Die Frage, was eine gesunde Ernährung ist, können selbst Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch nicht ausreichend beantworten. Die Wege, die die Nährstoffe im menschlichen Körper nehmen, sind hoch komplex und trotz umfangreicher Forschungen bis heute nicht vollständig verstanden. Denn: Jeder Mensch is(s)t anders.
Vielseitig = reich an lebensnotwendigen Nährstoffen. Mit dieser einfachen Formel fasst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zusammen, was eine gesunde Ernährung ausmacht. Der Grund: Kein Lebensmittel enthält alle notwendigen Nährstoffe, nur eine Kombination aus unterschiedlichen Lebensmitteln kann den Nährstoffbedarf decken. Schemata wie die Ernährungspyramide oder der Ernährungskreis helfen, das richtige Verhältnis zu finden.
Pflanzlichen Lebensmitteln wie Getreide, Obst und Gemüse kommt dabei die größte Bedeutung zu. Sie liefern wertvolle Ballaststoffe, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralien. Hochwertiges Protein sowie weitere wichtige Vitamine und Mineralien erhält der Körper insbesondere aus tierischen Lebensmitteln, die aber in kleineren Mengen und möglichst fettarm verzehrt werden sollten. Sparsam zu dosieren sind auch Fette und Öle – innerhalb dieser Gruppe kommt den pflanzlichen Produkten wiederum eine besondere physiologische Bedeutung zu. Unverzichtbar ist die Zufuhr von Flüssigkeit: 1,5 Liter am Tag sind das Minimum.
Heutige Ernährungsempfehlungen decken in der Regel die Bedürfnisse einer breit gefächerten Gruppe von Menschen ab. Zum Beispiel Erwachsene, Kinder oder Senioren. Der individuelle Bedarf eines Menschen lässt sich aus ihnen allerdings nicht ablesen. Die personalisierte Ernährung könnte diese Lücke eines Tages schließen. Sie berücksichtigt nicht nur Faktoren wie Alter, Körpergröße oder Lebensweise. Sie schließt auch genetische Variationen ein und ist damit individuell.
Die personalisierte Ernährung berücksichtigt damit das Phänomen, dass menschliche Stoffwechselprozesse zwar ähnlich, aber nicht notwendigerweise identisch sind. Genetische Variationen können dazu führen, dass den einen krank macht, was dem anderen hilft. Und umgekehrt. Besonders salzsensitive Menschen können beispielsweise allein durch den Verzicht auf Salz ihren Blutdruck senken. Liegt diese Sensitivität nicht vor, bleibt der Verzicht auf Kochsalz allerdings ohne Wirkung. Ähnliche Beobachtungen machen Wissenschaftler zum Beispiel auch bei der Wirkung einiger sekundärer Pflanzenstoffe.
Nutrigenomiker machen sich diese Wechselwirkungen zwischen Nahrung (Nutrition) und Erbgut (Genom) zunutze. Sie sind überzeugt: Die Ernährung beeinflusst den Organismus mehr als jeder andere Umweltfaktor. Mit einer personalisierten Ernährungsempfehlung und speziellen Lebensmitteln, in denen wirksame Substanzen konzentriert vorliegen (functional food), wollen sie Krankheiten eines Tages gezielt vorbeugen oder heilen.
Obst und Gemüse sind die Tausendsassa unter den Lebensmitteln. Viele Sorten enthalten wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, die den Körper schützen und Krankheiten vorbeugen. Das belegen inzwischen zahlreiche wissenschaftliche Studien, die sich mit der gesundheitsfördernden Wirkung verschiedenster Obst- und Gemüsesorten beschäftigen.
So fanden Wissenschaftler heraus, dass Flavonoide einiger Beerenobstsorten helfen könnten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Andere Forscher entdeckten in Aroniabeeren und Kohlsorten vermehrt Substanzen, die offenbar gegen Darmkrebs wirken. In all den Untersuchungen fallen bestimmte pflanzliche Inhaltsstoffe immer wieder auf:
Ernährungsmedizinerinnen und Ernährungsmediziner wissen um die Bedeutung der pflanzlichen Inhaltstoffe von Obst und Gemüse. Sie raten, jeden Tag mindestens fünf Portionen unterschiedlicher Obst- und Gemüsesorten zu essen.
Essen – die Kombination mit Bewegung ist wichtig
Gesund, ausgewogen, vielfältig – gute Ernährung ist lebensnotwendig. Doch richtig essen allein hält nicht gesund. Wer etwas für seine Fitness tun möchte, braucht auch Bewegung. Dabei muss Bewegung nicht gleich Leistungssport sein – schon eine halbe Stunde moderates Joggen pro Tag kann neuen Studien zufolge nach einer Krebserkrankung das Risiko neuer Tumoren deutlich senken. Körperliche Aktivität baut Stress ab, bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und stärkt das Immunsystem.
Ernährung und Bewegung ergänzen sich optimal. So fördert Sport den Appetit, umgekehrt sorgt eine gesunde Ernährung für sportliche Fitness. Wer besonders viel Sport treibt, sollte auf eine ausgewogene kohlenhydratreiche Kost achten – damit der Körper nicht schlappmacht.
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