Aktionsfeld 6: Gesundheitsforschung in internationaler Kooperation

Internationale Zusammenarbeit ermöglicht es, Synergien für den medizinischen Fortschritt freizusetzen. Forschungsinfrastrukturen können in internationaler Arbeitsteilung gemeinsam aufgebaut und genutzt werden. Gleichzeitig steht die Gesundheitsforschung auch in der Verantwortung für die weltweite Gesundheitsversorgung. Die Bundesregierung stärkt die Internationalisierung der Gesundheitsforschung durch den gemeinsamen Aufbau von Forschungsinfrastrukturen, verbindet Forschende und Institutionen über Grenzen hinweg und treibt die internationale Koordinierung von Forschungsprogrammen voran.

Viele drängende Gesundheitsfragen betreffen andere Länder ebenso wie Deutschland: Wie bewältigen wir die demografische Entwicklung? Wie lösen wir lebensstilabhängige Gesundheitsprobleme? Wie reagieren wir auf neue Infektionserreger? Bei der Beantwortung dieser Fragen ergeben sich aus internationaler Zusammenarbeit relevante Impulse und hilfreiche Synergien.

Herausragende und innovative biomedizinische Forschung ist ohne grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Wissenschaftler nicht mehr denkbar. Angesichts gestiegener technologischer Anforderungen erlaubt oft nur eine Bündelung von Material- und Personalressourcen effizientes wissenschaftliches Arbeiten. Das wird an internationalen Großprojekten wie dem Humangenomprojekt besonders deutlich: Erst durch die gemeinsamen Anstrengungen in vielen Ländern wurde das menschliche Genom entschlüsselt. So konnte die Genomforschung weltweit eine beachtliche Dynamik entfalten. Voraussetzung zur Untersuchung derartiger Fragestellungen sind leistungsstarke Forschungs-infrastrukturen. Durch europa- oder weltweite Vernetzung bestehender und durch den koordinierten und gemeinsamen Aufbau neuer Infrastrukturen werden erhebliche Synergien freigesetzt.

Europäisches Strategieforum

Dies geschieht unter anderem im Europäischen Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI), das im April 2002 gegründet wurde und die Aufgabe hat, den Bedarf an Forschungsinfrastrukturen in Europa für die nächsten Jahre zu identifizieren und deren Aufund Ausbau voranzutreiben. In Europa werden derzeit ca. 15 % der Fördermittel über internationale Programme oder Großprojekte vergeben. Die Bundesregierung bringt sich im Bereich der Gesundheitsforschung aktiv in die Vorbereitung und Umsetzung der europäischen Forschungsrahmenprogramme ein und unterstützt Wissenschaft und Wirtschaft dabei, sich erfolgreich an europäischen Kooperationen zu beteiligen. Diverse Aktivitäten der EU-Mitgliedstaaten dienen dem Ziel der Koordinierung der nationalen Forschungsförderung. Ein bewährtes Instrument hierfür sind ERA-Netze (European Research Area – ERA), in denen nationale Fördermaßnahmen durch Zusammenschluss von Ministerien und Forschungsförderorganisationen koordiniert werden. Das neue Konzept Joint Programming Initiative (JPI) zielt auf eine verstärkte strategische Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten im Bereich der Forschung und Entwicklung, um die großen gesellschaftlichen Herausforderungen gemeinsam bewältigen zu können.

Viele Millionen Menschen in Entwicklungsländern und insbesondere in Afrika leiden an global bedeutenden Infektionskrankheiten wie HIV/Aids oder Tuberkulose, aber auch an in Deutschland kaum bekannten tropischen Krankheiten wie dem Denguefieber oder der Schlafkrankheit. Das Engagement zur Erforschung dieser sogenannten vernachlässigten und armutsassoziierten Krankheiten, zu denen diverse zoonotische Krankheiten zählen, wurde in den vergangenen Jahren weltweit deutlich gesteigert. Die Hauptlast wird dabei von wenigen Staaten und Stiftungen getragen. Erfolge aus der Grundlagenforschung bei der Entwicklung von Kandidaten für Impfstoffe oder Arzneimittel stimmen hoffnungsvoll, erfordern aber in den kommenden Jahren massive Anstrengungen in der klinischen Erprobung. Ein weiterer internationaler Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit osteuropäischen Ländern im Bereich Infektionskrankheiten. Die Entwicklung von z. B. HIV/Aids und Tuberkulose, aber auch anderer Infektionskrankheiten in Osteuropa hat aufgrund geografischer Nähe Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen in Deutschland. Eine stärkere Zusammenarbeit mit Osteuropa wird z. B. über eine Ausweitung des ERA-Netzes HIVERA angestrebt.

  • Förderung europäischer und internationaler Zusammenarbeit in der Gesundheitsforschung

    Im Fokus des deutschen Engagements in europäischen und internationalen Kooperationen steht die Erforschung von altersbedingten und neurologischen Krankheiten, Prävention und Ernährung, Infektionskrankheiten, seltenen, vernachlässigten und armutsbedingten Erkrankungen sowie medizinischer Genomforschung und Systembiologie
    [mehr] (URL: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/foerderung-europaeischer-und-internationaler-zusammenarbeit.php)

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