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Adaptive Therapieunterstützung für Kinder und Jugendliche mit Cerebralparese (MightyU)

Die infantile Cerebralparese (ICP) ist eine frühkindliche Hirnschädigung. Diese schwere Erkrankung führt zu Störungen des zentralen Nervensystems und der Muskulatur. Sie ist die häufigste Ursache für spastische Bewegungsstörungen bei Kindern. Das Leben der kleinen Patienten ist erheblich eingeschränkt. Unter Umständen führt die ICP auch zum frühzeitigen Tod. Es gibt unterschiedliche Risikofaktoren: Ein Wesentlicher ist Sauerstoffmangel vor während und kurz nach der Geburt. Die Prävalenz beträgt 2 bis 3 Kinder von 1.000 Lebendgeborenen.

Es gibt keine Heilung für diese Erkrankung. Die Patienten sollen langfristig täglich Rehabilitationsübungen durchführen, um ihre Beweglichkeit und Koordination zu verbessern. Maßgeblich für den Therapieerfolg sind regelmäßige Trainingseinheiten in der Familie und mit anderen Menschen – zuhause und andernorts. Das erfordert ein hohes Maß an Motivation. Die GKV-Erstattungsrichtlinien erlauben allerdings nur Rehabilitationsmaßnahmen in Therapieeinrichtungen im Umfang von ein bis zwei Mal in der Woche. Das reicht oft nicht aus, die Motivation der kleinen Patienten aufrecht zu halten und die pflegenden Angehörigen zu unterstützen.

Ziel dieses Projektes ist es, ein Trainingsunterstützungssystem für Kinder und Jugendliche mit ICP zu erforschen und zu entwickeln, bei dem das soziale Umfeld der Patienten über eine virtuelle Umgebung mit einbezogen wird. Im Gegensatz zu den vorhandenen Therapieinstrumenten kann MightyU auch im Heimgebrauch angewendet werden. MightyU erlaubt den Patienten, spielerisch ihre Muskeln zu entspannen und ihren Bewegungsapparat zu stärken. Dieses System bietet durch eine automatische Anpassung der Spielschwierigkeit und spezifischen Inhalten der Spielwelt eine dauerhafte Motivation. Die Anwendung kann alleine oder gemeinsam mit weiteren Spielern genutzt werden. Die Muskelspannung und die Bewegungsdaten der Anwender werden durch Sensoren erfasst und auf die Software übertragen. Die Trainingsanalysen können von professionell Pflegenden für Anpassungen am Therapieplan hinzugezogen werden. Durch das geplante Produkt ergeben sich erhebliche Chancen zur Verbesserung des Therapieerfolges, zur Erweiterung erstattungsfähiger Angebote sowie zur Entlastung von professionell beteiligten Akteuren.