Innovative Medikamentenentwicklung

1. Daten und Fakten

Die biomedizinische Forschung hat in den letzten Jahren zahlreiche neue und vielversprechende Ansätze zur Prävention und Therapie schwerer Krankheiten aufgezeigt. Es haben sich zunehmend neue Erkenntnisse über Pathomechanismen von Krankheiten einerseits und Wirkungsmechanismen von Medikamenten andererseits ergeben. Die neuen Möglichkeiten der funktionellen Genom- und Proteomanalyse haben auch zu einer großen Fülle potentieller Targetmoleküle für die Diagnose und gezielte Therapie von Krankheiten geführt und damit Möglichkeiten für innovative Medikamente eröffnet.

Allerdings sind diese Entwicklungen bislang gerade im Bereich der gesundheitspolitisch besonders wichtigen und häufigen Erkrankungen nur unzureichend in die Entwicklung neuer Medikamente gemündet. Die Zahl innovativer Arzneimittel ist in den vergangenen Jahren weltweit gesunken, trotz deutlich höherer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in der Pharmaindustrie. Die Ausfallraten im Entwicklungsprozess neuer Wirkstoff-Kandidaten haben zugenommen. Dabei spielen neben steigenden regulatorischen Anforderungen vor allem in der klinischen Entwicklungsphase häufig unzureichende Verfahren zur Vorhersage von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit neuer Wirkstoffe in der präklinischen Entwicklungsphase eine wichtige Rolle. Die Entwicklungszeiten und die durchschnittlichen Entwicklungskosten für neue Medikamente haben sich dadurch deutlich erhöht.

2. Was tut das BMBF

Die Erfahrungen des BMBF im Leitprojekt "Diagnose und Therapie mit den Methoden der Molekularen Medizin" haben gezeigt, dass viele der genannten Probleme durch eine intensivere Kooperation zwischen Akademia und Wirtschaft schneller und besser bearbeitet werden können. Das BMBF fördert daher Vorhaben mit einer Interaktion zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, die die Entwicklung innovativer Testsysteme in der Medikamentenentwicklung für eine bessere Vorhersage der Wirksamkeit und Sicherheit neuer Wirkstoffe zum Ziel haben. Damit soll ein Beitrag zu einer höheren Medikamentensicherheit sowie zu einer Reduzierung der Ausfallraten in der Medikamentenentwicklung geleistet werden.

Diese Fördermaßnahme dient auch als „Spiegelmaßnahme“ für thematisch ähnliche Förderaktivitäten auf europäischer Ebene im Rahmen der Innovative Medicines Initiative (IMI). Weitere Informationen hierzu sind unter http://www.nks-lebenswissenschaften.de/eufoerderung/imi und unter http://imi.europa.eu/ zu finden.