3. Geförderte Vorhaben

a) Kurzbeschreibung der laufenden Vorhaben

Koordinationsprojekt „Kooperation für nachhaltige Präventionsforschung“ (KNP)

 

Randomisiert-kontrollierte Multicenter-Studie zur Evaluation der deutschen Adaptation des US-amerikanischen "Strengthening Families Program 10-14" zur familienbasierten Suchtprävention

 

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Zentrum für Psychosoziale Medizin
Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters

Martinistr. 52
20251 Hamburg

Leiter:
Tel.:
FKZ:
Betrag:
Laufzeit:

Dr. Martin Stolle
040 42803-9289
01EL0810
690.437 EUR
01.10.2009 - 31.01.2014

Ein in den USA gut evaluiertes Programm zur familienbasierten Prävention von Suchtstörungen (Strengthening Families Program; SFP 10-14) soll für den deutschensprachigen Raum im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Multicenter-Studie evaluiert werden. Die Fragestellung ist, in wie weit die Befunde aus den USA unter besonderer Berücksichtigung von Familien in schwierigen sozialen Lagen in Deutschland repliziert werden können. Die Suchtprävention in Deutschland ist bisher vorwiegend durch schul- und gemeindebasierte Programme gekennzeichnet. Lassen sich die Befunde aus den USA replizieren, kann als Vorhabensziel die Erweiterung der hiesigen Suchtprävention um die wesentliche Säule der familienbasierten Prävention benannt werden. Das Forschungsvorhaben baut auf eine laufende Pilotstudie des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) auf, in der eine deutsche Adaption des SFP 10-14 entwickelt und getestet wird. Für die Evaluation im Rahmen der Multicenter-Studie konnten etablierte Präventionsanbieter in Hamburg, Hannover, Schwerin und München als Kooperationspartner gewonnen werden. Das Design ist kontrolliert-randomisiert, längs- und querschnittlich mit Messzeitpunkten zum Start und Follow-ups nach 6, 12 und 24 Monaten. Interventions- und Kontrollgruppe umfassen jeweils 144 Familien, die Kontrollgruppe erhält eine Minimalintervention. Als Untersuchungsinstrumente bezüglich der Effekte von SFP 10-14 werden normierte Fragebögen zur Selbst- und Fremdbeurteilung (Kinder, Eltern, Familie, Lehrer) eingesetzt. Ein standardisiertes klinisches Interview dient diagnostischen Zwecken. Urinanalysen objektivieren die Angaben der Kinder zum Substanzkonsum.

b) abgeschlossene Vorhaben

 
 

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