Internationale Zusammenarbeit

Viele drängende Gesundheitsfragen betreffen andere Länder ebenso wie Deutschland: Wie bewältigen wir die demografische Entwicklung? Wie lösen wir lebensstilabhängige Gesundheitsprobleme? Wie reagieren wir auf neue Infektionserreger? Bei der Beantwortung dieser Fragen ergeben sich aus internationaler Zusammenarbeit relevante Impulse und hilfreiche Synergien.

Herausragende und innovative biomedizinische Forschung ist ohne grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Wissenschaftler nicht mehr denkbar. Angesichts gestiegener technologischer Anforderungen erlaubt oft nur eine Bündelung von Material- und Personalressourcen effizientes wissenschaftliches Arbeiten.

In Europa werden derzeit ca. 15 % der Fördermittel über internationale Programme oder Großprojekte vergeben. Die Bundesregierung bringt sich im Bereich der Gesundheitsforschung aktiv in die Vorbereitung und Umsetzung der europäischen Forschungsrahmenprogramme ein und unterstützt Wissenschaft und Wirtschaft dabei, sich erfolgreich an europäischen Kooperationen zu beteiligen. Diverse Aktivitäten der EU-Mitgliedstaaten dienen dem Ziel der Koordinierung der nationalen Forschungsförderung. Ein bewährtes Instrument hierfür sind ERA-Netze (European Research Area – ERA), in denen nationale Fördermaßnahmen durch Zusammenschluss von Ministerien und Forschungsförderorganisationen koordiniert werden.

Das neue Konzept Joint Programming Initiative (JPI) zielt auf eine verstärkte strategische Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten im Bereich der Forschung und Entwicklung, um die großen gesellschaftlichen Herausforderungen gemeinsam bewältigen zu können. Viele Millionen Menschen in Entwicklungsländern und insbesondere in Afrika leiden an global bedeutenden Infektionskrankheiten wie HIV/Aids oder Tuberkulose, aber auch an in Deutschland kaum bekannten tropischen Krankheiten wie dem Denguefieber oder der Schlafkrankheit. Das Engagement zur Erforschung dieser sogenannten vernachlässigten und armutsassoziierten Krankheiten, zu denen diverse zoonotische Krankheiten zählen, wurde in den vergangenen Jahren weltweit deutlich gesteigert.

Die Hauptlast wird dabei von wenigen Staaten und Stiftungen getragen. Erfolge aus der Grundlagenforschung bei der Entwicklung von Kandidaten für Impfstoffe oder Arzneimittel stimmen hoffnungsvoll, erfordern aber in den kommenden Jahren massive Anstrengungen in der klinischen Erprobung. Ein weiterer internationaler Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit osteuropäischen Ländern im Bereich Infektionskrankheiten. Die Entwicklung von z. B. HIV/Aids und Tuberkulose, aber auch anderer Infektionskrankheiten in Osteuropa hat aufgrund geografischer Nähe Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen in Deutschland. Eine stärkere Zusammenarbeit mit Osteuropa wird z. B. über eine Ausweitung des ERA-Netzes HIVERA angestrebt. 

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