Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung

Jedes Deutsche Zentrum besteht aus mehreren Partnerstandorten. Ein Partnerstandort kann aus einer universitären oder einer außeruniversitären Einrichtung bestehen, aber auch aus einem regionalen Verbund von zwei oder mehreren dieser Einrichtungen. Die Finanzierung der Deutschen Zentren erfolgt zu 90 % durch den Bund. Die Bundesmittel werden im Wege der institutionellen Förderung zur Verfügung gestellt. Jedes Land finanziert die bei ihm ansässigen, an einem Deutschen Zentrum beteiligten Einrichtungen mit einem anteiligen Beitrag in Höhe von 10 %.

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen

Die Funktion des menschlichen Gehirns, seine Entwicklung und seine Erkrankungen zu verstehen ist eine der größten Herausforderungen der Biowissenschaften. Durch Fortschritte in der Weiter- und Neuentwicklung von Untersuchungsmethoden und -geräten ist es möglich geworden, das gesunde menschliche Gehirn zu studieren und damit weitreichende Erkenntnisse über unser Denken, Fühlen und Verhalten und entsprechende Störungen zu erlangen. Neurodegenerative Erkrankungen, zu denen Parkinson und Demenzen wie Alzheimer gehören, sind für Betroffene und Angehörige eine extrem hohe Belastung. Das im Jahr 2009 gegründete Zentrum bündeltbundesweit die wissenschaftliche Kompetenz auf dem Gebiet von neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson. Neben dem Kernzentrum in Bonn gehören sechs leistungsstarke Partnerstandorte in Rostock/Greifswald, Magdeburg, Göttingen, Witten-Herdecke, Tübingen und München dazu. Jeder Standort konzentriert sich
auf seine speziellen Stärken und hat dabei dasgemeinsame Ziel der Verbesserung von Therapie und Prävention neurodegenerativerErkrankungen im Blick. Überdies beschränkt sich das Zentrum nicht auf Grundlagenforschung, vielmehr ist die Übertragung in die therapeutische Praxis Teil des Gründungsauftrags.

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Deutsches Zentrum für Diabetesforschung

Die modernen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten mit einer energiereichen Ernährung bei gleichzeitigem Bewegungsmangel begünstigen zunehmend auch bei Kindern und Jugendlichen die Entstehung von Übergewicht und Adipositas. Diese werden oft als primäre Ursachen für die Entwicklung von Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und diversen Tumorarten genannt. In Deutschland werden für das Jahr 2025 annähernd 10 Millionen Diabetes-Patienten vorhergesagt. Angesichts der stetigen Zunahme der Erkrankungen ist eine wesentlich umfassendere Forschungsstrategie mit neuen Methoden zur individualisierten Diagnose, Prävention und Therapie dringend erforderlich. Im Jahr 2009 wurde das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung gegründet. Es hat fünf Partner: das Helmholtz Zentrum München für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam, die Universität Tübingen sowie das Universitätsklinikum Dresden. Durch diese Zusammenarbeit werden Lücken in der Forschungskette geschlossen und die translationale Forschung in Deutschland auf diesem Forschungsgebiet gestärkt.

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Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung

Den unterschiedlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegen häufig gemeinsame Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes oder Rauchen zugrunde. Sie führen zu einer signifikanten Verkürzung der Lebensdauer und beeinträchtigen über lange Zeit erheblich die Lebensqualität der Betroffenen. Zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf Erkrankungen existieren zahlreiche therapeutische Konzepte. Häufig lässt sich damit jedoch nur eine unzureichende Verbesserung der Organfunktion und der Gesamtsituation der Patienten erreichen. Umso wichtiger ist die Entwicklung und Förderung von Konzepten, die auf eine frühzeitige, individualisierte Prävention und Therapie abzielen. Deutsche Forscherinnen und Forscher sind in den für die Herz-Kreislauf-Forschung entscheidenden Forschungsgebieten international erfolgreich und haben wesentliche Beiträge zu den medizinischen Fortschritten geleistet. Durch die Zentrumsbildung wird die deutsche Herz-Kreislauf-Forschung nachhaltig verzahnt – von der Grundlagenforschung über die klinische Forschung bis zur Versorgungsforschung. Universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen werden überregional partnerschaftlich zusammenarbeiten, ihre Arbeiten koordinieren und Forschungsinfrastrukturen wie z. B. Register gemeinsam nutzen.

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Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Jeden Tag sterben weltweit Tausende Menschen an HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria sowie an weiteren, nicht minder lebensbedrohlichen tropischen Infektionskrankheiten. Zu ihrer Bekämpfung fehlt es nach wie vor an sicheren und bezahlbaren Impfstoffen, Diagnosemethoden und Therapien. Deutschland kann und will zu ihrer erfolgreichen Bekämpfung einen wichtigen Beitrag leisten. Die Belastung durch Infektionserkrankungen ist aber auch in Deutschland von enormer medizinischer und ökonomischer Bedeutung. Dies betrifft auch die sogenannten Zoonosen, d. h. Krankheiten, die von Tieren oder auch Lebensmitteln tierischer Herkunft auf den Menschen übertragen werden können. Die schnell anwachsende Weltbevölkerung, der demografische Wandel in der Bevölkerung, der Klimawandel, die Veränderungen in den Essgewohnheiten sowie die Globalisierung des Reiseverkehrs und des Handels begünstigen dabei das Auftreten von Zoonosen und die Verbreitung von Zoonosenerregern. Die Erforschung dieses Gebiets erfordert die enge Zusammenarbeit von Humanmedizin und Veterinärmedizin. Aber auch eine andere Entwicklung erhöht die von Infektionskrankheiten ausgehenden Gefahren: Immer mehr bewährte antiinfektive Substanzen wie Antibiotika, Antimykotika und Virostatika verlieren ihre Wirksamkeit, da die Keime Resistenzen entwickeln. Darüber hinaus treten immer wieder neue Krankheitserreger oder bekannte Erreger mit veränderten Eigenschaften auf, die Krankheiten mit hoher Morbidität und Mortalität auslösen und große Anforderungen an die Erkennung, Vorbeugung und Behandlung stellen. Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung werden wissenschaftliche Expertisen, Infrastrukturen und Ressourcen bundesweit gebündelt und die bestehenden universitären und nichtuniversitären Forschungsgruppen enger verbunden. Ziel künftiger Forschung ist es, die Mechanismen von Infektionskrankheiten und ihre Verlaufsund Verbreitungsmuster sowie die mit der Behandlung der Krankheiten verbundenen Resistenzentwicklungen der Erreger besser zu verstehen.

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Deutsches Konsortium für translationale Krebsforschung

Die biomedizinische Grundlagenforschung hat in den vergangenen 30 Jahren zu den molekularen und zellulären Ursachen von Krebserkrankungen wegweisende Erkenntnisse gewonnen und daraus neue Strategien zur Therapie entwickelt. Für Patienten mit bestimmten Krebserkrankungen, wie Leukämien oder bestimmte bösartige Tumore im
Kindesalter, haben sich die Chancen auf einedauerhafte Heilung in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren erheblich verbessert. Bei häufigen Tumoren wie Brust- und Darmkrebs stieg die Fünfjahresüberlebensrate auf über 75 bzw. 55 %. Bei verschiedenen Krebstherapien ist die individualisierte Medizin nicht nur Vision, sondern schon Realität. Hier gibt es eine Reihe von Arzneimitteln, für die vor Therapiebeginn molekularbiologische diagnostische Tests durchgeführt werden, um Vorhersagen über Wirksamkeit, Nebenwirkungen und angemessene Dosierung der Wirkstoffe für den einzelnen Patienten zu treffen. Insgesamt hat die Entwicklung neuer Therapien und Diagnostika mit den enorm wachsenden Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung jedoch nicht Schritt gehalten. Um neue Therapiekonzepte weiterzuentwickeln sowie die Heilungsraten und Überlebenschancen der Patienten zu verbessern, müssen die Erkenntnisse aus den Forschungslaboren in klinische Studien und weiter in die medizinische Versorgung übertragen werden. Dies zählt zu den Kernaufgaben des Deutschen Konsortiums für translationale Krebsforschung.

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Deutsches Zentrum für Lungenforschung

Für Asthma und andere chronische Lungenkrankheiten, aber auch für Bronchialkarzinome, Lungenemphyseme oder respiratorische Allergien existieren keine hinreichend effektiven Therapiemöglichkeiten. Dies stellt eine große Herausforderung für die Gesundheitsforschung dar, der nur durch wissenschaftliche und strukturelle Koordinierung der führenden deutschen Lungenforschungsgruppen begegnet werden kann. Um dies zu erreichen, werden im Deutschen Zentrum für Lungenforschung die besten universitären und außeruniversitärenpneumologischen Forschungseinrichtungen zusammengeführt. Die grundlagen- und patientenorientierte Forschung auf dem Gebiet der Lungenerkrankungen wird koordiniert und auf internationales Spitzenniveau angehoben, um so die Translation grundlagenwissenschaftlicher Erkenntnisse in neue klinische Konzepte zur Verbesserung der Patientenversorgung sicherzustellen.

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  • Aktionsfeld 1: Gebündelte Erforschung von Volkskrankheiten

    Der demografische Wandel lässt den Bedarf an medizinischem Fortschritt steigen: Die Zahl der Menschen wächst, die an Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, Infektions-, Lungen- oder neurodegenerativen Erkrankungen sowie an psychischen, muskuloskelettalen oder allergischen Erkrankungen leiden. Zudem dauert es oft noch zu lange, bis Ergebnisse aus der Grundlagen- und der klinischen Forschung in die medizinische Regelversorgung gelangen und Patienten von ihnen profitieren. Diesen als Translation bezeichneten Prozess schneller und effektiver zu gestalten ist ein Leitgedanke des Rahmenprogramms.
    [mehr] (URL: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/aktionsfeld-1-gebuendelte-erforschung-von-volkskrankheiten.php)

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