Das Herz ist die Blutpumpe des menschlichen Organismus, ein sackförmiger Muskel, der innen hohl ist und der pro Minute etwa vier bis sechs Liter Blut durch den Körper befördert – ein ganzes Leben lang. Leider funktioniert die Herzpumpe nicht bei allen Menschen einwandfrei. Bei Patienten, die an Herzversagen („Herzinsuffizienz“, „Herzschwäche“) leiden, hat das Herz Schwierigkeiten, Blut in der benötigten Menge durch den Kreislauf zu pumpen.
Anfangs merken die Betroffenen das oft gar nicht. Erst wenn die Kompensationsmechanismen, über die das Herz verfügt, ausgeschöpft sind, kommt es zu Beschwerden. Wenn plötzlich die Luft beim Treppensteigen knapp wird oder wenn schon Spaziergänge zur Qual werden, dann ist Herzversagen ein möglicher Grund dafür. Auch so genannte Ödeme, also Wassereinlagerungen in den Beinen, können auf eine Herzschwäche hindeuten. Die Ultraschalluntersuchung des Herzens („Echokardiographie“) ist in solchen Situationen ein wichtiges diagnostisches Werkzeug.
Die Begriffe Herzversagen oder Herzinsuffizienz beschreiben einen Funktionsverlust des Herzens, der mannigfache Ursachen haben kann. Experten unterscheiden zunächst einmal zwischen akutem und chronischem Herzversagen. Das akute Herzversagen ist relativ selten. Es kann zum Beispiel im Rahmen von Virusinfektionen auftreten, die das Herz in Mitleidenschaft ziehen ("Herzmuskelentzündung", „Myokarditis“). Bei Patienten mit akutem Herzversagen entwickelt sich relativ plötzlich Luftnot. Die Betreffenden - viele von ihnen sind vorher völlig herzgesund - können sich nicht mehr richtig belasten und kommen oft schnell zum Arzt, weil sie Symptome dieser Art nicht kennen. Entzündungen des Herzmuskels sind schwere Erkrankungen, die sich aber bei den meisten Patienten unter richtiger Behandlung wieder vollständig zurückbilden.
Typisch für diese Erkrankung ist ein "wellenförmiger" Verlauf. Sind sie gut behandelt, leben die Patienten im Alltag oft ohne größere Einschränkungen. Es kann aber immer wieder zu plötzlichen Verschlechterungen kommen. Im Fachjargon heißen dieser Ereignisse Dekompensationen: Die Luft wird knapper, die Beine schwellen an. Wird hier nicht rechtzeitig gegen gesteuert, droht eine Einweisung ins Krankenhaus.
Die chronische Herzinsuffizienz ist die gemeinsame Endstrecke einer Reihe von Herzerkrankungen. Die wichtigste davon ist die koronare Herzerkrankung. Andere wichtige Ursachen sind verschiedene Gendefekte, die den Herzmuskel betreffen. Auch metabolische Faktoren aus dem Fettgewebe können sich ungünstig auf die Herzfunktion auswirken. Schließlich können auch Erkrankungen der Herzklappen und ein schlecht behandelter Bluthochdruck zum chronischen Herzversagen führen.
Für die Behandlung von Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz steht ein breites Spektrum an Medikamenten zur Verfügung. Mit ihnen lassen sich Krankenhauseinweisungen weitgehend verhindern. Zwei Herausforderungen gibt es dabei: Zum einen müssen Patienten konsequent erkannt und behandelt werden. Zum anderen sollten bestimmte Parameter, vor allem Gewicht und Blutdruck, engmaschig kontrolliert werden, um eine Verschlechterung rechtzeitig zu erkennen. Ein wichtiger Schwerpunkt der klinischen Forschung im Bereich Herzinsuffizienz ist deswegen die Entwicklung und Evaluierung neuer Versorgungskonzepte, die darauf abzielen, die ambulante Therapie zu optimieren. Beispiele sind der Einsatz von speziell geschultem Pflegepersonal sowie die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnik zur Überwachung („Telemonitoring“).
Auch bei optimaler Betreuung kann leider nicht verhindert werden, dass sich die Herzfunktion bei einigen Patienten so stark verschlechtert, dass nur eine Herztransplantation helfen kann. Technische Herzunterstützungssysteme („Herzpumpen“), die die Zeit bis zur Transplantation überbrücken können, stehen deswegen ebenfalls im Fokus der Herzinsuffizienzforschung.
(URL: http://gf.pt-dlr.de/de/2345.php)
(URL: http://gf.pt-dlr.de/de/2444.php)
(URL: http://gf.pt-dlr.de/de/2486.php)
(URL: http://gf.pt-dlr.de/de/2617.php)